Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Nahverkehrsplan 2019-2023 - Entwurf online gestellt
geschrieben von Ingolf 
Der Entwurf zum NVP 2019-2023 ist online.
Viel Spaß beim Studium der Unterlagen. ;-)

[www.berlin.de]

Ingolf
Passend dazu zwei Berichte über den ÖPNV in Deutschland

Carsharing und die Folge für den ÖPNV

Probleme im ÖPNV



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.2018 16:04 von Harald01.
Seite 19: Warum ist der Tagesgang "mittlerer Werktag2 bei S- und U-Bahn in der 2-3-Uhr-Stunde ungleich Null?
Zitat
Giovanni
Seite 19: Warum ist der Tagesgang "mittlerer Werktag2 bei S- und U-Bahn in der 2-3-Uhr-Stunde ungleich Null?

Es geht um die Nachfrage - diese kann ja auch bestehen, wenn sie nicht durch ein Angebot abgedeckt wird.
Hmm, also kein 105 mehr. Stattdessen einen verlängerten 187? Ich hätte da ja eher an einen durchgehenden 10-Minutentakt beim 123 gedacht. Grade da er so verspätungsanfällig ist, wäre ein dichterer Takt zumindest mal eine Linderung. Wo hakt es denn beim 123 ständig, dass man den nicht pünktlich bekommt? Wenn das dauernd an der gleichen Stelle auftritt, dann müsste man doch einfach mal mehr Fahrzeit einplanen...
Zitat
Nahverkehrsplan
Hmm, also kein 105 mehr. Stattdessen einen verlängerten 187?

Der 105er war ja nur als Vorlauflinie für die braune Schnellbahnlinie (Geschichte wiederholt sich: 1993 wurde der erste 105er durch die ebenfalls braunen S-Bahnlinien S45 und S46 ersetzt) geplant. Nun wird aber die U5 entweder (fast) zeitgleich oder gar zuerst fertig und der 105er damit überflüssig.

Zitat
Nahverkehrsplan
Ich hätte da ja eher an einen durchgehenden 10-Minutentakt beim 123 gedacht.

Der wäre trotzdem wünschenswert.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Harald01
Passend dazu zwei Berichte über den ÖPNV in Deutschland

Carsharing und die Folge für den ÖPNV

Probleme im ÖPNV

Der sich hinter dem zweiten Link versteckende halbstündige Beitrag ist schon recht lehrreich: [www.zdf.de]

Senftenberg kommt als Negativbeispiel für eine mißglückte Ausschreibung (Lohndumping, Nichtnutzung eines neu gebauten Betriebsgeländes "dank" Ausschreibung, etwa ab Minute 7:40) auch vor.

Undurchsichtige Tarife, 22 von 60 Tarifverbünden liegen in Baden-Württemberg, die Preise der Kölner Verkehrsbetriebe sind im Vergleich zur Leistung zu teuer, Ausschreibungen (besonders ohne Sozialstandards) führen zu fragwürdigen Resultaten, die Tarife im ÖV sind oft schneller gestiegen als die Löhne, während Parkgebühren zu billig sind und nicht erhöht werden - es werden eine Menge Themen angerissen.

Eines scheint mir in Berlin richtig: Die Direktvergabe von Verkehrsleistungen an die landeseigene BVG. Daran sollte man immer festhalten,

meint Marienfelde.
Zitat
Ingolf
Der Entwurf zum NVP 2019-2023 ist online.
Viel Spaß beim Studium der Unterlagen. ;-)

[www.berlin.de]

Ingolf

Uff - jetzt habe ich alles einmal "quergelesen", vielen Dank für den Link. Ich glaube, mit den hier entwickelten Gedanken ist Berlin auf einem guten Weg.

Als bekennendem Anhänger des Straßenbahnausbaus sei mir ein Hinweis zur U-Bahn erlaubt: Ein Bestandsaufbau auf (wieder) über 1.600 Wagen gefällt mir, ebenso die angestrebten Zugdichten von 18 Zügen in der HVZ auf dem gemeinsamen Abschnitt der Linien 1 und 3, den Linien 2 (bis Theodor-Heuss-Pl., bis Ruhleben 9 Züge), 5 (bis Kaulsdorf-Nord, bis Hönow 12 Züge) 6, 7, 8 (bis Paracelsus-Bad, bis Wittenau 12 Züge) und 9.

