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Sperrung der Allendebrücke in Köpenick
geschrieben von VvJ-Ente 
Zitat
def

Es mag in einem BWL-durchideologisierten Land, in dem die Evakuierung eines Zuges gern mal vier Stunden dauert

Den Ball könnte ich zurückspielen: Sicher auch deswegen, weil wir in einem Vollkasko-orientiertem Land leben, man für gewisse Leute jegliches Lebensrisiko ausschließen muss, weil die einen gleich verklagen, wenn man sie einfach aussteigen lässt und sie sich den Fuß prellen.

Was die Brücken betrifft, so ist es zumindest interessant, dass hier unmittelbar nach einem entsprechenden Unglück in Italien plötzlich viele Brücken gesperrt sind. Ein Schelm, wer da Zusammenhänge herstellt.
Zitat
Railroader
Was die Brücken betrifft, so ist es zumindest interessant, dass hier unmittelbar nach einem entsprechenden Unglück in Italien plötzlich viele Brücken gesperrt sind. Ein Schelm, wer da Zusammenhänge herstellt.

Kein Schelm, eher ein vergesslicher Realitätsausblender. Schon die Sperrung der Freybrücke vor ziemlich genau fünf Jahren vergessen?

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313

Kein Schelm, eher ein vergesslicher Realitätsausblender. Schon die Sperrung der Freybrücke vor ziemlich genau fünf Jahren vergessen?

Die Realität war folgende: Unglück in Italien: plötzlich Sperrung der Elsenbrücke. Kann natürlich alles Zufall sein. ;-) "Realitätsausblender" liegt im Auge des Betrachters. ;-) Natürlich gab es aber auch bisher Brückensanierungen, wäre ja irgendwie komisch, wenn nicht. Seltsamerweise häufen sich diese aber nach dem Unglück in Italien und alles ganz plötzlich. Aber soll jeder glauben was er will.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.01.2019 23:41 von Railroader.
Zitat
Jay
Es war der BVG aber bekannt, dass es jederzeit zur einer Vollsperrung der Brücke kommen kann! Insofern hätte auch ich erwartet, dass dafür ein Notfallkonzept vorhanden ist. Das erwarte ich selbstverständlich auch für die Elsenbrücke.

Der Plan des Rechtsträgers war aber, dass die "bessere Hälfte" nach Eröffnung des ersten Neubauteils stillgelegt und im nächsten Bauabschnitt abgebrochen wird. Die Aufgabe der Senatsverwaltung wäre es gewesen, im Wissen um den tatsächlichen Bauzustand das Bauwerk fortlaufend überwachen zu lassen, um rechtzeitig (und eventuell stufenweise) eine Sperre für den MIV, ÖPNV und schließlich Rettungsfahrzeuge bekanntzugeben.
Jetzt Betroffenen dir Schuld an improvisierten Notmaßnahmen zu geben, ist unfair. Dann müsste beim nächstmöglichen Planwechsel sicherheitshalber der Busverkehr über den (wie lange noch?) intakten Teil der Elsenbrücke zur Oberbaum- oder Todenhagenbrücke verlagert und beispielsweise auch die Mühlendammbrücke vorsorglich über die Jannowitz- und Rathausbrücke umfahren werden.

Fahr- und Dienstpläne ohne Datum unterschreibt jedenfalls kein Personalrat. Bei einer plötzlichen (terminlich unvorhersehbaren) Umleitungsnotwendigkeit kann dagegen die Mitbestimmung nachgeholt werden.

so long

Mario
Zitat
Railroader
Die Realität war folgende: Unglück in Italien: plötzlich Sperrung der Elsenbrücke. Kann natürlich alles Zufall sein. ;-)

