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Aktuelle Fotos Berlin+Brandenburg 4.Quartal 2020
geschrieben von Bumsi 
Zu den interessantesten Ecken Brandenburgs gehört m.E. Eisenhüttenstadt. Die sozialistische Planstadt wartet mit toller Architektur auf und ist heute das flächenmäßig größte Denkmal Deutschlands - die ersten drei der insgesamt sieben Wohnkomplexe stehen unter Denkmalschutz. Zu den etwas zurückhaltenderen Bauten zählen die, die sich im Hintergrund dieses Busses zeigen...


...natürlich gibt es auch einen Stadtverkehr vor Ort. Betrieben durch die Deutsche Bahn sind leider nur Busse im Einsatz mit unmöglichen Zielanzeigen. Es existieren vier Stadtlinien, darunter zwei im Stundentakt - wie der 452er, der als Ziel das "Ärztehaus" angegeben hat. Ihm im Rücken stehen simple Blockbauten (quasi prä-Platte), die einen nicht unerheblichen Teil der Stadt prägen.


Der 453er ist die zweite stündlich verkehrende Stadtlinie. Leider nicht im Bild - weil sonnenstandbedingt schlecht im Licht - ist das wunderschöne Krankenhaus im Stil des Sozialistischen Klassizismus. Also mussten als Motiv für den Citaro andere markante Bauten her halten, die nur geringfügig weniger interessant sind.


Der 454er ist die wichtigste Linie vor Ort. Mit ein paar Haken und Schleifen erschließt sie fast die gesamte Stadt in mehr oder weniger nachvollziehbarer Reihenfolge, die zudem am Wochenende auch noch variiert. Dann muss sie auch die anderen Linien ersetzen, die nur werktags unterwegs sind. Gefahren wird werktags auf den Kernabschnitten alle halbe Stunde. Hier kommen auch Gelenkbusse zum Einsatz.


Die kurioseste Linie ist der 451er, der ausschließlich das Gelände des Stahlwerks erschließt - dreimal hin und einmal zurück, nur zu den vermutlich schichtarbeitsrelevanten Zeiten. Dabei wird auch durch werkeigenes, durch Zufahrtkontrollen abgetrenntes Gebiet gefahren. Im öffentlich zugänglichen Bereich entstand dieses Bild mit dem auch auf dem vorherigen dritten Bild gezeigten Bus. Natürlich wird auch hier fleißig durchgekoppelt.


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Dieser Text ist zu gut, um mit einer Signatur von ihm abzulenken.




1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.2020 21:45 von Philipp Borchert.

Das ist vermutlich alte sozialistische Tradition. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Sehr schöner Bilderbogen und informative Texte! Vielen Dank, Philipp!
Zitat
Philipp Borchert
Was soll eigentlich dieses neue zierliche "H"? Das ist mir am ehemaligen Flughafen Tegel schon aufgefallen. Sieht irgendwie doof aus. Die gezeigte Haltestelle ist für den autonomen Kleinbus? Und gibt es für die Wegführungen schon Informationen?

Ich erkenne überhaupt keinen Unterschied zur normalen "H" der Haltestellen.
Gib' mal "BVG-Haltestelle" in die Google-Bildersuche ein. Da werden ausschließlich die bisherigen Schilder gezeigt. Vergleiche eins davon mit dem Bildern hier auf der vorherigen Seite. Die drei Balken, die das "H" bilden, sind in der neuen Version dünner.

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Dieser Text ist zu gut, um mit einer Signatur von ihm abzulenken.
Beim genauen Vergleich nebeneinander sehe ich auch den Unterschied.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.2020 23:51 von Henning.
Ich bin ja ein großer Fan von alten Gleisresten der Straßenbahn, und da hab ich gerade ein paar Sachen, die durchaus hier hergehören könnten.

Ursprünglich als Fotoupdate für das Wista-II-Thema gedacht und dann aufgrund der mäßigen Quali zurüchgehalten sind diese beiden Bilder. Sie zeigen den neuesten (aka Anfang November) Stand der Straßenräumung am Sterndamm. Dort ist scheinbar noch einiges mehr an alten Gleis zum Vorschein gekommen, wobei man gut die alte Lage der Trasse erkennen kann. Ich finde es ja immer noch lustig, dass man damals die Gleise in Seitenlage verrückt hat, ohne dass die alten Gleise oder gar das Pflaster ausgebaut wurden. Wirkt ein bisschen wie eine mit der heißen Nadel gestrickte Ad-Hoc-Aktion.



Hier im Kontext mit der provisorischen Haltestelle. Leider etwas schlecht zu erkennen.




Vielleicht sogar noch etwas interessanter sind diese beiden Bilder aus der Kategorie "Überraschend mit den Toaster aufgenommen". Ratet mal, wo das ist und warum mir das Motiv das Schnelle Bild während einer Vorbeifahrt mit dem Rad es wert war =)



Der Gegenschuss ist etwas besser gelungen.


Zitat
Slighter

Vielleicht sogar noch etwas interessanter sind diese beiden Bilder aus der Kategorie "Überraschend mit den Toaster aufgenommen". Ratet mal, wo das ist und warum mir das Motiv das Schnelle Bild während einer Vorbeifahrt mit dem Rad es wert war =)

Chausseestr oder sogar noch weiter nördlich un der Müllerstr.? Im Hintergrund des zweiten Bildes könnte der BND Komplex stehen
Zitat
Slighter
Vielleicht sogar noch etwas interessanter sind diese beiden Bilder aus der Kategorie "Überraschend mit den Toaster aufgenommen". Ratet mal, wo das ist und warum mir das Motiv das Schnelle Bild während einer Vorbeifahrt mit dem Rad es wert war =)

ich schließe mich Joe an:
Bild 1
Bild 2

Geht es um die alten Straßenbahngleise?

Gruß
Salzfisch

---
Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!
Zitat
Slighter
Vielleicht sogar noch etwas interessanter sind diese beiden Bilder aus der Kategorie "Überraschend mit den Toaster aufgenommen". Ratet mal, wo das ist und warum mir das Motiv das Schnelle Bild während einer Vorbeifahrt mit dem Rad es wert war =)

Das sind genau die Gleise, die hier am 17. Juni 1953 mit Teleobjektiv aus nördlicher Richtung fotografiert wurden.

Foto: ASSOCIATED PRESS

Wie der zwischen den Panzern aus der Wöhlertstraße in die Chausseestraße einbiegende, normal besetzte Straßenbahnzug der Linie 69 nach Johannisthal beweist, hatte die Straßenbahn früher einen hohen Stellenwert und wurde nur unterbrochen, wenn es gar nicht mehr ging. Das Foto zeigt, dass im Juni 1953 die Gleise über die Sektorengrenze noch angeschlossen, aber nicht mehr linienmäßig befahren waren.

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.2020 01:50 von der weiße bim.
Zitat

"Slighter" am 21.11.2020 um 21.22 Uhr:

Ursprünglich als Fotoupdate für das Wista-II-Thema gedacht und dann aufgrund der mäßigen Quali zurüchgehalten sind diese beiden Bilder. Sie zeigen den neuesten (aka Anfang November) Stand der Straßenräumung am Sterndamm.

So schlecht sind diese Fotos doch garnicht?! Laut Exif-Daten am 11.11.2020 aufgenommen, das ist nicht mehr Anfang November. ;-)

Zitat

Dort ist scheinbar noch einiges mehr an alten Gleis zum Vorschein gekommen, wobei man gut die alte Lage der Trasse erkennen kann.

Nicht nur scheinbar. Dass unter dem südlichen Bereich des Sterndamms weitere Gleisreste verborgen sind, wurde schon früher im Wista II-Diskussionsfaden berichtet (unter anderem als Zitat aus den Berliner Verkehrsblättern).

Zitat

Hier im Kontext mit der provisorischen Haltestelle.

Die Gleisreste befinden bzw. befanden sich unter der ersten provisorischen Haltestelle, die ich noch am 8.11.2020 fotografiert hatte:



Zitat

Leider etwas schlecht zu erkennen.

In der Vergrößerung sehr gut zu erkennen. :-)

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Alles richtig.
Zur Chausseestraße: Das sind wirklich wohl die Gleisreste von damals, die wohl aufgrund ihrer Lage zwischen Mauer und Abzweig Wöhlertstraße nie ausgebaut wurden. Solche Reste kommen ja heutzutage äußert selten zum Vorschein. Wenn ich mich nicht täusche, stand ich ungefähr da, wo in Bim's Bild die Frau die Straße überquert. Auch beachtlich (zusammen mit den Streetview-Aufnahmen) sind die breiten Gehsteige der Zeit und der schmale Fahrstreifen neben den Straßenbahngleisen. Mal schauen, wie weit die Gleise wirklich reichen, der Asphalt wird ja jetzt die Tage runtergenommen.

Zum Sterndamm: Stimmt, der 11. kommt mir nur inzwischen wieder lange her vor. Da hab ich wohl einen guten Zeitpunkt erwischt, die Verschwenkung muss da ja wirklich erst maximal zwei Tage her sein, wenn überhaupt. Am Meisten bin ich ja auf die Kreuzung gespannt, da müsste ja auch noch was liegen.
Zitat
Slighter
Alles richtig.
Zur Chausseestraße: Das sind wirklich wohl die Gleisreste von damals, die wohl aufgrund ihrer Lage zwischen Mauer und Abzweig Wöhlertstraße nie ausgebaut wurden. Solche Reste kommen ja heutzutage äußert selten zum Vorschein. Wenn ich mich nicht täusche, stand ich ungefähr da, wo in Bim's Bild die Frau die Straße überquert. Auch beachtlich (zusammen mit den Streetview-Aufnahmen) sind die breiten Gehsteige der Zeit und der schmale Fahrstreifen neben den Straßenbahngleisen. Mal schauen, wie weit die Gleise wirklich reichen, der Asphalt wird ja jetzt die Tage runtergenommen.

