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Farbe der U4 am Jungfernstieg
geschrieben von tspndr 
Guten Abend,

immer, wenn ich am Jungfernstieg vorbeikomme, fällt mir auf, dass die U4 dort auf einem Bahnsteig allein drei verschiedene Farben hat. Zwei sind unterschiedliche mittlere Blautöne - das wäre vielleicht noch nicht einmal der Rede wert - aber auf dem Hängeschild am Bahnsteig ist sie schon eher grün als blau. Und an anderen Stationen (wie hier im Bild Hammer Kirche) ist sie so dunkelblau, dass sie schon fast als U1 durchgehen könnte.
Gibt es dazu irgendeinen Hintergrund? Hat man sich bei der Planung der U4 irgendwann umentschieden und ab dann andere Farbtöne gewählt? Und wenn ja, welche kam wohl zuerst? Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Hochbahn die Schilder jedesmal mit einem "ja, das sieht ungefähr so aus wie die Farbe, die wir brauchen" hat fertigen lassen.

Beste Grüße,
Tom


Zitat
tspndr
Guten Abend,

immer, wenn ich am Jungfernstieg vorbeikomme, fällt mir auf, dass die U4 dort auf einem Bahnsteig allein drei verschiedene Farben hat. Zwei sind unterschiedliche mittlere Blautöne - das wäre vielleicht noch nicht einmal der Rede wert - aber auf dem Hängeschild am Bahnsteig ist sie schon eher grün als blau. Und an anderen Stationen (wie hier im Bild Hammer Kirche) ist sie so dunkelblau, dass sie schon fast als U1 durchgehen könnte.
Gibt es dazu irgendeinen Hintergrund? Hat man sich bei der Planung der U4 irgendwann umentschieden und ab dann andere Farbtöne gewählt? Und wenn ja, welche kam wohl zuerst? Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Hochbahn die Schilder jedesmal mit einem "ja, das sieht ungefähr so aus wie die Farbe, die wir brauchen" hat fertigen lassen.

Beste Grüße,
Tom

Nein, es gibt fest vordefinierte Farbtöne für die einzelnen Linien. Aber je nach Drucktechnik, Material, Farbcodierung und auch durch Umwelteinflüsse kann es zu Farbunterschieden kommen.

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Mit freundlichen Grüßen

Roman Berlin | Der Hanseat
Hmm, durch Verwendung von verschiedenen Farbsystemen für verschiedene Farbanwendungen sollte eigentlich ein einhaltliches Ergebnis möglich sein - siehe z.B. hier für London. Aber die Unterschiede sehen auch viel zu stark aus als dass das der Grund sein könnte.
Zitat
christian schmidt
Hmm, durch Verwendung von verschiedenen Farbsystemen ....

Und dann kommt noch die Beleuchtung und der (automatische) Weißabgleich der Kamera. Dass das Hellblau im Bild links oben Richtung grün tendiert, wundert mich da nicht, das Weiß ist da ja auch viel gelber. Man könnte da mal nachträglich das Weiß zu weiß korrigieren und mal gucken, wie grün das Hellblau dann noch bleibt.


Gruß, Matthias
Zitat
masi1157
Zitat
christian schmidt
Hmm, durch Verwendung von verschiedenen Farbsystemen ....

Und dann kommt noch die Beleuchtung und der (automatische) Weißabgleich der Kamera. Dass das Hellblau im Bild links oben Richtung grün tendiert, wundert mich da nicht, das Weiß ist da ja auch viel gelber. Man könnte da mal nachträglich das Weiß zu weiß korrigieren und mal gucken, wie grün das Hellblau dann noch bleibt.


Gruß, Matthias

Ich habe die Bilder am Bahnhof noch etwas bearbeitet damit die Farbe so weit wie möglich dem entspricht, was ich gesehen habe. Der obere linke Balken ist tatsächlich so grün. (Wenn jemand hier zufällig am Jungfernstieg unten vorbeikommt, kann er das natürlich gerne selbst nachprüfen)
"Wie Du es gesehen hast" ist aber völlig willkürlich, das Auge lässt sich sehr leicht täuschen, und die Erinnerung erst recht. Einen Weißabgleich hast Du jedenfalls offensichtlich nicht gemacht, der würde das wenigstens ein winziges bisschen objektivieren.

