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U3 "Fuhlsbüttler Straße"
geschrieben von Hes 
Vielen Dank für die vielen konstruktiven Beiträge. Ganz genauso ist es, wir müssen uns mit allen Facetten einer Verkehrsinfrastruktur-Fragestellung auseinander setzen. Da möchte jeder gerne an der Kriterien-Gewichtung drehen, bis ihm oder ihr das Ergebnis passt. Die eine große Wahrheit gibt es dort nicht, nur Kompromisslinien.

@NVB: aus unserem Planungsteam wohnt niemand direkt an der neuen Station, wir sind keine Eigentümer der angrenzenden Häuser, niemand arbeitet auf der zuständigen Feuerwehrwache. Warum sollten wir, die wie versuchen, so viele Fahrgäste wie möglich zu gewinnen, so einen Zugang nicht bauen wollen? Möchten Sie der Planfeststellungsbehörde die Enteignung erläutern oder der Feuerwehr sagen, dass das doch Quatsch ist und dann die persönliche Verantwortung für verkohlte Überreste von Menschen übernehmen? Und zur Brücke: dann fahren Sie doch mal hin und schauen sich das Tragwerk an. Es ist eine klassische Trogbrücke mit einem statisch notwendigen "Kragen" links und rechts. Dieser Kragen ist höher als 98 cm über die Schienenoberkante. Also kann man hier geometrisch keine barrierefreien Bahnsteige mehr anbringen. Sonst müsste man als Fahrgast immer über den "Kragen" der Brücke steigen. Klingt nicht so richtig sinnvoll.

Reicht das? Oder stecken wir, die Geometrie und die Feuerwehr mit Bill Gates unter einer Decke, um die Verkehrswende zu verhindern?
Moin,

@Kasimir Herzog: Danke für die Erläuterungen.
Für mich ist das konstruktiv nachvollziehbar, auch wenn mir die Alternativen "geht oder geht überhaupt nicht" noch etwas zu "holzschnittartig" ist. Könnte man nicht mit relativ wenig Aufwand die Gleise / Schienenoberkante soweit "unterfüttern", dass die genannten 98 cm erreichbar sind?

NVB und die anderen können sich zu gegebener Zeit ja aktiv in den Beteiligungsforen einbringen.

Schönen Sonntag noch!
Zitat
Sonnabend
Für mich ist das konstruktiv nachvollziehbar, auch wenn mir die Alternativen "geht oder geht überhaupt nicht" noch etwas zu "holzschnittartig" ist.


Genau das ist der Punkt, sehr gut formuliert!

In der Technik gibt es selten nur eine Lösung. Die Kunst der Planung oder Konstruktion besteht darin, aus den vielen und im klassischen Sinne oft nicht perfekten Lösungen die beste herauszufiltern. Dazu gehören vor allem Kompromissbereitschaft, natürlich auf beiden Seiten. Und die fehlt viel zu oft, weil Alternativen gerne unterdrückt werden. So nach dem Motto, je weniger Alternativen diskutiert werden müssen, umso schneller sind wir fertig. Doch das klappt heute mit dem mündigen Bürger eben nicht mehr. Früher waren zwar die Bürger nicht weniger mündig, doch das Aufbegehren gegen die Obrigkeit war eben nicht so verbreitet.

Ich denke, dass hier im Thread keine Planer für Ihre Leistung kritisiert wurden. Sondern für eher für ihre vermutete Unwilligkeit, Alternativen in der gebührenden Form zu diskutieren. Wenn dann so hingerotzte Sprüche kommen, "wie andere immer meinen, den Experten den Job erklären zu müssen", dann sind die Leute mit (oft nur vermeintlich) besseren Ideen auf der Zinne und der Zoff nimmt seinen Lauf.

