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HVV will Fahrkartenpreise erhöhen ab dem 1.01.2014
geschrieben von Veddel 
Die Frage ist doch nach welchem Prinzip die Fahrpreise gesetzt werden sollen. Was der Markt so her gibt? Gewinnbringend? Kostendeckend? Zuschussbegrenzend? Sozial? Gesamtnutzen maximierend? OEPNV als essenzielle Grundversorgung (d.h. umsonst wie Strassen)?

Ich bin fuer Gesamtnutzen maximierend, was meiner Meinung bedeutend niedrigere Fahrpreise bedeuten wuerde. Und die Konsequenzen von einem Nulltarif in einer Stadt wie Hamburg mal gruendlich erforschen.

In der Realitaet setzt der Senat die Fahrpresie zuschussbegrenzend, d.h. es steht im Haushalt ein (seit jahren praktisch unveraenderter) Betrag zur Verfuegung, und der HVV und die Unternehmen muessen sehen wie sie mit diesem Zuschuss und den Fahrgeldeinnahmen die Kosten decken.
Zitat
christian schmidt
... Konsequenzen von einem Nulltarif in einer Stadt wie Hamburg mal gruendlich erforschen.
Da muß man nichts erforschen.
Wenn das Netz bei gesalzenen Tarifen schon am Anschlag geht,
führt der Nulltarif dazu, daß Teilverkehre zum Pkw abwandern.

Reli 2017: Der Jahn als Großwildjäger
Ich stelle mir gerade eine kostenlose Linie 5 vor …
Zitat
PAD
Ich stelle mir gerade eine kostenlose Linie 5 vor …

Wo ist das Problem?

XXL- Busse im 5-Minuten Takt, verstärkt von jeweils zwei Gelenkbussen dazwischen und ab Hoheluftbrücke werden alle Haltestellen auch von den MIV Spuren aus mit Gelenkbussen im 60s-Takt zusätzlich bedient.

Macht dann 16 Busse pro 10 Min, das sollte reichen.

Ihr glaubt gar nicht wie schnell dann von ADAC über CDU bis Wutbürger alle in nur einem Jahr eine Grindel U-Bahn aus dem Boden stampfen würden.
Zitat
bahn42
...

Ihr glaubt gar nicht wie schnell dann von ADAC über CDU bis Wutbürger alle in nur einem Jahr eine Grindel U-Bahn aus dem Boden stampfen würden.

ich denke genau das ist der Weg
Wo sollen denn die Massen an neuen Fahrgästen herkommen? Bei einem kostenlosen ÖPNV kommen doch nur solche Leute hinzu, die jetzt schon gerne fahren würden, aber dies allein aus Kostengründen nicht tun.
Die muss man meiner Meinung nach aber in zwei Gruppen aufteilen:

Die, die sich es praktisch gesehen nicht leisten können (16,9% armutsgefährdete)

Und die, für die das Auto momentan im Vergleich zu günstig ist. Wenn aber die Auswahl zwischen 3€ Spritkosten +5€ Parkgebühr oder kostenlosem ÖPNV besteht steigt zumindest ein Teil um.

Und allgemein dürfte durch ein "kostet ja nix, ich fahr noch mal eben in die Innenstadt" auch bei manchem, der ein Abo nur für seinen Arbeitsweg hat, die Fahrtenanzahl steigen.
Zitat
PAD
Ich stelle mir gerade eine kostenlose Linie 5 vor …

Wieso?
Dann baut man halt einen kuppelbaren 20er Sessellift... da kommt garantiert alle 10 Sekunden ein Sitzplatz... ;-)
Zwischen den Haltestellen kann der in 10m Höhe gebaut werden, nur an den Stationen braucht man die entsprechende Breite.

Gruß Ingo
Zitat
bahn42
Die muss man meiner Meinung nach aber in zwei Gruppen aufteilen:

Die, die sich es praktisch gesehen nicht leisten können (16,9% armutsgefährdete)

Und die, für die das Auto momentan im Vergleich zu günstig ist. Wenn aber die Auswahl zwischen 3€ Spritkosten +5€ Parkgebühr oder kostenlosem ÖPNV besteht steigt zumindest ein Teil um.

Und allgemein dürfte durch ein "kostet ja nix, ich fahr noch mal eben in die Innenstadt" auch bei manchem, der ein Abo nur für seinen Arbeitsweg hat, die Fahrtenanzahl steigen.

