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Neubau der Venloer bzw. Veddeler Brücken
geschrieben von oskar92 
Aus einem Antrag an die Hamburger Bürgerschaft aus dem Jahr 2012:
Die Widerlager und Überbauten der vier Venloer Brücken stammen aus dem Jahre 1905. Bereits im Jahre 2006 hatte der damalige Senat mitgeteilt, dass ihre Schädigung so weit fortgeschritten sei, dass sie bis 2013 ersetzt sein müssten.
MoPo vom 04.03.2021 zum Baubeginn
Immerhin haben die Arbeiten jetzt im Jahr 2021 bereits begonnen und schon 2024 sollen die neuen Brücken fertig werden.
Auf dem Foto ist eine der neuen Brücken auf dem Vormontagegestell über der Müggenburger Durchfahrt zu sehen.
Bisher führten die 4 Gleise je über eine separate Brücke. Die auf den Fotos zu sehende neue Brücke wird 2 Gleise bekommen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.2021 00:48 von oskar92.


Witzigerweise sind die Brücken Eigentum der Deutschen Bahn, aber nach einem Vertrag von 1904 ist Hamburg für die Finanzierung der Instandhaltung und Wartung verantwortlich.
Zitat
kalle_v
Witzigerweise sind die Brücken Eigentum der Deutschen Bahn, aber nach einem Vertrag von 1904 ist Hamburg für die Finanzierung der Instandhaltung und Wartung verantwortlich.

Eigentlich müsste das doch für die Infrastrukturunterhaltung der Königsweg sein.

Ein privater Eigentümer (DB AG) der beste Qualität und höchsten Komfort fordern kann und aufgrund seines Eigentumsrechts Druck machen kann, aber sich nicht um die Kosten scheren muss.
Dafür sorgt der Staat (hier also in Form der Hansestadt Hamburg), der einerseits nicht abzuwägen hat, ob sich das lohnt, was zu machen ist, da er den "Befehl" des Eigentümers (gemäß Vertrag) auszuführen hat, andererseits über eine finanzstarke Geldquelle (Steuerzahler, die haben bedingungslos zu zahlen und können kaum ausweichen, wenn Steuern klug erhoben) verfügt und somit nicht in Finanzierungsschwierigkeiten gerät.
Zitat
Computerfreak
Zitat
kalle_v
Witzigerweise sind die Brücken Eigentum der Deutschen Bahn, aber nach einem Vertrag von 1904 ist Hamburg für die Finanzierung der Instandhaltung und Wartung verantwortlich.

Eigentlich müsste das doch für die Infrastrukturunterhaltung der Königsweg sein.

Ein privater Eigentümer (DB AG) der beste Qualität und höchsten Komfort fordern kann und aufgrund seines Eigentumsrechts Druck machen kann, aber sich nicht um die Kosten scheren muss.
Dafür sorgt der Staat (hier also in Form der Hansestadt Hamburg), der einerseits nicht abzuwägen hat, ob sich das lohnt, was zu machen ist, da er den "Befehl" des Eigentümers (gemäß Vertrag) auszuführen hat, andererseits über eine finanzstarke Geldquelle (Steuerzahler, die haben bedingungslos zu zahlen und können kaum ausweichen, wenn Steuern klug erhoben) verfügt und somit nicht in Finanzierungsschwierigkeiten gerät.

...also ein bisschen wie früher bei der Bundesbahn :-) nur das Hamburg hier mit im Boot ist.

Edit: Etwas Erläuterung der Begleitumstände : [www.buergerschaft-hh.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.2021 07:48 von Djensi.
Zitat
kalle_v
Witzigerweise sind die Brücken Eigentum der Deutschen Bahn, aber nach einem Vertrag von 1904 ist Hamburg für die Finanzierung der Instandhaltung und Wartung verantwortlich.

Ich nehme mal an 1904 wollte die Stadt den Kanal ausbauen?
Zitat
christian schmidt
Zitat
kalle_v
Witzigerweise sind die Brücken Eigentum der Deutschen Bahn, aber nach einem Vertrag von 1904 ist Hamburg für die Finanzierung der Instandhaltung und Wartung verantwortlich.

Ich nehme mal an 1904 wollte die Stadt den Kanal ausbauen?

Moin, der benachbarte Zollhafen hat schon mindestnes um 1900 bestand gehabt, da an seinem Südende die Auswandererhallen gebaut wurden.
Dahin dürfte dann auch schon ein Kanal vom Spreehafen aus vorhanden gewesen sein. Mal sehen, ob sich die Ursache finden lässt. Der Vertrag dürfte dann ja auch noch mit einer Vorgängerin der Reichsbahn, vielleicht sogar der Köln-Mindener Eisenbahn, geschlossen worden sein...
Übrigens sind erstaunlich viele Bahnbrücken sind nicht Eigentum der DB. Das hängt mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ab.
Hier ein Auszug:
§ 11
(1) Wird eine neue Kreuzung hergestellt, so hat der Beteiligte, dessen Verkehrsweg neu hinzukommt, die Kosten
der Kreuzungsanlage zu tragen. Zu ihnen gehören auch die Kosten der durch die neue Kreuzung notwendigen
Änderungen des anderen Verkehrswegs.
(2) Werden eine Eisenbahn und eine Straße gleichzeitig neu angelegt, so haben die Beteiligten die Kosten der
Kreuzungsanlage je zur Hälfte zu tragen.
Zitat
DB-Bahner
Übrigens sind erstaunlich viele Bahnbrücken sind nicht Eigentum der DB. Das hängt mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ab.
Hier ein Auszug:
§ 11
(1) Wird eine neue Kreuzung hergestellt, so hat der Beteiligte, dessen Verkehrsweg neu hinzukommt, die Kosten
der Kreuzungsanlage zu tragen. Zu ihnen gehören auch die Kosten der durch die neue Kreuzung notwendigen
Änderungen des anderen Verkehrswegs.
(2) Werden eine Eisenbahn und eine Straße gleichzeitig neu angelegt, so haben die Beteiligten die Kosten der
Kreuzungsanlage je zur Hälfte zu tragen.

Ach guck, Danke!
Ist denn zur Unterhaltung dieser Bauwerke etwas ausgeführt? Haben wir in der Vergangenheit viel zu oft unrechtens Bahn-Bashing betrieben, was den Unterhaltungszustand der Bahnbrücken z.B. vs. Hochbahnbrücken betraf?
Die Arbeiten an diesen Brücken scheinen schon vor Wochen eingestellt worden zu sein. Jedenfalls habe ich da lange niemanden mehr arbeiten sehen.
Könnte das hiermit zusammenhängen: Kapazitätserweiterung der Norder- und Süderelbbrücken
Denn dann müsste auch hier alles neu geplant und mehr Brücken gebaut werden.

PS: Eingangs hatte ich geschrieben:
"Die auf den Fotos zu sehende neue Brücke wird 2 Gleise bekommen."
Das war ein Irrtum. Die bereits genutzte neue (Behelfs-)Brücke ist zwar deutlich breiter als die alten Brücken, aber es führt nur ein Gleis darüber.
Moin,

die Verhandlungen mit der Bahn sind wohl erst 2014 so richtig in Gang gekommen.

Hintergründe finden sich hier (Senatsantrag vom 26.10.2021) und hier (Bericht des Haushaltsausschusses vom 23.11.21).
Ich war jetzt länger nicht mehr da, aber aktuell scheint mir dort noch alles sehr provisorisch zu sein.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die aktuell bereits eingeschoben Brücke zu einem späteren Zeitpunkt noch weiter an die S-Bahn geschoben wird und dann auch zwei Gleise aufnehmen wird. Ist allerdings nur Spekulation. Im Internet sollte sich doch ein Planfeststellungsbeschluss finden lassen. Vielleicht bringt der ja Klarheit.
Moin,

Zitat
DB-Bahner
Übrigens sind erstaunlich viele Bahnbrücken sind nicht Eigentum der DB. Das hängt mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ab.
Hier ein Auszug:
§ 11
(1) Wird eine neue Kreuzung hergestellt...
(2) Werden eine Eisenbahn und eine Straße gleichzeitig neu angelegt...
...


danke fürs Heraussuchen.
Ich "befürchte" aber, dass das hier gar nicht "einschlägig" ist:

Zitat
Eisenbahnkreuzungsgesetz

§ 1
(1) Dieses Gesetz gilt für Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen.
...
(4) Straßen im Sinne dieses Gesetzes sind die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze.


Hier kreuzt die Eisenbahn aber keine Straße, sondern einen Wasserweg.
(Erste Stunde Verwaltungsschule: "Guckt auf die Zuständigkeiten!")

Ich habe jetzt keine Vorschrift gefunden, die eine Kostenregelung beim Kreuzen von künstlichen Gewässern trifft, bin aber auch nicht "vom Fach" (bei natürlichen Hindernissen muss sich eh "der Neue" um eine Lösung kümmern).

Letztlich kann die Gesetzeslage aber auch im Dunklen bleiben, denn um das Jahr 1904 herum haben die Stadt Hamburg und die kgl. preußische Eisenbahnverwaltung "auf Augenhöhe" aus gemeinsamem Interesse "gleichberechtigt" die ganzen Regelungen, Verträge usw. zum Bau des zentralen Hauptbahnhof (Fertigstellung 1906) und der Güterumgehungsbahn verhandelt und abgeschlossen - im Staatsarchiv gibts dazu bei der Onlinerecherche etliche Treffer (aber leider keinen, der sich direkt auf die Verträge bezieht).
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