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Der HVV in Zeiten der Postpandemie
geschrieben von Neu Wulmstorf 
Zitat
slhh
City-Nord und Innenstadt dürften durch mehr Homeoffice Potential verlieren. In der Innenstadt kommt dann noch Einzelhandelssterben hinzu.

In der Tat. Wenn die Innenstadt irgendwann zu einem normalen Wohnstadtteil unter vielen geworden ist, wird man sich auch in Hamburg fragen, warum man früher eigentlich alle Schnellbahnlinien durch die Innenstadt gelegt hat.

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metrobits.org
Zitat
slhh
Gerade für die U5 sehe ich eine deutliche Gefahr, das das Fahrgastpotential erheblich sinkt:
City-Nord und Innenstadt dürften durch mehr Homeoffice Potential verlieren. In der Innenstadt kommt dann noch Einzelhandelssterben hinzu. An der Uni wäre wohl die Präsenz von Studenten durch Digitalisierung von Vorlesungen erheblich zu reduzieren, wobei oft auch noch eine erhebliche Qualitässteigerung möglich wäre, da man auf die didaktisch besten Professoren Deutschlands zurückgreifen könnte. Professoren werden ja zumeist nach Forschungskreterien und nicht nach ihren Fähigkeiten in der Lehre berufen. Weniger Präsenz von Studenten dürfte wohl auch mehr Homeoffice Möglichkeiten für Mitarbeiter der Uni eröffnen, und somit das Fahrgastpotential vergrößern. Soweit man die neue Beiersdorfzentrale überhaupt als durch die U5 erschlossen ansieht, da schon recht weit entfernt, könnte sich deren Fahrgastpotential auch durch Homeoffice relativieren.

Zitat
christian schmidt
Und was das Einkaufen angeht, ich denke es sind eher die eintönigen Fachmärkte auf der Wiese die Probleme mit Internethandel haben werden.
Mehr Homeoffice führt aber auch zu weniger Laufkundschaft für die Innenstadthändler. Führt der reduzierte Umsatz zur Angebotsreduktion wird das Einkaufen in der Innenstadt auch für die anderen Kunden weniger attraktiv.

Was ist den die Alternative? Nichts tun, und dann in 10 Jahren merken, oh die sehr dürftig begründete These dass wir die U5 nicht mehr brauchen werden stimmt doch nicht, was nun?

Zum Fahrgastpotential der Innenstadt, zum Teil ist es doch auch genau anders, die gute Erreichbarkeit führt dazu dass sich Geschäfte/Büros/Einrichtungen denen dies wichtig ist dort ansiedeln. Wenn einigen Firmen mit vielen (bisherigen) Büroarbeitsplätzen dass nicht mehr ganz so wichtig ist weil die Leute von zu Hause arebiten, finden sich sicherlich genug andere Geschäfte/Betriebe/Einrichtungen denen das immernoch relativ wichtig ist. Die kommerziellen Mieten werden wohl etwas sinken, aber na und?

Ich glaube auch gar nicht daran dass Homeoffice so die Normalität bleiben wird wie es jetzt wegen Covid der Fall ist. Erstens wegen mangelnder Effizienz. Ich denke dass die meisten Leute allein zu Hause weniger schaffen als zusammen im Büro. Nur ein Beispiel: Bei Zoom-Meetings ist die Wahrscheinlichkeit dass jemand nicht genau mitbekommt was getan werden muss (und dass niemand anders das bemerkt!) um einiges größer, bei uns im Team muss jedenfalls um einiges mehr Energie verwendet werden um sicherzustellen dass Kommunikation funktioniert. Zweitens weil nach dem Ende von Covid-19 das Homeoffice für Arbeitgeber teurer wird. Zur Zeit wollen die meisten Leute die von zu Hause arbeiten ja eher nicht für Unruhe sorgen. Aber nach dem Ende der Pandemie müsste mal geklärt werden wer z.B. verantwortlich ist dafür zu sorgen dass Arbeitnehmer auch im Homeoffice auf einem ordentlichen, rückenschonenden Bürostuhl sitzen (und nicht auf der Holzbank am Küchentisch)? Wenn mein Arbeitgeber will dass ich von zu Hause arbeite damit die Mietkosten sparen können, wer ist dann dafür zuständig dass ich eine ordentliche Ausrüstung habe?