Und wofür soll jetzt diese Aufteilung gut sein?
Zitat
Ingo Lange
[...] Bei einem kostenlosen ÖPNV kommen doch nur solche Leute hinzu, die jetzt schon gerne fahren würden, aber dies allein aus Kostengründen nicht tun.

Zitat
Computerfreak
Zitat
bahn42
Die muss man meiner Meinung nach aber in zwei Gruppen aufteilen:
[...]

Und wofür soll jetzt diese Aufteilung gut sein?


Ingos Aussage zielte ja auf die, die "gerne fahren würden", es sich aber nicht leisten können. Ich wollte den Punkt einbringen, dass es genauso welche gibt, die aus anderen (Kosten-)Gründen bisher das Auto vorziehen, aber auch umsteigen könnten.

Ob da nun "in zwei Gruppen aufteilen" oder "differenzierter betrachten" oder "da gibt es auch noch die, die" steht, ändert nichts an der inhaltlichen Kernaussage.
Ach so meinst du das. Jetzt verstehe ich.
Der Hamburger Verkehrsverbund beantragt wie in jedem Jahr im Namen der Verkehrsunternehmen eine Tarifanpassung zum Jahreswechsel. 2017 sollen die Preise um durchschnittlich 1,4% steigen; der Antrag wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien behandelt.

[hamburg.nahverkehraktuell.de]

________________________
Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat
Weis jemand wie sich die drei Teile des HVV-Tarifindex in den letzten 20 Jahren so entwickelt haben, im Vergleich zum Tarif?
Der HVV-Index basiert auf 57,8 % Verbraucherpreise, 33,9 % Lohnkosten, 4,3 % Dieselkosten und 4,0 % Stromkosten. Dabei wird der Schnitt von drei Jahren zum Glätten genommen

Ich kann dir nur einen Anhaltspunkt für die letzten 10 Jahre geben.
Jan 2007 - Jan 2017 wird der HVV-Fahrpreis um rund 30 % angestiegen sein.

Der Verbraucherpreisindex stieg Jun 2006-Jun 2016 um 14,1 % (Quelle: Stat. Bundesamt)
Der Dieselpreis im deutschen Durchschnitt sank Jul 2006 - Jul 2016 netto um 7,4 % (Quelle: ADAC).
Der Strompreis stieg für Industriekunden (bis 20.000 MWh) im Schnitt um 30 % zwischen 2006 und 2014 (Quelle: BDEW). Allerdings ging ein Großteil des Anstiegs auf die EEG- und andere Umlagen zurück. Von der sind Großverbraucher in der Dimension von Hochbahn/S-Bahn und insbesondere Schienenbahnen weitgehend befreit. Die Kosten nur für Erzeugung, Transport, Vertrieb von Industriestrom sanken zwischen 2006 und 2014 um etwa 25 %.

Zur Gehaltsentwicklung könnte man als Anhaltspunkt den TV-L nehmen. Die meisten Beschäftigten dürften im Bereich von E6 liegen. Da gab es 2006-2016 etwa 28 % mehr Kohle.

Diese Werte sind nicht geglättet. Aber es ist schon klar, dass alle Index-Faktoren schwächer anstiegen als der angeblich auf dem Index basierende Preis. Wie kann das sein?

Der "Trick" ist natürlich, dass der HVV-Index im Prinzip nur Show ist, weil die Preiserhöhung nicht dem Anstieg des Indexes entspricht. Dazu kommen die "Sonderfaktoren" aus der Politik. Der HVV-Preisindex dürfte 2006-2016 um maximal etwa 20 % angestiegen sein.



6 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.08.2016 16:04 von Herbert.
Sollte der HVV-Index nicht auch noch den Umstand enthalten, dass wir hier von defizitären Unternehmen sprechen und deren Vorgabe ist, das Defizit nominal gleich zu halten bzw. sogar zu senken? Die Preisanpassung muss also entsprechend noch höher ausfallen als die reinen Kostensteigerungen erfordern würden, da die Erlöse ja nur etwa 70-80% der Kosten ausmachen.
Der HVV-Index enthält dieses Ziel nicht. Das wird durch den "Strukturzuschlag" gelöst, der auf die Steigerung des Indexes geschlagen wird.

