Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Sammelthread: Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von Arnd Hellinger 
Was mich bei Stimpel aber nervt und ich habe auch meine Zweifel, dass das einhellige FUSS-e.V.-Meinung ist:

Er ist gegen jegliche Form von besserem Belag in Grünanlagen. Gerade beim Spreeweg zwischen Schloss Charlottenburg und Wiesendamm in Ruhleben geht es mir als Fußgänger furchtbar auf die Ketten, dass ein mit Steinen und Wurzeln übersäter Trampelpfad die örtliche, ausgeschilderte grüne Hauptradroute darstellt. Liebend gerne hätte ich dort einen asphaltierten oder gepflasterten Weg, der ausreichend breit ist, dass Radfahrer vorbei fahren können. So aber gibt es immer Stress dort. Das gilt ganz ähnlich in fast allen anderen Parks mit Durchquerungsfunktion. Obwohl die Wege dort eng und schlecht sind, werden sie trotzdem von vielen Radfahrern den (vermeintlich und tatsächlich) gefährlichen Hauptstraßen vorgezogen.
Zitat
Stichbahn

Zur Wahrheit gehört aber auch: Bereits heute werden weite Teile dieser Wege von Radfahrern vorzugsweise und ganz legal genutzt. Niemand möchte unnötig neben Kfz mit Verbrennungsmotoren fahren, wenn es eine Alternative im Grünen gibt.

Beispiel Teltowkanalroute:
Hans-Baluschek-Park und die eigentliche Strecke am Teltowkanal werden bereits heute intensiv von Fußgängern und Radfahrern genutzt - meist ohne Konflikte.
Baulich geht's m.E. im Wesentlichen um zwei Dinge bei dem Teltowkanal-RSV:
1. um die verbesserte Verbindung (sicherer (u.a. Vorfahrt), komfortabler (Bodenbelag), Ausschilderung) zwischen den ohnehin schon stark genutzten Abschnitten Baluschek-Park + Weg am Teltowkanal.
2. um die bauliche Aufwertung vor allem am Teltowkanal (breitere Wege, vor allem unter den Brücken ohnehin dringend notwendig. Da wird's schon heute mit entgegenkommenden Kinderwagen häufig knapp...) und damit möglichst eine bauliche Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr. Damit wird eigentlich dem bereits heutigen Bedürfnis beider Nutzergruppen Rechnung getragen.

Hans-Baluschek-Park funktioniert konfliktarm, die Probleme sind, wie Florian schrieb, an den Enden. Im Park sehe ich auch beim Ausbau zum Radschnellweg wenig Probleme. Am Teltowkanal kann man nicht schnell fahren. Da ist eine bunte Mischnutzung aus allen möglichen Fußgängergruppen (Familien, Senioren, Joggern...) und paar Radfahren. Ich sehe auch nicht, wie das sinnvoll gehen soll. Der Weg ist jetzt ca. 4m breit. Nach den Radschnellwegplanungen soll man 3,5m für Rad und 2,5m für Fuß haben. Keine Ahnung, wo der Platz herkommen soll. Eine Seite ist die Uferböschung, andere Seite bewachsen und teilweise sogar Naturschutzgebiet (Schlosspark Lichterfelde).

Der Radweg führt auf der Kanalseite lang; d.h. zwangsläufig Konflikte mit Fußgängern, die mal ans Wasser wollen. (Könnte ja Sitzbänke geben). Und wie man unterm Krahmersteg die 6m hinkrieegn will: keine Ahnung.


Zitat

Hier in der Diskussion und in den Medien klingt es aber häufiger so: es sollen breite Radwege durch Grünanlagen geschlagen werden, wo bisher nichts war oder ein kleiner lauschiger Wandelpfad. Dem ist - zumindest die Teltowkanalroute und am Kronprinzessinnenweg mitnichten so.

Wie gesagt: Teltowkanal ist kein lauschiger Wandelpfad sondern ein rege von allen möglichen Gruppen genutzter Raum. Weit weg von einem Radschnellweg entfernt.

Sonst finde ich Deinen Hinweis ja berechtigt: das reflexartige: "da nimmt man den Fußgängern ein paar Quadratmeter weg, ganz böse!" taugt auch nicht. Aber im Konkreten sehe ich schon arge Defizite.


Zitat

Die Radschnellverbindungen sind nur abschnittsweise Neubauten, häufig Ausbauten bestehender breiter, von Fuß- wie Radverkehr bereits heute rege genutzter Wege.

