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IHK-Verkehrskonzept
geschrieben von schallundrausch 
Ich lager das mal aus, denn im Verkehrspolitik-Thread droht es unterzugehen:

Zitat
frolueb
Zitat
B-V 3313
Link - Tagesspiegel: IHK-Verkehrskonzept

Ultra-Kurzfassung:
Neue und mehr Züge
Regionalbahn: RE1 alle 20 Minuten, Heidekrautbhan, Stammbahn
S-Bahn: Falkensee
U-Bahn: Verlängerungen nach Tegel, zum BER, ins MV zum Rathaus Pankow, Ostkreuz und nach Staaken
Straßenbahn: M4-Entlastung über Michelangelostraße, Tram unterm Alex

Gesamtkonzept findet man übrigens hier: [www.ihk-berlin.de]

Sehr interessant und lesenswert. Die Handelskammer setzt sich sehr nüchtern mit den Rahmenbedingungen auseinander und stellt in meinen Augen sehr realistische Forderungen für den Planungshorizont 2030. Dass sie den Schwerpunkt beim Wirtschatsverkehr setzt ist logisch und nachvollziehbar. Gleichzeitig sagt das Konzept schon in der Präambel, dass der Ausbau des ÖPNV das wichtigste Projekt zur Befriedigung der Verkehrsbedürfnisse der Zukunft ist.
Ein großer Schwerpunkt wird auf die Vereinbarkeit von Radverkehr und Lieferverkehr gelegt. Diese sollen nicht um Flächen konkurrieren müssen. Die IHK ist sich sicher - jeder zusätzliche Radfahrer entlastet die Straßen, Ladezonen nehmen den Druck von Lieferdiensten, Radspuren zum 2.Reihe-Halten zu benutzen. Im Zweifel müssen Anwohnerparkplätze dafür weichen.
Überraschend ist, dass es kaum Überraschungen gibt. Die Forderungen nach Aus- und Neubau decken sich größtenteils mit dem Programm der aktuellen Regierung. Das ist bemerkenswert, gelten doch SPD, LINKE und GRÜNE in bestimmten Kreisen als wirtschaftsfeindlich.
Die etwas übermotivierten U-Bahn-Planungen kann man kritisieren. Aber zum Planungshorizont 2030 ist vielleicht auch da etwas 'drin'. Einzig die U1 zum Ostkreuz ist Unfug. Dagegen wird einem zügigen Weiterbau der S21 bis zum Südring das Wort geredet.
Die Straßenbahnplanungen decken sich fast zu 100% mit dem Senatsprogramm. Einzig die Alextram im U10-Tunnel ist für eingeweihte ein wenig zum Schmunzeln. Dagegen finde ich die Idee eines verstraßenbahnten '200 Nord' zur Michelangelostraße echt überfällig, schön, dass die mal in einem Konzept auftaucht.
Die sehr umfangreichen Straßenausbauwünsche sind natürlich einer Wirtschaftskammer geschuldet, deren Mitglieder Waren vor allem mit Verbrennern transportiert.
Mikrodepots für Lieferdienste zur Feinverteilung mit E-Mobilen oder Lastenrädern wird gefordert. Als Anwohner un quasi indirektem Nutznießer des ersten solchen Pilotdepots kann ich dem nur zustimmen, das scheint gut zu funktionieren und ist ein schönes Beispiel, das meinetwegen gerne Schule machen darf.

Richtig interessant finde ich aber erst, was NICHT im Konzept steht. Nirgendwo ist von autonomen Fahrzeugen die Rede, elektromobile Autos werden nicht als Heilsbringer der Zukunft gepriesen, und nirgendwo steht, dass durch Telematiklösungen und intelligente Ampelschaltungen das Stauproblem beseitigt werden könne.
Dass sind biedere, durchgerechnete, praxisorientierte Lösungen von Leuten, die wissen, womit sie jeden Tag ihr Geld verdienen. Und nicht irgendwelche hirnspinstigen Luftschlösser, wie Leute wie Czaja, Friederici und diverse Spandauer sie jeden zweiten Tag auftischen.
Re: IHK-Verkehrskonzept
16.07.2018 17:04
Zitat
schallundrausch

Die Straßenbahnplanungen decken sich fast zu 100% mit dem Senatsprogramm. Einzig die Alextram im U10-Tunnel ist für eingeweihte ein wenig zum Schmunzeln. Dagegen finde ich die Idee eines verstraßenbahnten '200 Nord' zur Michelangelostraße echt überfällig, schön, dass die mal in einem Konzept auftaucht.

