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Potentieller Nutzen einer Altstadttram
geschrieben von HansL 
Man muss auch mal den Stand der Dinge betrachten. Es sind 40 Jahre vergangen, seit die Strassenbahn aus der Innenstadt verschwunden ist. Die Innenstadt leidet an zu geringer Kaufkraft, die Autos wurden mehr und die Einwohnerzahlen stiegen auch an. Man muss mit der Straßenbahn aus der verstaubten Ecke raus und ein vernünftiges, größeres Netz den Kunden anbieten! Mit fünf kleinen Linien lässt sich die Lücke nicht füllen, die S-Bahn und U-Bahn in Nürnberg nicht schließen können! Der Bus ist dazu eine oder zwei Nummern zu klein!

Wir brauchen eine vernünftige Verbindung zwischen West und Ost und dazu natürlich mit Oberleitung! Ja, auch diese Strecke durch die Altstadt!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.02.2019 10:22 von Marktkauf.
Da das Ganze eine Phantom-Debatte ist, darf meine Meinung natürlich nicht fehlen ;)

Ja wir brauchen die Strecke. Lieber gestern als heute. Und ob da eine Oberleitung hängt, ist mir als Fahrgast reichlich egal. Es gibt Systeme, die funktionieren und es ist die Chance, zumindest Teile der Gegnerschaft zu befrieden. Es ist aber doch völlig legitim, dass diese Diskussion in der Öffentlichkeit geführt wird - und wohl ohnehin nicht zu vermeiden. Mit offenem Ausgang.

Sich hier untereinander die Köpfe einzurennen bringt eher weniger.
Unsere Politiker im Rathaus müssen sich den Problemen in der Stadt und Region schon annehmen. Für sozialen Wohnungsbau, einen guten ÖPNV und Bildung wird viel zu wenig unternommen!
Man kann 2019 nicht zusehen, wie jedes Jahr die Einwohnerzahlen steigen und versuchen mit U-Bahn und breiten Straßen den Verkehr zu stemmen. Der Autowahn wird so nicht mehr weiter gehen. Der U-Bahn Bau auch nicht mehr! Zum Umdenken wird es keine Alternative geben!
Wie ich schon schrieb, nach meinem Eindruck werden die vorhandenen Probleme von den Stadtoberen nicht als solche gesehen, bei denen die Altstadttram etwas zur Lösung beitragen könnte. Und in der Tat ist es schwer, einen Leidensdruck zu erzeugen, bei dem die Altstadtram die einzige zwingende Lösungsmöglichkeit ist. Weil z.B. ein "Leidensdruck" das Fahrgäste vielleicht, statt von ihrem Start per Kurzstrecke mit der Tram in die Altstadt durchfahren zu können, mit einmal Umsteigen und Umweg über HBF oder Plärrer und Langstreckenfahrkarte fahren müssen, ist für die Stadt selber kein Leiden sondern Mehreinnahmen. Was den Nutzer aufregt, ist also bisweilen für die Stadt gut. Da ist die Motivation gering, was zu ändern, verständlicherweise.

Solange wir also Politiker haben, die nur bei übermächtigen Leidensdruck aktiv werden, sehe ich keinerlei Realisierungschance, zumal ja selbst die Leute an der Stadtspitze, die als tramfreundlich gelten (ob zurecht kann ich nicht beurteilen) wie z.B unser OB beim Thema Altstadtram nicht wirklich ziehen, wenn ich das richtig im Gedächtnis habe.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Einfach nur, weil man kann: Neue U21 Gebersdorf - Wolfsfelden
Der Stadtrat ist gewählt, um genau diese falsche Entwicklung aufzunehmen und die Weichen richtig zu stellen. Wir haben eine falsche Verkehrspolitik, fehlende Sozialwohnungen und Probleme an den Schulen!

Das Geld was fehlt, wird in Fürth täglich durch das S-Bahn Desaster rausgeworfen. So macht man Geld kaputt. Das schadet den Bürger und der Demokratie und der Bürger kommt bei der nächsten Wahl auf die dümmsten Ideen!
Die Stadt Nürnberg hat - wie gesetzlich vorgeschrieben - einen Nahverkehrsplan (NVP), der 2017 (Okt.) fortgeschrieben worden ist. Ausgangslage ist der Jahresfahrplan 2017 (Dez. 2016). Der NVP hat eine Laufzeit von fünf Jahren, enthält also die Maßnahmen, die bis Ende 2022 begonnen werden sollen.

