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U5 Alexanderplatz - Brandenburger Tor (Bauzeitraum ab 10/2014)
geschrieben von manuelberlin 
Zitat

Thomas Krickstadt am 29.5.2017 um 19.24 Uhr:

... im neuesten Plus-Heft werden auf Seite 23 im Rahmen des Tages der Architektur (am 24.6.2017) zwei Führungen über die Baustelle des U-Bahnhofes Rotes Rathaus angeboten.

Und ich habe heute um 9.45 Uhr an der ersten Führung teilgenommen:


(Das Ende der zukünftgen Kehranlage, weitere Bilder unter <http://thomas.krickstadt.de/u-bahn/2017-06-24-rohbau-u-bahnhof-rotes-rathaus>)

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Vielen Dank für die Bilder Thomas. So langsam kann man sich vorstellen, wie das ganze mal funktionieren wird.

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Zum Bild oben: Die Säule wirkt ja lustig filigran. Man könnte sich fragen was sie eigentlich halten soll bei der großen Deckenfläche ;-)

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Zitat

"GraphXBerlin" am 24.6.2017 um 20.12 Uhr:

Die Säule wirkt ja lustig filigran. Man könnte sich fragen was sie eigentlich halten soll bei der großen Deckenfläche. ;-)

Könnte man, wenn man "nur" sie betrachtet. Aber schon, wenn man sich den Gegenschuss ...



... anschaut, sieht man, dass sie nicht alleine ist. Der Architekt hat bei der Führung ein wenig über die Historie der Planung berichtet, von den ersten Entwürfen im Jahr 1996, den dabei noch weit größeren Dimensionen, was die Breite des Bahnhofs und die Anzahl der U-Bahnlinien, die durch diesen Bahnhof geführt werden sollten, angeht. Das wurde zweimal zusammengestrichen und dabei musste dann auch die Statik berücksichtigt werden. Hätte man sich z. Bsp. nicht die acht pilzkopfartigen Stützen ausgedacht, hätte der Bahnhof mit 48 herkömmlichen Mittelstützen gebaut werden müssen, was weitaus dunklere Bahnsteige zur Folge gehabt hätte. Schließlich ist diese eine einsame runde Stütze nur die Fortsetzung der runden Stütze in der darüberliegenden Etage, wie man sie auf diesem Bild erkennen kann:



Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Hallo Thomas,

vielen Dank für die tollen Bilder und die spannenden Informationen.

Ich habe noch ein paar Fragen:

1. Kannst du etwas dazu sagen, wie die ursprünglichen Planungen aussahen - was war wie großzügig geplant?
2. Daran anschließend: Kann die Kehranlage problemlos mit Bahnsteigen versehen werden oder gibt es Probleme? Platztechnisch müsste es gut passen, du sprachst aber von der "ehemals als U-Bahnhof für die Linie 3 geplante Halle"
3. Was ist mit dem architektonischen Fenster passiert? Die Ausstellung kommt ja erstmal nicht - ist das ganz gestrichen bzw. wann wird es verwirklicht?
4. Wurde etwas dazu gesagt, wie die Oberfläche über dem Bahnhof wieder hergestellt wird? Provisorisch - bis zum Bau der Straßenbahn - oder wie vorher?

Viele Grüße
Zitat

"m7486" am 25.6.2017 um 2.41 Uhr:

1. Kannst du etwas dazu sagen, wie die ursprünglichen Planungen aussahen - was war wie großzügig geplant?

Die erste Planung (1996) bestand (kurz geschrieben) aus zwei übereinander liegenden U-Bahnhöfen (oben U5, unten U3) mit sehr breiten Seitenbahnsteigen, die jeweils halbseitig Glasdecken hatten, durch die viel Licht in die Bahnhöfe gelangen konnte sowie vier Zugänge, die nach oben hin offen waren (hier eine damals veröffentlichte Visualisierung):



Diese Planung wurde dann Anfang der 2000er gestoppt, als klar wurde, dass Berlin "pleite" war.

In der zweiten Planung hatte der Bahnhof immer noch vier großzügige Zugangstreppen, aber keine Glasdecken mehr. Die U3 wurde nicht mehr berücksichtigt (was vermutlich viel Geld sparen ließ), die untere Ebene wurde zur Kehranlage (die betriebstechnisch gebraucht wurde).