Die Tunnellösung ist ja nun eher kaum realisierbar. Aber wie könnte man dann denn eine Straßenbahn über die Michelangelostr. am sinnvollsten einbinden? Würde es dann nicht schnell eng werden um den Alex rum?

Edit: Rechtschreibfehler korrigiert.

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1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.07.2018 17:20 von frolueb.
Re: IHK-Verkehrskonzept
16.07.2018 17:08
Zitat
frolueb
Zitat
schallundrausch

Die Straßenbahnplanungen decken sich fast zu 100% mit dem Senatsprogramm. Einzig die Alextram im U10-Tunnel ist für eingeweihte ein wenig zum Schmunzeln. Dagegen finde ich die Idee eines verstraßenbahnten '200 Nord' zur Michelangelostraße echt überfällig, schön, dass die mal in einem Konzept auftaucht.

Die Tunnellösung ist ja nun eher kaum realisierbar. Aber wir könnte man dann denn eine Straßenbahn über die Michelangelostr. am sinnvollsten einbinden? Würde es dann nicht schnell eng werden um den Alex rum?

Die Strecke über die alte Schönhauser Str. liegt ja relativ ungenutzt rum. Da könnte man doch einige Fahrten hin umleiten - oder?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
frolueb
Zitat
schallundrausch

Die Straßenbahnplanungen decken sich fast zu 100% mit dem Senatsprogramm. Einzig die Alextram im U10-Tunnel ist für eingeweihte ein wenig zum Schmunzeln. Dagegen finde ich die Idee eines verstraßenbahnten '200 Nord' zur Michelangelostraße echt überfällig, schön, dass die mal in einem Konzept auftaucht.

Die Tunnellösung ist ja nun eher kaum realisierbar. Aber wir könnte man dann denn eine Straßenbahn über die Michelangelostr. am sinnvollsten einbinden? Würde es dann nicht schnell eng werden um den Alex rum?

Verknüpfung mit der M4? Vielleicht muss sie gar nicht zum Alex. Sondern über die Friedenstraße direkt zum Osbahnhof? Oder Alex I muss irgendwann viergleisig werden ;)
Auch wenn die Absurdität der "Tieferlegung" der Straßenbahn unter dem Alex mir bewusst ist, so würde ich eine Sache gerne wissen:
Wie weit reichen die beiden Tunnelstutzen der U3/10 Richtung Weißensee?
Zitat
J. aus Hakenfelde
Auch wenn die Absurdität der "Tieferlegung" der Straßenbahn unter dem Alex mir bewusst ist, so würde ich eine Sache gerne wissen:
Wie weit reichen die beiden Tunnelstutzen der U3/10 Richtung Weißensee?

Wiki ist Dein Freund:
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Bäderbahn
Man müsste einfach über die Grunerstraße ausweichen.
Zitat
nicolaas
Man müsste einfach über die Grunerstraße ausweichen.
Danke, genau. Manchmal sind die einfachsten Lösungen die auf die man als letzte kommt :D
Re: IHK-Verkehrskonzept
17.07.2018 21:19
Ähnliche Gedanken hatte ich auch schon, allerdings etwas komplizierter und nicht zwingend als Umleitung. Statt die Trasse in die Wadzeckstraße abbiegen zu lassen weiterhin in der Mitte auf einem Ständerwerk aufwärts Richtung Alexanderstraße und dort dann mit leichten Kurven in Richtung Alexanderplatz. Wenn man den Eingang noch versetzen könnte würde man parallel zum Saturgebäude halten, oder ihn mittig der Haltestelle liegen lassen, bzw. ein Mittelbahnsteig für Zweirichterlinie und ein zweites Gleispaar für Einrichterlinien.
So könnte man auch die Haltestelle vor dem Roten Rathaus gestalten.
Nur als Gedankenansatz.
Jay
Re: IHK-Verkehrskonzept
17.07.2018 22:52
Zitat
nicolaas
Man müsste einfach über die Grunerstraße ausweichen.

Genau. Und das Ganze nennt man dann "Alex III". So lange allerdings "nur" eine Ampel und eine an diese LSA anschließende Haltestelle der limitierender Faktor sind, besteht auch auf den Bestandsstrecken noch etwa Spielraum.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
222
Re: IHK-Verkehrskonzept
17.07.2018 23:55
Zitat
Jay
Zitat
nicolaas
Man müsste einfach über die Grunerstraße ausweichen.

