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„Einstieg vorn “ ab dem 5.03.2012
geschrieben von Veddel 
Zitat
Herbert
So geil ist Busfahren jetzt auch nicht.

Wie bitte!?

Wir haben doch sonst nichts anderes in diesem Forum / im Hamburger Senat, als das Vorneeinstiegsthema, um diese Premium-Hamburg-ÖPNV-zersetzenden Schwarzfahrer zu verhindern!

Ich glaube, mir erschließt sich mittlerweile auch, warum es so oft nur einen Ausgang bei den Schnellbahnstationen gibt - die Kontrollen würden ja deutlich aufwendiger...
Da darf dann auch mal der Komfort eingeschränkt bzw. 300m extra Fußmarsch vorausgesetzt werden.
Bei den VHH - Bussen ist der Vordereinstieg fast komplett abgeschafft, oder ?
Z.B. die 21 öffnet fast immer alle Türen, und oftmals drehen Fahrer demonstrativ den Kopf weg, wenn man Ihnen das Ticket zeigt.
Bei der HHA hingegen ist alles sehr viel strenger.
Vielleicht passen Fahrplankalkulation und Sichtkontrolle in Zeiten immer höher werdende Anmeldezahlen für KFZ und immer mehr Nadelöhr-Baustellen einfach nicht mehr zusammen. Das gleiche gilt auch, wenn es immer mehr längere Busse gibt ohne dass die Busbahnhöfe mitwachsen. Busse, die zulange an den Abfahrtbereichen der Busbahnhöfe stehen behindern nachfolgende Busse anderer Linien, die ebenfalls an diese Abfahrtbereiche müssen, zumal auch etliche Fahrgäste erst im Bus aufwendig in ihren Taschen nach ihren Fahrkarten suchen

Meine Sicht als Fahrgast: Wenn es nicht mehr Priorltät hat, dass wenigstens versucht wird, Fahrpläne einzuhalten und Anschlüsse zu erreichen, dann kann man den HVV in die Tonne treten.

Und nun meine Sicht als Fahrer: Ich habe einmal, als ich tatsächlich mal die Zeit dazu hatte einen Fahrgast nach vorn gerufen, den ich hinten einsteigen gesehen habe. Was ich nicht gesehen habe, weil meine Aufmerksamkeit vorher den Fahrscheinen der einsteigenden Fahrgäste geschuldet war ist, dass der Herr sich bereits im Bus befand und kurz ausgestiegen ist, um andere Fahrgäste aussteigen zu lassen. Aus dem Ärger, den ich dann hätte habe ich dann Konsequenzen gezogen und bin zur Einsicht gelangt, dass ich mich nur um eine Tür kümmern kann und das ist vorne, wo ich sitze. Durch die Sichtkontrolle, die höchstens dazu führt, dass jemand die billigste Fahrkarte unabhängig von seinem Fahrtziel kauft, um an mir vorbei zu kommen, führt leider dazu, dass ich vorn immer mehr abgelenkt bin und nicht mehr mitbekomme, wenn jemand mit Krückstock, Rollator oder Kinderwagen hinten aussteigt und ein Absenken des Fahrzeugs angebracht wäre.

Die Sichtkontrolle führt also nicht nur in punkto Pünktlichkeit und Bequemlichkeit (als Fahrgast mit vollen Einkaufstaschen hasse ich die Sichtkontrolle) zu Komforteinbußen.

Übrigens gibt es neben den Fahrgästen, die hier im Forum die konsequente Fahrkartenkontrollen durch den Fahrer fordern auch Fahrgäste, die anders denken. Wenn der Fahrer brav die Tickets kontrolliert und jemand kein gültiges hat ist es für den Fahrer ein sehr motivierendes Erlebnis, wenn ein anderer Fahrgast im Bus aufspringt und denjenigen auf seiner Abokarte mitnimmt bzw als Begleitperson bei Schwerbeschädigtenausweise, obwohl beide sich nicht kennen.

Außerdem gibt es immer wieder Fahrgäste, die ihre nicht mehr benötigten Tageskarten an Bettler vor den Schnellbahnhaltestellen verschenken oder ihre Karte zur Weiternutzung an den Fahrkartenautomaten klemmen.
Zitat
Wolf Tiefenseegang
führt leider dazu, dass ich vorn immer mehr abgelenkt bin und nicht mehr mitbekomme, wenn jemand mit Krückstock, Rollator oder Kinderwagen hinten aussteigt und ein Absenken des Fahrzeugs angebracht wäre.

