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GDL-Streik 1. Runde 2021
geschrieben von BuchholzerJung 
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Beförderungsfall Nr. 8821
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der weiße bim
Das ist sicher einer der Gründe, warum die Bahnführung selbst bei der doch recht maßvollen GDL-Forderung (unterhalb der Teuerungsrate) so hart bleibt und die Sache eskalieren lässt.
Die Bahn hat in 2020 5,7 Mrd. Euro Verlust und im ersten Halbjahr 2021 nochmals 1,4 Mrd. Euro Verlust gemacht. In einer solchen Situation sollte eigentlich das oberste Gewerkschaftsziel der Erhalt von Arbeitsplätzen und nicht monetäre Forderungen sein.

Viele Deutsche haben wegen Kurzarbeit oder gar Jobverlust weniger Geld in der Tasche. Da ist selbst ein Abschluss unterhalb der Teuerungsrate oder gar eine nominale Nullrunde völlig im Rahmen.

Durch den Streik schlägt die GdL praktisch denjenigen Arbeitnehmern und Selbständigen mit der Faust ins Gesicht, die nun endlich wieder Einkommen generieren können und auf die Bahn direkt oder indirekt angewiesen sind.

Das klingt ja ehrenwert, ich will Dir aber nicht glauben, daß hier im Forum gleichmütiges Verständis zu lesen wäre, würde die GDL analog zu den Bahnvorständen 10% Gehaltssteigerung ab 2023 fordern. Sorry, das Argument pandemiebegründeter Bescheidenheit hat die Bahn höchstselbst im Klo entsorgt.

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Beförderungsfall Nr. 8821
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def
Und welche Schlussfolgerungen sollten sie aus der Erkenntnis ziehen, dass es ab dem 9. August jederzeit zu Streiks kommen kann? Für die Zeit nach dem 9. August auf unbestimmte Zeit keine Bahnfahrten planen? Und als Pendler/in ein Auto kaufen? Ob man so die gesellschaftliche Position der Bahn stärkt?
Absolut. Vor allem hatten Fahrgäste zudem weniger als einen Tag Vorwarnzeit, um Schichten zu tauschen, Homeoffice zu beantragen, Kinderbetreuung umzuplanen, Mietwagen zu organisieren etc.
Das ist einfach nur rücksichtslos.

Funfact am Rande: Wenn man den Link für das Streik-Betriebsprogramm bei der S-Bahn anklickt, kann man unten links die Produktionsplanung 04.08.2021 nachlesen.

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Beförderungsfall Nr. 8821
PS: Ich bin übrigens nicht direkt betroffen, weil ich von Zuhause arbeiten kann oder mit dem Rad ins Büro fahre. Ich schreibe hier rein solidarisch.

Freut mich. Ich hatte gestern Spätdienst und heute frei. Trotzdem bleibe ich mit der GDL solidarisch, die Begründung hat der Jagdpilot in einem Screenshot weiter oben gepostet. Insbesondere die mit der EVG abgestimmte Einstellung der Einzahlung zur betriebl. Zusatzrente und der dafür gewährte Kündigungsschutz nur in der Verwaltung regt mich maßlos auf.

Noch mehr regt mich auf, daß die Bevölkerung den ollen Marxisten/Leninisten recht gibt, die behaupteten, solange sich "die da unten" gegenseitig zerfleischen, können "die da oben" machen, was sie wollen.
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Zektor
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Henning
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PassusDuriusculus
Die S46 müsste besser als S6 zur Warschauer Str. fahren, dann wäre es eindeutiger...

(Nicht George Orwell sondern Geschichte)

Das wäre schlechter, dann wäre die komplette Ringbahn nicht bedient. Jetzt fährt zumindest auf dem Südring etwas.

Aha, ... und die S85 beamt sich also von Bornholmer Str. zum (Bhf.) Plänterwald? (Damit der komplette Ring also "unbedient" bliebe)
Der Abschnitt Schönhauser Allee <> Treptower Park gehört also nicht dem Ring an?

Du hast Recht. Ich habe es nicht ganz korrekt ausgedrückt.
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Logital
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Henning
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B-V 3313
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Henning
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PassusDuriusculus
Das Liniennetz erinnert geringfügig an 1984...

Wurden damals auch viele Strecken nicht bedient? Wenn ja, warum?

Das ist jetzt nicht dein ernst?

Doch, ich meine es ernst, da dies vor meiner Zeit war. "GraphXBerlin" hat mir den Tipp mit "Streik 1980" gegeben.

Dir sind aber sonst durchaus andere Dinge vor deiner Zeit bekannt.

Mir sind aber nicht alle Dinge vor meiner Zeit bekannt.
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Mike485
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Beförderungsfall Nr. 8821
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def
Und welche Schlussfolgerungen sollten sie aus der Erkenntnis ziehen, dass es ab dem 9. August jederzeit zu Streiks kommen kann? Für die Zeit nach dem 9. August auf unbestimmte Zeit keine Bahnfahrten planen? Und als Pendler/in ein Auto kaufen? Ob man so die gesellschaftliche Position der Bahn stärkt?
Absolut. Vor allem hatten Fahrgäste zudem weniger als einen Tag Vorwarnzeit, um Schichten zu tauschen, Homeoffice zu beantragen, Kinderbetreuung umzuplanen, Mietwagen zu organisieren etc.
Das ist einfach nur rücksichtslos.

Funfact am Rande: Wenn man den Link für das Streik-Betriebsprogramm bei der S-Bahn anklickt, kann man unten links die Produktionsplanung 04.08.2021 nachlesen.

Offensichtlich hat sich die S-Bahn als betroffenes Unternehmen schon mal einen Plan zurechtgelegt, den sie im Streikfall einfach aus der Schublade ziehen und adaptieren konnte. Und was sagt das nun in Bezug auf Bahnkund/innen? Wie sollen die sich denn konkret vorbereiten (Reiseplanungen, Schichtentauschen etc.), wenn man noch nicht mal was, wann genau und für wie lange gestreikt wird?

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Mike485
Noch mehr regt mich auf, daß die Bevölkerung den ollen Marxisten/Leninisten recht gibt, die behaupteten, solange sich "die da unten" gegenseitig zerfleischen, können "die da oben" machen, was sie wollen.

Naja, wenn man dieses simple Muster schon aufmachen möchte, sollte man zumindest ein paar Gedanken einfließen lassen: welcher Partei gehört der Weselsky nochmal an? (Ein Tipp: die Partei stellt seit 16 Jahren durchgehend die Kanzlerin und ist die stärkste der im Bundestag vertretenen Parteien.) Und haben "die da oben" nicht besonders viel davon, wenn die Belegschaft eines großen staatlichen Unternehmens gespalten ist?

Nein, ich möchte nicht andeuten, dass ich dahinter die große Verschwörung von Angela Merkel vermute, um eine klimafreundliche Verkehrspolitik zu torpedieren. Genau genommen gehe ich stark davon aus, dass die Parteimitgliedschaft Weselskys exakt nichts mit dem Tarifkonflikt zu tun hat. Nur, dass der simple "wir hier unten und die da oben"-Mechanismus hier einfach zu unterkomplex ist - zumal eben durch die kurzfristige Ankündigung besonders jene betrifft, die keine Wahl haben. Aber da hört die Solidarität der GDL und ihrer Mitglieder dann eben auf, so dass man Dein Argument eben auch spiegeln kann - denn Solidarität ist keine Einbahnstraße. Wer sie einfordert, sollte sie auch zeigen.
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Beförderungsfall Nr. 8821
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der weiße bim
Das ist sicher einer der Gründe, warum die Bahnführung selbst bei der doch recht maßvollen GDL-Forderung (unterhalb der Teuerungsrate) so hart bleibt und die Sache eskalieren lässt.
Die Bahn hat in 2020 5,7 Mrd. Euro Verlust und im ersten Halbjahr 2021 nochmals 1,4 Mrd. Euro Verlust gemacht. In einer solchen Situation sollte eigentlich das oberste Gewerkschaftsziel der Erhalt von Arbeitsplätzen und nicht monetäre Forderungen sein.

