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Barrierefreier ÖPNV in Berlin
geschrieben von der weiße bim 
Zitat
Philipp Borchert
Keineswegs. Da fällt mir sofort die Straßenbahnhaltestelle Laer Mitte in Bochum ein. Sowas gehört sich einfach nicht und ich finde es unmöglich, dass gerade in Osteuropa noch immer solche Anlagen mindestens im Status Quo modernisiert werden (also große Straßen, in der Mitte die Straßenbahn und die gefahrlos nur über Tunnelanlagen erreichbar, die Barrierefreiheit beschränkt sich oft auf seitlich geführte Plattformen an den Treppen, die aber nur installiert, nie instand gehalten werden) wenn nicht gar neu errichtet (von letzterem habe ich keine Kenntnis, so ein Vorgang würde mich aber nicht überraschen). Auch in Berlin gehören diese blöden Gitter an den allermeisten Straßenbahnhaltestellen abgeschafft. Sie verlängern die Zugangswege zum ÖPNV völlig unnötig. Es mag Ecken geben wo es zu gefährlich wäre, aber die meisten Haltestellen könnten auf kompletter Länge betretbar sein.

Da kann ich nicht wirklich mitreden da ich weder Bochum noch Osteuropa kenne. Was die Gitter betrifft, sehe ich keinen Grund diese abzuschaffen, denn es ist im Sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit angebracht bestimmte Verkehre zu bündeln.

Zitat
Philipp Borchert
Ich finde dass es wichtiger ist, es dem Fußgängerverkehr so einfach wie möglich zu machen als dem Autoverkehr. Fußgänger ist jeder und kann jeder werden. Und wer Probleme hat, die Rampen/Treppen hoch oder runter zu einer Querung in zweiter Ebene zu gelangen, dem kann man kaum einen 400 Meter langen Fußweg anbieten. Und das nur, damit dem Straßenverkehr eine Ampel weniger im Weg ist. Diese Denke hat einfach lange genug den Ton angegeben.

Man kann aber auch nicht jeder Beeinträchtigung die Welt umgestalten. Es wird immer Menschen geben die das ein oder andere nicht (mehr) können.

Zitat
Philipp Borchert
Tja, wer gesund ist kann so Sachen einfach von sich geben. Ganz davon abgesehen mag ich diesen Steg übrigens sehr, er ist ein interessantes Verkehrsbauwerk und ein tolles Zeugnis seiner Zeit. Das war ja mein ursprünglicher Gedanke, dass ich finde, dass sowas erhalten bleiben sollte, aber einfacher nutzbare Straßenquerungen in nächster Nähe dennoch gebaut werden müssen. Letzeres finde ich wichtig, der Erhalt der alten Anlagen ist schlicht mein "Geschmack".

So gesund bin ich auch nicht mehr aber damit es in Zukunft nicht schlechter wird meide ich Aufzüge und Fahrtreppen wo es nur möglich ist. Auch finde ich nicht, daß überall einfache Straßenquerungen möglich sein müssen, besonders wenn die Nachfrage sehr gering auszufallen scheint.
Zitat
Logital
Selbst mit einem sehr attraktiven Angebot eines ÖPNV mit Quasi Sitzplatzgarantie und Takten nie länger als 10 Minuten hat das Auto Vorteile, die ein ÖPNV systembedingt nunmal nicht bieten kann. Da bin ich der Meinung dass es - mindestens für die Innenstadt - klare Verbote geben sollte, die das Autofahren unattraktiv machen. Attraktiverung des ÖPNV allein reicht nicht. Push & Pull Eben.

Was will man denn als Innenstadt definieren? Den gesamten Bereich innerhalb des S-Bahn Ringes oder doch nur einzelne östliche Kieze? Bevor es radikale Verbote gibt, sollten die Alternativen vorhanden und nicht nur versprochen oder gar bedacht worden sein.


Zitat
Philipp Borchert
Zumindest sähe ich kein Problem darin, wenn stattdessen andere Verkehrsträger direkt profitieren (ÖPNV-Bevorrechtigung, Abbau von Barrieren durch Straßenzüge [mein Beispiel oben], sicherere Radspuren u.Ä.). Dass darin passionierte Kfz-Lenker ein Problem sehen steht ja völlig außer Frage.

Das "wenn" ist doch das Problem und ein paar hundert Meter grün angemalte, abgepolderte Radspur sind keine Lösung.

Edit:
Wäre, um wieder beim Thema barrierefrei anzukommen, eine komplett Autofreie Innenstadt nicht auch eine Art von Barriere und träfe Leute die den dortigen ÖPNV, aus welchen Gründen auch immer, nicht nutzen können?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.2019 18:22 von Havelländer.
Aus genau dem Grund gibt es bei jedweder Diskussion über solche radikalen Ideen viele Gedanken zu Ausnahmeregelungen.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Havelländer
Zitat
Logital
Selbst mit einem sehr attraktiven Angebot eines ÖPNV mit Quasi Sitzplatzgarantie und Takten nie länger als 10 Minuten hat das Auto Vorteile, die ein ÖPNV systembedingt nunmal nicht bieten kann. Da bin ich der Meinung dass es - mindestens für die Innenstadt - klare Verbote geben sollte, die das Autofahren unattraktiv machen. Attraktiverung des ÖPNV allein reicht nicht. Push & Pull Eben.

Was will man denn als Innenstadt definieren? Den gesamten Bereich innerhalb des S-Bahn Ringes oder doch nur einzelne östliche Kieze? Bevor es radikale Verbote gibt, sollten die Alternativen vorhanden und nicht nur versprochen oder gar bedacht worden sein.


Ich würde den gesamten S-BahnInnenring definieren. Nur zu befahren unter Entrichtung einer Maut und flächendeckend mit Parkraumbewirtschaftung.

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Zitat
Logital
Ich würde den gesamten S-BahnInnenring definieren. Nur zu befahren unter Entrichtung einer Maut und flächendeckend mit Parkraumbewirtschaftung.

Dafür müsste man aber ÖPNV seitig erstmal die Voraussetzungen schaffen. Ich denke nicht, dass der gegenwärtige Zustand eine beträchtliche Anzahl von weiteren Fahrgästen aufnehmen kann. Die Züge sind ja jetzt schon voll und 2 Wagen mehr auf dem Ring machen den Kohl nun auch nicht fett. Man kann ja die Autofahrer durchaus nen bisschen gängeln, wenn die Alternative auch attraktiv ist. Sie zu Fahrten in stets überfüllten Zügen zu drängen, halte ich aber für falsch. Wenn man den MIV eindämmen will, geht das mE nicht nur mit Verboten, sondern auch mit Anreizen.
Zitat
Havelländer

Wäre, um wieder beim Thema barrierefrei anzukommen, eine komplett Autofreie Innenstadt nicht auch eine Art von Barriere und träfe Leute die den dortigen ÖPNV, aus welchen Gründen auch immer, nicht nutzen können?

Erinnert mich an das berechtigte Argument, Frauen würden sich nachts in Unterführungen unwohl fühlen oder Angst haben. Das ist in einem leeren S-Bahnwagen um 2 Uhr nachts sicher nicht anders.
Zitat
Railroader
Zitat
Philipp Borchert

Ich hoffe doch, dass Du auf die gegenteilige Frage, weshalb Wege für Fußgänger sich stets allen anderen Verkehrsträgern gegenüber unterzuordnen haben, auch eine Antwort hast.

Das haben sie meiner Meinung nach ja nicht. Ich finde aber, dass man nicht von einem Extrem ins andere kommen muss. Für mich sind alle Verkehrsträger gleichberechtigt. Dass vor allem für die Radler noch viel getan werden muss, um dieses Ziel zu erreichen, ist mir bewusst, aber das ist ein anderes Thema. Für mich sollte das Ziel sein, alle Verkehrsteilnehmer im gleichen Maß zu berücksichtigen, wozu eben auch der MIV gehört. Von daher ist meine persönliche Meinung eben, dass Fußgänger gegenüber PKW-Nutzern nicht per se bevorteilt werden sollten. Es muss am Ende Sinn machen und verhältnismäßig sein, ohne den MIV zu verteufeln und den Beteiligten das Leben möglichst schwer zu machen.

