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Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von krickstadt 
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phönix
In unterschiedlichen Regionen hat man staatlicherseits hier schon ganz unterschiedliche Systeme getestet, von denen meist nur der Rufbus als letzte Variante verblieben ist. Der fährt durchaus innerhalb bestimmter Zeitfenster, aber natürlich nicht kurzfristig und zeitgenau, manchmal durchaus einen Tag vorher zu bestellen. Da ist die gewünschte Mobilität der potentiellen Nutzer zwar irgendwie erreichbar, aber nicht komfortabel genug, um eine massenhafte Nutzung zu erreichen.

Wichtig ist ja auch, zumindest eine gewisse Mindestmobilität für diejenigen anzubieten, die gar keine andere Option haben. Da ist es schon erschreckend, dass in manchem Landkreis in Bayern oder Niedersachsen jeder vierte bis fünfte Mensch überhaupt keine Busangebote in fußläufiger Reichweite hat: [www.bbsr.bund.de]
Zitat
hvhasel
Zitat
Marienfelde
Zur Nummer 2.: Also, hier hat die CSU aber mal recht! Wenn man sich die "Angebote" im Busverkehr in manchem bayerischen Landkreis einmal anschaut, ist das Auto Grundvoraussetzung für eine Teilhabe am Leben.

Vielleicht könnte man ja Abhilfe schaffen, indem der Regionalbusverkehr im Bayernland deutlich ausgeweitet wird, sogar auch über (Landkreis-) Grenzen hinweg,

Moment. Das sind zwei verschiedene Ebenen: Den zweiten Satz, den ich absichtlich mit aufgenommen habe, ist der eher unkritische Part, den fast alle unterschreiben würden. Aber rechtfertigt das die Überhöhung des Freiheitsbegriffes im ersten Satz? Übrigens nicht ohne Grund der allererste Satz zum Thema! Ist es nicht eher ein Zwang, wenn man keine Alternative hat? Das ist doch eine perfekte Beweislastumkehr. Am Ende muss der Status quo eben einfach so hingenommen werden.

Eben. Das ist einfach eine reine Nebelkerze. Plant hier jemand das Auto im ländlichen Raum in Bayern oder Brandenburg abzuschaffen?
Einfach ein klassisches Beispiel dafür, wie in der verkehrspolitischen Diskussion mit Unterstellungen und Zerrbildern gearbeitet wird.

Und ich gebe dir recht: die Überhöhung des Freiheitsbegriffes ist Quatsch. Das Auto ist ein Transportmittel. Und im ländlichen Raum (viel Platz, wenig Leute unterwegs) auch recht effizient. Ein besseres Regionalbussystem würde übrigens wenig daran ändern; zeitlich wäre das kaum konkurrenzfähig. Es würde nur die Möglichkeiten für die erhöhen, die kein Auto haben oder aus bestimmten Gründen (Abends in der Stadt ein paar Maß trinken) nicht damit fahren wollen.

In der Stadt (wenig Platz, viele Leute unterwegs) ist das Auto dagegen weniger effizient.
Zitat
Global Fisch
Zitat
hvhasel
Zitat
Marienfelde
Zur Nummer 2.: Also, hier hat die CSU aber mal recht! Wenn man sich die "Angebote" im Busverkehr in manchem bayerischen Landkreis einmal anschaut, ist das Auto Grundvoraussetzung für eine Teilhabe am Leben.

Vielleicht könnte man ja Abhilfe schaffen, indem der Regionalbusverkehr im Bayernland deutlich ausgeweitet wird, sogar auch über (Landkreis-) Grenzen hinweg,

Moment. Das sind zwei verschiedene Ebenen: Den zweiten Satz, den ich absichtlich mit aufgenommen habe, ist der eher unkritische Part, den fast alle unterschreiben würden. Aber rechtfertigt das die Überhöhung des Freiheitsbegriffes im ersten Satz? Übrigens nicht ohne Grund der allererste Satz zum Thema! Ist es nicht eher ein Zwang, wenn man keine Alternative hat? Das ist doch eine perfekte Beweislastumkehr. Am Ende muss der Status quo eben einfach so hingenommen werden.

Eben. Das ist einfach eine reine Nebelkerze. Plant hier jemand das Auto im ländlichen Raum in Bayern oder Brandenburg abzuschaffen?
Einfach ein klassisches Beispiel dafür, wie in der verkehrspolitischen Diskussion mit Unterstellungen und Zerrbildern gearbeitet wird.

Und ich gebe dir recht: die Überhöhung des Freiheitsbegriffes ist Quatsch. Das Auto ist ein Transportmittel. Und im ländlichen Raum (viel Platz, wenig Leute unterwegs) auch recht effizient. Ein besseres Regionalbussystem würde übrigens wenig daran ändern; zeitlich wäre das kaum konkurrenzfähig. Es würde nur die Möglichkeiten für die erhöhen, die kein Auto haben oder aus bestimmten Gründen (Abends in der Stadt ein paar Maß trinken) nicht damit fahren wollen.

In der Stadt (wenig Platz, viele Leute unterwegs) ist das Auto dagegen weniger effizient.