Ein wenig off-topic: Ich würde es tatsächlich begrüssen, wenn Fahrer an den Haltestellen häufiger mal den Blick nach draussen werfen und das Fahrzeug absenken, wenn man mit Kinderwagen oder Rollstuhl davor steht (wobei es beim Rollstuhl meist sogar funktioniert). Bei Aussteigen wäre es hilfreich, auf den gedrückten blauen Taster zu achten - gerade vorgestern durfte ich einen Fahrer beim Aussteigen wieder direkt auffordern...

Zurück zum Thema: Mich nervt diese Vorne-Einstieg-Kontroll-Aktion tierisch - wenn man brav das Profiticket rauskramt, sich vorne in der Schlage anstellt, sich aber der Fahrer nicht dafür interessiert und hinten die Leute in Ruhe einsteigen und die freien Sitzplätze belegen. Da werden die "artigen" Kunden bestraft...

Tobias
Ich dachte eigentlich immer, dass der "Einstieg vorn" damit begründet sei, die Sicherheit zu erhöhen. Dies bezweifle ich zwar stark, aber hier wird immer nur das Argument gebracht (und damit der Generalverdacht) dass die Kunden die hinten einsteigen schwarz fahren.
Was ist denn das offizielle Grund für den Einsteig vorn gewesen?
Zitat
flor!an
Was ist denn das offizielle Grund für den Einsteig vorn gewesen?

Abschreckung von Schwarzfahrern bei beaufsichtigten Vorder-Einstieg.
Na, dann hätten sie Schaffner auf die Busse setzen müssen.
Zitat
McPom
Zurück zum Thema: Mich nervt diese Vorne-Einstieg-Kontroll-Aktion tierisch - wenn man brav das Profiticket rauskramt, sich vorne in der Schlage anstellt, sich aber der Fahrer nicht dafür interessiert und hinten die Leute in Ruhe einsteigen und die freien Sitzplätze belegen. Da werden die "artigen" Kunden bestraft...


Ja, und weil mich das ebenso nervt, bin ich wohl einer der recht wenigen Fahrer, der die Sichtprüfung der Fahrscheine ziemlich genau nimmt - wenn es denn die Menge der Fahrgäste an der Haltestelle zulässt
Zitat
STZFa
Na, dann hätten sie Schaffner auf die Busse setzen müssen.

Das hätte was. Sowas habe ich bislang nur einmal in Hamburg gesehen: Auf M20/25 (als die noch mit Solo-Bussen fuhren, der 21-Uhr-Einstieg nach langer Zeit mal wieder gestrafft worden ist, lang ist's her) fuhr abends eine Prüferin mit, die gezielt hinten eingestiegene Fahrgäste kontrolliert hat. Wer vorne eingestiegen und etwas vorgezeigt oder gekauft hat, wurde von der nicht weiter angesprochen. Wer aber hinten eingestiegen ist, wurde von der gezielt angesprochen:
"Schönen guten Tag, der Herr / die Dame! Sie sind gerade eben an der hinteren Tür eingestiegen. Sie wissen, dass Sie das nach 21 Uhr sowie Sonn- und Feiertags ganztägig nicht dürfen? Zeigen Sie bitte Ihren Fahrausweis!"

Fahrgast hatte Fahrausweis:
"OK, nächstes Mal aber bitte vorne einsteigen und dem Fahrer zeigen, da der Einstieg an der hinteren Tür als Schwarzfahren gewertet werden kann!"

Nächster Fahrgast hatte keinen Fahrausweis:
"Das ist schlecht! Nach 21 Uhr an der hinteren Tür einsteigen und keinen gültigen Fahrausweis dabei haben, ist Schwarzfahren! Sie hätten an der vorderen Tür einsteigen und einen Fahrausweis kaufen müssen! So muss ich Sie jetzt leider mit 30/40 € (das war so um die Zeit der Erhöhung von 30 auf 40 €) zur Kasse bitten! Ihren Personalausweis bitte!"

Ich habe nie wieder erlebt, dass der kontrollierte Vorne-Einstieg so konsequent überwacht worden ist und frage mich, warum das nie wieder so gemacht worden ist.
Zitat
Jan Gnoth
Wer aber hinten eingestiegen ist, wurde von der gezielt angesprochen: "Schönen guten Tag, der Herr / die Dame! Sie sind gerade eben an der hinteren Tür eingestiegen. Sie wissen, dass Sie das nach 21 Uhr sowie Sonn- und Feiertags ganztägig nicht dürfen? Zeigen Sie bitte Ihren Fahrausweis!"

