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Jarasch: Die nächste Koalition mit deutlichem Fahrradschwerpunkt
geschrieben von BahnInfo-Redaktion 
Anradeln hieß es heute Mittag auf der Frankfurter Allee rund um den U-Bahnhof Samariterstraße. Gemeinsam mit der grünen Bezirksstadträtin Annika Gerold hat Berlins Verkehrssenatorin, Bettina Jarasch, den neuen geschützten Radfahrstreifen zwischen Voigtstraße und Proskauer Straße eröffnet, der damit die Pop-up-Bike-Lane jetzt verstetigt.

„Es ist der letzte Pop-up-Radweg, der jetzt hier verstetigt wird“, sagte Jarasch und betonte, dass beim Bau die Sicherheit für Radfahrer*innen nicht zuletzt in Anbetracht eines tödlichen Unfalls im Jahr 2021 im Vordergrund gestanden habe. Damals war eine Radfahrerin einem widerrechtlich auf dem Radstreifen parkenden Lieferwagen ausgewichen und von einem von hinten herannahenden Lkw erfasst worden.

„Wir haben deswegen auch bei der Nachtbushaltestelle umfangreiche Maßnahmen vorgenommen, damit so was sich nicht wiederholen kann“, die Verkehrssenatorin heute wörtlich. Gemeint ist damit ein überfahrbares Haltestellenkap, das sich jetzt neben dem östlichen U-Bahneingang des Bahnhofs Samariterstraße befindet, dessen asphaltierte Radverkehrsfläche jedoch recht schmal ausgefallen ist. Genauso unbefriedigend ist, dass der alte Hochbordradweg in weiten Teilen noch nicht zurückgebaut wurde und deshalb von der einen oder anderen Radfahrer*in trotz Absperrung genutzt wird, was vor allem in Höhe der Stationsabgänge an der Silvio-Meier-Straße für Konflikte mit Fahrgästen sorgt. 

Für die Verkehrsstadträtin Annika Gerold des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ist daher unstrittig: „Es ist wichtig, dass wir das unterbinden!“ Sie verspricht die mittelfristige Neugestaltung der Nebenflächen, kann aber aktuell keinen Zeitplan benennen. Deutlicher wird Bettina Jarasch. Sie lobte heute im Rahmen der Veranstaltung die Aktivität der letzten Monate beim Ausbau des Radverkehrsnetzes. So seien binnen des letzten halben Jahres mehr Kilometer an Fahrradwegen entstanden als im gesamten Jahr zuvor. 

Zugleich machte die Verkehrssenatorin mit Blick auf die bevorstehenden Abgeordnetenhauswahlen im Februar eines deutlich: „Um den Radverkehrsplan umzusetzen, muss es deutlich mehr werden. Und deswegen sage ich auch jetzt schon: Die Koalitionsvereinbarungen und auch die nächsten Doppelhaushaltsverhandlungen werden einen sehr deutlichen Radfahrschwerpunkt haben. Und zwar gemeinsam mit den Bezirken, denn anders wird es nicht gehen.“


Foto: Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (links) und Bezirksstadträtin Annika Gerold (rechts) radeln auf dem neuen geschützten Radfahrstreifen an der Frankfurter Allee. Foto: Christian Linow



Artikel geschrieben von Christian Linow



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.2023 17:22 von BahnInfo-Redaktion.
Hier noch mal zwei visuelle Eindrücke. Zum einen die Nachtbushaltestelle und zum anderen der besagte Hochbordradweg, der sich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit erfreut.




Zitat
Christian Linow
der besagte Hochbordradweg, der sich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit erfreut.

Darf der denn eigentlich von Radfahrern benutzt werden, wenn er gar nicht als Radweg ausgewiesen ist? Theoretisch ist es dann doch bloß ein roter Pflasterstreifen auf dem Gehweg.
Diese Frage stelle ich mir nahezu täglich, wenn ich die Müggelheimer Straße in südöstlicher Richtung entlangfahre. Der Abschnitt zwischen Spitzer- und Karlstraße ist nicht als Radweg ausgewiesen, weshalb ich hier auf die Fahrbahn wechsele, wenn die Situation es erlaubt. Der rote Pflasterstreifen auf diesem Abschnitt ist nämlich mit einer Vielzahl von Gullideckeln besetzt, die es im Slalom zu umfahren gilt.