Ja, und genau das ist das Problem dieser Planungen. Wir haben es erstmal nicht nötig, für den Radverkehr ganz neue Infrastruktur zu bauen, gar auf Kosten des Autoverkehrs, sondern nehmen einfach das, wo jetzt schon Radfahrer fahren, motzen das ein bisschen auf, und klopfen uns dann ganz doll auf die Schulter. Es gab ja ernsthaft Planspiele (oder gibt's die womöglich immer noch?) die Y-Route auch ohne Brücke über den Britzer Seitenkanal zu vermarkten.

Tante Edit sagt: die gibts ja wirklich:
Planungen für die Y-Trasse

Also von der Kiefholzstraße allen Ernstes als erste Stufe den Umweg über den Mauerweg und die Kanalkreuzung als "Schnellweg" verkaufen. Von der Kiefholzstraße nach Wistanien sollte es über Groß Berliner Damm deutlich schneller gehen.
Allerdings müsste man selbst für diese Pseudolösung was tun, nämlich die absurde Lücke im Mauerweg fürs Fahrrad in Baumschulenweg schließen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.09.2020 17:39 von Global Fisch.
Zitat
TomB
Parkraumbewirtschaftung erhöht auch die Parkdisziplin (z. B. Eckenparker etc.), so dass die Parkplätze
nicht nur teurer werden, sondern auch weniger. Es hilft in vielerlei Hinsicht. Das kann man überall beobachten.


Am Nordbahnhof wurde auch Parkraumbewirtschaftung in Mitte eingeführt und seitdem sind die Ecken freier.
Dort habe ich die Veränderung live erlebt. Und die Parkplätze wurden deutlich leerer, d. h. es fahren wohl
weniger Menschen mit dem Auto dorthin.

Das Verhalten kann ich für Schöneberg Nord ebenfalls bestätigen.
Unter dem U2 Viadukt sind seit Einführung nicht mal mehr die Hälfte der Parkplätze belegt. In den umliegenden kleinen Nebenstraßen sind vielleicht 30-40% der Parkplätze belegt. Das zuparken von Baumschulen oder gar auf abmarkierten Flächen ist ganz verschwunden.
Die Situation ändert sich auch zur Nacht kaum, so dass man daran schön ableiten kann, dass der KFZ Besitz bei den dortigen Anwohnern gar nicht so hoch ist.
Die Bülowstr könnte ohne weiteres auf die Parkspur verzichten, wenn diese KFZ unter dem Viadukt parken würden. Für die Parkspur könnte entweder der Gehweg verbreitert werden oder als Radspur eingerichtet werden, was die Radfahrer von der Busspur holen würde.
Zitat
tramfahrer
Zitat
TomB
Parkraumbewirtschaftung erhöht auch die Parkdisziplin (z. B. Eckenparker etc.), so dass die Parkplätze
nicht nur teurer werden, sondern auch weniger. Es hilft in vielerlei Hinsicht. Das kann man überall beobachten.


Am Nordbahnhof wurde auch Parkraumbewirtschaftung in Mitte eingeführt und seitdem sind die Ecken freier.
Dort habe ich die Veränderung live erlebt. Und die Parkplätze wurden deutlich leerer, d. h. es fahren wohl
weniger Menschen mit dem Auto dorthin.

Das Verhalten kann ich für Schöneberg Nord ebenfalls bestätigen.
Unter dem U2 Viadukt sind seit Einführung nicht mal mehr die Hälfte der Parkplätze belegt. In den umliegenden kleinen Nebenstraßen sind vielleicht 30-40% der Parkplätze belegt. Das zuparken von Baumschulen oder gar auf abmarkierten Flächen ist ganz verschwunden.
Die Situation ändert sich auch zur Nacht kaum, so dass man daran schön ableiten kann, dass der KFZ Besitz bei den dortigen Anwohnern gar nicht so hoch ist.
Die Bülowstr könnte ohne weiteres auf die Parkspur verzichten, wenn diese KFZ unter dem Viadukt parken würden. Für die Parkspur könnte entweder der Gehweg verbreitert werden oder als Radspur eingerichtet werden, was die Radfahrer von der Busspur holen würde.

Interessant, für so groß hätte ich den Effekt nicht vermutet, gerade weil das Anwohnerparken so billig ist.