Irgendwo in dem großen Textbaustein findet sich auch etwas zum Wort "Parallelverkehr". "Parallelverkehr" einmal nicht als Schimpfwort, sondern als durchaus denkbare Variante in der Angebotsentwicklung.

Mehr Straßenbahn, aber der Autobus bleibt wichtig und unverzichtbar. Eine angedachte Ausweitung des Metrobusnetzes (alternativ Ausbau von Expressbuslinien) - aus meiner Sicht korrekt, ebenso die beabsichtigte Ausweitung des 10-Minutenverkehrs bei beiden Oberflächenverkehrsmitteln.

Zum Ausbau der S-Bahn im Umland würde ich mir die eine oder andere zusätzliche Konkretisierung wünschen.

Noch einen schönen Sonnabend wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
Marienfelde
Eine angedachte Ausweitung des Metrobusnetzes (alternativ Ausbau von Expressbuslinien) - aus meiner Sicht korrekt, ...

Das fand ich auch spannend, da es ja irgendwie fast so schien, als würde man sich beim bisher seit einigen Jahren fast unverändert existierenden Netz mit dem Status Quo zufrieden geben. Die gemachten Linienvorschläge erschienen mir ganz vernünftig.

Und in der Straßenbahn-Angebots-Tabelle hat man - glaube ich - die 16 einfach mal unterschlagen. Stilllegungsabsichten wird es doch dort nicht geben, oder?

Grüße!
Thomas
Heidekrautbahn: Realisierung 2031-2035
S-Bahn-Verlängerung Spandau: Realisierung 2031-2035
U-Bahn-Ausbau: wir prüfen mal irgendwas

Den Plan hat ein Straßenbahnfan geschrieben.
Der NVP klingt insgesamt sehr vernünftig und ist auch sehr interessant zu lesen.
Zu "meckern" hätte ich jetzt auch nur im Detail.
Die Verlängerung des 187 sehe ich zum Beispiel sehr kritisch, da die Linie in der Hvz schon heute sehr instabil ist.
Genauso frage ich mich ob ein 20 Minutentakt des geplanten X71 wirklich ausreichend sein wird, vor allem bei der Linienlänge.

Auf der anderen Seite bin ich bei der geplanten Angebotsausweitung insgesamt (10 Minutentakt, Metronetz, Bahnausbau, Test neuer Systeme wie Rufbus, Beschleunigung des Busverkehrs und und und) sehr positiv überrascht.
Bleibt nur zu hoffen, dass es auch alles umgesetzt wird.
Skeptisch bei der Umsetzung bin ich aber vor allem bei den Nachbarkreisen im Bereich Zubringerverkehre, wobei es auch Unterschiede gibt:
Während entlang der S5 ab Dezember diverse Linien auf einen 20 Minutentakt umgestellt werden (wenn auch testweise) ist das Angebot an anderen Stellen immer noch sehr mangelhaft (Blankenfelde-Mahlow) bzw. nicht vorhanden (Birkenwerder) ohne Aussicht auf Änderung.

Letztlich bleibt nur abwarten und hoffen dass der NVP so umgesetzt wird und die Nachbarkreise mit ziehen.
Bei der S-Bahn habe ich mir irgendwie mehr erhofft. Der zweigleisige Ausbau zwischen Wannsee und Griebnitzsee? Nochmal zehn Jahre Wartezeit. Zusätzliche S-Bahnhöfe, die im Regelfall ohne zusätzlichen Fahrzeugaufwand den Einzugsbereich erhöhen? Ebenfalls vernachlässigt: Charlottenburger Chaussee? 2031-35 (soll heißen: wenn überhaupt). Kamenzer Damm? Dito. Marzahner Brücke? Gar nicht mehr vorgesehen. Zweigleisiger Ausbau nach Spindlersfeld? Ebenfalls nicht.
Ich denke, dass die S-Bahn leider bis zum Ende dieses Nahverkehrsplans damit beschäftigt ist, wieder S-Bahn zu werden. Von daher halte ich Pläne wie z.B. einen 5min-Takt auf allen S-Bahnstrecken in Berlin (nach Spindlersfeld nur im 10min-Takt, zum Flughafen mit 3 Zügen in 20min) für nicht realistisch. Das ärgerliche dabei ist, dass die S-Bahn wohl zur Zeit das meiste ungenutze Potenzial hat, welches man mit vergleichsweise wenig Investitionen heben könnte. Man muss lediglich Fahrzeuge kaufen und Personal einstellen und an wenigen Stellen in die Infrastruktur investieren.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Angesichts des grassierenden Fahrrad- und Straßenbahnenthusiasmus der Regierungskoalition hielt es Frau Senatorin für nötig, auch die Entwicklung der U-Bahn zu erwähnen: [www.berliner-zeitung.de]

Zitat

Wachsende Stadt: Wirtschaftssenatorin Pop plädiert für Ausbau der U-Bahn

Nicht nur Fahrradwege und Straßenbahnen
...
Aber: „Gerade beim Thema Verkehr sollte man keine Politik machen, die nur auf drei, vier Jahre ausgerichtet ist“, so Pop. „Wenn wir uns die langen Beschaffungsvorgänge anschauen und sehen, wie die Stadt wächst, müssen wir natürlich auch weiter in die Zukunft gucken.“

Mittel- und langfristig müssten daher zur Anbindung der Quartiere weitere Kapazitäten aufgebaut werden. „Auch bei der U-Bahn, denn das ist ein Transportmittel, das sehr viele Menschen befördern und auch längere Strecken zurücklegen kann, wetterunabhängig ist und Verkehr auf der Straße reduziert“, so Pop. „Insofern sollten wir nicht das eine tun und das andere lassen, sondern perspektivisch schauen, wo brauchen wir neben dem Ausbau der Tram und der Fahrradinfrastruktur noch neue Linien, Verstärkungen oder Verlängerungen.“
...

so long

Mario
Zitat
Nemo
Ich denke, dass die S-Bahn leider bis zum Ende dieses Nahverkehrsplans damit beschäftigt ist, wieder S-Bahn zu werden. Von daher halte ich Pläne wie z.B. einen 5min-Takt auf allen S-Bahnstrecken in Berlin (nach Spindlersfeld nur im 10min-Takt, zum Flughafen mit 3 Zügen in 20min) für nicht realistisch. Das ärgerliche dabei ist, dass die S-Bahn wohl zur Zeit das meiste ungenutze Potenzial hat, welches man mit vergleichsweise wenig Investitionen heben könnte. Man muss lediglich Fahrzeuge kaufen und Personal einstellen und an wenigen Stellen in die Infrastruktur investieren.

Es geht ja noch nicht mal um deutliche Leistungsausweitungen (außer auf der Kremmener Bahn) - sondern um einen flexibleren Betrieb. Und da ist ein zweigleisiger Ausbau möglichst vieler Strecken bzw. zumindest die Schaffung weiterer, nur im Verspätungsfall benutzter Ausweichmöglichkeiten notwendig.

Im Fall der Spindlersfelder Strecke wäre eine Ausweiche in Oberspree ja ein Anfang. Wir sollten nicht vergessen, dass die Spindlersfelder Strecke traditionell auf die auch eher instabile Ringbahn weitergeleitet wird - da ist es besonders verhängnisvoll, wenn sich Verspätungen auf die Gegenrichtung übertragen. Dann bliebe im Zweifelsfall nur die Alternative, einzelne Züge in Schöneweide zu kehren, was wegen des 20-min-Takts auch keine ideale Lösung ist. Nebenbei müssten für Fußballsonderzüge keine regulären Fahrten ausfallen.

Bei den zusätzlichen Bahnhöfen würde vmtl. kein einziges zusätzliches Fahrzeug gebraucht werden (außer, wenn es ganz dumm läuft, und sich die Fahrzeit um die entscheidenden ein, zwei Minuten verlängern, die einen weiteren Umlauf erforderlich machen) sondern zusätzliches Potential erschlossen. Aber selbst hier trödelt man.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.2018 13:28 von def.
Zitat
der weiße bim
Angesichts des grassierenden Fahrrad- und Straßenbahnenthusiasmus der Regierungskoalition hielt es Frau Senatorin für nötig, auch die Entwicklung der U-Bahn zu erwähnen: [www.berliner-zeitung.de]

Zitat

Wachsende Stadt: Wirtschaftssenatorin Pop plädiert für Ausbau der U-Bahn

Nicht nur Fahrradwege und Straßenbahnen
...
Aber: „Gerade beim Thema Verkehr sollte man keine Politik machen, die nur auf drei, vier Jahre ausgerichtet ist“, so Pop. „Wenn wir uns die langen Beschaffungsvorgänge anschauen und sehen, wie die Stadt wächst, müssen wir natürlich auch weiter in die Zukunft gucken.“

Mittel- und langfristig müssten daher zur Anbindung der Quartiere weitere Kapazitäten aufgebaut werden. „Auch bei der U-Bahn, denn das ist ein Transportmittel, das sehr viele Menschen befördern und auch längere Strecken zurücklegen kann, wetterunabhängig ist und Verkehr auf der Straße reduziert“, so Pop. „Insofern sollten wir nicht das eine tun und das andere lassen, sondern perspektivisch schauen, wo brauchen wir neben dem Ausbau der Tram und der Fahrradinfrastruktur noch neue Linien, Verstärkungen oder Verlängerungen.“
...

