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U-Bahn U2 Dynamische Fahrgastinformation
geschrieben von O-37 
Zitat
der weiße bim
Der ehemalige Spreequellzug Doppeltriebwagen 426/427 (ursprünglich 135 824 und 135 825) wurde bei der Ertüchtigung im Jahr 2009 zu 1070-1/1070-2 umgezeichnet. Nur diese beiden GI/1E-Wagen blieben ohne BF. Langsam bekommen auch die G-Züge Risse, die senkrechte Reparaturschweißung ist bei 1070-1 am Fahrerstand besonders auffällig, siehe Markierung auf dem Bild unten. Immerhin ist dieser Doppeltriebwagen am 30.7.1980 also vor über 38 Jahren in Dienst gestellt worden, und überlebt die jetzt ausscheidenden etwas jüngeren A3L82. Ich habe leider gerade keine Innenaufnahme zur Hand, aber die leere Stelle an der Fahrerstandswand erkennt man, wo sich sonst der Doppelmonitor des BF befinden sollte.

Das BF ließ eine Fremdfirma nach ihren Vorstellungen einbauen. Dabei wurden alle GI/1, aber keine GI berücksichtigt. Bei der Ertüchtigung liefen die Verträge noch, deshalb blieb es dabei. Die BF-Geräte ausgemusterter Wagen in nicht ausgerüstete einzubauen, war meines Wissens vertraglich nicht vereinbart. Das ist aber lange her, habe die Texte nie selbst gelesen. Aus dem gleichen Grund haben die A3E-Wagen kein BF, da auch die A3-60, A3-64, A3-66 und A3L66 kein BF bekommen haben (bei den A3L67 bin ich mir nicht sicher).

Dieser GI ist zwar jahrgangsmäßig älter als die A3L82, dürfte aber weniger Laufleistung als diese Fahrzeuge haben, da er zwischendurch einige Jahre komplett abgestellt war. Auf deinem Foto kann man die leere Stelle an der Führerstandwand etwas sehen. Darauf ist auch zu erkennen, dass an diesem Wagen die gelbe Lampe nicht leuchtet. Wenn die G-Züge jetzt schon Risse bekommen, werden sie wohl keine weitere zehn Jahre mehr durchhalten. Haben die A3E auch schon Risse?

Die A3L67, die im Jahr 2007 durch die HK-Serienzüge ersetzt wurden, hatten auch alle kein Berliner Fenster.
...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.2018 22:33 von Henning.
Zitat
der weiße bim
Im Großprofilnetz sind alle F- und H-Züge der Linien U6 bis U9 mit BF ausgestattet. Werden die BF-Monitore aber relevant für die Fahrgastinfo, muss man künftig auch Züge mit schadhaften BF zur Instandsetzung in die Betriebswerkstätten schicken.
Wir sind im Jahr 2018. Da sieht man eigentlich sämtliche relevanten Informationen in Echtzeit auf dem Smartphone. Meine Uhr (Apple Watch) vibriert sogar, wenn ich um- oder aussteigen muss. Bei der Fernbahn kann ich sogar schon Reisen, ohne dass irgendjemand mein Ticket sehen will.

Langfristig kann man davon ausgehen, dass man überhaupt keine Fahrgastinformationen mehr in den Zügen oder am Bahnhof benötigt. Persönlich denke ich, dass wir in Zukunft eher alle relevanten Infos in eine AR-Brille eingeblendet bekommen. Darunter z.B. in welchem Teil des Zuges man am Besten einsteigen sollte, weil dort noch Sitzplätze verfügbar sind.
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Zitat
der weiße bim
Im Großprofilnetz sind alle F- und H-Züge der Linien U6 bis U9 mit BF ausgestattet. Werden die BF-Monitore aber relevant für die Fahrgastinfo, muss man künftig auch Züge mit schadhaften BF zur Instandsetzung in die Betriebswerkstätten schicken.
Wir sind im Jahr 2018. Da sieht man eigentlich sämtliche relevanten Informationen in Echtzeit auf dem Smartphone. Meine Uhr (Apple Watch) vibriert sogar, wenn ich um- oder aussteigen muss. Bei der Fernbahn kann ich sogar schon Reisen, ohne dass irgendjemand mein Ticket sehen will.

