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Straßenbahn zum Hermannplatz
geschrieben von Latschenkiefer 
Moin,

warum jetzt die Südländer (Bayern?) irgendwofür herhalten müssen....?
Bayern kennt Straßenbahnen, Österreich, Spanien, Italien, Algerien, Äthiopien, Marokko, Tunesien usw ebenfalls.

Egal, auch Krankenhäuser kennen Presslufthämmer und Bauarbeiten. Man operiert ja nicht auf der Straße.
Multiresistente Keime in Verbindung mit einer Strassenbahn finde ich schon eine sehr spannende Verknüpfung.


Ein großes Problem ist die Durchquerung des Görlitzer Parks. Hier wird viel mit Ängsten gespielt. Populismus pur.
Es wird nur mit viel Geduld und Informationen durchzusetzen sein.

Grüße
Zitat
OlB
Moin,

warum jetzt die Südländer (Bayern?) irgendwofür herhalten müssen....?
Bayern kennt Straßenbahnen, Österreich, Spanien, Italien, Algerien, Äthiopien, Marokko, Tunesien usw ebenfalls.


Grüße

In der prägentrifizierten Kreuzberger Bevölkerung stellten die Türken und Araber die vermutlich autoverliebteste Gruppe dar. Bei den Deutschen gab es ja vermögende "Grüne", die oftmals aus praktischen und ökologischen Gründen kein Auto hatten, sowie Studenten, Künstler und Harzer, bei denen der Autobesitz oftmals aus finanziellen Gründen kein Thema war und daher eigentlich auch zumindest bis zur Änderung des finanziellen Status abgelehnt wurde. Dann sind die Leute entweder weggezogen oder sie wurden grüne Biokäselutscher. Durch den vermehrten Zuzug von "Schwaben", die garantiert nicht alle aus Stuttgart kommen, sondern vielleicht auch aus Charlottenburg oder Köln, ändert sich das natürlich zur Zeit. Die Leute, die sich kein Auto leisten können werden verdrängt, übrig bleiben die vermögenden Grünen, leider ziehen in den Kiez nicht nur Autogegner, sondern eben auch oder gerade Falschparker.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo


In der prägentrifizierten Kreuzberger Bevölkerung stellten die Türken und Araber die vermutlich autoverliebteste Gruppe dar. Bei den Deutschen gab es ja vermögende "Grüne", die oftmals aus praktischen und ökologischen Gründen kein Auto hatten, sowie Studenten, Künstler und Harzer, bei denen der Autobesitz oftmals aus finanziellen Gründen kein Thema war und daher eigentlich auch zumindest bis zur Änderung des finanziellen Status abgelehnt wurde. Dann sind die Leute entweder weggezogen oder sie wurden grüne Biokäselutscher. Durch den vermehrten Zuzug von "Schwaben", die garantiert nicht alle aus Stuttgart kommen, sondern vielleicht auch aus Charlottenburg oder Köln, ändert sich das natürlich zur Zeit. Die Leute, die sich kein Auto leisten können werden verdrängt, übrig bleiben die vermögenden Grünen, leider ziehen in den Kiez nicht nur Autogegner, sondern eben auch oder gerade Falschparker.

Hmm, was willst du mir mit "Biokäselutscher" sagen?

Den Witz mit "Harzer" spare ich mir jetzt.

Insgesamt sprechen wir doch über die Verlängerung der Strassenbahnstrecke zum Herrmannplatz.
Hier geht es um eine sinnvolle und vertretbare Linienführung.

Warum müssen hier Vorurteile gegen "Grüne", "Araber", "Türken",... eingebracht werden?

Eine sachliche Diskussion stelle ich mir etwas anders vor.

Grüße aus dem sehr schönen Rummelsburg
Zitat
OlB
Warum müssen hier Vorurteile gegen "Grüne", "Araber", "Türken",... eingebracht werden?
Eine sachliche Diskussion stelle ich mir etwas anders vor.

