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Fahrzeiten bei der Deutschen Bahn deutlich gestiegen?
geschrieben von bc2 
Mir ist aufgefallen, dass sich auf vielen Streckenrelationen die Fahrzeiten deutlich verlängert haben, als dies im Jahr 2005 der Fall war. Mir ist das erst mal gar nicht aufgefallen, weil ich vor allem im letzten Jahr mehr und mehr auf das eigene Auto umgestiegen bin. Der Umstieg auf das Auto wurde damals durch den Streik der GDL, als auch ausgefallene und stark verspätete Züge motiviert. Verpasste Anschlüsse haben mich schon öfter mal 1 Stunde später ankommen lassen, als ursprünglich geplant.

Auf das Fernfahrten kann ich leider nicht verzichten, so dass ich mir im Hinblick auf das drohende Tempolimit durchaus Gedanken mache. Darf ich abschnittsweise ein angemessenes und gemütliches Tempo von 160km/h fahren, so erreiche ich eine Punkt-zu-Punkt Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 118 km/h. Bei einem Tempo von 130 km/h sinkt der Durchschnitt auf 100km/h oder weniger. Auf langen Strecken ist dies ein Zeitunterschied > 1 Std. Auf der anderen Seite möchte man heute ein besseres Gewissen haben. Es wird da draußen ja irgendwie nicht kühler. Doch als ich gesehen habe, dass die Relation Stuttgart-HH heute mit 6:00 h - 7:00h Fahrzeit angesetzt wird, werde ich auch in Zukunft wohl weiterhin mit dem eigenen PKW fahren.

Ich meine mich zu erinnern, dass es unter dem umstrittenen Herrn Mehdorn deutlich zügiger voran ging. Stuttgart - HH konnte ein ICE-Sprinter in 5 Stunden schaffen und der ganz gewöhnliche ICE hat 5:30h gebraucht. Die Verspätungsanfäligket war da, aber gefühlt geringer als heute. Nur in ganz seltenen Fällen lag die Verspätung bei 1 h, was heute irgendwie öfter vorkommt. Reserve gab es bei der Fahrzeit auch um 2005 rum. Die ICEs konnten bis zu 20 Minuten Verspätung wieder reinholen. Es kann auch nicht am heutigen ICE 4 liegen, denn irgendwie habe ich nie erlebt, dass der ICE 1 schneller als 250km/h fuhr. Die 280km/h sind seit Eschede wohl eher Papiersache.

Ich sehe das kippen des Tempolimits etwas mit Unbehagen, aber man kann es auch so machen, wie es in anderen Ländern ohne echte Hochgeschwindigkeitsverbindungen üblich ist. Man kann auf das Flugzeug umsteigen. Trotzdem finde ich, dass wir extrem rückschrittlich sind und uns Schwellenländer hier gerade deutlich überholen, wenn unsere Zugeverbindungen gegenüber vor 20 Jahren langsamer geworden sind. Dabei waren wir so gut aufgestellt...

Geht es euch auch so? Ich würde das gerne irgendwo nachschlagen, vergleichen und mal sammeln, wie sich die Fahrzeiten verschlechtert haben. Ich werde die Ergebnisse auch gerne hier posten. Ich weiß, dass sich die Fahrzeiten auf mehreren Relationen unakzeptabel verlängert haben. So z.B. Stuttgart - Zürich. Hingegen ist HH-Berlin nur geringfügig von 90 Minuten auf 95 Minuten gestiegen ist. Wie sieht es bei HH-München aus?
Kalkulierst du mit den aktuellen Fahrzeiten? Zwischen Göttingen und Kassel ist Baustelle, noch 6 Wochen.
Kassel-Würzburg in den beiden nächsten Jahren.

Die Mehrheit ist tolerant und weltoffen.
Die Minderheit gendert.
Ok, die Baustelle hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm. :-) Das erklärt zumindest ein Fahrzeit-Plus von 40 Minuten. Leider bleibt für mich trotzdem noch die Frage, wo die anderen 30 Minuten her kommen.
Zwischen Hamburg und Stuttgart ist nicht allein die Baustelle zwischen Göttingen und Kassel das Problem, sondern die Halte in Lüneburg, Uelzen und Celle, die fast zum Regelfall werden, kosten bis Hannover auch 15 Minuten. Das soll aber m.W. befristet sein.

Zwischen Hamburg und Berlin ist die Fahrzeit bereits vor etlichen Jahren von 96 Minuten auf 106 Minuten gestiegen - auf dem Abschnitt Hamburg HBF - Berlin HBF ( mit Halt in B.-Spandau ). Bei weiteren Stopps in Ludwigslust, Wittenberge oder sogar Büchen und HH-Bergedorf dauert es entsprechend länger.
Ziemlich krass ist es bei Berlin - Hamburg:

Ab 12. Dezember 2004 90–93 Minuten
Ab 28. Mai 2006 90–96 Minuten
Jahresfahrplan 2011 93–100 Minuten
Jahresfahrplan 2013 97–110 Minuten
Jahresfahrplan 2016 102–110 Minuten
Jahresfahrplan 2019 104–110 Minuten
Quelle: [de.wikipedia.org]

und auch auffällig Berlin (Südkreuz) - Leipzig:

2007: 57 Minuten
2021: 65 Minuten

Klar könnte man argumentieren, dass das nicht viel mehr ist - Gerade aber die Argumente "Berlin - Leipzig in weniger als einer Stunde" oder dito "Hamburg - Berlin in 90 Minuten" sind doch eigentlich perfekte Marketingslogans, die auch Leute vom Auto oder den Fernbussen abziehen. Und prozentual sind beide Fahrzeiten um jeweils 15 % gestiegen. Das ist schon ordentlich oder, um auf deinen Vergleich zu kommen, ein Unterschied beim Tempolimit von 113 vs. 130 km/h. Letzteres wäre vermutlich politisch durchsetzbar, ersteres würde zum Aufstand der Autofahrer führen.
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