Da wir vermutlich die Zeit nicht mehr zurückdrehen können, werden es immer mehr Leute werden, die an einem Bauvorhaben etwas zu meckern haben. Dem könnte man zumindest teilweise entgegenwirken, indem man Planungen oder Konstruktionen transparenter handhabt und die daran Interessierten mit einbezieht. Das wäre eigentlich das Normalste auf der Welt, doch weiß der Fuchs, warum das nicht passiert. Doch hier liegt der Hund begraben und ich kann nicht erkennen, dass sich das im Grundsatz ändern könnte.

Es bricht sich ein Konstrukteur keinen Zacken aus der Krone, für die neue Fuhle-Station zehn Lösungen aufzuzeigen und zu jeder Lösung sauber aufzulisten, was dafür und was dagegen spricht. Das verstehen die Leute und ich bin davon überzeugt, dass ein solches Vorgehen auch entsprechend goutiert würde. Und sorry, solange Planer nicht über dieses Stöckchen springen, sind sie unfähig. Nicht weil sie per se dumm sind, sondern weil sie nicht sehen (wollen), dass sie die Bevölkerung brauchen, um das zu vollenden, was sie sich ausgedacht haben.

War übrigens vor über hundert Jahren auch nicht anders. Die verkorkste U-Bahnstrecke von der Kellinghusenstraße zum Klosterstern ist dadurch entstanden, weil man mit dem Kopf durch die Wand wollte und glaubte, sich mit einer technisch besseren Planung gegen die Bevölkerung durchsetzen zu können. Das Ende ist bekannt und wir können es täglich "erfahren".
@ NVB hast Du Dich, bevor Du Deine immerwährende Planerkritiik „rausgerotzt“ hast bei den Planern nach den unterschiedlichen Planungsvarianten erkundigt?

Bevor nicht alle Varianten valide erörtert wurden, braucht man sie nicht veröffentlichen. Sonst beschäftigt man sich schon im Vorfeld mit Spekulationen und unnötiger Diskussion.

Das angewandte Verfahren bei der Hochbahn, bezüglich Bürgerbeteiligung im Planverfahren halte ich für transparent genug. Letztendlich hat es bei der U5-Planung zu dieser tollen Streckenführung geführt...
Zitat
Sonnabend
Moin,

@Kasimir Herzog: Danke für die Erläuterungen.
Für mich ist das konstruktiv nachvollziehbar, auch wenn mir die Alternativen "geht oder geht überhaupt nicht" noch etwas zu "holzschnittartig" ist. Könnte man nicht mit relativ wenig Aufwand die Gleise / Schienenoberkante soweit "unterfüttern", dass die genannten 98 cm erreichbar sind?

NVB und die anderen können sich zu gegebener Zeit ja aktiv in den Beteiligungsforen einbringen.

Schönen Sonntag noch!

Natürlich ist hier nicht alles holzschnittartig, völlig richtig. Man kann natürlich fast alles bauen, wenn man denn die Konsequenzen tragen möchte. Dieser Eindruck geht / geht nicht ist schon das Ergebnis der Abwägung, bei der eben nicht ausschließlich die verkehrlichen Kriterien eine Rolle spielen können.
Aber beim Brücken-Bahnsteig gibt es eben harte, fachliche Gründe, jedenfalls wenn man die bestehende, noch sehr gut in Schuss stehende Brücke dafür nutzen wollen würde. Das geht wegen der 98 cm einfach überhaupt nicht. Und die Gleishöhe auf der Brücke anzuheben bringt auch nix, da die Gleise ja links und rechts der Brücke an die Bestandsgradiente anschließen müssen. Oder aber man müsste die gesamte Höhe der U3-Trasse anheben. Dann wiederum müsste man den gesamten Bahndamm links und rechts verbreitern mit entsprechenden Folgen für Bäume, Eigentümer, Gehwege etc., die Gleise anheben mit entsprechendem Aufwand und wochenlangen Sperrzeiten auf der U3.
Natürlich werden in der jetzt startenden Vorplanung nochmal alle Varianten untersucht, ist für die Planfeststellung ohnehin notwendig. Und da kann und soll sich natürlich jede*r einbringen. Bei Oldenfelde gab es ja eine Menge Anregungen, die tatsächlich auch umgesetzt werden konnten.
Zitat
Kasimir Herzog
... Aber beim Brücken-Bahnsteig gibt es eben harte, fachliche Gründe, jedenfalls wenn man die bestehende, noch sehr gut in Schuss stehende Brücke dafür nutzen wollen würde. Das geht wegen der 98 cm einfach überhaupt nicht.


Wenn der Tragrahmen der Brücke tatsächlich so hoch gezogen wurde, dass er für einen Bahnsteig zu hoch ist, dann ist das ein Faktum, was alle Überlegungen für einen Brückenbahnsteig sprengt. Sorry, doch dann brauche ich nicht vorher über eine Feuerwehrgasse oder ähnliches zu diskutieren.

Was ich mich allerdings frage, warum man beim Brückenbau nicht wenigstens daran gedacht hat, dass ein Brückenbahnsteig eine sehr gute Lösung sein könnte. Schließlich geistert diese Haltestelle schon seit Jahrzehnten in den Köpfen herum.
Also wenn die Straße dort wirklich nur noch 6m breit ist, würde ich dort einen Zebbrastreifen einrichten und auf einen (ja nicht ganz billigen) Eingang auf der anderen Straßenseite verzichten.

Bleibt noch die Frage ob es überhaupt einen zweiten Eingang am anderen Bahnsteigende geben soll, und ob die Haltestelle östlich oder westlich der Fuhle liegen soll. Zum zweiten Ausgang scheint mir so dass da noch keine Entscheidung gefallen ist - es steht als Option in den Plänen. Wer also unbedingt einen will, kann das ja in der Bürgerbeteiligung sagen - oder besser dafür sorgen dass alle die Anwohner die davon profitieren würden an der Bürgerbeteiliging teilnehmen.

Zu westlich oder östlich scheint mir ist die wichtigste Frage ob Habichtstraße auch noch verlegt wird. Wenn Habichstraße da bleibt wo es ist, kann ich mir gut denken dass ein zweiter Ausgang zwischen Vollmersweg und Oldachstraße mehr bringt als ein zwiter Ausgang an der Schwalbenstraße. Wenn Habichtstraße 200m nach Osten zwischen Bramfelder Straße und Schlocksweg verlegt würde, sähe es sicher anders aus.
Moin,

eine Verlegung der Haltestelle weiter nach Osten erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht. Schon jetzt liegt die Haltestelle "mitten im Geschehen" und mit der
noch hinzukommenden Wohnbebauung nördlich des Schlicksweg, kommen weitere potentielle Nutzer hinzu. Richtung Osten wird sich bezüglich Flächenentwicklung in Verbindung mit steigenden Einwohnerpotenzial nichts tun. Da würde ich eher die bereits hier von einigen eingeforderte 2 Zugangsmöglichkeit an der Dieselstraße für sinnvoll erachten.
Moin,

@Kasimir Herzog: Danke für die "Premiumantwort". Das war mehr, als ich hier im Forum zu erwarten gehofft hätte(?!).

Und: Wenn im Beteiligungsdialog die selben Ideen vorgetragen werden ("Es ist längst schon alles gesagt worden, aber längst noch nicht von jedem"), könnt Ihr ja die schon "produzierte" Antwort "zweitnutzen".

Schöne Woche noch!
- doppelt -



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.2020 16:39 von Sonnabend.
Warnung!
12.10.2020 19:41
Wir werden in diesem Thread künftig einen Cut machen, wenn die Umgangsformen hin zu Unsachlichkeiten und auch ggf. nur unterschwelligen persönlichen Angriffen führen.

Kommt es zu wiederholten Vorfällen, die einzelnen Schreibern zugeordnet werden können, behalten wir uns unser Hausrecht vor.

Danke für die freundliche Beachtung. Acht Beiträge sind bereits entsprechend verborgen worden.