Dem kann ich nur zustimmen!
Auch hier in diesem Forum kann man leider beobachten, wie die Diskussion hier immer mehr abrutscht in das pauschale Darlegen von Vorurteilen oder gar Hass gegen alle, die nicht so ticken, wie einer selbst. Alle etwas Anderen sind an alllem Bösen Schuld und es ist ja so schön einfach, pauschal da immer wieder einen einen draufzuhauen...
Wie wäre es denn mal schlichweg mit dem Ansatz, dass wir alle Menschen sind - und viele davon eben gerne in Berlin leben, weil hier eben, die Chance besteht, dass "ein jeder nach seiner seiner Façon selig werden" kann. Das macht doch gerade unsere Stadt und Gesellschaft mit aus. Das es natürlich in jeder Bevölkerungsgruppe auch Idioten und Ar...löcher gibt, ist ebenso klar. Aber ist das ein Grund, selbst bei einem Thema, wie der Planung von Straßenbahnen, immer wieder dumpf auf alle Anderen einzuhauen?
In diesem Sinne freue ich mich auf künftig wieder sachlichere Diskussionen - und auf die Straßenbahn zum Hermannplatz natürlich ;-)
Ingolf
Wieso Vorurteile, das sind überspitze Beobachtungen! Was Autobenutzung betrifft, da sind Türken und Araber derartig überintegriert, dass selbst die AfD von ihrem Glauben an deren fehlende Integrationsfähigkeit abfallen müsste.

Letztendlich mache ich mir nur Gedanken, wer etwas gegen die Straßenbahn haben könnte, vielleicht bezeichne ich die Gruppen dabei etwas herablassend, das ist dann ein Anfall von Misanthropie, für den ich mich entschuldige, für meine eigentlich humanistische Grundeinstellung wird man ja heute immer nur als Gutmensch verspottet, also schwappt halt auch mal was zurück und trifft die Falschen.

Jedenfalls sind folgende Gruppen eher Gegner: Autobesitzer, die keinen langen Weg haben wollen. Kneipenbesitzer könnten glauben, dass ihre Gäste mit dem Auto kommen und dann besoffen nach Hause fahren, kleine Läden gibt es da wenig, deren Kunden dürften aber eher zu Fuß kommen. Dann gibt es natürlich noch Eltern (da sind Spielplätze, eine Eisdiele und eine Kita), die natürlich Angst vor "rasenden" Straßenbahnen haben werden. Ich mache mir Sorgen um rasende Autos, weil die Falschparker als Bremse dann nichtmehr da sein werden. Dann haben wir natürlich noch einige Radfahrer, die gegen Straßenbahnen sind, weil man da mit den Schienen etwas aufpassen muss. In dieser Richtung habe ich zur Zeit einige Diskussionen, bisher ohne wirklich sinnvolle Lösung, zumindest bei schmalen Nebenstraßen.

Die Grünen, oder hier Käselutscher, die ihr Geld in hochwertige Lebensmittel investieren und deren Konsum dann genießen (also das Gegenteil von Fastfood-Junkies), sind hier nicht die Gegner.

Es gilt nun, bei allen diesen Gruppen, Argumente zu finden, warum ihnen die Straßenbahn nutzt, und diese so davon zu überzeugen. Ansonsten werden die pöbelnden Gegner gewinnen, die Gegner einfach ignorieren, wie man es bei Autobahnen gerne macht, fördert den Demokratieverdruss. Ich denke einfach, dass man so ein Projekt nicht gegen die Bevölkerung durchziehen sollte, auch wenn Klagen gegen die Planfeststellung meistens eher chancenlos sind, da es kein Recht auf einen Parkplatz, auf Falschparken oder exklusive Straßennutzung gibt.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Die Grünen, oder hier Käselutscher, die ihr Geld in hochwertige Lebensmittel investieren und deren Konsum dann genießen (also das Gegenteil von Fastfood-Junkies), sind hier nicht die Gegner.

Naja, wer wehrt(e) sich gegen die angebliche Zerschneidung des Parks durch die Straßenbahn? Richtig, die Kreuzberger Grünen.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Nemo
Die Grünen, oder hier Käselutscher, die ihr Geld in hochwertige Lebensmittel investieren und deren Konsum dann genießen (also das Gegenteil von Fastfood-Junkies), sind hier nicht die Gegner.

Naja, wer wehrt(e) sich gegen die angebliche Zerschneidung des Parks durch die Straßenbahn? Richtig, die Kreuzberger Grünen.

Aber nur wegen der Kinder, man muss ja auch an die Kinder denken!!

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Aber nur wegen der Kinder, man muss ja auch an die Kinder denken!!