Der Bauschaden an der Elsenbrücke und die sofortige Sperrung war kein Zufall, sondern ein Baumangel, wie er vor 5 Jahrzehnten oft passierte und mehr oder weniger alle in dieser Zeit nach diesem Verfahren errichteten Brücken betrifft.
Der Senat hatte nach dem Einsturz in Genua Parallelen deutlich dementiert: [www.berlin.de]
Zitat
SenUVK
Senat: Berliner Brücken «sehr sichere Bauwerke»

Nach dem Brückeneinsturz in Genua fragen sich viele Berliner, ob ein solches Unglück auch hierzulande passieren kann. Nach Einschätzung des Senats sind die 1085 Brücken für den Straßen-, Fuß- oder Radverkehr in der Stadt «sehr sichere Bauwerke».

so long

Mario
Danke Mario. Dann war mein erster Eindruck hier falsch.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Jay
Es war der BVG aber bekannt, dass es jederzeit zur einer Vollsperrung der Brücke kommen kann! Insofern hätte auch ich erwartet, dass dafür ein Notfallkonzept vorhanden ist. Das erwarte ich selbstverständlich auch für die Elsenbrücke.

Der Plan des Rechtsträgers war aber, dass die "bessere Hälfte" nach Eröffnung des ersten Neubauteils stillgelegt und im nächsten Bauabschnitt abgebrochen wird. Die Aufgabe der Senatsverwaltung wäre es gewesen, im Wissen um den tatsächlichen Bauzustand das Bauwerk fortlaufend überwachen zu lassen, um rechtzeitig (und eventuell stufenweise) eine Sperre für den MIV, ÖPNV und schließlich Rettungsfahrzeuge bekanntzugeben.
Jetzt Betroffenen dir Schuld an improvisierten Notmaßnahmen zu geben, ist unfair. Dann müsste beim nächstmöglichen Planwechsel sicherheitshalber der Busverkehr über den (wie lange noch?) intakten Teil der Elsenbrücke zur Oberbaum- oder Todenhagenbrücke verlagert und beispielsweise auch die Mühlendammbrücke vorsorglich über die Jannowitz- und Rathausbrücke umfahren werden.

Fahr- und Dienstpläne ohne Datum unterschreibt jedenfalls kein Personalrat. Bei einer plötzlichen (terminlich unvorhersehbaren) Umleitungsnotwendigkeit kann dagegen die Mitbestimmung nachgeholt werden.

Nein, das ist überhaupt nicht unfair. Störfallkonzepte sind für andere Verkehrsbetriebe eine Selbstverständlichkeit. Deutschlands Beste stellen sowas für alle Knoten und hochbelasteten Korridore auf - jedes Jahr! Wenn man sich natürlich lieber darauf konzentiert ganz tolles Marketing zu machen, statt mit dem Kerngeschäft mal in der zweiten Dekade des neuen Jahrtausends anzukommen, dann sollte ich vielleicht künftig doch mal FDP wählen und hoffen, dass die mit ihren Zerschlagungsideen durch kommen.

Genauso geht deine Verlegungs-Polemik völlig am Kern der Sache vorbei. Aktuell ist die Elsenbrücke befahrbar und der Linienverkehr dort bestellt. Es kann doch wohl nicht so schwer sein ein paar Mitarbeiter im dreifachen Elfenbeinturm zu finden, die sich mal Gedanken darüber machen, wie man das Liniennetz gestaltet, sollte die Elsenbrücke gesperrt werden. Und zwar bevor dieser Fall (wieder) eintritt.

Im Unternehmensbereich Straßenbahn hat man es ja tatsächlich auch mal irgendwann geschafft Umleitungsrouten im OBU vorzuhalten, damit im Fall einer Störung die Weichenansteuerung und Ampelanmeldung auf der Umleitungsstrecke funktioniert und die Fahrer nicht (mehr) jedes Mal aussteigen und schlüsseln müssen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Selbstverständlich werden Brücken normalerweise nicht von jetzt auf gleich gesperrt. Da gibt es Gewichtsbeschränkungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Vorwarnungen. Und ob dann die Brücke morgen oder nächstes Jahr gesperrt wird, ist doch gar nicht entscheidend. Wichtig ist, dass ich ein Notfallkonzept parat habe, wie ich zunächst mal mit den vorhandenen Ressourcen auf Notbetrieb gehen kann. Dienstpläne mag man ohne Notfall nicht spontan ändern können, aber ob der 169er über die Allendebrücke nach Müggelheim fährt oder rechts in die Friedrichshagener Str. abbiegt und zurück nach Biesdorf fährt, geht den Personalrat mit Verlaub einen feuchten Schmutz an, solange Ein- und Aussetzort und Dienstzeit sich nicht ändern. Und genau das wäre Aufgabe einer fähigen Unternehmensführung, sich bei Brücken wie der Elsenbrücke genau anzusehen, welche von einer betroffenen Linie ich wohin umleiten muss, damit zum einen zumindest in den ersten Tagen mit demselben Personaleinsatz gefahren werden kann, und auf der anderen Seite nicht ganze Stadtteile vom ÖPNV abgehängt werden.
Zitat
Railroader
Zitat
def

Es mag in einem BWL-durchideologisierten Land, in dem die Evakuierung eines Zuges gern mal vier Stunden dauert

Den Ball könnte ich zurückspielen: Sicher auch deswegen, weil wir in einem Vollkasko-orientiertem Land leben, man für gewisse Leute jegliches Lebensrisiko ausschließen muss, weil die einen gleich verklagen, wenn man sie einfach aussteigen lässt und sie sich den Fuß prellen.

Den Ball könntest Du zurückspielen - ist halt sinnlos, aber es hindert Dich ja keiner dran. Denn es ist ja nicht "jegliches Lebensrisiko", es geht nicht darum, für jeden Meter Straßenland einen Notfallplan für eine kurzfristige Sperrung zu haben, sondern um konkrete Abschnitte, hier Brücken - Brücken, deren Zustand in den letzten Jahren immer schlechter wurde, so schlecht, dass ihr Abriss und Ersatzneubau bereits in Planung war; so schlecht, dass es bereits Gewichtsbeschränkungen gab. (Und um einen anderen Einwand zu beantworten, woher die arme, arme BVG denn davon Kenntnis haben sollte: indem z.B. IRGENDWER in dem Laden ab und zu mal die Lokalnachrichten verfolgt.)

Solche Pläne sollte es eben da geben, wo entsprechende Sperrungen durchaus wahrscheinlich sind (wie bei den beiden genannten Brücken) - oder dort, wo die Auswirkungen besonders groß wären. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welche Folgen ein Wasserrohrbruch am Hardenbergplatz oder an der Hertzallee hätte. Man würde umgehend Sofortmaßnahmen ergreifen und im St. Oberholz drei bis vier Hipster verpflichten, sich für 1,5 Mrd. EUR bis zu drei superironische Sätze zur Situation auszudenken. Zeitgleich würde man den Verkehr auf den U-Bahnlinien 2, 5 und 9 (keine Ahnung, wieso die U5, es geht hier um die BVG, nicht um Logik!) und den gesamten Busverkehr innerhalb des S-Bahn-Rings und auf den Zoo-Linien für drei Wochen einstellen. Anschließend wird sich Frau Nelken vor die Presse stellen und darauf hinweisen, dass ihr 390er heute Morgen total planmäßig gefahren ist.

Oder wenn Du auf meinen zweiten Satzteil anspielst: hat es wirklich was mit Vollkasko-Mentalität zu tun, in einem der am dichtesten besiedelten Flächenländer der Welt nicht (in dem die Hilfe also nicht erst aus dem hunderte Kilometer entfernten Alice Springs oder Irkutsk anreisen muss) zu verlangen, dass die Evakuierung eines Zuges weniger als vier Stunden dauert? Oder dass man sich für eine Fahrt mit der Münchener S-Bahn nicht mit Proviant wie für eine zehntägige Himalaya-Tour rüstet? (Wäre wahrscheinlich bei dem Saftladen, für den Du arbeitest, eh angebracht - fragt sich, wann die ersten Leute in einer Regionalbahn überwintern müssen, weil dank überraschenderweise auftretendem Herbstlaub im Oktober der Triebwage ganze 700 m vom nächsten Ort entfernt zum Halten kommt, die nächsten Rettungskräfte aber leider gerade nach Nordkorea geoutsourct wurden und erst beim ersten Schneefall [10 cm!!!1!!!] eintreffen.)

Ganz ehrlich: wäre die DB mit dieser Einstellung zu eine Fluggesellschaft, dürfte sie längst die EU nicht mehr überqueren geschweige denn hier starten und landen. Ich denke, es wird wegen der Unfähigkeit der DB früher oder später den/die ersten Tote/n geben, und sei es jemand, der in einer festsitzenden S-Bahn im Hochsommer ohne zu öffnende Fenster kollabiert. Dann werden wieder alle antanzen, wie leid es ihnen tut und dass nun garantiert alles besser wird.

Zitat

Was die Brücken betrifft, so ist es zumindest interessant, dass hier unmittelbar nach einem entsprechenden Unglück in Italien plötzlich viele Brücken gesperrt sind. Ein Schelm, wer da Zusammenhänge herstellt.

Zum einen ist es ja nicht völlig von der Hand zu weisen, dass man die eigenen Grenzwerte und Vorgaben nach einem solchen Unglück einmal kritisch überprüft. Zum anderen gab es aber, wie B-V völlig zu recht schrieb, ähnliche Fälle auch schon vor Genua, siehe die Freybrücke.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2019 08:14 von def.
Zitat
def

Oder wenn Du auf meinen zweiten Satzteil anspielst: hat es wirklich was mit Vollkasko-Mentalität zu tun, in einem der am dichtesten besiedelten Flächenländer der Welt nicht (in dem die Hilfe also nicht erst aus dem hunderte Kilometer entfernten Alice Springs oder Irkutsk anreisen muss) zu verlangen, dass die Evakuierung eines Zuges weniger als vier Stunden dauert?

Hallo Def,

schön geschrieben, musste sogar ein wenig lachen. :-)

Es gibt an deiner Kritik mit der vierstündigen Evakuierung nichts auszusetzen. Natürlich ist es paradox, wenn man 4 Stunden auf Lok und Personal vom Fernverkehr aus 400 Kilometern Entfernung warten muss, wenn die Lok von Cargo direkt neben dem Schadzug steht. Aus genau diesen Gründen bin ich auch gegen die Aufsplittung von Systemen. Klar kann man auch einfach alle 100 Kilometer eine Lok und einen Tf vom Fernverkehr als Reserve bereitstellen und alle 50 Kilometer einen Treibwagen mit Reserve-Tf von Regio. Sollte man sich vielleicht auch als gutes Unternehmen leisten, bleibt dann eben die Personalfrage. Genügend Bewerber gibt es nicht, die armen Arbeitslosen darf man auch nicht für Jobs rekrutieren, in denen sie sich nicht auf der Insel der Glückseligkeit wiederfinden. Man bildet nun mittlerweile geeignete Flüchtlinge aus. Gute Idee, allerdings ist die Anzahl bisher auf 15 begrenzt, was den Kohl leider auch nicht fett macht. Aber es wird ja gerade heiß in der Politik diskutiert, wie es mit der Bahn weitergeht. Sicher probiert man sich wieder an großen innovativen Experimenten und doktort ein bisschen rum, anstatt den Zustand herzustellen, mit dem es ursprünglich mal besser funktioniert hat.

Nein Def, mein Kommentar bezog sich auf dein "BWL-durchorganisiertes Land". Volle Zustimmung, aber aus meiner Sicht ist es nicht nur das. Wenn wir heute wegen einer Schnappsleiche im Zug 30 Minuten den Verkehr ruhen lassen oder wegen einem Gleispinkler Strecken sperren und absuchen, weil man dem armen Säufer ja nicht zumuten kann, bei bestem Sonnenschein die ihm wohl vorher bekannten Folgen seines Komasaufens auf dem Bahnsteig auch selbst auszubaden, bis der Arzt kommt und sich Sicherheitskräfte dann noch verbal angehen lassen müssen, weil sie es sich wagen, diesen armen Menschen aus dem Zug zu ziehen, fasse ich mir an den Kopf. Alle schreien nach mehr Rechten, mehr Selbstbestimmung, mehr Freiheiten, aber wenn man sie an ihre Pflichten und ihre Verantwortung erinnert, hört es ganz schnell auf. Bloß nichts zumuten, immer schön mit Samthandschuhen anfassen und bloß keinen in die Verantwortung für sein Handeln nehmen. Man ist ja niemals selbst schuld und nur ein Opfer des Systems. Schließlich fahren alle nur schwarz, weil sie sich kein Ticket leisten können, Ladendiebe klauen nur, damit sie nicht verhungern, Sozialhilfeempfänger ringen alle nach den menschenunwürdigen Sklavenjobs bei Bahn, Polizei oder Feuerwehr, aber keiner hat einen für sie. Aber lassen wir es lieber. ;-)



Zitat
def
(Wäre wahrscheinlich bei dem Saftladen, für den Du arbeitest, eh angebracht

Angenehm, und in welchem Saftladen arbeitest du?


Zitat
def
- fragt sich, wann die ersten Leute in einer Regionalbahn überwintern müssen, weil dank überraschenderweise auftretendem Herbstlaub im Oktober der Triebwage ganze 700 m vom nächsten Ort entfernt zum Halten kommt,

Vielleicht passiert das ja bald, schließlich ist es eine bodenlose Frechheit, die zahlenden Königinnen und Könige zu bitten, 100 Meter selbständig zurückzulaufen. Schließlich darf so etwas nicht passieren, der Lokführer gehört auf der Stelle öffentlich erschossen!

Zitat
def
die nächsten Rettungskräfte aber leider gerade nach Nordkorea geoutsourct wurden und erst beim ersten Schneefall [10 cm!!!1!!!] eintreffen.)

Vielleicht auch einfach unterbesetzt. So ein Job im Rettungsdienst ist schließlich keinem zumutbar, da muss man ja Wochenende arbeiten. Moderne Sklaverei!

Zitat
def
Ganz ehrlich: wäre die DB mit dieser Einstellung zu eine Fluggesellschaft, dürfte sie längst die EU nicht mehr überqueren geschweige denn hier starten und landen.

Ich merke, du bist noch nicht in den Genuss einer bestimmten irischen Airline gekommen? Da geht noch viel mehr. ;-)


Zitat
def
Ich denke, es wird wegen der Unfähigkeit der DB früher oder später den/die ersten Tote/n geben, und sei es jemand, der in einer festsitzenden S-Bahn im Hochsommer ohne zu öffnende Fenster kollabiert.

Ich muss dich korrigieren: Die hauptsächliche Todesursache unter den Fahrgästen ist akut auftretende Zugluft. Aus diesem Grund bleiben die Fenster auch stets bis zum Eintreten der vollen Mittagshitze verschlossen und werden dann in Einzelfällen durch Rebellen geöffnet.

Große, weit zu öffnende Fenster? Wo denkst du bloß hin. Jemand könnte ja seinen Kopf raushalten. Sowas ist nun wirklich keinem zuzumuten.


Bitte nicht zu ernst nehmen den Text. ;-)
Zitat
Railroader
Nein Def, mein Kommentar bezog sich auf dein "BWL-durchorganisiertes Land". Volle Zustimmung, aber aus meiner Sicht ist es nicht nur das. Wenn wir heute wegen einer Schnappsleiche im Zug 30 Minuten den Verkehr ruhen lassen oder wegen einem Gleispinkler Strecken sperren und absuchen, weil man dem armen Säufer ja nicht zumuten kann, bei bestem Sonnenschein die ihm wohl vorher bekannten Folgen seines Komasaufens auf dem Bahnsteig auch selbst auszubaden, bis der Arzt kommt und sich Sicherheitskräfte dann noch verbal angehen lassen müssen, weil sie es sich wagen, diesen armen Menschen aus dem Zug zu ziehen, fasse ich mir an den Kopf. Alle schreien nach mehr Rechten, mehr Selbstbestimmung, mehr Freiheiten, aber wenn man sie an ihre Pflichten und ihre Verantwortung erinnert, hört es ganz schnell auf. Bloß nichts zumuten, immer schön mit Samthandschuhen anfassen und bloß keinen in die Verantwortung für sein Handeln nehmen. Man ist ja niemals selbst schuld und nur ein Opfer des Systems. Schließlich fahren alle nur schwarz, weil sie sich kein Ticket leisten können, Ladendiebe klauen nur, damit sie nicht verhungern, Sozialhilfeempfänger ringen alle nach den menschenunwürdigen Sklavenjobs bei Bahn, Polizei oder Feuerwehr, aber keiner hat einen für sie. Aber lassen wir es lieber. ;-)

Da bin ich ja ganz bei Dir. Nur hat die beschriebene Situation eben wenig damit zu tun. Ich würde sogar sagen, dass die zunehmende BWLisierung und die zunehmende Verantwortungslosigkeit die beiden Seiten der gleichen Medaille sind; dass der Gegensatz, auf den Du angespielt hast, und den ich zunächst auch erst als solchen aufgefasst habe, gar keiner ist. Die 68er nannten es so schön "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

Übrigens lebt ja genau die Elite diese Verantwortungslosigkeit vor. Wenn noch nicht mal der nun schon langjährigen BVG-Chefin und früheren Verkehrssenatoren zuzumuten ist, die Verantwortung für die heutigen Zustände bei der BVG zu tragen, wer trägt dann überhaupt Verantwortung bei der BVG? Und wer soll überhaupt für irgendetwas Verantwortung übernehmen, wenn es die Elite so vorlebt?

Zitat
Railroader
Zitat
def
- fragt sich, wann die ersten Leute in einer Regionalbahn überwintern müssen, weil dank überraschenderweise auftretendem Herbstlaub im Oktober der Triebwage ganze 700 m vom nächsten Ort entfernt zum Halten kommt,

Vielleicht passiert das ja bald, schließlich ist es eine bodenlose Frechheit, die zahlenden Königinnen und Könige zu bitten, 100 Meter selbständig zurückzulaufen. Schließlich darf so etwas nicht passieren, der Lokführer gehört auf der Stelle öffentlich erschossen!

Ich glaube, damit haben die wenigsten ein Problem - ganz im Gegenteil, es gab ja nun schon mehrere Vorfälle, bei denen sich die Fahrgäste selbstständig evakuierten (z.B. m.E. am Alexanderplatz) und der Bahnverkehr dann ganz eingestellt wurde. Ja, das ist falsch, aber angesichts fast einmal im Quartal eingehender Meldungen über stundenlange Evakuierungszeiten bei der DB fällt es mir immer schwerer, kein Verständnis für diese Fahrgäste zu entwickeln.

Zitat
Railroader
Zitat
def
Ganz ehrlich: wäre die DB mit dieser Einstellung zu eine Fluggesellschaft, dürfte sie längst die EU nicht mehr überqueren geschweige denn hier starten und landen.

Ich merke, du bist noch nicht in den Genuss einer bestimmten irischen Airline gekommen? Da geht noch viel mehr. ;-)

Nein - denn obwohl ich leider zu viel fliege: zu diesem Sklaventreiber bekommen mich keine zehn Pferde.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2019 14:09 von def.
Zitat
def

Nein - denn obwohl ich leider zu viel fliege: zu diesem Sklaventreiber bekommen mich keine zehn Pferde.

Da hat bei mir auch ein Umdenken eingesetzt, seitdem ich las, unter welchen Bedingungen die Leute da arbeiten. Dass das so heftig ist, hätte ich nicht gedacht. Bin auch der Meinung, wenn man es sich leisten kann, sollte man auch ein paar mehr Euro für den Flug ausgeben. Aber das ist ein anderes Thema.
Zitat
Railroader

....
Bitte nicht zu ernst nehmen den Text. ;-)

Danke für diesen herrlichen Sarkasmus!!!

T6JP

*Zynismus ist der geglückte Versuch die Welt so zu sehen wie sie ist*..eine meiner Richtlinien ;-D
Zitat
Railroader
Zitat
def

Nein - denn obwohl ich leider zu viel fliege: zu diesem Sklaventreiber bekommen mich keine zehn Pferde.

Da hat bei mir auch ein Umdenken eingesetzt, seitdem ich las, unter welchen Bedingungen die Leute da arbeiten. Dass das so heftig ist, hätte ich nicht gedacht. Bin auch der Meinung, wenn man es sich leisten kann, sollte man auch ein paar mehr Euro für den Flug ausgeben. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich wurde auf diese Airline seitens des Veranstalters zwangsweise umgebucht. Machen dagegen kann man in der Regel nichts...

Ist ja auch egal.
Finde es eher erstaunlich, daß die BVG bis heute nicht begriffen hat, daß Systeme wie Daisy auch manuell betreut und aktualisiert
werden müssen.
Und das Argument, wer soll das nachts so schnell machen, zählt hier nicht mehr.
Zitat
def
Ich denke, es wird wegen der Unfähigkeit der DB früher oder später den/die ersten Tote/n geben, und sei es jemand, der in einer festsitzenden S-Bahn im Hochsommer ohne zu öffnende Fenster kollabiert. Dann werden wieder alle antanzen, wie leid es ihnen tut und dass nun garantiert alles besser wird.

Häh, wer ist denn aber so blöd und bleibt da einfach sitzen? Nach einer angemessenen Wartezeit kann man doch die Türnetriegelung betätigen. Wenn das EVU die Chance hatte, mir zu helfen und diese (wegen Unfähigkeit / Planungsfehlern / unklaren Zuständigkeiten / Angst etc.) nicht nutzt, helfe ich mir eben selber.

Aber bestimmt kommt hier bald ein Kommentar wie "Den Anweisungen des Betriebspersonals ist unbedingt Folge zu leisten, auch, wenn dieses selbst keinen Plan hat, was es tun soll, die Gesundheit der Fahrgäste ist nachrangig."

Gruß
Salzfisch

---
Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!




1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2019 18:58 von Salzfisch.
Zitat
Nordender
Zitat
Railroader
Zitat
def

Nein - denn obwohl ich leider zu viel fliege: zu diesem Sklaventreiber bekommen mich keine zehn Pferde.

Da hat bei mir auch ein Umdenken eingesetzt, seitdem ich las, unter welchen Bedingungen die Leute da arbeiten. Dass das so heftig ist, hätte ich nicht gedacht. Bin auch der Meinung, wenn man es sich leisten kann, sollte man auch ein paar mehr Euro für den Flug ausgeben. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich wurde auf diese Airline seitens des Veranstalters zwangsweise umgebucht. Machen dagegen kann man in der Regel nichts...

Ist ja auch egal.
Finde es eher erstaunlich, daß die BVG bis heute nicht begriffen hat, daß Systeme wie Daisy auch manuell betreut und aktualisiert
werden müssen.
Und das Argument, wer soll das nachts so schnell machen, zählt hier nicht mehr.

Praktikable Vorschläge dazu??
Oder nur Polemik?

T6JP
Zitat
Salzfisch

Aber bestimmt kommt hier bald ein Kommentar wie "Den Anweisungen des Betriebspersonals ist unbedingt Folge zu leisten, auch, wenn dieses selbst keinen Plan hat, was es tun soll, die Gesundheit der Fahrgäste ist nachrangig."

Dich kann keiner zwingen, im Zug zu verbleiben und gerade bei einer konkreten Gefahr hat da auch keiner etwas zu befürchten. Persönlich finde ich es nur recht leichtsinnig, einfach auszusteigen. Ich habe auch mal einen zwischen Bellevue und Tiergarten einsammeln müssen, der aus einem liegengebliebenen Fernzug ausgestiegen war und mit Koffern zwischen den Gleisen stand und nicht mehr vor und zurück kam, weil überall Züge an ihm vorbei fuhren. Hätte ich den nicht rechtzeitig gesehen, hätte es auch anders ausgehen können. Zudem sollte man sich auch im Klaren darüber sein, dass man einen Herdentrieb auslöst und einem andere Fargäste folgen werden, die dann vielleicht nicht wissen, dass sie auf die Stromschiene achten müssen.

Es gibt im Zweifel immer Möglichkeiten, dem Tf, dem Fahrgasthilferuf oder der 110 mitzuteilen, dass man jetzt aussteigen wird. Dann wird der Strom abgestellt und der Zugverkehr eingestellt. Ob das am Ende berechtigt war, müssen dann andere klären. Ich darf aber keinen Fahrgast im Zug festhalten, der darauf besteht, aussteigen zu wollen. Das tut er dann eigenverantwortlich. Allerdings darf ich ihm auch nicht einfach die Türen dafür öffnen.
Zitat
T6Jagdpilot

Praktikable Vorschläge dazu??
Oder nur Polemik?

T6JP

Mein Vorschlag, wäre ein Team, was sich intensiv mit diesen Informationsmedien beschäftigt und diese auch aktuell pflegt.
Ich kenne die Struktur nicht, wie das im Moment gehandhabt wird.
Kostet auf jeden Fall Geld...
Zitat
Nordender
Zitat
T6Jagdpilot

Praktikable Vorschläge dazu??
Oder nur Polemik?

T6JP

Mein Vorschlag, wäre ein Team, was sich intensiv mit diesen Informationsmedien beschäftigt und diese auch aktuell pflegt.
Ich kenne die Struktur nicht, wie das im Moment gehandhabt wird.
Kostet auf jeden Fall Geld...

Dazu brauchts auf jeden Fall Informatiker oder Leute die sich mit sowas auskennen.
Und genau solche verdienen in der freien Wirtschaft mehr als nach TVN-Neueinstellung,
auch wenn derartige Bürojobs durchaus besser dotiert sind als der von Fahrern oder Handwerkern...
Wer sich auf so einen Job bewirbt ist vllt Ü55 und versucht die letzten 10-12 Jahre einen ruhigen Job mit planbarer Arbeitszeit zu bekommen...
Selbst für die Leitstellen wird händeringend Personal gesucht, was naturgemäß aus Fahrdienstmitarbeitern rekrutiert werden muß...

T6JP
Heute abend dürfte der Super-Gau eintreten, wenn die Bahnhofstr. und/oder die Straße An der Wuhlheide gesperrt werden sollten, weil 15 Fanbusse der Kölner dort ankommen.
Zu einer eventuelle Sperrung der Strecke durch die Altstadt, wg. Zulauf aus Spindlersfeld, kann ich aus Mangel an Infos nichts sagen.

Ab 18 Uhr dürfte es rund um das Bahnhofsviertel eng werden.
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