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Unfälle durch fehlende Abfahrtsansagen und eingesparte Aufsichten
geschrieben von Lehrter Bahnhof 
Früher gab es mal Aufsichten auf dem Bahnhof, die die Zugaufsicht ausübten. Leider eingespart. Auch wird es immer häufiger zur Praxis, dass das abfertigende Zugpersonal keine Ansagen ("Bitte einsteigen. Ihr Zug fährt nun ab") mehr auslösen, sondern direkt die Türen schließen. Am Berliner Hbf musste ich einmal beobachten, wie bei einem IC plötzlich die Türen schlossen (auch wegen der neuen Regelung PlanStart), während noch viele Menschen an den Türen standen, und eine Mutter gerade den Kinderwagen in den Wagen wuchtete, diese wurde eingeschlossen und der Zug fuhr bereits an.

Hier nun ein weiterer Unfall: [www.news38.de]

Ich frage mich, ob es nicht doch sinnvoll wäre, hier mal über Änderungen nachzudenken?

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Lehrter Bahnhof
Auch wird es immer häufiger zur Praxis, dass das abfertigende Zugpersonal keine Ansagen ("Bitte einsteigen. Ihr Zug fährt nun ab") mehr auslösen, sondern direkt die Türen schließen.

Noch schlimmer finde ich diese Praxis bei Zügen, deren Türen sich automatisch schließen, wenn niemand mehr ein- bzw. aussteigt. Während man noch am Zug steht, etwa, weil man noch die frische Luft genießen will, wird einfach wortlos die Türfreigabe zurückgenommen und abgefahren. Dagegen wird man angeherrscht, so man den Versuch wagt, die Türe offen zu halten.


Beginne den Tag mit einem Lächeln - dann hast Du es hinter Dir.
Zitat
Alter Köpenicker
Noch schlimmer finde ich diese Praxis bei Zügen, deren Türen sich automatisch schließen, wenn niemand mehr ein- bzw. aussteigt. Während man noch am Zug steht, etwa, weil man noch die frische Luft genießen will, wird einfach wortlos die Türfreigabe zurückgenommen und abgefahren. Dagegen wird man angeherrscht, so man den Versuch wagt, die Türe offen zu halten.

Was ist daran schlimm? Es liegt in der Natur der Sache, dass Züge im Normalfall kurz zum Aus- und Einsteigen halten und dann weiterfahren. Wer zwischen Aus- und Einsteigen noch etwas anderes erledigen möchte (oft geht es diesen Menschen weniger um den Genuß der frischen Luft denn um deren Anreicherung mit nikotinhaltigen Aerosolen), kann dies ja gern tun, sollte aber besser gleich den Folgezug anpeilen statt die Fahrgäste mit einer Verzögerung und Rauch zu belästigen.
Zitat
Lopi2000
Was ist daran schlimm?

Daß man plötzlich und unverhofft vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

Zitat
Lopi2000
Es liegt in der Natur der Sache, dass Züge im Normalfall kurz zum Aus- und Einsteigen halten und dann weiterfahren.

Das mag bei Unterwegshalten freilich in der übergroßen Mehrheit der Fall sein. Wie man sich aber leicht an drei Fingern abzählen kann, bezog sich meine Einlassung jedoch auf Endbahnhöfe sowie Unterwegsbahnhöfe mit längerem Aufenthalt.

Zitat
Lopi2000
Wer zwischen Aus- und Einsteigen noch etwas anderes erledigen möchte (oft geht es diesen Menschen weniger um den Genuß der frischen Luft denn um deren Anreicherung mit nikotinhaltigen Aerosolen), kann dies ja gern tun, sollte aber besser gleich den Folgezug anpeilen statt die Fahrgäste mit einer Verzögerung und Rauch zu belästigen.

Das kommt ja immer ganz auf den Einzelfall an. Einst zählte ich auch zu den Patienten mit Nikotinabusus und nutzte wirklich jede Minute, die der Zug am Bahnsteig verbrachte, um meiner Sucht zu frönen - was war es doch früher in den Raucherabteilen gemütlich. Beim Verfassen meines Beitrages hatte ich aber tatsächlich einen Aufenthalt an der frischen Luft im Sinn, den ich, je nach Witterung, dem Sitzen im stehenden Zug vorziehe. Zwei Beispiele:
  • VBB-S47, Bf. Spindlersfeld: Gemütlich trödelt man zur bereitstehenden S-Bahn und hält vor dem Einsteigen noch einen Moment lang inne. Gerade, als man sich anschickt, den Türöffnungstaster zu betätigen, erschallt das Warnsignal und der Zug fährt wortlos ab. Bei einer akustischen Ermunterung zum Einsteigen hätte man sich anders verhalten und würde nun ich der fahrenden S-Bahn sitzen.
  • BaWü-RB703, Freiburg(Brsg) Hbf: Auf der Fahrt von Basel weiter in Richtung Offenburg (bzw. in die Gegenrichtung) hat der geschätzte Reisende hier 30 bis 45 Minuten Aufenthalt. Kaum ein Fahrgast, der während dieser Zeit im Zug verbleibt. Die meisten treiben sich auf dem Bahnhof herum, frühstücken zum Beispiel oder vertreiben sich die Zeit anderweitig - genug Zeit ist ja und wohl die wenigsten sehen einen Grund, mit einer Fahrt im Folgezug zu rechnen.
Erschwerend kommt ja noch hinzu, daß in Deutschland im Zug selbst nur sehr, sehr selten überhaupt auf den längeren Aufenthalt hingewiesen werden. Ortsunkundige Reisende stellen diesen Umstand erst nach einer Weile fest und wollen sich nun ebenfalls die Beine vertreten. In all diesen Fällen würde eine kurze Ansage für mehr Entspannung sorgen.