Nicht nur. Man will/wollte keinen einzigen Grashalm vom wertvollen Grün des Görlitzer Parks abgeben.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Demaxberg
Man sollte die Karte von RBB24 öffentlich zur Wahl aushängen und dann wie eine Wahl abstimmen lassen.
Die Mehrheit soll dann entscheiden. Ja,am besten,wenn die nächsten Kommunalwahlen stattfinden. Dann könnte gleich ein Abstimmzettel mit im Umschlag sein.
Ich selbst würde mich für die hellblaue (türkisfarbene) Linie entscheiden. Da ist ein Teil von Treptow sowie die Sonnenallee mit dabei. Also die weitere Linie mit mehr Haltestellen- bzw Fahrgastpotenzial. Selbst wenn heute der M41 in Kolonne fährt,bekommt dieser die Fahrgäste kaum weg.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die längere Linie am meisten Fahrgäste erschließt. Bei der Erschließung Linienlänge zu Einwohnerpotential steht die Trasse aber nicht so gut da. Wir müssen auch jetzt nicht halb Neukölln und Treptow nur mit einer Straßenbahn erschließen. Den M41 würde man ohnehin quasi gar nicht entlasten, die Parallelführung beträge 3 Haltestellen. Allein von der Gleislänge kann man vermutlich die Straßenbahn dafür durch den Görlitzer Park zum Hermannplatz im Zuge des M41 komplett bis S Sonnenallee führen, für die Kosten der zusätzlich zu bauenden Brücke noch viel weiter.

Zitat
Demaxberg
Bei der grünen Linie sehe ich ein wenig Parallelverkehr mit der Hochbahn. Hat aber den Vorteil,die Post ist dann nicht nur mit dem N1 besser erreichbar. Bei dunkelblau würde ich meinen,der M29 will oder soll auch noch was zu tun haben. Ähnlich bei Orange(Oker). Da fällt mir gleich noch eine Frage dazu ein: Wäre es nicht sinnvoll, die Gleise gleich bis U Hallesches Tor(event.Blücherplatz) zu verlegen? Eine Trasse wäre doch da.

Die beiden Strecken (dunkelblau und orange) haben doch überhaupt keine gemeinsame Führung mit dem M29, warum sollte man dort den M29 angeblich kanabalisieren? Selbst die Grüne Strecke teilt sich nur wenige Haltestellen mit dem M29, könnte ihn aber auf dem Abschnitt so ggf. ersetzen. Es ist auch nicht üblich und sinnvoll, Straßenbahnplanungen an der Nachtanbindung von einzelnen Verkehrszielen mit schwacher Nachfrage auszurichten.

Ich glaube, dir ist nicht ganz bewusst, was Ziel der hier diskutierten Straßenbahn ist. Zwar heißt das Thema "Straßenbahn zum Hermannplatz", allerdings geht es nicht darum, einfach irgendeine Straßenbahn zum Herrmannplatz zu bauen. Es geht um eine Verbindung Friedrichshain - Neukölln, also um weitestgehend um eine Nord-Süd-Strecke. Der M41, den du entlasten möchtest, ist eine Ost-West-Strecke. Dazu macht es keinen Sinn, Friedrichshain nun über einen riesigen Umweg über Treptower Park und die Sonnenallee mit dem Halleschen Tor zu verbinden. SOweit ich weiß gibt es für die Straßenbahn auf dem M41-Korridor eigene Überlegungen, ich glaube du vermischt hier gerade zwei Vorhaben gedanklich.

Eher könnte man die o.g. direkte Führung durch den Görlitzer Park anstreben und die M10 direkt zur Sonnenallee weiterführen. So hätte man schon mal einen Teil der Strecke des M41 errichtet und kann später weitere Teile Richtung Hallesches Tor und ggf. Potsdamer Platz einfügen.
Hier ein Link zu den Ausschreibungsunterlagen:

https://meinauftrag.rib.de/public/publications/157884

Aus der Leistungsbeschreibung:

Zitat

Der Untersuchungsbereich wird durch den Görlitzer
Park in einen nördlichen und südlichen Teil geteilt. Innerhalb des Parks und im nördlich
angrenzenden Kreuzberg gibt es keine innere Erschließung mit dem ÖPNV. In Neukölln ist
dies ebenfalls für den Bereich rund um die Friedelstraße zu konstatieren. Hier sind
hochverdichtete innerstädtische Bereiche außerhalb des NVP-Einzugsbereiches von 300 m
zu finden.
Ziel dieser Untersuchung ist die Ermittlung einer Vorzugsvariante. Dabei soll die Qualität der
städtebaulichen Integration der Straßenbahn von Beginn an mitgedacht werden. Ziel ist es,
dass nach Abschluss der Machbarkeitsbewertung und der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
schon eine im Grundsatz tragfähige Planung vorliegt.

Zitat

Für die Strecken- und Haltestellensituationen, die sich aufgrund von Trassenführungen, die
den Görlitzer Park queren, ergeben, sind individuelle Gestaltungsvorschläge unter
Bezugnahme der räumlichen Beziehungen zum Park herzustellen.