Als Gegenbeispiel kann ich da nur mit der Spandauer Altstadt aufwarten, die, trotz eines sehr geringen Stundensatzes für das Parken, nun einfach direkt, also in die Fußgängerzone hinein, angesteuert wird.
Zitat
Global Fisch
Am Teltowkanal kann man nicht schnell fahren. Da ist eine bunte Mischnutzung aus allen möglichen Fußgängergruppen (Familien, Senioren, Joggern...) und paar Radfahren.

Ich fahre einen Großteil der Kanalstrecke mehrfach im Monat, manchmal noch häufiger und gehe dort auch manchmal spazieren. Es gibt für jede Nutzergruppe m.E. Nutzungsspitzen. Bspw.: Viele Fußgänger am Sonntag und hier vor allem auf dem Abschnitt zwischen Birkbuschstr. u. Königsberger Str.; viele Radfahrer nutzen die Strecke für Ausflüge, unter der Woche sind m.E. vor allem im Berufsverkehr deutlich mehr Radfahrer als Fußgänger unterwegs. Subjektive Eindrücke :)


Zitat
Global Fisch
Der Weg ist jetzt ca. 4m breit. Nach den Radschnellwegplanungen soll man 3,5m für Rad und 2,5m für Fuß haben. Keine Ahnung, wo der Platz herkommen soll. Eine Seite ist die Uferböschung, andere Seite bewachsen und teilweise sogar Naturschutzgebiet (Schlosspark Lichterfelde).

Das ist eine Frage für Ingenieure. Mit Stützwänden lässt sich sicherlich einiges an Platz gewinnen. Das Naturschutzgebiet umfasst nicht die dortige Paul-Schwarz-Promenade, so dass Richtung Kanal Platz ist.


Zitat
Global Fisch
Der Radweg führt auf der Kanalseite lang; d.h. zwangsläufig Konflikte mit Fußgängern, die mal ans Wasser wollen. (Könnte ja Sitzbänke geben). Und wie man unterm Krahmersteg die 6m hinkrieegn will: keine Ahnung.

Für beides wird man hoffenlich(!) Lösungen finden. Vorgestellt wurden ja jetzt erstmal grundsätzliche Machbarkeitsstudien (auch wenn ich hier einige andere Defizite sehe).


Zitat
Global Fisch
Zitat
stichbahn
Hier in der Diskussion und in den Medien klingt es aber häufiger so: es sollen breite Radwege durch Grünanlagen geschlagen werden, wo bisher nichts war oder ein kleiner lauschiger Wandelpfad. Dem ist - zumindest die Teltowkanalroute und am Kronprinzessinnenweg mitnichten so.

Wie gesagt: Teltowkanal ist kein lauschiger Wandelpfad sondern ein rege von allen möglichen Gruppen genutzter Raum. Weit weg von einem Radschnellweg entfernt.

Nichts anderes schrieb ich doch zuvor!? ;)



Zitat
Global Fisch
Zitat
stichbahn
Die Radschnellverbindungen sind nur abschnittsweise Neubauten, häufig Ausbauten bestehender breiter, von Fuß- wie Radverkehr bereits heute rege genutzter Wege.

Ja, und genau das ist das Problem dieser Planungen. Wir haben es erstmal nicht nötig, für den Radverkehr ganz neue Infrastruktur zu bauen, gar auf Kosten des Autoverkehrs, sondern nehmen einfach das, wo jetzt schon Radfahrer fahren, motzen das ein bisschen auf, und klopfen uns dann ganz doll auf die Schulter.

Das seit 2018 gültige Berliner Mobilitätsgesetz schreibt für alle Hauptstraßen geeignete Radverkehrsanlagen vor. Es wird hier ohnehin nach und nach gesetzlich vorgeschrieben Radverkehrsanlagen geben müssen. Ich bin in dieser Stadt Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV-Nutzer und Autofahrer. Wenn es sinnvoll(!) ist: warum sollte gute Rad- und Fußwege für längere Strecken nicht etwas ab von größeren Kraftverkehrsstraßen geführt werden? Es ist ja auch nicht "ein bisschen aufmotzen", sondern in die Radschnellverbindungen wird einiges zu investieren sein (s. Machbarkeitsstudie, S. 17). Übrigens lt. Machbarkeitsstudie hat die untersuchte Teltowkanalroute ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 6,61!! Ein äußerst guter Wert. Interessehalber: Gibt es eigentlich so hohe Werte bei Nahverkehrsprojekten?

Trotzdem: auch ich sehe durchaus noch Konflikte bei den Radschnellwegen und sehe bspw. eine zunehmende Versiegelung - wenn nicht andernorts dafür Straßen/Wege zurückgebaut werden - kritisch.
Zitat
Global Fisch

Am Teltowkanal kann man nicht schnell fahren. Da ist eine bunte Mischnutzung aus allen möglichen Fußgängergruppen (Familien, Senioren, Joggern...) und paar Radfahren.

