Zitat
Philipp Borchert
Vielleicht könnte man ja auch erst mal aus dem 322er 'ne richtige Buslinie machen. Warum die Waldstraße nur im Berufsverkehr bedient werden sollte, muss mir mal wer erklären. Einfach 'ne 20-Stunden-Linie draus machen und schon hat man auch nördlich der genannten Siedlung ein Angebot in einigermaßen annehmbarer Entfernung.
Unbedingt, auch hinsichtlich für die Cité Foch welche in den letzten Jahren auch erweitert wurde, wäre ein besseres Angebot ratsam.
Auch der 349 gehört endlich mal richtig überarbeitet. Zwar hat man den vor einiger Zeit etwas dran gemacht, aber den 40-Mnutentakt und die Betriebszeit bis ca. 18:00 so gelassen. Das ist ein Witz.
Was wird sich hier eigentlich über 500m aufgeregt? Das Weißenseer "Märchenland" hat deutlich weitere Wege zum ÖPNV, auch große Teile von Mahlsdorf-Süd haben Wege von deutlich mehr als 1000m zur nächsten Haltestelle. Das Liniennetz ist nunmal leider nicht optimal verteilt. Viele Gebiete sind auch gut erschlossen, aber durch mehrfache Umsteigezwänge auf nachgefragten Strecken seit dem Metrokonzept 2004 auch nicht besser angebunden da die Umstiege in der Praxis nicht klappen und man eher vom letzten Metrobus mit dichtem Takt weite Fußwege in Kauf nimmt als auf ungewisse Anschlüsse zu warten. Bestes Beispiel Heerstr. - Pichelsdorfer Str nach Werderstr
seit Dezember 2020 136 und N34 eingestellt, M36 mit dichtem Takt, ab Rauchstr. 700m Fußmarsch da 136er meist verpasst wird und nachts zum N39 gute 10 Minuten Wartezeit besteht.

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Eisern Union!
Der eine Missstand wird ja nicht dadurch besser, dass es anderswo auch welche gibt. Und die Bebauungsdichte ist um den Meller Bogen eine ganz andere als im Weißenseer Märchenviertel oder in Mahlsdorf-Süd.
Zitat
def
Der eine Missstand wird ja nicht dadurch besser, dass es anderswo auch welche gibt. Und die Bebauungsdichte ist um den Meller Bogen eine ganz andere als im Weißenseer Märchenviertel oder in Mahlsdorf-Süd.

Das schon, aber dennoch halte ich a) 500 m für relativ harmlos und b) würde m.E. auch die Existenz einer dichter gelegenen Bushaltestelle für die meisten nur wenig ändern.

Zu a) 500m ist m.E noch kein Misstand sondern völlig im Bereich des Normalen.
Da denke ich eher an Frankfurter Allee Süd, wo man von der Ecke Schulze-Boysen/Wilhelm-Guddorf-Straße (wo diverse Hochhäuser stehen) es 900m nach Nöldnerplatz/Frankfurter Allee/Magdalenenstra0e hat, Marktstr (21/240) wäre mit 800m etwas dichter, aber was nützt das?

Zu a) und b): ich finde, ich wohne ziemlich gut an den ÖPNV angebunden. 600/700m von S/U-Bahn, und eben die genannten 500m in zwei Richtungen zum Bus. Letzterer ist ziemlich egal; der nützt mir nur etwas, wenn ich weiter entlang des jeweiligen Linienkorridors unterwegs bin.

Ein Freund von mir wohnt in der gleichen Gegend etwa 1km vom S/U-Bahn weg, dafür direkt am Bus, aber wir würden beide sagen, dass ich ÖPNV-günstiger wohne. Was nützt ein Bus, mit dem man ein paar hundert Meter Fußweg spart, auf den man aber 10 oder 20 Minuten warten muss? (Leute, denen das Gehen schwer fällt, werden das natürlich anders sehen, aber ich denke, der Mehrheit wird es schon so ungefähr ähnlich gehen wie mir).
M.E. braucht man in einer Großstadt Bus/Straßenbahnachsen mit möglichst gradlinigen Verläufen, die die wesentlichen Ziele direkt anbinden und mit dichten Takten. Den Nutzen eines 20-Minuten-Kiezbusses mit Zickzackrundkurs halte ich für die meisten Menschen für marginal.
Naja, 500 m sollten, gerade in so dicht besiedelten Gebieten, doch eher die Ausnahme sein. Letztlich heißt das, dass man 10 min vor Abfahrt des Busses oder der Bahn das Haus verlassen muss - je unplanbarer der Weg (z.B. durch seltene und kurze Grünphasen für Fußgänger:innen, desto früher). Mit dem Auto (bei dem übrigens niemand sagt, dass ein Parkplatz 500 m vom Start/Ziel entfernt "relativ harmlos" ist) hat man schon also schon mal bei der in Berlin üblichen Pkw-Durchschnittsgeschwindigkeit schon mal 3 km zurückgelegt, eh man überhaupt in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitzt.

Das Problem ist eben, dass über Jahrzehnte die ÖV-Erschließung nicht wirklich im Mittelpunkt der Stadtplanung stand (wobei das trotz Ausnahmen wie Frankfurter Allee Süd im Osten viel besser lief als im Westen), während abertausende Parkplätze direkt vor den Hauseingängen als völlig normal und notwendig hingenommen wurden. Diese Fehler wird man kaum beheben können, kann sie aber eben mildern: und wenn das z.B. im Bereich Meller Bogen ohne Nachteile für andere Fahrgäste (bzw. mehr Fahrgäste mit Vor- als mit Nachteilen) möglich ist - wieso nicht?

Bei den Zick-Zack-Kiezlinien im 20-min-Takt bin ich bei weitgehend Dir, aber vielleicht finden sich ja für einzelne Stadtteile auch andere Lösungen, z.B. die kurze Verlängerung in der Nähe endender Buslinien (das hätte auch den Vorteil, dass sie auch anderen Funktionen dienen würden als dem bloßen Zubringer zur nächsten Schnellbahn) oder eben untergeordnete Verbindungen in Nachbarstadtteile - im Falle der Frankfurter Allee Süd wäre z.B. die Verlängerung des 396ers anbieten (zumindest wenn die Eisenbahnbrücken das in Höhe und Breite zulassen, ich bin mir gerade unsicher).

Ja, er wäre trotzdem nicht metrobuswürdig, aber die Bedeutung ginge über die rein lokale als Zubringer zum S+U Frankfurter Allee (samt Ring-Center) hinaus: die Wohngebiete Frankfurter Allee Süd erhielten eine Busverbindung zu mehreren Schulstandorten und dem Einzelhandelsstandort in der Sewanstraße, Rummelsburg und die Victoriastadt ans Ring-Center. Insofern bin ich verhalten optimistisch, dass das kein Flop wie die Moabiter Ringlinien bei der Einführung des Metrolinienkonzepts wäre.
Zitat
Global Fisch
Das schon, aber dennoch halte ich a) 500 m für relativ harmlos und b) würde m.E. auch die Existenz einer dichter gelegenen Bushaltestelle für die meisten nur wenig ändern.

Nun sind aber weder "halte ich für" noch "harmlos" Kriterien, die objektiv messbar und somit gute Grundlage für die Planung des Liniennetzes sind. Deshalb werden für derartige Angaben im Nahverkehrsplan messbare Werte definiert: in Gebieten mit hoher Nutzungsdichte (> 7000 EW/qkm) wird angestrebt, dass mindestens 80 % der Bevölkerung in einem Radius von maximal 300m um die nächste Haltestelle, die mindestens im 20-Minuten-Takt bedient wird, lebt. Berlinweit wird dieser Wert sogar mit 86,5 % deutlich überschritten.

Im Grundsatz finde ich diesen Ansatz richtig, nicht jedem noch so abseits gelegenem Haus eine entsprechende Anbindung zu garantieren, denn dies würde früher oder später selbst in einer Großstadt unwirtschaftlich. Dennoch ist es bedauerlich, dass die Standards so angesetzt werden, dass hier sogar ein Abbau des Angebots denkbar wäre, ohne die Qualitätsstandards zu reissen.
Ein sinnvoller Wert wäre ja auch noch 'Angebotene Sitzplätze in Hauptlastrichtung je Stunde und 1000 Einwohner', berechnet für jede Haltestellenumgebung.

Dicht besiedelt und 20min-Takt passen ja nicht zusammen.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.2022 15:00 von Nemo.
Zitat
def
Naja, 500 m sollten, gerade in so dicht besiedelten Gebieten, doch eher die Ausnahme sein..

Ich bleiben bei meiner Gegenthese: egal, was sie sein sollten, sie *sind* es keineswegs. Jedenfalls wenn man nicht irgendwelche Haltestellen nimmt, sondern nur die, die für die tatsächlichen Hauptwegerelationen der Betroffenen relevant sind.

In meinem persönlichen Beispiel (nur als Illustration, aber ich glaube nicht, dass ich so untypisch bin): für mich relevant sind die 600/700m zu S- und U-Bahn. Ob es nun 400 oder 500m oder gar 800m zu den beiden nächsten Bushaltestellen sind, ist mir relativ egal (und das sind keine Kiezbusse, sondern einerseits eine Achse mit einer im Tagesverkehr alle 10min, im Berufsverkehr noch dichter, fahrenden Linie und andererseits eine Achse mit einer Metrolinie und mehreren weiteren Linien). Und wie gesagt, ich denke, dass ich günstig zum ÖPNV wohne.

Zitat
def
Letztlich heißt das, dass man 10 min vor Abfahrt des Busses oder der Bahn das Haus verlassen muss - je unplanbarer der Weg (z.B. durch seltene und kurze Grünphasen für Fußgänger:innen, desto früher). Mit dem Auto (bei dem übrigens niemand sagt, dass ein Parkplatz 500 m vom Start/Ziel entfernt "relativ harmlos" ist) hat man schon also schon mal bei der in Berlin üblichen Pkw-Durchschnittsgeschwindigkeit schon mal 3 km zurückgelegt, eh man überhaupt in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitzt.

Ich verstehe deinen Ansatz durchaus. Nur ein paar Gegenanmerkungen: es ist nicht so, dass das Auto immer vor der Haustür steht. Nicht in der Innenstadt. Man muss schon ein paar Schritte gehen, aber das nur am Rande.
Eher das: ÖPNV reisezeittreibend sind in aller Regel weniger die 10 Minuten Fußweg als vielmehr die langsamen Fahrzeiten im Oberflächenverkehr und dünne Taktzeiten, spätestens dann, wenn man umsteigen muss. Und genau das macht den ÖPNV auch unkalkulierbar.

Zitat

Das Problem ist eben, dass über Jahrzehnte die ÖV-Erschließung nicht wirklich im Mittelpunkt der Stadtplanung stand (wobei das trotz Ausnahmen wie Frankfurter Allee Süd im Osten viel besser lief als im Westen), während abertausende Parkplätze direkt vor den Hauseingängen als völlig normal und notwendig hingenommen wurden. Diese Fehler wird man kaum beheben können, kann sie aber eben mildern: und wenn das z.B. im Bereich Meller Bogen ohne Nachteile für andere Fahrgäste (bzw. mehr Fahrgäste mit Vor- als mit Nachteilen) möglich ist - wieso nicht?

Ich widerspreche dir weder im Grundsatz (erster Teil) noch im Konkreten (zweiter Teil). Aber wie würde das besser gehen? Mir fällt tatsächlich nichts besseres ein als einen ordentlichen Bus durch die Waldstraße, dann am Eichborndamm nach Süden abknickend zur Scharnweber.

Zitat

Bei den Zick-Zack-Kiezlinien im 20-min-Takt bin ich bei weitgehend Dir, aber vielleicht finden sich ja für einzelne Stadtteile auch andere Lösungen, z.B. die kurze Verlängerung in der Nähe endender Buslinien (das hätte auch den Vorteil, dass sie auch anderen Funktionen dienen würden als dem bloßen Zubringer zur nächsten Schnellbahn) oder eben untergeordnete Verbindungen in Nachbarstadtteile - im Falle der Frankfurter Allee Süd wäre z.B. die Verlängerung des 396ers anbieten (zumindest wenn die Eisenbahnbrücken das in Höhe und Breite zulassen, ich bin mir gerade unsicher).