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
Der schmale Radweg im Bereich der Haltestelle ist Absicht. Die normale Radwegbreite soll gefahrloses gegenseitiges Überholen von Radfahrern ermöglichen. In Haltestellen steht der Schutz der Fahrgäste im Vordergrund, auch nach STVO. Dort soll man nicht überholen und deswegen sieht die Infrastruktur das auch nicht vor.
Schön, dass die neue Radspur mit derselben Konsequenz zur Schließung der parallel verlaufenden alten Spur geführt hat wie der Neubau der A113.

Wenn wir mit der gleichen Systematik nun noch Stromtrassen in Deutschland von Nord nach Süd verlegt bekommen, wär das ganz fein.
Immer wieder erschreckend zu sehen wie die Politiker ohne Helm unterwegs sind, mag der Fototermin auch noch so kurz sein.
Zitat
micha774
Immer wieder erschreckend zu sehen wie die Politiker ohne Helm unterwegs sind, mag der Fototermin auch noch so kurz sein.

Lust auf Popcorn?

Was soll daran erschreckend sein? Es gibt keine Helmpflicht. Und wie auch immer man das Risiko beim Fahrradfahren und den Schutz durch Helme einschätzt: bei so etwas ist das Risiko nahe Null. Da muss man nicht aus Showgründen Helm tragen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.2023 18:45 von Global Fisch.
Zitat
micha774
Immer wieder erschreckend zu sehen wie die Politiker ohne Helm unterwegs sind, mag der Fototermin auch noch so kurz sein.

Und ohne Licht am Fahrrad, im Gegensatz zu den Autofahrern und der Kollegin, der öfter etwas Bewegung gut tun würde.

Allerdings ist das Thema hier nicht richtig, denn hier es geht um ÖPNV. Fahrrad fahren ist und bleibt IV, also besser hier aufgehoben --> [www.bahninfo-forum.de]

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Und ohne Licht am Fahrrad, im Gegensatz zu den Autofahrern und der Kollegin, der öfter etwas Bewegung gut tun würde.

Muss dieser lookistische und sexistische Kommentar wirklich sein?
Zum Lachen gehen wir in den Keller oder tatsächlich humorlos? Was ist daran sexistisch? Wenn eine Pummelfee Walter heißen würde wäre es normal?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.2023 23:16 von GraphXBerlin.
Zitat
GraphXBerlin
Zum Lachen gehen wir in den Keller oder tatsächlich humorlos? Was ist daran sexistisch?

Mach dir nix draus. Manche müssen einfach immer irgendwas rauslesen.
Beleidigungen sind wohl nur für äußerst einfach gestrickte Gemüter lustig oder witzig.

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
B-V 3313
Beleidigungen sind wohl nur für äußerst einfach gestrickte Gemüter lustig oder witzig.

Ist es denn auch eine Beleidigung, wenn ich dir rate, dass dir öfter etwas sprachliche Mäßigung gut tun würde?


In meinen Augen steht beispielsweise das "einfach gestrickte Gemüter" dem Vorangegangenen in nichts nach.
Zitat
eiterfugel
Zitat
der weiße bim
Und ohne Licht am Fahrrad, im Gegensatz zu den Autofahrern und der Kollegin, der öfter etwas Bewegung gut tun würde.

Muss dieser lookistische und sexistische Kommentar wirklich sein?

„Body Shaming“ wäre hier der Begriff gewesen, nicht der oftmals reflexartig gebrauchte „Sexismus“. lookism bezieht sich nicht nur auf das Äußere… Alle 3 sind diskreminierend, ein Verhalten, das hier keinen Platz haben sollte.
Zitat
B-V 3313
Beleidigungen sind wohl nur für äußerst einfach gestrickte Gemüter lustig oder witzig.

Wer genau wurde denn bitte in diesem Thread von wem und konkret wodurch beleidigt? Wenn Du hier schon Vermutungen zu justiziablen Handlungen äußerst, dann auch bitte nachvollziehbar.

Schlimmstenfalls wurde hier in humoristischem Stil auf ein evtl. nicht in allen Punkten vorbildhaftes Verhalten der Umwelt- und Mobilitätssenatorin hingewiesen, aber sonst...?

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Jahreskarte
Zitat
eiterfugel
Zitat
der weiße bim
Und ohne Licht am Fahrrad, im Gegensatz zu den Autofahrern und der Kollegin, der öfter etwas Bewegung gut tun würde.

Muss dieser lookistische und sexistische Kommentar wirklich sein?

„Body Shaming“ wäre hier der Begriff gewesen, nicht der oftmals reflexartig gebrauchte „Sexismus“. lookism bezieht sich nicht nur auf das Äußere… Alle 3 sind diskreminierend, ein Verhalten, das hier keinen Platz haben sollte.