(...)

Wie gesagt: Teltowkanal ist kein lauschiger Wandelpfad sondern ein rege von allen möglichen Gruppen genutzter Raum. (...)

Auch von Pilzsammlern :-) ....
Hallo,

die SPD befindet sich bereits mitten im Wahlkampf und stellt daher ihr U-Bahn-Verlängerungs-Konzept vor:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/ausbau-von-fuenf-berliner-u-bahnstrecken-spd-will-fast-zwei-milliarden-euro-in-das-bvg-netz-stecken/26218710.html

Bis auf die BER-Strecke halte ich die Vorhaben tatsächlich für sinnvoll. Nichtsdestotrotz ist all dies nicht Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrags, an den sich die SPD aber offensichtlich immer weniger gebunden fühlt.

Viele Grüße
André
Da die Diskussion sicherlich etwas umfangreicher wird, bitte hier im Pankower Mexiko-Viertel weiterdiskutieren.
Da der Vorstoß der SPD nicht nur Pankow betrifft sondern ein gesamtstädtisches "Konzept" ist, bitte hier diskutieren. Oder gleich einen neuen und passenden Thread eröffnen.

Viele Grüße
Florian Schulz

--
Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.
Zitat
Florian Schulz
Da der Vorstoß der SPD nicht nur Pankow betrifft sondern ein gesamtstädtisches "Konzept" ist, bitte hier diskutieren. Oder gleich einen neuen und passenden Thread eröffnen.

Der U-Bahn-Ausbau-Thread, auf den Latschenkiefer verwies, betrifft doch auch nicht nur Pankow. (Überschrift bitte genau lesen :-))

Aber das Thema hat schon 2 Aspekte: die U-Bahn-Projekte und der SPD-Politik-Ansatz an sich. Zu letzterem kann ich nur sagen: Geld für Infrastrukturprojekte in ein paar teure U-Bahn-Bauten am Stadtrand zu steckem, und keine nennenswerten Einschränkungen für den Autoverkehr - mit der sPD in die 60er Jahre!
Zitat
Latschenkiefer
Da die Diskussion sicherlich etwas umfangreicher wird, bitte hier im Pankower Mexiko-Viertel weiterdiskutieren.

Genau, danke für den Hinweis und an GlobalFish für die Übernahme dorthin. Ich hatte an diesen Thread nicht mehr gedacht.
Zitat
Global Fisch
Zitat
Florian Schulz
Da der Vorstoß der SPD nicht nur Pankow betrifft sondern ein gesamtstädtisches "Konzept" ist, bitte hier diskutieren. Oder gleich einen neuen und passenden Thread eröffnen.

Der U-Bahn-Ausbau-Thread, auf den Latschenkiefer verwies, betrifft doch auch nicht nur Pankow. (Überschrift bitte genau lesen :-))

Aber das Thema hat schon 2 Aspekte: die U-Bahn-Projekte und der SPD-Politik-Ansatz an sich. Zu letzterem kann ich nur sagen: Geld für Infrastrukturprojekte in ein paar teure U-Bahn-Bauten am Stadtrand zu steckem, und keine nennenswerten Einschränkungen für den Autoverkehr - mit der sPD in die 60er Jahre!

60er Jahre wäre es M4, M6 und M8 durch zwei U-Bahnlinien zu ersetzen und bei der Gelegenheit auch gleich M13 und M17 auf Bus umzustellen...

Das traut sich aber selbst die SPD noch nicht mehr.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
Global Fisch

Aber das Thema hat schon 2 Aspekte: die U-Bahn-Projekte und der SPD-Politik-Ansatz an sich. Zu letzterem kann ich nur sagen: Geld für Infrastrukturprojekte in ein paar teure U-Bahn-Bauten am Stadtrand zu steckem, und keine nennenswerten Einschränkungen für den Autoverkehr - mit der sPD in die 60er Jahre!

60er Jahre wäre es M4, M6 und M8 durch zwei U-Bahnlinien zu ersetzen und bei der Gelegenheit auch gleich M13 und M17 auf Bus umzustellen...

Das traut sich aber selbst die SPD noch nicht mehr.

Da hast Du recht. Dennoch bleibe ich im Kern bei meiner Aussage.