Ich nutze Unterführungen und U-Bahnzugänge bei großen Kreuzungen sehr gern, da ich so in der Regel schneller am Ziel bin, als wenn ich drei Ampeln passieren muss und die Schaltphasen mich vor jeder Ampel warten lassen und das bei Wind und Wetter. Wo die Wege zu umständlich und lang oder nicht barrierefrei sind, sollte im Einzelfall was getan werden. Ich finde aber, dass man das eben nicht pauschalisieren kann. Ist aber auch nur meine persönliche Meinung. Man kann das ja anders sehen. Mit meiner Frage nach dem Warum wollte ich ja auch nur die Hintergründe der Intention erfahren, das war kein Vorwurf. :-)

Vorneweg: ich bin mit Dir sehr gerne im Dissens und in der Diskussion. Einfach , weil Deine Statements oft eine Bereicherung sind, auch wenn sie nicht meine Meinung treffen, und weil Du in der Lage bist, auch mal zu antworten - oh, danke, so habe ich das ja noch gar nicht gesehen. Das schafft ja beileibe nicht jeder hier ;)

Zum Thema - es geht mir um zwei Aspekte, einmal den städtebaulichen, und dann die, wie Du es nennst, Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer.
Ich bin wenige Laufminuten von der Anschlussstelle Saarstraße geboren und aufgewachsen. Im unmittelbaren umkreis findet man viel Beispiele, wo innerstädtische Schnellstraßen bestehende Quartiere negativ verändert, abgewertet oder bis zur Auslöschung zerstört haben. Das Zentrum in Friedenau ist eine offene Wunde in der Stadt, die nie vernarben oder gar heilen wird.

Das andere ist die Benachteiligung (oder Gleichberechtigung) von Fußgängern als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Da gab es viele Strukturen, die Fußgänger in eine Zweite Ebene, nach oben oder unten, gezwungen haben, einfach damit 'der Verkehr' fließt. Umwege für die umwegsensitivste Gruppe von Verkehrsteilnehmer zugunsten maximaler geradlinigkeit für die Umweginsensitivsten. Allein die Gleichsetzung von 'Verkehr' mit Auto ist ein erfolgreiches Framing eines Autoorientierten Zeitalters, das bis heute nachwirkt.
Viele dieser Strukturen wurden ersetzt oder zurückgebaut. So z.B. das Tunnelsystem am Alex, das durch oberirdische Ampelüberwege ersetzt wurde. Über die Ausgestaltung kann man viel schreiben, aber darüber will ich jetzt nicht meckern. Am ICC sollen die Tunnel ebenfalls durch oberirdische Querungen ergänzt oder ersetzt werden.Ob die Tunnel offen, erhalten, geschlossen oder zurückgebaut werden, ist noch nicht klar und derzeit noch Gegenstand einer Ausschreibung.

Aber auch heute gibt es noch solche Umwegstrukturen. Mir fällt spontan der Fußgängersteg ein, der die Teile des Volksparks von Wilmersdorf verbindet, die die Bundesallee bis heute zerschneidet. Auch mit einem Rolli musst du die Rampe hoch, es gibt keine Möglchkeit, zu ebener Erde über die Straße zu kommen.
Zitat
T6Jagdpilot
Und wegen einer einzigen Haltestelle mit einer einzigen Linie , unterbrechen wir eine der wichtigsten Einfallsstraßen nach Berlin..
Ich seh da keine Verhältnismäßigkeit, auch angesichts der Frequentierung dieser Fußgängerbrücke.

Da frage ich doch ganz ketzerisch:
Wenn die Nutzung so gering ist, wie dann könnten die paar Fußgänger die Straße zum Erliegen bringen?

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Philipp Borchert
Ich weiß nicht, ob ich's hier schon mal gefragt habe, aber gilt eine Haltestelle/eine Schnellbahnstation wirklich als barrierefrei, wenn der Zugang für alle nur zu einer Seite gewährleistet ist? Zum Beispiel S Marzahn? Da ist man ja dran, aber grundsätzlich?

Das gibt es gar nicht so selten. Der S-Bahnhof Nikolassee ist da auch so ein Paradebeispiel, an dem der einzige barrierefreie Ausgang zur Autobahn und in den Wald führt.

Gruß
Nic
Kommt man wenigstens durch den südlichen Durchgang nach drüben?

Edit: Hab's selbst gelesen. Das ist ja bescheuert gelöst. Der wichtigste Einzugsbereich bleibt unerreichbar. Vielleicht sollte man hier wenigstens mal eine der Sparpolitik-Streichungen korrigieren und das Busliniennetz in diesem Bereich wieder attraktiver gestalten. So könnte der 114er zur Prinz-Friedrich-Leopold-Straße verlängert werden, sodass man wenigstens den als Zubringer zur anderen Seite nutzen könnte und gleichzeitig hätten auch die Haltestellen entlang des Kronprinzessinnenweg endlich mal 'ne vernünftige Anbindung.