Dann wurden die archäologischen Funde ein Thema. Herr Collignon erwähnte, dass eigentlich von Anfang an, also schon 1995, bekannt war, dass am roten Rathaus Reste des alten Berliner Rathauses vorhanden sein müssten, das gab die Aktenlage her. Aber damals hieß es lapidar, dass die Archäologen die Funde ausgraben und dokumentieren könnten, dann aber alle Funde für den Bau des Bahnhofs abgeräumt werden sollten.

Bei der dritten und jetzt realisierten Planung wurde dem Bahnhof der Südwest-Zugang gestrichen und der Bahnhof noch einmal schmaler gemacht, da es auch auf der nördlichen Seite der Rathausstraße bedeutende archäologische Funde gab, die nun nicht mehr zerstört werden durften.

Die beiden Passerellen wurden hinzugefügt (glaube ich, denn das wurde gestern nicht erwähnt), um aus Brandschutzgründen für den südlichen Seitenbahnsteig immer noch zwei Fluchtwege zur Verfügung zu haben.

Zitat

2. Kann die Kehranlage problemlos mit Bahnsteigen versehen werden oder gibt es Probleme? Platztechnisch müsste es gut passen, du sprachst aber von der "ehemals als U-Bahnhof für die Linie 3 geplante Halle".

Im Moment gibt es in der unteren Ebene Platz für vier Gleise. Statt der beiden äußeren Gleise könnte man Bahnsteige bauen (wobei ich noch nicht weiß, ob die gerade in der Erstellung befindlichen Zufahrten im Bestandstunnel der U5 das ermöglichen würden). Aber wenn man sich das Bild in meinem gestrigen ersten Posting anschaut und sich vorstellt, dass die Abschlusswand der unteren Ebene zum einen in Richtung Humboldtforum zeigt, und zum anderen sich nahezu unmittelbar neben den Fundamenten der Häuser des Nikolaiviertels befindet, dann kann man sich auch vorstellen, dass es ein Riesenaufwand wäre, dort erneut eine Startbaugrube für einen Schildvortrieb Richtung Leipziger Straße zu erstellen.

Zitat

3. Was ist mit dem architektonischen Fenster passiert? Die Ausstellung kommt ja erstmal nicht - ist das ganz gestrichen bzw. wann wird es verwirklicht?

Das archäologische Fenster ist immer noch geplant, es gibt aber im Moment noch kein "Budget" dafür. Die Präsentation von Herrn Collignon enthielt einen Zeitstrahl bis 2025, in der die Realisierung des archäologischen Fensters am Ende des Zeitstrahls eingetragen war. Für mich neu war, dass an der südwestlichen Seite der Passerelle ein Glaskasten ohne Zugang zu der Halle mit den Resten des gotischen Rathauses geplant ist, es aber auch einen Zugang vom Keller des Roten Rathauses geben soll, sodass von dort Besucher die Halle betreten, vielleicht dort sogar Events stattfinden können. Wie das genau funktionieren soll, ist anscheinend noch nicht klar, denn wie soll man archäologische Funde präsentieren (die unter anderem auch aus Ziegelsteinfußböden bestehen), wenn Gäste darauf herumlaufen?

Zitat

4. Wurde etwas dazu gesagt, wie die Oberfläche über dem Bahnhof wieder hergestellt wird? Provisorisch - bis zum Bau der Straßenbahn - oder wie vorher?

Nein, dazu wurde nichts gesagt (es hat auch keiner gefragt). Ich bin vor der Veranstaltung um den bzw. die Bauzäune herumgelaufen und habe versucht, über den Zaun der Baustelle für den Umbau des Bestandtunnels zu fotografieren. Man kann erkennen, dass es dort eine (neue?) Öffnung gibt, über die Materialien in den Tunnel herabgelassen werden können. Ich vermute, dass man die Rathausstraße erst dann wieder in einem Zug herstellen wird, wenn auch diese Öffnung geschlossen wurde.

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Moin!

Danke für die Bilder.

Soweit ich weiß war nie geplant, die U3-Station bereits auszubauen, sondern immer nur die Abstellanlage. Diese dient aber gleichzeitig als Vorleistung für die U3 und kann dann zur Station ausgebaut werden. Ist das falsch?

Hier ein Plan von Baustellen-Doku.info: [www.baustellen-doku.info]


Das die U3 ein Riesen-Projekt wäre und bestimmt nicht vor 2030 begonnen wird ist klar (Und wenn, fängt man hoffentlich mit dem Nordabschnitt nach Weißensee an). Die Startgrube könnte man ja auch westlich der Station und nördlich neben der Spandauer Straße legen. Der Anschluss an die Station müsste dann anders hergestellt werden.

iGEL



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.06.2017 09:37 von iGEL.
Zitat

"iGEL" am 25.6.2017 um 9.28 Uhr:

Soweit ich weiß, war nie geplant, die U3-Station bereits auszubauen, sondern immer nur die Abstellanlage. [...] Ist das falsch?

Zumindest in der Euphorie der 1990er Jahre (1. Planung) war das nicht so, wie auch eine weitere Visualsierung aus dem Jahr 1996 zeigt:



Zitat

Diese dient aber gleichzeitig als Vorleistung für die U3 und kann dann zur Station ausgebaut werden.

Ja, das wird vermutlich noch möglich sein (wie ich auch oben geschrieben habe), nur wird diese nicht mehr so lichtdurchflutet sein, wie in der Visualisierung zu sehen. Außerdem hat ein ausgebauter U3-Bahnhof Rotes Rathaus nur dann einen Sinn, wenn die Strecke in südwestlicher Richtung zusammen mit dem Ausbau weitergeführt wird, weil sonst die Kehranlage fehlt.

Zitat

Die Startgrube könnte man ja auch westlich der Station und nördlich neben der Spandauer Straße legen. Der Anschluss an die Station müsste dann anders hergestellt werden.

Um das bestätigen oder verneinen zu können, bin ich zu wenig Tiefbaufachmann. Mein Eindruck bei der Führung war jedenfalls, dass sich die fotografierte Abschlusswand exakt unter der oberen Bahnhofsausfahrt befindet, damit ist eine Fortsetzung in südwestlicher Richtung, wie sie die Grafik auf baustellen-doku.info andeutet, sehr kompliziert, wenn nicht sogar unmöglich (aber ich lasse mich gern überraschen). Bei der Präsentation von Herrn Collignon hatte ich auch den Eindruck, dass niemand mehr mit einer Fortsetzung rechnet (weder der Architekt, noch die Baufirma, noch die BVG).

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Zitat

Die Startgrube könnte man ja auch westlich der Station und nördlich neben der Spandauer Straße legen. Der Anschluss an die Station müsste dann anders hergestellt werden.

Um das bestätigen oder verneinen zu können, bin ich zu wenig Tiefbaufachmann. Mein Eindruck bei der Führung war jedenfalls, dass sich die fotografierte Abschlusswand exakt unter der oberen Bahnhofsausfahrt befindet, damit ist eine Fortsetzung in südwestlicher Richtung, wie sie die Grafik auf baustellen-doku.info andeutet, sehr kompliziert, wenn nicht sogar unmöglich (aber ich lasse mich gern überraschen). Bei der Präsentation von Herrn Collignon hatte ich auch den Eindruck, dass niemand mehr mit einer Fortsetzung rechnet (weder der Architekt, noch die Baufirma, noch die BVG).

Gruß, Thomas

Richtig Thomas, so habe ich das auch verstanden. Bei der letzten Umplanung zugunsten der alten Rathausgemäuer wurde auch der Tunnelabschluss so geändert, dass mit den heutigen Verfahren kein Weiterbau mehr möglich ist, ohne die U5 zumindest zeitweise zu unterbrechen. Eine Verlängerung ist allerdings auch nicht ernsthaft in Sicht. Mit der U5 wird die Schnellbahndichte in diesem Bereich sehr hoch sein, so dass man kaum 5 Minuten zum nächsten S- oder U-Bahnhof läuft. Eine potenzielle Weißenseer Linie würde wohl zunächst am Alex enden, wie es die U5 am Ende für knapp 90 Jahre getan haben wird. Möglich wäre natürlich ein Mischbetrieb mit der U5 zum Hauptbahnhof. Aber auch das ist ferne Zukunft.

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Zitat

"Jay" am 25.6.2017 um 12.36 Uhr:

[...] so habe ich das auch verstanden. [...]

Potzblitz, habe ich mich zum "Horst" gemacht und Dich bei einer der beiden Führungen übersehen (beim Wechsel zur zweiten Gruppe habe ich zumindest "andre_de", "manuelberlin" und "schallundrausch" getroffen)? ;-)

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Zitat

"Jay" am 25.6.2017 um 12.36 Uhr:

[...] so habe ich das auch verstanden. [...]