Ich glaube Dir ja, dass das Zeichen eher grün erscheint, aber sooo grün wie auf dem Foto ist es wohl eher doch nicht.


Gruß, Matthias
Da stimme ich dir natürlich zu, das ist subjektiv. Daher kannst du dir ja gerne selbst beim nächsten Besuch der Station einen Eindruck davon verschaffen, wie grün es denn nun tatsächlich ist. Aber Tatsache ist nunmal, dass es wahrnehmbar grüner ist, und das Schild in Hammer Kirche deutlich wahrnehmbar dunkelblauer (das ist ja noch nicht mal ein Farbton, nur die Luminanz), und das wirkt doch sehr inkonsistent.
Solche Schilder werden in sehr kleinen Auflagen gedruckt. Jeder geöffnete Farbtopf und jede extra hergestellte Farbmischung und das anschließende Reinigen der Druckvorrichtungen verursachen Kosten. Meine Vermutung: Die Druckerei scheint sich danach zu richten, welche Farben sie am selben Tag noch für andere Aufträge benötigt, und manche Schilder bekommen dann halt nur ungefähr die richtige Farbe. Wenn der Auftraggeber das gegen einen kräftigen Rabatt so akzeptiert, dann wird es eben so gemacht.

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metrobits.org
Zitat
Mike
Solche Schilder werden in sehr kleinen Auflagen gedruckt. Jeder geöffnete Farbtopf und jede extra hergestellte Farbmischung und das anschließende Reinigen der Druckvorrichtungen verursachen Kosten. Meine Vermutung: Die Druckerei scheint sich danach zu richten, welche Farben sie am selben Tag noch für andere Aufträge benötigt, und manche Schilder bekommen dann halt nur ungefähr die richtige Farbe. Wenn der Auftraggeber das gegen einen kräftigen Rabatt so akzeptiert, dann wird es eben so gemacht.

Das sind keine Schilder mehr, sondern nur noch Klebefolien. Farbdifferenzen kommen einfach vor. Das kann jeder Mal probieren, der Zugriff auf mehrere Drucker hat und dort jeweils ein Dokument mit verschiedenen Farben darauf ausdrückt.

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Mit freundlichen Grüßen

Roman Berlin | Der Hanseat
Der technische Hintergrund ist bei sowas meiner Meinung nach irrelevant.
Man sollte in der Lage sein, überall die gleiche Farbe zu verwenden. Der Informationsgehalt allein der Farbe ist enorm hoch. Die U2 in diesem Beitrag sieht ja fast aus wie eine der S-Bahn Farben.

Ich denke mal für die Farben sind jeweils RAL-Nummern definiert, und die sollten natürlich überall auch richtig geruckt werden können.
Zitat
Mike
Solche Schilder werden in sehr kleinen Auflagen gedruckt. Jeder geöffnete Farbtopf und jede extra hergestellte Farbmischung und das anschließende Reinigen der Druckvorrichtungen verursachen Kosten. Meine Vermutung: Die Druckerei scheint sich danach zu richten, welche Farben sie am selben Tag noch für andere Aufträge benötigt, und manche Schilder bekommen dann halt nur ungefähr die richtige Farbe. Wenn der Auftraggeber das gegen einen kräftigen Rabatt so akzeptiert, dann wird es eben so gemacht.

Das würde ich doch für arg weit hergeholt halten. Eine professionelle Druckerei kann selbstverständlich ihre Drucker kalibrieren und farbrichtig drucken. Da werden dann auch keine Farbtöpfe angerührt wie zuhause für die Rauhfasertapete. Problematisch wird es dann aber, wenn verschiedene Drucker(eien) verschiedene Farbsysteme benutzen und die dann auch noch bei unterschiedlicher Beleuchtung verglichen werden (Metamerie). Und noch unübersichtlicher wird's, wenn die dann bei dieser unterschiedlichen Beleuchtung nicht farbrichtig fotografiert werden, am Ende auch noch per vollautomatischem Handy.

