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Historische Fragen
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
Arnd Hellinger
Wann und wo im heutigen Berlin gab es eigentlich die erste LSA (Ampelanlage) mit separaten Signalgebern und Phasen für die Straßenbahn?

Wann und wo in Berlin gab es bei der Straßenbahn erstmals via Fahrleitungskontakt elektrisch bediente Weichen?

Merkwürdig, dass es zu Themen der "Betriebstechnik" der Berliner Straßenbahn keine Literatur oder sonstige öffentlich zugängliche Quellen zu geben scheint. Bei den Fahrzeugen ist doch auch gefühlt jede Schraube in mehreren Büchern dokumentiert...

Viele Grüße
Arnd
Tja,da LSA (in Ostberlin) in die Zuständigkeit der Ämter bzw. "Organe" fielen und erst nachgeordnet der BVB, wurde es wohl nicht dokumentiert,
als die Dreipunktsignale zusätzlich an die Ampelmasten montiert wurden.
Meine früheste Erinnerungen an derartige Signale sind von Anfang der 70iger Jahre, z.B. am S-Bf Schöneweide nach dem damaligen Umbau..

Elektrische Weichen-hm da wird es schwierig, die alten Fahrer die noch die Stehwagen auf Linie fuhren sind längst berentet..
aus deren früheren Erzählen würde ich Mitte/Ende der 50iger Jahre schlußfolgern.
Neubauwagen vom Anfang der 60iger Jahren hatten ja schon Ausrüstungen zur el. Weichenverstellung.

T6JP
Zitat
B-V 3313
Zitat
T6Jagdpilot
Wobei das politisch so gewollt war-das Ding blind zu kaufen hatte den Segen des Verkehrssenators und des damaligen BVG-Chefs-koste es was es wolle.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Straßenbahner (auch die Leitungsbene) alles Ex-BVBer waren. Erfahrungen hatten sie genug.

Nicht alle, es gab auch so einige höherrangige U-bahner, die man erst man in den "Busch" schickte, um denen im Osten das westliche Knofhoff ;-) zu erklären..
die ex BVB Chefs hatten gewiss Erfahrungen, aber ob man sie gehört hat??
Immerhin hat sich der Chef Technik durchsetzen können, die Wagen erst zu bezahlen, wenn sie eine gewisse Zeit störungsfrei waren-das hat bei einigen Fahrzeugen sehr lange gedauert.
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

Also das Gleiche wie bei allen Neuentwicklungen, seien es KT4D/KT4Dt, später T6A2/B6A2 und zuvor TDE/BDE 52/58/61-62 bei der Straßenbahn, EI , E III, F79-3, GI und GI/1, A3L82, H und HK bei der U-Bahn sowie die Baureihen 170, 270, 480 und 485/885 bei der S-Bahn.

so long

Mario
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
B-V 3313
Zitat
T6Jagdpilot
Wobei das politisch so gewollt war-das Ding blind zu kaufen hatte den Segen des Verkehrssenators und des damaligen BVG-Chefs-koste es was es wolle.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Straßenbahner (auch die Leitungsbene) alles Ex-BVBer waren. Erfahrungen hatten sie genug.

Nicht alle, es gab auch so einige höherrangige U-bahner, die man erst man in den "Busch" schickte, um denen im Osten das westliche Knofhoff ;-) zu erklären..
die ex BVB Chefs hatten gewiss Erfahrungen, aber ob man sie gehört hat??
Immerhin hat sich der Chef Technik durchsetzen können, die Wagen erst zu bezahlen, wenn sie eine gewisse Zeit störungsfrei waren-das hat bei einigen Fahrzeugen sehr lange gedauert.
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

Zu der Zeit ging es aber auch darum, dass mit dem Bau der neuen Züge auch Arbeitsplätze in der Region erhalten werden sollten. Da kam eben nur AEG mit dem Standort Hennigsdorf in Frage, weil es Stadler noch nicht und Waggon-Union schon nicht mehr gab. Die damals der Treuhand gehörende DWA hatte weder eigene Fahrzeugkonzepte für Straßenbahnen im Programm noch produzierte sie im Raum Berlin.

Insofern war es für die (politisch) Verantwortlichen in Senat und Abgeordnetenhaus eben in 1991/92 keine wirkliche Option, technisch evtl. ausgereiftere Straßenbahnen in Salzgitter oder Düsseldorf/Krefeld zu bestellen...

Viele Grüße
Arnd
Re: Historische Fragen
04.06.2021 23:11
Theroetisch hätte auch ABB Straßenbahnen bauen können. Aber der Drops ist gelutscht.

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
B-V 3313
Theroetisch hätte auch ABB Straßenbahnen bauen können. Aber der Drops ist gelutscht.

Sicher? ABB war vor dem Zusammenschluss ihrer Bahntechnik-Sparte mit jener von AEG zu Adtranz nur Zulieferer elektrischer Fahrzeugausrüstungen sowie Fahrleitungs- und Bahnstrom-Infrastruktur - komplette Fahrzeuge haben die nie gebaut - Siemens vor Übernahme von Düwag und Krauss-Maffei übrigens auch nicht bzw, nur ganz wenige.

