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neuer elektro-Bus?
geschrieben von Claus_ 
Re: neuer elektro-Bus?
07.09.2016 17:20
Die Höhe ist entscheidend denn der Solaris 12 - 2 hat es auch an der Seite neben der Tür.
Was ist dann mit dem VHH 1449? (Rampine Ale) Da ist die Matrix an der Seite doch auch recht weit unten!?
Zitat
Deniz90
Weil die Anzeige auf einer bestimmten Höhe angebracht sein muss (BOKraft).

Zur Höhe steht da allerdings nichts drin:

§33 Kennzeichnung und Beschilderung

(1) Jedes Fahrzeug ist an der Stirnseite mit einem Zielschild und an der rechten Längsseite mit einem Streckenschild zu kennzeichnen. Bei Fahrzeugen mit 9 bis 35 Fahrgastplätzen genügt die Kennzeichnung mit einem Zielschild an der Stirnseite des Fahrzeugs. An der Rückseite jedes Fahrzeugs ist die Liniennummer zu führen.

(2) Im Zielschild sind mindestens der Endpunkt der Linie (Zielort, Zielhaltestelle) und die Liniennummer anzugeben. Das Streckenschild soll Liniennummer, Ausgangs- und Endpunkt der Linie sowie wichtige Angaben über den Fahrweg enthalten. Bestehen zwischen Ausgangs- und Endpunkt der Linie verschiedene Streckenführungen, so ist der Fahrweg im Ziel- und Streckenschild in geeigneter Weise kenntlich zu machen.

(3) Zielschild, Streckenschild und Liniennummer müssen auch bei Dunkelheit erkennbar sein. Farbiges Licht darf als Unterscheidungszeichen für Linien nicht verwendet werden.
Re: neuer elektro-Bus?
28.09.2016 22:44
Der Solaris Urbino electric ist seit April in Hannover auf der Linie 100/200 im Probeeinsatz. D, h., es fährt meist einer der drei Elektro-Busse zusätzlich zu den regulären Fahrten auf der 16 km langen Ringstrecke. Das Aufladen erfolgt mittels ausklappbarem Stromabnehmer an der Ladestation am Endpunkt August-Holweg-Platz (Schnellaufladung), sowie nachts auf dem Betriebshof im schonenden Langsam-Lademodus.
Hier ein Link zum Streckenplan, falls sich mal ein Hamburger nach Hannover verirrt und den Hannoveraner E-Bus erleben möchte:
[www.uestra.de]
Ein aktuellen Thread anlässlich der Auszeichnung zum "Bus of the Year" für den Solaris Urbino 12 electric gibt es hier im Nahverkehrsforum Bremen/Niedersachsen: [www.bahninfo-forum.de]
Und hier ein Foto vom neuen Solaris Urbino 12 electric der Üstra, aufgenommen vor dem Theater am Aegi, das sicher auch dem einen oder anderen Hamburger bekannt ist.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.09.2016 23:10 von Jules.


Re: neuer elektro-Bus?
28.09.2016 22:52
Dazu die Frage: Wann wird dieser in Hamburg in den Einsatz kommen?

Saludos,
Felipe
Re: neuer elektro-Bus?
30.09.2016 23:00
Zitat
Pille
Dazu die Frage: Wann wird dieser in Hamburg in den Einsatz kommen?

Die Busse sind ja bereits in Hamburg im Einsatz. Allerdings mit einer anderen Lackierung und mit einer anderen Form des Stromabnehmers und der Ladestation.
Die Hochbahn berichtete am 17.8.2016 auf ihrer Inernetseite unter dem Titel: "Premiere: Batterie-Stadtbusse für Hamburg". Eddy hatte bereits darauf hingewiesen.
[www.hochbahn.de]
Der Artikel enthält auch ein Bild des Busses beim "Stromtanken":
[www.hochbahn.de]
Im Vergleich dazu schau dir doch mal dieses Bild der Üstra-Elektro-Busse an:
[fahrtenbuch.uestra.de]
Den dazugehörenden Artikel findest du im "Üstrablog" unter dem Titel: "Wie der E-Bus zum üstraner wird"
[fahrtenbuch.uestra.de]
Re: neuer elektro-Bus?
30.09.2016 23:23
Hallo Pille,

die Solaris Elektrobusse fahren auch in Oberhausen. Dort sieht allerdings der Stromabnehmer auf dem Omnibusdach eher so aus wie in Hannover. Die Ladestation dagegen sieht noch mal ganz anders aus als in Hamburg oder Hannover!
Dieses Bild vom Oberhausener Elektrobus, [www.stoag.de] , ist in diesem Artikel der Stadtwerke Oberhausen AG eingebettet:
[www.stoag.de] Titel: "Zukunftsfähige Mobilität, Wir fahren elektrisch – fahren Sie mit!"

Spannend finde ich den E-Bus-Betrieb unter anderem auch hinsichtlich dieser Nachricht über eine mögliche Wahlkampf-Forderung der Grünen zur Bundestagswahl im Herbst 2017:
Sogar Autobild berichtete kürzlich darüber:
"Grüne fordern Aus für Benziner und Diesel
Schlägt bald das letzte Stündchen für Benzin- und Dieselautos? Die Grünen wollen ab 2030 keine Verbrenner mehr zulassen. In Norwegen soll es noch schneller gehen."

[www.autobild.de]

Wer weiß, vielleicht wird damit auch in Hamburg der Stadtbahnbau wieder auf die politische Tagesordnung gelangen. Nach meiner Einschätzung wird der Elektrobus, auch wenn er in höheren Stückzahlen auf den Markt kommt, trotzdem deutlich teurer sein als eine Stadtbahn.
Re: neuer elektro-Bus?
01.10.2016 00:11
owT



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.10.2016 11:16 von Boris.
Re: neuer elektro-Bus?
01.10.2016 08:55
@Jules: Manchmal ist weniger mehr - die Wagen fahren zum Teil Testfahrten aber keiner von den dreien ist im Linieneisatz. Daher ist meine Frage noch immer offen.

Saludos,
Felipe
Re: neuer elektro-Bus?
03.10.2016 19:06
Zitat
Pille
@Jules: Manchmal ist weniger mehr - die Wagen fahren zum Teil Testfahrten aber keiner von den dreien ist im Linieneinsatz. Daher ist meine Frage noch immer offen.

Hallo Pille!
"Komplett emissionsfrei, nahezu geräuschlos und ohne jegliches Ruckeln beim Anfahren – das sind wesentliche Markenzeichen der neuesten Busse der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN). Erstmals gehen mit den drei Bussen des polnischen Herstellers Solaris reine Batterie-Stadtbusse in den Hamburger Linienverkehr. Senator Frank Horch und HOCHBAHN-Vorstand Ulrike Riedel präsentierten die neuen Fahrzeuge auf dem Elektrobus-Terminal an der Adenauerallee der Öffentlichkeit. Die Batteriebusse vom Typ Urbino 12 electric sollen schwerpunktmäßig auf der Innovationslinie 109 eingesetzt werden, die vom Elektrobus-Terminal nach Alsterdorf führt."
Quelle: Pressemitteilung der Hamburger Hochbahn vom 17.8.2016: "Premiere: Batterie-Stadtbusse für Hamburg"
[www.hochbahn.de]
Ich hatte diese Pressemeldung bislang so verstanden, dass damit der Einsatz der Busse im Linienbetrieb angekündigt wurde. Aber so wie Boris und du berichten, finden bislang nur Testfahrten statt, so wie in Hannover. Hier ist abwechselnd je einer der drei Solaris-Elektro-Busse zusätzlich zu den nach Fahrplan verkehrenden Bussen auf der Linie 100/200 im Einsatz. Ich sehe derzeit häufiger den Elektrobus auf der Linie 100/200 und bin selbst schon mitgefahren, denn es ist eine Testfahrt, bei der Fahrgäste ganz normal ein-und aussteigen können und bei der die neuen Busse ganz normal an allen Haltestellen halten.
Ist das bei den Testfahrten im Hamburg genau so?
Grüße Jules
Re: neuer elektro-Bus?
04.10.2016 13:38
Ich habe von Fahrern in Lademannbogen gehört, dass die Testfahrten soweit abgeschlossen sind, aber die Ladestation Alsterdorf noch nicht richtig funktioniert (ZOB funktioniert, Alsterdorf nicht). Daran scheint die Aufaufnahme des Linienbetrioebs zu hängen.