Siehe den Artikel in der Berliner Zeitung:
Berliner Zeitung

Zitat
Berliner Zeitung
„Ich halte diesen Gedanken einer vollkommen autofreien Innenstadt für wirklichkeitsfremd“, sagte Giffey, die auch Bundesfamilienministerin ist, am Freitag in Berlin.

Das ist zunächst einfach dumme Polemik. Niemand hat so etwas gefordert. Aber man kann es billig der Gegenseite unterschieben und dann zerpflücken.


Zitat
Berliner Zeitung
Auch eine City-Maut, also eine Gebühr für die Innenstadt, sei für die SPD nicht vorstellbar. Viele Menschen seien auf das Auto angewiesen, weil sie ihren Rollstuhl, ihre Kinder, ihre pflegebedürftigen Angehörigen fahren müssten. Ebenso werde der Lieferverkehr gebraucht.

Jaja, die Oma, die an Krücken geht und auch wegen ihrer beginnenden Demenz auf das Auto angewiesen ist, weil sie sich im ÖPNV nicht mehr zurechtfindet. Oder der Alkoholiker, der jeden Tag drei Bierkästen für sich und seine Kinder nach Hause fahren muss. Und wegen der teuren Bierpreise sich keine City-Maut leisten kann.
Und nicht zuletzt Harald Martenstein, der neulich im Tagesspiegel verkündete, auf das Auto angewiesen zu sein, weil, weil, weil...
... er seine Kinder in die Schule fahren muss!

Und man kann an der City-Maut zweifeln. Aber der Lieferverkehr wird sich 10 Euro oder so am Tag trotzdem leisten können und im Gegenteil froh drüber sein, weil er mehr Platz hat und dadurch viel Zeit (und damit Geld) spart.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.2020 18:03 von Global Fisch.
Das Problem ist doch nicht, wer sich was (nicht) traut.

Sondern dass einfach nix, aber auch wirklich gar nix vorwärts geht. Die Pop-Up Radwege sind doch das einzige, was bisher in dieser Legislatur-Periode passiert ist. Keine einzige neue Straßenbahnlinie in Betrieb, keine Verlängerung, einfach nur nix. Neue Busspuren, auch nichts erreicht. Von S-Bahn oder U-Bahn Ausbau ganz zu schweigen.

Man kann den Parteien der 60er Jahre ja vorwerfen was man will. Aber da ist wenigstens was passiert. Aktuell haben wir einen Senat, der einfach nur ganz viel blubbert, aber es passiert am Ende nichts. Und da ist mir dann die Parteifarbe schon ganz egal.
Aha. U5, Flughafen-S-Bahn, der Flughafen selber, Wista-II und vielleicht auch die S21 gehen also erst nach der Wahl in Betrieb? Was ist mit den Elektrobussen oder die Mammutbestellung der neuen U-Bahnzüge, was mit den neuen S-Bahnzügen? Gehören diese nicht mit in die Rechnung? i2030, Mobilitätsgesetz, die Liste lässt sich verlängern...

Viele Grüße
Florian Schulz

--
Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.
Zitat
Florian Schulz
Aha. U5, Flughafen-S-Bahn, der Flughafen selber, Wista-II und vielleicht auch die S21 gehen also erst nach der Wahl in Betrieb? Was ist mit den Elektrobussen oder die Mammutbestellung der neuen U-Bahnzüge, was mit den neuen S-Bahnzügen? Gehören diese nicht mit in die Rechnung? i2030, Mobilitätsgesetz, die Liste lässt sich verlängern...

Viele Grüße
Florian Schulz

Frage der Sichtweise.
U5, Flughafen-S-Bahn, Flughafen, S21 ... Projekte die sich einfach so mega verzögert haben, dass sie dann doch noch in die Legislatur-Periode fielen...
Das als Erfolg feiern zu wollen, das fällt mir schwer.
Zitat
Balu der Bär
Frage der Sichtweise.
U5, Flughafen-S-Bahn, Flughafen, S21 ... Projekte die sich einfach so mega verzögert haben, dass sie dann doch noch in die Legislatur-Periode fielen...
Das als Erfolg feiern zu wollen, das fällt mir schwer.

Welche Projekte Erfolge sind, war nicht dein Punkt, sondern die Behauptung dass "nichts" passiert sei. Da sind die von mir genannten Projekte nunmal mindesten Eins größer als "nichts".

Viele Grüße
Florian Schulz

--
Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.
Zitat
Balu der Bär
Sondern dass einfach nix, aber auch wirklich gar nix vorwärts geht. [...] Neue Busspuren, auch nichts erreicht. [...]