[www.berliner-woche.de]

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.2019 22:01 von Philipp Borchert.
Zitat
B-V 3313
Zitat
def
Ich halte Unter- oder Überführungen dann für in Ordnung, wenn sie keine zusätzlichen Treppen bzw. zu überwindenden Höhenunterschiede für Fußgänger bedeuten. Das ist z.B. dann der Fall, wenn U-Bahnhöfe tief genug liegen, um ausführliche Erschließungssysteme zu ermöglichen (z.B. auf der U5) oder wenn bei Bahnhöfe zu ebener Erde liegen und die notwendigen Zugangstunnel/ -brücken eine benachbarte Hauptstraße überqueren - hier wäre z.B. am S-Bahnhof Marzahn eine Verlängerung der Südbrücke über die Märkische Allee sinnvoll.

Da bin ich bei dir. Aber auch da kann man noch Verbesserungen schaffen. So wären z.B. am Rathaus Spandau wären weitere Aufzüge nötig. Man kommt gut vom U-Bahnsteig zum s-Bahnhof. Zu den Bussen aber ist der Weg sehr umständlich. Dabei könnte man nördlichen Bahnteigende gut die nutzlos gewordenen Zugänge der ehemaligen Fahrsteige für Aufzüge zur Oberfläche nutzen.

Was mich aber bei dieser Diskussion stört, ist das Verschweigen von Barrieren die durch den ÖPNV geschaffen werden. Am Adenauerplatz und an der Bundesallee sollen die Autotunnel weg. Okay, aber was ist mit den Rampen der Hochbahnstrecken? Ist die Rampe in der Kleiststraße weniger störend nur weil dort die U-Bahn fährt? Wie sieht es in Pankow aus oder am Senefelderplatz? Zerschneiden nicht auch Bahnstrecken ganze Stadtquartiere? Selbst Straßenbahnstrecken auf eigenem Gleiskörper sind für den Fußgängerverkehr und Wegebeziehungen teilweise störend.

Ich bin da ganz bei Dir, trotzdem empfinde ich das subjektiv anders. Das Beispiel Kleiststraße trifft für mich den Nagel auf den Kopf - schau Dir doch bitte mal historische Fotos vom Nollendorfplatz nach der Eröffnung der Hochbahn an. Und vergleiche das mit dem Zustand nach dem Autogerechten Umbau mit der teils 7-spurigen Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße (nanu, wann wurde denn die Einemstraße umbenannt?).
Auf die Schnelle:

(c) Antik Falkensee, historische Postkarte

CC Wikimedia

Ich gebe nicht vor unparteiisch oder gar objektiv zu sein. Aber mal abgesehen, dass rein faktisch von der U-Bahn keine Gefahr für Fußgänger ausgeht, die Luftemissionen gen Null gehen und punktueller Lärm selbst alle 2 Minuten weniger belastend ist als kontinuierlicher Motorenlärm, finde ich, dass sich die Hochbahn mit dem Bahnhof harmonisch in den Straßenzug und den Platz einfügt(e). Heute ist der Platz als solcher nicht mehr erkennbar und zu großen Teilen unter einer Autokreuzung begraben.

Ich bin sogar noch parteiischer pro Bahn, wenn ich zum Wiener Gürtel komme. Das 'trennende' Hochbahnviadukt von Otto Wagner ist ganz klar die Determinante an diesem Ort, der dem Gebiet eine starke Urbanität verleiht und mit seinen fast unendlichen Einkehrmöglichkeiten überhaupt erst so attraktiv macht. Wäre da nicht diese fürchterliche 10-spurige Straße zu beiden Seiten.
So, und jetzt vergleiche den Eindruck mal mit einer Hochstraße wie dem Bremer Breitenweg, die Raschplatzhochstraße in Hannover (Abgerissen 1998, warum nur?) oder die Berliner Schildhornstraße. Wer gewinnt da?
Ich finde es absolut richtig und notwendig bezüglich ÖV und MIV-Infrastruktur mit zweierlei Maß zu messen.
Eigentlich passt das vom Charakter eher in den Verkehrspolitik-Thread - aber hier läuft die Diskussion zum Thema gerade so angeregt:
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/schlag-gegen-autofahrer---berliner-fussgaenger-sollen-laenger-gruen-sehen-32141198
Reichlich Zündstoff und Grundlage für viele und lange Diskussionen in den nächsten Wochen...
Zitat
schallundrausch

Vorneweg: ich bin mit Dir sehr gerne im Dissens und in der Diskussion. Einfach , weil Deine Statements oft eine Bereicherung sind, auch wenn sie nicht meine Meinung treffen, und weil Du in der Lage bist, auch mal zu antworten - oh, danke, so habe ich das ja noch gar nicht gesehen. Das schafft ja beileibe nicht jeder hier ;)

Ich kann das nur zurückgeben und mich für deine tollen Beiträge bedanken. :-) Es gibt hier eine handvoll Leute, bei denen ich ganz genau weiß, dass wir wohl zum größeren Anteil nie übereinkommen werden, ich aber den Austausch dennoch sehr schätze und davon auch etwas mitnehme. Deine Beiträge sind stets sachlich, fundiert, sehr informativ und mit viel Mühe und Sorgfalt verfasst. Zudem finde ich es sehr angenehm, dass du stets respektvoll und auf Augenhöhe agierst, ohne eine moralische Überlegenheit zu demonstrieren. Das ist leider gar nicht mal so selbstverständlich, macht es mir aber einfacher, mich mit den Argumenten auseinanderzusetzen und auch mal aus meiner "Blase" rauszukommen.

Während ich bei manchen Themen (wie bei der Diskussion U-Bahn/Straßenbahn) eine feste Überzeugung habe, bin ich uA deinen Argumenten bei der Thematik in diesem Thread gar nicht mal so abgeneigt und auch ein wenig unschlüssig, weil deine Argumentation auch recht überzeugend ist. Von daher will ich da auch gar nicht so viel gegen wettern. ;-) Es spiegelt zwar nicht vollumfänglich meine Ansichten wider, ich denke aber, dass es legitim und auch irgendwie schlüssig ist, wenn man es aus deiner Perspektive sieht.

Ich empfinde deine Beiträge jedenfalls als Bereicherung und habe immer viel Freude daran, sie zu lesen. Davon ab amüsiert mich dein stellenweise eingebrachter Sarkasmus in manchen Beiträgen immer sehr. :-)
Zitat
schallundrausch

Reichlich Zündstoff und Grundlage für viele und lange Diskussionen in den nächsten Wochen...

Demnach sollen zwei hintereinanderliegende Fußgängerfurten „in einem Zug gequert werden können.

Hier stimme ich dem Begehren zB vollumfänglich zu. Die kurzen Grünphasen und das lange Warten für die Fußgänger führen eben dazu, dass man sich irgendwann selbst in Gefahr begibt, in dem man dann bei "rot" über die Straße läuft oder -wie ich es gerne mache- erstmal 50 Meter weiterlaufen und dann die Straße ohne Ampel überqueren. Bzw. nutze ich selbst ja genau deswegen Unterführungen, wo vorhanden, so gern. Treptower Park: Man hat es eilig von S-Bahn zum Bus, muss dafür glaube an 4 Ampeln vorbei, die für den Fußgänger überhaupt nicht abgestimmt sind. Da stehe ich auf diesem Weg regelmäßig an 2 roten Ampeln. Berlin geht da aber noch, in Potsdam ist das mE deutlich schlimmer und auch bei mir stehe ich an Wochenenden oder am Abend regelmäßig minutenlang an der Fußgängerampel. Bei dem Thema gehe ich aus voller Überzeugung mit.
Zitat
B-V 3313
Zitat
T6Jagdpilot
Und wegen einer einzigen Haltestelle mit einer einzigen Linie , unterbrechen wir eine der wichtigsten Einfallsstraßen nach Berlin..
Ich seh da keine Verhältnismäßigkeit, auch angesichts der Frequentierung dieser Fußgängerbrücke.

Da frage ich doch ganz ketzerisch:
Wenn die Nutzung so gering ist, wie dann könnten die paar Fußgänger die Straße zum Erliegen bringen?

Entweder wenn die Ampel stur im Festprogramm läuft, u.U. in dem Moment auf der Fußgängerseite gar kein Bedarf ist "zumacht"-
oder weil die Fußgänger halt kleckerweise kommen, den Bedarfknopf drücken und so der Durchgangsverkehr angehalten wird.
Wohlgemerkt, es liegt keine andere Haltestelle in der Nähe als die eine vom 108er-darum gehts ja eigentlich.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
[...]
Entweder wenn die Ampel stur im Festprogramm läuft, u.U. in dem Moment auf der Fußgängerseite gar kein Bedarf ist "zumacht"-
oder weil die Fußgänger halt kleckerweise kommen, den Bedarfknopf drücken und so der Durchgangsverkehr angehalten wird.
Wohlgemerkt, es liegt keine andere Haltestelle in der Nähe als die eine vom 108er-darum gehts ja eigentlich.

T6JP

Da muss ich aber zwangsweise mal wieder das Beispiel Mollstraße anbringen. Jahrelang ging es da ohne Ampel zwischen Otto-Braun- und Büschingstraße. Dann wurde da eine solche Bettelampel für Fußgänger errichtet, die irgendwie ihr Eigenleben führt. Du drückst als Fußgänger auf den Knopf, während der Straße komplett frei ist. Musst dann erstmal ne Minute warten und genau dann, wenn die Autos stadtauswärts ihre Phase am Mollknoten haben und auf dem Weg sind, schaltet sie für dich die Phase und die Autos dürfen anhalten. Also maximaler Quatsch für alle Nutzer.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Zitat
T6Jagdpilot
[...]
Entweder wenn die Ampel stur im Festprogramm läuft, u.U. in dem Moment auf der Fußgängerseite gar kein Bedarf ist "zumacht"-
oder weil die Fußgänger halt kleckerweise kommen, den Bedarfknopf drücken und so der Durchgangsverkehr angehalten wird.
Wohlgemerkt, es liegt keine andere Haltestelle in der Nähe als die eine vom 108er-darum gehts ja eigentlich.

T6JP

Da muss ich aber zwangsweise mal wieder das Beispiel Mollstraße anbringen. Jahrelang ging es da ohne Ampel zwischen Otto-Braun- und Büschingstraße. Dann wurde da eine solche Bettelampel für Fußgänger errichtet, die irgendwie ihr Eigenleben führt. Du drückst als Fußgänger auf den Knopf, während der Straße komplett frei ist. Musst dann erstmal ne Minute warten und genau dann, wenn die Autos stadtauswärts ihre Phase am Mollknoten haben und auf dem Weg sind, schaltet sie für dich die Phase und die Autos dürfen anhalten. Also maximaler Quatsch für alle Nutzer.

Und genau da wäre es passend, wenn die Ampel ausgeschaltet wird. Eine Ampel soll ja regeln und nicht behindern!
Auch immer wieder schön zu sehen an der Einmündung Treskowallee / Waldowallee. Da die Ampelanlage seit gefühlt 100 Jahren im Festprogramm läuft, werden der MIV und die Straßenbahn regelmäßig ausgebremst nur um zu sehen, dass die Querphase schaltet, ohne dass diese jemand nutzt...

LG

Im Untergrund liegen Tunnel ;-)
Zitat
Jay
Zitat
T6Jagdpilot
[...]
Entweder wenn die Ampel stur im Festprogramm läuft, u.U. in dem Moment auf der Fußgängerseite gar kein Bedarf ist "zumacht"-
oder weil die Fußgänger halt kleckerweise kommen, den Bedarfknopf drücken und so der Durchgangsverkehr angehalten wird.
Wohlgemerkt, es liegt keine andere Haltestelle in der Nähe als die eine vom 108er-darum gehts ja eigentlich.

T6JP

Da muss ich aber zwangsweise mal wieder das Beispiel Mollstraße anbringen. Jahrelang ging es da ohne Ampel zwischen Otto-Braun- und Büschingstraße. Dann wurde da eine solche Bettelampel für Fußgänger errichtet, die irgendwie ihr Eigenleben führt. Du drückst als Fußgänger auf den Knopf, während der Straße komplett frei ist. Musst dann erstmal ne Minute warten und genau dann, wenn die Autos stadtauswärts ihre Phase am Mollknoten haben und auf dem Weg sind, schaltet sie für dich die Phase und die Autos dürfen anhalten. Also maximaler Quatsch für alle Nutzer.
Da läuft doch was falsch mit der Verkehrsplanung - gerade reine Fußgängerampeln kann man doch im Festprogramm so schalten, dass nirgendwo Verkehr auf der Fahrbahn "ausgebremst" wird. Im Fall Robert-Uhrig-Str. mag östlich der Tunnel sein, aber westlich folgt nach 500 Metern die Ampel Rosenfelder Str.. Es soll unmöglich sein, die neue Ampel so zu schalten, dass Fahrzeuge, die sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, stets an beiden Ampeln grün haben? Das ist doch eine simple Anwendung der Formel Geschwindigkeit gleich Weg/Zeit...
Untergrundratte hat mir die Worte schon aus dem Mund genommen, Waldowallee ist das übelste Beispiel einer neu errichteten LSA.
Das funktioniert nicht mal nachts da..

T6JP
Zurück zum Thema: Da auch mein Geduldskontingent irgendwann zur Erschöpfung neigt, ging gestern folgendes Schreiben an die Zuständigen von DB, SenUVK, Bundestag sowie Abgeordnetenhaus:

Zitat
E-Mail vom 03.03.2019

Betreff: S-Bahnhöfe Berlin-Alexanderplatz und -Friedrichstraße - Einbau zusätzlicher Aufzüge

Sehr geehrter Herr Keßler,
sehr geehrter Herr Pofalla,
sehr geehrte Damen und Herren,

bereits am 29.10.2016 (vgl. beigefügten Schriftwechsel) wandte ich mich an das Abgeordnetenhaus von Berlin mit der Bitte, den inakzeptabel langen Wartezeiten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von bis zu 30 Minuten an den S- und U-Bahnhöfen Berlin-Alexanderplatz sowie -Friedrichstraße durch Einbau zusätzlicher Aufzüge abzuhelfen bzw. die zuständigen Unternehmen - Berliner Verkehrsbetriebe AöR (BVG) und Deutsche Bahn Station&Service AG (DB) - entsprechend zu beauftragen. Für den U-Bahnhof Alexanderplatz wurden seitens der BVG im August 2018 bei der zuständigen Senatsverkehrsverwaltung hierauf gerichtete Plangenehmigungen beantragt. Dieses Vorgehen begrüße und würdige ich explizit.

Demgegenüber sah sich das Abgeordnetenhaus außer Stande, mein Anliegen gegenüber der DB in zielführender Weise zu vertreten und übergab den Vorgang im Frühjahr 2017 zur weiteren Behandlung dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Dieser wiederum forderte zwar Stellungnahmen des BMVI (s. ebenfalls Anlage), unterließ es aber bis dato ebenfalls, auf die DB in geeigneter Weise einzuwirken oder wenigstens Wege aufzuzeigen, wie denn der Einbau weiterer Aufzüge zu den S-Bahnsteigen der o. g. Bahnhöfe zeitnah erreicht werden könnte. Dieses Verhalten befremdet umso mehr, als es sich bei der DB nach wie vor um ein öffentliches Unternehmen - wenn auch geführt in der privatrechtlichen Form der Aktiengesellschaft - im Eigentum des Bundes handelt, für das u. a. auch die Grundrechtsbindung aus Art. 3 III 2 ("Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.") unmittelbar gilt.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor unbefriedigenden Situation darf ich Sie nochmals bitten, eingehend alle Möglichkeiten (Kreditaufnahme, Eigenmittel der DB, Regionalisierungsmittel des Landes/Bundes, Anpassung der Ladenmieten in den genannten Bahnhöfen...) zur kurzfristigen Realisierbarkeit der Aufzugnachrüstung zu prüfen und umzusetzen. Der Ausstattungsstandard "1 Aufzug pro Bahnsteig" mag für wenig belastete Stationen ausreichen, ist für hochfrequentierte Knotenpunkte im ÖPNV-System einer Bundeshauptstadt mit 3,6 Millionen Einwohnenden indes schlechterdings intolerabel niedrig, zumal er keinerlei Redundanz für technische Ausfälle oder Wartungsarbeiten zu bieten vermag.

Um entsprechende Veranlassung wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen
Arnd Hellinger

--
Mag. Arnd Hellinger
Hönower Straße 36
D-10318 Berlin, Germany

Viele Grüße
Arnd
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