Wie gesagt, Smalltalk mit Fahrern, nichts offizielles.

Claus
Re: neuer elektro-Bus?
06.10.2016 13:30
Zitat
Claus_
Ich habe von Fahrern in Lademannbogen gehört, dass die Testfahrten soweit abgeschlossen sind, aber die Ladestation Alsterdorf noch nicht richtig funktioniert (ZOB funktioniert, Alsterdorf nicht). Daran scheint die Aufaufnahme des Linienbetrioebs zu hängen.

Wie gesagt, Smalltalk mit Fahrern, nichts offizielles.

Claus
Hallo Claus!
"Bei der Üstra ist der neue Elektrobus allerdings noch auf dem Prüfstand – erst seit wenigen Wochen wird er im regulären Linienbetrieb eingesetzt. „Grundsätzlich befinden sich die drei Busse derzeit im sogenannten Testbetrieb, sie haben noch Kinderkrankheiten, die von dem Hersteller beseitigt werden müssen“, sagt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz."
Dieses Zitat aus dem Stadtanzeiger-West vom 6.10.2016 der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zeigt, dass es da anscheinend eine "fließende Grenze" gibt zwischen regulärer Einsatz im Linienbetrieb und Testfahrten. Fakt ist, dass bereits seit April der Solaris-Elektrobus auf der Linie 100/200 eingesetzt wird. Bislang noch, so weit ich das beobachtet habe, zusätzlich zu den regulären Fahrten nach Fahrplan.
Die Zeitung jedoch vermeldet "einen regulären Linienbetrieb seit wenigen Wochen", die von der Zeitung zitierte Üstra-Sprecherin dagegen sagt; "Grundsätzlich befinden sich die drei Busse derzeit im sogenannten Testbetrieb, ...".
Ob nun "grundsätzlich Testbetrieb" oder "regulärer Linienbetrieb", bei den Mängel, die es noch zu beheben gilt, ist von Software-Fehlern die Rede: "In den ersten Testmonaten seien die Fahrzeuge gelegentlich ausgefallen, woraufhin die Software umprogrammiert werden musste." (ebenda) Das hört sich nach Problemen am Bus an. In Hamburg dagegen gibt es möglicherweise Probleme an der Ladestation Alsterdorf?
Grüße Jules

Quelle: Hannoverscher Stadtanzeiger, Ausgabe West vom 6.10.2016: "Elektrobus Urbino kommt gut an – und wird immer häufiger eingesetzt"

Hier ein Bild von August 2016, der neue Elektrobus und der schon länger und ganz regulär auf der Strecke eingesetzte MAN-Hybridbus fahren direkt hintereinander auf der Linie 100/200:



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.10.2016 13:35 von Jules.


Re: neuer elektro-Bus?
06.10.2016 15:17
Zitat
Claus_
Ich habe von Fahrern in Lademannbogen gehört, dass die Testfahrten soweit abgeschlossen sind, aber die Ladestation Alsterdorf noch nicht richtig funktioniert (ZOB funktioniert, Alsterdorf nicht). Daran scheint die Aufaufnahme des Linienbetrioebs zu hängen.

Wie gesagt, Smalltalk mit Fahrern, nichts offizielles.

Claus

Deswegen sah ich gestern mehrere Menschen
(Techniker? U Alsterdorf) um einen der Busse herumschlawenzeln und den Abzusperren um mehrere - wahrscheinlich - Messungen und dergleichen zu absolvieren.

