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U 1 zum Adenauerplatz
geschrieben von Bovist66 
Zitat
Bäderbahn
Die Diskussion hier erinnert mich immer an die Situation in London Ende der 70er. Damals wurde die Jubilee-Line nach Charing Cross neu unter der City gebaut (Eröffnet 1979), ohne dass ein neuer Bahnhof gebaut wurde. Innerhalb der Ringlinie gab es einen neuen Tunnel, die Stationen wurden bei bestehenden Stationen gebaut. Erschließungswirkung also gleich Null. Im Nordast wurde eine vorhandene Strecke bedient, die Metropolitan Line lies die meisten Halte aus und wurde so beschleunigt.
Nach anfänglich viel Skepsis entwickelte sich die Linie zu einer der erfolgreisten im Underground-Netz.

Man sollte sich in Berlin sowieso fragen, ob es irgendeine U-Planunung aus dem 200km Plan gibt, die nicht ansatzweise sinnvoll ist. Man verteufelt mittlerweile das Auto und dessen negativen Folgen, wagt sich aber nicht an einen auf lange Sicht belastbaren Ausbau.

Man muss endlich mal richtig investieren! Wohnung bauen wollen und bestehende U-Bahnlinien mit Kurzzügen rumgurken lassen wie seinerzeit unter dem Kaiser passen nicht mehr zusammen.

Doch auch hier im Forum hat sich diese in falschen Bereichen ausgestaltete Sparpolitik breit gemacht, dass eine Verlängerung einer wichtigen Ost-West-Verbindung mit Buslinienargumenten totdiskutiert wird. Gleiches gilt für Pankow!

Neuerschließungen durch U-Bahnen?! Wo hat es das je gegeben? Eine U-Bahn ist kein Bus und keine Straßenbahn, sondern löst diese ab, sobald Kapazitäten und der Bedarf nach Geschwindigkeit gekommen sind.
Ja, man bräuchte Mut und eine weitsichtige Planung, bei der nicht jeder Zwischenschritt für sich einen KNF größer 1 erreichen muss. Ansonsten wird's Stückwerk.
Dann hätten wir schon längst die S21 auf ganzer Länge, und, und, und, ...

Bäderbahn
Re: U 1 zum Adenauerplatz
02.08.2018 14:43
Zitat
Trittbrettfahrer


Neuerschließungen durch U-Bahnen?! Wo hat es das je gegeben? Eine U-Bahn ist kein Bus und keine Straßenbahn, sondern löst diese ab, sobald Kapazitäten und der Bedarf nach Geschwindigkeit gekommen sind.
Genau, weil die U-Bahn eben kein Bus und keine Straßenbahn ist, ist sie eben nicht in der Lage diese Komplett zu ersetzen. Beim Ku'Damm hat man eben viele Kurzstreckenfahrgäste und viele Fahrgäste aus dem Westen, die durch die U-Bahn nicht schneller wären, dafür aber umsteigen müssten.

Also wäre meiner Ansicht nach die U-Bahn nur bei Beibehaltung eines großen Teils des Busverkehrs sinnvoll (der M29 und X10 erscheinen mir dann nichtmehr sinnvoll). Wenn sie dann nicht wirtschaftlich ist, dann ist sie halt nicht sinnvoll. Ansonsten wird man durch den Umsteigezwang viele Fahrgäste aus Richtung Westen und eben auch viele Kurzstreckenkunden verlieren.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Bäderbahn
Ja, man bräuchte Mut und eine weitsichtige Planung, bei der nicht jeder Zwischenschritt für sich einen KNF größer 1 erreichen muss. Ansonsten wird's Stückwerk.
Dann hätten wir schon längst die S21 auf ganzer Länge, und, und, und, ...

Vorsicht! Man kann eine Verlängerung der U 9 nach Pankow wegen der durch sie erreichbaren Bündelungsfunktion von Verkehren aus Pankow in Richtung City-West für sehr sinnvoll halten - allerdings müßte man die für ihren Bau nötigen hunderte von Millionen Euro trotzdem irgendwo herholen.
Es ist ein Riesen-Irrtum den meist teuer bezahlten Bloedquatschern jahrelang zu glauben "Wir haben kein Geld, zu teuer, nicht finanierbar usw." !

Hinzu kommt die Total-Schwachsinns-Aussage "Wir leben auf Kosten unserer Kinder, Enkel" !

Wer sich auch nur minimal mit Wirtschaft / Geschichte befasst, begreift und stellt schnell fest, dass diese Aussagen totaler Nonsens sind; damals wie heute.

Beispiele / Erklaerungen will ich hier nicht geben, ist OT.

Aber Hinweis: Quatscht nicht, sondern fasst einfach was an!
Zitat
Bovist66
(...)

Aber: Wenn man das Ganze in ein städtebauliches Projekt integrieren würde, sähe es vielleicht anders aus. In dieser Hinsicht agiert mir nicht nur dieser Senat eher einfallslos. Warum nicht Teile des Kurfürstendamms zur Fußgängerzone entwickeln? Oben in der Straßenmitte (wo jetzt die Parkplätze sind) könnten die Bus- bzw. Straßenbahnlinien geführt werden, der restliche Autoverkehr wäre auf die Lietzenburger Straße umzulenken, und parken könnte man entgeltlich in Parkhäusern. Für die schnellen Verkehre stünde dann die bis Adenauerplatz (oder Westkreuz) zu verlängernde U1 zur Verfügung.

