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Straßenbahn-Neubaustrecken
geschrieben von Karl Lauterbach 
Zitat
Marienfelde
Die sich hinschleppenden Planfeststellungsverfahren hatten mich zwischenzeitlich sehr ernüchtert. Nunmehr haben die drei "Regierungsfraktionen" immerhin einen Antrag zu konkreten Netzerweiterungen (einschließlich Aussagen zur Finanzierung) in einem bestimmten Zeitrahmen vorgelegt.

Trotz einiger Irritationen wird die Koalitionsvereinbarung nicht beerdigt, sondern mit Leben erfüllt. Ich bin außerordentlich zufrieden mit "meinen" drei Parteien.

Nebenbei: Die mit weitem Abstand wichtigste Strecke (Alex - Potsdamer Platz - Steglitz) wird von der FDP leider nicht mitgetragen, aber ansonsten immerhin einige Strecken. Die FDP hebt sich damit positiv von den Positionen der CDU und der AFD ab.

Noch einen schönen Abend wünscht Euch
Marienfelde

Das war tatsächlich auch mein größter Erkenntnisgewinn: die FDP kann und will Straßenbahn. Also: im Prinzip.

Ich hab mir schon überlegt, ob es nicht ganz schlau wäre, den Oppositionsparteien die U8 zum MV unterzujubeln. Immerhin wird die ja unisono gefordert. Da kann man als Regierung doch recht komfortabel die Hände in Unschuld waschen und die Opposition die notwendigen Haushaltsposten mitbeschließen lassen. Oder falls sie sich weigern sollte, hat man ihr zumindest endgültig den Wind aus den Segeln genommen und das Beharren auf U-Bahn-Ausbau als reine Verhinderungstaktik entlarvt. Ich könnte mit beiden Szenarien leben.
Womöglich muss man die Planungen zur Steglitz-Tram einfach ausführlicher darlegen und bewerben. Der Abgeordnete Stefan Gelbhaar sprach ja von einer selbsttragenden Strecken, womöglich sollte er bzw seine Fraktion sich bemühen, noch mehr Details zu der Strecke bekannt zu geben. Denn wenn man darlegt, wie man in Zukunft den Verkehr auf dieser Achse neu ordnen will, dann könnte das auch die FDP überzeugen.

Was die U-Bahn angeht: Wenn die so dringend ist, wäre sie denn dan nicht mit irgendwelchen EU- oder Bundesmitteln finanzierbar?
Ja, natürlich kann man Zuschüsse bekommen! Ist halt nur die Frage, was in diesem Zusammenhang dringend ist und inwieweit andere Projekte in Berlin, Deutschland oder Europa nicht vielleicht doch dringender sind.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Ich habe mir noch einmal die Koalitionsvereinbarung zur Straßenbahn angesehen:


Berliner Straßenbahn – Koalitionsvereinbarung 2016

1. Inbetriebnahmen bis 2021

Wiederaufnahme/Neubau S-Bf Schöneweide - Adlershof ("Wista II"; 2,5 km)
Wiederanbindung S-Bf Ostkreuz (Streckenverlegung)
Wiederaufnahme Hauptbahnhof - U-Bhf. Turmstraße (2 km)
Ausbau Mahlsdorf-Süd - S-Bf Mahlsdorf
Neubau eines Betriebshofs auf dem ehemaligen Kohlebahnhof Adlershof (-2021?)

2. Baubeginn bis 2021 - Inbetriebnahmen nach 2021

Wiederaufnahme U-Bhf. Turmstraße - U-Bhf. Mierendorffplatz (2,5 km)
Wiederaufnahme U-Bhf. Warschauer Straße - U-Bhf. Hermannplatz (3 km)
Neubau "Blankenburger Pflasterweg" (3 km)
Neubau Pasedagplatz - Heinersdorf - S+U-Bhf. Pankow (3,5 km)
Wiederaufnahme S+U-Bhf. Alexanderplatz - Kulturforum (4,5 km)
Wiederaufnahme Kulturforum - S+U-Bhf. Rathaus Steglitz (6 km)

3. Planungsbeginn bis 2021 - Baubeginn bis 2026 - Inbetriebnahmen nach 2026

Wiederaufnahme S-Bf Schöneweide - Sonnenallee (U-Bhf. Hermannplatz; 7,5 km)
Wiederaufnahme U-Bhf. Hermannplatz - S+U-Bhf. Potsdamer Platz (4 km)
Wiederaufnahme/Neubau S+U-Bhf. Potsdamer Platz - Wittenbergplatz/Zoo (3 km)
Wiederaufnahme Wollankstraße - U-Bhf. Turmstraße - Luisenplatz (6,5 km)
Wiederaufnahme/Neubau U-Bhf Mierendorffplatz – Bf Jungfernheide - "TXL" (5 km)
Wiederaufnahme Spittelmarkt - Lindenstr. - Hallesches Tor - U-Bhf. Mehringdamm (1,5 km)
Neubau Johannisthal Süd - U-Bhf. Zwickauer Damm (3 km)

Die Koalition versucht also, die in 1. und 2. aufgeführten Vorhaben vorzubereiten und umzusetzen.

Da kann man nicht meckern,
meint Marienfelde
Ja, so ist der Plan! Allerdings sind das rechtlich alles Neubauten, auch wenn vor über 50 Jahren an vielen Orten mal ne Straßenbahn fuhr. Allerdings müsste man so langsam bei den Altprojekten auch mal was planfeststellen, damit man sich mehr um die neuen Projekte kümmern kann.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Ich weiß nicht, ob die Präsentation zur Dialogveranstaltung vom 17.10.17 über die Verlängerung der Straßenbahn über den U-Bhf. Turmstraße hinaus hier schon verlinkt ist (ich habe sie nicht gefunden) - daher also hier vorsichtshalber ein Link zu ihr: [www.berlin.de]

Noch einen schönen Tag wünscht Euch
Marienfelde

Sorry, war schon längst verlinkt - ich habe es einfach nicht gesehen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.11.2017 16:25 von Marienfelde.
In einer heutigen Pressemitteilung wird auf eine neuerliche "Informationsveranstaltung zur Straßenbahnneubaustrecke Hauptbahnhof – U-Bahnhof Turmstraße" angekündigt. Sie findet am 15.11.2017, 19:00 Uhr in der Heilandskirche an der Thusnelda-Allee statt.

Mehr: [www.berlin.de]
In einer Mündlichen Anfrage in der BVV Mitte zum Thema "Radwege" hieß es übrigens schon Ende September nebenbei:
"Im Zuge des Straßenbahnneubaus wird es zukünftig eine Linienführung vom Alexanderplatz über den Spittelmarkt bis hin zum Potsdamer Platz geben. Die Planungen haben bereits begonnen."
[www.berlin.de] (pdf)
Die Planungen dafür laufen ja auch offiziell schon seit ein paar Jahren...

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Wenn man die Dokumentationen des Berliner Abgeordnetenhauses befragt, erhält man für gestern (09.11.2017) die pdf-Präsentationen zum Betriebshofkonzept Straßenbahn und Bus, sowie eine Präsentation zum Stand der einzelnen Neubauvorhaben der Straßenbahn (Verkehrsausschuss). Nicht sehr viel Neues, etwas "hübsch" präsentiert und zum jeweiligen "Entwicklungsstand" mit einer Ampel versehen.
Kein "Brüller" und das einzig Neue für mich ist der vage geplante Betriebshof Blankenburger Pflasterweg.
Ich bin gespannt, was das Protokoll hergeben wird.
@Stichbahn: ...dieser Beitrag ist umgezogen. Sie finden ihn... nicht mehr!
Während man in Berlin mit der Straßenbahn nicht richtig weiterkommt, wird das anderswo einfach gemacht:
Nanjing
und hier

Gruß O-37



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.2017 12:58 von O-37.
Zitat
O-37
@Stichbahn: ...dieser Beitrag ist umgezogen. Sie finden ihn... nicht mehr!
Während man in Berlin mit der Straßenbahn nicht richtig weiterkommt, wird das anderswo einfach gemacht:

Auf die Oberleitungen zu verzichten mag für städtebaulich sensible Bereiche eine Option sein oder als langfristige Idee zum Umbau des gesamten Netzes, wenn die Technik so günstig geworden ist, dass es im Rahmen von ohnehin erforderlichen Umbaumaßnahmen erfolgen kann. Aber ohne Not ein neues Energiezuführungssystem parallel einzuführen, insbesondere wenn es in Berlin derzeit nur um die Verlängerung bestehender Linien geht, fände ich nicht zielführend.

Die Berliner Planungs- und Baugeschwindigkeit liegt ja ohnehin nicht an der Frage, ob man Oberleitungen haben will oder nicht. Eine Planfeststellung wird man auch für eine Strecke ohne Oberleitungen benötigen. Das geht natürlich in einem Staat ohne nennenswerte Rechte von Bürgern in Planungsverfahren leichter.

Und was die Idee einer Tram mit Gummirädern auf allenfalls abmarkierten Spuren angeht, empfehle ich einen Blick auf das Erfolgsmodell der Berliner Busspuren.
Unter [www.parlament-berlin.de] stehen die Folien der gestrigen Ausschussitzung. Im Prinzip ist lediglich die Turmstraßenerweiterung im Zeitplan, bei den anderen Strecken rechnet man offenbar erst nach 2021 mit dem Baubeginn (also gar nicht?).

Interessant ist folgende Folie (13), es geht dabei um die Strecke Alexanderplatz-Potsdamer Platz:

Zitat

Ausgangslage:
•Qualität / Zustand der im geplanten Trassenverlauf befindlichen Brücken und Tunnel zu prüfen
•ggf. Nutzbarkeit als Straßenbahntrasse durch Gutachten zu ermitteln (ca. 1 Jahr Bearbeitung)
•Gewünscht: Ergebnisse der Brücken und Tunnel und ihre Auswirkungen dürfen die Neubauvorhaben nicht zeitkritisch beeinflussenZielstellung:
•Ausrichtung des Brücken-und Tunnel-Instandhaltungsprogramms nach den Planungen für Straßenbahn-Neubaustrecken
•Untersuchung der Brücken und Tunnel gleichzeitig mit den frühen Planungsphasen in den Neubaustrecken-Projekten
•ggf. gebündelte Untersuchung betroffener Brücken und Tunnel"

Da frage ich mich, ob man hier wieder die U-Bahntunnelvorleistung als Straßenbahntunnel nutzen möchte oder redet man hier nur von der Deckentragfähigkeit?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Lopi2000
Zitat
O-37
@Stichbahn: ...dieser Beitrag ist umgezogen. Sie finden ihn... nicht mehr!
Während man in Berlin mit der Straßenbahn nicht richtig weiterkommt, wird das anderswo einfach gemacht:



Und was die Idee einer Tram mit Gummirädern auf allenfalls abmarkierten Spuren angeht, empfehle ich einen Blick auf das Erfolgsmodell der Berliner Busspuren.

Man könnte ja trotzdem "Gleise" verlegen, und auch eine Oberleitung. Nur um den Autofahrer davon abzuhalten, dort zu parken. Da man sie nicht braucht, kann man die Falschparker dann natürlich trotzdem umfahren. Das darf nur keiner sehen.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Neu für mich die Aussage zur Verlängerung westl. Turmstraße:
"Straßenbahntrasse ist kompatibel mit Route des Gasturbinen-Schwerlasttransports"
Vielleicht wird spekuliert daß Siemens dieses Werk schließt. Spekulationen darüber über den Stellenabbau bei Siemens und Werksschließungen liest man ja dazu jetzt öfter in der Presse...

Viele Grüße aus der Wollankstraße
Zitat
Wollankstraße
Vielleicht wird spekuliert daß Siemens dieses Werk schließt. Spekulationen darüber über den Stellenabbau bei Siemens und Werksschließungen liest man ja dazu jetzt öfter in der Presse...

Hatte ich ja schon vor ein paar Wochen angemerkt, dass Siemens überlegt im großen Stil Werke zu schließen ;)
Aber ich glaube nicht, dass darauf in dieser Einschätzung spekuliert wurde. Vielmehr wurde wohl eine grundsätzliche Eignung festgestellt, unabhängig von der Siemens'schen Firmenpolitik.
Zitat
Nemo
Unter [www.parlament-berlin.de] stehen die Folien der gestrigen Ausschussitzung. Im Prinzip ist lediglich die Turmstraßenerweiterung im Zeitplan, bei den anderen Strecken rechnet man offenbar erst nach 2021 mit dem Baubeginn (also gar nicht?).

Interessant ist folgende Folie (13), es geht dabei um die Strecke Alexanderplatz-Potsdamer Platz:

Zitat

Ausgangslage:
•Qualität / Zustand der im geplanten Trassenverlauf befindlichen Brücken und Tunnel zu prüfen
•ggf. Nutzbarkeit als Straßenbahntrasse durch Gutachten zu ermitteln (ca. 1 Jahr Bearbeitung)
•Gewünscht: Ergebnisse der Brücken und Tunnel und ihre Auswirkungen dürfen die Neubauvorhaben nicht zeitkritisch beeinflussenZielstellung:
•Ausrichtung des Brücken-und Tunnel-Instandhaltungsprogramms nach den Planungen für Straßenbahn-Neubaustrecken
•Untersuchung der Brücken und Tunnel gleichzeitig mit den frühen Planungsphasen in den Neubaustrecken-Projekten
•ggf. gebündelte Untersuchung betroffener Brücken und Tunnel"

Danke für den Link!

Ostkreuz sieht doch ähnlich gut aus? Einreichung der Unterlage in dieser Woche (also bis einschließlich heute), Eröffnung des Verfahrens noch in diesem Monat.
Ostkreuz ist insofern nicht im Zeitplan, weil da das Planfeststellungsverfahren vor über einem Jahr schon längst gestartet hätte werden sollen. Aber da gibt es vermutlich noch eine Eröffnung innerhalb dieser Legislatur-Periode.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Ich habe da mal eine dumme Frage, auf die ich in diesem Thread bisher keine Antwort gesehen habe (oder ich habe sie ueberlesen): Warum ist die Linie Alexanderplatz->Potsdamer Platz so wichtig, da dort doch die U2 verkehrt?
Henner
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