Langfristig kann man davon ausgehen, dass man überhaupt keine Fahrgastinformationen mehr in den Zügen oder am Bahnhof benötigt. Persönlich denke ich, dass wir in Zukunft eher alle relevanten Infos in eine AR-Brille eingeblendet bekommen. Darunter z.B. in welchem Teil des Zuges man am Besten einsteigen sollte, weil dort noch Sitzplätze verfügbar sind.

Da bin ich immer hin- und hergerissen zwischen (a) die Technik geil zu finden und (b) keine Lust zuhaben damit immer im Alltag rumzurennen :-D
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Langfristig kann man davon ausgehen, dass man überhaupt keine Fahrgastinformationen mehr in den Zügen oder am Bahnhof benötigt.

Für Verkehrsunternehmen (VU) sollte eigentlich der nicht informierte Fahrgast das Maß aller Dinge sein. Es muss auch künftig möglich sein, ohne das Mitführen von Zusatzgeräten öffentliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Es wird immer eine Gruppe Menschen geben, die das bewusst vermeidet und eine andere, die sich das schlicht nicht leisten kann oder den Umgang damit nicht versteht.

Wer sich unbedingt immer das neueste Modell bestimmter Apparate anschaffen muss, weil die Werbung es suggeriert, kann das gerne tun. Er kann aber nicht erwarten, dass für diese Geräte alle möglichen Daten und Netze stets und ständig (und möglichst kostenlos) zur Verfügung gestellt werden.
Der Mindeststandard an Fahrgastinformation für VU wird im Personenbeförderungsgesetz definiert. Wünscht der Besteller darüber hinausgehende Dinge, muss er sie mit den VU vertraglich vereinbaren und vergüten.

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.2018 16:03 von der weiße bim.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Langfristig kann man davon ausgehen, dass man überhaupt keine Fahrgastinformationen mehr in den Zügen oder am Bahnhof benötigt.

Für Verkehrsunternehmen (VU) sollte eigentlich der nicht informierte Fahrgast das Maß aller Dinge sein. Es muss auch künftig möglich sein, ohne das Mitführen von Zusatzgeräten öffentliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Es wird immer eine Gruppe Menschen geben, die das bewusst vermeidet und eine andere, die sich das schlicht nicht leisten kann oder den Umgang damit nicht versteht.

Wer sich unbedingt immer das neueste Modell bestimmter Apparate anschaffen muss, weil die Werbung es suggeriert, kann das gerne tun. Er kann aber nicht erwarten, dass für diese Geräte alle möglichen Daten und Netze stets und ständig (und möglichst kostenlos) zur Verfügung gestellt werden.
Der Mindeststandard an Fahrgastinformation für VU wird im Personenbeförderungsgesetz definiert. Wünscht der Besteller darüber hinausgehende Dinge, muss er sie mit den VU vertraglich vereinbaren und vergüten.

Den ersten Teil sehe ich so wie du. Die Systeme müssen so ausgelegt sein, dass auch ein Fahrgast ohne technisches Endgerät seinen Weg findet. Den zweiten Teil sehe ich ein wenig anders. Man darf durchaus erwarten, dass diese Daten auch online kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Es gilt die Open-Data-Strategie des Landes Berlin. Im Entwurf des Nahverkehrsplans wird zudem die (Weiter-)Entwicklung einer verbundweit verkehrsmittelübergreifenden App gefordert, die allen Nutzern zur Verfügung stehen soll - inklusive jenen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Wie das finanziert wird, können Land und VU gerne untereinander klären, aber für den Endkunden sollte es kostenfrei sein.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
der weiße bim

Der Mindeststandard an Fahrgastinformation für VU wird im Personenbeförderungsgesetz definiert. Wünscht der Besteller darüber hinausgehende Dinge, muss er sie mit den VU vertraglich vereinbaren und vergüten.

Siehst du da Lücken? Wurde irgendwas nicht bestellt?

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Achtung! Türen können automatisch öffnen!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.2018 12:45 von Logital.
Zitat
der weiße bim
Aus dem gleichen Grund haben die A3E-Wagen kein BF, da auch die A3-60, A3-64, A3-66 und A3L66 kein BF bekommen haben (bei den A3L67 bin ich mir nicht sicher).

Zitat
der weiße bim

Die A3L67 haben Einzellampen und kein Berliner Fenster (Doppelmonitore an den Stirnwänden).