Potzblitz, habe ich mich zum "Horst" gemacht und Dich bei einer der beiden Führungen übersehen (beim Wechsel zur zweiten Gruppe habe ich zumindest "andre_de", "manuelberlin" und "schallundrausch" getroffen)? ;-)

Gruß, Thomas

Nein, hast du nicht. :-) Die Führungen hab ich leider verpennt, bzw. war mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt. Ich glaube ich hatte mal im Rahmen eines Pressetermins mit einem Verantwortlichen darüber gesprochen und da wurde es mir genauso erklärt. Ansonsten hast du ja auch schon in Moabit erlebt, dass ich zwar direkt vor dir stehen, dich aber in tiefer Konzentration auf die Eingangstür trotzdem übersehen kann. ;-)

Edit: Also sprecht mich ruhig an, wenn ihr mich auf Veranstaltungen (oder auf Strecke) seht. Ich ignoriere euch nicht absichtlich. Bin gestern auch fast an nem Kumpel vorbei gelaufen, der gerade sein Fahrrad angeschlossen hat.

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2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.06.2017 13:22 von Jay.
Zitat
krickstadt
Zitat

"m7486" am 25.6.2017 um 2.41 Uhr:

1. Kannst du etwas dazu sagen, wie die ursprünglichen Planungen aussahen - was war wie großzügig geplant?

Die erste Planung (1996) bestand (kurz geschrieben) aus zwei übereinander liegenden U-Bahnhöfen (oben U5, unten U3) mit sehr breiten Seitenbahnsteigen, die jeweils halbseitig Glasdecken hatten, durch die viel Licht in die Bahnhöfe gelangen konnte sowie vier Zugänge, die nach oben hin offen waren (hier eine damals veröffentlichte Visualisierung):



Diese Planung wurde dann Anfang der 2000er gestoppt, als klar wurde, dass Berlin "pleite" war.

Also ich muss sagen, diese Version des Bahnhofs gefällt mir aber persönlich viel besser als die jetzt realisierte. Die ist viel zu grau und im Vergleich zur "Utopie" zu dunkel.
Hätte man nicht so bauen können wie auf der Visualisierung von 1996, nur halt schmaler(wie s jetzt ist) und nur die untere U3-Ebene ohne Dachfenster, da das ja jetzt wohl langfristig eine Abstellanlage bleibt!?
Eines gefällt mir aber bei beiden Versionen nicht: weiß und grau dominieren, bei einem Roten Rathaus!? So ein wenig Backstein wie z.B. beim U Rathaus Reinickendorf sollte schon sein, oder?
Und wozu sollte die U3 als Großprofillinie gebaut werden?Kleinprofil reicht doch auch!...oder überhaupt?
Es kommt doch die Tram M4 von Falkenberg nach Steglitz über Leipziger Str. und Potsdamer Platz, und das mit vsl. 60m-Zügen?...völlig überflüssig diese U-Bahn-Linie!

Nachtrag:

Zitat

"m7486" am 25.6.2017 um 2.41 Uhr:

4. Wurde etwas dazu gesagt, wie die Oberfläche über dem Bahnhof wieder hergestellt wird? Provisorisch - bis zum Bau der Straßenbahn - oder wie vorher?

Am Bauzaun vor dem Roten Rathaus hängen Plexiglas-Kästchen mit dem Newsletter der Projektgesellschaft im Format DIN A4 aus. In der dort aktuell "aushängenden" Ausgabe "2017 / II" ist auf den Seiten 2 und 3 ein Artikel "U-Bahnbau ganz oberflächlich / Rückbau vor dem Roten Rathaus" zu finden. Leider ist diese Ausgabe (noch?) nicht auf der Medienseite der Projektgesellschaft verlinkt, aber ich habe angefragt, ob und wann dies geschehen wird (ich informiere hier dann). Kurzgefasst: Der Rückbau beginnt ab Juli 2017 mit der Wiederherstellung der Ostseite der Spandauer Straße und der Vorfahrt zum Rathaus (Phase I) und endet mit Phase V (Ecke Rathaus- / Jüdenstraße) im Jahr 2019.

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Lieber Thomas, ich danke dir sehr für die ausführlichen und interessanten Informationen!

Ich bin gespannt, wie man die Freiflächen wiederherstellt und ob man - sinnvollerweise - eine provisorische Lösung wählt, so die Verlängerung der Straßenbahn wirklich kommen sollte.
Hallo Thomas,

ganz lieben Dank für die Bilder und die weiteren Erläuterungen!

