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In vollen Zügen an die Ostsee
geschrieben von Marienfelde 
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def
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Balu der Bär
Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird. Und die Länder werden eben nicht massiv mehr Kapazitäten bestellen, die dann außerhalb der Ferien nicht genutzt werden, weil sie bezahlen müssten. Was soll man mit den ganzen leeren Zügen an einem DI-MI-DO im Februar oder November machen? Sie fahren zu lassen ist wirtschaftlich unsinnig und Klima-politisch ebenfalls bedenklich.

Du vergisst allerdings, dass die Verkehrsspitzen auf einigen Linien mit besonders schwacher Nachfrage anderswo zusammenfallen. Die Frage ist, ob man dann nicht das Wagenmaterial sinnvoller einsetzen könnte. Spräche eigentlich was dagegen, an solchen Wochenende RE 3 und RE 5 zu teilen - von Jüterbog bzw. Elsterwerda bis Berlin Hbf mit Talenten, die anderswo am Wochenende nicht gebraucht werden, die Nordabschnitte ab Südkreuz und mit längeren Zügen?

Leider ist mit Regionalisierung und Ausschreibungen viel Flexibilität verlorengegangen. Einerseits, weil der Fahrzeugpark generell stärker auf Kante genäht ist, andererseits, weil man mit dem vorhandenen aus diversen Gründen weniger flexibel agieren kann. Man ist da in anderen Ländern irgendwie flexibler... erst vor einiger Zeit habe ich z.B. einen ÖBB-Railjet gesehen, an den zusätzlich zwei "klassische" Reisezugwagen angehängt wurden. Sah zwar lustig aus, war aber letztlich ziemlich pragmatisch.

Ah echt, das mache die? Die spinnen, die Ösis...
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Balu der Bär
Aber zur Wahrheit gehört eben auch folgendes:

Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird. Und die Länder werden eben nicht massiv mehr Kapazitäten bestellen, die dann außerhalb der Ferien nicht genutzt werden, weil sie bezahlen müssten. Was soll man mit den ganzen leeren Zügen an einem DI-MI-DO im Februar oder November machen? Sie fahren zu lassen ist wirtschaftlich unsinnig und Klima-politisch ebenfalls bedenklich.

Tut mir leid, da geht einiges deutlich durcheinander.
Zunächst mal: es geht nicht um einige Super-Peaks zu Ferienbeginn und Ende. Die Probleme treten an praktisch jedem Wochenende im Sommerhalbjahr und auch an etlichen anderen Tagen auf.
Und zum anderen: es ist eine Binsenweisheit, dass die Nachfrage über Jahreszeit, Wochentag, Tageszeit etc. nicht konstant ist. Zu allen Zeiten die gleichen Kapazitäten anzubieten, wäre völlig Quatsch.

Klimapolitisch ist es übrigens völlig Wurst, ob vier, fünf Züge täglich mehr fahren. Das merkt das Klima nicht. Das Klima merkt dagegen, wenn hunderte Autos mehr durch die Gegend fahren.
Und Lehrter Bahnhof ist nicht der einzige, der angesichts der Bedienqualität, dazu gehört auch die lahme Reisezeit, nicht mit der Bahn an die Küste will.

Und ja: die Besteller haben da schon eine Verantwortung, da gegenzusteuern und ein möglichst attraktives Bahnangebot anzubieten.

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Balu der Bär
Zweiter Teil der Wahrheit ist jener:
Viele Reisende sind extrem preis-fokussiert. .

Wobei die Preisunterschiede zwischen RE und IC gering sind. QdL ist nicht so günstig. Ausgenommen sind Fahrten bis Waren/Pasewalk, wo man mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket nun sehr günstig fährt.

Zitat
Balu der Bär
Der Fakt, dass sich auch Flixtrain nicht an eine Strecke Berlin-Ostsee herantraut, sagt mir, dass die Einschätzung der Forum-Mitglieder hier nicht von den Akteuren geteilt wird. Denn wenn das wirtschaftlich so eine Goldmine wäre, dann würden da längst grüne Züge fahren...