Das Brainstorming für Frankfurter Allee Süd ist das eine; aber der 396er wie er jetzt ist, ist genau so ein Beispiel, wie ichs meinte. 20 Minuten-Takt, abenteuerliche Zickzackführung. Damit kann man wunderbar etliche Gebiete in 300/400m Radien stopfen und denen eine gute ÖPNV-Anbindung bescheinigen, aber der konkrete Nutzen?
Selbst die reine Fahrzeit:20 Min für Karlshorst-Nöldnerplatz, mit dem Fahrrad sind das 4km, auf die direkte Strecke bezogen wäre das ein Schnitt von 12km/h. Und dann auf so einen Bus lange warten?

Zitat

Ja, er wäre trotzdem nicht metrobuswürdig, aber die Bedeutung ginge über die rein lokale als Zubringer zum S+U Frankfurter Allee (samt Ring-Center) hinaus: die Wohngebiete Frankfurter Allee Süd erhielten eine Busverbindung zu mehreren Schulstandorten und dem Einzelhandelsstandort in der Sewanstraße, Rummelsburg und die Victoriastadt ans Ring-Center. Insofern bin ich verhalten optimistisch, dass das kein Flop wie die Moabiter Ringlinien bei der Einführung des Metrolinienkonzepts wäre.

Als langjähriger (ehemaliger) Bewohner der Victoriastadt: in Richtung Ringcenter fuhr ich immer mit Fahrrad. Laufen (in die geographisch falsche Richtung), Umsteigen mit S-Bahn. Nee. Ja, da könnte prinzipiell ein Bus Sinn haben. Aber durch die Victoriastadt selbst kriegt man den kaum durch. Für Frankfurter Allee Süd stelle mich mir so etwas vor wie Ostkreuz (wenn man da endlich mal die Trasse fertig ist) - Schreiberhauer - Schulze-Boysen - Rusche - Vulkan.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.2022 19:57 von Global Fisch.
Zitat
Global Fisch
Mit dem Auto (bei dem übrigens niemand sagt, dass ein Parkplatz 500 m vom Start/Ziel entfernt "relativ harmlos" ist)...

Doch, ich sage das schon und dies auch öffentlich als Stadtplaner. Wo ich selbst unterwegs bin, ist es eher Standard als ungewöhnlich, dass ich 500m vom/zum Auto laufe. Das hat natürlich zur Konsequenz, dass ich das Auto in vielen Situationen nicht nutze, weil die Wegekette gegenüber dem Fahrrad oder dem ÖPNV ungünstig lang und teuer ist.

Es ist allerdings anderen Autofahrenden gelegentlich schwer zu vermitteln, dass dies auch für andere gilt. Der Anspruch, wenige Meter von der eigenen Haustür entfernt kostenlos und jederzeit parken zu können, ist schon weit verbreitet.
Zitat
Lopi2000
Zitat
def
Mit dem Auto (bei dem übrigens niemand sagt, dass ein Parkplatz 500 m vom Start/Ziel entfernt "relativ harmlos" ist)...

Doch, ich sage das schon und dies auch öffentlich als Stadtplaner.

Ich finde das auch. Ich habe deswegen das Zitat korrigert, der Satz stammte nicht von mir.
Anonymer Benutzer
Re: ÖPNV Meller Bogen - Weißer Fleck in Reinickendorf
07.06.2022 23:12
In Spandau ist der südliche Bereich der Siegener Str. auch weitab vom Bus.
Ri. Norden zur Westerwaldstr. sind es bis zu 550m und östlich zum Spekteweg (Bus 130) sind es sogar 600m.
Zitat
Barnimer
Unbedingt, auch hinsichtlich für die Cité Foch welche in den letzten Jahren auch erweitert wurde, wäre ein besseres Angebot ratsam.

Hier wünscht die BImA, als Eigentümer großer Flächen in der Cité Foch und angehender Bauherr für ca. 300 weitere Wohnungen im Quartier in den nächsten Jahren, langfristig eine Führung über Rue Montesquieu und Avenue Charles de Gaulle - die jetzige Haltestelle "Cyclopstr." würde dann nicht mehr bedient. Auch hier wurde neulich massiv Kritik von Anwohnern geäußert,die der Meinung waren, dass eine im 20-Minuten-Takt verkehrende Buslinie mit relativ mäßigen Betriebszeiten den Wegfall von Parkplätzen nicht rechtfertigen würde. Wird aber alles noch etwas dauern, da zunächst die Erschließung des Gebietes und damit sämtliche Straßen erneuert werden müssen. Danach soll die öffentliche Widmung folgen.

Gruß
Salzfisch

---
Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!
Zitat
Salzfisch
Auch hier wurde neulich massiv Kritik von Anwohnern geäußert,die der Meinung waren, dass eine im 20-Minuten-Takt verkehrende Buslinie mit relativ mäßigen Betriebszeiten den Wegfall von Parkplätzen nicht rechtfertigen würde.

Das kann ich durchaus nachvollziehen. Die Konsequenz müsste aber natürlich lauten, aus dem 322er 'ne ernst zu nehmende Buslinie zu machen.

~~~~~~
BITTE AUF KEINEN FALL EINFACH BÄUME ANZÜNDEN!
Zunächst einmal bin ich auch für die anderen Beispiele wie die Victoriastadt, Spandau oder auch die Cité Foch sehr dankbar. Dennoch sehe ich es wie def: „Der eine Missstand wird ja nicht dadurch besser, dass es anderswo auch welche gibt.“

Ich sehe das also eher als Ansporn, die übrigen weißen Flecken zu beseitigen und nicht länger zu tolerieren.

Bemerkenswert finde ich ja auch das:

Zitat
Salzfisch
Zitat
Barnimer
Unbedingt, auch hinsichtlich für die Cité Foch welche in den letzten Jahren auch erweitert wurde, wäre ein besseres Angebot ratsam.

Hier wünscht die BImA, als Eigentümer großer Flächen in der Cité Foch und angehender Bauherr für ca. 300 weitere Wohnungen im Quartier in den nächsten Jahren, langfristig eine Führung über Rue Montesquieu und Avenue Charles de Gaulle - die jetzige Haltestelle "Cyclopstr." würde dann nicht mehr bedient. Auch hier wurde neulich massiv Kritik von Anwohnern geäußert,die der Meinung waren, dass eine im 20-Minuten-Takt verkehrende Buslinie mit relativ mäßigen Betriebszeiten den Wegfall von Parkplätzen nicht rechtfertigen würde. Wird aber alles noch etwas dauern, da zunächst die Erschließung des Gebietes und damit sämtliche Straßen erneuert werden müssen. Danach soll die öffentliche Widmung folgen.

Gruß
Salzfisch

Hier kann ich mich nur Philipp Borcherts Meinung anschließen, dass das Angebot attraktiviert werden muss.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.2022 00:41 von Christian Linow.
Der Südosten hat auch so einige weiße Flecken - Adlershof Nord 800-1000 Meter zur nächsten Haltestelle, der Norden von Oberschöneweide bis zu 700 Meter, Teile der schon öfter erwähnten Carlsgarten-Siedlung über 1 km...
Zitat
M69
Bestes Beispiel Heerstr. - Pichelsdorfer Str nach Werderstr
seit Dezember 2020 136 und N34 eingestellt, M36 mit dichtem Takt, ab Rauchstr. 700m Fußmarsch da 136er meist verpasst wird und nachts zum N39 gute 10 Minuten Wartezeit besteht.

Der N34 hat nie an der Ecke Pichelsdorfer und Heerstraße gehalten! Umsteigen ist bei den dichten Takten kein Problem, da bauschst das nur künstlich auf.

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
Global Fisch
Ich verstehe deinen Ansatz durchaus. Nur ein paar Gegenanmerkungen: es ist nicht so, dass das Auto immer vor der Haustür steht. Nicht in der Innenstadt. Man muss schon ein paar Schritte gehen, aber das nur am Rande.

Naja, ein paar Schritte - aber 500 m?

Zitat
Global Fisch
Eher das: ÖPNV reisezeittreibend sind in aller Regel weniger die 10 Minuten Fußweg als vielmehr die langsamen Fahrzeiten im Oberflächenverkehr und dünne Taktzeiten, spätestens dann, wenn man umsteigen muss. Und genau das macht den ÖPNV auch unkalkulierbar.

Es würde ja niemandem verboten, zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren. Diese Alternative stünde ja weiterhin zur Verfügung.

Zitat
Global Fisch
Das Brainstorming für Frankfurter Allee Süd ist das eine; aber der 396er wie er jetzt ist, ist genau so ein Beispiel, wie ichs meinte. 20 Minuten-Takt, abenteuerliche Zickzackführung. Damit kann man wunderbar etliche Gebiete in 300/400m Radien stopfen und denen eine gute ÖPNV-Anbindung bescheinigen, aber der konkrete Nutzen?
Selbst die reine Fahrzeit:20 Min für Karlshorst-Nöldnerplatz, mit dem Fahrrad sind das 4km, auf die direkte Strecke bezogen wäre das ein Schnitt von 12km/h. Und dann auf so einen Bus lange warten?

Für die Verbindung nach Karlshorst wäre er sicher kaum relevant, da sehe ich aber auch wirklich ziemlich wenig Bedarf. Der 396er ist ja schon heute eine Linie, die einfach zwei Abschnitte zusammenfasst, die nicht viel miteinander zu tun haben (am U Friedrichsfelde dürfte wahrscheinlich zu nahezu 100 % ein Fahrgastwechsel erfolgen). Es ginge, wie gesagt, um die Verbindung benachbarter Stadtteile, inklusive mehrerer Schul-, Einzelhandels- und Gewerbestandorte. Er würde dabei ja auch nicht völlig quer zu relevanten lokalen Verkehrsströmen verlaufen, sondern den nächsten ÖPNV-Knotenpunkt samt benachbartem Einkaufszentrum anschließen.

Zitat
Global Fisch
Als langjähriger (ehemaliger) Bewohner der Victoriastadt: in Richtung Ringcenter fuhr ich immer mit Fahrrad. Laufen (in die geographisch falsche Richtung), Umsteigen mit S-Bahn. Nee. Ja, da könnte prinzipiell ein Bus Sinn haben. Aber durch die Victoriastadt selbst kriegt man den kaum durch. Für Frankfurter Allee Süd stelle mich mir so etwas vor wie Ostkreuz (wenn man da endlich mal die Trasse fertig ist) - Schreiberhauer - Schulze-Boysen - Rusche - Vulkan.

Dabei hättest Du aber das Problem, dass die U5 nur mit einem relativ langen Umsteigeweg zu erreichen wäre, und aus Richtung Ruschestraße für Ziele entlang der nördlichen Ringbahn erstmal einen Umweg fahren müsstest.
Zitat
Christian Linow
Zitat
Philipp Borchert
Zitat
Salzfisch
Zitat
Barnimer
Unbedingt, auch hinsichtlich für die Cité Foch welche in den letzten Jahren auch erweitert wurde, wäre ein besseres Angebot ratsam.
Hier wünscht die BImA, als Eigentümer großer Flächen in der Cité Foch und angehender Bauherr für ca. 300 weitere Wohnungen im Quartier in den nächsten Jahren, langfristig eine Führung über Rue Montesquieu und Avenue Charles de Gaulle - die jetzige Haltestelle "Cyclopstr." würde dann nicht mehr bedient. Auch hier wurde neulich massiv Kritik von Anwohnern geäußert,die der Meinung waren, dass eine im 20-Minuten-Takt verkehrende Buslinie mit relativ mäßigen Betriebszeiten den Wegfall von Parkplätzen nicht rechtfertigen würde. Wird aber alles noch etwas dauern, da zunächst die Erschließung des Gebietes und damit sämtliche Straßen erneuert werden müssen. Danach soll die öffentliche Widmung folgen.

Gruß
Salzfisch
Das kann ich durchaus nachvollziehen. Die Konsequenz müsste aber natürlich lauten, aus dem 322er 'ne ernst zu nehmende Buslinie zu machen.
Hier kann ich mich nur Philipp Borcherts Meinung anschließen, dass das Angebot attraktiviert werden muss.

Ich muss fairerweise dazu sagen, dass es auf der kürzlich stattfindnen Bürgerversammlung im Wesentlichen die für Verkehr zuständige Staddträtin der Grünen war, die durch völlig unsachliche Kommentare und demonstrativeve Unwissenheit für Aufruhr sorgte:

"Es soll ja langfristig der Bus hier entlang fahren, dann laufen auch keine Schülerhorden mehr über die Straßen."
-> Klar, die warten 20 Minuten auf einen EN um damit 2 Haltestellen zum S-Bahnhof zu fahren.
"Bald soll es ja überall in Berlin mindestens 10-Minuten-Takt geben. Durch den Busverkehr werden allerdings Parkplätze wegfallen, da sich die Busse laut Forderung der BVG begegnen können müssen."
-> Werden die Straßen verbreitert?
"Nein, das ist nicht geplant."
-> Viel Spaß!
"Wir alle sind uns doch einig, dass wir uns davon verabschieden müssen, zukünftig noch unsere Autos vor der Haustür zu parken!"
-> NEIN!
"Achso, uns allen muss klar sein, dass hier dann nicht mehr 30 als Höchstgeschwndigkeit gilt - die BVG verlangt 50km/h."
-> Auf die tumultartigen Hinweise, dass es schon auch anderswo Buslinien gäbe, die streckenweise nur 30 fahren dürfen, schaute sie hilflos zu den Herren und Damen der BImA, die zu dem Zeitpunkt vermutlich längst bereut hatten, dass sie diese Dame aus der Politik eingeladen hatten, um ihnen Ihr Bauprojekt bei den Anwohnern madig zu machen...
"Ich kann nur wiedergben, was die BVG sagt..."

Gruß
Salzfisch

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Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!




1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.2022 21:46 von Salzfisch.
Anonymer Benutzer
Re: ÖPNV Meller Bogen - Weißer Fleck in Reinickendorf
12.06.2022 21:29
Zitat
B-V 3313
Zitat
M69
Bestes Beispiel Heerstr. - Pichelsdorfer Str nach Werderstr
seit Dezember 2020 136 und N34 eingestellt, M36 mit dichtem Takt, ab Rauchstr. 700m Fußmarsch da 136er [Du meinst sicher 139?] meist verpasst wird und nachts zum N39 gute 10 Minuten Wartezeit besteht.

Der N34 hat nie an der Ecke Pichelsdorfer und Heerstraße gehalten! Umsteigen ist bei den dichten Takten kein Problem, da bauschst das nur künstlich auf.

Ich find ja auch nachts 10 Minuten zu warten ist jetzt eher positiv hervorzuheben bei einer Eck-Verbindung, wo beide Linien feste Anschlüsse haben...
Und im Tagesverkehr wird man eher vom M36 in den 136 umsteigen, samstags hat man ja sogar eine Kopplung drin.
Ansonsten war es an sich die richtige Entscheidung den Nachtverkehr über die Wasserstadt nach Haselhorst ans Rathaus direkt anzubinden, als den Bereich Werderstr.-Aalemannufer. Am Ende wollen die meisten eh in die Berliner Innenstadt und da ist ein Bus direkt zur U7 östlich vom Rathaus attraktiver. Ansonsten hast du auch Ecken in Spandau, wo du nicht umsteigefrei ohne Fußwege direkt zum Rathaus kommst.
Ich denke mal bei einem zukünftig dichterem Nachtverkehr in Spandau, wäre es dann möglich wieder eine Direktverbindung vorzugsweise dann aber auch mit einem Angebot aus Hennigsdorf durchzubinden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2022 21:31 von Nahverkehrsplan.
Zitat
Nahverkehrsplan
Ich find ja auch nachts 10 Minuten zu warten ist jetzt eher positiv hervorzuheben bei einer Eck-Verbindung, wo beide Linien feste Anschlüsse haben...

Erwartest du wirklich, dass die Fahrgäste, die früher durchfahren konnten und heute warten müssen, dafür noch Applaus spenden oder Dankschreiben schicken?

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
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