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Der BerlKönig der BVG
geschrieben von Micha 
Zitat
def
Lustig - auf S. 5 nennt man folgende Herausforderungen:

- nur 27 % ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr
- hohe Umweltbelastung durch private Pkws
- NO2-Werte sind zu hoch
- 1,2 Mio. Pkws im Berliner Bestand

Es wird aber im Folgenden nicht wirklich darauf eingegangen, inwieweit der Berlkönig zur Bewältigung dieser Herausforderungen beiträgt.
(...)
- Besonders befremdlich ist der Hinweis auf den Modal Split: Wenn man davon ausgeht, dass der Anteil zu MIV zu hoch ist (das halte ich im Sinne einer stadtverträglichen Mobilität für einen sinnvolleren Kennwert als allein den ÖPNV-Anteil) - wieso wird der Berlkönig gerade dort eingesetzt, wo der MIV-Anteil besonders niedrig ist? Anteil MIV (leider 2008, da ich keine neueren Daten auf Bezirksebene gefunden habe): (Altbezirke) Mitte 19 %, Friedrichshain 18 %, Kreuzberg 16 %, Prenzlauer Berg 18 %; im Berlkönig-Bediengebiet fällt nur Neukölln mit 32 % aus dem Rahmen, was aber v.a. auf den Süden des Bezirks zurückzuführen sein dürfte. Wenn es also darum geht, den MIV-Anteil zu senken, wieso setzt man nicht in Zehlendorf, Spandau, Reinickendorf, Hellersdorf, Köpenick oder Treptow (jeweils Altbezirke) an, wo der MIV-Anteil größer/gleich 40 % ist? Weil das am Ende problemlösungsorientiert wäre, aber man nicht so tolle Hochglanzbroschüren rausbringen könnte?

(...) Der normale Weg wäre doch:

1. Problem erkennen und benennen, in einer ausreichenden Breite und Tiefe (ist der BVG in der Broschüre so halb gelungen, wenn auch ohne Breite und Tiefe)
2. Lösungswege aufzeigen, anhand von Indikatoren Ziele definieren (daran hapert es bei der BVG, siehe z.B. meine Gedanken zum Modal Split in den Bezirken)
3. Ausprobieren (nach Erledigung von 1. und 2., nicht zum Selbstzweck)
4. Evaluation (das sollte man seriös arbeitenden und kritisch denkenden Mitarbeitern überlassen, nicht der Propaganda- und/oder Graphik-Abteilung)
5. Fortentwicklung, wieder bei 1 beginnen.

Gerade öffentliche Betriebe haben eine besondere Verantwortung, so zu agieren, denn sie gehören uns allen. Bei der BVG scheinen aber die Punkte 1, 2, 4 und 5 gemeinhin für überschätzt gehalten zu werden.

Was wären hier die Folgen? Beispielhaft (und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) an der Erkenntnis, dass der Anteil des MIV am Modal Split zu groß ist:

1. Wo ist er besonders hoch? Aus welchen Gründen?
Ein mögliches Ergebnis: in den Außenbezirken, weil ÖPNV gerade abends zu langsam und zu unflexibel.

2a. Mögliche Lösungswege
- Taktverdichtungen
- Berlkönig, ggf. auch als Schnellbahnzu- oder -abbringer (vielleicht in verschiedenen Ecken der Stadt)

2b. Indikatoren zur Überprüfung
- Entwicklung der Pkws pro 24 Stunden auf Hauptstraßen, die ähnliche Relationen bedienen, auch im Vergleich zur Gesamtstadt
- seriöse Untersuchungen, welches Verkehrsmittel durch den Berlkönig ersetzt wurde (wieso eigentlich nicht bei jeder Bestellung als schnell zu beantwortende Frage?)

