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ehem. Anschlussgleis Branntweinmonopol
geschrieben von Haldir 
Moin, ich bin Ben aus HH und interessiere mich hauptsächlich für alles Stillgelegte in der Hansestadt und Umgebung. Dazu gehören alte Gleisanschlüsse, Überreste ehemaliger Bahnalagen etc...

Ich hatte vor Jahren schon Beitrage zu alten Gleisresten in Elmshorn (ehm. Gbf) und in Hammerbrook (Sonninstr.) gepostet.

Nun bin ich auf meinen Streifzügen von der HafenCity zum Entenwerder Park auf das sog. ehm. Branntweinmonopol gestoßen.

Infos u.a. hier: [www.denkmalverein.de]

Dort sind auch Gleise verlegt. Ich konnte aber bei Recherchen nicht herausfinden wo zum Geier die Gleise an die bestehenden Hauptstrecken (Gbf. Rothenburgsort?) lang liefen. Oder kamen sie von Nordwesten? Keine Karte oder Stadplan gab Aufschluss.

Angehängt ist ein Google-Maps Bild, wo ich die Gleisreste Markiert habe.

Über Infos freue ich mich sehr!

Beste Grüße, Ben


Hallo Ben!

Vielen Dank für Deinen interessanten Post!

Zu Deiner Frage kann ich leider nichts Aufklärendes anbieten. Mich hat aber Deine Frage brennend interessiert, wo denn dieser Gleisanschluss eine Verbindung zur restlichen Welt gewesen sein könnte und habe mal verschiedene Quellen zu Rate gezogen.

Zunächst habe ich ein Messtischblatt von 1939 studiert [www.landkartenarchiv.de] (muss man vergrößern!); zu einer Zeit, wo es das Branntweinmonopol schon gab (laut der verlinkten Website) - leider gibt es dort keinerlei Gleise auf dem Gelände oder zum Gelände hin. Zum Rangierbahnhof Rothenburgsort ist es meiner Meinung zu weit weg. Und eine Trasse dorthin hätte wahrscheinlich eine 90°-Kurve um Rothenburgsort herum benötigt, um an die südöstliche Seite des Branntweinmonopols zu kommen. Auf dem Bild mit den Kriegszerstörungen sieht man auch keine entsprechende Gleistrasse.

Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, dass das Gleis an das Netz der Hamburger Straßenbahn angeschlossen gewesen wäre, aber auch da finde ich keine Hinweise. Mein Gleisplan von der Straßenbahn zeigt in dem Bereich nichts. Und es ist auch fraglich, ob es in Hamburg - so wie z. B. in Hannover jahrelang - Güterverkehr auf Straßenbahngleisen gab (weiß ich gerade nicht).

Die letzte Möglichkeit wäre für mich ein interner Verschub. Das macht in meinen Augen nicht viel Sinn, aber wenn man sich eines der Fotos aus dem Flugzeug (?) ansieht, kann man erkennen, dass das nordwestliche Tor nicht auf einer Linie mit dem Gleisrest liegt, sondern etwas zum Wasser hin verschoben. Soweit ich weiß, liegen / lagen Gleise in Hallen etc. immer möglichst gerade. Hier hätte das Gleis in der Halle eine S-Kurve gemacht, um durch das nordwestliche Tor zu führen. Dahinter ist aber schon bald die Straße zu den Norderelbbrücken. Und ich habe noch nie gehört, dass dort ein Gleis darunter durchgeführt worden wäre. Von daher denke ich, dass es auf der Seite keinen Gleisanschluss gab.

In meinen Augen ist es die wahrscheinlichste Variante, dass das Gleis ausschließlich auf dem Gelände gelegen hat (und noch liegt).

Kann man eigentlich auf das Gelände vom Branntweinmonopol rauf? Und wie hast Du von der Existenz des Gleises erfahren?

Viele Grüße
Karsten Leiding

www.gleismann.de
Zitat
Gleismann
Mein Gleisplan von der Straßenbahn zeigt in dem Bereich nichts. Und es ist auch fraglich, ob es in Hamburg - so wie z. B. in Hannover jahrelang - Güterverkehr auf Straßenbahngleisen gab (weiß ich gerade nicht).
Mir nicht bekannt, dass dort ein Straßenbahngleis abzweigt. Gab auch keinen Güterverkehr der Straßenbahn mit Ausnahme ab 1943 bis Ende der 1940-er.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Vielen Dank für die ausführlichen Spekulationen ;) ja ich kann mir auch keinen Reim darauf machen.

Das Gelände ist offiziell verschlossen und wird wohl von der Zollbehörde o.ä. verwaltet. Man kann aber an der Seite zum Entenwerder Park (Alexandra-Stieg) über bzw. durch den Zaun schauen.

Es gibt Ideen das Gelände in die Stadtentwicklungspläne der HafenCity mit einzubeziehen oder dass der Zoll das Gelände nutzen will. Beides hätte wohl bauliche Veränderungen zur Folge, was den Denkmalstatus gefährdet. Auch ein Komplett-Abriss steht im Raum.
Schade wär`s, würde mich aber bei der Freien und Abriss-Stadt Hamburg nicht wundern... :(

Die Bilder von oben wurden von dem nahen Hotel an den Elbbrücken gemacht.

Ich werde mal weitere Karten und Bildarchive durchforsten...

Bis dahin beste Grüße!
Auch auf dem historischen Bild ist nichts zu erkennen.
Vermutlich wirklich nur ein Gleis auf dem Gelände.

[www.denkmalverein.de]
Ich tippe aufgrund der Lage mal auf Führungsschienen für verschiebbare Kräne.
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