Zur Uni, ich habe ein Kind dass zur Uni geht (und zwei in der Schule), die zur Zeit alle Digitalvorlesungen / Digitalunterricht haben. Und meiner Meinung nach ist es ziemlich klar dass dieser viel schlechter ist als Präsenzunterricht. Die Idee dass es weniger Ausbildungsverkehr geben wird sehe ich nicht.
Zitat
slhh
Gerade für die U5 sehe ich eine deutliche Gefahr, das das Fahrgastpotential erheblich sinkt:
City-Nord und Innenstadt dürften durch mehr Homeoffice Potential verlieren.

Bitte nicht vergessen das aus dem Geschäftsviertel Ciry-Nord langfristig auch Wohngebiet wird. Ähnlich ist es auch in der City.
Zitat
Kirk
Bitte nicht vergessen das aus dem Geschäftsviertel Ciry-Nord langfristig auch Wohngebiet wird. Ähnlich ist es auch in der City.
Bei Wohnnutzung dürften es deutlich weniger Personen pro Quadratmeter als bei Büronutzung sein. Bewohner der Innenstadt dürfen auch einen viel kleineren ÖPNV Bedarf haben, als Angestellte, die aus allen Teilen der Stadt oder gar aus dem Umland zum Arbeiten ins Zentrum pendeln.
Zitat
christian schmidt

Ich glaube auch gar nicht daran dass Homeoffice so die Normalität bleiben wird wie es jetzt wegen Covid der Fall ist. Erstens wegen mangelnder Effizienz. Ich denke dass die meisten Leute allein zu Hause weniger schaffen als zusammen im Büro. Zur Uni, ich habe ein Kind dass zur Uni geht (und zwei in der Schule), die zur Zeit alle Digitalvorlesungen / Digitalunterricht haben. Und meiner Meinung nach ist es ziemlich klar dass dieser viel schlechter ist als Präsenzunterricht. Die Idee dass es weniger Ausbildungsverkehr geben wird sehe ich nicht.

Es gibt in der Tat Studien, dass die Produktivität im Homeoffice sinkt, siehe z.B. www.handelsblatt.com.

Dennoch ist es denkbar, dass Homeoffice normaler wird, also immer mehr Firmen ihren Mitarbeitern Quoten anbieten wie z.B. 20% oder (mein Arbeitgeber) bis 50%. Ob das genutzt wird, ist eine andere Frage. Wenn jedoch jeder zweite Büroarbeitnehmer 20% Homeoffice macht, sind das 10% weniger Verkehrsnachfrage. Also kein großer Rückgang, aber möglicherweise so viel, dass die Zahlen von 2019 absehbar nicht mehr erreicht werden.

Für die Uni muss mehr spekuliert werden. Auch hier denkbar, dass die Vorlesungen als Podcast und die Seminare als Präsenz veranstaltet werden.

UKE natürlich bis auf Verwaltung und Vorlesungen immer Präsenz, also so gut wie kein Rückgang.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.2021 21:44 von Neu Wulmstorf.
Zitat
christian schmidt
Ich glaube auch gar nicht daran dass Homeoffice so die Normalität bleiben wird wie es jetzt wegen Covid der Fall ist.
Sicher nicht in dem derzeitigen Ausmaß, aber wenn ein Teil der Arbeitnehmer nicht jeden Tag ins Büro fährt, ist das auch eine Verkehrsreduktion.
Homeoffice dürfte auch überwigend von Arbeitnehmer mit langen Fahrwegen genutzt werden, was die Verkehrsauswirkungen verstärkt.
Zitat
christian schmidt
Wenn mein Arbeitgeber will dass ich von zu Hause arbeite damit die Mietkosten sparen können, wer ist dann dafür zuständig dass ich eine ordentliche Ausrüstung habe?
Dann klar der Arbeitgeber. Viele Arbeitgeber dürften aber einfach erlauben, dass mobil gearbeitet wird, so das Sie nicht dafür zuständig sind. Sie können dann ggf. durch wechselnde Arbeitspläze ihren Flächenbedarf reduzieren, da nicht alle Arbeitnehmer gleichzeitig anwesend sind.

Zitat
christian schmidt
Zur Uni, ich habe ein Kind dass zur Uni geht (und zwei in der Schule), die zur Zeit alle Digitalvorlesungen / Digitalunterricht haben. Und meiner Meinung nach ist es ziemlich klar dass dieser viel schlechter ist als Präsenzunterricht. Die Idee dass es weniger Ausbildungsverkehr geben wird sehe ich nicht.
Das dürften aber doch wohl zumeist Schnellschüsse als Notlösung sein. Eine von Profis mit großem Aufwand erstellte Digitalvorlesung dürfte da deutlich besser sein. Der Aufwand rechnet sich dann, wenn diese an vielen Einrichtungen und über viele Jahre genutzt wird. Ein völliger Verzicht auf Presenzveranstaltungen wäre sicher schädlich, aber vieleicht brauchen Studenten dann nur noch an wenigen Wochentagen zu erscheinen.