Das ist aber in der Tat müßig heute zu diskutieren, denn da begann ja gerade erst die Neuordnung der kompletten Branche.

Viele Grüße
Arnd
Re: Historische Fragen
05.06.2021 00:27
Zitat
Arnd Hellinger
Sicher? ABB war vor dem Zusammenschluss ihrer Bahntechnik-Sparte mit jener von AEG zu Adtranz nur Zulieferer elektrischer Fahrzeugausrüstungen sowie Fahrleitungs- und Bahnstrom-Infrastruktur - komplette Fahrzeuge haben die nie gebaut - Siemens vor Übernahme von Düwag und Krauss-Maffei übrigens auch nicht bzw, nur ganz wenige.

Wer hat denn deiner Meinung nach nach der Waggon Union die F-Züge und die D-Busse in den Jahren nach 1990 gebaut?

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Arnd Hellinger
Sicher? ABB war vor dem Zusammenschluss ihrer Bahntechnik-Sparte mit jener von AEG zu Adtranz nur Zulieferer elektrischer Fahrzeugausrüstungen sowie Fahrleitungs- und Bahnstrom-Infrastruktur - komplette Fahrzeuge haben die nie gebaut - Siemens vor Übernahme von Düwag und Krauss-Maffei übrigens auch nicht bzw, nur ganz wenige.

Wer hat denn deiner Meinung nach nach der Waggon Union die F-Züge und die D-Busse in den Jahren nach 1990 gebaut?

Hat ABB tatsächlich die WU übernommen und wie lange noch fortgeführt? Mein bisheriger Kenntnisstand war, der Betrieb sei Anfang der 1990er Jahre geschlossen worden...

Aber selbst wenn, hätten sie entweder sehr zeit- und kostenaufwendig eine komplett eigene Nf-Straßenbahn entwickeln oder bei AEG, Düwag oder LHB Lizenzen kaufen müssen.

Viele Grüße
Arnd
Re: Historische Fragen
05.06.2021 00:59
Waggon Union --1990-> ABB --1996-> Adtrans --2001-> Bombardier

Die Waggon Union war an der Entwicklung der gescheiterten VÖV-Prototypen beteiligt. Ein wenig steckte man also in der Mateire, aber da man U+S-Bahnwagen entwickeln konnte, hätte man das sicherlich auch mit Niederflurstraßenbahnen geschafft. Berlin wäre mengenmäßig ein guter Abnehmer gewesen. Aber wie gesagt, hätte...

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
der weiße bim
Zitat
T6Jagdpilot
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

Also das Gleiche wie bei allen Neuentwicklungen, seien es KT4D/KT4Dt, später T6A2/B6A2 und zuvor TDE/BDE 52/58/61-62 bei der Straßenbahn, EI , E III, F79-3, GI und GI/1, A3L82, H und HK bei der U-Bahn sowie die Baureihen 170, 270, 480 und 485/885 bei der S-Bahn.

Bei denen aber nicht fortwährend Entgleisungen in normalen Kurven stattfanden,oder Abwurf der Fensterscheiben...

T6JP
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
B-V 3313
Zitat
T6Jagdpilot
Wobei das politisch so gewollt war-das Ding blind zu kaufen hatte den Segen des Verkehrssenators und des damaligen BVG-Chefs-koste es was es wolle.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Straßenbahner (auch die Leitungsbene) alles Ex-BVBer waren. Erfahrungen hatten sie genug.

Nicht alle, es gab auch so einige höherrangige U-bahner, die man erst man in den "Busch" schickte, um denen im Osten das westliche Knofhoff ;-) zu erklären..
die ex BVB Chefs hatten gewiss Erfahrungen, aber ob man sie gehört hat??
Immerhin hat sich der Chef Technik durchsetzen können, die Wagen erst zu bezahlen, wenn sie eine gewisse Zeit störungsfrei waren-das hat bei einigen Fahrzeugen sehr lange gedauert.
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

Zu der Zeit ging es aber auch darum, dass mit dem Bau der neuen Züge auch Arbeitsplätze in der Region erhalten werden sollten. Da kam eben nur AEG mit dem Standort Hennigsdorf in Frage, weil es Stadler noch nicht und Waggon-Union schon nicht mehr gab. Die damals der Treuhand gehörende DWA hatte weder eigene Fahrzeugkonzepte für Straßenbahnen im Programm noch produzierte sie im Raum Berlin.

Insofern war es für die (politisch) Verantwortlichen in Senat und Abgeordnetenhaus eben in 1991/92 keine wirkliche Option, technisch evtl. ausgereiftere Straßenbahnen in Salzgitter oder Düsseldorf/Krefeld zu bestellen...

.. politisch gewollt-man erinnere sich als "Birne" Einfluss nahm, das die neuen Berliner S-Bahnwagen in Ammendorf gefertigt werden sollten..
ähnliche politische Einflußnahmen spendierte der HSB diese "formschönen" Neubautriebwagen*kotz*

T6JP
Re: Historische Fragen
05.06.2021 01:42
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
der weiße bim
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T6Jagdpilot
Und in der Zeit ist man bald kollabiert, was für Probleme GT6 alles boten, die man von richtigen Straßenbahnen bis dato nicht kannte.

Also das Gleiche wie bei allen Neuentwicklungen, seien es KT4D/KT4Dt, später T6A2/B6A2 und zuvor TDE/BDE 52/58/61-62 bei der Straßenbahn, EI , E III, F79-3, GI und GI/1, A3L82, H und HK bei der U-Bahn sowie die Baureihen 170, 270, 480 und 485/885 bei der S-Bahn.

Bei denen aber nicht fortwährend Entgleisungen in normalen Kurven stattfanden,oder Abwurf der Fensterscheiben...

T6JP

Ein altgedienter Straßenbahner sollte nun wissen, dass Bahnen keinen Kurven, sondern nur Bögen durchfahren.

Ganz so schön war das realsozialistische Paradies nun nicht. Die BR 170 und die EI floppten und gingen nie in Serie. Die Tatras fraßen soviel Strom, dass sie ungenutzt rumstanden und Wagen auf Anweisung abgegeben werden mussten.

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Korithenkackmodus eingeschaltet???
Ich habe nicht behauptet das bei Einführung neuer Bauserie zu Ostzeiten keine Probleme gab.
Aber eben keine mehrfachen Entgleisungen ( teilweise mehrfach am Tag und gleicher Stelle),bzw das dabei die Fenster in tausend Teile gingen.
Ich erinner nur an die Peinlichkeit, das bereits am Publikums-Eröffnungstag auf der 20 die GT6 einer nach dem anderen gen Btf verschwanden.

T6JP

PS: Auch bei Euch im "golden Westen" hat es mit Neufahrzeugen nicht auf Anhieb funktioniert, war letztens ein schöner DSO Beitrag über Loks dazu,
oder noch drastischer: Der Trabbi hatte den Elchtest bestanden, der Mercedes ist umgefallen...
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
Arnd Hellinger
Insofern war es für die (politisch) Verantwortlichen in Senat und Abgeordnetenhaus eben in 1991/92 keine wirkliche Option, technisch evtl. ausgereiftere Straßenbahnen in Salzgitter oder Düsseldorf/Krefeld zu bestellen...

.. politisch gewollt-man erinnere sich als "Birne" Einfluss nahm, das die neuen Berliner S-Bahnwagen in Ammendorf gefertigt werden sollten..
ähnliche politische Einflußnahmen spendierte der HSB diese "formschönen" Neubautriebwagen*kotz*

Ohne diese politische Einflussnahme wären die Fahrzeuge aber entweder in Westdeutschland oder im EU-Ausland gebaut worden und die werktätigen Massen im ehedem volkseigenen Teil des Landes hätten sich - nicht zu Unrecht - noch stärker über fehlende Jobs beklagt. Eine braun-blaue Partei ohne konstuktives Programm und dafür völkischer Verklärung eines Wiener Postkartenmalers wäre noch eher entstanden etc...

Irgendwie musst Du Dich schon entscheiden, was Du beschimpfen möchtest.

Viele Grüße
Arnd
Da verstehst etwas falsch.
Der Aufschrei zu Birnes Einflussnahme war der, das man in Hennigsdorf eine Lokschmiede hatte.
Birne wollte damit Arbeitsplätze in CDU regiertem Lande sichern...
Korrigiert mich falls ich danebenliege das grade Wahlen vor der Tür standen..?!

T6JP
Re: Historische Fragen
06.06.2021 00:00
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
T6Jagdpilot
*schnaub* Alles Schei§e *stampf*

Irgendwie musst Du Dich schon entscheiden, was Du beschimpfen möchtest.

Hat er doch längst: Alles ;)
Zitat
T6Jagdpilot
Da verstehst etwas falsch.
Der Aufschrei zu Birnes Einflussnahme war der, das man in Hennigsdorf eine Lokschmiede hatte.
Birne wollte damit Arbeitsplätze in CDU regiertem Lande sichern...
Korrigiert mich falls ich danebenliege das grade Wahlen vor der Tür standen..?!

Weder waren Herr Stolpe oder Frau Hildebrand begeisterte Kohl-Freunde noch CDU-Mitglieder noch gab es in 1991/92 in Deutschland wichtige Wahlen - allenfalls in kleineren westlichen Bundesländern.

Viele Grüße
Arnd
Das wird (auch) der Grund gewesen sein..Wirtschaftspolitik von oben herunter ...oder im Hinterzimmer.
Funktioniert heute auch noch..jemand kennt einen der einen kennt und versucht zu hebeln.
Und manchmal wird das öffentlich und wirft Fragen auf.

T6JP
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