Zum Sterndamm: Stimmt, der 11. kommt mir nur inzwischen wieder lange her vor. Da hab ich wohl einen guten Zeitpunkt erwischt, die Verschwenkung muss da ja wirklich erst maximal zwei Tage her sein, wenn überhaupt. Am Meisten bin ich ja auf die Kreuzung gespannt, da müsste ja auch noch was liegen.

Nördlich der Boyenstraße gab es einen Gleisanschluss zu einer westlich gelegenen Bahnmeisterei. Die wurde in1950ern noch mit Arbeitswagen bedient, da kann ich mich selbst noch erinnern. Ob der Abzweig vielleicht noch liegt?

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Slighter
Alles richtig.
Zur Chausseestraße: Das sind wirklich wohl die Gleisreste von damals, die wohl aufgrund ihrer Lage zwischen Mauer und Abzweig Wöhlertstraße nie ausgebaut wurden. Solche Reste kommen ja heutzutage äußert selten zum Vorschein. [...]

Nein, das hat nichts mit der Lage im Grenzgebiet zu tun. Es war damals übliches Prozedere auf das alte Kopfsteinpflaster einfach eine glatte Asphaltschicht aufzutragen. Sofern die Gleise nicht schon vorher ausgebaut wurden, blieben sie einfach drin und schlummern da heute noch an der einen oder anderen Stelle im Untergrund und kommen hin und wieder zum Vorschein.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Zitat
Slighter
Alles richtig.
Zur Chausseestraße: Das sind wirklich wohl die Gleisreste von damals, die wohl aufgrund ihrer Lage zwischen Mauer und Abzweig Wöhlertstraße nie ausgebaut wurden. Solche Reste kommen ja heutzutage äußert selten zum Vorschein. [...]

Nein, das hat nichts mit der Lage im Grenzgebiet zu tun. Es war damals übliches Prozedere auf das alte Kopfsteinpflaster einfach eine glatte Asphaltschicht aufzutragen. Sofern die Gleise nicht schon vorher ausgebaut wurden, blieben sie einfach drin und schlummern da heute noch an der einen oder anderen Stelle im Untergrund und kommen hin und wieder zum Vorschein.

Genau. Ein Großteil des Westberliner Straßennetzes sieht bis heute so aus, auch wenn es von oben nicht sofort zu erkennen ist. Pi mal Daumen kann man es an vielen Straßen erahnen, wenn die Bordsteinkante kaum höher ragt als die Asphalt-Decke. Und die wird dann sogar hin und wieder mal erneuert, ohne den Unterbau neu aufzubauen, was dann entsprechend "lange" hält.

Viele Grüße
André
Zitat
Harald Tschirner

Nördlich der Boyenstraße gab es einen Gleisanschluss zu einer westlich gelegenen Bahnmeisterei. Die wurde in1950ern noch mit Arbeitswagen bedient, da kann ich mich selbst noch erinnern. Ob der Abzweig vielleicht noch liegt?

Hier ein Lageplan von 1954: das Gleis bog westlich aus den Streckengleisen ab und überquerte im Bm Gelände die offene Panke auf einer separaten Brücke, was mich damals faszinierte!

Beste Grüße
Harald Tschirner



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.2020 19:16 von Harald Tschirner.


Das war die Bahnmeisterei Sellerstraße.

x--x--x--x

4.12.2020 - ein guter Tag für Berlins Nahverkehr und für den Hauptstadt-Fußball
NEB Ersatzzug auch heute wegen der S-Bahnsperrung am Ostkreuz:


Zitat
fatabbot
Zitat
S5 Mahlsdorf
Ich war ein paar Tage nicht im Forum aktiv und war sehr überrascht vom NEB-Einsatz auf der Stadtbahn. ;)

Der gemeine Kunde wohl auch, die Dinger waren äußerst spärlich befüllt. Dafür hat der Heizer schonmal für die nächste Eiszeit geübt.

Heute Mittag war der NEB Ersatzzug am Ostkreuz voller als der FEX... ;-)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.2020 20:43 von Joe.
Interessant zu wissen, ich hätte jetzt vermutet, dass an den allermeisten Stellen die Straßen bereits grundhaft erneuert wurden und damit die Gleise verschwunden sind. Bei den Gleisen der Chausseestraße, die bereits im Westen liegen und die Panke gekreuzt haben, hätte ich das aus ebenjenen Gründen ebenfalls vermutet. Zumal da ja die Bebauung komplett anders ist. Aber mal sehen, evtl. wird ja auch in der Höhe der Asphalt angefasst.
Nun, so wie ich die Verkehrsblätter nach der Einstellung der Straßenbahn im Westteil durchgelesen habe, wurden zumindest im Westteil eigentlich fast alle Gleisreste entfernt und mit Kopfsteinpflaster aufgefüllt. Die Spuren sieht man noch heute in einigen Bezirken in Seitenstraßen wie Neukölln, Kreuzberg, Tempelhof oder Steglitz. Ob man im Ostteil hier und da nur Asphalt rübergekippt hat weiß ich nicht.
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