Vor allem ist doch Abhängigkeit ("Ich muss Auto fahren, weil ich gar keine Wahl habe!") doch das Gegenteil von Freiheit.
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DerMichael
In meiner Kindheit auf dem Land aufgewachsen, musste ich immer auf den Bus warten, der jedoch nur sporadisch und unregelmäßig fuhr. Nur Kinder und alte Leute fuhren mit dem Bus. Der einzige Autofahrer in der Familie stand nicht immer zur Verfügung. Also ging es nicht anders und man übte eher Verzicht, als dass man mit dem Bus irgendwo hin fuhr (je nach Richtung musste man ja trotz Schülerfahrkarte bezahlen). Mittlerweile bin ich ja schon etwas älter und da geht man schon mal irgendwo hin, nur um des Gehens willen (Auch ohne Hund!). Und siehe da: man hätte viele Strecken auch einfach gehen können, anstatt stundenlang auf den nächsten Bus zu warten oder eben zu verzichten. Allerdings fehlten damals noch entsprechende Radwege und auf dem Land an einer Landstraße ohne Geschwindigkeitsbegrenzung spazieren zu gehen, ist kein Vergnügen. Auch auf den gerade parallel zur Straße entstehenden Fuß- und Radweg macht der Dieselgestank des Schwerlastverkehrs keinen Spaß. Man sehnte den Führerschein herbei. So viel zum Thema "Abwesenheit der fitteren Jugend".

Ja, so stelle mir das auch vor. Was ich mit "Abwesenheit der fitteren Jugend" meinte ist: es gibt sie vielerorts nicht mehr. Die fitteren sind in den 1990er und 2000ern weggezogen, deren Kinder fehlen. Man hat vielerorts nur die Älteren. Der Trend kehrt sich nun langsam wieder ein wenig um.

Zitat
DerMichael
Zitat
VvJ-Ente
Der Sinn der "Diskussion" liegt in erster Linie darin, dass gerade von Autonutzerseite immer wieder längst wissenschaftlich widerlegte Falschbehauptungen aufgestellt werden, die aus meiner Sicht nicht unwidersprochen bleiben sollten. Und ich gebe gerne zu, dass ich zuweilen etwas zu viel Polemik oder Sarkasmus in meinen Beiträgen habe.

Wie gesagt: "missionieren". Die Leute sind doch an den Argumenten überhaupt nicht interessiert. Das ist die falsche Sprache. Man muss die Leute da abholen, wo sie sind: bei dem Wohlfühlgefühl.

Das sind irgendwie zwei verschiedene logische Ebenen, oder zwei verschiedene Gruppen von "die Leute". "Die Leute" (das Volk) ändern ihre wie auch immer gearteten Gewohnheiten allenfalls durch Maßnahmen.

Das ist im Forum aber nicht unserer Thema. "Die Leute" hier sind die Diskussionsteilnehmer. Und wer diskutiert, sollte schon an Argumenten interessiert sein.

Zitat
DerMichael
Aber das bedeutet eben, dass diese Leute ihre Privilegien abgeben und Verzicht üben sollen, "für die gute Sache".

Das mit der "guten Sache" mag ich nicht sonderlich. Gut, wegen Klimawandel etc. ist es nicht falsch.
Aber es geht schlichtweg darum, dass es nicht zwingend so ist, dass sie die Interessen anderer den Maximalinteressen der Autofahrer unterordnen müssen. Man muss im Interesse anderer auch zu Kompromissen bereit sein, wie das ganze konkret austariert wird, ist eine andere Frage.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.2023 12:27 von Global Fisch.
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Lopi2000
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phönix
In unterschiedlichen Regionen hat man staatlicherseits hier schon ganz unterschiedliche Systeme getestet, von denen meist nur der Rufbus als letzte Variante verblieben ist. Der fährt durchaus innerhalb bestimmter Zeitfenster, aber natürlich nicht kurzfristig und zeitgenau, manchmal durchaus einen Tag vorher zu bestellen. Da ist die gewünschte Mobilität der potentiellen Nutzer zwar irgendwie erreichbar, aber nicht komfortabel genug, um eine massenhafte Nutzung zu erreichen.

Wichtig ist ja auch, zumindest eine gewisse Mindestmobilität für diejenigen anzubieten, die gar keine andere Option haben. Da ist es schon erschreckend, dass in manchem Landkreis in Bayern oder Niedersachsen jeder vierte bis fünfte Mensch überhaupt keine Busangebote in fußläufiger Reichweite hat: [www.bbsr.bund.de]

Ja, in Flächenstaaten (zum Teil durchaus auch in Brandenburg) besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, damit auch Menschen ohne Auto vernünftige Mobilitätsangebote (Fußwege, Radwege und eben auch Buslinien) nutzen können. Meines Erachtens kann es hier auch nicht in erster Linie um die Kosten gehen, weil es um Grundbedürfnisse geht.

Auch ein Rufbus in der Uckermark sollte eine zeitnahe Besorgung in Schwedt ermöglichen,

Marienfelde.
Zitat
DerMichael
Das weiß ich alles. Brauchst du mir nicht zu sagen. Ist alles wissenschaftlich erforscht und empirisch hinterlegt und kann ich so auch nur bestätigen. Und ich stimme dir da auch zu 100% zu. Aber wie du sagst:
Viele Leute sind nicht zu "bekehren". Da kann man mit rationalen Argumenten noch so viel versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Du sprichst da die falsche Sprache. Die Leute sind auf einem ganz anderen Kanal unterwegs.