Bei Schulen sehe ich eher kein hinreichendes Potential zur Verkehrsvermeidung durch Digitalunterricht, auch wenn man Digitalunterricht sicherlich viel besser machen kann, als er derzeit ist. Bei Schulen ist die Gruppengröße in der Regel ja auch viel kleiner als bei Vorlesungen, und somit ist mehr Interaktion möglich.
Zitat
slhh
Zitat
Kirk
Bitte nicht vergessen das aus dem Geschäftsviertel Ciry-Nord langfristig auch Wohngebiet wird. Ähnlich ist es auch in der City.
Bei Wohnnutzung dürften es deutlich weniger Personen pro Quadratmeter als bei Büronutzung sein. Bewohner der Innenstadt dürfen auch einen viel kleineren ÖPNV Bedarf haben, als Angestellte, die aus allen Teilen der Stadt oder gar aus dem Umland zum Arbeiten ins Zentrum pendeln.
Moin, vielleicht ein Mischgebiet, aber sicher kein reines Wohngebiet. Ich arbeite in der City Nord und ich kann nur diejenigen bestätigen, die vermuten, dass für einige Arbeitgeber das Thema "Mobiles Arbeiten" ein kurzfristiges ist und nach Abebben der Pandemie auch wieder ganz normal im Büro - in der City Nord gearbeitet wird. Natürlich kann ich nur für meinen Arbeitgeber sprechen.
Viele Grüße
Moin,

in zwei, drei Jahren wird ein Impfstatus erreicht sein, der dann weitgehend wieder alle sozialen Kontakte zulässt.
Homeoffice wird sicher weiter ein großes Thema bleiben, aber mittlerweile haben viele die Feststellung treffen müssen, dass Skype, Zoom usw. vielfach eine
Präsenzveranstaltung mit einer entsprechenden Netzwerkwirkung nicht ersetzen kann. Auch die, ich nenne sie "Mal-eben-Infos", über den Schreibtisch hinweg oder kurz auf dem Flur sind im Homeoffice nicht effektiv. Da muss eine Mail oder ein Anruf getätigt, dann bleibt eine Detailfrage noch unbeantwortet, die der Kollege am Nachbarschreibtisch hätte per Zuruf beantworten können etc.. Es nervt mittlerweile, dass da für jeden Scheiß Ergänzungstermine gefahren werden müssen oder wieder ein langer Mailaustausch zu Detailfragen stattfindet, den es so in der Vergangenheit nach meinem Eindruck nicht in der Mnege gegeben hat. Das wird sicher je nach Branche nochmal unterschiedlich ausgeprägt sein. Hatte dazu einen Austausch (natürlich telefonisch :-) ) mit Freunden aus der Logistik und aus dem Handel, die früher schon Homeoffice im größeren Stil zugelassen haben, aber wo sich nun auch die Grenzen bzw. Nachteile abzeichnen.

Menschen stellen aufgrund ihrer Sozialisation fest, dass ausschließlich Onlinekäufe nicht das einzig wahre sind und außerdem das Treffen mit den Freundinnen im
Cafe im Quartier oder in der Innenstadt, dass Treffen mit Freunden im Biergarten ;- ) und sonstwo durch nichts zu ersetzen sind.

Trotz Verschärfung war es heute in der Bahn und in den Bussen nicht merklich leerer als letzte Woche. Es gibt eben eine Vielzahl an Dienstleistungen, die nicht im Homeoffice erledigt werden können. Somit sehe ich auch keine "Entvölkerung" der Innenstädte oder der City-Nord.

Von daher ist nach meinem Dafürhalten auch in der Zukunft ein Mobiltätsbedarf vorhanden, der jetzt weitergeplant und zur Verfügung gestellt werden muss.
Gestern gabs es das erste Interview mit der neuen HVV-Chefin.

Auf die Frage wie angeschlagen er HVV ist, gab es eine seltsam herrliche Antwort. Leere Busse hab ich auch gesehen beim HVV, aber das andere Verkehrsmittel..... wo hat sie das gesehen :-D (ab Minute 0:25)

[www.ndr.de]
Zitat
Kirk
Gestern gabs es das erste Interview mit der neuen HVV-Chefin.