Ähm, Du weißt aber schon, dass sich *nirgendwo* in Deutschland längerfristig eigenwirtschaftlicher Bahnfernverkehr gehalten hat? (Das längste, was es zeitlich gab, war übrigens just der Interconnex Berlin-Rostock). Dann dürfte sich keine Strecke lohnen.
Grund ist einfach, dass Private in dem Segment einen handfesten Wettbewerbsnachteil gegenüber der DB haben. Bei Flixtrain, mit einem etwas großflächigeren Angebot und einem größeren Unternehmen im Hintergrund mögen die Chancen etwas besser sein als bei all' den Vorgängern.
Zitat
Marienfelde

Bei den neuen Triebzügen mit sehr viel Platz für Fahrräder (und Rollstühle) im Unterdeck gehen sehr viele Sitzplätze verloren.

Nein, das taten sie nicht. Der Fahrradwagen kam ja zusätzlich hinzu. Ich halte es auch für wenig hilfreich, verschiedene Interessengruppen gegeneinander auszuspielen. Meinst Du mit Sicherheit nicht so, aber die Formulierung könnte man etwas verfeinern. ;-)

Zitat
Marienfelde
1. Nein, der SPNV wird von den Ländern mit Bundesmitteln bestellt - und alle Bundesländer nutzen die ja eigentlich für den SPNV gezahlten Bundesmittel anteilig zur Finanzierung anderer (Landes-) Aufgaben im übrigen ÖPNV. Meines Wissens gibt es kein einziges Bundesland, das mit eigenen Mitteln zusätzliche SPNV-Leistungen bestellt.

M.W. mittlerweile Baden-Württemberg.

Zitat
Marienfelde
Mecklenburg-Vorpommern "bunkert" darüber hinaus größere Beträge der Regionalisierungsmittel, evtl. hätte unser "Globaler Fisch" hierzu Zahlen parat.

Auf die Schnelle (ungeprüft)

Zur Reserve:

NDR

Zum Abzweigen von Reg.Mitteln für andere Zwecke:
lok-report.de

Zitat
Marienfelde
2. Wenn Reisende z.B. in der Uckermark über viele Jahre gelegentlich nicht befördert werden können, dann ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. Er ist auch kontraproduktiv, wenn durch solche Zustände mehr Menschen ihre Ausflüge (wieder) mit dem Auto machen, statt mit der umweltfreundlicheren Bahn.


Und das kann man gar nicht genug betonen.
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Bd2001
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Logital
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VvJ-Ente
Man könnte mit einer Gleichstellung von Bahn und Auto anfangen und die Trassengebühren abschaffen, unter der Bedingung, dass diese Kostensenkung zu 100% an die Kunden weitergegeben wird.

An wen wird die Nichtdeckung der Instandhaltungskosten des Netzes dann zu 100% weitergegeben?

Kosten, die nicht an den Kunden weitergegeben werden können muß der Eigentümer tragen.

Wir haben hier mindestens fünf Partner im Spiel: Bund (als Eigentümer der DB), DB Netz, die EVU, die Besteller und die Endkunden.
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def
Du vergisst allerdings, dass die Verkehrsspitzen auf einigen Linien mit besonders schwacher Nachfrage anderswo zusammenfallen. Die Frage ist, ob man dann nicht das Wagenmaterial sinnvoller einsetzen könnte. Spräche eigentlich was dagegen, an solchen Wochenende RE 3 und RE 5 zu teilen - von Jüterbog bzw. Elsterwerda bis Berlin Hbf mit Talenten, die anderswo am Wochenende nicht gebraucht werden, die Nordabschnitte ab Südkreuz und mit längeren Zügen?

Prinzipiell ein denkbarer Ansatz mit ein paar Abers:
- man braucht auf beiden Linien mindestens einen Umlauf mehr (und damit auch Personal).
- man braucht auch für die Südäste mindestens fünfteilige Talent (oder 2xDreiteiler).