Viele, aber eben nicht alle. Soll man nicht versuchen, die anderen zu überzeugen?

Zitat
DerMichael
Zitat
VvJ-Ente
Der Sinn der "Diskussion" liegt in erster Linie darin, dass gerade von Autonutzerseite immer wieder längst wissenschaftlich widerlegte Falschbehauptungen aufgestellt werden, die aus meiner Sicht nicht unwidersprochen bleiben sollten. Und ich gebe gerne zu, dass ich zuweilen etwas zu viel Polemik oder Sarkasmus in meinen Beiträgen habe.

Wie gesagt: "missionieren". Die Leute sind doch an den Argumenten überhaupt nicht interessiert. Das ist die falsche Sprache. Man muss die Leute da abholen, wo sie sind: bei dem Wohlfühlgefühl. Aber das bedeutet eben, dass diese Leute ihre Privilegien abgeben und Verzicht üben sollen, "für die gute Sache". Da kommen eben ganz schnell Emotionen ins Spiel und die Antwort auf deine Bekehrungsversuche ist mit dem Fuß aufstampfen und "Will ich aber nicht!". Rational geht da gar nichts.

Was ist nun Deine Schlussfolgerung? Falschinformationen und überholte/widerlegte Narrative unwidersprochen stehen lassen, weil sich irgendwer auf den Schlips getreten fühlen könnte? Das kann's ja auch nicht sein. Allein Wohlfühlblabla reicht auch nicht, das versucht man ja seit Jahrzehten.

Also muss man eben versuchen, diejenigen zwischen den Fronten zu überzeugen. Das schafft man aber nicht, indem man Blödsinn unwidersprochen stehen lässt. Vielleicht schafft man's nicht (immer), aber wenn man es gar nicht versucht, schafft man es sicher nicht.
Zitat
Nemo
Zitat
Marienfelde

Vielleicht könnte man ja Abhilfe schaffen, indem der Regionalbusverkehr im Bayernland deutlich ausgeweitet wird, sogar auch über (Landkreis-) Grenzen hinweg,

Sicher, dann wird die Krankenschwester vor Schichtbeginn defs Kühlschränke gerne mit dem Bus zu meiner kranken Großmutter transportieren.

Was ich damit meine? Warum kann man in Berlin keine Verkehrswende machen, da man auf dem Land keinen vernünftigen ÖPNV hat? Das hat nichts miteinander zu tun.

Wenn wir jetzt über den schlechten ÖPNV in Eichwalde, Mittenwalde oder Müncheberg reden würden, könnte ich das ja noch verstehen.

[Ironie an]
Du wirst ihr sicher den Kühlschrank mit deinem Lastenfahrrad fahren? Bestimmt, ich bin mir ganz sicher ;)
[Ironie aus]

Mal ganz abgesehen davon, dass die Krankenschwester sich bei ihrem schmalen Gehalt eh kaum noch ein Auto wird leisten können. Sie fährt eh Bus oder der Arbeitgeber stellt das Auto als Anreiz, damit sie überhaupt den Arbeitsvertrag unterschreibt. Und ganz ehrlich, ein Mensch, der einen Beruf mit hohem sozialem Nutzen hat, der soll auch das Recht haben, mit dem Auto unterwegs zu sein, ggf. Zeit zu sparen und Individualität auszuleben, denn diese Person stellt sich den ganzen Arbeitstag in den Nutzen der Gemeinschaft.

Ansonsten lohnt ein differenzierter Blick auf Berlin. In der Innenstadt haben wir ein extrem gut ausgebautes Angebot, auch dank unserer Vorväter, die einfach mal U-Bahnen gebaut haben und nicht nachgerechnet haben, dass sich das wohl erst ab 99 Jahren in der CO2 Bilanz rechnen wird. Von diesem Invest des frühen 20. Jahrhundert profitieren die Menschen, die zentral in der Innenstadt wohnen, besonders. Bei langen Wegen ist dieser Verkehr eine Ebene verlegt.
In den Außenbezirken haben wir in der Regel relativ gut ausgebaute Radial-Verbindungen und eher unterirdische Tangential-Verbindungen, besonders in den Tagesrand Zeiten. Und genau in den fehlenden guten Tangential-Verbindungen liegt ein großer Knackpunkt. Nicht jeder dieser Wege ist kurz genug, um per Rad zurückgelegt zu werden. Und wenn die Leute dann 2 Radial-Verbindungen im ÖPNV belasten, fehlt die Kapazität eben dort für jene Nutzer, die einen radialen Weg haben.

Und wenn dann die oben angesprochene Krankenschwester aus Marzahn oder Hellersdorf zu ihrem Arbeitsplatz im UKB, Krankenhaus Köpenick oder Kaulsdorf muss, Schichtbeginn 6 Uhr, dann findet sie sich morgens um 05 Uhr in einem knüppelvollen 195er Bus wieder, der aus allen Nähten platzt. Das ist die Realität, Tag für Tag. Und nach der Fahrt im Bus darf diese Frau dann 8-9h körperlich anstrengende Arbeiten machen, Patienten aufrichten, waschen, umlegen, mitsamt ihren Betten durch das Krankenhaus schieben.

Dieser Frau wäre mit einer Taktverdichtung beim Bus genauso geholfen wie mit dem TRAM Lückenschluss Risaer Straße - S Mahlsdorf.
Alternativ dazu auch mit einer bezahlbaren Wohnung in Arbeitsstätten-Nähe, dass ihr Weg erst gar nicht anfällt. Verkehrsvermeidung durch kluge Stadtplanung und bezahlbaren Wohnraum.
Zitat
def
Zitat
DerMichael
Das weiß ich alles. Brauchst du mir nicht zu sagen. Ist alles wissenschaftlich erforscht und empirisch hinterlegt und kann ich so auch nur bestätigen. Und ich stimme dir da auch zu 100% zu. Aber wie du sagst:
Viele Leute sind nicht zu "bekehren". Da kann man mit rationalen Argumenten noch so viel versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Du sprichst da die falsche Sprache. Die Leute sind auf einem ganz anderen Kanal unterwegs.

Viele, aber eben nicht alle. Soll man nicht versuchen, die anderen zu überzeugen?

Zitat
DerMichael
Zitat
VvJ-Ente
Der Sinn der "Diskussion" liegt in erster Linie darin, dass gerade von Autonutzerseite immer wieder längst wissenschaftlich widerlegte Falschbehauptungen aufgestellt werden, die aus meiner Sicht nicht unwidersprochen bleiben sollten. Und ich gebe gerne zu, dass ich zuweilen etwas zu viel Polemik oder Sarkasmus in meinen Beiträgen habe.

Wie gesagt: "missionieren". Die Leute sind doch an den Argumenten überhaupt nicht interessiert. Das ist die falsche Sprache. Man muss die Leute da abholen, wo sie sind: bei dem Wohlfühlgefühl. Aber das bedeutet eben, dass diese Leute ihre Privilegien abgeben und Verzicht üben sollen, "für die gute Sache". Da kommen eben ganz schnell Emotionen ins Spiel und die Antwort auf deine Bekehrungsversuche ist mit dem Fuß aufstampfen und "Will ich aber nicht!". Rational geht da gar nichts.

Was ist nun Deine Schlussfolgerung? Falschinformationen und überholte/widerlegte Narrative unwidersprochen stehen lassen, weil sich irgendwer auf den Schlips getreten fühlen könnte? Das kann's ja auch nicht sein. Allein Wohlfühlblabla reicht auch nicht, das versucht man ja seit Jahrzehten.

Also muss man eben versuchen, diejenigen zwischen den Fronten zu überzeugen. Das schafft man aber nicht, indem man Blödsinn unwidersprochen stehen lässt. Vielleicht schafft man's nicht (immer), aber wenn man es gar nicht versucht, schafft man es sicher nicht.

Ich sage ja nicht, dass man es nicht versuchen soll. Aber wenn man mit einer Methode nicht weiterkommt, dann muss man doch mal aus der Situation aussteigen, sein eigenes Verhalten und seine eigene Diskussionsart analysieren, und dann einen anderen Weg versuchen, diese Leute zu erreichen. Argumentativ läuft es ja jetzt so: Pro: "Autofahren ist Mist, es kann nicht sein, dass das Auto so bevorzugt und subventioniert wird und Autofahrer müssen auch den anderen Verkehrsteilnehmern mehr Platz einräumen." Kontra: "Wie bitte? Ich muss jeden morgen früh eine Stunde mit dem Auto in die Stadt fahren, da dann ewig einen Parkplatz suchen. Wenn ich jetzt noch mehr Platz abgeben muss, dann dauert das doch noch länger!". Pro: Dann fahr doch auch S-Bahn, dann dauert es nicht so lange und einen Parkplatz musst du auch nicht suchen!". Kontra: "Ich hab aber keinen Bock, mich im Sommer zu den anderen übelgelaunten Gestalten zu stellen. Außerdem hab ich gehört, dass die S-Bahn immer ausfällt. Also braucht man bessere Bedinungen für die Autos, weil auf den ÖPNV kein Verlass ist".

Finanziell ist ähnlich: Ein Auto steht vollgetankt vor der Tür. Da kann ich jederzeit losfahren, ohne (gefühlt) etwas dafür bezahlen zu müssen. Ähnlich, wie beim Jahrestickt: man geht einfach los und fährt. Tanken wird gefühlt so aufgenommen, wie Essen gehen. Muss man halt ab und zu machen. Der Tankvorgang wird aber gefühlt nicht auf die Strecke bezogen. Ein Ticket zeigt einem jedesmal, dass die Fahrt etwas kostet. Darum sind ja auch Tarifgrenzen so ein Problem.

Wenn man mit Autofahrern argumentieren will, muss auf die emotionale Ebene gehen. In unserer Firma wurde vor Jahren ein Fahrzeugleasingsystem "für alle" eingeführt. Bei der Vorstellung in Berlin meinte der Referent, dass sich das System in Berlin nicht rechnet und wenn er den Leuten das System jetzt vorstellt, passiert es wohl häufiger, dass einige das Auto abschaffen, da ihnen jetzt klar wird, wie teuer so ein Auto tatsächlich ist. Der Preis eines Autos wird aber häufig verdrängt.

Man dreht sich im Kreis. Rational blockiert sich der Autofahrer selbst, emotional ist der ÖPNV für ihn keine Option. Man bekommt die Leute nur da raus, wenn sich bei der Benutzung des ÖPNV ein ähnliches Wohlgefühl einstellt, wie beim Autofahren. Wenn ÖPNV oder Fahrradfahren zum positiven Erlebnis wird, dann kann man die Leute abholen.

Mir geht es ähnlich: Bahnfahren ist bei mir schon immer positiv besetzt, Busfahren durch meine Kindheit eher nicht. Wenn ich irgendwo hin muss, dann geht es mir nicht nur darum da hinzukommen, sondern da ist auch der Weg das Ziel: neue Züge, neue Strecken, das Unterhaltungsprogramm, auch mal ein bisschen Abenteuer, usw. Ich mag halt Züge ;-)

Ich hatte letztens vergessen, mir einen Platz zu reservieren und der Zug war massiv überfüllt. Ich bin dann ins Bistro und hatte dort so tolle Erfahrungen und Erlebnisse, dass andere schon meinten, sie gehen jetzt immer direkt ins Bistro, wenn der Zug so überfüllt ist, anstatt sich müde im Gang niederzulassen. Obwohl der Zug überfüllt war, haben zumindest wir den Zug mit einem positiven Gefühl verlassen.
Im Auto lernt man selten einen Australier kennen, der Professor an einer texanischen Uni ist und deutsche Geschichte mit Schwerpunkt drittes Reich lehrt und mit dem man ungezwungen mal ein, zwei Bier trinken kann.
Zitat
Balu der Bär
Mal ganz abgesehen davon, dass die Krankenschwester sich bei ihrem schmalen Gehalt eh kaum noch ein Auto wird leisten können. Sie fährt eh Bus oder der Arbeitgeber stellt das Auto als Anreiz, damit sie überhaupt den Arbeitsvertrag unterschreibt. Und ganz ehrlich, ein Mensch, der einen Beruf mit hohem sozialem Nutzen hat, der soll auch das Recht haben, mit dem Auto unterwegs zu sein, ggf. Zeit zu sparen und Individualität auszuleben, denn diese Person stellt sich den ganzen Arbeitstag in den Nutzen der Gemeinschaft.

Ansonsten lohnt ein differenzierter Blick auf Berlin. In der Innenstadt haben wir ein extrem gut ausgebautes Angebot, auch dank unserer Vorväter, die einfach mal U-Bahnen gebaut haben und nicht nachgerechnet haben, dass sich das wohl erst ab 99 Jahren in der CO2 Bilanz rechnen wird. Von diesem Invest des frühen 20. Jahrhundert profitieren die Menschen, die zentral in der Innenstadt wohnen, besonders. Bei langen Wegen ist dieser Verkehr eine Ebene verlegt.
In den Außenbezirken haben wir in der Regel relativ gut ausgebaute Radial-Verbindungen und eher unterirdische Tangential-Verbindungen, besonders in den Tagesrand Zeiten. Und genau in den fehlenden guten Tangential-Verbindungen liegt ein großer Knackpunkt. Nicht jeder dieser Wege ist kurz genug, um per Rad zurückgelegt zu werden. Und wenn die Leute dann 2 Radial-Verbindungen im ÖPNV belasten, fehlt die Kapazität eben dort für jene Nutzer, die einen radialen Weg haben.

Und wenn dann die oben angesprochene Krankenschwester aus Marzahn oder Hellersdorf zu ihrem Arbeitsplatz im UKB, Krankenhaus Köpenick oder Kaulsdorf muss, Schichtbeginn 6 Uhr, dann findet sie sich morgens um 05 Uhr in einem knüppelvollen 195er Bus wieder, der aus allen Nähten platzt. Das ist die Realität, Tag für Tag. Und nach der Fahrt im Bus darf diese Frau dann 8-9h körperlich anstrengende Arbeiten machen, Patienten aufrichten, waschen, umlegen, mitsamt ihren Betten durch das Krankenhaus schieben.

Dieser Frau wäre mit einer Taktverdichtung beim Bus genauso geholfen wie mit dem TRAM Lückenschluss Risaer Straße - S Mahlsdorf.
Alternativ dazu auch mit einer bezahlbaren Wohnung in Arbeitsstätten-Nähe, dass ihr Weg erst gar nicht anfällt. Verkehrsvermeidung durch kluge Stadtplanung und bezahlbaren Wohnraum.
Erstens steht die Krankenschwester mit Schichtbeginn 6 Uhr in der Regel nicht im Stau, und auch nach Feierabend um spätestens 14:30 Uhr ist der Verkehr noch erträglich. Und zweitens würde sie auch, wenn sie zwischen 8 und 16 Uhr arbeiten würde, nicht im Stau stehen, wenn die ganzen Menschen mit Arbeitsweg von unter 5 km und Autofokus wenigstens mal ab und zu mit Bus, Bahn oder Rad unterwegs wären.
Zitat
hvhasel
Man muss die Zuspitzung nicht zu 100% teilen, aber vom Tenor empfehle ich diesen Kommentar aus der taz: [taz.de]

Dort geht es zwar zuvorderst um Rammstein-Fans, aber im Grunde kann man das auf viele weitere Themen übertragen. Es gibt nun einmal Menschen, die wollen nicht abgeholt werden, auch nicht mit "Wohlfühlgefühl". Für die ist das eine Lebenshaltung, einfach nichts ändern zu müssen und immer weiterzumachen. Da hilft auch das beste Angebot nicht.

Um das Ganze wieder auf die Verkehrspolitik zu übertragen, die CSU schreibt in ihrem aktuellen Grundsatzprogramm:
Zitat

Ja zum Auto – Nein zu Verboten
Wir sehen in der individuellen Mobilität den Inbegriff von Freiheit. Das Auto ist für Millionen Bürgerinnen und Bürger Bedingung der Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit, der Selbstständigkeit und Teilhabe – gerade im ländlichen Raum.

Ich hätte gedacht, das Auto sei einfach ein Transportmittel und nicht das Symbol von Freiheit, das verteidigt werden müsse. Aber hier zeigt sich doch exemplarisch, wie absichtlich überladen das Thema wird, sogar von einer (Fast-noch-)Volkspartei. Es fehlt echt nicht mehr viel und wir haben österreichische Verhältnisse.

Ich würde mich nicht wundern, wenn BMW ein eigenes Büro in der Münchener Staatskanzlei hat und die Politiker von den Lobbyisten gebrieft werden.
Und dass es nicht anders geht ist natürlich eine Lüge, die bewusst den Leuten eingebläut wird: In meiner Kindheit kam jeden Tag der "Milchwagen", ein kleiner Kramladen auf Rädern über die Dörfer gefahren, der alle paar 100m hielt und bei denen die Leute die dringendsten Produkte des täglichen Bedarfs, insbesondere eben Frischmilch, Brot, Käse, Wurst, Waschmittel, etc. kaufen konnten. Man musste nicht unbedingt dafür zum nächsten Bäcker, Metzger oder Discounter fahren.
Ob sich so etwas heute noch rentiert, ist eine andere Frage, aber möglich wäre es und auf jeden Fall billiger, als jedes mal mit einem Auto zu den Läden zu fahren, insbesondere, wenn man extra für diese Wege ein zweites Auto vorhalten muss.

Ich gebe aber auch zu bedenken, dass das Auto politisch ja gewollt ist: Straßenbau, Instandhaltung, Autoproduktion direkt, Discounter, die komplett auf das Auto zugeschnittene Infrastruktur macht wahrscheinlich einen großen Teil unseres BIPs aus. Würde man die ganzen Fahrten auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren und den ganzen Verkehr überflüssig machen, würde das wahrscheinlich auch unser "Wachstum" gefährden, zumindest auf dem Papier.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.2023 13:32 von DerMichael.
Zitat
DerMichael

Ich gebe aber auch zu bedenken, dass das Auto politisch ja gewollt ist: Straßenbau, Instandhaltung, Autoproduktion direkt, Discounter, die komplett auf das Auto zugeschnittene Infrastruktur macht wahrscheinlich einen großen Teil unseres BIPs aus. Würde man die ganzen Fahrten auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren und den ganzen Verkehr überflüssig machen, würde das wahrscheinlich auch unser "Wachstum" gefährden, zumindest auf dem Papier.

Nun, wenn man das Auto nicht so pampern würde, dann würden die Leute ihr Geld für andere Dinge ausgeben und so die lokale Wirtschaft vielleicht sogar noch mehr stärken.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
DerMichael

Ich gebe aber auch zu bedenken, dass das Auto politisch ja gewollt ist: Straßenbau, Instandhaltung, Autoproduktion direkt, Discounter, die komplett auf das Auto zugeschnittene Infrastruktur macht wahrscheinlich einen großen Teil unseres BIPs aus. Würde man die ganzen Fahrten auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren und den ganzen Verkehr überflüssig machen, würde das wahrscheinlich auch unser "Wachstum" gefährden, zumindest auf dem Papier.

Nun, wenn man das Auto nicht so pampern würde, dann würden die Leute ihr Geld für andere Dinge ausgeben und so die lokale Wirtschaft vielleicht sogar noch mehr stärken.

Ich würde sogar noch weitergehen: durch die Möglichkeit 100% Homeoffice zu machen und überhaupt nicht erst in die Innenstadt fahren zu müssen und damit jeden Tag mehr als zwei Stunden Fahrzeit einsparen zu können habe ich persönlich so viel Lebensqualität hinzugewonnen, dass ich mir diese Pendelei gar nicht mehr vorstellen kann. Ich persönlich kann dem Versuch der Arbeitgeber, die Leute wieder ins Büro zu bekommen gar nichts abgewinnen. Aber auch hier sieht man die Bevorzugung des Autos: Ich kann die Entfernungspauschale problemlos absetzen, selbst, wenn ich mit der Bahn fahre. Aber was für ein Aufwand für ein Arbeitszimmer! Die Leute sollen pendeln! Und am besten mit dem Auto.
Meiner Meinung nach ist eine vernünftige Internetanbindung der Dörfer unerlässlich auch für die "Verkehrswende". Die beste Möglichkeit der Verkehrsvermeidung oder zumindest der Verkehrsbeschränkung auf den lokalen Wohnort. Wenn man es schaffen würde, dass durch das Internet jetzt möglichst viele Menschen direkt zu Hause, oder zumindest wohnortnah arbeiten könnten, dann könnte ich mir vorstellen, dass sich auch wieder kleiner Läden und ggf. andere durch das Auto verloren gegangene Infrastruktur wieder entwickeln könnte.
An diese Steuergesetzgebung müsste man auch ran. Und an die Vorschrift, dass Mitarbeiter bei mehr als drei Tagen Homeoffice in der Woche einen Anspruch auf Telearbeitsaustattung haben auch, denn dieser Kostenfaktor drängt die Arbeitgeber, die Mitarbeiter wieder ins Büro zu holen.
Wenn der Staat die öffentliche Verwaltung endlich mal digitalisieren würde, müsste man auch keine Akten mehr mit dem Auto durch Berlin kutschieren.
Zitat
Nemo
Nun, wenn man das Auto nicht so pampern würde, dann würden die Leute ihr Geld für andere Dinge ausgeben und so die lokale Wirtschaft vielleicht sogar noch mehr stärken.

Bist Du Dir sicher? Ich nehme eher an, dass die Leute das Geld zum Flughafen tragen, um sich die nächste große Reise zu genehmigen. Das Mobilitätsbedürfnis will befriedigt werden ;-)
Zitat
phönix
Zitat
Nemo
Nun, wenn man das Auto nicht so pampern würde, dann würden die Leute ihr Geld für andere Dinge ausgeben und so die lokale Wirtschaft vielleicht sogar noch mehr stärken.

Bist Du Dir sicher? Ich nehme eher an, dass die Leute das Geld zum Flughafen tragen, um sich die nächste große Reise zu genehmigen. Das Mobilitätsbedürfnis will befriedigt werden ;-)

Jeder Jeck ist da anders.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
DerMichael
Zitat
Nemo
Zitat
DerMichael

Ich gebe aber auch zu bedenken, dass das Auto politisch ja gewollt ist: Straßenbau, Instandhaltung, Autoproduktion direkt, Discounter, die komplett auf das Auto zugeschnittene Infrastruktur macht wahrscheinlich einen großen Teil unseres BIPs aus. Würde man die ganzen Fahrten auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren und den ganzen Verkehr überflüssig machen, würde das wahrscheinlich auch unser "Wachstum" gefährden, zumindest auf dem Papier.

Nun, wenn man das Auto nicht so pampern würde, dann würden die Leute ihr Geld für andere Dinge ausgeben und so die lokale Wirtschaft vielleicht sogar noch mehr stärken.

Ich würde sogar noch weitergehen: durch die Möglichkeit 100% Homeoffice zu machen und überhaupt nicht erst in die Innenstadt fahren zu müssen und damit jeden Tag mehr als zwei Stunden Fahrzeit einsparen zu können habe ich persönlich so viel Lebensqualität hinzugewonnen, dass ich mir diese Pendelei gar nicht mehr vorstellen kann. Ich persönlich kann dem Versuch der Arbeitgeber, die Leute wieder ins Büro zu bekommen gar nichts abgewinnen. Aber auch hier sieht man die Bevorzugung des Autos: Ich kann die Entfernungspauschale problemlos absetzen, selbst, wenn ich mit der Bahn fahre. Aber was für ein Aufwand für ein Arbeitszimmer! Die Leute sollen pendeln! Und am besten mit dem Auto.
Meiner Meinung nach ist eine vernünftige Internetanbindung der Dörfer unerlässlich auch für die "Verkehrswende". Die beste Möglichkeit der Verkehrsvermeidung oder zumindest der Verkehrsbeschränkung auf den lokalen Wohnort. Wenn man es schaffen würde, dass durch das Internet jetzt möglichst viele Menschen direkt zu Hause, oder zumindest wohnortnah arbeiten könnten, dann könnte ich mir vorstellen, dass sich auch wieder kleiner Läden und ggf. andere durch das Auto verloren gegangene Infrastruktur wieder entwickeln könnte.
An diese Steuergesetzgebung müsste man auch ran. Und an die Vorschrift, dass Mitarbeiter bei mehr als drei Tagen Homeoffice in der Woche einen Anspruch auf Telearbeitsaustattung haben auch, denn dieser Kostenfaktor drängt die Arbeitgeber, die Mitarbeiter wieder ins Büro zu holen.
Wenn der Staat die öffentliche Verwaltung endlich mal digitalisieren würde, müsste man auch keine Akten mehr mit dem Auto durch Berlin kutschieren.

Nachdem ich mir hier ne Weile höchst amüsiert die Grabenkämpfe von der Seitenlinie angeschaut hab..
in Eurem Homeofficewahn habt ihr vergessen das es eine Menge Leute gibt die physisch an ihren Arbeitsplätzen sein müssen-
ja auch die vielzitierte Krankenschwester die ständig Waschmaschinen zur Oma transportiert.
Selbst wenn die Brandenburger Internet und Mobilfunkpampa auf den Stand von Rumänien oder der Ukraine gebracht wird:
Jede Menge von diesen Arbeitnehmern die nicht zwischen Waschmaschine und Heimbürotopflapp pendeln,
entscheiden sich dafür den Arbeitsweg mit dem ihnen genehmen Transportmittel zurückzulegen-
die die sich jeden Tag in die Öffis bewegen und die es lieber mit dem Auto machen, auch ohne Pampers.
Deshalb wird sich wohl kaum in der Brandenburger Steppe irgendwelche erhoffte Ladeninfrastrukur bilden, die ggf in der Stadt aufgibt.
Von drei WWWDorfhanseln lebt so ein Laden nicht.
Aber das Geschäft in der Stadt von denen die jeden Tag dran vorbeikommen egal wie.
Und dabei gleich die Waschmaschine mitnehmen ..jeden Tag ;-)))

Ich sehe es real wie immer-angesichts der Personalsituation jetzt und künftig werdet Ihr Eure "Verkehrswendewünsche" noch lange träumen-
Busfahren im "Homeoffice" wird nicht gehen und an der Bahn schrauben genauso nicht,FDL und Lok fahren will die Jugend höchstens am PC-Simulator.
Bedienung an der Hackepetertheke geht nicht virtuell nicht, und Meister Röhricht auch nicht- die Liste ist gut erweiterbar.
Da wiegen die paar eingesparten Homeofficenichtmehrpendler vielleicht den Füllungsgrad von 1-2 REs oder S-Bahnen am Tag auf.

T6JP
Eine andere Frage ist auch, ob das "Hoch" bei den derzeitigen Fahrgastzahlen nicht nur temporär ist. Thema: Überalterung, Klimakrise, Arbeitskräftemangel, usw. Wenn die Boomer in ca 30 Jahren weggestorben sind, löst sich vieles vielleicht von selbst. (Wohnungsmangel, Verkehrskollaps, wirtschaftlicher Niedergang, etc.). Auch das Thema Ladeinfrastruktur könnte langfristig entfallen, wenn sich immer mehr Menschen eigene Solarzellen installieren und ihr Auto zu Hause laden.

Trotz der vielen Widerstände gegen jegliche Veränderung derzeit. Aber das ist ein anderes Thema.
Zitat
DerMichael
Eine andere Frage ist auch, ob das "Hoch" bei den derzeitigen Fahrgastzahlen nicht nur temporär ist. Thema: Überalterung, Klimakrise, Arbeitskräftemangel, usw. Wenn die Boomer in ca 30 Jahren weggestorben sind, löst sich vieles vielleicht von selbst. (Wohnungsmangel, Verkehrskollaps, wirtschaftlicher Niedergang, etc.).

Weiß nicht, ob das Großstädte wie Berlin so stark betreffen wird, zumal ja auch andere Dinge mit hineinspielen. Wenn z.B. in der Innenstadt immer mehr Wohnungen in Airb'n'b-Apartments umgewandelt werden, könnte das Verkehrsproblem sich sogar verschlimmern.

Und selbst wenn die Anzahl der Wege pro Tag zurückgeht, sollte doch das Ziel sein, dass dieser Rückgang vor allem im Pkw-Verkehr erfolgt. Insofern sind auch Kapazitätserweiterungen im ÖPNV dringend geboten.

Zitat
DerMichael
Auch das Thema Ladeinfrastruktur könnte langfristig entfallen, wenn sich immer mehr Menschen eigene Solarzellen installieren und ihr Auto zu Hause laden.

Positiver Nebeneffekt: dann würden sie sich wenigstens selbst um Lagerflächen für ihre Autos kümmern.
Zitat
GraphXBerlin
Auf den Straßen nur noch Radfahrer und BVG?

Nö, aber das ist dir ja bekannt.

Wie hast du eigentlich deine ersten 50 Lebensjahre ohne Führerschein und eigenen PKW überstanden?

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
B-V 3313
Zitat
GraphXBerlin
Auf den Straßen nur noch Radfahrer und BVG?

Nö, aber das ist dir ja bekannt.

Wie hast du eigentlich deine ersten 50 Lebensjahre ohne Führerschein und eigenen PKW überstanden?

Die Frage hast Du irgendwie schon mal gestellt. Mit dem Fahrrad. Heute habe ich persönlich mit dem PKW wesentlich mehr Vorteile (Transport) und Zeitersparnis (Arbeit, Ausflüge etc...)
Ich bewege mich aber auch weniger im Innenring. Das ist vermutlich mein Glück.
Beruflich fahre ich genügend Fahrrad. Anstrengend genug.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.07.2023 00:15 von GraphXBerlin.
Heute in der Berliner Zeitung Online:


[www.berliner-zeitung.de]


Vor allem dieses Zitat: „Den Hackeschen Markt müssen wir uns anschauen“, sagte Wegner. „Die Verkehrssituation dort mit der Straßenbahn und dem Autoverkehr ist wirklich gefährlich. Und es schafft keine Aufenthaltsqualität.“

Was da wohl passieren wird?

LG Veit
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