Viele Deutsche haben wegen Kurzarbeit oder gar Jobverlust weniger Geld in der Tasche. Da ist selbst ein Abschluss unterhalb der Teuerungsrate oder gar eine nominale Nullrunde völlig im Rahmen.

Durch den Streik schlägt die GdL praktisch denjenigen Arbeitnehmern und Selbständigen mit der Faust ins Gesicht, die nun endlich wieder Einkommen generieren können und auf die Bahn direkt oder indirekt angewiesen sind.

(...)

Meines Erachtens auch wieder so ein Musterbeispiel für eine völlige Überfrachtung der an Gewerkschaftenn im Kapitalismus gestellten Anforderungen. Auf der "Nichtbasis" einer fehlenden Analyse (sh. meinen vorigen Beitrag) werden hier Forderungen an einen Verein mit rund 37.000 Mitgliedern formuliert, die dieser beim besten Willen nicht erfüllen kann.

Wenn die Politik (nicht die GDL und auch nicht die EVG) wegen der Daseinsvorsorgefunktion der Eisenbahn auch im Fernverkehr (!) entgegen ihrer sonstigen verblödeten Sicht richtigerweise für eine weitgehende Aufrechterhaltung des Betriebs bei der DB sorgt, muß sie (und damit letztlich die Allgemeinheit) auch die daraus resultierenden betriebswirtschaftlichen Verluste abfangen.

Die Folgen der Pandemie können, wenn überhaupt, ohnehin nur von der Gesellschaft insgesamt irgendwie bewältigt werden. Oder anders herum: Wenn man ernsthaft die Meinung vertritt, Gewerkschaften wären für betriebswirtschaftliche Verluste verantwortlich, dann müßten sie konsequenterweise in die Entscheidungen über Art, Umfang und Richtung der Produktion, in unserem Fall über die Frage, wie viele Fernzüge bei pandemiebedingten Fahrgastrückgängen gefahren werden soll(t)en, einbezogen werden.

Ansonsten freue ich mich, heute wieder einmal "am Stück" mit der S-Bahn fahren zu können, also von Marienfelde bis zum Bundesplatz,

Marienfelde.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.2021 09:23 von Marienfelde.
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Railroader
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VvJ-Ente


Im Kollegen- und Freundeskreis wächst jedenfalls in der Regel eher der Druck auf die Gewerkschaft, endlich diesen Sche.issstreik zu beenden als dass es Druck auf die Arbeitgeberseite gibt, endlich die Lohnforderungen des Personals zu erfüllen.

Ja und es wäre mal interessant zu erfahren, warum das in Deutschland so ist. Ist es ein Gefühl von: "an die da oben kommt man eh nicht ran" oder geht es darum, jemandem etwas nicht zu gönnen, weil man es selbst nicht bekommt? Die Argumentation wiederholt sich ja immer wieder : "Ich kann ja auch nicht streiken", "XY bekommt das ja auch nicht!"

Wichtig wäre aus meiner Sicht, auf beiden Seiten Druck aufzubauen, um sie an den Verhandlungstisch zu bewegen.

Also zum einen haben viele Leute (ich eingeschlossen) den Eindruck, dass es den GDLern völlig am Hintern vorbeigeht, wie andere Menschen (die rein gar nichts mit dem Arbeitgeber Bahn AG zu tun haben) mit den Streikfolgen zurechtkommen. Da kommen dann eher Sprüche wie auch hier wieder zu lesen "Sollen die Leute halt nicht reisen", "Es war jedem klar, dass im August gestreikt wird" usw.

Und zum anderen sehe ich nirgendwo den Versuch, den Streik mal etwas kreativer zu gestalten. Warum spielt man den Ball nicht auf die Arbeitgeberseite? Man kann doch mit einer Woche Vorlauf dazu aufrufen, mit Rücksicht auf die Pendler von 10-15 und 19-2 Uhr zu streiken. Oder mit Rücksicht auf Rückreisewellen oder mangelhafte anderweitige Verbindungen bestimmte Strecken vom Streik auszunehmen. Und dann sollen doch die Gerichte ihre Arbeit machen und sagen dieses und jenes geht nicht. Dann liegt der Schwarze Peter und der Druck auf dem Gesetzgeber, genau solche gezielten Aktionen möglich zu machen. Oder der Bahnkonzern besetzt die Züge, die vom Streik ausgenommen werden sollen, gezielt mit GDLern, damit sie mehr freie Nicht-GDLer für die anderen Züge hat. Dann macht man das öffentlich und sagt, dass man beim nächsten Mal wieder das Gesamtnetz bestreiken müsste, weil der Bahnkonzern die Rücksichtnahme auf Fahrgäste schamlos ausgenutzt hat. Was glaubst du, wer dann den Shitstorm kassiert und den Druck hat?

So sind die rücksichtslosen GDLer in den Augen der Öffentlichkeit die Bösen und der Bahnkonzern, der Notverkehr auf den wichtigsten (= ja huch, profitabelsten) Strecken Notverkehr anbietet, der Gute. Verkehrte Welt, aber wenn man an anständiger Kommunikation der Verantwortlichkeiten nicht interessiert ist...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.2021 08:34 von VvJ-Ente.
@Beförderungsfall Nr. 8821
Schön, oder auch nicht schön, daß du keine Sympathien für die Streikenden Eisenbahner hast, aber dann doch mal an dich gerichtet folgendes:
Die Inflation klettert gerade ordentlich nach oben, die DB will erst Januar 2022 eine Lohnerhöhung von 1,5% mehr zahlen, somit also weniger als die Inflation, und dann ab März 2023 noch einmal 1,7%, ebenfalls voraussichtlich weniger als die Inflation. Mit anderen Worten soll es einen beachtlichen Reallohnverzicht geben und das bei einer Laufzeit von 40 Monaten.
Jetzt an dich die Frage, wie soll die GdL wirksam ihre Position vertreten, wenn sie dabei nicht vom Streikrecht Gebrauch macht?

Ja, der Streik kam kurzfristig - aber: Die Bekanntgabe der Urabstimmung wurde wochenlang in den Medien thematisiert, und das die GdL relativ kurzfristig zum Streik aufrufen würde, so das Votum entsprechend lautet, war durchaus abzusehen. Alles andere hätte bedeutet, das Wochenende miteinzuschließen, dieses hat die GdL aber extra ausgeklammert. Anstatt sich also zu beschweren, solltest du im Hinterkopf haben, daß die GdL durchaus ihren Streik mit noch mehr Durchschlagskraft auf das Wochenende hätte legen können. Wäre dir das lieber gewesen?

Dann noch so am Rande, die EVG beschwert sich über das Vorgehen der GdL, hat sich aber wohl tatsächlich eine Hintertür in ihrem Tarifvertrag mit der DB offengehalten, sollte die GdL etwas Besseres aushandeln. Der EVG-Vorsitzende sollte daher besser ganz ruhig bleiben und nicht gegen die GdL schießen, die EVG ist nämlich Nutznießer, sollte die GdL ihr Ziel, einen deutlich besseren Vertrag zu erzielen, erreichen.

Dennis
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drstar
Ja, der Streik kam kurzfristig - aber: Die Bekanntgabe der Urabstimmung wurde wochenlang in den Medien thematisiert, und das die GdL relativ kurzfristig zum Streik aufrufen würde, so das Votum entsprechend lautet, war durchaus abzusehen.
Vorher sollten die Fahrgäste wissen, dass ein Streik abzusehen ist? Nicht jeder steckt in der Materie und man kann auch nicht erwarten, dass sich Fahrgäste über grundsätzlich selbstständig über Tarifverhandlungen bei der Bahn informieren. Und nein, es wurden nicht jeden Tag über ein möglichen Streik berichtet. Schon gar nicht konnte man sagen wann er genau kommen wird und wie lange er dauern würde.

Zitat
drstar
Alles andere hätte bedeutet, das Wochenende miteinzuschließen, dieses hat die GdL aber extra ausgeklammert. Anstatt sich also zu beschweren, solltest du im Hinterkopf haben, daß die GdL durchaus ihren Streik mit noch mehr Durchschlagskraft auf das Wochenende hätte legen können. Wäre dir das lieber gewesen?
Hätte, hätte, Fahrradkette. Es gibt auch kein Naturgesetz welcher besagt, dass man dann am Wochenende streiken muss, könnte danach am Dienstag beginnen. Und ich wiederhole mich, aber was ist daran so schwer ein bisschen mehr Vorlaufzeit für die Fahrgäste zu gewähren? Vielleicht gibt es dann auch mehr Verständnis.
Es wird immer so auf die Inflation in diesem Jahr herumgeritten.

Wie waren denn die Abschlüsse und Erhöhungen der GDL im Verhältnis zur Inflationsrate in den letzten Jahren?

[www-genesis.destatis.de]

In den letzten 10 Jahren war die Inflationsrate sehr niedrig.
Zitat
Statistisches Bundesamt
2010 93,2 +1,1
2011 95,2 +2,1
2012 97,1 +2,0
2013 98,5 +1,4
2014 99,5 +1,0
2015 100,0 +0,5
2016 100,5 +0,5
2017 102,0 +1,5
2018 103,8 +1,8
2019 105,3 +1,4
2020 105,8 +0,5

Das muss man doch über einen längeren Zeitraum sehen.
Es ist immer so ein Pro/Contra-Ding.

Wenn ein Tf geschätzte 3000€ brutto verdienen sollte, geht es hier um 96€ brutto mehr. Netto also 60€ plus die Coronaprämie.

Jetzt mal rechnen um wieviel Versicherungen/ Gas/Strom/Einkäufe teurer wurden.

Da ist es eigentlich eine Nullrunde.
Und das jetzt in Relation stellen zu 48h streiken und dem Verdienst eines Weselskys der in der GDL sicher auch zu den "oberen" gehört oder zu den vielzitierten Pflegepersonal...

Davon abgesehen würde ich als Verkäufer konkrete Warengruppen explizit verteuern um Kaufanreize abzuschaffen was schlußendlich der Gesamtbevölkerung zugute käme.
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VvJ-Ente
Man kann doch mit einer Woche Vorlauf dazu aufrufen, mit Rücksicht auf die Pendler von 10-15 und 19-2 Uhr zu streiken

Das könnte die GDL als erste Maßnahme tun. Die Frage ist eben nur, wie viel das dann bringt.Als damals die Werkstätten der BVG bestreikt wurden, war das zwar sehr kundenfreundlich, hat aber irgendwie auch die Wirkung verfehlt und fiel kaum auf. Aber ja, zu Beginn wäre sowas als Warnstreik sicher nicht verkehrt.



Zitat
VvJ-Ente
Oder der Bahnkonzern besetzt die Züge, die vom Streik ausgenommen werden sollen, gezielt mit GDLern, damit sie mehr freie Nicht-GDLer für die anderen Züge hat.

Der Arbeitgeber muss gar nicht wissen, wer in der GDL ist und wer nicht. Und wenn er es wüsste, warum sollte er dann Züge, die nicht bestreikt werden, mit GDLern besetzen, die zum Streik aufgerufen sind?

Die Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder zum Streik auf und jedes Mitglied ist verpflichtet, mitzustreiken.

Die Deutsche Bahn hat ja ihren Fokus auf bestimmte Strecken gelegt, die befahren werden sollen, nur kann sie eben erst nach Beginn des Streiks feststellen, wie viel Personal sie tatsächlich disponieren kann.
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Railroader
Die Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder zum Streik auf und jedes Mitglied ist verpflichtet, mitzustreiken.

Das halte ich für ein Gerücht. Was ist die Gesetzesgrundlage dafür? Eine Streikpflicht gibt es nicht in Deutschland.

Edit: So lange die Ziele des Streiks erreicht werden, muss man sich sicher nicht beteiligen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.2021 12:15 von TomB.
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TomB


Das halte ich für ein Gerücht. Was ist die Gesetzesgrundlage dafür? Eine Streikpflicht gibt es nicht in Deutschland.

Edit: So lange die Ziele des Streiks erreicht werden, muss man sich sicher nicht beteiligen.

Natürlich musst du von gesetzlicher Seite aus nicht, aber die Mitgliedschaft in Gewerkschaften geht mit Rechten und Pflichten einher. Streikbruch kann einen Ausschluss bedeuten.
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Railroader
Der Arbeitgeber muss gar nicht wissen, wer in der GDL ist und wer nicht.

Muß er nicht, kann er aber.
Wenn ich mich recht entsinne, wurde der Gewerkschaftsbeitrag damals, als ich in der ÖTV war, gleich vom Gehalt einbehalten. Somit wußte der Arbeitgeber natürlich von meiner Mitgliedschaft. Andererseits erfährt der Arbeitgeber bei einem Streik, wer in einer Gewerkschaft sein könnte.

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Railroader
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VvJ-Ente
Oder der Bahnkonzern besetzt die Züge, die vom Streik ausgenommen werden sollen, gezielt mit GDLern, damit sie mehr freie Nicht-GDLer für die anderen Züge hat.

Und wenn er es wüsste, warum sollte er dann Züge, die nicht bestreikt werden, mit GDLern besetzen, die zum Streik aufgerufen sind?

Ich glaube, Du hast die Aussage genau umgekehrt verstanden. Es sollen quasi die Züge mit GDLern besetzt werden, die laut Streikfahrplan ohnehin nicht eingeplant sind.


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
Achso, dann habe ich das falsch verstanden.

Bei uns wird der Beitrag nicht vom Gehalt abgezogen.

Klar, es steht der DB ja frei, nach Vermutungen zur Gewerkschaftszugehörigkeit zu disponieren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.2021 12:42 von Railroader.
Das heißt also, das die 180 Fahrer von gestern und Mittwoch die im Netz unterwegs waren, keine Gewerkschaftsmitglieder waren?
Zitat
micha774
Das heißt also, das die 180 Fahrer von gestern und Mittwoch die im Netz unterwegs waren, keine Gewerkschaftsmitglieder waren?

Nein, das heißt einfach nur, dass sie nicht gestreikt haben. Egal, ob sie in der GDL, der EVG, anderweitig oder gar nicht organisiert sind. Andersrum ist es auch möglich einem Streikaufruf zu folgen, obwohl man kein Mitglied der aufrufenden Gewerkschaft ist. Der Unterschied zu streikenden Gewerkschaftsmitgliedern ist der, dass man dann gar kein Geld bekommt, während Mitglieder der aufrufenden Gewerkschaft bei Teilnahme Streikgeld erhalten.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Es fahren immer auch Mitglieder, die sich nicht am Streik beteiligen wollen. Die Gewerkschaft kann sie aber eben dann ausschließen. Allerdings weiß ich nicht, ob die das wirklich macht.
Zitat
Railroader
Es fahren immer auch Mitglieder, die sich nicht am Streik beteiligen wollen. Die Gewerkschaft kann sie aber eben dann ausschließen. Allerdings weiß ich nicht, ob die das wirklich macht.

Als Abtrünniger, Verrätter oder Boykotteur meinst Du? Der GDL traue ich sowas zu.
Zitat
Nordender
Als Abtrünniger, Verrätter oder Boykotteur meinst Du? Der GDL traue ich sowas zu.

Es ist einfach Teil der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, auch Pflichten einzugehen, denen man mit dem Eintritt zustimmt. Die GDL leistet ja auch außerhalb der Tarifverhandlungen recht viel für ihre Mitglieder. Ich kann jeden absolut verstehen, wenn er sagt, dass er einen Streik nicht mit sich vereinbaren kann und käme nie auf die Idee, einen Vorwurf zu machen. Für mich selbst habe ich aber entschieden, dass ich austrete, wenn ich an diesem Punkt bin. Wenn ich nicht mehr hinter den Zielen der Gewerkschaft stehe, wäre das die Konsequenz für mich.
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