Im vorliegenden Fall ist aber wohl einfach nur was falsch gelaufen.


Gruß, Matthias



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.2019 11:17 von masi1157.
Zitat
BruceMcLaren
Der Informationsgehalt allein der Farbe ist enorm hoch.

Das kann man nicht genug betonen. Leider sind die Farben auf den Anzeigetafeln an den Bahnsteigen der U- und S-Bahn seit der Abschaffung der KlapptafelnFallblattanzeigen nicht mehr vorhanden. Gibt es da Pläne, in den nächsten Jahren neue Anzeigetafeln anzuschaffen?

An den Zügen selber wird die Liniennummer zumindest bei der BR490 wieder in Farbe angezeigt. (Wobei: kommt das nur mir so vor, oder ist der Farbton da auch nur sehr grob in der Nähe der richtigen Farbe?) Ist schon bekannt, ob die U-Bahn da mit dem DT6 wieder gleichziehen wird?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.2019 14:45 von Sören.
Neue U Bahn Anzeiger wird noch etwas dauern.

Gruß Cedric
Ich habe mir die Schilder gestern mal in live angesehen. Da muss man gar nicht diskutieren, die Farben sind in beiden Fällen falsch. In Hammer Kirche könnte der Farbton immerhin stimmen, aber deutlich zu dunkel. In Jungfernstieg ist die Farbe fast so grün wie der „Notausgang“. Entdeckt habe ich dann dieses Schild ganz außen und am Bahnsteigende:



Hier ist das U4-Logo wie auf allen Schildern im falschen Grün, aber das lange Logo oben wurde mal mit einem Aufkleber in der richtigen Farbe überklebt. Vielleicht der Rest eines Korrekturversuchs.

Aber mal ehrlich: Auch wenn das „nur“ Folien sind, das kostet auch alles Geld und in diesen beiden Fällen besteht eigentlich keine Gefahr der großen Verwirrung. Das wäre sicher anders, wenn die U4 hier gelb oder rot wäre. Am Dammtor waren die S-Bahn-Symbole mal ganz falsch. Das wurde korrigiert.

Die U4 hat übrigens RAL 5021 (Wasserblau) oder HKS 51 oder 100C 0M 40Y oder Pantone 320 oder Folie 100F603 von 3M. Falls jemand der Hochbahn neue Aufkleber spendieren möchte…
Zitat
Der Hanseat
Das sind keine Schilder mehr, sondern nur noch Klebefolien.

Evtl. richtig, macht aber keinen wesentlichen Unterschied.

Zitat
Der Hanseat
Farbdifferenzen kommen einfach vor. Das kann jeder Mal probieren, der Zugriff auf mehrere Drucker hat

Haha, bei den billigen Druckern für den Hausgebrauch, aber doch nicht im professionellen Druck. Du meinst die Hochbahn druckt die Schilderfolien selbst mit Druckern vom Media-Markt? Möglich ist alles... Aber selbst dann wären die Farbabweichungen wohl nicht so stark.

Zitat
BruceMcLaren
Der Informationsgehalt allein der Farbe ist enorm hoch.

Hier sollte man die Kirche im Dorf lassen, der wesentliche Informationsgehalt liegt in den Liniennummern. Womit ich die Falschfarben allerdings nicht schönreden will.

Zitat
masi1157
Eine professionelle Druckerei kann selbstverständlich ihre Drucker kalibrieren und farbrichtig drucken.

Klar kann sie das. Die Frage ist, wie professionell der Auftraggeber ist, was diese Dinge angeht, bzw. inwieweit Kompromisse eingegangen werden, um Geld zu sparen wie ich oben schon schrieb.

