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Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS - die Nachwehen der Mehdorn-Ära
geschrieben von BahnInfo-Redaktion 
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Global Fisch


Wobei es auch unter "uns Berlinern" viele gibt, die vergessen haben (oder gar nicht wissen), dass gerade in unserer Region etliche Jahrzehnte lang serienweise (viel mehr als irgendwo anders) als "mit Dampf betriebene-S-Bahn" vermarktete Züge fuhren (später natürlich dann mit Diesel oder Wechselstrom). Insofern ist der heutige reine Gleichstrom S-Bahn-System nun gerade nicht "historisch gewachsen", sondern keine 30 Jahre alt.

Die "Dampf-S-Bahn" gab es nur, weil diese Strecken in den S-Bahn-Tarif mit einbezogen waren. Von einem S-Bahn-Betrieb konnte man auf diesen Strecken genausowenig sprechen, wie z.B. die meisten Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn etwas mit einem echten S-Bahnbetrieb gemein haben.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Harald Tschirner
Die "Dampf-S-Bahn" gab es nur, weil diese Strecken in den S-Bahn-Tarif mit einbezogen waren. Von einem S-Bahn-Betrieb konnte man auf diesen Strecken genausowenig sprechen, wie z.B. die meisten Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn etwas mit einem echten S-Bahnbetrieb gemein haben.

Tja, und was war dann das 1961-1983 zwischen Hennigsdorf und Velten?

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
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Harald Tschirner
Die "Dampf-S-Bahn" gab es nur, weil diese Strecken in den S-Bahn-Tarif mit einbezogen waren. Von einem S-Bahn-Betrieb konnte man auf diesen Strecken genausowenig sprechen, wie z.B. die meisten Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn etwas mit einem echten S-Bahnbetrieb gemein haben.

Tja, und was war dann das 1961-1983 zwischen Hennigsdorf und Velten?

Das waren zwar Gleichstrom-S-Bahnzüge, die Betriebsabwicklung richtete sich aber nach den Anschlüssen an die "Dampf-S-Bahn" in Hennigsdorf Nord.
Hätte es in den Räumen Falkensee und Rangsdorf ähnliche Unterhaltungsanlagen wie in Velten gegeben, wäre so ein Pendelbetrieb, der ja noch kurze Zeit nach der Grenzschließung bestand, möglicherweise auch dort erhalten geblieben.

Beste Grüße
Harald Tschirner
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Harald Tschirner
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B-V 3313
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Harald Tschirner
Die "Dampf-S-Bahn" gab es nur, weil diese Strecken in den S-Bahn-Tarif mit einbezogen waren. Von einem S-Bahn-Betrieb konnte man auf diesen Strecken genausowenig sprechen, wie z.B. die meisten Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn etwas mit einem echten S-Bahnbetrieb gemein haben.

Tja, und was war dann das 1961-1983 zwischen Hennigsdorf und Velten?

Das waren zwar Gleichstrom-S-Bahnzüge, die Betriebsabwicklung richtete sich aber nach den Anschlüssen an die "Dampf-S-Bahn" in Hennigsdorf Nord.

Also keine richtige S-Bahn, da kein Taktverkehr...? Das System war und ist selbst in Berlin nie zu 100% eindeutig gewesen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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Harald Tschirner
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Global Fisch


Wobei es auch unter "uns Berlinern" viele gibt, die vergessen haben (oder gar nicht wissen), dass gerade in unserer Region etliche Jahrzehnte lang serienweise (viel mehr als irgendwo anders) als "mit Dampf betriebene-S-Bahn" vermarktete Züge fuhren (später natürlich dann mit Diesel oder Wechselstrom). Insofern ist der heutige reine Gleichstrom S-Bahn-System nun gerade nicht "historisch gewachsen", sondern keine 30 Jahre alt.

Die "Dampf-S-Bahn" gab es nur, weil diese Strecken in den S-Bahn-Tarif mit einbezogen waren. Von einem S-Bahn-Betrieb konnte man auf diesen Strecken genausowenig sprechen, wie z.B. die meisten Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn etwas mit einem echten S-Bahnbetrieb gemein haben.

Und wer legt fest, was ein "S-Bahn-Betrieb", von dem man sprechen kann, ist? In welchen Rechts/Betriebsvorschriften steht das?