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Zitat
Alter Köpenicker
Daß man plötzlich und unverhofft vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
...

Das mag bei Unterwegshalten freilich in der übergroßen Mehrheit der Fall sein. Wie man sich aber leicht an drei Fingern abzählen kann, bezog sich meine Einlassung jedoch auf Endbahnhöfe sowie Unterwegsbahnhöfe mit längerem Aufenthalt.

Dies alles lässt sich durch einen Abgleich von Fahrplan und Uhr vermeiden, insofern halte ich es nicht für schlimm sondern für sinnvoll.

Die DB sollte evtl. aber die Kommunikation der verschärften Abfertigungsregeln verbessern. Es hatte sich in den letzten Jahrzehnten vor der Einführung dieser Verschärfung leider etabliert, dass man bei der angekündigten Abfahrzeit langsam anfängt einzusteigen.
Zitat
Lopi2000
Die DB sollte evtl. aber die Kommunikation der verschärften Abfertigungsregeln verbessern. Es hatte sich in den letzten Jahrzehnten vor der Einführung dieser Verschärfung leider etabliert, dass man bei der angekündigten Abfahrzeit langsam anfängt einzusteigen.

PlanStart ist einfach nur ein Trick zur Verbesserung der Statistiken, der nichts mit einer Verbesserung für die Fahrgäste zu tun hat. Ursprünglich war es so: Die Türen schlossen zum Zeigersprung, nun schließen sie bereits ca. 30 Sekunden vorher. Und das auch gerne noch ohne Ankündigung, weil ja die Aufsichten nicht mehr abfertigen dürfen (auch wenn sie auf dem Bahnsteig stehen) und die Zubs manchmal keine Lust haben.

Hier zeigt sich der völlige Unsinn der Statistiken und vielen Tochtergesellschaften.

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Lehrter Bahnhof
PlanStart ist einfach nur ein Trick zur Verbesserung der Statistiken, der nichts mit einer Verbesserung für die Fahrgäste zu tun hat. Ursprünglich war es so: Die Türen schlossen zum Zeigersprung, nun schließen sie bereits ca. 30 Sekunden vorher. Und das auch gerne noch ohne Ankündigung, weil ja die Aufsichten nicht mehr abfertigen dürfen (auch wenn sie auf dem Bahnsteig stehen) und die Zubs manchmal keine Lust haben.

Als jemand, der häufig mit knappen Anschlüssen unterwegs ist, weiß ich jede Sekunde, die der Pünktlichkeit meiner Züge dient, sehr zu schätzen. Wenn aus den 30 Sekunden mal wieder 90 werden, weil ein Grüppchen erst mit dem Abfertigungspfiff anfängt die Zigaretten auszumachen und zum Zug zu schlendern oder sich zu verabschieden, kommt es gern schon mal zu Trassenkonflikten, Folgeverspätungen und Anschlussverlusten.

Die Alternative wäre, mehr Puffer in die Fahrpläne einzuplanen, aber das würde die Fahrzeiten insgesamt verlängern. Insofern finde ich es nicht zu viel verlangt, dass sich die Fahrgäste auch ein wenig um die Einhaltung der Pünktlichkeit bemühen.
Zitat
Alter Köpenicker

[*] VBB-S47, Bf. Spindlersfeld: Gemütlich trödelt man zur bereitstehenden S-Bahn und hält vor dem Einsteigen noch einen Moment lang inne. Gerade, als man sich anschickt, den Türöffnungstaster zu betätigen, erschallt das Warnsignal und der Zug fährt wortlos ab. Bei einer akustischen Ermunterung zum Einsteigen hätte man sich anders verhalten und

Das ist auch der Grund, warum sich die Fahrgäste nicht besser auf den Zug aufteilen, sondern alle in den Wagen nahe ein Bahnsteigzugang drängen. Denn wer jederzeit damit rechnen muss, dass die Türfreigabe zurückgenommen wird, und er auf dem Bahnsteig zurückbleibt, wird bestimmt nicht am Zug entlang zu einem leeren Wagen gehen. Und so staut sich dann alles an einer Tür und die Abfahrt verzögert sich.

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Nicht-dynamische Signatur
Da wäre doch ein Sekunden-Countdown am Fahrtzielanzeiger (Bahnsteig) gut, der anzeigt, wie lange die Türen noch geöffnet sind.
Zitat
Lopi2000
Wenn aus den 30 Sekunden mal wieder 90 werden, weil ein Grüppchen erst mit dem Abfertigungspfiff anfängt die Zigaretten auszumachen und zum Zug zu schlendern oder sich zu verabschieden, kommt es gern schon mal zu Trassenkonflikten, Folgeverspätungen und Anschlussverlusten.

Die Alternative wäre, mehr Puffer in die Fahrpläne einzuplanen, aber das würde die Fahrzeiten insgesamt verlängern. Insofern finde ich es nicht zu viel verlangt, dass sich die Fahrgäste auch ein wenig um die Einhaltung der Pünktlichkeit bemühen.

Zitat
DaniOnline
Da wäre doch ein Sekunden-Countdown am Fahrtzielanzeiger (Bahnsteig) gut, der anzeigt, wie lange die Türen noch geöffnet sind.

Ich verstehe nicht, was so schwierig daran ist, die Reisenden rechtzeitig per Lautsprecherdurchsage zum Einsteigen zu ermuntern. Da braucht kein Puffer in den Fahrplan eingebaut werden und schon gar keine neue Anzeige am Bahnsteig installiert werden - ein einfaches "Einsteigen, bitte!" genügt völlig.


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