Eine Sache noch auf der "Tonspur":

Der jetzt ausgeführte Entwurf sah ja ursprünglich Betonwände in Terrazzo-Optik vor. Dies war, wie hier vor einiger Zeit diskutiert wurde, daran gescheitert, dass sich der Beton vor Ort nicht genügend präzise senkrecht an den Wänden schleifen ließ. So wurde es auch von Oliver Collignon vor Ort bestätigt.

Ersatzweise soll die Wandverkleidung aus vorgesetzten geschliffenen Platten bestehen. Da diese sehr schwer sind, stand hier im Raum, dass die Platten möglicherweise nicht für eine Beschau der tragenden Wände abgenommen werden können und somit die ganze Konstruktion so weit vorgesetzt werden muss, dass sie dahinter begehbar bleibt. Dies hätte enorm viel Platz gekostet.

Es wurde aber laut Oliver Collignon eine Lösung gefunden, wie die Platten für eine eventuell nötige Beschau abgenommen werden können. Die Halterungen tragen nun lediglich wenige Zentimeter auf - wie auch an den Mustern zu sehen war, die in der untersten Ebene ausgestellt waren. Die dreidimensional und in variablen Radien geschliffenen Musterstücke fand ich übrigens sehr beeindruckend.

Viele Grüße
Manuel
Zitat

"manuelberlin" am 25.6.2017 um 22.01 Uhr:

[...] wie auch an den Mustern zu sehen war, die in der untersten Ebene ausgestellt waren.

Oh, da ist mir etwas entgangen. Habt Ihr davon Fotos machen können?

Danke und viele Grüße, Thomas

PS: Ein Bericht über die Führungen und die Planungen zur Wiederherstellung der Oberfläche in der Berliner Morgenpost Online:

<http://m.morgenpost.de/bezirke/mitte/article211020335/So-sieht-der-neue-U-Bahnhof-Rotes-Rathaus-aus.html>

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Zitat

2. Kann die Kehranlage problemlos mit Bahnsteigen versehen werden oder gibt es Probleme? Platztechnisch müsste es gut passen, du sprachst aber von der "ehemals als U-Bahnhof für die Linie 3 geplante Halle".

Im Moment gibt es in der unteren Ebene Platz für vier Gleise. Statt der beiden äußeren Gleise könnte man Bahnsteige bauen (wobei ich noch nicht weiß, ob die gerade in der Erstellung befindlichen Zufahrten im Bestandstunnel der U5 das ermöglichen würden). Aber wenn man sich das Bild in meinem gestrigen ersten Posting anschaut und sich vorstellt, dass die Abschlusswand der unteren Ebene zum einen in Richtung Humboldtforum zeigt, und zum anderen sich nahezu unmittelbar neben den Fundamenten der Häuser des Nikolaiviertels befindet, dann kann man sich auch vorstellen, dass es ein Riesenaufwand wäre, dort erneut eine Startbaugrube für einen Schildvortrieb Richtung Leipziger Straße zu erstellen.

Die untere Ebene berücksichtigt laut PFB in ihrer Gestaltung explizit eine mögliche Aufnahme der U3, insbesondere was Gleistrassen und Bahnsteige angeht. So stehen z.B. die Wandscheiben in einem anderen Bogen als die Pilzstützen in der darüberliegenden U5-Ebene, was statisch mit Sicherheit umständlicher ist. "Lediglich" beim Tunnelabschnitt unter der Spandauer Straße gab es mit der relevanten Planänderung auch einen Entfall des Bauwerksanteils für die U3, der in diesem Bereich noch unter der U5 liegt. Dies stellt sich für eine Weiterführung dann als großes Hindernis dar bzw. erfordert m.E. einen Teilabbruch des neuen U5-Tunnels, da sich ein Tunnel nicht kraftschlüssig unter einem anderen Tunnel erstellen lässt. Warum man dies eingespart hat, erschließt sich mir nicht, da die Baugrube an der Spandauer Straße tief genug war. Man hat eigentlich nur ein paar Kubikmeter Beton gespart. Andererseits teile ich die Einschätzung, dass eine U3 in diesem Bereich extrem weit in der Zukunft liegt.

Und bzgl. Startbaugrube: Ich kann mir vorstellen, dass auch in der ursprünglichen Planung an diesem Ende nicht die Start- sondern die Zielbaugrube einer U3 liegen würde.

Viele Grüße
André
Hallo zusammen,

sorry für das Vollzitat unten.

Seitenbahnsteige könnte man auch in der unteren Ebene erstellen, vielleicht auch den "U3"-Tunnel anschließen. Aber die gesamte Zugangssituation (Treppenhäuser) des nun erstellten Bauwerks schließt eine Nutzung der unteren Ebene als öffentlicher Bahnhof m.E. definitiv aus. Eine U3 könnte hier wohl nur durchfahren.