Was ich kenne, sind deskriptive Beschreibungen über typische Merkmale, die dann den Verkehrswissenschaftsstudenten beigebracht werden. (Von wegen Taktverkehr, schneller Ein- und Ausstieg etc., früher eben auch der Tarif.).

Aber die sind nachträglich, so dass es irgendwie passt. Eben deskriptiv, nicht normativ.

In Wirklich gilt: S-Bahn ist genau das, was die Bahn (oder heute vielleicht der Besteller) so nennt. Und das galt für Berlin eben auch für die ganzen anderen Städte/Regionen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2019 17:07 von Global Fisch.
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andre_de
Und auch ich bin nicht der größte Fan davon, wenn Regionalverkehrsnetze (siehe MDSB) 1:1 zur S-Bahn umdeklariert werden.

Noch dazu, wenn - wie bei der S-Bahn Mitteldeutschland - zumindest in Tagesrandlage so ein Zug auch schonmal an seinem Ziel auch linientechnisch mal eben zur Regionalbahn wird und als diese weiterverkehrt.
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fatabbot
Zitat
andre_de
Und auch ich bin nicht der größte Fan davon, wenn Regionalverkehrsnetze (siehe MDSB) 1:1 zur S-Bahn umdeklariert werden.

Noch dazu, wenn - wie bei der S-Bahn Mitteldeutschland - zumindest in Tagesrandlage so ein Zug auch schonmal an seinem Ziel auch linientechnisch mal eben zur Regionalbahn wird und als diese weiterverkehrt.

Das hat da Tradition, und nicht nur dort. Garnituren der Leipziger S-Bahnen fuhren schon immer bis Borna, Altenburg etc. weiter, Rostocker S-Bahnen aus Warnemünde nach Güstrow oder Rostock Überseehafen (zur "S-Bahn" mutierten der Überseehafen-Ast erst zur Wendezeit, der Güstrow deutlich später), manche Sputnik-Züge fuhren von Werder nach Brandenburg weiter etc.
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Railroader
Zitat
Henning

Das war am Bahnhof Griebnitzsee.

Bei den neueren S-Bahnen mit Türschließautomatik wäre dies so gut wie sicher vermieden worden, wenn jemand die Tür blockieren würde.

Auch am Bahnhof Griebnitzsee wurde in diesem Zeitraum durch eine Aufsicht abgefertigt.

Es kommt drauf an, welches Abfertigungsverfahren angewandt wird. Es ist zumindest wahrscheinlich, dass die S-Bahn Berlin, ebenso wie einige andere S-Bahnen, das soganannte TAV-Verfahren an gewissen Bahnhöften bzw. in gewissen Situationen nicht anwerden wird, da man sonst gar nicht mehr wegkommt.

Und S-Bahn ist eine Marke, die erstmal nichts mit der Bauart der Züge zu tun hat. Wenn du also von S-Bahnen redest, schließt du alle Züge damit ein, die unter dieser Bezeichnung verkehren.

Am Bahnhof Griebnitzsee habe ich seit 2008 nur gesehen, wie der Fahrer den Zug selbst abgefertigt hat.

Ich habe extra betont, dass ich mich auf alle S-Bahnzüge mit Türschließautomatik beziehe. Davon gibt es in Berlin bis jetzt noch keine im Linieneinsatz.

Warum meinst du, dass man mit dem TAV-Verfahren an manchen Stationen gar nicht mehr weiterkommt?
Zitat
Henning

Warum meinst du, dass man mit dem TAV-Verfahren an manchen Stationen gar nicht mehr weiterkommt?

Das TAV schließt die Türen nicht per Schließbefehl, sondern nimmt nur die Freigabe zurück. Türen die zu sind, bleiben also zu, die, die gerade schließen, dann auch. Sobald aber jemand ins Lichtgitter läuft, öffnet die Tür wieder. Fahrgäste sehen die entsprechenden offenen Türen und rennen da immer wieder rein, so dass sie nicht schließt. Deshalb wendet man dieses Verfahren bei vielen S-Bahnen auf frequentierten Stationen nicht an und führt das Zwangsschließen durch.
Zitat
Railroader
Zitat
Henning

Warum meinst du, dass man mit dem TAV-Verfahren an manchen Stationen gar nicht mehr weiterkommt?

Das TAV schließt die Türen nicht per Schließbefehl, sondern nimmt nur die Freigabe zurück.

Ich weiß was du meinst, aber so wie es hier steht ist es nicht richtig. Auch mit TAV kann man zwangsschließen und dies darf auch angewendet werden unter Berücksichtigung, dass man alle Türen einsehen kann. Ist ja aber bei der S-Bahn Berlin zurzeit nicht anders.
Die TAV-Funktion dezentrales Schließen empfinde ich für aber trotz genannter Nachteile auch für notwendig, da die Sicherheit einfach viel größer ist und niemand mitgeschleift werden kann. Bei geringem Fahrgastandrang entsteht dort auch keine weitere Verspätung. Und wenn doch, na dann nimmt man halt die Zwangsschließfunktion, ist nur ein Knopfdruck mehr.

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MfG, S5M
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S5 Mahlsdorf
Bei geringem Fahrgastandrang entsteht dort auch keine weitere Verspätung. Und wenn doch, na dann nimmt man halt die Zwangsschließfunktion, ist nur ein Knopfdruck mehr.

Ja, genau so. Ging ja auch eher um Abschnitte mit großen Fahrgastaufkommen, weshalb zum Beispiel im Tunnel in FFM und in München stets das Zwangsschließen angewendet wird. Man hat einfach festgestellt, dass die Verspätungen sonst zu groß werden. Ich denke, dass Berlin diesen Weg auf entsprechenden Strecken auch gehen wird.
Zitat
S5 Mahlsdorf
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Railroader
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Henning

Warum meinst du, dass man mit dem TAV-Verfahren an manchen Stationen gar nicht mehr weiterkommt?

Das TAV schließt die Türen nicht per Schließbefehl, sondern nimmt nur die Freigabe zurück.

Ich weiß was du meinst, aber so wie es hier steht ist es nicht richtig. Auch mit TAV kann man zwangsschließen und dies darf auch angewendet werden unter Berücksichtigung, dass man alle Türen einsehen kann. Ist ja aber bei der S-Bahn Berlin zurzeit nicht anders.
Die TAV-Funktion dezentrales Schließen empfinde ich für aber trotz genannter Nachteile auch für notwendig, da die Sicherheit einfach viel größer ist und niemand mitgeschleift werden kann. Bei geringem Fahrgastandrang entsteht dort auch keine weitere Verspätung. Und wenn doch, na dann nimmt man halt die Zwangsschließfunktion, ist nur ein Knopfdruck mehr.

Woher kommt denn der Irrglaube, TAV wäre sicher(er)? Auch bei TAV wurden schon Leute eingeklemmt, mitgeschleift und getötet. Und genau solche Fälle führten dazu, dass das EBA die Anforderungen an Neuzulassungen so extrem angezogen hat. Warum wohl wurde der "Serviceblick" (was für ein Euphemismus) verpflichtend? Eben weil es immer wieder Vorfälle gab!

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Die 423er waren die ersten S-Bahnfahrzeuge mit Lichtschranken. Anfangs waren sie nur in Bodennähe, weshalb es zu einigen Unfällen führte. Diese waren meines Wissens aber nie tödlich. Später wurden die Lichtschranken im nahezu gesamten Türbereich eingebaut, so dass es kaum noch solche Vorfälle gab.
Zitat
Jay
Warum wohl wurde der "Serviceblick" (was für ein Euphemismus) verpflichtend? Eben weil es immer wieder Vorfälle gab!


Der Serviceblick bedeutet aber auch nur, dass man den Teil, den man einsehen kann, überblicken muss. Wenn du bspw. von FFM-Rödelheim Richtung FFM-Hbf. fährst, sind das gerade mal 6-9 Türen.

Der Serviceblick hat bei mir aber auch schon mal eine Frau vor Schlimmeren bewahrt. Sie stieg aus, wurde ohnmächtig und landete mit einem Bein in der Lücke zwischen Zug und Bahnsteig. Von technischer Seite hätte ich abfahren können.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2019 00:29 von Railroader.
Da hatte ich letztens auch so ein Erlebnis zum Thema Abfertigung.
Ich begleitete eine Schulklasse (ca. 15 Kinder im Alter von 6 Jahren) und diese war zur Hälfte beim Einsteigen da sagt der Tf "zurückbleiben bitte". Das war in Schöneweide. Angekommen in Grünau stiegen wir aus. Ich sprach dem Tf an, der zur Räumung durch den Zug ging, dass dies eine sehr ungünstige Situation für uns war als er mitten im Einstiegsvorgang seine Aufforderung "zurückbleiben" abgibt. Streng genommen müssten wir die Gruppe nun zwangstrennen, da wir ja gleichzeitig den Kindern das Vorbild sein wollen, dass man nicht mehr einsteigt nach dem Ruf.