Zitat

Fokus „Besonderer Bahnkörper“:
Die Bewertung, ob die Einordnung eines besonderen Bahnkörpers1 möglich ist, erfolgt
gemäß der Systematik der Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) nach der
FGSV (Abschnitts 5 der RASt 06, Empfohlene Lösungen für Typische Entwurfssituationen).
Sofern sich die Anwendbarkeit der in Abschnitt 5 RASt 06 vorgeschlagenen Querschnitte als
nicht sinnvoll erweist, soll für die Gestaltung der Straßenbahnanlagen und der von der
Straßenbahn tangierten Straßenräume ein individueller Entwurf nach dem Verfahren der
städtebaulichen Bemessung gemäß Abschnitt 3.4 RASt 06 zur Anwendung kommen.
Zusätzlich sind die Ausführungsvorschriften (AV) „Geh- und Radwege“2
in ihrer geltenden
Form zu berücksichtigen. Hier sind im Angebot kreative Lösungsvorschläge vom
Auftragnehmer (AN) aufzuzeigen.
"Kreative Lösungsvorschläge" sind wohl vor allem für den Abschnitt Falckensteinstraße gefordert.

Zitat

Der Gestaltungsaspekt und die Qualität der städtebaulichen Integration der Straßenbahn
sind insbesondere auf die Vorzugsvariante zu fokussieren. Für den Fall, dass zwei Varianten
in der Bewertung nah beieinander liegen, ist als Option die tiefere Betrachtung dieser zwei
Varianten anzubieten. Wir erwarten hier eine beratende Funktion des AN im Hinblick auf
Vorschläge und Ideen im Rahmen eines kreativ-schöpferischen Prozesses in Abstimmung
mit dem AG. Lösungsvorschläge sind mit geeigneten Vorher/Nachher-Beispielen aus
vergleichbaren Städten zu hinterlegen, anhand derer sowohl verwaltungsintern als auch
gegenüber der Öffentlichkeit für die Planung geworben werden kann. Ziel ist es,
aufzuzeigen, welcher stadtgestalterische Gewinn durch die Planung erzielt werden kann.

Das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, in vielen Projekten außerhalb Deutschlands (Frankreich, USA) wird die Straßenbahn als Motor und Werkzeug einer ganzheitlichen Urbanen Entwicklung und Aufwertung benutzt und verkauft. In den bisherigen Planungen wurde dieser Aspekt zwar gestreift (in der Ostkreuz-Präsentation fanden sich positive Vorher-Nachher-Beispiele aus Leipzig und München) aber nie voll ausgeschöpft. Selbst von Befürwortern wird die Aufwertung von öffentlichen Räumen durch Straßenbahnen viel zu wenig hervorgehoben, eher werden Einschränkungen für den Ruhenden Verkehr und den Radverkehr entschuldigend benannt. Das ist schlechtes Marketing, denn Gegner 'aus Prinzip' gibt es eh schon genug.

Zitat

Es ist beabsichtigt, den Zuschlag bis zum 12. März 2018 zu erteilen. [...] Die Bearbeitung soll umgehend nach Vertragsabschluss
beginnen.[...] Wir sind an einer zügigen Bearbeitung der Untersuchung in einem Zeitraum von maximal
12 Monaten interessiert.

Im besten Fall liegen dann im März 2019 fertige Pläne vor, die dann noch um die entsprechenden Gutachten (Lärm, Naturschutz etc.) ergänzt werden müssen und ansonsten direkt in die Planfeststellung gehen können. Ein Baubeginn 2021 ist damit möglich, bauvorbereitende Maßnahmen wie Leitungsumverlegungen evtl. sogar noch früher.
@schallundrausch: Vielen Dank für den Link und die Aufbereitung. Ich bin ja nur ein interessierter Laie - aber auf mich wirkt das ganze recht durchdacht. Ich glaube, das wird was,

meint Marienfelde.
Hallo liebe Berliner,

hier schreibt ein Hamburger.

Wenn ich Eure Beiträge oder die verlinkten Artikel lese, muss ich fast weinen.
Alleine der zitierte Satzbaustein von Jens Wieseke vom Fahrgastverband Igeb, der die heute meist überfüllten Busse als „moderne Vorhölle.“ bezeichnet, belegt den ganzen Dritte-Welt-Zustand des Hamburger ÖPNVs.
Und wenn nicht Entwicklungsland (was auch schon ein mieser Euphemismus ist) dann eben das apokalyptische Ausmaß des ÖPNV-Desasters hier an der Elbe.

Und noch mehr werde ich neidisch, traurig und wütend, wenn ich in Eurer Stadt bin und mit Eurem ÖPNV unterwegs bin.
Allein die Schnellbahn-Haltestellen sind denen in Hamburg um Jahrzehnte voraus - das fängt schon bei einem nützlichen Umgebungsplan(!) mit vernünftigem Maßstab und zentrierter Station an und hört bei einer geeigneten Stationserschließung auf. Alleine die Station Herrmannplatz hat gefühlt mehr Zugänge als alle Stationen der kompletten Linie U1.
Ist ALLES FEHLANZEIGE hier.
Und das ist nur einer von vielen Wesentlichen Aspekten wie Netz, Fahrzeuge, Tickets etc.

