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U-Bahnhof Rotes Rathaus
geschrieben von Bahnmeier 
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flierfy
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def
Und vielleicht solltest Du Dir einmal die Aussage durchlesen, die die Diskussion ausgelöst hat: Henning hat behauptet, es sei falsch, Straßenbahnlinien zu beschleunigen (es ging gar nicht um den Neubau!), man sollte stattdessen U-Bahnen bauen.
Und genau damit hat er recht. Strassenbahnen lässt man Strassenbahnen sein. Das bedeutet, ein betriebsbedingter Halt alle 400 m, langsamer Kurvendurchfahrten und ein paar verkehrsbedingte Halte, was dann alles in eine Reisegeschwindigkeit von ungefähr 18 km/h mündet. Um das zu beschleunigen muss man der Strassenbahn den Vorteil der dichten Zugangsstellen nehmen und/oder die Strassenbahn gegenüber allen anderen Verkehrsmitteln an Konfliktpunkten bevorrechtigen. Letzteres verbietet sich. Die Verkehrsebene 0 gehört allen. Also müssen dort die Belange aller berücksichtigt werden. Es schon einmal ein Verkehrsmittel über alle anderen gestellt, und das war ganz grosser Mist.

Nunja, diese Gleichberechtigung wäre ja schonmal ein Schritt in die richtige Richtung! Bei richtiger Vorrangschaltung oder Ampelfreiheit wäre man bei der Straßenbahn bei ca. 28 km/h (Straßenbahn Schöneiche) Reisegeschwindigkeit. 18km/h erreicht man bei Autovorrang wie in Berlin.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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flierfy

Das stimmt nun wirklich nicht. Strassenräume in urbanen Räumen werden seit Jahrzehnten zu Ungunsten des MIV umgestaltet. Gerade nach Fertigstellung unterirdischer Bahnstrecken hat der MIV an der Oberflächen auch keinen oder so gut wie keinen Platz mehr, siehe Schadowstr, Düsseldorf.

Danke dafür. @Christian Linow hatte hier bereits auch einige Beispiele aus Hamburg und Düsseldorf aufgezeigt und diese mit Vorher-Nachher-Bildern unterlegt. Das Argument, der U-Bahnbau befriede den MIV, ist so pauschal also Murks.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2021 03:48 von Railroader.
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def

Apropos Geschwindigkeit: besonders absurd ist immer, dass die U-Bahn also total schnelles Verkehrsmittel gilt, die schnellere S-Bahn aber als zu langsam, weshalb man am Stadtrand lieber den Regionalverkehr fördern solle.

Es gibt doch aber ebenso Forderungen zum Ausbau der S-Bahn ins Umland.

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def
Die Frage ist dummerweise nicht, ob wir 2-3 km U-Bahn oder 2-3 km Straßenbahn bauen, sondern 2-3 km U-Bahn oder 10-15 km Straßenbahn. Und das ist konservativ überschlagen.

Der Vergleich hinkt eben, weil die Verkehrsmittel unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Oder stellst du dir auch die Frage, ob man für 10-15 Kilometer Straßenbahn auch 200 Kilometer Bus in dichterem Takt bekommen könnte? Eine Straßenbahn ist eben keine Schnellbahn.
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Railroader
Eine Straßenbahn ist eben keine Schnellbahn.

Warum ist die SRS dann schneller als so manche U-Bahnlinie in Berlin?

Natürlich ist die Straßenbahn keine Schnellbahn, aber sie kann auf Außenstrecken schneller oder gleich schnell fahren als so manche Schnellbahn auf gewissen Strecken in der Innenstadt.

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
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flierfy
Die Schweiz hat aber auch keine Stadt mit mehr als 400'000 Einwohner. Bei solchen Grössenordnungen kommt man mit Strassenbahnen auch gut klar. Millionenstädte wie Berlin brauchen dagegen Verkehrssysteme mit mehr Kapazität und Geschwindigkeit.

Nun besteht Berlin aber aus Bezirken mit vielfach eigenen Wegen und Zentren. Köpenick hat quasi ein eigenes Straßenbahnnetz - warum solld das nicht auch in Spandau funktionieren?

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flierfy
Und genau damit hat er recht. Strassenbahnen lässt man Strassenbahnen sein. Das bedeutet, ein betriebsbedingter Halt alle 400 m, langsamer Kurvendurchfahrten und ein paar verkehrsbedingte Halte, was dann alles in eine Reisegeschwindigkeit von ungefähr 18 km/h mündet. Um das zu beschleunigen muss man der Strassenbahn den Vorteil der dichten Zugangsstellen nehmen und/oder die Strassenbahn gegenüber allen anderen Verkehrsmitteln an Konfliktpunkten bevorrechtigen. Letzteres verbietet sich. Die Verkehrsebene 0 gehört allen. Also müssen dort die Belange aller berücksichtigt werden. Es schon einmal ein Verkehrsmittel über alle anderen gestellt, und das war ganz grosser Mist.

Gut, dann bekommen aber gefälligst alle Gruppen gleichlange Phasen! nicht machbar? Warum sollen nicht 240 Fahrgäste eine fünf Sekunden lang dauernde Vorrangschaltung genießen dürfen? Wenn die Straßenbahnphase dann im Festumlauf entfällt, hat sogar der MIV etwas davon.



Zitat
flierfy
Das ist vor allem ein politisches Problem. Die U5 wurde vom jetzigen Senat nur widerwillig verlängert.

Als der jetzige Senat gewählt wurde, war man mitten in den Bauarbeiten. Deinen angeblichen Widerwillen kann ich da nicht erkennen.

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flierfy
Da wundert es mich überhaupt nicht, dass das Projekt nicht zum Anlass genommen wird, Strassenräume umzunutzen.
(...)
Das stimmt nun wirklich nicht. Strassenräume in urbanen Räumen werden seit Jahrzehnten zu Ungunsten des MIV umgestaltet. Gerade nach Fertigstellung unterirdischer Bahnstrecken hat der MIV an der Oberflächen auch keinen oder so gut wie keinen Platz mehr, siehe Schadowstr, Düsseldorf.[/quote]

Merkste selber?

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flierfy
Apropos Modalsplit, wie willst du eigentlich den Modalsplit-Anteil des MIV auf einem Korridor wie dem zwischen Alex und Weissensee senken, wenn die einzige motorisierte Alternative zum Auto praktische keine Kapazitätsreserven mehr hat?

Dank Leuten wie dir, die dem Umweltverbund keinerlei Vorrang einräumen möchten, geht das nicht. Man muss sich den Unsinn mal auf der Zunge zergehen lassen. Es werden milliardenteure, feuchte U-Bahnträume nach Weißensee ersabbert, weil man seit Jahren die Ampelschaltung an der Alexanderstraße nicht hinbekommt!

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
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B-V 3313

Warum ist die SRS dann schneller als so manche U-Bahnlinie in Berlin?

Der Vergleich hinkt eben einfach. Die SRS bringt die Menschen von der S-Bahnstation am Stadtrand in die umliegenden Orte. Wäre die Straßenbahn in Berlin so schnell wie die SRS, würde ich nichts sagen. Ist sie aber nicht. Ich muss ja von dem ausgehen, was wir haben und in Berlin ist die Straßenbahn eben sehr langsam.
Zitat
B-V 3313
Merkste selber?

Was sagst du denn zum Beispiel Düsseldorf?
def
Re: U-Bahnhof Rotes Rathaus
08.01.2021 05:14
Ich habe die Diskussion mal in den Verkehrspolitik-Thread umgezogen - klick.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2021 05:17 von def.
Zitat
B-V 3313
Natürlich ist die Straßenbahn keine Schnellbahn, aber sie kann auf Außenstrecken schneller oder gleich schnell fahren als so manche Schnellbahn auf gewissen Strecken in der Innenstadt.

Das betrifft glaube ich nur Stadtbahnen mit unterirdischen Strecken, Hochbahn- und Überlandstrecken.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2021 23:37 von Henning.
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Henning
Das betrifft glaube ich nur Stadtbahnen mit unterirdischen Strecken, Hochbahn- und Überlandstrecken.

Ich rede von Berlin.

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Hallo,

gestern wurde eine parlamentarische Anfrage zum archäologischen Fenster im U-Bahnhof Rotes Rathaus veröffentlicht:

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Anfrage des Abgeordneten Stefan Förster (FDP) vom 18.5.2021 und Antwort vom 26.5.2021: Doch kein archäologisches Fenster im U-Bahnhof Rotes Rathaus?