3. Ausprobieren
Und zwar in einem Bezirk, in der der MIV-Anteil ziemlich hoch ist.

4. Evaluation
auf Grundlage der in 2b genannten Indikatoren den Erfolg der Maßnahme kritisch bewerten und Vorschläge zur Weiterentwicklung - oder zum Abbruch! - ausarbeiten

Ich denke, genau so sollte man an die Dinge herangehen. Schwerpunkte des "BerlKönig" wären dann z.B. die Bezirke Reinickendorf und Treptow-Köpenick, wegen der dortigen MIV-Anteile von weit über 40%. Auch hier scheint mir die derzeitige BVG-Spitze verkehrspolitisch nicht auf der Höhe der Zeit zu sein,

meint Marienfelde.
Das sehe ich genau wie du. Ich versuch mich nur in die wirren Denkstrukturen der BerlKönig-Initiatoren hinzuversetzen...


Zitat
Logital
Zitat
PassusDuriusculus
Das ist im Idealfall so ein Schritt für Schritt.

Erst in der Innenstadt, wo man auf jedenFall Nutzer erwartet, dann im Umland-Pendlerverkehr (also zu Berufszeiten) und dann irgendwann ganztags (i.s.V. tagsüber) und irgendwann auch zur Schwachverkehrszeit

Und das halte ich genau für den falschen Ansatz. So ein Rufbus sollte den ÖPNV dort ergänzen wo er ein schlechtes Angebot hat. Klar gibt es auch in der Innenstadt einige wenige Verbindungen wo der ÖPNV zu lange braucht. Im Stadt-Umland jedoch gibt es davon haufenweise Verbindungen.

Wir haben gesehen dass die durchschnittliche Auslastung von Berlkönig in der Innenstadt nur bei 1,4 liegt. Jetzt müssten wir uns mal fragen wie viele Autofahrten nun eigentlich tatsächlich eingespart wurden. Da würde ich zuerst mal die Fahrten abziehen, die sonst ÖPNV gefahren werden und dann die Fahrten wo zwei Leute zusammengefahren sind, die eigentlich sonst zusammen mit dem eigenen PKW gefahren wären. Ein PKW hat ja bekanntlich auch eine durchschnittliche Besetzung von 1,3. Am Ende bleibt da wahrscheinlich nix übrig was der Berlkönig in der Innenstadt überhaupt einspart hat.

im Umland kann der Zubringer zum dichten ÖPNV Netz dagegen der Einstieg für den ÖPNV überhaupt sein. Selbst wenn die Auslastung immer nur bei 1 liegt kann es in Summe besser sein, weil Neukunden vom Auto gewonnen wurden.
Da bin ich ja jetzt schon irgendwie gespannt wie das läuft. Ist ja doch ein ganz anderer Ansatz. Und sogar mit Liniennummer - also quasi ein Rufbus ohne feste Haltestellen und Fahrplan.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Auch wenn das vielleicht ein kleiner richtiger Schritt ist. Wäre es nicht noch besser, wenn die Bahnhöfe Zeuthen und Eichwalde angeschlossen werden und dafür ganztags alle 10 Minuten die S-Bahn fährt?

Klar die U7 fährt häufiger, aber dafür gurkt die relativ langsam und der Berl König wird ja auch nicht mit durchgehend 80 durch Schönefeld und Berlin brausen können
Zitat
PassusDuriusculus
Auch wenn das vielleicht ein kleiner richtiger Schritt ist. Wäre es nicht noch besser, wenn die Bahnhöfe Zeuthen und Eichwalde angeschlossen werden und dafür ganztags alle 10 Minuten die S-Bahn fährt?

Im Grundsatz wäre dies wohl besser, aber vielleicht brauchte man ein Argument, warum die BVG das überhaupt machen kann/darf. Interessanterweise wurde in Schulzendorf in den letzten Sitzungen der Gemeindevertretung der Bürgermeister beauftragt, mit dem Landkreis und dem RVS über die Möglichkeit der Einrichtung einer Ringbuslinie zwischen Schulzendorf, Eichwalde, Zeuthen und Wildau in Abstimmung mit den drei Bürgermeistern zu prüfen. Von dem BerlKönig-Projekt war dagegen scheinbar nie die Rede. Möglicherweise kommt es durch die Bundesförderung, die auf der Projektseite erwähnt wird, komplett ohne Eigenmittel der Gemeinde aus.
Zitat
PassusDuriusculus
Auch wenn das vielleicht ein kleiner richtiger Schritt ist. Wäre es nicht noch besser, wenn die Bahnhöfe Zeuthen und Eichwalde angeschlossen werden und dafür ganztags alle 10 Minuten die S-Bahn fährt?

Klar die U7 fährt häufiger, aber dafür gurkt die relativ langsam und der Berl König wird ja auch nicht mit durchgehend 80 durch Schönefeld und Berlin brausen können

Wieso ist die U7 langsam? Zwischen S+U Neukölln und Rudow braucht sie 13 Minuten, der 171er auf exakt der gleichen Strecke etwa das doppelte (25 min, wie zuvor die Straßenbahnlinie 47).
Die S45 ist 12 min nach Neukölln Südring in Adlershof, also auf gleicher Höhe wie die U7. Die hält dazwischen aber nur 4 Mal an, die U7 mit 8 Mal doppelt so oft und der Bus mit 17 Mal doppelt so oft wie die U7.

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.2019 16:35 von der weiße bim.
Gibt's denn zwischen Schulzendorf und U Rudow einen Transitbereich für die Berlbusse?

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Zitat
Logital
Gibt's denn zwischen Schulzendorf und U Rudow einen Transitbereich für die Berlbusse?

Man könnte ja den Transitbereich des BER dafür nutzen... ;-)

Es gibt sogar einen eigenen Abschnitt im neuen VBB-Tarif für die Linie 740, aber zu Transit steht da nichts. Was sollte es denn eigentlich für ein Transit sein?
Zitat
Logital
Gibt's denn zwischen Schulzendorf und U Rudow einen Transitbereich für die Berlbusse?

Bei der Grenzkontrolle? Oder was für ein Transit könnte das sonst noch sein?

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost
Zitat
Logital
Gibt's denn zwischen Schulzendorf und U Rudow einen Transitbereich für die Berlbusse?

Bei der Grenzkontrolle? Oder was für ein Transit könnte das sonst noch sein?

Na die Fahrt zwischen Schulzendorf und U-Bahnhof Rudow. Wenn ich noch in der Lage bin Karten zu lesen, dann liegt der U-Bahnhof weder in Schulzendorf noch unmittelbar an der Grenze zu Schulzendorf.
Und sind auch Binnenfahrten in Schulzendorf zulässig?

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.2019 21:23 von Logital.
Start oder Ziel muss der U-Bahnhof Rudow sein.

Mehr Infos hier: [go.bvg.de]

Gruß
Erik
BVG-intern hat der Rufbus die Liniennummer 740 erhalten.

Eine Fahrt kostet immer 50 Cent und wird bei Fahrtantritt abgebucht.
Zusätzlich benötigt der Kunde bei Fahrtantritt auch einen gültigen Fahrausweis. Wer noch keinen gültigen Fahrausweis hat, kann ihn beim Fahrpersonal im BerlKönig BC oder über die BVG-Ticket-App kaufen.

so long

Mario
Fahrausweis bar zahlen, Zuschlag nur über die App?
Zitat
micha774
Fahrausweis bar zahlen, Zuschlag nur über die App?

