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Deutschlandtakt
geschrieben von Neu Wulmstorf 
Deutschlandtakt
08.09.2018 22:12
In etlichen Gazetten wurde vor einigen Tagen über den Deutschlandtakt geschrieben, z.B. in der Süddeutsche Zeitung

"Noch im Herbst soll ein 'Musterfahrplan für die Bahn im ganzen Land' präsentiert werden, kündigte vor Kurzem Enak Ferlemann (CDU) an, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium."

Zum Einlesen: BMVI mit Links am Ende auf die Zielfahrpläne.

Lesenswert ist die Machbarkeitsstudie zur Prüfung eines Deutschlandtaktes im Schienenverkehr
Bemerkenswert finde ich zweierlei:

1. Es handelt sich nicht um einen integralen Taktfahrplan mit 0-Knoten und 30-Knoten, bei denen wenige Minuten z.B. vor einer vollen Stunde ("0-Knoten") oder einer halben Stunde ("30-Knoten") die Züge aus mehreren Richtungen in den Bahnhof einfahren und wenige Minuten danach weiterfahren, so dass von jeder Richtung in jede andere zeitgünstig umgestiegen werden kann.

Grund sind die langen Umsteigezeiten. "Je nach Größe und Komplexität des Bahnhofs können die Umsteigewege bis zu 20 min in Anspruch nehmen." Die Züge müssten sehr lange in den Bahnhöfen stehen, die Gesamtreisezeit wird dadurch unattraktiv. Sie steigt bei einigen Relationen wie z.B. Hamburg-Köln über die kritische Grenze von vier Stunden.

2. Die Bahngesellschaften konkurrieren um die festen Trassen. Wenn z.B. Flixtrain eine Trasse von Hamburg nach Köln erhält, kann die DB zur selben Stunden keine Fahrt anbieten.

Im Ergebnis habe ich Zweifel, ob ein Deutschlandtakt wirklich wünschenswert ist. Das Argument mit dem einfach zu merkenden Fahrplan im Fernverkehr wird zu Zeiten der Smartphones immer schwächer.
Re: Deutschlandtakt
03.10.2018 13:08
Wenn man sich Nachbarregionen, wie Luxemburg anschaut, dann funktioniert ein Taktfahrplan wohl sehr gut:

Hier wurde zum letzten Fahrplanwechsel der Taktfahrplan mit Überschneidung von Linien (10 & 60, 10 & 70, 30 & 60) eingeführt. Grundsätzlich gibt es einen Taktfahrplan, aber auch hier sieht man, dass man viele Ausnahmen machen musste (erkenntlich, durch die Ausrufezeichen):
[www.cfl.lu]

Vorteil hierbei ist, dass der Luxemburgische Hbf nicht mehr als "Endbahnhof" genutzt wird, sondern als Durchfahrtsbahnhof und die Züge nicht wenden müssen. Dies führte dazu, dass der Luxemburgische Hbf nun entlastet ist und nun mehr Kapazität vorhanden ist, was wiederum zur Folge hat, dass die Ein- und Ausfahrten freie sind und es dadurch zu weniger Verspätung kommt.

Ich würde so einen Taktfahrplan begrüßen.
Naja, es gibt auch in Deutschland ein paar kleine Regionen wo der Taktfahrplan genau wie in Luxemburg gut funktioniert...
Zitat
Koschi1988
Wenn man sich Nachbarregionen, wie Luxemburg anschaut, dann funktioniert ein Taktfahrplan wohl sehr gut:

In einem Land, dass so groß ist wie das Saarland ist das auch etwas einfacher :)
Zitat
zurückbleiben-bitte
Zitat
Koschi1988
Wenn man sich Nachbarregionen, wie Luxemburg anschaut, dann funktioniert ein Taktfahrplan wohl sehr gut:

In einem Land, dass so groß ist wie das Saarland ist das auch etwas einfacher :)


Das will auch ich meinen. Desto größer ein Land ist, desto unattraktiver und komplizierter wird doch auch so ein Taktfahrplan. In der Schweiz funktioniert das Ganze ja ebenfalls hervorragend.

Andererseits frage ich mich, ob denn so kurze Umsteigezeiten wirklich bei der Mehrheit der Fahrgäste erwünscht ist? Persönlich fühle ich mich immer sehr gehetzt, wenn ich nur sieben Minuten Zeit habe, die Bahnsteige zu wechseln. Da auch die anderen Fahrgäste unter diesem Zeitdruck stehen, kommt es oft zu diversen Rudelrennen über die Bahnsteige und entsprechenden Gedränge an den häufig viel zu schmalen Treppen sowie in den Unterführungen. Ich würde gern in Frieden umsteigen und eventuell noch das eine oder andere Angebot an den Bahnhöfen wahrnehmen, wie zum Beispiel einen Kaffee trinken oder etwas für die weitere Reise einkaufen.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
Vorschlag: Wenn an einem Knotenbahnhof alle Züge angekommen sind, sollten an beiden Bahnsteigenden Klappbrücken herunterfahren, die vor bzw hinter den Zügen die Bahnsteige miteinander verbinden. Dann würde dieser Treppe-hoch-Treppe-runter-Zirkus für die Umsteiger entfallen.
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