Und dann noch diese "Luxusdiskussion" um eine Tramverlängerung...
Die nie-aus-ihrer-für-das-non-plus-ultra-gehaltenen-Stadt rausgekommenen Hamburger wissen es leider nicht besser.
Ich beneide Euch.

Sorry, das musste raus.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.2018 16:36 von bukowski.
^^
Hehe, danke ;)

Es ist ja in der Tat so, dass man Zuständen, mit denen man täglich konfrontiert ist, manchmal sehr überkritisch gegenübersteht. Und dann im Vergleich andere Städte, die man nur aus Besuchen kennt, überglorifiziert. Hier wird ja von einigen regelmäßig von den 'Vorbildern' geschwärmt: Hamburg, München, Dresden, Wien... (bin ich ja nicht ganz unschuldig).

Danke für Deine persönliche Einordnung und Deine Sicht von außen!
Zitat
Marienfelde
@schallundrausch: Vielen Dank für den Link und die Aufbereitung. Ich bin ja nur ein interessierter Laie - aber auf mich wirkt das ganze recht durchdacht. Ich glaube, das wird was,

meint Marienfelde.

Hallo,

Kein Ursache ;)

Und Du hast Recht, und das hat auch einen Grund - hier wird standardmäßig dasselbe Schema runtergerumpelt, die Ausschreibungen (und die nachfolgenden Planungen) von Turmstraße I, Turmstraße II, Adlershof, Alex-PPl., jetzt Warschauer-Hermannplatz ... unterscheiden sich in Wortlaut auch nur in den konkreten Straßennamen. Auch, wenn man sich die Präsentationen zu Öffentlichkeitsarbeit zu den entsprechenden Projekten anschaut, fällt auf, dass der systematische Teil überwiegend identisch ist.

Ich sehe das durchaus positiv, es stellen sich langsam sowas wie Skaleneffekte ein. Aus einem Fundus aus Methoden werden die bewährten Elemente immer wieder neu kombiniert:
Der Planungsablauf ist immer derselbe. Die Öffentlichkeitsbeteiligung folgt einem erprobten Schema. Die Kritikpunkte sind immer dieselben. Das Prüfverfahren ist standardisiert, die Bauteile sind genormt, die Bauabläufe erprobt.

Wenn man sich zurückerinnert, wie komplex und aufwändig das alles bei der Wedding-Strecke war. Da musste ja vieles neu erfunden werden, angefangen von den ersten Experimenten mit der Festen Fahrbahn. Da sind wir heute deutlich weiter, was sich positiv auf die Planungszeiten auswirkt.
Interessant ist natürlich, dass man auf die Erschließungsmängel im Bereich Falckensteinstr. und Friedelstr. hinweist. Da komme ich dann auf die Idee, die Straßenbahn von der Falckensteinstr. durch den Park und dann die Wiener oder Reichenberger Str. vor zur Ohlauer Str. zu führen... Aber vielleicht sind wir ja in einem Jahr schlauer.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.2018 17:17 von Nemo.
Zitat
bukowski
Hallo liebe Berliner,

hier schreibt ein Hamburger.

Wenn ich Eure Beiträge oder die verlinkten Artikel lese, muss ich fast weinen.
[…]
Allein die Schnellbahn-Haltestellen sind denen in Hamburg um Jahrzehnte voraus - das fängt schon bei einem nützlichen Umgebungsplan(!) mit vernünftigem Maßstab und zentrierter Station an und hört bei einer geeigneten Stationserschließung auf. Alleine die Station Herrmannplatz hat gefühlt mehr Zugänge als alle Stationen der kompletten Linie U1.
Ist ALLES FEHLANZEIGE hier.
Und das ist nur einer von vielen Wesentlichen Aspekten wie Netz, Fahrzeuge, Tickets etc.

Und dann noch diese "Luxusdiskussion" um eine Tramverlängerung...
Die nie-aus-ihrer-für-das-non-plus-ultra-gehaltenen-Stadt rausgekommenen Hamburger wissen es leider nicht besser.
Ich beneide Euch.

Sorry, das musste raus.