Natürlich nicht, der Zuschlag wird immer erhoben.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1894-2019
Dann lese nochmal was der weiße bim schrieb.
Irgendwie versteh ich diese Verbindung nicht.
Also: Schulzendorf wird angeschlossen von der Linie 738 und einer Ringlinie 731.
Beide Linien haben jeweils Anbindung an die S-Bahn. Die Linie 731 ist aufgrund der großen Ringführung etwas ungünstig, da man mit der S-Bahn eine Station weiterfahren müsste, ... und blabla.
Wie oft jetzt die beiden Linien verkehren weiß ich nicht. Aber wäre es dann nicht sinnvoller und günstiger UND einfacher, das bestehende RVS-Angebot zu verbessern, anstatt mit der BVG so eine Rufbus-Kooperation zu starten?
Haben denn so viele Bürgerinnen und Bürger dem Meister geschrieben, dass sie so gerne direkt zum U Rudow möchten...?
Wo soll'n das hinführen?
"Jo, also so ein Direktbus nach Potsdam wär schon nice", oder "Strausberg?"

Ich wäre ja dafür, dass man erstmal LÜCKEN, schließt, die das bestehende Netz hat schließt.
Und in Schulzendorf sehe ich jede Menge Haltestellen und auch ganze zwei Linien. Ich meine, guck ich in andere Gegenden um Berlin, dann sehe ich da Wohngebiete, wo ich mal gar keine lilane Linie sehe. Da läuft man dann 5km zur Bahn!? Und die bekommen einen direkten Rufbus zum 20km (übertrieben geschätzt) entfernten U-Bahnhof... Respekt an den Bürgermeister. :D
Jay
Re: Der BerlKönig der BVG
05.08.2019 18:37
Zitat
Nahverkehrsplan
Irgendwie versteh ich diese Verbindung nicht.
[...]

Die muss man auch nicht verstehen. Was man verstehen muss: Das Bundesminsterium gibt Geld für "innovative" Projekte. Und so ein "innovatives Projekt" ist der BerlKönigBC. Und die komplementären Eigenmittel müssen wohl sogar erst noch aufgetrieben werden. Das ist genauso, wie mit den autonomen Bussen. Es muss nicht sinnvoll sein, es geht nur darum möglichst viele Fördermittel abzugreifen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Ach, so schlecht finde ich die Verbindung auch nicht.

1. Wird man so nicht gleich von der Nachfrage überrannt, da viele weiterhin die S-Bahn präferieren werden. Trotzdem ermöglicht die U7 neue interessante Relationen.
2. Macht es sich für die BVG und den Bürgermeister natürlich besser, einen „U-Bahn-Anschluss“ für Schulzendorf zu vermarkten (auch wenn das natürlich PR-Geblubber ist).
3. Ist die relative Unabhängigkeit vom Takt (Rudow, U-Bahn alle 5 min statt S-Bahn alle 20 min) für die Erfahrung der Berlkönig-Nutzer besser (wurde so auch im Artikel der Berliner Zeitung erwähnt).
4. Hat man ein gutes Stück Autobahn in der Streckenführung (vulgo „Transit“) und kann die Praxis dabei testen.
5. Scheint man sinnvollerweise ein Auto-affines EFH-Klientel ansprechen zu wollen, da passt Schulzendorf gut.
6. Schwebt der BVG ja ähnliches bei den kommenden Einsatzgebieten Leegebruch und Heiligensee vor (beide nach Alt Tegel bzw. etwas weniger Altlandsberg nach Hönow). Wobei Heiligensee wegen der mehrfachen Kannibalisierungseffekte (S25, 124 und 133) sehr spannend und deutlich fragwürdiger sein wird.
Zitat
micha774
Dann lese nochmal was der weiße bim schrieb.

Jetzt verstehe ich , worauf, du hinaus wolltest. Dann dazu die Pressemitteilung: Berlkönig BC

Zitat
Pressemitteilung
Ein weiterer Unterschied: Im BerlKönig BC gilt der VBB-Tarif BC. Zusätzlich fällt ein Zuschlag von 0,50 Euro pro Fahrt an, der mit Kreditkarte oder PayPal bargeldlos bezahlt werden kann.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1894-2019
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