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Neun Euro Ticket
geschrieben von Heidekraut 
Neun Euro Ticket
24.03.2022 14:00
Was ist das, was bedeutet es?

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 14:04
Zitat
Heidekraut
Was ist das, was bedeutet es?

Das würden vermutlich VBB und BVG und die anderen VU auch gerne wissen!

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 14:09
Zitat
Nemo
Das würden vermutlich VBB und BVG und die anderen VU auch gerne wissen!

Das einzig konkretere, das ich bisher dazu gelesen habe, war, dass der Bund den Ländern Mittel zur Verfügung stellt und diese es umsetzen sollen. Da man über Nacht ausgehandelt hat, dass der Bund es finanziert, wird es sicher noch weiteren Abstimmungsbedarf geben, bis Details bekannt gegeben werden.
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 14:57
Das ist ja noch so unausgegoren, dass da in den Meldungen des Bundes sowohl 9 Euro für 90 Tage als auch 9 Euro pro Monat steht.

Insgesamt ist die Strategie des Bundes auf diese geopolitischen Folgewirkungen nicht durchdacht. Klar ist doch: Der Verbrauch fossiler Brennstoffe muss dringend und sehr schnell sinken, sowohl aus ökonomischen wie ökologischen wie geostrategischen Gründen. Dann darf man sie aber doch nicht billiger machen!

Die beste ÖV-Förderung ist 2,XX € an der Tanke und mit CO2-Bepreisung irgendwann sogar mal 3 €. Dann steigt man auf die Elektrischen um, sei es die auf der Schiene oder die Teslas und Co dieser Welt.
def
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 15:07
Zitat
M48er
Insgesamt ist die Strategie des Bundes auf diese geopolitischen Folgewirkungen nicht durchdacht. Klar ist doch: Der Verbrauch fossiler Brennstoffe muss dringend und sehr schnell sinken, sowohl aus ökonomischen wie ökologischen wie geostrategischen Gründen. Dann darf man sie aber doch nicht billiger machen!

Die beste ÖV-Förderung ist 2,XX € an der Tanke und mit CO2-Bepreisung irgendwann sogar mal 3 €. Dann steigt man auf die Elektrischen um, sei es die auf der Schiene oder die Teslas und Co dieser Welt.

Richtig! Natürlich muss es Förderungen für Härtefälle geben, aber es ist doch überhaupt nicht einzusehen, dass mit der Gießkanne gefördert wird. Einerseits drosseln einige Industriebetriebe schon die Produktion, weil Energie so teuer ist, andererseits werden Autofahrende (oder Erdölkonzerne) pauschal entlastet, obwohl fast die Hälfte der in Deutschland durchgeführten Autofahrten kürzer als 5 km ist. Das muss diese Wirtschaftskompetenz der FDP sein: nicht eine funktionierende Industrie schafft den deutschen Wohlstand, sondern der Umstand, dass Bärbel aus Bielefeld und Eberhard aus Eberswalde weiterhin unbekümmert noch so absurd kurze Strecken mit dem Auto zurücklegen können. Da kann man sich nur an den Kopf fassen.

Eher gilt: Die Alternativen zum Auto müssen ausgebaut werden (ÖV, Fahrrad, Fußwege), und insgesamt stärker darauf hingearbeitet werden, dass Wege verkürzt werden. Deshalb halte ich übrigens auch wenig davon, die Preise im ÖV deutlich zu senken oder ihn gar kostenlos zu gestalten: das kostet Geld, aber bringt wenig. (Natürlich muss sich jeder die Benutzung des ÖV leisten können, aber auch hier halte ich zielgerichtete Ansätze für sinnvoller als Gießkannen.)
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 15:20
Zitat
def
nicht eine funktionierende Industrie schafft den deutschen Wohlstand, sondern der Umstand, dass Bärbel aus Bielefeld und Eberhard aus Eberswalde weiterhin unbekümmert noch so absurd kurze Strecken mit dem Auto zurücklegen können.

Bei kurzen Strecken kann der Bezinpreis gar nicht so hoch sein, dass er abschreckend wirkt.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 15:28
Wichtig wäre zu wissen ob es von Berlin den C-Bereich mitnimmt, ist ja leider immer ein ärgerliches Thema.
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 16:06
Zitat
Nordender
Wichtig wäre zu wissen ob es von Berlin den C-Bereich mitnimmt, ist ja leider immer ein ärgerliches Thema.

Vielleicht gilt es ja dann in ganz Deutschland (dann gibt es wieder Bierkasten-Reisegruppen) oder man zahlt dann 18 Euro wegen zwei Tarifgebieten. Wir können gespannt sein.

Es wird auch interessant, was man mit Abokunden und Jahreskarteninhabern mit Einmalzahlung macht.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 16:14
Ich nehme mal an, dass man morgen wieder zurückrudern wird, das ganze Maßnahmenpaket war ja nicht durchdacht.

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Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 16:30
@M48er Du bist oberschlau, nur gibt es nicht genug Elektrische, weder auf der Schiene noch im Autohaus. Von den Kosten ganz zu schweigen. Ein 9 Euro pro Monat stärkt den ÖPNV massiv, es ist aber nur auf 3 Monate konzipiert, vorerst. Das ist schon ein Schritt in Richtung Null Euro-Ticket. Ein Energiegeld, soweit es die Armen auch wirklich erreicht, hilft ebenso. Dass man den Sprit vorübergehend stützen muss, ist ebenfalls klar, weil man nicht von jetzt auf gleich den MIV abschaffen kann. Man sollte gleichzeitig SUVs besteuern und Sonntagsfahrer irgendwie ausnehmen aus den Regelungen. Wer also genug verdient, wer das Auto nicht für den Arbeitsweg benötigt und wer damit Geld verdienen muss, der sollte anders behandelt werden. Keine leichte Aufgabe.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 16:38
Zitat
def
[...] sondern der Umstand, dass Bärbel aus Bielefeld und Eberhard aus Eberswalde weiterhin unbekümmert noch so absurd kurze Strecken mit dem Auto zurücklegen können.

Gilt das auch für Dustin aus Diedersdorf? Weil sonst wär's ja echt fies, was die da oben wieder machen...
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 17:09
Zitat
Nordender
Wichtig wäre zu wissen ob es von Berlin den C-Bereich mitnimmt, ist ja leider immer ein ärgerliches Thema.

Warum sollte es gerade nur für Berlin AB gelten? Es wird eigentlich für Monatskarten des Nahverkehrs gelten, aller Tarifstufen.

*******
Das Gegenteil von ausbauen ist ausbauen.
Zitat
Nemo
Bei kurzen Strecken kann der Bezinpreis gar nicht so hoch sein, dass er abschreckend wirkt.

Man darf halt auch nicht den Faktor Zeit vernachlässigen, bei dem man mitunter gerne bereit ist eine Art "Expresszuschlag" zu zahlen.

Bei mir von Steglitz nach Olympiastadion z.B. Auto 21 min (nachmittags knapp 30), ÖPNV 51-57 min (inkl. Fussweg zu den Haltestellen). Dazu kann man dann auf dem Nachhauseweg einkaufen, ohne alles mit den Öffis buckeln zu müssen.

Dann kommt der Faktor mit der Schnabelmaske, die man so nicht die ganze Zeit tragen muss. Und von den Pendlern aus Brandenburg will ich gar nicht reden...tolle Regionalexpresse, aber meistens ziemlich voll und man muss auch erstmal zum Bahnhof kommen und wenn ist der P&R-Platz schon vor 6 Uhr voll (z.B. KW)

Und so wird es vielen Leuten gehen.
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 17:50
Zitat
Tunnelratte
Zitat
Nemo
Bei kurzen Strecken kann der Bezinpreis gar nicht so hoch sein, dass er abschreckend wirkt.

Man darf halt auch nicht den Faktor Zeit vernachlässigen, bei dem man mitunter gerne bereit ist eine Art "Expresszuschlag" zu zahlen.

Bei mir von Steglitz nach Olympiastadion z.B. Auto 21 min (nachmittags knapp 30), ÖPNV 51-57 min (inkl. Fussweg zu den Haltestellen). Dazu kann man dann auf dem Nachhauseweg einkaufen, ohne alles mit den Öffis buckeln zu müssen.

Dann kommt der Faktor mit der Schnabelmaske, die man so nicht die ganze Zeit tragen muss. Und von den Pendlern aus Brandenburg will ich gar nicht reden...tolle Regionalexpresse, aber meistens ziemlich voll und man muss auch erstmal zum Bahnhof kommen und wenn ist der P&R-Platz schon vor 6 Uhr voll (z.B. KW)

Und so wird es vielen Leuten gehen.

Steglitz-Olympiastadion ist keine absurd kurze Strecke! Nebenbei viel Spaß beim Parkplatzsuchen, wenn man dann später wieder ins Stadion darf...

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo

Steglitz-Olympiastadion ist keine absurd kurze Strecke! Nebenbei viel Spaß beim Parkplatzsuchen, wenn man dann später wieder ins Stadion darf...

Hat nix mit Hertha BSC zu tun und Parkplätze gibts bei uns auf dem Hof (BVG)...kurz ist in einer Stadt wie Berlin eh relativ, nur eine kleine Anekdote aus dem täglichen Leben ;-)
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 18:41
Zitat
Heidekraut
Was ist das, was bedeutet es?

Tolle Einleitung. Respekt!
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 21:00
Zitat
Heidekraut
Ein Energiegeld, soweit es die Armen auch wirklich erreicht, hilft ebenso. Dass man den Sprit vorübergehend stützen muss, ist ebenfalls klar, weil man nicht von jetzt auf gleich den MIV abschaffen kann.

Das erste ist genau richtig, das zweite ist falsch. Wir brauchen ein einkommensabhängiges Energiegeld (das umso höher ist, je geringer das Einkommen ist), dass für Mindestlohnempfänger in etwa die Mehrkosten durch die gestiegenen Preise auffängt. Und dann kann jeder frei entscheiden, ob er sein Energiegeld komplett zur Tankstelle trägt, oder ob er mit spritsparender Fahrweise, Einsparung von Fahrten, zeitweisem oder völligem Umsteigen auf andere Verkehrsmittel, oder Investition in ein neues Fahrzeug mit weniger Verbrauch oder anderem Antrieb zur ökologischen Verkehrswende beitragen will und von der Differenz von Energiegeld und tatsächlichen Mehrkosten profitieren will.
Re: Neun Euro Ticket
24.03.2022 21:34
Haaach jaaa.

Genau.

Nun kaufe ich mir heute ein E-Auto. Wann bekomme ich das aber? ... in 12-18 Monaten. Wunderbar.

Nun beschließe ich heute den Ausbau des ÖPNV. Wann bekomme ich dann aber dichtere Takte, neue Linien, etc.? ... in 5 Jahren beim Bus, in 15 Jahren bei der Straßenbahn, in 30 Jahren bei S- und U-Bahn.

Da bleibt nur Laufen, Fahrrad fahren und eine drastische Senkung des Lebensstandards - und zwar eine richtig drastische mit lokaler Versorgung à la Bauernhof, Kaminofen zu Hause und Deindustrialisierung, weil einfach fast alles mit einem extrem hohen Energiebedarf hergestellt wird und explizit in Deutschland ganz viel Gas benötigt wird (eben auch für elektrische Energie). Die Folgen sind aber schwer abschätzbar.

Oder wir machen ein bisschen weiter wie bisher (dazu gehört ganz klar der Ausbau der Erneuerbaren, der aber spontan nicht wirklich beschleunigt werden kann) und holen halt woanders die Energie her. Dass das gerade ein grüner Minister macht und dabei auch noch sämtliche hauseigene Ethik über den Haufen wirft ... das ist einfach real und "leider" auch sinnvoll. Dabei kann man nämlich die Folgen abschätzen.



PS: Die Höhe des Energiegeldes ist Einkommensabhängig, weil's besteuert wird.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.2022 21:35 von samm.
Zitat
samm
Haaach jaaa.

Genau.

Nun kaufe ich mir heute ein E-Auto. Wann bekomme ich das aber? ... in 12-18 Monaten. Wunderbar.

Allerdings kommt ein Autokauf nicht von heute auf morgen, sondern in der Regel weiß man um die Restlebenszeit Bescheid womit man den E-Autokauf entsprechend vorplanen kann. Grundsätzlich stimmt es aber, dass man für E-Autos Zeit braucht. Aber das liegt meines Erachtens auch an den jahrelang verpennten grundsätzlichen Regimechange bei der Autoindustrie.

Zitat

Nun beschließe ich heute den Ausbau des ÖPNV. Wann bekomme ich dann aber dichtere Takte, neue Linien, etc.? ... in 5 Jahren beim Bus, in 15 Jahren bei der Straßenbahn, in 30 Jahren bei S- und U-Bahn.

Du ignorierst die jährlichen Taktausweitungen, die wir seit vielen Jahren schon längst haben. Und die Beschlüsse zu neuen Strecken sind auch schon da, ich nenne nur i2030, Siemensbahn, diverse Straßenbahnstrecken, die Restrukturierungen im Regionalverkehr im Zuge der BER-Inbetriebnahme, die Dresdener Bahn um nur einige zu nennen. Klar sind sie alle ausbaufähig und es darf immer etwas mehr sein aber dass erst "heute" die Zeitrechnung beginnt, stimmt so einfach nicht.

Zitat

Da bleibt nur Laufen, Fahrrad fahren und eine drastische Senkung des Lebensstandards - und zwar eine richtig drastische mit lokaler Versorgung à la Bauernhof, Kaminofen zu Hause und Deindustrialisierung, weil einfach fast alles mit einem extrem hohen Energiebedarf hergestellt wird und explizit in Deutschland ganz viel Gas benötigt wird (eben auch für elektrische Energie). Die Folgen sind aber schwer abschätzbar.

Man muss sich allerdings auch klar machen, dass die Strompreise deswegen so hoch sind weil die Preise auf der Strombörse anhand des teuersten Energieträgers bemessen werden. Das ist das Gas. Je mehr ein Strompreisanbieter an Gas dazuschalten muss um eine stabile Stromerzeugung zu erreichen desto höher wird der Strompreis. Andererseits werden aktuell so viel Energiekosten verursacht, weil zum Beispiel die Industrie Strom benutzt um Gas in Strom umzuwandeln um ihre Maschinen zu betreiben. Da sind teils unnötig komplexe Mehrfachstromerzeugungen drin sodass also massig Effizienzgewinne möglich wären wenn die Industrie auf erneuerbare Energien umbaut. Also selbst Strom produziert über Energieträger, die sowieso da sind statt Gas oder andere fossile Energieträger einzukaufen, die ja erst gewonnen aufbereitet und transportiert werden müssen. Was wieder Strom benötigt. Man könnte hier schon so vieles bewegen.
Oder für Neubauten grundsätzlich Wärmepumpen vorzuschreiben. Warum werden im Jahr 2022 noch Neubauten mit Gasheizungen genehmigt?

Zitat

Oder wir machen ein bisschen weiter wie bisher (dazu gehört ganz klar der Ausbau der Erneuerbaren, der aber spontan nicht wirklich beschleunigt werden kann) und holen halt woanders die Energie her. Dass das gerade ein grüner Minister macht und dabei auch noch sämtliche hauseigene Ethik über den Haufen wirft ... das ist einfach real und "leider" auch sinnvoll. Dabei kann man nämlich die Folgen abschätzen.

Doch doch, man kann sehr wohl was beschleunigen. Schon alleine indem man erstmal die verhindernden Bremsen der CDU-Regierung, speziell des Altmeier-Ressorts, abbaut wie das irrsinnige 10H-Abstandsgebot von Windrädern, das den Windradausbau massiv geschadet hat, oder die ausufernden Genehmigungsverfahren, wo es inzwischen nicht unüblich ist, dass ein Windrad von Planung bis Inbetriebnahme im Durchschnitt 8 Jahre in Anspruch nimmt. Da bringt das Harbeck-Ressort aktuell entsprechende Korrekturen auf den Weg. Muss man sehen wie das umgesetzt wird, da der Erneuerbare-Energien-Ausbau Ländersache sein soll. Zahlreiche Länderchefs ziehen wohl schon mit, weil sie wegen der Groko-Zwänge nie so ausbauen konnten wie sie eigentlich wollten, was mich durchaus zuversichtlich macht.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
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