Zitat
def
Leider ist mit Regionalisierung und Ausschreibungen viel Flexibilität verlorengegangen. Einerseits, weil der Fahrzeugpark generell stärker auf Kante genäht ist, andererseits, weil man mit dem vorhandenen aus diversen Gründen weniger flexibel agieren kann. Man ist da in anderen Ländern irgendwie flexibler... erst vor einiger Zeit habe ich z.B. einen ÖBB-Railjet gesehen, an den zusätzlich zwei "klassische" Reisezugwagen angehängt wurden. Sah zwar lustig aus, war aber letztlich ziemlich pragmatisch.

Unabhängig davon, wie man zu Ausschreibungen steht: das hat damit wenig zu tun. Man könnte ja auch in die Ausschreibungsbedingungen reinschreiben, dass entsprechende Fahrzeuge vorzuhalten sind. Mit Regionalisierung hat es leider ein bisschen mehr zu tun. Da kann es eine Seite leicht auf eine der anderen Seiten schieben. Und ja: der fehlende bestellte FV ist ein echtes Manko der Bahnreform.
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Global Fisch
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Marienfelde

Bei den neuen Triebzügen mit sehr viel Platz für Fahrräder (und Rollstühle) im Unterdeck gehen sehr viele Sitzplätze verloren. Damit man wenigstens eine kleine "Spitze" (etwas mehr Sitzplätze als mit lokbespannten vierteiligen Doppelstockzügen mit z.B. 432 Sitzplätzen) hinbekommt, ist der fünfte Wagen zwingend.

Nein, das taten sie nicht. Der Fahrradwagen kam ja zusätzlich hinzu. Ich halte es auch für wenig hilfreich, verschiedene Interessengruppen gegeneinander auszuspielen. Meinst Du mit Sicherheit nicht so, aber die Formulierung könnte man etwas verfeinern. ;-)

Zitat
Marienfelde
1. Nein, der SPNV wird von den Ländern mit Bundesmitteln bestellt - und alle Bundesländer nutzen die ja eigentlich für den SPNV gezahlten Bundesmittel anteilig zur Finanzierung anderer (Landes-) Aufgaben im übrigen ÖPNV. Meines Wissens gibt es kein einziges Bundesland, das mit eigenen Mitteln zusätzliche SPNV-Leistungen bestellt.

M.W. mittlerweile Baden-Württemberg.

Zitat
Marienfelde
Mecklenburg-Vorpommern "bunkert" darüber hinaus größere Beträge der Regionalisierungsmittel, evtl. hätte unser "Globaler Fisch" hierzu Zahlen parat.

Auf die Schnelle (ungeprüft)

Zur Reserve:

NDR

Zum Abzweigen von Reg.Mitteln für andere Zwecke:
lok-report.de

(...)

1. Ich habe im ersten Zitat noch den dann folgenden Satz (kursiv) ergänzt. Ein Fahrradwagen in den neuen Triebzügen hat 84 Sitzplätze (Mittelwagen), während ein reiner Sitzwagen über 135 Sitzplätze (Mittelwagen) verfügt - es gehen also 51 Sitzplätze in der 2. Klasse verloren. Daraus ergibt sich der objektive Zwang, den Zug auf fünf Wagen zu verlängern, um die Sitzplatzzahl trotz nachfragegerechterer Fahrradabteile zu halten bzw. leicht zu erhöhen.

"Mein" Zug bestand (wie ja geschrieben) aus vier Wagen mit 344+25 Sitzplätzen - den fünften Wagen gab es nicht, und 344 Sitzplätze (2. Klasse) sind für so einen Zuglauf zu wenig.

Ein Ausspielen unterschiedlicher Fahrgastbedürfnisse liegt mir fern.

2. Vielen Dank für die beiden Links. Das (wenn auch nicht von der Fläche her) eher kleine Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat also 200 Mio. € Regionalisierungsmittel zurückgelegt - ein stolzer Betrag. Ob das wohl der Sinn des Regionalisierungsgesetzes ist: Geld für den SPNV nicht zweckgerichtet ausgeben, sondern zu bunkern und Strecken abzubestellen?