Viele Grüße,

Euer Forummasterteam Hamburg
Zitat
christian schmidt
Also wenn die Straße dort wirklich nur noch 6m breit ist, würde ich dort einen Zebbrastreifen einrichten und auf einen (ja nicht ganz billigen) Eingang auf der anderen Straßenseite verzichten.

Ja, kann man so machen, weill schon immer so gemacht:
Bisher (also schon ganz ganz lange...) war ja die ganze Station gemäß dieser Logik nicht "billig genug".

In Zeiten von Klimawandel, FFF und Verkehrswende gibt es wohl einen gewissen Druck Imagegewinn etwas umzusetzen, und hier lohnt es sich und ist gut sichtbar - der bescheidene Hamburger Wähler wird's danken und brav vielleicht sogar seinen Olaf wählen.

Diese ganze Mentalität bzgl. Billo-ÖPNV, die auch hier im Forum genug Anhänger zu haben scheint und man sich daher an Maßnahmen labt, die anderenorts seit Jahrzehnten Standard sind.
Und wenn man sagt "das ist Sch...e in Hamburg" kriegt man aufs Dach.

Es ist schon klar, dass Maßnahmen entsprechende Mehrheiten oder den Willen der Entscheider vulgo "Priorität" benötigen.
Nur ist bzw. scheint der krass Anti-ÖPNV.
Zitat
christian schmidt
Also wenn die Straße dort wirklich nur noch 6m breit ist, würde ich dort einen Zebbrastreifen einrichten und auf einen (ja nicht ganz billigen) Eingang auf der anderen Straßenseite verzichten.

....

sind eher 10m von Bordstein zu Bordstein
Zitat
bukowski
Zitat
christian schmidt
Also wenn die Straße dort wirklich nur noch 6m breit ist, würde ich dort einen Zebbrastreifen einrichten und auf einen (ja nicht ganz billigen) Eingang auf der anderen Straßenseite verzichten.

Ja, kann man so machen, weill schon immer so gemacht:
Bisher (also schon ganz ganz lange...) war ja die ganze Station gemäß dieser Logik nicht "billig genug".

Ich bin ja mit der Kritik am oft zu zögerlichen und insgesamt zu wenig ambitionierten ÖPNV-Ausbau in der Hansestadt in vielen Punkten auf Deiner Seite - aber was den Brückenzugang der angedachten Fuhle-Station auf einer oder beiden Seiten betrifft, finde ich schon, daß Deine Vorwürfe hier deutlich über das Ziel hinausschießen.

Ich persönlich kenne den Bereich gut (bin dort regelmäßig unterwegs), und die Fuhle ist an dieser Stelle vergleichsweise schmal und einfach überquerbar, selbst wenn man nicht die bereits aufgestellte Fußgänger-Ampel nutzt (was dort oft passiert). Der Zeitverlust dürfte ziemlich gering ausfallen, jedenfalls ist er deutlich kleiner als 2km weiter nördlich bei der anderen geplanten U-Bahn-Haltestelle an der Fuhle tief unter der Erde (vor der geplanten, meiner Ansicht nach nur scheinbaren Umsteigehaltestelle "Hoheluftbrücke" auf der anderen Alsterseite will ich gar nicht anfangen ...). Und alle Alternativen würden halt auf eine teilweisen Neubau der ganzen U-Bahn-Strecke (inkl. Brücke) oder den Abriß von Wohngebäuden (oder beides) hinauslaufen - gerade letzteres ist für mich in angesichts der Wohnungssituation in Hamburg ein absolutes No-Go, gerade bei dem vergleichsweise geringen Nutzen.

Grüße, michi.
Ich glaube nicht, dass man etwas für den zweiten Ausgang etwas abreißen müsste. Doch wenn die Seitenwangen der vergleichsweise neuen Brücke höher als der Bahnsteig aufragt , dann hat sich das Thema wirklich erledigt.
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