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Bundesweiter Warnstreik im ÖPNV
geschrieben von STZFa 
Ach, du warst einer von den TF`s die mir fast mein Trommelfell zum zerplatzen gebracht hätten :-D,
Die Kollegen der Technik haben die Tfs , und natürlich auch die ungezählten Auto-,und Radfahrer nur noch abgefeiert.
Zitat
AJL
In dieser schwierigen Zeit dem eigenen an den Coronafolgen so leidenen Unternehmen in noch größere Not zu bringen,
ist äußerst charakterlos schäbig. Vielleicht werden die Fahrgastrückgänge ja doch langristig bleiben und das Angebot wird mal
ausgedünnt - dann können die Streiker ganz zu Hause bleiben oder sich bei Lidl oder McDonalds für den Mindestlohn bewerben.

Na ja - das Streikrecht gibt es nicht umsonst und wurde hart erkämpft - Charakterlos ist schon recht harter Tobak - ach ja - und bevor das jetzt behauptet wird - nein - ich war gestern auch ein betroffener Fahrgast und kenne das schon zu gut als AKN-"Beförderungsfall"

Sag doch mal, wie die Arbeitnehmer denn mit Charakter ihre Forderungen durchsetzen sollen. Ich bin mal gespannt
Am Donnerstag den 15.10.20 wird es einen ganztägigen Streik bei der Hochbahn, von Donnerstag 03:00 Uhr bis Freitag 03:00 Uhr geben.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.2020 18:20 von STZFa.
Zitat
StephanHL
Sag doch mal, wie die Arbeitnehmer denn mit Charakter ihre Forderungen durchsetzen sollen. Ich bin mal gespannt

In Zeiten einer Pandemie: gar nicht! Man sollte doch als Gewerkschaft als auch als Mitglied so viel Weitsicht haben, dass man als Gesellschaft in Zeiten einer Pandemie zusammenhalten sollte. Nach der Pandemie können die gerne so viel streiken wie sie möchten, um ihre Forderungen durchzusetzen und hätte meine volle Solidarität/Zustimmung.

Meine Solidarität hält sich aber momentan leider in grenzen, wenn man lesen muss, dass es keine Kundgebungen wegen des Infektionsrisikos geben wird aber auf der anderen Seite setzt man die Fahrgäste in vollen S-Bahnen einem erhöhten Infektionsrisiko aus. Wenn du mich fragst, dann ist das tatsächlich mehr als schäbig.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.2020 10:53 von Lux876.
Die Gewerkschaften sind die schlimmsten Sargnägel des Landes. Sie haben Millionen von Jobs ins Ausland getrieben und zeigen auch jetzt ihre ganze Hemmungslosigkeit.
Vielleicht kommt jetzt der Großangriff gegen den ÖPNV wieder dem Auto zu Gute. Danach kann man dort wieder Verlagerungen ins Ausland "erkämpfen".
Zitat
Lux876
In Zeiten einer Pandemie: gar nicht! Man sollte doch als Gewerkschaft als auch als Mitglied so viel Weitsicht haben, dass man als Gesellschaft in Zeiten einer Pandemie zusammenhalten sollte.

Lol. Zusammenhalten ist doch genau der Punkt um den es bei diesem Streik geht - die Gewerkschaft will dass alle die in ÖPNV arbeiten denselben Tarifvertrag bekommen...
Irgendwas ist doch immer um den Leuten am liebsten das Streiken zu verbieten. Wenn man bedenkt wie lange die HOCHBAHN allgemein Streikfrei durch die Lande fuhr, hat das doch jetzt Seltenheitswert. Da ist das bei der S-Bahn, gefühlt, häufiger.

Übrigens: Anfang des Jahres sich die Hände blutig klatschen aber nun den Leuten ihre Rechte und Ansprüche absprechen, empfinge ich aber auch als schäbig.


Die Aussage "Aus Sorge vor Corona-Infektionen der Gewerkschaftsmitglieder verzichtet ver.di auf Kundgebungen", hätte ich aber nicht ganz so öffentlich kommuniziert.
Das klingt etwas nach "Homedemo".
[www.ndr.de]

Die Warnung vor volleren S-Bahnen ist berechtigt, wäre es jetzt schon zu knapp von der Stadt mehr Zugfahrten für Donnerstag zu bestellen? S11 und S2 ganzen Tag zum Beispiel.
Zitat
Kirk
Irgendwas ist doch immer um den Leuten am liebsten das Streiken zu verbieten. Wenn man bedenkt wie lange die HOCHBAHN allgemein Streikfrei durch die Lande fuhr, hat das doch jetzt Seltenheitswert.

Tja, bis vor 4 Jahren wurde in Berlin bei praktisch jeder Tarifverhandlungsrunde gestreikt, vor 4 Jahren, wurde der Finanzvorstand der BVG, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn, ich denke wir werden uns in Hamburg an Arbeitskämpfe gewöhnen müssen. :-(



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.2020 12:22 von STZFa.
Zitat
AJL
Die Gewerkschaften sind die schlimmsten Sargnägel des Landes. Sie haben Millionen von Jobs ins Ausland getrieben und zeigen auch jetzt ihre ganze Hemmungslosigkeit.
Vielleicht kommt jetzt der Großangriff gegen den ÖPNV wieder dem Auto zu Gute. Danach kann man dort wieder Verlagerungen ins Ausland "erkämpfen".

Dieser Beitrag ist wirklich eine einzige Anklage gegen unser Bildungssystem.

Ansonsten Zustimmung zu den Beiträgen von Christian und Kirk.
Mahlzeit!

Die Hochbahn verhandelt lt. NDR-Info am 29.10. über den Haustarifvertrag und verstehen daher den Streik bei ihrem Unternehmen nicht.
Es geht offensichtlich um ganz viele Dinge, die bei der Hochbahn offensichtlich schon am Start sind?
Dann würde ich den Streik hier allerdings auch nicht verstehen.
Mal schauen, wie lange ich denn mit dem Fahrrad brauche ;-)

Weiß jemand, ob die Gewerkschaften zu irgendeinem Zeitpunkt in den Vorjahren versucht haben, die Mantel-Tarifvertragsregelungen - um die es wohl jetzt im wesentlichen gehen soll - für allgemeinverbindlich zu erklären?
interessant auch, dass die VHH sich nicht beteiligt dieses Mal. Ist da eine andere Gewerkschaft stärker?
Zitat
Djensi
---
Weiß jemand, ob die Gewerkschaften zu irgendeinem Zeitpunkt in den Vorjahren versucht haben, die Mantel-Tarifvertragsregelungen - um die es wohl jetzt im wesentlichen gehen soll - für allgemeinverbindlich zu erklären?

Moin,

die Allgemeinverbindlichkeitserklärung bewirkt, dass tarifvertragliche Regelungen auch für diejenigen Arbeitnehmer gelten, die bislang keine tarifvertraglichem Regelungen haben. Das betrifft überwiegend "prekäre" Beschäftigungsverhältnisse, bei denen die Beschäftigten eher keine geballte Verhandlungsmacht entfalten (können).
Die Allgemeinverbindlichkeit gilt dann für alle Beschäftigten einer Branche, wenn die Tarifvertragsparteien (Arbeitnehmer/Gewerkschaften und Arbeitgeber/Verbände) dies gemeinsam beantragen. Bei der Hochbahn besteht ja kein tarifvertragsloser Zustand, sondern die Gewerkschaften möchten einheitliche Standards für die gesamte Branche durchsetzen - und daran hat die Hochbahn augenscheinlich ja kein Interesse.

Noch eine Bemerkung an alle, die jetzt ("in Pandemiezeiten") Rücksichtnahmen durch die Arbeitnehmer einfordern:
Warum sollten einseitig die Arbeitnehmer bei der Durchsetzung ihrer Interessen zurückstehen?
Warum fordert Ihr nicht mit gleicher Vehemenz, dass gefälligst die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung aufgeben und den Forderungen nachgeben?
Dazu kommt noch, dass Arbeitskampfmaßnahmen immer nur in einem engen Zeitfenster zum Ende / nach Auslaufen des Tarifvertrags zulässig sind, ansonsten besteht Friedenspflicht.

Einfach mal informieren...
Zitat
Kirk
interessant auch, dass die VHH sich nicht beteiligt dieses Mal. Ist da eine andere Gewerkschaft stärker?

Nein, die Geschäftsleitung taktiert dort im Gegensatz zu der der Hochbahn nicht und schiebt Verhandlungen auf die lange Bank, sondern ist früher bereit, sich mit den Arbeitnehmervertretern an einen Tisch zu setzten.

Ich bin auch kein Befürworter von Streiks, weil wir die Verkehrswende nicht schaffen, wenn viele Menschen nur deshalb ein Auto vorhalten müssen, weil es Streiks gibt.

Damit es künftig keine Streiks mehr in systemrelevanten Bereichen gibt, kann es nur zwei Lösungen geben: Eine Verbeamtung der Bediensteten oder Arbeitgeber in die Führung der öffentlichen Unternehmen, für die Flächentarifverträge und soziale Standarts sowie regelmäßige Lohnsteigerungen eine Selbstverständlichkeit sind.

Übrigens: Die Pandemie ist leider mittlerweile der Normalzustand, der noch ewig andauern kann. Darum gibt es nicht nur Arbeitskämpfe auch während der Pandamie, sondern wir schicken ja auch unsere Kinder wieder in die Schulen und warten nicht einfach darauf, dass erst die Pandemie vorbei ist.

Immerhin wurde der Warnstreik angekündigt, sodass dann nur die Menschen wirklich im ÖPNV unterwegs sind, die es wirklich nicht vermeiden können.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.2020 20:53 von Wolf Tiefenseegang.
Zitat
Wolf Tiefenseegang
Eine Verbeamtung der Bediensteten oder Arbeitgeber in die Führung der öffentlichen Unternehmen, für die Flächentarifverträge und soziale Standarts sowie regelmäßige Lohnsteigerungen eine Selbstverständlichkeit sind.

Richtig. Ich halte es immer noch für den falschen Schritt, Bahn und Post zu privatisieren. Sicher sind hier die Kosten gerade im Bereich Pension weniger extrem, aber hat man doch ein Stück mehr Sicherheit und Verlässlichkeit (auf beiden Seiten).
Schade bzw sehr unschön finde ich, dass jetzt ja defacto feststeht das dieser Streik passiert. In der HVV App wird auch die Info bei jeder Auskunft angezeigt was schon mal sehr schön ist.
Schade find ich das trotzdem munter für Donnerstag alle Hochbahnlinien vorgeschlagen werden. Man kann zwar Bus und U-Bahn deaktivieren, aber eben nicht zwischen Hochbahn und VHH unterscheiden.
Weiß jemand ob die Hochbahnfahrten für/am Donnerstag als "entfällt" dargestellt werden?
Zitat
flor!an
Weiß jemand ob die Hochbahnfahrten für/am Donnerstag als "entfällt" dargestellt werden?

Nein, werden sie nicht.

Viele Grüße

Roman – Der Hanseat
Zitat
Kirk
interessant auch, dass die VHH sich nicht beteiligt dieses Mal. Ist da eine andere Gewerkschaft stärker?

Die VHH wird übrigens auch bestreikt.

Viele Grüße

Roman – Der Hanseat
Zitat
Der Hanseat
Zitat
Kirk
interessant auch, dass die VHH sich nicht beteiligt dieses Mal. Ist da eine andere Gewerkschaft stärker?

Die VHH wird übrigens auch bestreikt.

Jetzt bin ich etwas überrascht, da es selbst in den improvisierten Ansagen in den Bussen und in den Nachrichten die VHH immer ausgeschlossen wird.
Ist das erst heute entschieden worden?
Streik ist ein legitimes, aber eben auch extremes Mittel. Es soll in einer ungleichen Kräftesituation dem Arbeitnehmer in eine Drucksituation dem Arbeitgeber gegenüber bringen.

Im öffentlichen Dienst besteht die Schwierigkeit darin, dass der Arbeitgeber allerhöchstens mittelbar unter Druck gerät - unter Druck gerät der Bürger, egal ob beim ÖPNV oder z.B. in den Kitas. Besteht Verständnis beim Bürger für die Forderungen der Arbeitnehmer, dann unterstützt er den Streik - zumindest moralisch. Denn faktisch kann er den öffentlichen Dienst nicht in Anspruch nehmen, der Druck auf die Arbeitgeber entfällt.

Konkret: Welcher Druck entsteht gerade auf die Hochbahn-Geschäftsführung? In der öffentlichen Wahrnehmung wird höchstens auf den HVV geschimpft. Oder eben über die Streikenden. ver.di hat noch nie verstanden, dass sie die Solidarität der Bürger verspielen bzw. diese mit Einbeziehen müssten. Im Kita-Bereich z.B. indem sie andere Arbeitskampfmittel finden als den Streik.

Hier kommt hinzu, dass bei der Hochbahn bereits ein Tarifvertrag besteht, der anscheinend auch schon einen Großteil der bundesweiten Forderungen abdeckt. Warum wird dann also besonders in Hamburg gestreikt? Weil es medial einfach besser kommt, als wenn in Rostock oder Bielefeld gestreikt wird.

Ziel der Gewerkschaft ist es ja, einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag zu erreichen. Ob das wirklich immer von Vorteil ist? Für Mitarbeiter in kleinen Unternehmen kann dies schon hilfreich sein - gemeinsam ist man eben stärker und kann mehr erreichen. Für Mitarbeiter der Hochbahn kann es aber auch nachteilig werden: Jede Verhandlung endet in einem Kompromiss und wenn für kleine Betriebe etwas besser wird, kann dies für die Hochbahnmitarbeiter aber auch schlechter werden. Vor allem leiden bei solchen Tarifverträgen aber Mitarbeiter, die nicht im Kerngeschäft unterwegs sind. Beim TVL u.a. stehen Lehrer im Fokus, Erzieher oder Therapeuten nicht. Diese gehen bei den Tarifverhandlungen regelmässig leer aus. Vermutlich gibt es auch im ÖPNV Aufgaben, die nur in einzelnen Betrieben existieren. Deren Mitarbeiter dürfen sich bei einem bundesweiten Tarifvertrag schon einmal darauf einstellen, ständig übersehen zu werden.

Ihr merkt, ich glaube nicht, dass dieser Streik morgen wirklich sinnvoll ist. Und ich kann die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter nur aufrufen, sich mit ihren Gewerkschaftsvertretern zusammenzusetzen, sich zu engagieren und genau zu schauen, welche Massnahmen wirklich in ihrem Interesse sind.

Denn eins sollte allen klar sein: Wir erleben momentan eine Situation, in der die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Menschen fahren weniger ÖPNV und dafür mehr mit dem Auto. Viele Pendler werden vermutlich häufiger von zu Hause arbeiten und bauchen keine Abokarten mehr, was die Einnahmen des ÖPNV durcheinander bringt. Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn sich Gewerkschaften inhaltlich an der Gestaltung der Zukunft des ÖPNV beteiligen anstatt dessen Ruf durch schwer nachvollziehbare Aktionen aktuell noch weiter zu unterminieren.

Tobias
Zitat
Kirk
Zitat
Der Hanseat
Zitat
Kirk
interessant auch, dass die VHH sich nicht beteiligt dieses Mal. Ist da eine andere Gewerkschaft stärker?

Die VHH wird übrigens auch bestreikt.

Jetzt bin ich etwas überrascht, da es selbst in den improvisierten Ansagen in den Bussen und in den Nachrichten die VHH immer ausgeschlossen wird.
Ist das erst heute entschieden worden?

Ja, ergänzend der Hinweis, dass die VHH nur im Zeitraum von 3 bis 15 Uhr bestreikt wird. Allerdings wird es durch die Nachfolgen im nachmittäglichen Berufsverkehr noch zu erheblichen Verspätungen kommen.

Viele Grüße

Roman – Der Hanseat
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