Auf die Frage wie angeschlagen er HVV ist, gab es eine seltsam herrliche Antwort. Leere Busse hab ich auch gesehen beim HVV, aber das andere Verkehrsmittel..... wo hat sie das gesehen :-D (ab Minute 0:25)

[www.ndr.de]


Tja, wer aus Wien kommt, hat zwangsläufig das dort wichtigste Verkehrsmittel im Kopf. Das lässt hoffen ... ;-)
Zitat
Kirk
Leere Busse hab ich auch gesehen beim HVV, aber das andere Verkehrsmittel..... wo hat sie das gesehen :-D
Ist mir auch aufgefallen.
Muddi (von Adelheid): Handtasche hab ich keine, ist mir in der Hamburger ... geklaut worden.

Die Mehrheit ist tolerant und weltoffen.
Die Minderheit gendert.
Zitat
Kirk
Gestern gabs es das erste Interview mit der neuen HVV-Chefin.

Auf die Frage wie angeschlagen er HVV ist, gab es eine seltsam herrliche Antwort. Leere Busse hab ich auch gesehen beim HVV, aber das andere Verkehrsmittel..... wo hat sie das gesehen :-D (ab Minute 0:25)

[www.ndr.de]

voll waren sie wohl wirklich nicht. Vielleicht hat sie diese hier gesehen? ... in der Tat leer [www.rewe-stanislawski-laas.de]
Zitat
Kirk
Auf die Frage wie angeschlagen er HVV ist, gab es eine seltsam herrliche Antwort. Leere Busse hab ich auch gesehen beim HVV, aber das andere Verkehrsmittel..... wo hat sie das gesehen :-D (ab Minute 0:25)
Heißt ja auch "Bim" in Wien. ;-)

Zitat
NVB
Tja, wer aus Wien kommt, hat zwangsläufig das dort wichtigste Verkehrsmittel im Kopf. Das lässt hoffen ... ;-)
Die eierlegende Wollmilchsau. ^^

Zitat
Mike
In der Tat. Wenn die Innenstadt irgendwann zu einem normalen Wohnstadtteil unter vielen geworden ist, wird man sich auch in Hamburg fragen, warum man früher eigentlich alle Schnellbahnlinien durch die Innenstadt gelegt hat.
Naja, in Neu- und Altstadt leben knapp 15.000 Menschen heute. Selbst wenn man das über mehrere Jahrzehnte verzehnfachen (!) würde, wären das nicht einmal 10% der Hamburger. Und die Pendler aus dem Umland, die mit S- und Regionalbahn anreisen, kommen noch oben drauf. Die City war ja historisch schon mal deutlich stärker belebt und trotzdem bzw. gerade deshalb war es sinnvoll, die Linien dort zu bauen.
Von welchem Jahrzehnt reden wir?
Zitat
Computerfreak
Von welchem Jahrzehnt reden wir?
Vorm Krieg. Da hatte die City über 200.000 Einwohner. War mit Rothenburgsort, Hammerbrook oder auch St. Pauli nicht anders. In letzterem lebten im spätem 19., frühen 20. Jahrhundert bereits über 70.000 Menschen. Heute etwas mehr als 20.000. Hammerbrook war mit über 60.000 ähnlich groß zu der Zeit. Heute sind es nicht einmal 5.000.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.2021 17:27 von kalle_v.
Während hier in Hamburg und allgemein in Deutschland noch darüber diskutiert wird, wie die Tarifangebote auf diejenigen Personen anzupassen sind, die auch nach Corona nur noch an einem Teil ihrer Arbeitstage den Arbeitsplatz aufsuchen und an den übrigen Tagen von zu Hause arbeiten, sind die Dänen hier schon einen Schritt weiter. Unter dem Namen "Pendler20" bietet die dänische Bahn DSB eine Fahrkarte an, die an 20 Tagen innerhalb von 60 Tagen gilt und dort nur über die App gekauft werden kann. Jeder Tag, an dem man fahren will, muss dann morgens aktiviert werden.

Näheres (auf dänisch) hier: Pendler20

Ganz neu ist dieses Konzept "X Tage innerhalb von Y" aber auch nicht - dem einen oder anderen Interrail-Urlauber dürfte es irgendwie bekannt vorkommen, auch wenn es dabei um eine komplett andere Zielgruppe geht.
Jetzt mal ernsthaft, Mehrfahrtenkarten (ob sie nun Streifenkarten, Clipper Card, Interrail, Multiflex, Rover oder sonst wie heißen) sind nun wirklich ein ganz alter Hut. Ich habe die in Berlin in der 1970ern benutzt, in Amsterdam in den 80er, in Schottland in den 90ern und Cardiff seit den 00ern.