Viele Grüße
Manuel


Zitat
andre_de
Zitat
krickstadt
Zitat

2. Kann die Kehranlage problemlos mit Bahnsteigen versehen werden oder gibt es Probleme? Platztechnisch müsste es gut passen, du sprachst aber von der "ehemals als U-Bahnhof für die Linie 3 geplante Halle".

Im Moment gibt es in der unteren Ebene Platz für vier Gleise. Statt der beiden äußeren Gleise könnte man Bahnsteige bauen (wobei ich noch nicht weiß, ob die gerade in der Erstellung befindlichen Zufahrten im Bestandstunnel der U5 das ermöglichen würden). Aber wenn man sich das Bild in meinem gestrigen ersten Posting anschaut und sich vorstellt, dass die Abschlusswand der unteren Ebene zum einen in Richtung Humboldtforum zeigt, und zum anderen sich nahezu unmittelbar neben den Fundamenten der Häuser des Nikolaiviertels befindet, dann kann man sich auch vorstellen, dass es ein Riesenaufwand wäre, dort erneut eine Startbaugrube für einen Schildvortrieb Richtung Leipziger Straße zu erstellen.

Die untere Ebene berücksichtigt laut PFB in ihrer Gestaltung explizit eine mögliche Aufnahme der U3, insbesondere was Gleistrassen und Bahnsteige angeht. So stehen z.B. die Wandscheiben in einem anderen Bogen als die Pilzstützen in der darüberliegenden U5-Ebene, was statisch mit Sicherheit umständlicher ist. "Lediglich" beim Tunnelabschnitt unter der Spandauer Straße gab es mit der relevanten Planänderung auch einen Entfall des Bauwerksanteils für die U3, der in diesem Bereich noch unter der U5 liegt. Dies stellt sich für eine Weiterführung dann als großes Hindernis dar bzw. erfordert m.E. einen Teilabbruch des neuen U5-Tunnels, da sich ein Tunnel nicht kraftschlüssig unter einem anderen Tunnel erstellen lässt. Warum man dies eingespart hat, erschließt sich mir nicht, da die Baugrube an der Spandauer Straße tief genug war. Man hat eigentlich nur ein paar Kubikmeter Beton gespart. Andererseits teile ich die Einschätzung, dass eine U3 in diesem Bereich extrem weit in der Zukunft liegt.

Und bzgl. Startbaugrube: Ich kann mir vorstellen, dass auch in der ursprünglichen Planung an diesem Ende nicht die Start- sondern die Zielbaugrube einer U3 liegen würde.

Viele Grüße
André
Zitat
manuelberlin
Seitenbahnsteige könnte man auch in der unteren Ebene erstellen, vielleicht auch den "U3"-Tunnel anschließen. Aber die gesamte Zugangssituation (Treppenhäuser) des nun erstellten Bauwerks schließt eine Nutzung der unteren Ebene als öffentlicher Bahnhof m.E. definitiv aus. Eine U3 könnte hier wohl nur durchfahren.

Wieso das? Die Treppenhäuser liegen untereinander und sind gleich groß. Auch der Aufzugsschacht geht jeweils bis ganz runter. In der Ausführungsplanung kann man das gut erkennen. Nur die Zugänge zu den unteren Treppenhäusern sind derzeit enger zubetoniert, aber auch als Vorleistung statisch vorbereitet. Siehe:
http://www.baustellen-doku.info/berlin_erweiterung_u5/20160907/, Bilder 30 und 44.
Man erkennt den separat betonierten Sturz über dem vorbereiteten Durchgang am andersfarbigen Beton bzw. an der separaten Schalung.

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.06.2017 01:09 von andre_de.
Zitat

Thomas Krickstadt am 25.6.2017 um 14.07 Uhr:

In der dort aktuell "aushängenden" Ausgabe "2017 / II" ist auf den Seiten 2 und 3 ein Artikel "U-Bahnbau ganz oberflächlich / Rückbau vor dem Roten Rathaus" zu finden.

2. Nachtrag: Der Newsletter ist heute verschickt worden und die entsprechende PDF-Datei kann nun auch geladen werden:

<http://www.projekt-u5.de/media/document/infomaterial-zur-neuen-u5/newsletter_prg_u5_juni17.pdf>
(2.704.309 Bytes)

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
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