Fahrgast hatte Fahrausweis:
"OK, nächstes Mal aber bitte vorne einsteigen und dem Fahrer zeigen, da der Einstieg an der hinteren Tür als Schwarzfahren gewertet werden kann!"

Mit Sicherheit nicht, denn als Schwarzfahren zählt, wenn man keine Fahrkarte hat oder sie nicht vorzeigt, aber nicht, wenn man an der falschen Tür einsteigt. Der ganze Vordereinstieg kommt in den Beförderungsbedingungen überhaupt nicht vor (oder findet da jemand etwas?).

Zitat
Jan Gnoth
Nächster Fahrgast hatte keinen Fahrausweis:
"Das ist schlecht! Nach 21 Uhr an der hinteren Tür einsteigen und keinen gültigen Fahrausweis dabei haben, ist Schwarzfahren! Sie hätten an der vorderen Tür einsteigen und einen Fahrausweis kaufen müssen! So muss ich Sie jetzt leider mit 30/40 € (das war so um die Zeit der Erhöhung von 30 auf 40 €) zur Kasse bitten! Ihren Personalausweis bitte!"

Auch das ist nicht unbedingt sofort Schwarzfahren, denn: „Ist der Fahrgast beim Betreten des Fahrzeuges nicht mit einem für diese Fahrt gültigen Fahrausweis versehen, hat er unverzüglich und unaufgefordert den erforderlichen Fahrausweis zu lösen.“ (§6, Abs. 2). Auch das schließt das Hinteneinsteigen nicht aus, geht für Kinderwagen usw. ja auch nicht anders. Erst, wenn man sich nicht sofort zum Fahrer bewegt, sondern sich irgendwo niederlässt, dürfte Schwarzfahren vorliegen.
Zitat
Ingo Lange
Erst, wenn man sich nicht sofort zum Fahrer bewegt, sondern sich irgendwo niederlässt, dürfte Schwarzfahren vorliegen.

Richtig, die von der Prüferin angesprochenen Fahrgäste waren an der hinteren Tür eingestiegen und hatten sich dann im hinteren Bereich des Busses zum Sitzen niedergelassen. Der erste von der Prüferin angesprochene hatte einen Fahrausweis und wurde von der Prüferin auf den Vorder-Einstieg hingewiesen, der zweite von der Prüferin angesprochene Fahrgast hatte keinen Fahrausweis und wurde dementsprechend von der Prüferin mit dem damals gültigen Satz von 30 oder 40 € zur Kasse gebeten.
Zitat
flor!an
Ich dachte eigentlich immer, dass der "Einstieg vorn" damit begründet sei, die Sicherheit zu erhöhen. Dies bezweifle ich zwar stark, aber hier wird immer nur das Argument gebracht (und damit der Generalverdacht) dass die Kunden die hinten einsteigen schwarz fahren.
Was ist denn das offizielle Grund für den Einsteig vorn gewesen?

Eine Erhöhung der Sicherheit war ein Nebenargument. Wie schon geantwortet wurde soll der Vorneinstieg Schwarzfahrer abschrecken bzw bisherige Schwarzfahrer in zahlende Gäste verwandeln. Sonst hätte der Vorneinstieg ohne Sichtkontrolle ausgereicht, denn eine Fahrkarte in der Hand beim Einsteigen erhöht nicht die Sicherheit.
In der Theorie. Praxis ist aber, dass nun wirklich jeder Grundschulabbrecher begriffen hat, dass man zu 94% irgendetwas hinhalten muss um damit durchzukommen.

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Zitat
Andrako
die Sichtprüfung der Fahrscheine ziemlich genau nimmt - wenn es denn die Menge der Fahrgäste an der Haltestelle zulässt

Genau das ist finde ich die Farce an der ganzen Sache. Bei der 13 zB steigt die komplette Busladung in Veddel durch alle Türen ein, gut 80% der Fahrgäste durch die hinteren Türen. Bei dem Publikum dort schätze ich eine Schwarzfahrer-Quote von locker 20-25%.
Bei der 7 steigt die ganze Busladung in Barmbek durch alle Türen ein, auch dort bestimmt jeder zehnte schwarz. Da interessiert es niemanden, es ist ja aber auch völlig utopisch dort alle zu kontrollieren, außer man möchte 3-4 Minuten vor Abfahrt an die Haltestelle fahren.
Trotzdem macht das wenig Sinn. Verstärkte Kontrollen an Bord wären vielleicht der bessere Weg, wenn auch viel personalintensiver.
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