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HVV will Fahrkartenpreise erhöhen ab dem 1.01.2014
geschrieben von Veddel 
Die Nutzung des ÖV in Hamburg ist jedenfalls unterdurchschnittlich. * Und ich behaupte, dass es nicht an so besonders autoaffinen Hamburgern liegt. In München haben sie einen Welt-Autokonzern in der Stadt und nutzen mehr ÖV als die Hamburger. Die Ursache für dieses - aus mehreren Perspektiven: Fiasko - ist auch im Angebot und dessen in vielen Fällen (zu) schlechter Qualität zu suchen.

Dass Aigner als HVV-Vertreter die offensichtlich völlig von der übrigen Preisentwicklung abgekoppelte Hochpreisstrategie bei diesem Zustand noch mit "hoher Qualität" rechtfertigt, ist nicht mehr traurig oder witzig.

* Im Vergleich zu den vergleichbaren Städten Berlin, Wien und München jedenfalls.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.2015 23:05 von Herbert.
Passend dazu die neue Werbekampagne des HVV: "Senken Sie die Fahrpreise!"

Da wird der schwarze Peter perfekt an die Fahrgäste zurück gespielt. Wenn ihm die Einzeltickets zu teuer sind, soll er sich doch Europas wohl teuerstes Stadtabo kaufen. Dann spart er 20%.

Wirklich langsam eine peinliche Vorstellung völlig abgekoppelt von der täglichen Realität ...
Zitat
BÜ Liliencronstraße
Ist schon etwas her, aber Scholz hat das so gesagt. Beliebige Seite unter folgendem Link öffnen: Google
Ob jetzt BusNETZ oder -SYSTEM ist nachrangig.

Nein, das macht einen gewaltigen Unterschied, den man so wohl entweder nicht sehen, oder zugeben möchte.
Es geht nicht darum, das man ein Verbund kritiesieren möchte, das steht jeden frei, aber dann muss man nicht etwas auf einer Grundlage verkaufen wollen, was so nicht richtig ist.

Auszug von Scholz seiner Rede am 23.03.2011:

.....
Deshalb müssen wir nach neuen Wegen suchen, die absehbaren Engpässe zu
überwinden. Dazu werden wir kein neues System einführen, sondern die
bestehenden Systeme weiter entwickeln und von Grund auf erneuern.
Dafür haben wir eine konkrete Vision: Hamburg soll das modernste Bussystem
Europas
bekommen. Das ist eine kluge Alternative zur Stadtbahn, und diese
Alternative wird auch die nötige Akzeptanz finden. Wir wollen die Kapazitäten
des Bussystems um ein Drittel steigern und ab 2020 nur noch emissionsfreie
Busse anschaffen. Wir wollen weitere Busspuren bauen und den Bussen durch
entsprechende Ampelschaltung an Kreuzungen Vorrang einräumen. Und wir
wollen Bussysteme entwickeln helfen, die evtl. mit einer elektrischen
Spurführung an den Komfort und die Leistungsfähigkeit einer Stadtbahn
heranreichen.
.....


Quelle: hamburg.de

1.) "modernste Bussystem Europas" nicht "modernste Busnetz Europas".

2.) Dieses ist kein Programm des HVVs und somit kann es auch kein "Marketingspruch" gewesen sein.

Wenn man diese Fakten mal einsieht, dann kann man gerne weiter kritisieren.
Damit sollte es auch reichen...



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.05.2015 08:00 von Heiko T..
So, und weiter gehts: weitere 1,9% teurer wird's zum 01.01.2016.

***
Busbeschleunigungsprogramm - mit Vollgas und 20-Sitzplatz-Gelenkbussen ins Chaos.
Wem das zu teuer ist:

Während der HVV seine Preise seit Januar 2006 um knapp 30 % erhöht haben wird,
kostete der umweltfreundliche Diesel letztes Wochenende etwa soviel wie im Januar 2006.

Vereinzelt war der Liter für unter 1 € zu haben, weiß [www.spiegel.de].

Mit der HVV-Preispolitik haben wir wirklich einen großen Advokaten für den Umweltverbund in Hamburg.
Der Dieselpreis ist weiter gesunken, bei den günstigsten Tankstellen in Hamburg derzeit 0,879 €/l. Seit September 2012 ist der HVV relativ zum Dieselliter damit um etwa 95 Prozent teurer geworden. Das ist ein Fiasko für den ÖPNV, sollten die Prognosen stimmen und der Ölpreis als wichtige Basis weiter eher fallen als steigen.
Zitat
Herbert
Der Dieselpreis ist weiter gesunken, bei den günstigsten Tankstellen in Hamburg derzeit 0,879 €/l. Seit September 2012 ist der HVV relativ zum Dieselliter damit um etwa 95 Prozent teurer geworden. Das ist ein Fiasko für den ÖPNV, sollten die Prognosen stimmen und der Ölpreis als wichtige Basis weiter eher fallen als steigen.

Endlich haben wir einen Beweis, dass die Lohnentwicklung nicht an den Ölpreis gekoppelt ist.
Und der HVV steht meilenweit besser da als der Treibstoffzuschlag nahezu aller Fluggesellschaften. ... und deren Passagierzahlen steigen auch.

Nein, dass ist kein Pladoyer für astronomische Ticketpreise, aber nur der Ölpreis ist als Vergleichsbasis dann doch zu wenig.
Zitat

Nein, dass ist kein Pladoyer für astronomische Ticketpreise, aber nur der Ölpreis ist als Vergleichsbasis dann doch zu wenig.

Die Rechnung ist ganz einfach:

Ein Auto, das ohne Kraftstoff 10 Ct/km kostet und variabel 8 l/100 km Diesel frisst, kam

im September 2012 für eine Einzelkarte (2,85 €) 12,8 km weit (Durchschnittspreis Diesel lt. ADAC: 1,524 €)
und jetzt für eine Einzelkarte (3,20 €) 18,8 km weit (aktueller Preis an der Tanke gegenüber: 0,879 €).

Das ist schon ein Unterschied, nicht? Dazu kommen natürlich Parkkosten etc. Doch wie man es dreht und wendet, der Nahverkehr hat deutlich an Wettbewerbsfähigkeit in Punkto Preis verloren. Die hohen Benzinpreise waren ein Faktor, der die höhere Nachfrage im ÖV der letzten Zeit stark begünstigte, und dieser Faktor hat sich nunmehr ins Gegenteil verkehrt. Kurzfristig wird sich kaum jemand ein Auto zulegen, aber wenn der Kraftstoff-Preis länger niedrig bleibt und der HVV seine ÖPNV-Hochpreisstrategie fortsetzen will, wird es zu Ab-/Rückwanderungen kommen.



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.2016 11:57 von Herbert.
Der HVV kann da wenig machen, wenn die Politik mehr Leistung erwartet und nicht entsprechend die Mittel aufstockt. Womit soll der HVV denn Hochbahn, S-Bahn und die ganzen anderen Unternehmen finanzieren?

Der Dieselpreis ist da kein Punkt, dem man große Beachtung schenken sollte.

Zitat

Aber warum steigen die HVV-Preise, wenn der Dieselpreis doch sinkt? HVV-Sprecher Rainer Vohl macht zunächst deutlich, dass die Treibstoffkosten einen vergleichsweise geringen Anteil ausmachen; bei größeren Verkehrsunternehmen schlagen nach seinen Worten die Personalkosten mindestens mit 33 Prozent zu Buche. Und Vohl erläutert, die Spritkosten machten 4,3 Prozent aus, der Rest werde für die Preisberechnung mit Verbraucherpreisen "aufgefüllt", zuständig sei das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Vohl spricht von einem langen Vorlauf in der Entscheidungsfindung. Dazu gehört auch, dass in die Runde für 2016 die Preise der letzten drei Jahre einbezogen werden. Das bedeutet: Für die Preisberechnung im nächsten Jahr fallen die Dieselpreise 2015 dann ins Gewicht
Quelle: [www.welt.de] (Hervorhebung durch mich)

Die Stromkosten für U- und S-Bahn sanken auch nicht, zumal sie einen ähnlich niedrigen Anteil ausmachen wie Diesel.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.2016 02:00 von kalle_v.
()



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.2016 10:08 von Herbert.
Zitat
Herbert
Die Rechnung ist ganz einfach:
...

Schon richtig, diese Entwicklung ist sicher nicht gut - allerdings glaube ich, dass die Gründe für eine Abkehr vom ÖPNV und Rückkehr zum Auto vielschichtiger sind.
Zitat

Schon richtig, diese Entwicklung ist sicher nicht gut - allerdings glaube ich, dass die Gründe für eine Abkehr vom ÖPNV und Rückkehr zum Auto vielschichtiger sind.

Die Verkehrsmittelwahl ist oft sehr träge. Um Auto fahren zu können, musst du erst ein Auto haben, ggf. einen Führerschein machen etc. Wenn du ÖPNV-Nutzer bist, suchst du wiederum vielleicht deine Arbeit und deine Wohnung in Zukunft besonders nach guter ÖPNV-Anbindung aus. So gibt es oft eine gewisse Trägheit der Auswirkungen von verschiedenen Preisen, zumal bei unterschiedlichen Zielgruppen.

Wer kein Auto hat und per Monatskarte bequem via U-Bahn pendelt, wird auch bei einem Preis von 120 Flocken kaum aufs Auto umsteigen.

Wer aber schon ein Auto hat und nur in die Stadt zum Einkaufen will, der wird gerade vom HVV verjagt. Das sind für diese Zielgruppe prohibitive Preise. Steht das Auto vor der Tür, fallen Versicherung, große Teile des Wertverlustes etc. ja eh an. Direkt spürbar im Geldbeutel ist nur das Tanken. € 6,40 pro Nase für einmal in die Stadt aus Barmbek stehen gegen unter 1 € Spritkosten. Im Kopf bleibt hängen: Der HVV ist höllisch teuer.

Kritisch wird es akut, wo der HVV beschissene Qualität abliefert. Wer im Stehbus mit 15 Sachen durch die Stadt gekurvt wird, wenn nicht wieder der wöchentliche Verkehrsstillstand ist, der steigt um, wenn er es kann. Definitiv. Wer 4x Umsteigen muss zur Arbeit und 20 Minuten länger braucht, ohnehin davon genervt ist, der steigt um. Und kommt nicht so schnell wieder.

Der Senat argumentiert ernsthaft, dass man nicht über den Preis mit dem MIV konkurriere, sondern mit dem Komfort, der Qualität. Das halte ich für ausgewiesenen Unfug. Man könnte es machen, aber es findet nicht statt. Qualität müsste dann übergeordnetes Ziel werden:

Doch weder der Trend zu Stehbussen mit immer weniger Sitzplätzen noch die beschissene Pünktlichkeit von Teilen des Busnetzes noch die eigenwillige Zuverlässigkeit der S-Bahn, die ihre Probleme über Monate nicht gelöst bekommt, noch die analoge Digitalstrategie ohne Echtzeitinformation, ohne E-Monatskarten, ohne alles im Jahr 2016 passen dazu.

Der HVV bietet solide Qualität mit Ausreißern, nicht mehr.

Gefährlich wird es, wenn in dieser Situation die mühsam gewonnenen Neukunden der letzten Jahre wieder verloren gehen. Tägliche Nutzer sind, denke ich, eher bereit, auch politisch Rückendeckung für den ÖPNV zu geben. Wer jeden Tag im Stau steht, will mehr Straßen. Wer im ÖPNV sitzt, will mehr U-Bahn. Der ÖPNV müsste allein deshalb zusehen, dass er mehr Menschen erreicht als die Captives. Und hat verloren, wenn selbst die sich nach Alternativen umgucken, weil es ihnen zu teuer wird.
Zum Beitrag von Herbert: wo ist der "Gefällt mir" Button, besonders für die Absätze 5-7, und ganz besonders für die "Stehbusse" ?

Danke, das spricht voll und ganz mir aus der Seele!

***
Busbeschleunigungsprogramm - mit Vollgas und 20-Sitzplatz-Gelenkbussen ins Chaos.
"Stehbusse" passt zwar auch, aber ich wäre eher für "Ruckelbusse":

In U- und S-Bahn stehend zu fahren ist angenehmer als im Bus sitzend;
vor allem am Gang, wenn der Sitznachbar (für den ist es auch nicht so toll, sich aus der Konservenbüchse namens Fensterplatz zu schälen) raus will oder es wie fast immer brechend voll ist im Bus.
Aber eigentlich ist es grundsätzlich immer bescheiden - dem "Fahrkomfort" sei Dank.

Modern und Bus schließen sich anno 2016 im ÖPNV in einem Land wie Deutschland und seiner zweitgrößten Stadt einfach aus. Vor allem wenn sich der Ausbauzustand des Restes (= Schnellbahnen) in einem 50-Jahre-Stagnationszustand befindet.
Busse lassen sich auch 2016 nicht vermeiden. Das kritisiere ich gar nicht. Was nicht zur Qualitätserzählung passt, ist die Strategie, die verstärkte Nachfrage durch mehr Stehplätze abzufahren. Denn, mal ehrlich: Natürlich braucht ein Bus heute mehr Abstellfläche für Kinderwägen, Räder, Rollstühle etc. Zum Großteil stehen darauf aber Fahrgäste, viel enger als auf den zuvor bestehenden Sitzplätzen. Und der Mehrplatz wird genutzt und verkauft.