Wen wundert es? Die Auto-, Motor-, Öl- und vor allem Tiefbauindustrie heben ihre Köpfe und mahnen die Verkehrspolitik der 1960er Jahre an.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Und auch das passt gut ins 1960er Denken und Handeln:

[www.morgenpost.de]

Zitat

Opposition sind die U-Bahn-Pläne zu unkonkret

Die Opposition fordert vom Senat mehr Anstrengungen beim Ausbau des U-Bahn-Netzes. „Der Senat darf den U-Bahn-Bau nicht weiter vertagen“, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt. U-Bahnen seien leistungsfähiger als Straßenbahnen und konkurrierten nicht mit anderen Verkehrsträgern um knappe Flächen. Planungen zur Erweiterung des Netzes hätten indes lange Vorlaufzeiten und müssten daher sofort begonnen werden.

Auch der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici betonte: „Berlin braucht mehr U-Bahn.“ Senatorin Pop scheine jedoch eine „einsame Ruferin“ bei Rot-Rot-Grün zu sein. Denn eine konkrete Zeitschiene zur Umsetzung nenne sie nicht. „Ihre Ankündigung gerät damit zur leeren Worthülse im Berliner Sommerloch“, so Friederici.

Sollten also diese Parteien in der nächsten Legislaturperiode etwas zu sagen haben, sind Straßenbahnplanungen wieder nur Makulatur und der alte Trott geht weiter. Entlarvend ist der Satz konkurrierten nicht mit anderen Verkehrsträgern um knappe Flächen: da hat man also ganz offen Angst um Parkplätze und den Platz, den Straßenbahnen im Straßenverkehr ein- und den armen Autofahrern wegnehmen.

Dass U-Bahnen ein Vielfaches kosten, überlange Bauzeiten und am Ende nur einen erheblich kleineren Anteil an einem besseren ÖPNV als vernünftig geplante, gebaute und mit ECHTEM Vorrang ausgestattete Straßenbahnen haben, wird zwar immer wieder deutlich und unwiderlegbar diskutiert, aber von ewiggestrigen Windschutzscheibenpolitikern ebenso stur ignoriert.

Die Autolobby und verblendete Nachkriegspolitiker und Medienvertreter haben es geschafft, ein effektives Straßenbahnnetz in West-Berlin nach 10 Jahren Wiederaufbau innerhalb von 15 Jahren ohne Skrupel wieder zu zerstören und damit der Berliner Verkehrspolitik einen Bärendienst erwiesen. Solange diese Entwicklung nicht wenigstens teilweise rückgängig gemacht worden ist, sollte m.E. niemand, der ernst genommen werden will, an den weiteren U-Bahnausbau denken!

Beste Grüße
Harald Tschirner
Auch Herr Neumann befasst sich in der Berliner Zeitung mit dem Thema:

[mobil.berliner-zeitung.de]

[mobil.berliner-zeitung.de]

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Harald Tschirner
Auch Herr Neumann befasst sich in der Berliner Zeitung mit dem Thema:

[mobil.berliner-zeitung.de]

[mobil.berliner-zeitung.de]

"Der Masterplan kommt viel zu spät" - so die Überschrift im Kommentar. Warum eigentlich sollte man einen Plan, der viel zu spät kommt, verwirklichen?
Zitat
Marienfelde
Zitat
Harald Tschirner
Auch Herr Neumann befasst sich in der Berliner Zeitung mit dem Thema:

[mobil.berliner-zeitung.de]

[mobil.berliner-zeitung.de]

"Der Masterplan kommt viel zu spät" - so die Überschrift im Kommentar. Warum eigentlich sollte man einen Plan, der viel zu spät kommt, verwirklichen?

Lieber spät als nie! Oder was ist die Alternative? Einfach ohne Plan weitermachen? Nichts machen? Die 60er jahre zelebrieren?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen