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Nächste Tariferhöhung wird angekündigt
geschrieben von Harald Tschirner 
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Barnimer
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Reißwolf
Zu den Tageskarten:
... Daher ist die Verteuerung der Tageskarte für Berliner nicht so erheblich, meiner Meinung nach. Touristen wird es eher treffen. Von mir aus gerne.

Nee, nicht eher Touristen, sondern auch viele Fahrgäste aus dem Umland.

Fahrgäste aus dem Umland sind Touristen. Das ist ja gerade der Unterschied zu den Einwohnern einer Stadt.

Zitat
Barnimer
Nach der Anpassung heißt meine Alternative wohl das Auto, zumindestens wenn wir zu zweit oder zu dritt unterwegs sind, denn das ist dann bedeutend günstiger als der ÖPNV.

Ab drei Personen wäre ja eine Kleingruppenkarte für Dich interessant. Die kostet ab nächstes Jahr 4,10 Euro mehr. Im Moment mag das noch ein Argument für das Auto sein, bedenke jedoch, daß auch die Parkgebühren in Zukunft steigen werden. Dann relativiert sich das Ganze wieder.

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Barnimer
Gelegentliche moderate Fahrpreisanpassungen sind nicht das Problem. Dagegen sage ich nichts. Aber 25% Aufschlag bei Tageskarte empfinde ich als Frechheit.

Ich finde die Preiserhöhung einerseits auch ziemlich heftig. Andererseits halte ich den neuen Preis im Vergleich zu anderen Städten nicht für zu hoch. Allerdings gibt es auch Städte, die einen anderen Weg gehen: In Frankfurt (Main) wurden die Preise für die Tageskarte gesenkt - sie kosten dort nur noch 5,35 Euro.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
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Alter Köpenicker
Allerdings gibt es auch Städte, die einen anderen Weg gehen: In Frankfurt (Main) wurden die Preise für die Tageskarte gesenkt - sie kosten dort nur noch 5,35 Euro.

Respekt! Und in Frankfurt am Main (nicht "Frankfurt (Main)") besteht m.E. ein recht ordentliches Angebot.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
manuelberlin
Nichts hindert den Deutschen Bundestag rechtlich daran, die Steuergesetze hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Werbungskosten zu ändern. Also überhaupt kein Argument.

Stimmt, ändern darf der Bundestag einfach so. Allerdings könnte dann das Bundesverfassungsgericht kommen und dem Bundestag im Nachhinein bescheinigen, dass die Änderung verfassungswidrig war. Genau das ist ja vor ein paar Jahren schonmal bei der Entfernungspauschale passiert.

Wobei das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber regelmäßig einen weiten Gestaltungsspielraum einräumt. Dieser Spielraum war aber überschritten bei der Regelung, dass nur „Fernpendler“, die über mehr als 20 km pendeln, die Entfernungspauschale erhalten.
Aus dem Urteil des Verfassungsgerichts ergibt sich aber auch, dass Änderungen der Entfernungspauschale durchaus möglich sind, wenn sie nicht in sich widersprüchlich sind.



Was anderes:
Wann war eigentlich die letzte Erhöhung beim Wabentarif? Sehe ich das richtig, dass das (zumindest bei Einzelfahrscheinen) 2015 war? Das wären dann ja 5 Jahre ohne Änderung.
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Alter Köpenicker
Zitat
Barnimer
Zitat
Reißwolf
Zu den Tageskarten:
... Daher ist die Verteuerung der Tageskarte für Berliner nicht so erheblich, meiner Meinung nach. Touristen wird es eher treffen. Von mir aus gerne.

Nee, nicht eher Touristen, sondern auch viele Fahrgäste aus dem Umland.

Fahrgäste aus dem Umland sind Touristen. Das ist ja gerade der Unterschied zu den Einwohnern einer Stadt.

Ich weiß nicht. Zwischen "Einwohner" und "Tourist" würde ich schon noch einen Spielraum sehen. Gerade wenn Umlandbewohner dann hier vielleicht noch ein paar Einkäufer auch für den kurz- und mittelfristigen Bedarf erledigen, Freunde besuchen oder z.B. auf Botschaften um Visa exotischer Staaten ansuchen, ist das doch letztlich was anderes als ein klassischer Tourist.

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Alter Köpenicker
Ab drei Personen wäre ja eine Kleingruppenkarte für Dich interessant. Die kostet ab nächstes Jahr 4,10 Euro mehr. Im Moment mag das noch ein Argument für das Auto sein, bedenke jedoch, daß auch die Parkgebühren in Zukunft steigen werden. Dann relativiert sich das Ganze wieder.

Genau das ist ja das Problem: vielleicht steigen die Parkgebühren ja auch irgendwann. Und selbst wenn sie das tun, gibt es nur in einem kleinen Teil des Stadtgebiets überhaupt Parkraumbewirtschaftung.

Die drastische Erhöhung der Tageskarte kommt aber nicht irgendwann vielleicht, sondern ganz konkret im Januar. Und auch nicht für einige wenige Fahrten, sondern für alle.

Zitat
Alter Köpenicker
Ich finde die Preiserhöhung einerseits auch ziemlich heftig. Andererseits halte ich den neuen Preis im Vergleich zu anderen Städten nicht für zu hoch. Allerdings gibt es auch Städte, die einen anderen Weg gehen: In Frankfurt (Main) wurden die Preise für die Tageskarte gesenkt - sie kosten dort nur noch 5,35 Euro.

In Linz kostet eine Tageskarte auch so viel wie zwei Einzelfahrten. Das ist m.E. ein sinnvoller Weg. Denn wer eine Erledigung mit Hin- und Rückweg macht, dann aber gleich eine Tageskarte hat, legt eher auch weitere Wege öffentlich zurück.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.2019 08:31 von def.
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Philipp Borchert
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Alter Köpenicker
Allerdings gibt es auch Städte, die einen anderen Weg gehen: In Frankfurt (Main) wurden die Preise für die Tageskarte gesenkt - sie kosten dort nur noch 5,35 Euro.

Frankfurt am Main (nicht "Frankfurt (Main)")

In dieser Frage bin ich mir jedesmal unschlüssig und versuche, mich an die Bahnhofsschilder zu erinnern, die dann in beiden Varianten vor meinem inneren Auge auftauchen. Das paßt aber auch zu dem restlichen Unsinn, den ich geschrieben habe, denn die Tageskarte hat nur einen Preis und der Plural ist hier völlig fehl am Platze; es ist war eben noch früh.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
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Jumbo
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manuelberlin
Nichts hindert den Deutschen Bundestag rechtlich daran, die Steuergesetze hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Werbungskosten zu ändern. Also überhaupt kein Argument.

Stimmt, ändern darf der Bundestag einfach so. Allerdings könnte dann das Bundesverfassungsgericht kommen und dem Bundestag im Nachhinein bescheinigen, dass die Änderung verfassungswidrig war. Genau das ist ja vor ein paar Jahren schonmal bei der Entfernungspauschale passiert.

Das Thema war doch m.E. aber, dass Pendler je nach Fahrstrecke verschieden behandelt werden sollten. Wenn die Zersiedlungsprämie für alle gekürzt und mittelfristig abgeschafft wird, ist das doch insofern eine andere Situation?
Zitat
Jumbo
Stimmt, ändern darf der Bundestag einfach so. Allerdings könnte dann das Bundesverfassungsgericht kommen und dem Bundestag im Nachhinein bescheinigen, dass die Änderung verfassungswidrig war. Genau das ist ja vor ein paar Jahren schonmal bei der Entfernungspauschale passiert.

Ich denke, das wird auch diesmal passieren, da es dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
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def
Die drastische Erhöhung der Tageskarte kommt aber nicht irgendwann vielleicht, sondern ganz konkret im Januar. Und auch nicht für einige wenige Fahrten, sondern für alle.

Ich finde das ziemlich clever gelöst. Wenn man die Verkehrswende ernstnehmen würde, müsste man ja das Angebot in Berlin mindestens in den Hauptverkehrszeiten mindestens verdoppeln. Dafür findet man aber weder Wagen, noch Personal, noch die Infrastruktur, noch ist man bereit, die notwendigen Mittel auszugeben. Also erhöht man einfach regelmäßig die Fahrpreise, und hält so den Ansturm auf den ÖPNV in Grenzen. Außerdem kann man, wie es der weiße Bim oben schon wieder vorbildlich getan hat, den Eindruck erwecken verfestigen, dass der ÖPNV wahnsinnig teuer ist, im Gegensatz zum MIV, der ja zum Nulltarif zu haben ist, und als Melkkuh der Nation noch viele viele Steuern und Abgaben zahlen muss...
Dieser Beitrag könnte Spuren von Ironie enthalten
Klimawende sieht aber anders aus, Ironie hin oder her.

Ich kann nicht sagen steigt alle um, aber ihr müsst mehr dafür zahlen, während der Autoverkehr subventioniert wird.
Zitat
micha774
Klimawende sieht aber anders aus, Ironie hin oder her.

Klimawende gibt es nur in den Köpfen bräsiger Gretaner.


Zitat
micha774
Ich kann nicht sagen steigt alle um, aber ihr müsst mehr dafür zahlen, während der Autoverkehr subventioniert wird.

Du würdest dich wundern was du zahlen müßtest wenn der ÖPNV nicht stark sunbentioniert wäre, dagegen bliebe Autofahren auch ohne Subventionen äußerst preiswert.

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.2019 10:50 von Havelländer.
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Barnimer
Nach der Anpassung heißt meine Alternative wohl das Auto, zumindestens wenn wir zu zweit oder zu dritt unterwegs sind, denn das ist dann bedeutend günstiger als der ÖPNV.

Wirklich? Das Auto ist bedeutend günstiger als die 3,80 Mehrkosten für zwei Personen?
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Havelländer
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micha774
Klimawende sieht aber anders aus, Ironie hin oder her.

Klimawende gibt es nur in den Köpfen bräsiger Gretaner.


Es lebt!

Unabsichtlich hast du wohl recht, denn bisher ist nichts passiert was den Namen Klimawende wirklich verdienen würde.
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def
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Jumbo
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manuelberlin
Nichts hindert den Deutschen Bundestag rechtlich daran, die Steuergesetze hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Werbungskosten zu ändern. Also überhaupt kein Argument.

Stimmt, ändern darf der Bundestag einfach so. Allerdings könnte dann das Bundesverfassungsgericht kommen und dem Bundestag im Nachhinein bescheinigen, dass die Änderung verfassungswidrig war. Genau das ist ja vor ein paar Jahren schonmal bei der Entfernungspauschale passiert.

Das Thema war doch m.E. aber, dass Pendler je nach Fahrstrecke verschieden behandelt werden sollten. Wenn die Zersiedlungsprämie für alle gekürzt und mittelfristig abgeschafft wird, ist das doch insofern eine andere Situation?

Na gut, dann also doch noch einmal ein Link zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2008: [de.wikipedia.org]

Eine Kürzung (oder Nichterhöhung) der Entfernungspauschale mag durch den weiten Spielraum, den der Gesetzgeber hat, möglich sein - eine Abschaffung mit Sicherheit nicht. Meines Erachtens ist das Steuerrecht nur sehr begrenzt dazu geeignet, der Zersiedlung entgegenzuwirken.

Wenn in Kleinbeeren und ähnlichen schönen Ortslagen in Brandenburg eine weitere Bebauung rechtlich unterbunden wird, gibt es dort auch keine Zersiedlung.

Auch eine wirksame staatliche Kontrolle der Mieten mag Zersiedlungsprozessen entgegenwirken.
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Havelländer
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micha774
Klimawende sieht aber anders aus, Ironie hin oder her.

Klimawende gibt es nur in den Köpfen bräsiger Gretaner.


Zitat
micha774
Ich kann nicht sagen steigt alle um, aber ihr müsst mehr dafür zahlen, während der Autoverkehr subventioniert wird.

Du würdest dich wundern was du zahlen müßtest wenn der ÖPNV nicht stark sunbentioniert wäre, dagegen bliebe Autofahren auch ohne Subventionen äußerst preiswert.

ER ist wieder da. Wie war der Urlaub?

Nur für Dich:


Autofahren ist und bleibt der am stärksten subventionierte Verkehrsträger. Gegenüber dem ÖPNV ungefähr mal Faktor Vier. Kann man natürlich ignorieren, wenn man von Gesamtkostenansatz und externen Effekten noch nie was gehört hat. Macht hat die eigenen Argumente nicht stärker. Wobei. "Argumente". Thihihi.
Zitat
schallundrausch
ER ist wieder da.

Ich hatte mich eigentlich schon gefragt, unter welchem Namen er diesmal in einem halben Jahr wieder auftaucht.
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schallundrausch
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Havelländer
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micha774
Klimawende sieht aber anders aus, Ironie hin oder her.

Klimawende gibt es nur in den Köpfen bräsiger Gretaner.


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micha774
Ich kann nicht sagen steigt alle um, aber ihr müsst mehr dafür zahlen, während der Autoverkehr subventioniert wird.

Du würdest dich wundern was du zahlen müßtest wenn der ÖPNV nicht stark sunbentioniert wäre, dagegen bliebe Autofahren auch ohne Subventionen äußerst preiswert.

ER ist wieder da. Wie war der Urlaub?

Nur für Dich:


Autofahren ist und bleibt der am stärksten subventionierte Verkehrsträger. Gegenüber dem ÖPNV ungefähr mal Faktor Vier. Kann man natürlich ignorieren, wenn man von Gesamtkostenansatz und externen Effekten noch nie was gehört hat. Macht hat die eigenen Argumente nicht stärker. Wobei. "Argumente". Thihihi.

Noch ein Grund mehr, die ganzen Subventionen endlich abzuschaffen. Am Ende ist jede Subvention wie süßes Gift, der Empfänger gewöhnt sich daran und verlangt stetig mehr. Das gilt übrigens auch für alle Subventionsempfänger.

Aus meiner Sicht gibt es aber einen entscheidenden Unterschied, der in der Diskussion viel zu kurz kommt, vor allem wenn man aus Berliner Perspektive guckt. Denn wir sind mit einem hoch subventionierten Nahverkehr verwöhnt, haben dichte Takte und vor allem, wir kennen gar nicht den Zustand, dass es kaum oder gar keinen ÖPNV gibt. Das sieht in ländlichen Regionen ganz anders aus. Dort gibt es Bereiche, wo gar kein Bus mehr fährt oder maximal der Schülerbus am Morgen und am Abend. Auch diese Menschen haben aber die gleichen Rechte wie die Städter, auch für sie gilt der Auftrag des Grundgesetzes, für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen.

Darum ist für mich eine wirkliche Verkehrswende 3-teilig
  1. Senkung der Subventionen für den Betrieb und Umschichtung in Subventionen zur Aus- und Neubau der Infra-Struktur in Städten, hier haben wir kein Kunden-Problem, sondern ein Kapazitäts-Problem. Der ÖPNV muss leistungsfähiger werden. Für ein gutes Produkt zahlt ein Kunde auch. Für ein schlechtes Angebot zahlt niemand gern.
  2. Schaffung von ÖPNV Angebot in ländlichen Räumen mittels Subventionen, hier haben wir oftmals kaum oder gar kein Angebot
  3. Einführung eines CO2 Preises deutlich über 50€ pro Tonne für alle Verkehrsträger

Ich bin fest überzeugt, dass eine Fahrpreis-Senkung in Berlin nicht zu einer spürbaren Verkehrswende führen wird, weil die Kapazitäten in den Peak-Hours ausgelastet sind. Den aktuellen Betrieb höher zu bezuschussen wird aus meiner Sicht Klima-technisch daher kaum eine Wirkung entfalten. Wer steigt nur deshalb in eine volle S-, U- oder Straßenbahn um, weil es gerade etwas billiger geworden ist? Das müssen echte Sadomachisten sein. Wieso sollte die BVG besser / effizienter werden, wenn sie wüsste, dass im Zweifelsfall die Subventionen der öffentlichen Hand immer weiter erhöht werden? Man stelle sich die 100%ige Subventionierung vor. ÖPNV umsonst. Heißt das, dass damit ein verlässliches Produkt einhergeht, dass die Bahnen pünktlich fahren und sauber sind? Ganz sicher nicht.

Der aktuelle Personalmangel lässt sich mit einer nachhaltigen und professionellen Unternehmensführung beheben. Hier sind in der Vergangenheit massive Fehler gemacht worden. Übrigens auch von der Politik, die sowohl das große gelbe also auch das große weiß-rote Unternehmen beaufsichtigt. Sobald Fahrzeuge und Personal in ausreichender Anzahl vorhanden sind, werden sich die Engpässe in der Infrastruktur noch deutlicher zeigen. Und deshalb bin ich der Meinung, das man hier investieren und ggf. die Infrastruktur in eigene Gesellschaften auslagern sollte.

Um es mal ganz plastisch zu machen: Wer auf der Landsberger Allee den MIV deutlich zurückdrängen will, der baut am besten eine U-Bahn. Immer schön Stück für Stück und MIV Kapazität um 50% runter während der Bauarbeiten. So wird zum einen MIV deutlich unattraktiver und zum anderen entsteht ein leistungsfähiges Angebot. Unser Nachbar Polen macht uns das in Warschau vor. Dort sind die Weichsel Brücken das große Nadelöhr und anstatt einfach immer mehr Brücken zu bauen und den Autoverkehr zu begünstigen, setzt man dort auf die U-Bahn und baut dort gezielt die 2 Linie aus und hat Planungen für 2 weitere Linien in der Schublade. Das wird dort den Verkehr nachhaltig zugunsten des ÖPNV verschieben.

Gleiche Beispiele kann man für neue S-Bahn und Tram-Strecken finden. Wichtig ist, dass man die Themen angeht und nicht jahrelang nur in der Politik redet, Millionen für Machbarkeits-Studien verpulvert und am Ende doch nix umsetzt. Der aktuelle Senat gibt da leider ein sehr trauriges Bild ab. Dort macht man lieber Partei- und Klientel-Politik, die wenigen nutzt und kaum nachhaltige Effekte erzielt. Beste Beispiel ist der Erwerb der 6.000 Wohnungen für eine knappe Milliarde Euro. Man gibt eine Milliarde Euro aus und hat am Ende nicht eine Wohnung mehr. Man möge nur mal kurz überlegen, wie viele neue Wohnungen man hätte für diese Milliarde bauen können.
Zitat
Balu der Bär
Gleiche Beispiele kann man für neue S-Bahn und Tram-Strecken finden. Wichtig ist, dass man die Themen angeht und nicht jahrelang nur in der Politik redet, Millionen für Machbarkeits-Studien verpulvert und am Ende doch nix umsetzt.

Wenn man denn etwas umsetzen möchte - und sich der Volkszorn gegen diese Maßnahme stemmt - würde der denn geringer, wenn die Fahrpreise auf einem für Dich angemessenen Niveau lägen?

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
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Balu der Bär

Um es mal ganz plastisch zu machen: Wer auf der Landsberger Allee den MIV deutlich zurückdrängen will, der baut am besten eine U-Bahn.

Nein.

Sorry, ich reduziere gerade dienen langen Text auf ein Aussage. Das ist nicht fair, aber ich lese das SO oft, und meistens ist das unwidersprochener Konsens. Das stimmt aber nicht. Wir müssen nicht erst U-Bahnen bauen, erst zig neue Straßenbahnen eröffnen, erst die Tickets billiger machen oder die Buskapazität verdoppeln, bevor wir dem MIV was wegnehmen können. Umverteilung von überirdischen Verkehrsflächen ist das wichtigste und mächtigste urbanistische Instrument, das uns zur Verfügung steht. Und es muss am Anfang des Prozesses genutzt werden, nicht erst in der Mitte oder am Ende.


Landsberger Allee? Nimm pro Richtung dem MIV eine Fahrspur weg, und richte einen Vernünftigen geschützten Radweg ein. Das geht innerhalb weniger Wochen, kostet einen einstelligen Millionenbetrag, und löst Deine Verkehrsprobleme... sofort.
Zitat
schallundrausch
Zitat
Balu der Bär

Um es mal ganz plastisch zu machen: Wer auf der Landsberger Allee den MIV deutlich zurückdrängen will, der baut am besten eine U-Bahn.

Nein.

Sorry, ich reduziere gerade dienen langen Text auf ein Aussage. Das ist nicht fair, aber ich lese das SO oft, und meistens ist das unwidersprochener Konsens. Das stimmt aber nicht. Wir müssen nicht erst U-Bahnen bauen, erst zig neue Straßenbahnen eröffnen, erst die Tickets billiger machen oder die Buskapazität verdoppeln, bevor wir dem MIV was wegnehmen können. Umverteilung von überirdischen Verkehrsflächen ist das wichtigste und mächtigste urbanistische Instrument, das uns zur Verfügung steht. Und es muss am Anfang des Prozesses genutzt werden, nicht erst in der Mitte oder am Ende.


Landsberger Allee? Nimm pro Richtung dem MIV eine Fahrspur weg, und richte einen Vernünftigen geschützten Radweg ein. Das geht innerhalb weniger Wochen, kostet einen einstelligen Millionenbetrag, und löst Deine Verkehrsprobleme... sofort.

Auf den ersten Blick eine fantastische Idee.
Funktioniert von O bis O, von Ostern bis Oktober. Und im Winter dann eben nicht, wenn die Reise bis zum Alex gehen soll. Diese Lösung funktioniert auch gut für junge gesunde Erwachsene, aber nicht für Kinder, Alte und Kranke. Bei schlechtem Wetter wollen die vielen Fahrradfahrer dann doch lieber im Trockenen unterwegs sein und stürmen mit ihren Rädern die S-Bahn. Kann man aktuell schon sehr gut beobachten. Die Logik, die dahinter steckt, ist aber gefährlich: Da sagt man indirekt, die (Innnen-)Stadt solle bitte nur noch den jungen, dynamischen und hippen Leistungsträgern gehören. Stadtrat Schmidts Ideal, nur leider sehr sehr unsozial.

Deine Aussage reduziert das Problem auch zu einem Null-Summen-Spiel. Man müsse dem einen nur was wegnehmen und dem anderen geben und schon wäre das Problem gelöst. Das ist eine zu starke Vereinfachung, die der Masse eine einfache Lösung suggerieren soll, die es aber gar nicht gibt. Die Einwohner-Anzahl in Berlin nimmt zu, die Anzahl der Wege nimmt gleichzeitig zu. Wir müssen entweder die Kapazitäten deutlich erhöhen oder aber die Anzahl der Wege reduzieren. Eine Verkehrsfläche, die heute schon da ist, oberirdisch und unterirdisch zu nutzen, ist daher eine sinnvolle Nutzung um die Kapazitäten deutlich auszuweiten.
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Philipp Borchert
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Balu der Bär
Gleiche Beispiele kann man für neue S-Bahn und Tram-Strecken finden. Wichtig ist, dass man die Themen angeht und nicht jahrelang nur in der Politik redet, Millionen für Machbarkeits-Studien verpulvert und am Ende doch nix umsetzt.

Wenn man denn etwas umsetzen möchte - und sich der Volkszorn gegen diese Maßnahme stemmt - würde der denn geringer, wenn die Fahrpreise auf einem für Dich angemessenen Niveau lägen?

"Volkszorn", Fundamental-Opposition, Besitzstandswahrung.
Da sind wir am Ende doch wieder beim Kernproblem. Alle wollen die Veränderung, aber bitte nicht bei sich selbst vor der Haustür. Ob Straßenbahn in der Sonntagstraße, Stromtrassen, Windräder ... Zorn ist emotionsgetrieben und nicht faktenbasiert. Das kann und muss Demokratie aber aushalten. Da ist es Aufgabe von Politik, klar zu kommunizieren, dass wer in der Stadt leben will, auch damit leben muss, dass es öffentliche Daseinsvorsorge in Form von ÖPNV gibt. Ein großes Problem ist ja, dass kaum positiv Meldungen kommuniziert werden. (Vielleicht auch, weil so gut wie nix umgesetzt wird).

Fahrpreise sind noch einmal ein ganz anderes Thema. Auch angemessenes Niveau. Denn das kann nur beurteilt werden, wenn man die Einkommenshöhe kennt. Das Berliner Problem ist nicht die absolute Höhe der aktuellen Fahrpreise, sondern die niedrigen frei-verfügbaren Einkommen und die hohe Anzahl von Transferleistungs-Empfängern.
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