Fragt Euch
Marienfelde



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.2019 22:29 von Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
der SPNV wird von den Ländern mit Bundesmitteln bestellt - und alle Bundesländer nutzen die ja eigentlich für den SPNV gezahlten Bundesmittel anteilig zur Finanzierung anderer (Landes-) Aufgaben im übrigen ÖPNV.

Das ist so nicht ganz richtig.

Das Regionalisierungsgesetz schreibt in §6 "Verwendung" in Absatz 1 nur vor

Zitat
Regionalisierungsgesetz §6 (1)
Mit den Beträgen nach § 5 ist insbesondere der Schienenpersonennahverkehr zu finanzieren.
Meine Hervorhebung

"Insbesondere", aber nicht ausschließlich. Anlage 3 (zu § 6 Absatz 2) Verwendungsnachweis zeigt ein Formular, in dem das jeweilige Land die Verwendung nachweisen und aufschlüsseln soll, darin sind getrennte Angaben für SPNV (nur Schiene, nach AEG) und ÖPNV (alle anderen, nach PBefG) vorgesehen.




ab hier off-topic

Zitat
Marienfelde
Durch den Regionalisierungsmittelkompromiß bekommen die nach Artikel 23 GG (alter Fassung) beigetretenen sechs Länder meines Erachtens allesamt mehr Geld als gefordert (wer es besser weiß, mag mich korrigieren) - etwas finanzieller Spielraum ist also vorhanden.

Etwas Off-Topic, aber da Marienfelde das nun auf den Tisch gelegt hat ... Beigetreten laut Einigungsvertrag Art. 1 sind keine Bundesländer, sondern ist die DDR (die laut Verständnis der DDR auch Berlin-Ost einschloß):
Zitat
EinigVtr Art. 1
Mit dem Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 werden die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Länder der Bundesrepublik Deutschland.

Berlin ist damit nicht beigetreten, es gibt auch keine besondere Beitrittserklärung Westberlins. Berlin ist einfach so annektiert worden. Der sog. 2-plus-4-Vertrag ("Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland", auch Regelungsvertrag genannt) stellt in Artikel 1 einfach fest:
Zitat
2plus4 Art. 1
Das vereinte Deutschland wird die Gebiete der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und ganz Berlins umfassen.


heute mal keine sig



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.2019 22:53 von L.Willms.
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Global Fisch
Ähm, Du weißt aber schon, dass sich *nirgendwo* in Deutschland längerfristig eigenwirtschaftlicher Bahnfernverkehr gehalten hat? (Das längste, was es zeitlich gab, war übrigens just der Interconnex Berlin-Rostock). [...]

Der Interconnex hatte damals wohl gerade die schwarze Null erreicht - also fing an Gewinne einzufahren. Als Begründung für die Betriebseinstellung wurde dann der zu diesem Zeitpunkt liberalisierte Fernbusmarkt mit seinen Dumpingpreisen herangezogen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
L.Willms
Zitat
Marienfelde
der SPNV wird von den Ländern mit Bundesmitteln bestellt - und alle Bundesländer nutzen die ja eigentlich für den SPNV gezahlten Bundesmittel anteilig zur Finanzierung anderer (Landes-) Aufgaben im übrigen ÖPNV.

Das ist so nicht ganz richtig.

Das Regionalisierungsgesetz schreibt in §6 "Verwendung" in Absatz 1 nur vor

Zitat
Regionalisierungsgesetz §6 (1)
Mit den Beträgen nach § 5 ist insbesondere der Schienenpersonennahverkehr zu finanzieren.
Meine Hervorhebung

"Insbesondere", aber nicht ausschließlich. Anlage 3 (zu § 6 Absatz 2) Verwendungsnachweis zeigt ein Formular, in dem das jeweilige Land die Verwendung nachweisen und aufschlüsseln soll, darin sind getrennte Angaben für SPNV (nur Schiene, nach AEG) und ÖPNV (alle anderen, nach PBefG) vorgesehen.