Frage 1: Warum wurde der U-Bahnhof Rotes Rathaus auf der Linie U 5 eröffnet, ohne das geplante archäologische Fenster einzurichten?

Antwort zu 1.: Bisherige Bestrebungen, eine offizielle Baudienststelle für die Baumaßnahme sowie einen Betreiber für das Archäologische Fenster zu benennen, konnten bislang nicht zum Abschluss gebracht werden.

Frage 2: In welchem Zustand befinden sich derzeit die bei Ausgrabungen entdeckten Tuchhallen im Keller des historischen gotischen Rathauses?

Antwort zu 2.: Nach Abschluss der archäologischen Grabung wurden die baulichen Überreste des mittelalterlichen Rathauses mit Geotextil gesichert und anschließend lageweise verdichtet und verfüllt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) trafen Vorsorge, dass während der Bautätigkeit der Bereich des alten Rathauses nicht von schwerem Gerät überfahren wurde. Die Substanz des alten Rathauses wurde während der Errichtung des U-Bahnhofes Berliner Rathaus und der Herstellung der über der Substanz befindlichen neuen Oberfläche unverändert belassen, so dass davon auszugehen ist, dass sie in der bei der Grabung vorgefundenen und wiederverfüllten Form unverändert im Boden erhalten ist.

Frage 3: Wie schätzt der Senat die Wertigkeit der gefundenen Ausgrabungen ein?

Antwort zu 3.: Die Überreste des mittelalterlichen Rathauses stellen ein herausragendes Bodendenkmal dar. Es handelt sich um einen der seltenen Fälle, dass ein mittelalterlicher Rathausbau nicht durch jüngere Rathausbauten überbaut wurde, vielmehr, zumindest im Untergrund, erhalten wurde. Die bei der archäologischen Grabung geborgenen Funde geben Einblicke in die weitreichenden Handels- und Kommunikationsverbindungen Berlins im Mittelalter und in der Frühneuzeit, weshalb die Befunde und Funde wissenschaftlich bearbeitet und in einer mehrbändigen Reihe monographisch veröffentlicht werden.

Frage 4: Ist überhaupt noch geplant, die Ausgrabungen im Bereich des U-Bahnhofs Rotes Rathaus für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und wie sieht der Zeitrahmen dafür aus?

Antwort zu 4.: Das Projekt wird weiterhin verfolgt und es finden Abstimmungen zur Klärung der offenen Fragen (Bauherrenschaft, Betreiberschaft) statt, so dass die im Haushalt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen bereitgestellten Mittel für diese Baumaßnahme auch Anwendung finden können.

Hinsichtlich der Zeitplanung wird Bezug auf die Antwort zu Frage 5 genommen: Der Beginn der Umsetzung der Baumaßnahme des Archäologischen Fensters wird sich auf nach 2025 verschieben.

Frage 5: Mit welchen Kosten rechnet das Land Berlin für die Herrichtung des archäologischen Fensters, und wer wird diese tragen?

Antwort zu 5.: Es gibt für das Archäologische Fenster Altes Berliner Rathaus eine Bedarfsplanung aus dem Jahr 2017. Diese Bedarfsplanung umfasst neben Erläuterungen zur Notwendigkeit der Maßnahme auch Planunterlagen zu der Ausgestaltung sowie ein Betreiberkonzept und eine voraussichtliche Kostenermittlung. Eine notwendige Prüfung der Unterlagen erfolgte jedoch nicht, da bisher noch nicht endgültig die Bauherrenschaft geklärt werden konnte und auch die Erstellung eines detaillierten sowie finanziell unterlegten Nutzungs- und Betreiberkonzeptes erforderlich ist.

Die Mittel für die Umsetzung der Baumaßnahme werden im Haushalt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen bereitgestellt. Jedoch wurde aufgrund der noch zu klärenden Themen das Vorhaben für den Haushalt als noch nicht veranschlagungsreif angesehen.

Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Also ist es mal wider ausschließlich die Verwaltung. Ein entsprechendes Museum konnte nicht gefunden werden, es sind ja auch im weiten Umkreis keine in Sicht. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
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