Der "lange" 5-Türer-Gelenkbus von der M6 dürfte zum Beispiel leicht weniger Sitzplätze haben als der typische Solobus vor 20 Jahren. Letztens sah ich einen Volvo?-Hybrid-Solo auf der M23. Der hatte noch ganze 21 Sitzplätze. Soviel wie zwei VW-Kleinbusse. 2/3 der Fahrgäste im Bus stand, und so zuckelten wir durch den Stau.

Mit Verlaub, hier gäbe es bessere Lösungen.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.2016 17:42 von Herbert.
Ohne Busse geht es natürlich nicht, und soll es auch gar nicht. Das sollte nicht die Aussage sein.

Was ich meine ist, ist der Versuch, vorrangig mit dem System Bus den ÖPNV in einer Stadt wie Hamburg zu organisieren.
Die Schnellbahnen habe seit gefühlt fünfzig Jahren keine nennenswerte Erweiterung erfahren. Zwischenzeitlich wurde die Tram abgeschafft.
Ich kapiere nicht, in welcher Hinsicht diese Alternative klug sein soll.
Und daß die Busse vor dem Hintergrund ihrer Wichtigkeit in HH mMn auf einem alles andere als modernen Stand sind.

Habe bis 2011 in München gelebt, wo Busse natürlich auch eine wichtige Rolle im ÖPNV spielen.
Diese befindet sich gefühlt aber deutlich hinter S-, U- und Trambahnen.
Und befand sich trotz dieser nachrangigen Stellung auf einem moderneren Stand aus meiner Sicht (=Fahrgast), als es die Busse in Hamburg über fünf Jahre später(!) immer noch tun:
Das fängt schon mit den 80er-Jahre-Einzeilen-LED-Displays in den Metrobussen (dort hatten sie damals schon Monitore mit Anschlußübersicht und nächsten drei Stationen wie man sie hier aus dem DT5 kennt) an, geht über das Bezahlsystem bis hin zur Ausstattung der Haltestellen.
Von dem Ausbauzustand der Schnellbahnen in München möchte ich mal ganz schweigen; die Fahrgastzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das kennt ja jeder schon zu genüge - ist aber nun mal der Maßstab.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Den Entwicklung des Modal Splits zugunsten des ÖPNVs wird es in Hamburg nicht wegen eines grundsätzlich besseren und innovativeren Angebots geben.
Bzw. es wird diese Entwicklung gar nicht geben.
Wenn ich keine Proficard besäße, würde ich mir wohl auch ein Auto anschaffen...
Zitat

Den Entwicklung des Modal Splits zugunsten des ÖPNVs wird es in Hamburg nicht wegen eines grundsätzlich besseren und innovativeren Angebots geben.

Das ist politisch ja auch gar nicht das Ziel. Der ÖPNV in Hamburg soll nach der Maßgabe des Senats bis Ende der 2020er Jahre auf Platz 3 im Modal Split hinter Auto und Fahrrad zurückfallen. (Ziel Rad: 25 % Modal Split, Ist ÖPNV: etwa 20 %.) Angestrebt wird natürlich, dass die Quasi-Verdopplung des Radverkehrs beim MIV knabbert. Ob in der Realität nicht mancher aus stellenweise nur per Bus angebundenen Innenstadtquartieren - wie der Jarrestadt, Winterhude-Süd, Hoheluft, St. Pauli etc. - lieber einmal 800 € in ein Deluxe-Citybike auf neuen Radwegen als jährlich 800 € in schlechten ÖPNV steckt?

Welche Strategie wird da eigentlich verfolgt?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2016 13:28 von Herbert.
Meiner Meinung nach sind die Fahrpreise zu günstig, weil mit diesem kleinen Geld was wir da bezahlen kann man keinen guten Nahverkehr machen.

Meiner Meinung nach müssten die Fahrpreise steigen, dafür sollte man auch erwarten können, dass dann zügig das Angebot ausgebaut wird.

Ich bin der Meinung das Angebot in Hamburg ist sehr schlecht, in Hamburg gibt es zu viel Busverkehr, es müssten deutlich mehr Schnellbahnlinien gebaut werden, aber bis da mal was passiert, ich bin schon lange nicht mehr am Leben. Hamburg schläft in dieser Sache.

Guter Nachverkehr kostet eben, aber dafür sollte man auch eine Gute bis Sehr Gute Leistung erwarten können.
das finde ich ja völlig den falschen Weg. Besseres Angebot für mehr Geld?

Nein, die Fahrgäste zahlen schon zuviel. Besseres Angebot für weniger Geld ist der richtige Weg. ÖPNV für alle, nicht nur für Besserverdienende.
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