Schön, dass es dir hier gefällt. Aber bist du schon mal morgens um 8 an einem Werktag mit der S5 oder S7 von Lichtenberg bis zur Friedrichstraße gefahren? Oder mit der U6 oder U2 innerhalb dieser Zeit? Hattest du schon mal einen Termin, bist aber zu spät gekommen, weil die U7 nur mit einem Kurzzug fuhr, der mit vier Minuten Verspätung ankam, dann aber so voll war, dass du zurückbleiben musstest?

Warst du schon mal eine Woche hier und eine wichtige Linie fuhr jeden Tag jeweils kurzfristig nur mit halben Takt (Ringbahn vor einigen Wochen)? Warst du schon am Glücksspiel beteiligt, ob genug Personal da ist, dass das Verkehrsmittel auch wirklich kommt und du dann überhaupt noch reinpasst (hatten wir hier bei der Straßenbahn und bei der S-Bahn offenbar kürzlich)?

Schon mal an der Friedrichstraße durch einen der drei Südzugänge gegangen und dann dir mit 200 anderen eine 1,20m breite Treppe teilen müssen? ;) Oder an der Frankfurter Allee oder Warschauer Straße die kurzen Umsteigewege genossen, weil die Politik seit Jahrzehnten nicht die Kraft hat, vorhandene Konzepte umzusetzen um die Umsteige nachhaltig zu verbessern?

Ist der freundliche Fahrer Nachts beim Umstieg schon mal zwei Minuten eher los, und du musstest eine halbe Stunde ungeplant irgendwo in der Walachei herumstehen oder ne halbe Stunde laufen (mir leider mehrmals passiert)?

Werden bei euch auch bestimmte, offenbar speziell ausgesuchte Strecken mehrfach im Jahr für Bauarbeiten stillgelegt? (So hier bei der M5, M8, U5, S5 und S7, sind fast alle seit Jahren quasi mindestens ein mal im Jahr zwei Wochen "dran", gerne auch mehrmals)?

Stattdessen werden hier lieber Umgebungspläne und Klebeherzchen aufgehangen.

Klar, am Wochenende als Tourist oder Geschäftsreisender in der Zeit von 10-15 Uhr ist alles tutti, aber wenn man sich das im Berufsverkehr jedes mal geben muss, ist nicht gerade erbauend. Da hilft dir auch der Stadtplan nicht mehr viel. Gut, auf dem findest du wenigstens den Fußweg von Rummelsburg nach Ostkreuz...
Zitat
Arec
Zitat
bukowski
Hallo liebe Berliner,

hier schreibt ein Hamburger.

Wenn ich Eure Beiträge oder die verlinkten Artikel lese, muss ich fast weinen.
[…]
Allein die Schnellbahn-Haltestellen sind denen in Hamburg um Jahrzehnte voraus - das fängt schon bei einem nützlichen Umgebungsplan(!) mit vernünftigem Maßstab und zentrierter Station an und hört bei einer geeigneten Stationserschließung auf. Alleine die Station Herrmannplatz hat gefühlt mehr Zugänge als alle Stationen der kompletten Linie U1.
Ist ALLES FEHLANZEIGE hier.
Und das ist nur einer von vielen Wesentlichen Aspekten wie Netz, Fahrzeuge, Tickets etc.

Und dann noch diese "Luxusdiskussion" um eine Tramverlängerung...
Die nie-aus-ihrer-für-das-non-plus-ultra-gehaltenen-Stadt rausgekommenen Hamburger wissen es leider nicht besser.
Ich beneide Euch.

Sorry, das musste raus.

Schön, dass es dir hier gefällt. Aber bist du schon mal morgens um 8 an einem Werktag mit der S5 oder S7 von Lichtenberg bis zur Friedrichstraße gefahren? Oder mit der U6 oder U2 innerhalb dieser Zeit? Hattest du schon mal einen Termin, bist aber zu spät gekommen, weil die U7 nur mit einem Kurzzug fuhr, der mit vier Minuten Verspätung ankam, dann aber so voll war, dass du zurückbleiben musstest?

Warst du schon mal eine Woche hier und eine wichtige Linie fuhr jeden Tag jeweils kurzfristig nur mit halben Takt (Ringbahn vor einigen Wochen)? Warst du schon am Glücksspiel beteiligt, ob genug Personal da ist, dass das Verkehrsmittel auch wirklich kommt und du dann überhaupt noch reinpasst (hatten wir hier bei der Straßenbahn und bei der S-Bahn offenbar kürzlich)?

Schon mal an der Friedrichstraße durch einen der drei Südzugänge gegangen und dann dir mit 200 anderen eine 1,20m breite Treppe teilen müssen? ;) Oder an der Frankfurter Allee oder Warschauer Straße die kurzen Umsteigewege genossen, weil die Politik seit Jahrzehnten nicht die Kraft hat, vorhandene Konzepte umzusetzen um die Umsteige nachhaltig zu verbessern?