Genau. Und das Ganze nennt man dann "Alex III". So lange allerdings "nur" eine Ampel und eine an diese LSA anschließende Haltestelle der limitierender Faktor sind, besteht auch auf den Bestandsstrecken noch etwa Spielraum.

Das sehe ich etwas anders. Sicherlich kann man aus Alex I noch was rausholen und auch einige Züge über Alex II schicken (da sehe ich am meisten Potential). Aber man sollte auch bedenken, dass Alex I sich in einer Fußgängerzone befindet. Wenn dort noch mehr und noch längere Züge fahren erreichen wir irgendwann einen Punkt, an dem die Trasse wie eine rollende Wand wirkt.

Wie gesagt, bis dahin ist noch etwas Luft und Alex II gibt es ja auch noch. Ist auch nur meine persönliche Meinung. Aber ich finde die Idee von Alex III grundsätzlich nicht verkehrt.
Zitat
Jay
So lange allerdings "nur" eine Ampel und eine an diese LSA anschließende Haltestelle der limitierender Faktor sind, besteht auch auf den Bestandsstrecken noch etwa Spielraum.

Sieht man bei den derzeitigen Bauarbeiten, dass auch am Knoten Moll-/Braunstraße maximal zwei Linien den Abzweig Süd-Ost passieren können, trotz der Vorsortiergleise.
Normalerweise M5 und M6, jetzt M4 und M5. Je Umlauf geht nur ein Wagen oder Zug in jede Richtung. Deshalb muss die M6 nun an der Virchowstraße verenden.

Jede kleine Demo auf einer der Alexstrecken sowie die zahlreichen kommerziellen Veranstaltungen führen stets zu Problemen und bei polizeilich angeordneten Sperrungen zu extra Fußwegen, da Ersatzverkehr kaum möglich ist.

so long

Mario
Re: IHK-Verkehrskonzept
23.07.2018 22:20
Zitat
222
Zitat
Jay
Zitat
nicolaas
Man müsste einfach über die Grunerstraße ausweichen.

Genau. Und das Ganze nennt man dann "Alex III". So lange allerdings "nur" eine Ampel und eine an diese LSA anschließende Haltestelle der limitierender Faktor sind, besteht auch auf den Bestandsstrecken noch etwa Spielraum.

Das sehe ich etwas anders. Sicherlich kann man aus Alex I noch was rausholen und auch einige Züge über Alex II schicken (da sehe ich am meisten Potential). Aber man sollte auch bedenken, dass Alex I sich in einer Fußgängerzone befindet. Wenn dort noch mehr und noch längere Züge fahren erreichen wir irgendwann einen Punkt, an dem die Trasse wie eine rollende Wand wirkt.

Wie gesagt, bis dahin ist noch etwas Luft und Alex II gibt es ja auch noch. Ist auch nur meine persönliche Meinung. Aber ich finde die Idee von Alex III grundsätzlich nicht verkehrt.

Und wo wendet dann die M2? Alex II ist mit den verkehren der M2 ausgelastet und eignet sich nur als notdürftige Blockumfahrung im Störungs- und Baufall, da man von dort keine Endstelle erreichen kann, an der man eine Linie im dichten Takt wenden könnte.

Der Grunerstraßenvorschlag ist wohl eher humoristisch gemeint, oder möchte da wirklich irgendwer fernab von jeglichen Umsteigemöglichkeiten enden? Statt Alex-III könnte man es auch U-Bf Klosterstr. Nordseite nennen oder so...

Zitat
der weiße bim
Zitat
Jay
So lange allerdings "nur" eine Ampel und eine an diese LSA anschließende Haltestelle der limitierender Faktor sind, besteht auch auf den Bestandsstrecken noch etwa Spielraum.

Sieht man bei den derzeitigen Bauarbeiten, dass auch am Knoten Moll-/Braunstraße maximal zwei Linien den Abzweig Süd-Ost passieren können, trotz der Vorsortiergleise.
Normalerweise M5 und M6, jetzt M4 und M5. Je Umlauf geht nur ein Wagen oder Zug in jede Richtung. Deshalb muss die M6 nun an der Virchowstraße verenden.

Jede kleine Demo auf einer der Alexstrecken sowie die zahlreichen kommerziellen Veranstaltungen führen stets zu Problemen und bei polizeilich angeordneten Sperrungen zu extra Fußwegen, da Ersatzverkehr kaum möglich ist.

Mir wurde hier neulich erklärt, da gäbe es noch ausreichend Kapazitäten für mehr Verkehr, als ich zweifelte, dass der Mollknoten noch mehr, als derzeit planmäßig verkehrt, schafft.
Re: IHK-Verkehrskonzept
24.07.2018 23:00
Es geht hier um die M4? Die soll doch eh irgendwann weiter zum Potsdamer Platz, also warum muss die zwingend noch über den Alex selbst fahren? Statt nach rechts in die Wadzeckstraße geradeaus weiter, Haltestelle zwischen Saturn und Alexa (wo jetzt der 248er hält) und direkt weiter geradeaus zur Leipziger Straße...
Jay
Re: IHK-Verkehrskonzept
24.07.2018 23:12
Zitat
182 004
Es geht hier um die M4? Die soll doch eh irgendwann weiter zum Potsdamer Platz, also warum muss die zwingend noch über den Alex selbst fahren? Statt nach rechts in die Wadzeckstraße geradeaus weiter, Haltestelle zwischen Saturn und Alexa (wo jetzt der 248er hält) und direkt weiter geradeaus zur Leipziger Straße...

Nein, das ergibt betrieblich keinen Sinn. Alex II ist die Strecke aus der Prenzlauer, Alex I die aus der Greifswalder. Eine Alex III-Strecke wäre dann primär für die Linien aus der Landsberger Allee.

Davon abgesehen wollen die Fahrgäste aus der Greifswalder Straße nicht alle zum Potsdamer Platz, sondern so wie viele andere Fahrgäste teilweise auch in die U5, U8 oder zur Stadtbahn umsteigen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Über Alex I sind anfänglich 6 Linien gefahren: 2,3,4,5,6 und 15. Das nicht nur über die Mollstr. hinweg, sondern auch von der Moll- in die Otto-Braun-Str. 18 Züge/h möglich sind, zeigt die derzeitige Umleitung der M4. Das diese Kreuzung und die Querung der Alexanderstr. unnötig als Flaschenhälse ausgelegt wurden, dürfte hier Konsens sein. Spätestens im Rahmen einer Neubaustrecke wird man Alex I optimieren.

Mit der Verlängerung zum Potsdamer Platz verbinden Dircksen- und Gontardstr. als Spangen die Achsen Liebknechtstr. und Rathausstr.-Bernhard-Weiß-Str. Beide Spangen lassen sich zu einer dritten Achse: die ohnehin völlig umzugestaltende Grunerstr., verlängern (steht der Autotunnel nicht ohnehin zur Disposition?), so dass deren Züge über die heutigen Haltestellen S-/U-Bahnhof alle Umsteigemöglichkeiten erreichen und in die Liebknechtstr. weiter geführt werden. Die U2 wird bereits früher erreicht: Ihr Südzugang liegt im Zuge der alten Alexanderstr. - die sich auch als Spange anbieten würde.

Bis zu drei Achsen, deren Züge so über bis zu drei Spangen kreuzen, dass alle Umsteigemöglichkeiten erreicht werden - bereits ein Teil davon dürfte die Leistungsfähigkeit ausreichend erhöhen, um die im IHK-Konzept vorgeschlagene Neubaustrecke zur Kniprodestr. einbinden zu können.

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
def
Re: IHK-Verkehrskonzept
25.07.2018 05:54
Zitat
Arec
Mir wurde hier neulich erklärt, da gäbe es noch ausreichend Kapazitäten für mehr Verkehr, als ich zweifelte, dass der Mollknoten noch mehr, als derzeit planmäßig verkehrt, schafft.

Er schafft auch mehr. Dazu muss man allerdings von dem Dogma wegkommen, dass der MIV auf gar keinen Fall darunter leiden darf. Wir sind hier im Zentrum einer Millionenstadt. Da müssen im Zweifelsfall Nutzer des flächenuneffektivsten Verkehrsmittel eben auch mal etwas länger warten, damit der Umweltverbund vorankommt.
Re: IHK-Verkehrskonzept
25.07.2018 10:41
Wie hat man früher eigentlich die Züge von Alex I und Alex II durch die Alte Schönhauser Straße bekommen?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Es gab viel weniger Ampeln, die uneingeschränkte Vorfahrt der Straßenbahn( bis 1990), und die Vorsortierung am Mollknoten..

T6JP
Und vor 1978 und von 1990-1998?

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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