2015 gingen etwa 30 % der Steigerung auf das Konto des Strukturzuschlags.
Zitat
Der Hanseat
Der Hamburger Verkehrsverbund beantragt wie in jedem Jahr im Namen der Verkehrsunternehmen eine Tarifanpassung zum Jahreswechsel. 2017 sollen die Preise um durchschnittlich 1,4% steigen; der Antrag wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien behandelt.

[hamburg.nahverkehraktuell.de]

Positiv, dass fast alle Einzelkarten im Preis unverändert bleiben. Was ich nicht verstehe ist, dass ausgerechnet die Kurzstrecke angehoben wird. Damit wird der Abstand zwischen Kurzstrecke (1,60€) und Nahbereich (2,20€) noch kleiner. Um den Tarif zu vereinfachen, könnten dann beide Karten zu einer (1,90€) zusammengefasst werden.
Zitat
Neu Wulmstorf
Zitat
Der Hanseat
Der Hamburger Verkehrsverbund beantragt wie in jedem Jahr im Namen der Verkehrsunternehmen eine Tarifanpassung zum Jahreswechsel. 2017 sollen die Preise um durchschnittlich 1,4% steigen; der Antrag wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien behandelt.

[hamburg.nahverkehraktuell.de]

Positiv, dass fast alle Einzelkarten im Preis unverändert bleiben. Was ich nicht verstehe ist, dass ausgerechnet die Kurzstrecke angehoben wird. Damit wird der Abstand zwischen Kurzstrecke (1,60€) und Nahbereich (2,20€) noch kleiner. Um den Tarif zu vereinfachen, könnten dann beide Karten zu einer (1,90€) zusammengefasst werden.

Das dürfte daran liegen, dass die letzte Anhebung schon länger her ist.

Wie willst du die denn zusammenfassen?

Kurzstrecke = Bis zur ersten Zahlgrenze
Nahbereich = Bis zur zweiten Zahlgrenze

Die Kurzstreckenkarte wurde ja extra vor ein paar Jahren eingerichtet, damit Fahrkarten auf sehr kurzen Strecken nicht zu teuer sind.

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Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat
Zitat
Neu Wulmstorf
Was ich nicht verstehe ist, dass ausgerechnet die Kurzstrecke angehoben wird.

Unter der Vorgabe, dass die Preise glatte 10er-Werte sind, kann nicht jede Karte jedes Jahr erhöht werden. Die Kurzstrecke kann von 1,50 nur auf 1,60 steigen. Das sind etwa 7 Prozent und geht somit nur ungefähr alle drei Jahre.

Der HVV nutzt dies natürlich gerne aus: Jedes Jahr erfährt ein Teil der Fahrgäste über die Presse, dass sie von einer Erhöhung verschont werden. Wie schön, aber die nächste Erhöhung ist dafür doppelt.

Im Ganzen und auf lange Sicht dürfte das Preisverhältnis der Fahrkarten zueinander unverändert bleiben. Geht ja auch nicht anders, denn eine Tageskarte soll günstiger sein als zwei Einzelkarten, eine Wochenkarte günstiger als fünf Tageskarten, eine Monatskarte günstiger als vier Wochenkarten usw.
Aber man muss schon sagen, dass die Kurzstrecke echt gelitten hat. Man bewarb die damals und es war wirklich ein Schritt ㏌ die richtige Richtung und mittlerweile kostet die so viel wie die damalige Nahbereichskarte. Ich finde, das geht echt gar nicht. Noch dreister und unverschämter wird es auch, dass man den Zuschlag immer wieder erhöht, obwohl (!!) keine neuen Schnellbusse beschafft werden und nicht auf allen Schnellbuslinien auch wirklich Schnellbuswagen fahren !!! Vor allem die 35, 37 und 39 sind Beispiele dafür, da gerade hier auch die neuen Hybrid, Elektro und was nicht alles Busse von der 109 auch verkehren. Zudem sind die Schnellbusse nicht schneller, aber das muss ich ja nicht näher ausführen.

Nebenbei gefragt, sollte nicht irgendwie dieses Jahr im September darüber entschieden werden, was mit den Schnellbussen passieren soll? Ich meine, zu erinnern, dass dies aktuell wirklich auf Grund der Debatte zur Debatte stünde.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.2016 00:14 von Stara Gamma.
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