Zitat
Marienfelde
Durch den Regionalisierungsmittelkompromiß bekommen die nach Artikel 23 GG (alter Fassung) beigetretenen sechs Länder meines Erachtens allesamt mehr Geld als gefordert (wer es besser weiß, mag mich korrigieren) - etwas finanzieller Spielraum ist also vorhanden.

Etwas Off-Topic, aber da Marienfelde das nun auf den Tisch gelegt hat ... Beigetreten laut Einigungsvertrag sind 5 Bundesländer. Berlin ist einfach so annektiert worden.

1. Die Formulierung im Regionalisierungsgesetz (insbesondere ..) ist ja bekannt. Ich nehme an, die Länder sind noch heute stolz darauf, dies im Bundesrat gegen den Bund durchgedrückt zu haben, damit sie mit einem Teil der von der Entstehungsgeschichte des Gesetzes her ja ausschließlich für den SPNV gezahlten Regionalisierungsmittel machen können, was sie wollen.

2. Offenbar ein Mißverständnis: Mit dem sechsten nach Artikel 23 GG (alter Fassung) meinte ich eigentlich das erste Land - das Saarland.
Zitat
Marienfelde
2. Offenbar ein Mißverständnis: Mit dem sechsten nach Artikel 23 GG (alter Fassung) meinte ich eigentlich das erste Land - das Saarland.

Das wäre das erste gewesen, per 1. Januar 1957, wieder "im Reich".
[www.verfassungen.de]


heute mal keine sig
Zitat
Global Fisch
dass sich *nirgendwo* in Deutschland längerfristig eigenwirtschaftlicher Bahnfernverkehr gehalten hat? (Das längste, was es zeitlich gab, war übrigens just der Interconnex Berlin-Rostock). Dann dürfte sich keine Strecke lohnen.

Grund ist einfach, dass Private in dem Segment einen handfesten Wettbewerbsnachteil gegenüber der DB haben. Bei Flixtrain, mit einem etwas großflächigeren Angebot und einem größeren Unternehmen im Hintergrund mögen die Chancen etwas besser sein als bei all' den Vorgängern.

So sieht es aus. Flix betreibt derzeit drei Strecken:
  1. Köln - Hamburg
  2. Köln - Berlin
  3. Stuttgart - Frankfurt - Hannover-Messe/Laatzen - Berlin

Stuttgart - Berlin fährt 1 oder 2 Zug pro Tag, das Schema hab ich noch nicht verstanden.

In Frankfurt halten die am Südbahnhof (Frankfurt(Main)Süd). Die Fahrzeiten unterscheiden sich geringfügig von den ICE, die ab F-Süd nach Berlin fahren. Die Flixe halten in Berlin auch am Zoo und am Ostkreuz — besserer Anschluß an Nahverkehr.


heute mal keine sig
Zitat
L.Willms
Die Flixe halten in Berlin auch am Zoo und am Ostkreuz

Nur auf der Linie von/nach Stuttgart. Von/nach Köln werden Südkreuz, Hbf (tief), Spandau angefahren.
Hey ihr, ist die Zugausslastung von Berlin Richtung Rügen in den Fahrradateilen an einem Schultag im August mittags gegen 11 genauso schlimm, wie sonst auch im Sommer? Oder reicht es aus, dass schon Schule ist, dass man da wieder gut mitkommt.

Was denkt ihr?


Ich frage, weil ich sonst ohne mein Ensemble, die morgens erst noch nach Berlin kommen müssen, schon mal früher vorfahren würde.
Der Neubrandenburger Nordkurier thematisiert das zu geringe Engagement des Landes Mecklenburg-Vorpommern für den Eisenbahnverkehr.

Im Vorjahr habe sich das Land den SPNV 233 Mio. € (Bundesmittel) kosten lassen, verkündete Landesverkehrsminister Pegel (SPD). Erhalten hat das Land 283 Mio. €. Ein Teil dieser Mittel wird vom Land für die sich aus dem "Kieler Schlüssel" ergebende "Delle" in späteren Jahren zurückgehalten, ein anderer Teil (21 Mio.) für die Beförderung von Azubis verwendet.