Immerhin wurde inzwischen bei einer ganzen Reihe von Busspuren die zeitlichen Einschränkungen aufgehoben, so dass sie nun 24/7 gelten. Die (BVG-)Abschlepper haben auch dazu geführt, dass das erste Mal in meinem Leben bestimmte Busspuren überhaupt auf voller Länge genutzt werden konnten.

Natürlich reicht das nicht. Wohl die meisten hier hätten sich viel mehr gewünscht und es wäre auch notwendig, aber Dein "nix" stimmt nun auch nicht (siehe auch Florians Antwort)
Zitat
Florian Schulz
Aha. U5, Flughafen-S-Bahn, der Flughafen selber, Wista-II und vielleicht auch die S21 gehen also erst nach der Wahl in Betrieb? Was ist mit den Elektrobussen oder die Mammutbestellung der neuen U-Bahnzüge, was mit den neuen S-Bahnzügen? Gehören diese nicht mit in die Rechnung? i2030, Mobilitätsgesetz, die Liste lässt sich verlängern...

Viele Grüße
Florian Schulz

Die Flughafen Anbindung besteht seit 9 Jahren, hat mit dieser Regierung dann wohl nichts zu tun. Den Flughafen als Erfolg zu verkaufen wäre auch dreist. Beim Berliner Bautempo würde ich ausschließen, dass die S21 in einem Jahr fertig ist. Gab es bei den Bestellungen der neuen U-Bahnen nicht auch Verzögerungen. Hat die neue S-Bahn wirklich was mir R²G zu tun? Ob I2030 ein Erfolg wird wird man sehen. S-Bahnstrecken in den nächsten 9-10 Jahren anzukündigen (Siemensbahn, Kremmener Bahn) würde ich nun nicht als Erfolg werten. Mobilitätsgesetz? Sehe ich in der Kantstraße, wie der Bus mobil ist...
Selbst die Ausweitung der Busspuren, wie Stichbahn positiv anmerkt, finde ich nicht gelungen. Wenn ich bedenke, was da alles kommen sollte (Siehe Busspurenthread).
Tram zur Turmstraße: Still ruht der See, genauso wie am Ostkreuz. Und ja, ich weiß, dass es da andere Gründe gibt.
Ja, diese Regierung hat für den Nahverkehr schon wirklich viel geleistet...
Zitat
Joe
Ja, diese Regierung hat für den Nahverkehr schon wirklich viel geleistet...

Du verwechselst zwei Dinge: niemand hat gesagt, dass er mit der verkehrspolitischen Bilanz des aktuellen Senats zufrieden ist. Die Diskussion basierte auf einer Aussage, dass in dieser Legislaturperiode NICHTS weitergegangen ist. Und bei aller Kritik am Senat in dieser Hinsicht: das ist falsch.

Einige Dinge wurden ja schon genannt: die eigentlich schon vor zehn Jahren dringend erforderliche Bestellung neuer U-Bahnen wurde in die Wege geleitet. Zumindest einige Busspuren sind besser nutzbar. WISTA II - wenn die Strecke Ende nächsten Jahres eröffnet wird, ist sie ja nicht vom Himmel gefallen. Und auch das Langzeitprojekt S-Bahnhof Karlshorst hat man auf den Boden gebracht und wird es demnächst abschließen - ohne den Begehren der CDU zu folgen, auf die Verschwenkung der Straßenbahntrasse zu den S-Bahn-Eingängen zu verzichten, um den heiligen MIV nicht zu "behindern". Friedrichsfelde-Ost und diverse Angebotsausweitungen möchte ich auch noch ergänzen.

Dass wahrscheinlich die meisten hier im Forum gern einen größeren Fortschritt bei Busspuren und Straßenbahnausbau gesehen hätten, eine grüne Verkehrssenatorin die Verkehrsträger im Umweltverbund nicht gegeneinander ausspielen sollte (siehe Kantstraße), um bloß dem MIV nicht zu schaden, und dass die ganze Sache um die TVO so ziemlich das Gegenteil grüner Verkehrspolitik ist*, dürften die meisten hier ja ähnlich sehen.
______
* Nicht nur der Umstand, dass man eine kilometerlange Schnellstraße durch die Stadt baut und auf Jahrzehnte hinaus den Modal Split zugunsten des MIV verschiebt, sondern auch, dass man damit sogar Verbesserungen des ÖPNV aktiv verbaut.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.2020 07:55 von def.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen