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Hinterlandanbindung Fehmarnbelt
geschrieben von Bahnfreund Schranke 
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Tag zusammen,

vor ein paar Wochen war ich im Infocenter zur Fehmarnbelthinterlandanbindung und habe mich dabei ein bisschen mit dem Info-Automaten der DB beschäftigt. Dabei stieß ich auf relativ interessante Zahlen für das Verkehrsaufkommen der dann ausgebauten Strecke, nach welchen die Zahl der Regionalzüge zwischen Lübeck und Neustadt von 15 auf 26 steigen sollen, die Zahl der weiter Richtung Fehmarn fahrenden Züge aber weiterhin bei acht bleiben soll.

Nachdem man mir dort auch nicht weiterhelfen konnte nun die Frage: Woher kommen diese Zahlen und warum werden nicht mehr Züge weiterfahren wo die Bahnverbindung bezüglich der Zeit ja wesentlich attraktiver werden soll?
Dazu kommt noch, dass zwar in Oldenburg mehr ICEs halten werden, in Puttgarden aber gar keine mehr.
Zitat
Bahnfreund Schranke
Nachdem man mir dort auch nicht weiterhelfen konnte nun die Frage: Woher kommen diese Zahlen und warum werden nicht mehr Züge weiterfahren wo die Bahnverbindung bezüglich der Zeit ja wesentlich attraktiver werden soll?
Dazu kommt noch, dass zwar in Oldenburg mehr ICEs halten werden, in Puttgarden aber gar keine mehr.

Vermutlich besteht einfach kein Bedarf für eine entsprechende Verdichtung Lübeck - Fehmarn. Falls doch, kann man immer noch die Kapazität pro Zug erhöhen. Die Hinterlandanbindung wird man bestimmt nicht auf voller Länge mit zusätzlichen Regionalzügen belasten, hier ist vor allem Fern- und Güterverkehr gefragt. Neustadt könnte aber auch insofern "Glück" haben, dass die neue Strecke einen Bogen um die Seebäder macht und die Bestandsstrecke dann nur noch durch Regionalzüge befahren wird. In jedem Fall aber erhöht das Fernbleiben regionaler Verbindungen die Trassenkapazität für die anderen Teilnehmer.

Dass ICEs nicht mehr in Puttgarden halten, ist nicht verwunderlich. Puttgarden ist halt doch "etwas" zu klein für einen ICE-Halt und wird ja eher nur wegen der Fähre bedient. Mitunter ging es früher auch um den Übergang zur Regionalbahn, aber seit Fehmarn-Burg hat sich da auch etwas geändert. Zudem war ja mal die Rede von grenzüberschreitenden Regionalzügen, habe das mal im Kontext mit der Dänischen Beschaffungspolitik gelesen als Grund dafür, dass alle E-Züge auch Deutschland-tauglich sein sollen. Dass mehr ICE in Oldenburg halten werden, wird schlicht daran liegen, dass mehr ICE die Strecke bedienen werden.
Natürlich können in Oldenburg deswegen mehr ICEs halten, wei mehr ICEs die Strecke befahren. Es stellt sich nur die Frage ob man den Halt aller ICE Zugpaare in Oldenburg rechtfertigen kann, wenn man gleichzeitig sagt, dass sich in Puttgarden kein Halt mehr lohnt. Es könnten schließlich immer noch beispielsweise sieben ICEs in Oldenburg und drei in Puttgarden halten, da es zeitlich ja wohl keinen Unterschied machen würde.

Und es ist richtig, dass Puttgarden für einen ICE Halt klein ist, aber durch eine bessere Busverbindung zwischen Puttgarden und Burg bzw. den anderen Inseldörfern, könnte man hier - wenn man wollte - einen attraktiven Halt schaffen, der Touristen aber auch Pendlern aus Fehmarn nutzen würde.
In Puttgarden wird zukünftig gar kein Personen-Bahnhof mehr sein, nur noch eine Betriebsstelle wie z.B. eine Deckungs- oder Überleitstelle vor der Tunneleinfahrt. Diese wird aber nicht am Standort des derzeitigen (Fähr-)Bahnhofs, sondern etwas weiter im Landes-(Insel-)inneren liegen - und dort ist man dann wirklich in der Fehmarnschen Pampa. Neue Bahnsteige z.B. am Gleisdreieck bei Burg oder anderswo an der Hauptstrecke kamen ja schon bei den Querelen um den neuen Hp Fehmarn-Burg nicht in Frage, da DB Fernverkehr bereits damals klipp & klar EC/ICE-Halten auf Fehmarn eine Absage erteilt hat. Möglicher Deutsch-Dänischer Regionalverkehr könnte dann zukünftig über das Gleisdreieck in Fehmarn-Burg einen Halt auf Fehmarn einlegen.
Zitat
Railjet
Möglicher Deutsch-Dänischer Regionalverkehr könnte dann zukünftig über das Gleisdreieck in Fehmarn-Burg einen Halt auf Fehmarn einlegen.

Auch wenn die AKN deutlich höhere Stationsgebühren für den Halt in Burg verlangt als die DB für den Halt in Puttgarden, wäre dies sicher eine sinnvolle Sache. Schließlich befindet sich der Bahnhof Burg recht zentral im größten Ort, in dem etwa die Hälfte der Einwohner leben.
Was mich an der ganzen Sache so stört ist die Tatsache das bis zur Eröffnung der Storebeltverbindung etwa 1997 nahezu der gesammte Güter- und Personenverkehr über die Vogelfluglinie nach Skandinavien lief. Das war bei den Anwohnern bekannt und jeder hat sich darauf eingestellt und jeder hat's gewußt. Danach wurde es ruhig und nur die Tageszüge nach Kbh bzw. der Regionalverkehr fuhr auf der Strecke.

Wenn die feste Fehmarnbeltquerung da ist erlangt die Vogelfluglinie nur ihre alte Bedeutung zurück und das Geschrei ist groß. Jeder will gute Verkehrsanbindungen haben aber keiner ein Gleis vor der Tür... das passt alles nicht.

Sicherlich wird es zu einigen Veränderungen in den Bahnhaltepunkten kommen, schließlich hält in Dänemark ja auch kein Lyn oder IC mehr in Korsør. Puttgarden hat sich dann erledigt, ebenso wie Rødby.

Was ich mir in Zukunft vorstellen könnte wären Regionalzüge die z.B. im 2h Takt von Lübeck über Oldenburg, Puttgarden, Rødby bis nach Nykøbing fahren würden, dort besteht Anschluß nach Kbh und Lübeck ist auch ein großes Eisenbahndrehkreuz. Die ICE's / EC's werden höchstens wenn überhaupt nach Lübeck noch in Oldenburg halten.
Bernd das Brot aka BM Ramsauer hat sich kürzlich in seiner Berliner "Affenquatsch"-Wutrede mit leicht suboptimaler Wortwahl über die BürgermeisterInnen der Anrainerorte der FBQ-Hinterlandtrasse wie z.B. "Timmendorfer Strand und wie das alles heißt" geäußert. Das führte jetzt natürlich postwendend zu erhitzten Gemütern entlang der Ostsee. In der Sache wird sich allein durch derartige Verbalakrobatik aber nichts ändern.

[www.ln-online.de]

Reaktionen/Kommentar: [www.ln-online.de] | [www.ln-online.de] | [www.ln-online.de]


...und in Ratekau hat sich die nächste Bürgerinitiative gegen Güterzuglärm bzw. eine Trasse entlang der Autobahn gegründet: [www.ln-online.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.11.2012 14:08 von Railjet.
Nun, evtl. teilt man einfach den Güterverkehr zu 50% auf die Bäderstrecke und die anderen 50% durch Ratekau / Pansdorf auf. Dann hat dieses Theaterspiel vielleicht ein Ende bzw. wird endgültig zur Farce.

Natürlich müssen die Güterzüge irgendwo langrollen, ansonsten kann man den Quatsch auch lassen und die Gigaliner auf der A1 stauen sich bis Hamburg. Irgendwie muss das Zeugs ja transportiert werden....aber nicht durch Ratekau....das liegt ja nur direkt an der Autobahn; ganz schlimm ;)

Ansonsten scheint mir eine Versachlichung der Debatte nur höchst angebracht. Wenn sich alle über jeden aufregen, dann kommt doch auch nix zustande.
Zitat
BussHamburg001
Ansonsten scheint mir eine Versachlichung der Debatte nur höchst angebracht. Wenn sich alle über jeden aufregen, dann kommt doch auch nix zustande.

Es ist aber nicht Aufgabe der Bürgerinitiativen, die Debatte zu versachlichen. Die können eigentlich nur laut genug schreien, dass sie betroffen sind, um evtl. gehört zu werden. Und wenn die Betroffenen der einen potenziellen Trasse sich bemerkbar machen, sind auch die der anderen gut beraten, dies auch zu tun. Klar argumentieren alle nur nach dem St.-Florian-Prinzip und artikulieren zumindest nach außen keine sachliche Abwägung. Aber das ist dann ja auch Aufgabe der Planer, diese Beiträge alle mit- und gegeneinander abzuwägen und die geeignetste Trasse zu finden.
Zitat
Lopi2000
Es ist aber nicht Aufgabe der Bürgerinitiativen, die Debatte zu versachlichen.

Naja, es gibt genug Inis die auch positive Vorschlaege machen
Zitat
BussHamburg001
Nun, evtl. teilt man einfach den Güterverkehr zu 50% auf die Bäderstrecke und die anderen 50% durch Ratekau / Pansdorf auf.

Wie wäre es mit einer Aufteilung nach Fahrtrichtung. Nach Norden durch die Bäder und nach Süden durch Ratekau - oder umgekehrt? Ich sehe schon eine hitzige Debatte entbrennen.
Zitat
Sieben Seen
Zitat
BussHamburg001
Nun, evtl. teilt man einfach den Güterverkehr zu 50% auf die Bäderstrecke und die anderen 50% durch Ratekau / Pansdorf auf.

Wie wäre es mit einer Aufteilung nach Fahrtrichtung. Nach Norden durch die Bäder und nach Süden durch Ratekau - oder umgekehrt? Ich sehe schon eine hitzige Debatte entbrennen.

Wie wäre es, den ganzen Tunnelquatsch nach Dänemark einfach nicht zu bauen?

Viele Probleme würden gar nicht erst auftreten, und mal ehrlich, wer würde solch einen Tunnel vermissen?

Ganz zu schweigen davon, was man mit dem Geld für den Schienenverkehr im Land alles sinnvolles mache könnte...
Für uns ist die Fehmarnbeltquerung nur eine Verbindung nach Skandinavien, für Dänemark ist das eine feste Anbindung an den Kontinent...
Mit einer Neubaustrecke Odense - Sonderborg - Flensburg - Hamburg für 250 km/h hätte man das noch verhindern können und mit Ausbau Neumünster - Oldesloe für Güterverkehr. Wäre für Deutschland aber teurer geworden. Daher kommt nun die direkte Strecke nach Kopenhagen.

Uli
Schade das gedser-Warnemuende nie richtig Untersucht worden ist. Ist zwar etwas laenger, aber flacher, besserer Anschluss richtung Mitteleuropa, Gueterzuege muessen nicht durch das Nadeloehr Hamburg, und die Mecklenburger koennten sich ueber grosse Investitionen in strukturschwache Gebiete freuen.
Es ist durchaus untersucht worden, nur fiel dann letzten Endes eine poltische Entscheidung. Auf deutscher Seite wäre Warnemünde (oder ein anderer Endpunkt) auch besser gewesen, weil sowohl Eisenbahn- als auch Straßenanschluss einfacher gewesen wären. Die Dänen hätten aber fleißig bauen müssen. Bei der Fehmarnbeltquerung ist es genau andersrum. Die Dänen hätten beides gebaut, da hat sich D einfach zu billig verkauft.

Am meisten bin ich darauf gespannt, wie sich der Tunnel auf die RoRo-Fähren auswirkt.
Zitat
jwn
Die Dänen hätten aber fleißig bauen müssen.

Wieso? Die Strecke nach Gedser ist doch kuerzer und besser ausgebaut als die nach Roedby?

Zitat
jwn
Am meisten bin ich darauf gespannt, wie sich der Tunnel auf die RoRo-Fähren auswirkt.

Na da es einen Autotunnel geben wird denke ich mal dass es ueberhaupt keinen Faehrverkehr von Roedby nach Puttgarden mehr geben wird.
Zitat
christian schmidt
Zitat
jwn
Die Dänen hätten aber fleißig bauen müssen.

Wieso? Die Strecke nach Gedser ist doch kuerzer und besser ausgebaut als die nach Roedby?

Dafür haben die Gleise aber keinen Fernbahnstandard, oder bring ich da was durcheinander? Vor allem fehlt es auf dänischer Seite aber an einer Autobahn. Dafür sind die Straßen bis Roedby aber besser ausgebaut (E47?).

Zitat
christian schmidt
Zitat
jwn
Am meisten bin ich darauf gespannt, wie sich der Tunnel auf die RoRo-Fähren auswirkt.

Na da es einen Autotunnel geben wird denke ich mal dass es ueberhaupt keinen Faehrverkehr von Roedby nach Puttgarden mehr geben wird.

Ich dachte da eher an die Linien in Kiel und Lübeck, wie z.B. Kiel - Göteborg, Lübeck - Malmö.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.2012 12:14 von jwn.
Ich sage mal das die Fähren Travemünde - Trelleborg auch weiterhin fahren werden. Da werden die Trailer auf die Fähre gefahren und gehen in Trelleborg wieder an Land. Man braucht keinen LKW Fahrer.

Auch Ostholstein ist eine strukturschwache Region die unterstützt werden sollte nicht nur immer Deutschlands wilder Osten.
Lolland zählt auch nicht zu den strukturstarken Regionen, auch da könnte ein wenig Förderung durchaus gut tun.

Außerdem ist es schon ein klitzekleiner Unterschied ob man eine Brücke / Tunnel für 19 km oder für 45 km baut, warum sollten die Dänen das tun? So doll und wichtig ist eine Verbindung nach Berlin nun auch nicht! Die Wirtschaft ist eher in Hamburg...

Bis 1997 ist nahezu der gesamte Güter- und Reisezugverkehr nach Skandinavien über die Vogelfluglinie gelaufen und das lief ohne Probleme. Erst mit der Eröffnung der Storebeltquerung hat sich der Verkehr verlagert. Deshalb weiß ich nicht warum da so ein Film drum gemacht wird. Die Vogelfluglinie erlangt nur ihre ursprüngliche Bedeutung zurück.

Die Anwohner haben sich natürlich an die Ruhe gewöhnt, wie gesagt bis 1997 war auch Tag und Nacht Zugverkehr und da hat sich keiner darüber mokiert das dort Güter- und Nachtzüge fuhren.

Die Vogelfuglinie ist nun mal die kürzeste Verbindung nach Skandinavien, da läßt sich nichts wegdiskutieren.

Auch in Dänemark ist man gezwungen viel umzubauen falls denn ein "Hochgeschwindigkeitsverkehr" gewünscht werden sollte. Von Kopernhagen aus ist die Strecke lediglich bis Ringsted elektrifiziert, von dort aus geht es per "Diesel" weiter bis Rødby. Hinzu kommt das die Storstrømbrücke nur eingleisig ist und erneuert werden muß wie auch die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut werden muß.

Es ist also nicht so das die in Dänemark nur die Brücke oder Tunnel bauen müssen.

Das kommt alles drauf an was man will. Will man Normalverkehr kann es erst mal bleiben wie es ist. Will man Hochgeschwindigkeitsverkehr muß man dementsprechend Geld in die Hand nehmen.

Für den PKW Reisenden ist die Zeitersparnis sowieso nicht so entscheidend, das sind vielleicht 25 min mehr bringt das nicht. Momentan dauert die Überfahrt 45 min.

Bei 19 km rechne ich mal bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h eine Fahrzeit von etwa 20 min dazu kommt noch Wartezeit bei der Mautstation...

Ob sich das rechnet weiß ich nicht, ich denke gerade daran das ich manchmal mit ein oder zwei Autos auf dem Autodeck nach und von Puttgarden gefahren bin.

Auch die Öresundbrücke hat lange Zeit große Verluste eingefahren.
Zitat
Grisu
Für den PKW Reisenden ist die Zeitersparnis sowieso nicht so entscheidend, das sind vielleicht 25 min mehr bringt das nicht. Momentan dauert die Überfahrt 45 min.

Bei 19 km rechne ich mal bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h eine Fahrzeit von etwa 20 min dazu kommt noch Wartezeit bei der Mautstation...

Ich würde eher von einer deutlich größeren Zeitersparnis ausgehen. Selbst wenn man hier mit dem PKW zeitlich ideal ankommt und bevorzugt verladen wird (ich durfte einmal die VIP-Spur mit nutzen) sind es schon eher 60-90 Minuten, die vergehen, zwischen der Ankunft in Puttgarden und der Weiterfahrt in Rødby. Aufstellen, Rangieren auf die Fähre, Warten bis alle Fahrzeuge verladen sind, aus dem und in den Hafen rangieren... All das zieht sich in der Summe doch ordentlich hin.

Bei vergleichbaren Mautstationen gibt es meist nur Wartezeiten im Sekunden- oder maximal geringen Minutenbereich, so dass selbst diese finanzielle Abfertigung bei der Brücke eher schneller als heute sein dürfte. An reiner Fahrzeit spart man dann auch nochmal eine halbe Stunde ein, da man auf vergleichbaren Brücken eher 100 als 60 km/h fahren darf und somit dann rund 15 statt rund 45 Minuten fahren dürfte. Die Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen könnte sich also von über 5 auf 4 Stunden verkürzen.
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