Saludos,
Felipe
Re: neuer elektro-Bus?
10.10.2016 06:39
Zitat
Claus_
Ich habe von Fahrern in Lademannbogen gehört, dass die Testfahrten soweit abgeschlossen sind, aber die Ladestation Alsterdorf noch nicht richtig funktioniert (ZOB funktioniert, Alsterdorf nicht). Daran scheint die Aufaufnahme des Linienbetrioebs zu hängen.

Wie gesagt, Smalltalk mit Fahrern, nichts offizielles.

Claus

Bist du denn schon mal als Fahrgast in einem der neuen Solaris-Elektrobusse mitgefahren? Oder in einem anderen E-Bus-Modell? In Hamburg gibt es doch auch Wasserstoff-getriebene Omnibusse.
Re: neuer elektro-Bus?
11.10.2016 10:09
Hallo Jules!

Zitat
Jules
Bist du denn schon mal als Fahrgast in einem der neuen Solaris-Elektrobusse mitgefahren? Oder in einem anderen E-Bus-Modell? In Hamburg gibt es doch auch Wasserstoff-getriebene Omnibusse.

Nein. Aber ich habe alle Hamburger Bustypen, ausgenommen die neuen Solaris und die zwei Doppelgelenker von Hess, schon selbst gefahren. Dabei sind verschiedene Modelle bzw. Versionen von Waserstoff-Elektro-Hybriden und Diesel-Elektro-Hybriden.

Der Fortschritt war mit jeder neuen Generation sehr groß, aber bisher sehe ich keine wirkliche Alternative/Ablösung der ganz normalen Busse mit Verbrennungsmotor.

Claus
Re: neuer elektro-Bus?
16.10.2016 10:37
Hallo Claus,

kürzlich hatte ja der Bundesrat überparteilich in Form einer an die EU gerichtete Initiative beschlossen, dass ab 2030 mit der Neuzulassung von Verbrennungmotoren Schluss sein soll.

"Jetzt geht es mindestens um Elektro- und Brennstoffzellen-Autos, wahrscheinlich aber um ganz andere Formen der Mobilität.
Wenn die deutschen Hersteller 2030 noch immer nichts Besseres als steinzeitliche Verbrennungsmotoren zu bieten haben, dann ist das das Problem - und nicht irgend ein vager Beschluss der Bundesländer." aus: Kommentar auf der swr-homepage vom 10.10.2016: "Kommentar | Ende der Verbrennungsmotoren? "Das Bessere ist der Feind des Guten"
[www.swr.de]

Das trifft auch den Omnibusverkehr, so dass sich die Alternative Verbrennungsmotor (Diesel) oder Elektro-Antrieb eigentlich gar nicht mehr stellt. Auch Hybrid-Modelle sind damit außen vor.

Eigentlich stellt sich nur noch die Frage Omnibus mit Batterieantrieb oder Brennstoffzellentechnik im Vergleich zu Omnibus mit Strom aus der Oberleitung.

Was Batteriebetrieb und Brennstoffzellentechnik angeht, ist mit nicht klar wie sich das kostenmäßig auswirkt.
Aber auch bei Oberleitungsbetrieb gibt es den Kostenfaktor. Denn sofern noch nicht vorhanden, muss ein Oberleitungsnetz erst mal aufgebaut werden.

Ist aber das Oberleitungsnetz erst mal vorhanden, so scheint es kein wirtschaftliches Problem sein, ein O-Bus-Netz wirtschaftlich zu betreiben.

Und technisch ausgereift sind die Oberleitungsbusse ganz sicher.

Wo siehst du denn die Probleme bei den Batterie- oder Wasserstofftechnik-E-Bussen Claus? Eher im wirtschaftlichen Bereich (zu teuer) oder sind es eher technische Probleme.

Möglicherweise muss man dabei auch noch mal unterscheiden zwischen Stadtbetrieb und Überlandbetrieb. (Aufladestationen z. B. lohnen sich ja nur dann, wenn sie auch intensiv genutzt werden, das heißt ein dichter Takt gefahren wird. Das ist im ländlichen Bereich nicht überall gegeben.)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.2016 10:40 von Jules.
Zitat
Jules
Wo siehst du denn die Probleme bei den Batterie- oder Wasserstofftechnik-E-Bussen Claus? Eher im wirtschaftlichen Bereich (zu teuer) oder sind es eher technische Probleme...
Ich antworte mal für Claus_.
Die Problematik bei Bussen unterscheidet sich nicht allzusehr von
der bei Pkws. Und der Tesla S fährt ja, also
Zitat
Jules
eher im wirtschaftlichen Bereich (zu teuer).
Der Toyota Mirai fährt irgendwie auch, aber aus guten Gründen in
Kleinserie. Außerdem skaliert Elektrolyse nicht gut, so daß nach
heutigem Stand der Dinge sowohl das Fahrzeug, als auch die
Versorgung verflucht teuer sind. Wenn Elektrolyse mal bezahlbar
wird, kann man allerdings überschüssigen Nachtstrom nutzen.

Fuel Wasting Time war in der Glühbirnenzeit Daylight Saving Time.
Re: neuer elektro-Bus?
17.10.2016 12:24
Auch wenn "Fette Beute" schon für mich geantwortet hat, antworte ich auch selbst.
Das Problem liegt meines Erachtens klar auf der wirtschaftlichen Seite. Sowohl die Elektronmobilität als auch die Wasserstoffbusse haben enorme technische Fortschritte gemacht, und wenn z.B. durch politischen Druck die Stückzahlen rasant nach oben gehen, werden nicht nur die technischen Probleme schneller gelöst, sondenr auch die Preise fallen.

Allerdings ist das grundsätzliche technische Problem der Energiedichte von Batterien nach wie vor nicht gelöst. Der Langstrecken-Individualverkehr scheint mir ein Auslaufmodell zu sein.

Und über die Lebenszeitbilanz für solche Fahrzeuge, einschließlich der Herstellung und Verschrottung sowie unter Einbeziehung der Energieherkunft (Wie wird der Strom zur Ladung erzeugt, wo und wie wird das H2 erzeugt?) liegen mir noch keine wirklich belastbaren Zahlen vor. Wenn der Strom aus Moorburg kommt, verlagern wir das Problem nur...

Claus
Re: neuer elektro-Bus?
18.10.2016 00:13
Zitat
Claus_

Das Problem liegt meines Erachtens klar auf der wirtschaftlichen Seite. Sowohl die Elektronmobilität als auch die Wasserstoffbusse haben enorme technische Fortschritte gemacht, und wenn z.B. durch politischen Druck die Stückzahlen rasant nach oben gehen, werden nicht nur die technischen Probleme schneller gelöst, sondenr auch die Preise fallen.
Claus

Das mit dem politischen Druck ist so eine Sache. Die Politik kann nur dann Druck machen, wenn die Parteien, die sich klar für eine Wende in der Verkehrspolitik aussprechen, weg von den Verbrennungsmotoren und hin zu mehr Elektromobilität und mehr ÖPNV, auch gewählt werden.

Der ÖPNV jedoch wird seit je her besonders argwöhnisch betrachtet. Und der ÖPNV wird gerne als Subventionen-Fresser bezeichnet. Was m. E. nicht zutrifft.

Gleichzeitig bezeichnen sich Autofahrer und ihre Lobby-Verbände gerne als die Melkkühe der Nation, was m. E. ebenfalls nicht zutrifft. Aber leider lassen sich mit solcher Polemik Wähler gewinnen.

Die Elektrobusse in Hamburg werden doch vermutlich ebenso wie die in Hannover vom Bundesumweltministerium mitfinanziert? Aber Unterstützung, um flächendeckend Elektrobusse einzuführen, das kann auch das Bundesumweltministerium nicht leisten.

Bleibt die Option Klage gegen die Städte, in denen die Luft nachweisbar schlechter ist, als die europaweit geltenden Grenzwerte das zulassen. Das erscheint mir der einzige Weg auch politisch etwas in Bewegung zu setzen. "Die EU-Kommission hat gegen Deutschland im vergangenen Jahr ein Verfahren eröffnet, weil die Grenzwerte seit Jahren überschritten werden. Es drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe." Quelle: Die Bundesregierung, 25.8.2016 [www.bundesregierung.de]

Aber das bedeutet leider nicht automatisch, dass deshalb stärker in den ÖPNV investiert werden wird. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Autolobby die Subventionierung von Stromtankstellen für Elektroautos einfordert und der ÖPNV mal wieder das Nachsehen hat. Das geht noch so weit, dass eines Tages Omnibusfahrgäste von (Elektro-)Autofahrern als "Dreckspatzen" beschimpft werden, weil das Geld fehlt, den ÖPNV-Fuhrpark auf Elektroantrieb umzustellen, und die ÖPNV-Fahrgäste deshalb gezwungen sind, in Busse mit Dieselmotoren einzusteigen.

Eine andere Gefahr besteht darin, dass populistisch agierende Parteien ganz einfach jegliche Hinweise auf Umweltbelastungen durch den Autoverkehr und die schlechte Luft in den Städten einfach als "Hirngespinste" bezeichnen und gleichzeitig damit massiv gegen die EU agitieren. Und damit Erfolg haben. (Der Brexit lässt grüßen, ebenso die Gefahr der "Trumpisierung" von Wahlkämpfen)

Zumindest ein Faktor bei der ganzen Rechnerei scheint sich derzeit wieder zugunsten der E-Busse zu ändern: Der Kraftstoffpreis: "Kaum haben die Erdölexportierenden Länder die Drosselung der Fördermenge beschlossen, schon ist der Ölpreis gestiegen. Und das wird natürlich auch die Verbraucher erreichen, mit steigenden Preisen beim Heizöl oder an der Tankstelle. Zwar ist der Preisanstieg heute noch recht moderat mit wenigen Cent mehr als am Vortag, doch vermutlich kann das noch deutlich teurer werden." Hessischer Rundfunk 29.9.2016, [www.hr-online.de] Je teurer der Dieselkraftstoff, um so günstiger schneidet im Vergleich dazu der Elektrobus ab. (Vorausgesetzt, dass der Strompreis nicht ebenfalls steigt.)



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.10.2016 00:15 von Jules.
Re: neuer elektro-Bus?
18.10.2016 01:28
Zitat
Jules
Das mit dem politischen Druck ist so eine Sache. Die Politik kann nur dann Druck machen, wenn die Parteien, die sich klar für eine Wende in der Verkehrspolitik aussprechen, weg von den Verbrennungsmotoren und hin zu mehr Elektromobilität und mehr ÖPNV, auch gewählt werden.

Einerseits stimmt das, andererseits gibt es inzwischen ja auch in Staatsverträgen vereinbarte Ziele zur CO2-Reduzierung und damit kann es auch z.B. für Lobbyisten aus dem Immobilien- oder dem Aluminiumproduktionsbereich interessant sein, die Einsparpotenziale des ÖPNV aufzuzeigen, damit die eigene Branche eher verschont bleibt von neuen strengeren Richtlinien. Die Fronten pro/contra Elektromobilität sind also nicht mehr so eindeutig wie sie mal waren.

Zitat
Jules
...Je teurer der Dieselkraftstoff, um so günstiger schneidet im Vergleich dazu der Elektrobus ab. (Vorausgesetzt, dass der Strompreis nicht ebenfalls steigt.)

Dies gilt natürlich insbesondere für die guten alten Stadtwerke, die es in vielen Städten noch gibt. Wenn diese auch noch ihren eigenen Strom produzieren kommen sie auch ohne Subventionen schon bald in rentable Bereiche, wenn man noch ein paar Schritte weiter in die Serienproduktion von Elektrobussen geht.
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