[www.bahninfo-forum.de]

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
der weiße bim
Für Verkehrsunternehmen (VU) sollte eigentlich der nicht informierte Fahrgast das Maß aller Dinge sein.
Es ist bereits jetzt schon so, dass die große Mehrheit der Fahrgäste Smartphones mitführen. Der nicht informierte Fahrgast gibt sein Ziel in das kleine Gerät ein und bekommt genau ausgegeben, wie er dieses mit ÖPNV, Rad, Auto oder auch zu Fuß erreicht.
Wichtig ist, dass der Fahrgast in den Stationen zum richtigen Zug geleitet wird. Aber das wird sich dank Augmented Reality in Zukunft auch erledigen.

Zitat
der weiße bim
Es muss auch künftig möglich sein, ohne das Mitführen von Zusatzgeräten öffentliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
Warum? Ohne Smartphone aus dem Haus zu gehen wird bereits in wenigen Jahren undenkbar sein. Genauso wie heute fast jeder Schuhe anzieht, wenn er aus dem Haus geht.

Der Staat verlangt auch beispielsweise schon lange, dass man verschiedene Steuererklärungen elektronisch übermittelt. "Zusatzgeräte" zu verlangen scheint also kein großes Problem zu sein.

Zitat
der weiße bim
Es wird immer eine Gruppe Menschen geben, die das bewusst vermeidet und eine andere, die sich das schlicht nicht leisten kann oder den Umgang damit nicht versteht.
Man kann aber nicht auf die Technikverweigerer Rücksicht nehmen. Irgendwann wird es auch keine Ticketautomaten mehr geben. Da gebe ich Dir selbst im fortschrittsfeindlichen Deutschland Brief und Siegel drauf.
Wer halt nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit...

Übrigens kenne ich kaum Rentner, die nicht mit Smartphones klarkommen. In Zukunft braucht man aber eh nicht damit klarkommen, weil man mit seinen Geräten so interagieren kann wie mit anderen Menschen.

Zitat
der weiße bim
Wer sich unbedingt immer das neueste Modell bestimmter Apparate anschaffen muss, weil die Werbung es suggeriert, kann das gerne tun. Er kann aber nicht erwarten, dass für diese Geräte alle möglichen Daten und Netze stets und ständig (und möglichst kostenlos) zur Verfügung gestellt werden.
Erstens braucht man nicht immer die neuesten Geräte und zweitens kann jeder erwarten, dass er alle möglichen Daten stehts zur Verfügung gestellt bekommt. Sogar die Politik und Verwaltung denkt bereits soweit.

Eine gute Versorgung mit drahlosen Netzen es ebenso wichtig. Auch da versucht man von öffentlicher Seite schon mehr oder weniger gut aufzuholen. Deutschland hat in dem Bereich schon lange genug geschlafen.


Zitat
der weiße bim
Der Mindeststandard an Fahrgastinformation für VU wird im Personenbeförderungsgesetz definiert.
Gesetze lassen sich relativ leicht ändern.


Mit dem Status Quo scheinen übrigens die Fahrgäste auch schon klarzukommen - und Apps wie Citymapper funktionieren prächtig (dagegen wirkt die Fahrinfo-App wie ein Hobbyprojekt).
Daher ist die dynamische Fahrgastinformation in den Zügen eine Wette auf das falsche Pferd. VBB, BVG und S-Bahn brauchen vielmehr Digitalisierungsexperten, die die Weichen in die richtige Richtung stellen können.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.09.2018 23:10 von Beförderungsfall Nr. 8821.
@Beförderungsfall Nr. 8821:

Irgendwie finde ich Deine Technikgläubigkeit beängstigend... aber Hauptsache, Du vergisst nicht den Toilettengang, wenn Deine WC-Äpp (iPott?) mal ausfällt oder der Akku leer ist.

Aber stimmt: wenn man so megaanstrengende Dinge wie simple Orientierung nicht mehr allein stemmen muss, sind endlich genug Kapazitäten im Hirn frei, um sich den wirklich wichtigen Dinge kümmern: Twittern.

Zitat

Man kann aber nicht auf die Technikverweigerer Rücksicht nehmen. Irgendwann wird es auch keine Ticketautomaten mehr geben. Da gebe ich Dir selbst im fortschrittsfeindlichen Deutschland Brief und Siegel drauf.

Dann werden wir also innerhalb von drei, vier Jahrzehnten Millionen von Euro ausgegeben haben, um den ÖPNV (und auch den sonstigen öffentlichen Raum) barrierefrei auszubauen, also idealerweise jedem Bürger Teilhabe zu ermöglichen, um dann jene auszuschließen, die kein oder nicht das richtige Handy haben. Eine großartige Zukunftsvision!

Schon heute bekomme ich mit einem gerade mal drei Jahre alten Smartphone Probleme bei der Anzeige von immer mehr Internetseiten. Glaubst Du im Ernst, dass das in der von Dir erträumten Welt besser aussieht? In Deiner Utopie (für mich ist es eine Dystopie) der reinen Technikgläubgkeit soll also dann jeder den Jüngern des Heiligen Steve Jobs folgen und mindestens einmal jährlich ein völlig intaktes Handy entsorgen, nur damit er die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann? Oder einkaufen?

In Deiner Utopie/ meiner Dystopie hat der Staat dann endlich auch viel mehr Kontrollmöglichkeiten auf den Einzelnen, da es kein Bargeld mehr gäbe. Was hätten sich die beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts gefreut, wenn es die heutigen technischen Möglichkeiten schon gegeben hätte!

Und in Deiner Utopie/ meiner Dystopie verblöden die Menschen immer mehr, weil sie sich jeden Weg vom Smartphone zeigen lassen und sogar darauf hingewiesen werden müssen, auszusteigen.
Es geht ja nicht um irgendwelche Science-Fiction-Technologien, die lange noch nicht marktreif sind, sondern um Dinge, die schon jetzt in der Praxis eingesetzt werden und sich bewährt haben.

Ich möchte auch mal den Fahrgast sehen, der Tatsächlich ganz genau weiß, ob nicht doch Linie X gerade eine Störung hat und er besser Linie Z nehmen sollte.

Barrierefreiheit hat hier übrigens rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Außer dass moderne Technologien für noch mehr Barrierefreiheit sorgen.

Ansonsten gehört eben das Smartphone genauso wie ein Girokonto, Heizung oder eine Krankenversicherung zur Basisausstattung. Leute ohne Smartphone werden früher oder später wortwörtlich aussterben.

Im Grunde ist sowieso schon nicht mehr die Frage, ob diese "Dystopie" kommen wird, sondern nur noch, ob Du daran mitgestalten möchstest oder nicht. Und ich möchte mir eher nicht die Zukunft von einem George-Orwell-Staat wie China diktieren lassen. Daher müssen wir schon ein wenig aus den Puschen kommen. Oder wollen wir wieder zurück zu Pferdestraßenbahnen und Gasbeleuchtung?


Übrigens werden Apple-Smartphones im Gegensatz zu den meisten Geräten von Wettbewerbern lange mit Updates versorgt. Das allerneuste und gerade erschienene iOS 12 ist immer noch mit dem iPhone 5S aus dem Jahre 2013 kompatibel. Da braucht man nicht jedes Jahr ein nagelneues Smartphone kaufen. Und es muss auch kein 1000-Euro-Luxusgerät sein.
Und da der Staat eh die Macht hat, Bargeld von heute auf morgen komplett zu entwerten, sind auch die Ängste vor bargeldloser Zahlung komplett irrational.
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Barrierefreiheit hat hier übrigens rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Außer dass moderne Technologien für noch mehr Barrierefreiheit sorgen.

Oh doch, denn genau in dem Sinne, in dem ich es beschrieben habe: bei Barrierefreiheit geht es darum, jedem Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Bei der ausschließlichen Konzentration auf Smartphones geht es ums genaue Gegenteil, Ausschluss aus der Gesellschaft.

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Ansonsten gehört eben das Smartphone genauso wie ein Girokonto, Heizung oder eine Krankenversicherung zur Basisausstattung. Leute ohne Smartphone werden früher oder später wortwörtlich aussterben.

Im Grunde ist sowieso schon nicht mehr die Frage, ob diese "Dystopie" kommen wird, sondern nur noch, ob Du daran mitgestalten möchstest oder nicht. Und ich möchte mir eher nicht die Zukunft von einem George-Orwell-Staat wie China diktieren lassen. Daher müssen wir schon ein wenig aus den Puschen kommen. Oder wollen wir wieder zurück zu Pferdestraßenbahnen und Gasbeleuchtung?

Also Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Es geht mir übrigens nicht darum, auf neue Technologien zu verzichten, sondern darum, auch ihnen eine gewisse Skepsis entgegenzubringen und nicht die Alternativen voreilig abzuschaffen.

Was hat uns denn die bedingungslose Technik- und Fortschrittsgläubigkeit des vergangenen Jahrhunderts gebracht? Im weniger schlimmen Fall die autogerechte Stadt und das Märkische Viertel, im schlimmeren Fall die Titanic und Tschernobyl.

Denn was heißt es, wenn selbst simple Nutzung wie die ÖPNV-Nutzung nur noch mit dem Smartphone möglich sind? Dass man schon Probleme bekommt, wenn der Akku leer ist. Und erst recht, wenn das Smartphone kaputt ist. Das führt direkt zum nächsten Problem

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Und es muss auch kein 1000-Euro-Luxusgerät sein.

... denn eins für 100, 200 EUR reicht auch?

Hast Du eigentlich in Deiner technikgläubigen Blase mitbekommen, dass es Leute gibt, die ständig in Angst leben, dass ihre Waschmaschine kaputtgehen könnte, weil sie sich keine neue leisten können? Und dass das gar nicht so wenige sind?

Diese Leute möchtest Du zukünftig also aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließen, wenn ihr Smartphone kaputt ist - weil sie noch nicht mal den Nahverkehr nutzen und auch im Supermarkt oder im Lokal nicht bezahlen können? Oder wenn sie sich kein neues leisten können, die notwendigen Apps auf dem alten aber nicht mehr laufen?

Die technikgläubige Blase feiert den Fortschritt, ohne zu bedenken, dass viele ihn sich nicht leisten können. Das führt zunächst zu Frust (weil ein Bild vermittelt wird, wie man zu leben habe - dem man nicht folgen kann), im Extremfall (wenn man noch nichtmal ohne Handy Bus fahren kann) zum faktischen Ausschluss aus der Gesellschaft.

Und dann wundert man sich, wenn in der ganzen westlichen Welt die Rechtspopulisten triumphieren. Es ist diese komplette Ignoranz ärmeren Bevölkerungsschichten gegenüber, die immer wieder durchschimmert. (Nein, kein Hass, keine Ablehnung - Ignoranz!)

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Und da der Staat eh die Macht hat, Bargeld von heute auf morgen komplett zu entwerten, sind auch die Ängste vor bargeldloser Zahlung komplett irrational.

Nun ist allerdings genau das auch mit einem Risiko für die Regierung verbunden, da diese Maßnahme das ganze Volk beträfe - und mit entsprechendem geballten Unmut zu rechnen ist.

Bei komplett bargeldlosem Zahlungsverkehr hingegen kann man unerwünschte Personen gezielt kaltstellen, indem man sie vom Geldverkehr abkoppelt und nebenbei überprüfen kann, von wem sie Geld erhalten. Für die Regierung ist das sehr viel risikoloser als die komplette Entwertung des Bargelds von heute auf morgen. Demzufolge ist es auch sehr viel wahrscheinlicher, so die Möglichkeit einmal besteht.
Zitat
def
Also Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Made my day :-)

Ich hatte schon oft Situationen wo ich mich auf die Infos vom Handy verließ und verlassen war.

Das Allheilmittel ist das Smartphone auf keinen Fall und es kann nicht Sinn der Sache sein, das sich Verkehrsunternehmen ihrer Informationspflicht entziehen und es dem Fahrgast überlassen.

Werden dann demnächst die Sitzbänke auf Bahnhöfen demontiert, weil der Kunde in Zukunft erst kurz vor Abfahrt erscheint? (Ironie aus).
Zitat
micha774
Das Allheilmittel ist das Smartphone auf keinen Fall und es kann nicht Sinn der Sache sein, das sich Verkehrsunternehmen ihrer Informationspflicht entziehen und es dem Fahrgast überlassen.

Werden dann demnächst die Sitzbänke auf Bahnhöfen demontiert, weil der Kunde in Zukunft erst kurz vor Abfahrt erscheint? (Ironie aus).

Meine Rede. :) Es geht nicht darum, neue Formen der Information zu verhindern, sondern um den unsäglichen Versuch, sie zum Non-Plus-Ultra zu erklären und andere, klassische Wege (der Fahrgastinformation, des Bezahlens) zu verunglimpfen.

Und gerade, was die Nutzung neuer Medien zur Fahrgastinformation angeht, ist die BVG hundsmiserabel. Die Dresdner Verkehrsbetriebe nutzen z.B. bei Großdemos, Großveranstaltungen oder am 13. Februar (sprich: wenn sich die Betriebssituation häufig ändert) sehr intensiv Twitter. Alle 5-10 min eine neue Meldung: "Linien x, y: Umleitung ab a über b bis c", "Linie d: verkehrt nur bis e" etc., dazu regelmäßig eine Übersicht, was nun wie fährt (damit man nicht ewig weit nach oben scrollen muss).

Natürlich gewinnt man damit keine "Preise", die man vorher bezahlt hat, es hilft aber weiter!

Andererseits ist es in Berlin vielleicht auch weniger notwendig, weil es eine andere Betriebsphilosphie gibt: während man in Dresden so nah wie möglich ran an die Störung fahren und möglichst viele Fahrgäste zum Ziel bringen möchte, herrscht ja in Berlin eher die Geisteshaltung vor, den Betrieb möglichst früh und möglichst weiträumig einzustellen. Immer ganz gut beim Marathon zu besichtigen, wenn auch Stadtteile abseits der Laufstrecke für einen halben Tag ohne ÖPNV sind (z.B. durch die ersatzlose Einstellung von M2-M8 innerhalb des M10-Rings).



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.2018 09:22 von def.
Zitat
def
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Barrierefreiheit hat hier übrigens rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Außer dass moderne Technologien für noch mehr Barrierefreiheit sorgen.

Oh doch, denn genau in dem Sinne, in dem ich es beschrieben habe: bei Barrierefreiheit geht es darum, jedem Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Bei der ausschließlichen Konzentration auf Smartphones geht es ums genaue Gegenteil, Ausschluss aus der Gesellschaft.

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Ansonsten gehört eben das Smartphone genauso wie ein Girokonto, Heizung oder eine Krankenversicherung zur Basisausstattung. Leute ohne Smartphone werden früher oder später wortwörtlich aussterben.

Im Grunde ist sowieso schon nicht mehr die Frage, ob diese "Dystopie" kommen wird, sondern nur noch, ob Du daran mitgestalten möchstest oder nicht. Und ich möchte mir eher nicht die Zukunft von einem George-Orwell-Staat wie China diktieren lassen. Daher müssen wir schon ein wenig aus den Puschen kommen. Oder wollen wir wieder zurück zu Pferdestraßenbahnen und Gasbeleuchtung?

Also Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Es geht mir übrigens nicht darum, auf neue Technologien zu verzichten, sondern darum, auch ihnen eine gewisse Skepsis entgegenzubringen und nicht die Alternativen voreilig abzuschaffen.

Was hat uns denn die bedingungslose Technik- und Fortschrittsgläubigkeit des vergangenen Jahrhunderts gebracht? Im weniger schlimmen Fall die autogerechte Stadt und das Märkische Viertel, im schlimmeren Fall die Titanic und Tschernobyl.

Denn was heißt es, wenn selbst simple Nutzung wie die ÖPNV-Nutzung nur noch mit dem Smartphone möglich sind? Dass man schon Probleme bekommt, wenn der Akku leer ist. Und erst recht, wenn das Smartphone kaputt ist. Das führt direkt zum nächsten Problem

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Und es muss auch kein 1000-Euro-Luxusgerät sein.

... denn eins für 100, 200 EUR reicht auch?

Hast Du eigentlich in Deiner technikgläubigen Blase mitbekommen, dass es Leute gibt, die ständig in Angst leben, dass ihre Waschmaschine kaputtgehen könnte, weil sie sich keine neue leisten können? Und dass das gar nicht so wenige sind?

Diese Leute möchtest Du zukünftig also aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließen, wenn ihr Smartphone kaputt ist - weil sie noch nicht mal den Nahverkehr nutzen und auch im Supermarkt oder im Lokal nicht bezahlen können? Oder wenn sie sich kein neues leisten können, die notwendigen Apps auf dem alten aber nicht mehr laufen?

Die technikgläubige Blase feiert den Fortschritt, ohne zu bedenken, dass viele ihn sich nicht leisten können. Das führt zunächst zu Frust (weil ein Bild vermittelt wird, wie man zu leben habe - dem man nicht folgen kann), im Extremfall (wenn man noch nichtmal ohne Handy Bus fahren kann) zum faktischen Ausschluss aus der Gesellschaft.

Und dann wundert man sich, wenn in der ganzen westlichen Welt die Rechtspopulisten triumphieren. Es ist diese komplette Ignoranz ärmeren Bevölkerungsschichten gegenüber, die immer wieder durchschimmert. (Nein, kein Hass, keine Ablehnung - Ignoranz!)

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Und da der Staat eh die Macht hat, Bargeld von heute auf morgen komplett zu entwerten, sind auch die Ängste vor bargeldloser Zahlung komplett irrational.

Nun ist allerdings genau das auch mit einem Risiko für die Regierung verbunden, da diese Maßnahme das ganze Volk beträfe - und mit entsprechendem geballten Unmut zu rechnen ist.

Bei komplett bargeldlosem Zahlungsverkehr hingegen kann man unerwünschte Personen gezielt kaltstellen, indem man sie vom Geldverkehr abkoppelt und nebenbei überprüfen kann, von wem sie Geld erhalten. Für die Regierung ist das sehr viel risikoloser als die komplette Entwertung des Bargelds von heute auf morgen. Demzufolge ist es auch sehr viel wahrscheinlicher, so die Möglichkeit einmal besteht.


Zunächst ich liebe!!!! Technik und technische Spielereien.

Allerdings kann ich dir def nur mit einem Vollzitat danken für die differenzierte Sicht. Große Zustimmung
Zitat
def
Oh doch, denn genau in dem Sinne, in dem ich es beschrieben habe: bei Barrierefreiheit geht es darum, jedem Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Bei der ausschließlichen Konzentration auf Smartphones geht es ums genaue Gegenteil, Ausschluss aus der Gesellschaft.
Gerade das Smartphone ermöglicht hier die Inklusion.

Zitat
def
Es geht mir übrigens nicht darum, auf neue Technologien zu verzichten, sondern darum, auch ihnen eine gewisse Skepsis entgegenzubringen und nicht die Alternativen voreilig abzuschaffen.
Es geht mir auch nicht darum, jedem technischen Quatsch hinterherzulaufen. Skepsis ist immer gut.
Voreilig ist hier meiner Meinung nach allerdings nichts. Über 70% der Menschen in Deutschland nutzen schon Smartphones. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Nutzer um ca. 5% p.a., so dass rein rechnerisch in spätestens 10 Jahren bis auf einen winzigkleinen Rest sämtliche Personen hier in der BRD Smartphones nutzen werden. Oder halt Smartwatches, AR-Brillen, Tablets, E-Reader oder was auch immer als neue Gerätekategorien in der nächsten Dekade auf den Markt kommt.
Daher würde ich sagen, dass man die Richtung als gesetzt sehen kann.

Zitat
def
Was hat uns denn die bedingungslose Technik- und Fortschrittsgläubigkeit des vergangenen Jahrhunderts gebracht? Im weniger schlimmen Fall die autogerechte Stadt und das Märkische Viertel, im schlimmeren Fall die Titanic und Tschernobyl.
Auf der anderen Seite hat uns der technologische Fortschritt aber auch Wohlstand, Gesundheit und mehr Freizeit beschert.

Zitat
def
Denn was heißt es, wenn selbst simple Nutzung wie die ÖPNV-Nutzung nur noch mit dem Smartphone möglich sind? Dass man schon Probleme bekommt, wenn der Akku leer ist.
Komsicherweise geht das aber seit Jahren bereits problemlos im Flugverkehr. Da braucht man auch schon lange kein Papierticket mehr und ich weiß schon bei verlassen des Hauses, an welchem Gate ich in meinen Flieger steigen muss. An Flughäfen gibt es mittlerweile überall Strom, auch in Form von USB-Buchsen und sogar drahtlosen Ladestellen. Und im Flieger sind USB-Ladebuchsen im Langstreckenbereich eh schon seit Ewigkeiten Standard.
Die BVG will ja selber in Bussen USB-Ladegeräte installieren. Ich habe aber in Deutschland auch schon genug Regionalzüge mit Strom- und USB-Dosen gesehen.

Zitat
def
Hast Du eigentlich in Deiner technikgläubigen Blase mitbekommen, dass es Leute gibt, die ständig in Angst leben, dass ihre Waschmaschine kaputtgehen könnte, weil sie sich keine neue leisten können? Und dass das gar nicht so wenige sind?
Und denen ist damit geholfen, dass wir alte Zöpfe bei der Fahrgastinformation nicht abschneiden? Oder wäre es nicht doch sinnvoller, über Maßnahmen wie einer Anhebung von Hartz-IV-Sätzen, Mindestlohn, Mindestrenten und der Schaffung von Zukunftsperspektiven durch eine gezielte Weiterbildungspolitik diesen Menschen ihre Sorgen zu nehmen?

Zitat
def
Die technikgläubige Blase feiert den Fortschritt, ohne zu bedenken, dass viele ihn sich nicht leisten können. Das führt zunächst zu Frust (weil ein Bild vermittelt wird, wie man zu leben habe - dem man nicht folgen kann), im Extremfall (wenn man noch nichtmal ohne Handy Bus fahren kann) zum faktischen Ausschluss aus der Gesellschaft.

Zitat
def
Und dann wundert man sich, wenn in der ganzen westlichen Welt die Rechtspopulisten triumphieren. Es ist diese komplette Ignoranz ärmeren Bevölkerungsschichten gegenüber, die immer wieder durchschimmert. (Nein, kein Hass, keine Ablehnung - Ignoranz!)
Ganz so einfach ist die Welt dann doch nicht. Egal ob AfD oder Brexiteers, da sind durchaus größere Anteile wohlhabender Menschen und sogar recht intelligenter Menschen in der Wählerschaft.

Zitat
def
Bei komplett bargeldlosem Zahlungsverkehr hingegen kann man unerwünschte Personen gezielt kaltstellen, indem man sie vom Geldverkehr abkoppelt und nebenbei überprüfen kann, von wem sie Geld erhalten. Für die Regierung ist das sehr viel risikoloser als die komplette Entwertung des Bargelds von heute auf morgen. Demzufolge ist es auch sehr viel wahrscheinlicher, so die Möglichkeit einmal besteht.
Das ist bereits heute Realität in Form von Girokonten. Lohntüten sind praktisch ausgestorben und wirklich zu 100% sein Leben nur mit Bargeld zu bestreiten ist praktisch nicht möglich.

Umgekehrt gibt es aber auch abseits von Bargeld weiterhin andere Möglichkeiten für die Übertragung von Werten, bspw. durch Edelmetalle/Diamanten, neumodisches Zeugs wie Bitcoin. Menschen sind da auch recht erfinderisch, was die Schaffung von Zahlungsmitteln angeht.

Übrigens kann beispielsweise bei Apple Pay der Staat nicht nachvollziehen, wer denn wirklich hinter einer Transaktion steckt. Genauso wie sich auch jeder Geheimdienst die Zähne an den Smartphones von Apple ausbeisst. Man kann durchaus sicher und anonym in der digitalen Welt unterwegs sein, ohne dass es zu unbequem wird.





Es ist aber schon überraschend, dass wir von einem simplen "Smartphones haben sich so weit durchgesetzt, dass wir auf dynamische Fahrgastinformationen in Zügen praktisch verzichten können" hier gelandet sind.

Ich möchte auch an dieser Stelle nochmals unterstreichen, dass man ja nicht jedes Bahnhofsschild von der Wand reißen und jeden Fahrplan abhängen sollte, aber wenn man schon etwas verbessern möchte, dann sollte man doch auch an der richtigen Stelle ansetzen.

Gerne könnt Ihr ja mal den Selbsttest mit dem bereits genannten Citymapper machen: Unter [citymapper.com] sind die Apps für iOS und Android verlinkt, man kann aber bereits auch schon mal die Routenplanung auf der Weboberfläche testen und z.B. bei Tür-zu-Tür-Navigation sich über präzise Angaben zu den am besten nutzbaren Ein- und Ausgängen freuen.
Der Clou sind aber die Apps, die einen komplett auf der Reise begleiten und die relevanten Infos direkt zu gegebener Zeit anzeigen. Und Notfalls wird man sogar rechtzeitig umgeleitet.
Witzigerweise kann man den Informationen von Citymapper mehr vertrauen als denen der BVG, obwohl es ja eigentlich die gleiche Datenquelle sein müsste.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.2018 18:35 von Beförderungsfall Nr. 8821.
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