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Minderleistungen S-Bahn 2018-01
geschrieben von Tradibahner 
In welchem Regelwerk steht, wenn man alle Türen öffnet, der Fahrgast darauf hinzuweisen ist? Hab ich bisher weder in Hamburg, Köln, Frankfurt und München erlebt, in München öffnen sich auf der Stammstrecke auch teilweise die Türen auf beiden Seiten, und das ohne Hinweis darauf.
Und was heißt alte Infrastruktur? Wurde das Netz nicht erst in den 90er Jahren genau deshalb Grundsaniert? Wenn man natürlich Stellwerkstechnik installiert, was nur auf dem Papier einen 90 Sekundentakt zulässt, aber scheinbar nur in der Simulation, in Natura es aber gerade mal zu einem 3 bis 4 Minutentakt reicht, sagt doch alles. Auch ZBS macht dies leider nicht besser, es wird leider nur alles verschlimmbessert.

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!






1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.2018 14:55 von Tradibahner.
Zitat
Railroader
Ja, leider wurde in dem Artikel nicht näher auf die Maßnahmen eingegangen. Die größte gerade stattfindende dürfte wohl die Umstrukturierung der Leitstelle sein, die beinhaltet, dass alle Mitarbeiter im Betrieb zeitgleich auf Informationen zugreifen können. Bisher wurden sie nach dem Stille-Post-Prinzip von Mitarbeiter zu Mitarbeiter weitergereicht, wodurch nur eine schlechte oder gar keine Kommunikation stattfinden kann und am Ende jeder andere oder keine Infos hat.

Das zentrale Öffnen der Türen halte ich nun auch nicht für eine Maßnahme, die den Betrieb spürbar stabiler laufen lässt. Eine Verteilung der Fahrgäste auf den kompletten Bahnsteig wird dadurch nicht wirklich stattfinden. Der Warnruf vor dem zentralen Öffnen ist hingegen in den Regelwerken vorgeschrieben, da es wohl Fälle gab, wo Fahrgäste, die an der Tür lehnten, gestürzt sind.

Ah - ich verstehe, nicht die Fahrgäste draußen sind das Problem, sondern die im Zug. Sowas blödes aber auch, daß jemand von außen den Türöffner betätigen könnte... Gott, wirf Steine vom Himmel, Hirn hilft scheinbar nicht. Sowas Dämliches können sich echt nur deutsche Bürokraten ausdenken.

Dennis
Tja, wie gesagt, Vollkasko-Mentalität. Warte nur auf noch mehr Warnschilder und Warnansagen.

-Achtung, Stufen
-Vorsicht Zugluft
-Achtung, Bordstein

und so weiter und so fort.

Viele Leute sind eben nicht mehr für sich selbst verantwortlich, sie überlassen das lieber Warnhinweisen für banale Sachen. Das ist eben der heutige Zeitgeist.

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Viele Grüße aus Wedding
Das steht im Handbuch Fahrbetrieb.

Ich halte so manche Regelung auch für überzogen, allerdings kann ich auch verstehen, dass man sich absichern möchte, da viele Menschen heutzutage auch sehr gerne mal klagen, wenn sie selbstverschuldet zu Schaden kommen. Das hat man nun wieder bei der Nürnberger U-Bahn gesehen, wo ein Fahrgast in die sich schließenden Tür sprang, nachdem das Warnsignal aufgeleuchtet und ertönt ist, sich verletzte und gegen die VAG klagte.

Diese ganze Pieperei bei sich öffnenen Türen etc ist ja auch eine dahingehend entsprechende Maßnahme.
Schon alleine die Ansage in Bussen "..bitten wir Sie sich festzuhalten". Als nächstes "Die Sonne scheint, bitte Sonnenbrille aufsetzen" oder "Es regnet, benutzen sie bitte Ihren Schirm".

Wenn das so weiter geht, kommt das auch noch.

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Viele Grüße aus Wedding
Dafür hatte ich auf der Ringbahn heute einen Fahrer der sich 2x entschuldigt (!) hatte weil sich Abfahrten (geringfügig um 10, 20 Sekunden) verzögerten wg.aufgehaltener Türen. Kenne ich auch anders.

Jedenfalls besser als dieser Fahrer auf Britz (der immer mit Jacket fährt). Der geht mir aufn Sack mit seinem Gehabe und der Gängelung der Fahrgäste.
Hatte man nicht sogar mal irgendwo in England Laternenmasten gepolstert, weil die Smartphone-Nutzer häufig mit dem Kopf gegen gestoßen sind und sich verletzt haben? Ich hatte sowas mal irgendwo gelesen. Ist schon manchmal krank, das stimmt.
Zitat
Railroader
Das hat man nun wieder bei der Nürnberger U-Bahn gesehen, wo ein Fahrgast in die sich schließenden Tür sprang, nachdem das Warnsignal aufgeleuchtet und ertönt ist, sich verletzte und gegen die VAG klagte.

Diese ganze Pieperei bei sich öffnenen Türen etc ist ja auch eine dahingehend entsprechende Maßnahme.

Früher haben sich die Reisenden fast immer an den Ruf "Zurückbleiben" (Ohne bitte bitte) gehalten.

Wer in eine sich schließende Tür hopst ist unvernünftig und dumm. Und Dummheit muß bestraft werden. Wäre ich Richter würde ich nach gesundem Menschenverstand solche Klagen abweisen.

Früher gingen die Türen and den Zügen mit Schmackes zu, damals ist da nicht viel passiert.

Wer aber nicht so drei Minuten auf den nächsten Zug warten will, selbst schuld.

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Viele Grüße aus Wedding
Das Gericht hat auch zu Gunsten der VAG entschieden.
@ Railroader

Gut so. Genauso sollte man zur alten Technik bei den Türen zurückgreifen. Diese Türblockierer ärgern mich täglich. aber sowas scheint ja schon "hip" zu sein. Gerade in Berlin - Du hast es ja schon sinngemäß geschrieben - ist hier eine Hektik. Wir rennen zum Bus und zur Bahn, dann rennen wir zum Ausgang und dann rennen wir zur Arbeit oder sonst wohin.

In anderen Städte ist es da wirklich gemütlicher. Wenn ich zum Beispiel in Hamburg bin, ist es wie ein Erhohlungsurlaub.

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Viele Grüße aus Wedding
Ich denke, damals war die Mentalität eine andere. Wenn da jemand auf einen Güterwagen kletterte und dabei zu Schaden kam, war der Tenor, dass er es selbst zu verantworten hat. Heute ist die erste Frage, warum das Areal nicht eingezäunt und kameraüberwacht ist.
Zitat
Tradibahner
In welchem Regelwerk steht, wenn man alle Türen öffnet, der Fahrgast darauf hinzuweisen ist? Hab ich bisher weder in Hamburg, Köln, Frankfurt und München erlebt, in München öffnen sich auf der Stammstrecke auch teilweise die Türen auf beiden Seiten, und das ohne Hinweis darauf.

Mit Hinweis. In Form eines Piepens. Das kam ja nicht ohne Grund im Rahmen der Nachrüstung der 423er mit zentralem öffnen.
@Railroader

So ist es. Aber die Leute werden eben nicht mehr "erzogen".
Heute gilt das Motto wie in einem Werbespruch "Hauptsache ihr habt Spaß"

Es müsste eigentlich heißen "Nur aus Schaden wird man klug". Aber wenn ich manchmal Presseberichte lese, daß Grafiitti-Schmierfinken von einem Zug erfasst wurden und das es ja so schlimm ist, die böse böse Bahn....

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Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Railroader
Das zentrale Öffnen der Türen halte ich nun auch nicht für eine Maßnahme, die den Betrieb spürbar stabiler laufen lässt.

Dachte ich auch immer, in Stuttgart und München hat das aber schon etwas Entspannung gebracht.
Zitat
Railroader
Das steht im Handbuch Fahrbetrieb.

Ich halte so manche Regelung auch für überzogen, allerdings kann ich auch verstehen, dass man sich absichern möchte, da viele Menschen heutzutage auch sehr gerne mal klagen, wenn sie selbstverschuldet zu Schaden kommen. Das hat man nun wieder bei der Nürnberger U-Bahn gesehen, wo ein Fahrgast in die sich schließenden Tür sprang, nachdem das Warnsignal aufgeleuchtet und ertönt ist, sich verletzte und gegen die VAG klagte.

Jedem steht frei sinnlose Klagen durchzuführen. Aber warum deshalb die Vorschriften anpassen? War jemals eine erfolgreich? Die vielen Berufsjuristen der DB könnten neben den Klagen gegen Vergabeverfahren sich doch auch mit der Abwehr solch sinnfreier Klagen eine sinnvolle Beschäftigung.

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Dieser Beitrag ist für Sie kostenlos. Er finanziert sich allein aus der Freizeitspende seines Schreibers.
Zitat
Wollankstraße
@Railroader

So ist es. Aber die Leute werden eben nicht mehr "erzogen".
Heute gilt das Motto wie in einem Werbespruch "Hauptsache ihr habt Spaß"

Es müsste eigentlich heißen "Nur aus Schaden wird man klug". Aber wenn ich manchmal Presseberichte lese, daß Grafiitti-Schmierfinken von einem Zug erfasst wurden und das es ja so schlimm ist, die böse böse Bahn....

Denkst du dir diese Presseberichte aus? Kannst du mal einen verlinken?
Tut mir leider Ieid, manchmal reizt es mich dann dich auf deine Polemik einzugehen. Oft überlese ich sie ja bewusst.

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Zitat
Wollankstraße
Zitat
drstar
Was das automatische Türöffnen angeht - ist das deren Ernst, daß Fahrgäste einen Herzkasper kriegen, wenn die Türen sich automatisch öffnen?

Das verstehe ich auch nicht. Bei der U-Bahn wird das oft bei einsetzenden Zügen praktiziert. Und auch bei der New Yorker Subway werden generell an jeder Station alle Türen geöffnet, so habe ich das vor 25 Jahren erlebt.
Das ganze passiert hier auch beim Bus oft.

So ist es auch bei den U-Bahnen in China.
Zitat
Wollankstraße
Zitat
Railroader
Der Warnruf vor dem zentralen Öffnen ist hingegen in den Regelwerken vorgeschrieben, da es wohl Fälle gab, wo Fahrgäste, die an der Tür lehnten, gestürzt sind.

Es sagt doch einem der gesunde Menschenverstand, sich nicht an zu öffnenden Türen anzulehnen. Na wieder Vollkasko. Bei meinem erwähnten Besuch in NY stand in den Zügen an den Türen immer "Don't lean on doors" (Nicht an die Türen anlehnen).

Aber an Styropor-Coffee-To-Go-Bechern muß ja auch schon stehen, "Achtung heiß".....absurd das ganze.

In NY lehnt aber nicht in jedem dritten Türraum ein Fahrrad an den Türflügeln. Mitunter fallen diese Hindernisse beim unerwarteten Türöffnen um. Wenn sich dann Teile zwischen Zug und Bahnsteigkante verkeilen, ist schon die nächste Zuglaufstörung da.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim

In NY lehnt aber nicht in jedem dritten Türraum ein Fahrrad an den Türflügeln. Mitunter fallen diese Hindernisse beim unerwarteten Türöffnen um. Wenn sich dann Teile zwischen Zug und Bahnsteigkante verkeilen, ist schon die nächste Zuglaufstörung da.

Zumal auch in den USA das Öffnen der Türen oft angekündigt wird, wenn auch wie hier in dem Video zu sehen, recht sinnbefreit:

[www.youtube.com]


Die neuen Züge in London haben auch einen ganz widerlichen Ton beim Öffnen. Hört man bei Minute 3:52:

[www.youtube.com]
Zitat
Logital

Aber warum deshalb die Vorschriften anpassen?

Mein damaliger Ausbilder sagte mir mal, das Regelwerk ist eigentlich zum Großteil nur eine Sammlung von Reaktionen nach gefährlichen Ereignissen. Ganz Unrecht hatte er damit nicht.

Ich sehe solche Maßnahmen zwiegspalten. Einerseits finde ich persönlich vieles auch überzogen, andererseits wird eben auch häufig nach Ereignissen eine Reaktion gefordert. So kam es zum Beispiel wohl mal vor, dass irgendwo in Deutschland ein Mitarbeiter beim Schneeräumen auf dem Bahnsteig unter einen Zug geriet. Ein bisher absoluter Einzelfall. Dennoch gibt es seither auch bei der S-Bahn eine entsprechende Regelung, damit das hier nicht passiert. Klar könnte man sagen, tragischer Unfall, aber eben Einzelfall, keine Sonderregelung nötig. Dafür trägt dann aber der Eisenbahnbetriebsleiter die Verantwortung, denn wenn es dann doch passiert, wird man ihn fragen, warum er keine Maßnahmen in seinem Betrieb getroffen hat, schließich wisse er ja nun, dass soetwas durchaus passieren kann.

Das Gleiche im Bezug auf unzulässige Vorbeifahrten an Signalen. In unseren Meldestellen hängen nun überall Poster, dass man sich nicht ablenken lassen und sich konzentrieren soll. Sicherlich irgendwo sinnbefreit, denn jeder weiß das. Keiner wird sagen: "Oh, ich soll mich nicht ablenken lassen, gut dass es mir jemand sagt." Dennoch muss eben sowas offensichtlich gemacht werden, da auch das Eisenbahnbundesamt fragt, was das Unternehmen denn tut, um seine Mitarbeiter zu sensibilisieren. Natürlich sind die Poster nicht die einzige Maßnahme.

Bei den Ansagen für sich öffnende Türen wird man eben gewisse Erfahrungen gemacht haben und schlicht Vorfälle und etwaige daraus resultierende Klagen vermeiden wollen. So überzogen diese Maßnahme vielleicht im Einzelfall ist, so wenig spektakulär ist sie aber am Ende auch. Letzendlich ist es ja kein Hexenwerk kurz zu sagen: "Vorsicht, Türen öffnen".



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.2018 00:26 von Railroader.
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