Hier noch ein Link dazu: [www.nordkurier.de]

Dennoch: Allseits einen schönen Dienstag wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
PassusDuriusculus
Hey ihr, ist die Zugausslastung von Berlin Richtung Rügen in den Fahrradateilen an einem Schultag im August mittags gegen 11 genauso schlimm, wie sonst auch im Sommer? Oder reicht es aus, dass schon Schule ist, dass man da wieder gut mitkommt.

Was denkt ihr?


Ich frage, weil ich sonst ohne mein Ensemble, die morgens erst noch nach Berlin kommen müssen, schon mal früher vorfahren würde.

Unter der Woche/Schultag sollte gehen. Es sei denn es fehlt mal wieder der Fahrradwagen, aber dann ist eh alles fürn Eimer. Einfach hingehen und probieren. Versuch, möglichst weit südlich zuzusteigen, wenn Du die Wahl zwischen zwei Bahnhöfen hast. Also in Deinem Fall lieber HBF als G-Brunnen.
@global fisch.

Das was du forderst, ist purer Klima-Kommunismus.
Du willst etwas gern haben aus hohen moralischen Beweggründen, aber die anderen mögen es bitte finanzieren. In diesem Falle die Gemeinschaft. Das ist nämlich das Doppel-Moral: Alle sind für Klimaschutz, aber niemand will dafür in den eigenen Geldbeutel greifen und es bezahlen. Das mögen dann mal bitte die anderen tun. Wärmedämmung am Haus, will jeder gern haben, aber in Form einer Mieterhöhung bezahlen will es dann doch keiner. Auch so ein schönes Beispiel.

Du stellst selbst fest, dass sich Eisenbahnverkehr oft nicht wirtschaftlich rechnet. Aber anstatt den Nutzern zu sagen "wenn ihr diese Leistung haben wollt dann müsst ihr sie auch angemessen bezahlen, sonst gibt es diese Leistung nicht", sagst du, die öffentliche Hand möge es mal brav bestellen und finanzieren. Das wird nicht funktionieren, weil die Zeiten der Überschüsse bereits in 2 Jahren wieder vorbei sind und die öffentlichen Kassen dann vor der Frage stehen, ob wir bei der Bildung, der Kinder-Betreuung oder eben bei der Bezuschussung von Nahverkehr sparen. Da würde mich interessieren, wo du dann Geld an anderer Stelle einsparen möchtest.

Dein Argument, dem Klima sei es egal, ob da mehr Züge fahren... Wenn das Diesel getriebene Züge sind, ist es dem Klima nicht egal und wenn die Leute alle brav mit ihren E-Autos da hoch fahren wäre es ok, oder wie? Selbst bei E-Auto's hab ich persönlich so meine Zweifel mit der Klima-Bilanz. (Wie lang hält so ein Akku eigentlich und wie wollen wir in Zukunft die Unmengen von gebrauchten Akku's entsorgen? Ganz zu schweigen von der Herstellung ...). Ich glaube, wir müssen auch darüber diskutieren, ob bestimmte Wege überhaupt notwendig sind und wie Verkehre vermieden werden können. Solange wir Verkehre nur verlagern, machen wir nur ein linke-Tasche-rechte-Tasche Spiel, aber wir lösen die Probleme nicht nachhaltig.
Bzgl. Wärmedämmung: Da habe ich den Eindruck, dass die wärmegedämmten Häuser so warm sind, dass zwar nicht mehr geheizt wird, aber die Klimaanlagen auf volle Pulle gedreht werden müssen, weil es viel zu heiß ist.
Zitat
schallundrausch
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PassusDuriusculus
Hey ihr, ist die Zugausslastung von Berlin Richtung Rügen in den Fahrradateilen an einem Schultag im August mittags gegen 11 genauso schlimm, wie sonst auch im Sommer? Oder reicht es aus, dass schon Schule ist, dass man da wieder gut mitkommt.

Unter der Woche/Schultag sollte gehen. Es sei denn es fehlt mal wieder der Fahrradwagen, aber dann ist eh alles fürn Eimer. Einfach hingehen und probieren. Versuch, möglichst weit südlich zuzusteigen, wenn Du die Wahl zwischen zwei Bahnhöfen hast. Also in Deinem Fall lieber HBF als G-Brunnen.

Ja, das sind gute Ratschläge. Sehe ich genauso. Sollte werktags vermutlich kein Problem sein und möglichst weit im Süden einsteigen ist gut.

Allerdings was "der Fahrradwagen" angeht: ein Fünfwagenzug RE 3/RE 5 hat, wenn er komplett, vier Fahrradabteile. Ein riesiges (in der Regel im ersten Wagen Ri Norden), ein großes (in der Regel im südlichsten Wagen) und zwei kleine. Nur der Servicewagen hat keins, stattdessen Rollstuhlstellplätze.
Zitat
PassusDuriusculus
Bzgl. Wärmedämmung: Da habe ich den Eindruck, dass die wärmegedämmten Häuser so warm sind, dass zwar nicht mehr geheizt wird, aber die Klimaanlagen auf volle Pulle gedreht werden müssen, weil es viel zu heiß ist.

Dann läuft irgendwas schief. Ne Dämmung funktioniert ja in beide Richtungen ;)
Zitat
Balu der Bär
@global fisch.

Das was du forderst, ist purer Klima-Kommunismus.
Du willst etwas gern haben aus hohen moralischen Beweggründen, aber die anderen mögen es bitte finanzieren. In diesem Falle die Gemeinschaft. Das ist nämlich das Doppel-Moral: Alle sind für Klimaschutz, aber niemand will dafür in den eigenen Geldbeutel greifen und es bezahlen. Das mögen dann mal bitte die anderen tun. Wärmedämmung am Haus, will jeder gern haben, aber in Form einer Mieterhöhung bezahlen will es dann doch keiner. Auch so ein schönes Beispiel.

Du scheinst im Arbeitskreis "Kreatives Fabulieren" viel gelernt zu haben.

Geschrieben habe ich von all' dem, worauf Du Dich beziehst, nichts.

Zitat

Du stellst selbst fest, dass sich Eisenbahnverkehr oft nicht wirtschaftlich rechnet. Aber anstatt den Nutzern zu sagen "wenn ihr diese Leistung haben wollt dann müsst ihr sie auch angemessen bezahlen, sonst gibt es diese Leistung nicht", sagst du, die öffentliche Hand möge es mal brav bestellen und finanzieren. Das wird nicht funktionieren, weil die Zeiten der Überschüsse bereits in 2 Jahren wieder vorbei sind und die öffentlichen Kassen dann vor der Frage stehen, ob wir bei der Bildung, der Kinder-Betreuung oder eben bei der Bezuschussung von Nahverkehr sparen. Da würde mich interessieren, wo du dann Geld an anderer Stelle einsparen möchtest.

Eisenbahnverkehr rechnet sich wirtschaftlich oft nicht, wenn man mit einem Klein-Fritzchen-Verständnis rangeht: "jeder Zug muss das Geld an Fahrgelderlösen einspielen, was er kostet". Aber Wirtschaft ist mehr: Wirtschaft ist: können wir durch einen attraktiven ÖPV Touristen in die Gegend locken, die Geld in die Kassen bringen? Können wir durch einen attraktiven ÖPV erreichen, dass sich Unternehmen/Menschen in der Gegen ansiedeln, die Steuereinnahmen bringen? Und anderes mehr.

Zitat

Dein Argument, dem Klima sei es egal, ob da mehr Züge fahren... Wenn das Diesel getriebene Züge sind, ist es dem Klima nicht egal

Doch. Und zwar sowas von egal.
Es ist dem Klima völlig Banane, ob alle zwei Stunden mal ein Dieseltriebwagen durch die Gegend tuckert, wenn auf der parallelen Bundesstraße in der selben Zeit 100 LKWs fahren (die alle pro Stück denselben Schadstoffausstoß haben), dazu noch paar hundert PKW. Das Klima merkt es höchstens dann, wenn der Bahnverkehr so gut ist, dass der Autoverkehr wirklich merklich reduziert wird.
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