Die interessante Frage ist wie viel Rabatt sie geben. Die VDV-Mitteilung "Aktuelle Tarifstrategien im ÖPNV" von Oktober 1994 schlägt vor das Mehrfach-Tageskarten 0,8-0,9 der Kosten von Tageskarten sein sollen (pro Tag) - siehe Seite 18 hier. Monatskarten sollen übrigens 15-18 Tageskarten kosten, Abokarten 12-15. Meiner Meinung nach ist das alles etwas knauserig.

Aber immer noch besser als was in Großbritannien gemacht wurde: Da wurden jetzt wegen Corona bei der Eisenbahn landesweit neue Flexi Season Tickets eingeführt (8 Tage in 28). Aber da niemand das neue Angebot mit schon existierenden Mehrfahrtenkarten verglichen hat, ist es de facto für viele Leute eine Preiserhöhung! Unter anderem auch für Leute die bisher eine Mehrfahrtenkarte benutzt haben um 3-4x pro Woche von Welwyn nach London zu fahren, wie z.B. Grant Shapps der britische Verkehrminister! You couldn't make it up...
Verkehrsminister die mit der Bahn fahren? Ja, das klingt wirklich unvorstellbar!
In Berlin kostet die Vierfahrtenkarte Tarifbereich AB 9.40€
Kauft man die einzeln 12,00€.

Ersparnis also knapp über 20%.
Was soll eigentlich immer dieses Gebastel an "günstigen" Fahrkarten, die ihre "Ermäßigung" darin haben, dass sie eingeschränkter gelten? Oder irgendwelche Apps, die den "günstigsten" Tarif errechnen. Das alles führt doch nur dazu, dass man die befürchteten Mindereinnahmen minimieren will.
Man tut immer so, als ob die Fahrgäste einen festen gleichmäßigen Bedarf haben und versucht ihnen ein "maßgeschneidertes" Angebot zu stricken. Auffallend ist immer noch, dass in erster Linie der Berufspendlerverkehr gesehen wird. Alles andere fällt hinten runter.

Das ist immer noch das Denken von gestern: Nur große Massenverkehre mit dem ÖPNV so kostengünstig wie möglich zu bewältigen und der Rest soll sehen wie durchkommt. Immer noch spielen Kosten, Koste-Nutzen-Verhältnisse und Wirtschaftlichkeit eine größere Rolle, als die gebotene Mobilitätswende.

Wichtig ist, nicht nur den Berufspendlerverkehr (dieser wird sowieso in Zukunft drastisch zurückgehen) auf den ÖPNV zu bekommen, sondern alles andere auch. Dazu zählt auch gesamte Wirtschaftsverkehr (insbesondere Kurier- und Lieferdienste) sowie der tägliche private Versorgungsverkehr (Arztbesuche, Einkaufen, Freizeitangebot usw.) und das nicht nur für diejenigen, die kein Auto zur Verfügung haben, sondern für alle.

Der Witz ist doch, dass man eine Pauschale für den ÖPNV für uneingeschränkte Nutzung zahlt, also ohne Sperrzeiten und an allen Wochentagen. Damit braucht man sich nicht vor jeder Fahrt zu fragen, ob man sie machen will. Zumindest das Fahrpreisargument entfällt damit.

Wer seinen Zug/Bus oder Anschluss verpasst, hat oftmals das Problem, dass die komplette Fahrt sinnlos wird, weil ein entscheidender Termin damit nicht gehalten werden kann (z.B. man erst nach Ladenschlus ankommt). Das ist natürlich noch viel schlimmer, wenn man nun extra noch für die Fahrt bezahlt oder gar bzw. der Zahlungsvorgang bzw. der App-Aktivierungsvorgang schuld daran ist, dass man den Zug verpasst.

Darum sollte jede(r) im Prinzip eben diese Flatrate haben, damit er/sie jederzeit spontan die Fahrt antreten kann.

Wenn man so will, ist die Fahrkarte bzw. der monatliche/jährliche Beitrag die Versicherungsprämie gegen Fahrkartenkontrollen.

Wichtig ist nun, dass sie eben für jeden bezahlbar ist und das auch nicht mit "Ach und Krach", so dass man sich über deren Notwendigkeit keine Gedanken macht.

Also statt Wenigernutzung des ÖPNV finanziell zu belohnen, sollten die Fahrpreise sich statt an der Nutzung, am Einkommen bzw. am niedrigsten Einkommen orientieren und bei Bedürftigkeit vom Sozialamt ohne Wenn und Aber bezahlt werden.

Schließlich schaden ÖPNV-Nichtnutzende, die keine gültige Fahrkarte haben, dem ÖV mindestens genauso, wie Schwarzfahrende Nutzende ohne gültigen Fahrausweis.
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