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metrobits.org



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.03.2019 21:58 von Mike.
Zitat
Ingo Lange
In Jungfernstieg ist die Farbe fast so grün wie der „Notausgang“.

Kann das teilweise auch historische Gründe haben? Das Schild wurde vielleicht gedruckt, als die Farbe für die U4 noch anders festgelegt war. Irgendwie erinnere ich mich dunkel, dass in den anfänglichen Planungen die U4 noch grün auftauchte.

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metrobits.org
Zitat
Mike
Zitat
BruceMcLaren
Der Informationsgehalt allein der Farbe ist enorm hoch.

Hier sollte man die Kirche im Dorf lassen, der wesentliche Informationsgehalt liegt in den Liniennummern.

Meiner Erfahrung nach hängt das extrem davon ab, mit wem man spricht:

Wir HVV-"Profis" hier im Forum kennen die Linienbezeichnungen und nutzen diese auch. Aber gerade Touristen "denken" meiner Erfahrung nach sehr stark in "die rote Linie" und "die grüne Linie".

Bei "Einheimischen" Gelegenheitsfahrern bilde ich mir ein, dass die Farben früher (damit meine ich vor ca. 20 Jahren) eine größere Rolle spielten als aktuell. Ist das noch jemandem aufgefallen?
Zitat
Der Hanseat
Nein, es gibt fest vordefinierte Farbtöne für die einzelnen Linien. Aber je nach Drucktechnik, Material, Farbcodierung und auch durch Umwelteinflüsse kann es zu Farbunterschieden kommen.

In modernen Auskunftsmedien ist die einheitliche Darstellung problemlos möglich und jede Abweichung im Druck ein technischer Mangel, der bei externer Zulieferung zur Nichtabnahme führen würde. Offenbar ist aber die hausinterne Herstellung da mit mehr Toleranz ausgestattet.

Gruß

Jan

--
Das Fototagebuch der Bahnfotokiste: [fototagebuch.bahnfotokiste.de]
Wenn das dieselbe Qualitätskontrolle durchläuft, wie die an den Bushaltestellen im Hamburger Osten ausgerollte Verhunzung der Rodigallee (überall das Schildchen "hält ab Rodigalle (Mitte) nicht überall") oder im U-Bahnhof Rauhes Haus, wo beim Verweis auf die Straße "Beim Rauhen Hause" konsequent das letzte "e" weggelassen wird, dann verwundern diese Abweichungen nicht :) Glaube für die 39 war auch mal relativ flächendeckend eine Überklebung an den Haltestellen im Einsatz, wo jemand an der Skalierung gespielt hatte und sowohl Linienlogo und Schrift deutlich verzerrt waren.

Schön finde ich auch immer wenn in den Stationen mit Ausgängen an beiden Bahnsteigenden nur derselbe (Haupt-)Straßenname zweimal genannt ist (ohne weitere Nebenstraßen), was natürlich vom Inhalt her vollkommen korrekt ist, den unorientierten Fahrgast aber erstmal ratlos überlegen lässt, was bei mir mit schwerem Gepäck schon mal zu einer schweißtreibenden Fehlentscheidung geführt hat. Aber selbst Schuld, wenn man sich vorher nicht informiert.
...oder am Hauptbahnhof, Gleis 3, wo meines Wissens noch immer die Schilder mit der Aufschrift "Flughafen/Airport - vorderen drei Wagen" hängt. Vorher auch immer das "n" bei "vorderen" kommt. Okay.. das ist wieder die DB und nicht die Hochbahn. Aber böse gesagt verbreitet sich wie fast überall eine gewisse "Mir doch egal, ob das richtig ist"-Einstellung auch in den Berufsgruppen, die für Beschilderungen zuständig sind - im Falle solcher Texte vielleicht auch gepaart mit der Unkenntnis der deutschen Sprache. Ich vermute/befürchte, dass die Wiedergabe einer richtigen Linienfarbe für die betreffenden Personen mit einer ähnlichen Priorität relevant ist.
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