Ist der freundliche Fahrer Nachts beim Umstieg schon mal zwei Minuten eher los, und du musstest eine halbe Stunde ungeplant irgendwo in der Walachei herumstehen oder ne halbe Stunde laufen (mir leider mehrmals passiert)?

Werden bei euch auch bestimmte, offenbar speziell ausgesuchte Strecken mehrfach im Jahr für Bauarbeiten stillgelegt? (So hier bei der M5, M8, U5, S5 und S7, sind fast alle seit Jahren quasi mindestens ein mal im Jahr zwei Wochen "dran", gerne auch mehrmals)?

Stattdessen werden hier lieber Umgebungspläne und Klebeherzchen aufgehangen.

Klar, am Wochenende als Tourist oder Geschäftsreisender in der Zeit von 10-15 Uhr ist alles tutti, aber wenn man sich das im Berufsverkehr jedes mal geben muss, ist nicht gerade erbauend. Da hilft dir auch der Stadtplan nicht mehr viel. Gut, auf dem findest du wenigstens den Fußweg von Rummelsburg nach Ostkreuz...
Ich habe die Hälfte meines Lebens in Berlin zugebracht und kann bukowski nur beipflichten. Bei 90% aller Diskussionen kann man euch nur auslachen. Eine halbe Stunde gewartet bei verpasster Bahn? So oft kommt die Bahn woanders ja schon tagsüber kaum... Straßenbahnausbau geht zu langsam? Da müsste man in anderen Städten ja überhaupt mal erstmal einen Ausbau haben und nicht Streichungen oder komplette Blockaden. Ihr müsst die U-Bahn nehmen weil die S-Bahn gesperrt ist? - Den Reichtum quasi parallelen Nahverkehr zu haben, haben die meisten anderen Städte nicht.
Und selbst wenn es um nen Stadtplan und ne Umgebungskarte geht - das ist das kleine bisschen Service was immer eingefordert wird...
Zitat
SaroEngels
Ich habe die Hälfte meines Lebens in Berlin zugebracht und kann bukowski nur beipflichten. Bei 90% aller Diskussionen kann man euch nur auslachen. Eine halbe Stunde gewartet bei verpasster Bahn? So oft kommt die Bahn woanders ja schon tagsüber kaum... Straßenbahnausbau geht zu langsam? Da müsste man in anderen Städten ja überhaupt mal erstmal einen Ausbau haben und nicht Streichungen oder komplette Blockaden. Ihr müsst die U-Bahn nehmen weil die S-Bahn gesperrt ist? - Den Reichtum quasi parallelen Nahverkehr zu haben, haben die meisten anderen Städte nicht.
Und selbst wenn es um nen Stadtplan und ne Umgebungskarte geht - das ist das kleine bisschen Service was immer eingefordert wird...

Anderswo weiß ich aber vorher, dass ich eine halbe Stunde warte, weil sie tagsüber nicht so oft kommt und ich mich anhand des Fahrplans darauf einrichten kann. Hier ist der Fahrplan aber eine unverbindliche Empfehlung "ohne Gewähr", seine Einhaltung ist in der HVZ bei 5-Minuten-Takt quasi beliebig, dazu gab es auch mal eine PM der SWM, die die unterdurchschnittlichen Qualitätsvorgaben mit ihren Vorgaben verglichen hat. Wenn ich weiß, das ich nachts um viertel vor drei eine halbe Stunde auf einen Anschluss warten muss, kann ich meinen Heimweg oder meine Übernachtung auch anders organisieren. Hier ist es aber manchmal vom puren Zufall abhängig.

Langsamer Tramausbau: Wie viele Städte hatten denn noch das Problem, dass sie knapp 50 Jahre lang ihr Verkehrssystem unabhängig voneinander entwickelt haben und jetzt mühevoll zusammengeflickt werden müssen? Da kann man ja nach nun fast 30 Jahren auch mal erwarten, dass man fertig wird, oder nicht?

Im Übrigen sind die U-Bahnen (wie auch die meisten S-Bahn-Linien) in der HVZ auf eigentlich allen Linien knackevoll, so dass es keine Ausnahme ist, dass Leute zurückbleiben müssen. Wenn man nun die U-Bahn nehmen muss, weil die S-Bahn gesperrt ist, kommt man nicht gerade besser mit. Hamburg hat im Übrigen zwei Stammstrecken im Gegensatz zu Berlin und auch einige Ausweichmöglichkeiten zwischen S- und U-Bahn im inneren Bereich.

Dazu kommt, dass man in Hamburg deutlich zügiger Unterwegs ist. Bis auf die U3 sind die U-Bahn-Linien sind schneller als 34 km/h im Schnitt, das schafft in Berlin nicht einmal die schnellste U-Bahn-Linie! Auch bei den S-Bahnen ist man in Hamburg weitestgehend zügiger unterwegs: Eidelstedt-Tiefstack schafft man mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h, ein Traum! Dass ist sogar schneller als unsere Ringbahn, und selbst die ist für Berlin verhältnismäßig zügig.

Es ist also einfach, anderen zu sagen, dass sie kleinere Brötchen backen sollen, wenn man selbst auf einem guten Stand ist. Aber die Qualitätsunterschiede Berlin-Hamburg können wir ja gerne an anderem Ort ausdiskutieren, wir würden hier jetzt eigentlich ganz gerne weiter über unsere Straßenbahn sprechen.
Wir wollen ja auch noch zum Thema zuurückkommen:

Zitat
Nemo
Interessant ist natürlich, dass man auf die Erschließungsmängel im Bereich Falckensteinstr. und Friedelstr. hinweist. Da komme ich dann auf die Idee, die Straßenbahn von der Falckensteinstr. durch den Park und dann die Wiener oder Reichenberger Str. vor zur Ohlauer Str. zu führen... Aber vielleicht sind wir ja in einem Jahr schlauer.

Das Gebiet östlich der Falckensteinstr. und östlich der Friedelstraße ist ohne eine Trasse durch den Görlitzer Park auch verhältnismäßig schwierig zu versorgen. Natürlich ist das nun kein Argument, um Parkanlagen zu zerschneiden, ich sehe Verkehrsachsen durch Parkanlagen grundsätzlich sehr kritisch, nur, weil dort Platz ist, sollte man dort nicht einfach Verkehrswege anlegen.

Da aber die Zerschneidung sicher nicht durch eine langsam fahrende Straßenbahn geschieht, sondern eher durch das Einziehen eines größeren umzäunten Sportplatzes und der Bebauung im Park (Kinderbauernhof), die meines Wissens nach ebenfalls umzäunt ist, halte ich den Eingriff an dieser Stelle doch für verhältnismäßig gering. Der Weg dazwischen ist eher eine begrünte Zuwegung als Erholungsfläche.

Zudem wird ja auch die Erreichbarkeit des Görlitzer Parkes als Naherholungsgebiet durch eine solche Andbindung auch erheblich verbessert, andere Parkanlagen haben eine deutlich direktere Anbindung an den ÖPNV (Volkspark Friedrichshain, Bürgerpark Marzahn, Volkspark Prenzlauer Berg, Fennpfuhlpark, …).

Wenn man das durch den Sportplatz zerschnittene Gebiet herausnimmt, handelt es sich dabei um eine Straßenbahntrasse von 90 Metern, auf der lediglich zwei Wegeverbindungen, welche auch nur einen Abstand von gut 20 Metern haben, von der Trasse durchbrochen werden würden.

Wenn man nicht gerade auf diesen 90 Metern einen 60-Meter-Bahnsteig mit Absperrgittern vorsieht, sondern eine eventuelle Haltestelle in der Falckensteinstr. und im südlichen Bereich neben dem Sportplatz, würde sich die Zerschneidung durch Bündelung der Barrieren Straßenbahntrasse und Sportplatz ja in ganz engen Grenzen bewegen. Bedauerlich wäre allenfalls, wenn man in dem Bereich umfangreiche Baumrodungen vornimmt, aber mit behutsamen Eingriffen halte ich Aufwertung und Abwertung mindestens in der Wage, wenn nicht die Aufwertung des Bereiches sogar überwiegt.
Zitat
Arec
Wenn man nicht gerade auf diesen 90 Metern einen 60-Meter-Bahnsteig mit Absperrgittern vorsieht, sondern eine eventuelle Haltestelle in der Falckensteinstr. und im südlichen Bereich neben dem Sportplatz, würde sich die Zerschneidung durch Bündelung der Barrieren Straßenbahntrasse und Sportplatz ja in ganz engen Grenzen bewegen. Bedauerlich wäre allenfalls, wenn man in dem Bereich umfangreiche Baumrodungen vornimmt, aber mit behutsamen Eingriffen halte ich Aufwertung und Abwertung mindestens in der Wage, wenn nicht die Aufwertung des Bereiches sogar überwiegt.

Ich würde gerade eine Haltestelle mitten im Park gutheißen - natürlich ohne Absperrgitter, so dass überall gekreuzt werden kann. Sie würde dank des generierten Passantenaufkommens sicher auch das subjektive Sicherheitsgefühl im Park steigern.
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