Er sagte, dass man das 1.) durch den kleinen Spiegel schwer sehen kann wenn noch viele andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen (Naja, Schöneweide außerhalb HVZ stadtauswärts) und 2.) es eigentlich früher üblich war sich an der ersten Tür zu melden. Wir sind im dritten Wagen eingestiegen. Es war ein durchaus freundliches Gespräch. Zum einen geb ich ihm ja Recht: Klar, man kann auch ganz vorn einsteigen, ist sicherer, aber wenn man schon am dritten Wagen nicht mehr erkennen kann, ob nun noch Kinder einsteigen oder nicht stimmt mich das bedenklich.

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Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Zitat
Railroader
Zitat
Jay
Warum wohl wurde der "Serviceblick" (was für ein Euphemismus) verpflichtend? Eben weil es immer wieder Vorfälle gab!


Der Serviceblick bedeutet aber auch nur, dass man den Teil, den man einsehen kann, überblicken muss. Wenn du bspw. von FFM-Rödelheim Richtung FFM-Hbf. fährst, sind das gerade mal 6-9 Türen.

Der Serviceblick hat bei mir aber auch schon mal eine Frau vor Schlimmeren bewahrt. Sie stieg aus, wurde ohnmächtig und landete mit einem Bein in der Lücke zwischen Zug und Bahnsteig. Von technischer Seite hätte ich abfahren können.

Siehste, genau darauf wollte ich hinaus. Dieser Blick hat nichts mit Service zu tun, sondern ist schlichtweg notwendig und ich finde es auch äußerst unpraktisch, dass je nach Bahnsteigkrümmung für einen Teil der Türen keine Sichtkontrolle erfolgt. Genau das stört mich eben besonders an TAV.

PS: Hier noch ein Link zu "damals". Da haben wir auch noch mal den Grund, warum das EBA ganz plötzlich extrem pingelig wurde.
[www.tagesspiegel.de]

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2019 09:56 von Jay.
Zitat
Logital
Da hatte ich letztens auch so ein Erlebnis zum Thema Abfertigung.
Ich begleitete eine Schulklasse (ca. 15 Kinder im Alter von 6 Jahren) und diese war zur Hälfte beim Einsteigen da sagt der Tf "zurückbleiben bitte". Das war in Schöneweide. Angekommen in Grünau stiegen wir aus. Ich sprach dem Tf an, der zur Räumung durch den Zug ging, dass dies eine sehr ungünstige Situation für uns war als er mitten im Einstiegsvorgang seine Aufforderung "zurückbleiben" abgibt. Streng genommen müssten wir die Gruppe nun zwangstrennen, da wir ja gleichzeitig den Kindern das Vorbild sein wollen, dass man nicht mehr einsteigt nach dem Ruf.

Er sagte, dass man das 1.) durch den kleinen Spiegel schwer sehen kann wenn noch viele andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen (Naja, Schöneweide außerhalb HVZ stadtauswärts) und 2.) es eigentlich früher üblich war sich an der ersten Tür zu melden. Wir sind im dritten Wagen eingestiegen. Es war ein durchaus freundliches Gespräch. Zum einen geb ich ihm ja Recht: Klar, man kann auch ganz vorn einsteigen, ist sicherer, aber wenn man schon am dritten Wagen nicht mehr erkennen kann, ob nun noch Kinder einsteigen oder nicht stimmt mich das bedenklich.

Konnten alle noch einsteigen?
Zitat
Logital

Er sagte, dass man das 1.) durch den kleinen Spiegel schwer sehen kann wenn noch viele andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen .

Wenn er etwas schwer erkennen kann, dann muss er aussteigen und gucken. Hatte gestern ne Kindergruppe, wo sich tatsächlich der Erzieher vorne angemeldet und auch wieder abgemeldet hat, nachdem alle Kinder ausgestiegen waren. War so süß, die Kinder dann alle: "Kannst du mal hupen?" Hab ich natürlich gemacht und sie haben sich, inkl. der Erzieher, alle gefreut wie Bolle. ;-)
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