Download hier: [www.nuernberg.de]

Da die Investitionsmittel, aber auch die Baukapazitäten begrenzt sind, müssen Prioritäten gesetzt werden. Höchste Priorität hat die Herstellung der Barrierefreiheit für Behinderte an Haltestellen, die nach Bundesgesetz bis zum Jahr 2022 vollendet sein soll. Hier "ergeben sich für die Stadt Nürnberg als Aufgabenträgerin im Hinblick auf die Haltestelleninfrastruktur sehr große planerische, finanzielle und auch zeitliche Herausforderungen." [siehe Kapitel 5].

In der Übersicht zu den im NVEP 2025+ vorgeschlagenen Maßnahmen [siehe Kapitel 2] findet man diesen Absatz zur Altstadtquerung (Baustufe A1) mit Tram über den GSO-Campus (Baustufe A2):

"Die Altstadtquerung bietet einen überdurchschnittlich hohen verkehrlichen, betrieblichen,
volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Nutzen, sodass die Chance besteht,
dass sich die Investition in die Maßnahme mittelfristig sogar betriebswirtschaftlich
amortisieren würde. Im Jahr 2013 wurde daher unter Beteiligung eines externen
Landschaftsarchitekten eine Planungsgrundlage entwickelt, die als Grundlage für eine
Bürgerbeteiligung dienen soll. Die Arbeiten wurden mit Beschluss des Verkehrsausschusses
(AfV 05.03.2015) zunächst zurückgestellt." [Nr. 2.1.3]

Eine höhere Priorität haben diese Projekte aus dem NVEP [Nr. 2.1.3]:
- Tram Brunecker Straße [Voraussetzung für die Entwicklung des Gebietes]
- Tram nach Kornburg mit Minervastraße (Baustufe S1)/(Stadtbahn Kornburg) und Tram bis S-Bhf. Fischbach (Baustufe S2) [inzwischen wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit nach der standardisierten Bewertung gescheitert]

Unter den Maßnahmen, die die Stadt Nürnberg nicht allein durchführen kann, hat die StUB Priorität. Ich glaube nicht, dass die Planung der Altstadtquerung auf die Tagesordnung kommt, bevor nicht auch der Bau der StUB gesichert ist.

Dass die Querung der Altstadt durch die Sraßenbahn wichtig ist, wird noch einmal in Kapitel 4 unterstrichen, in dem die Netzqualität untersucht wird:

"Eine weitere signifikante Verbesserung der Zentrumsanbindung würde die im NVEP
2025+ als verkehrlich und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme „Querung der nördlichen
Altstadt mit der Straßenbahn“ erlauben." [4.2.1.2. Anbindung ans Zentrum]

"Wie bereits bei der Prüfung der Erschließungsqualität (vgl. Kapitel 4.2.1) festgestellt,
würde die Schaffung von zentralen Durchmesserlinien im Straßenbahnnetz die Erreichbarkeit
des nördlichen engen Zentrums (Sebalder Altstadt) signifikant verbessern und es
zusätzlich ermöglichen, Umsteigevorgänge auf vielen Fahrbeziehungen zu reduzieren."
[4.2.2.2. Netzanalyse (Umsteigehäufigkeiten)]

Fazit: Hier wird eine Diskussion geführt über Fakten, die längst im Nahverkehrsplan stehen und allen Planern und politisch Verantwortlichen bekannt sind. Eine schnelle Änderung der Beschlüsse (Zurückstellung der Planung der Altstadtplanung) wird dies Forum nicht bewirken, dazu ist es zu unwichtig.

Da ja bald Kommunalwahlen sind, darf man auf die Beantwortung der Frage gespannt sein, was genau im Wahlkampf thematisiert wird.
Ich ergänze hier noch aus der Beschlussvorlage (Kurzfassung) der Sitzung des Verkehrsausschusses vom März 2015:

"Mit den vorhandenen Ressourcen können von der Verwaltung nicht alle Projekte, die aus dem Nahverkehrs-
entwicklungsplan resultieren, gleichzeitig bearbeitet werden. Sie müssen teils zurückgestellt werden.
Nach verwaltungsinterner Abstimmung ergibt sich folgender Sachstand (in loser Reihung):
Tram Brunecker Straße --> Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs wird abgewartet
• Altstadtquerung mit Tram über den GSO-Campus --> wird zurückgestellt
Tram nach Kornburg mit Minervastraße (Stadtbahn Kornburg) --> Machbarkeitsstudie wird beauftragt
Tram bis S-Bhf. Fischbach (Baustufe S2 zu Stadtbahn Kornburg) --> wird zurückgestellt
Tram nach Reutles / StUB Erlangen --> Planungen sollen vom ZVStUB koordiniert werden
Verlängerung U2 nach Eibach und nach Reichelsdorf --> Untersuchung läuft noch
• Durchbindung Gräfenbergbahn - Rangaubahn --> Abstimmung mit der BEG läuft noch"

Nachdem drei Projekte [rot] gestorben sind, muss man die Frage nach der Planungskapazität wohl neu bewerten.
Zitat
Manfred Erlg

Tram bis S-Bhf. Fischbach (Baustufe S2 zu Stadtbahn Kornburg) --> wird zurückgestellt

Nachdem drei Projekte [rot] gestorben sind, muss man die Frage nach der Planungskapazität wohl neu bewerten.

Dass die Stadtbahn nach Kornburg erst mal "gestorben" ist, war mir bekannt. Die U2 nach Eibach hatte nie eine echte Chance; sie wäre auch Unsinn.

Aber wann ist die Tram nach Fischbach gestorben? Da ist mir kein Beschluss geläufig. Aber vielleicht habe ich da bloß etwas nicht mitbekommen.

Das Baureferat denkt allerdings über eine Verlängerung der Bauernfeindlinie nach, eventuell bis nach Fischbach. Hat man aber auch schon lange nichts mehr gehört von der angedachten Untersuchung. Solle eigentlich letzten Herbst kommen.

Wie dem auch sei: Wenn man wollte, könnte man die Altstadttram jetzt angehen. Will man halt nicht.

Die einzige Hoffnung ist tatsächlich, dass zumindest die Grünen dieses Projekt in ihrem Programm engergisch fordern.
Es geht hier um die Strecke Finkenbrunn - Südfriedhof - Fischbach, nicht um die neue Variante, die von der Bauernfeindstraße ausgeht.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.2019 15:45 von Manfred Erlg.
Zitat
Manfred Erlg
Es geht hier um die Strecke Südfriedhof - Finkenbrunn - Fischbach, nicht um die neue Variante, die von der Bauernfeindstraße ausgeht.

Das ist die Variante aus dem NVEP2025. Von dieser hört man überhaupt nichts mehr. Aber dass sie "gestorben" wäre, ist mir auch nicht bekannt.
Man schiebt wichtige Straßenbahn Projekte hin und her, stellt sie zurück, rechnet sie schlecht und verschachtelt sie gegenseitig, bis man sie auf den Tag x in eine ferne Zukunft schieben kann!

Die Verlängerung der Linie 7 geht auch nicht richtig voran! Die Altstadt Strecke stellt man hinter die anderen Projekte und lässt sie in einer ungewissen Zukunft verschwinden!
mal ein Gedankengang, wäre es nicht ggf. auch eine Option für eine "Oberleitungsfreie" Altstadtquerung. Ggf. vielleicht sogar für die Ubahn um diese in eine "stadtbahn" zu wandeln damit man sie leichter in Außenbezirke verlängern kann?
Das Straßenbahnnetz in Nürnberg krankt daran, daß es durch den U-Bahnbau zerstückelt wurde und mit zusätzlichen Umsteigezwängen insbesondere zum Hauptbahnhof belastet wurde. Auch wird die Altstadt nur umfahren aber nicht durchfahren. Diesen Fehler könnte eine Altstadttram zumindest in Ansätzen beheben.
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