Ich kann in den auf Frau Jarasch bezogenen Beiträgen dieses Threads weder Beleidigungen noch Sexismus noch sonstige Diskriminierungen erkennen. Wo genau liegt denn zum Geier (m/w/d) jetzt das Problem...?

Viele Grüße
Arnd
Der kritisierte Kommentar bezog sich offenkundig auf die Körperfülle der Frau und war völlig unnötig.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.2023 17:31 von Florian Schulz.
Ich möchte darum bitten, dass wir zu dem Ursprungsthema zurückkommen. Und ich mache direkt den Anfang. Ich finde die dezidierte Ankündigung von Frau Jarasch interessant, so explizit einen Radschwerpunkt für eine kommende Legislaturperiode zu fixieren. Die Frage ist nur, ob der ÖPNV-Ausbau dann hinten runterfällt?
Zitat
Christian Linow

Zitat
M48er
Der schmale Radweg im Bereich der Haltestelle ist Absicht. Die normale Radwegbreite soll gefahrloses gegenseitiges Überholen von Radfahrern ermöglichen. In Haltestellen steht der Schutz der Fahrgäste im Vordergrund, auch nach STVO. Dort soll man nicht überholen und deswegen sieht die Infrastruktur das auch nicht vor.


Nochmal zum verschmälerten Radweg der Haltestelle:
Die Haltestelle ist eine Nachtbushaltestelle, die von 0:48-4:18 vom N5 angefahren wird. Wochentags. Das sind 3,5 nächtliche Stunden an 5 Tagen die Woche.
Hier dürfte sich selbst im belebteren Friedrichshain der Radverkehr doch ohnehin in Grenzen halten. Nennenswerte Behinderungen und Gefahren überholender Fahrräder im Haltestellenbereich sind hier - zudem nur alle 30 Minuten - nicht wirklich zu erwarten.

Sicher, es gibt Schlimmeres. Aber ich verstehe nicht, warum der Radverkehr an 20,5 Std. x 5 Tagen + 24 x 2 Tage = 150,5 Stunden die Woche eingeschränkt wird. Das sind immerhin beinahe 90% der Zeit, in denen der Radverkehr ohne Nutzen für irgendwen punktuell dauerhaft beeinträchtigt wird.
Für den Kfz-Verkehr hingegen wird, wie ich gerade bei wikipedia lese (war/ist das (noch) valide und gebräuchlich?) angenommen, dass Haltestellenkaps, die den Kfz-Verkehr beeinträchtigen, nur bis 1500 Kfz/h eingesetzt werden sollen.

Der Radverkehr wenige Meter weiter an der Zählstelle in der Frankfurter Allee zeigt Werte im Jahresschnitt häufig von 2500-3500 Fahrrädern/Tag (übrigens: Karbonräder werden nicht gemessen). Selbst bei kühlerem Dezemberwetter in der Adventszeit beträgt der Wert an normalen Werktagen etwas mehr als 1500. Dafür werden im Sommer auch mal 4000 Räder/Tag gemessen.

Bei einer Haltestelle, die von morgens bis spät abends angefahren wird, fände ich diese Verschmälerung gar nicht schlecht. Aber hier scheint mir die Anlage vor allem wenig Nutzen zu besitzen und umsomehr aus Sinnlosigkeit zu bestehen. Für mich zeigt es ein mal wieder im Kleinen, wie Rad und Fußverkehr (Zusteigende in den Nachtbus) vermeintlich voreinander geschützt werden sollen, während nebenan selbstverständlich zwei Kfz-Spuren bestehen müssen. Da käme ja auch niemand auf die Idee, für eine Nachtbushaltestelle ein Haltestellenkap zu Ungunsten einer Fahrspur einzurichten. Ach, noch nicht mal für mehrere Metrobuslinien.
Zitat
Christian Linow
Ich möchte darum bitten, dass wir zu dem Ursprungsthema zurückkommen. Und ich mache direkt den Anfang. Ich finde die dezidierte Ankündigung von Frau Jarasch interessant, so explizit einen Radschwerpunkt für eine kommende Legislaturperiode zu fixieren. Die Frage ist nur, ob der ÖPNV-Ausbau dann hinten runterfällt?

Denke ich nicht. Zum Einen wird die Koalition sicher mehr als einen Schwerpunkt haben, zum Anderen sind personelle Aufstockungen ja bereits in der Mache. Allerdings ist das auch ein recht schwammiger Begriff, man kann darunter also eine Menge verstehen. Es klingt aber erstmal gut bei der Kernklientel, die jetzt im Wahlkampf angesprochen werden soll.
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