Freilich könnte dann niemand mehr mit großformatigen Autos auf dem gesamten Kurfürstendamm entlangfahren, und daran dürfte die Idee vermutlich scheitern.

(...)

Als Umfahrung der Steglitzer Schloßstraße hat man sogar eine Autobahn gebaut. Dennoch traut man sich nicht, die Schloßstraße zwischen Walther-Schreiber-Platz und Rathaus Steglitz zur Fußgängerzone mit durchfahrenden Bussen und Radfahrern nach dem Vorbild der Mönckebergstraße in Hamburg umzuwidmen.

Aus meiner Sicht ist der MIV in der Schloßstraße störend, da Fußgänger an den Rand gedrängt werden und an allen Ampeln ewig warten müssen. Busse werden durch den MIV ausgebremst und die Fahrradspur ständig zur Halte- und Parkspur missbraucht.

Aber leider wird in Berlin der MIV stets gefördert, die anderen Verkehrsteilnehmer haben stets das Nachsehen.
Zitat
Nemo
Also wäre meiner Ansicht nach die U-Bahn nur bei Beibehaltung eines großen Teils des Busverkehrs sinnvoll. Wenn sie dann nicht wirtschaftlich ist, dann ist sie halt nicht sinnvoll.

Genau das ist der falsche Ansatz.
T6
Re: U 1 zum Adenauerplatz
02.08.2018 16:33
Zitat
DaniOnline

Als Umfahrung der Steglitzer Schloßstraße hat man sogar eine Autobahn gebaut. Dennoch traut man sich nicht, die Schloßstraße zwischen Walther-Schreiber-Platz und Rathaus Steglitz zur Fußgängerzone mit durchfahrenden Bussen und Radfahrern nach dem Vorbild der Mönckebergstraße in Hamburg umzuwidmen.

Aus meiner Sicht ist der MIV in der Schloßstraße störend, da Fußgänger an den Rand gedrängt werden und an allen Ampeln ewig warten müssen. Busse werden durch den MIV ausgebremst und die Fahrradspur ständig zur Halte- und Parkspur missbraucht.

Aber leider wird in Berlin der MIV stets gefördert, die anderen Verkehrsteilnehmer haben stets das Nachsehen.

Mutiger Ansatz. Ausdrücklich schreibe ich "mutig" und nicht "falsch".

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BT SO - nicht der Jagdpilot
Re: U 1 zum Adenauerplatz
02.08.2018 17:11
Zitat
Trittbrettfahrer
Zitat
Nemo
Also wäre meiner Ansicht nach die U-Bahn nur bei Beibehaltung eines großen Teils des Busverkehrs sinnvoll. Wenn sie dann nicht wirtschaftlich ist, dann ist sie halt nicht sinnvoll.

Genau das ist der falsche Ansatz.

Der richtige wäre demnach also die eine Hauptzugangsrichtung zum Ku'Damm von der lästigen Direktverbindung zu befreien und durch den Zwangsumstieg und vermutlich auch insgesamt längere Wege zu den Läden die Reisezeit zu verlängern?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Tunnelfunzel
Es ist ein Riesen-Irrtum den meist teuer bezahlten Bloedquatschern jahrelang zu glauben "Wir haben kein Geld, zu teuer, nicht finanierbar usw." !

Hinzu kommt die Total-Schwachsinns-Aussage "Wir leben auf Kosten unserer Kinder, Enkel" !

Wer sich auch nur minimal mit Wirtschaft / Geschichte befasst, begreift und stellt schnell fest, dass diese Aussagen totaler Nonsens sind; damals wie heute.

Beispiele / Erklaerungen will ich hier nicht geben, ist OT.

Aber Hinweis: Quatscht nicht, sondern fasst einfach was an!

Meines Erachtens geht es so nicht. Ein verantwortlicher Umgang mit öffentlichen Mitteln sollte schon auch ein politisches Ziel sein.

Ich bin gewiß kein Stabilitätsfanatiker, halte auch die sogenannten Schuldengrenzen in Verfassungen für bürgerlichen Unfug. Auch wenn man Geld in beliebiger Höhe aus dem Nichts heraus schaffen, Aufrüstung mit Mefo-Wechseln finanzieren kann usw. gibt es dafür doch Grenzen - wo die liegen, darüber läßt sich sicher streiten.

In Deutschland wurden zum Beispiel in den Jahren 1923 und 1948 die Weltkriege abgerechnet. Ach ja - der Ausbau der Berliner U-Bahn war Ende 1930 b.a.w. beendet - wegen der Frage der Finanzierung.

Nachtrag: Mit dem "BVG-Investitionsprogramm" werden ja bereits unter Umgehung der "Schuldenbremse" außerhalb des Haushalts neue Schulden i.H.v. 3,1 Mrd. € geplant, von denen etwa 2,3 Mrd. € auf die U-Bahn entfallen, der Rest auf die Straßenbahn. Ich halte das für vollkommen richtig, denke aber, man kann derlei Programme nicht beliebig erweitern.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.2018 18:09 von Marienfelde.
Zitat
Trittbrettfahrer

Man sollte sich in Berlin sowieso fragen, ob es irgendeine U-Planunung aus dem 200km Plan gibt, die nicht ansatzweise sinnvoll ist. Man verteufelt mittlerweile das Auto und dessen negativen Folgen, wagt sich aber nicht an einen auf lange Sicht belastbaren Ausbau.

(...)

Neuerschließungen durch U-Bahnen?! Wo hat es das je gegeben? Eine U-Bahn ist kein Bus und keine Straßenbahn, sondern löst diese ab, sobald Kapazitäten und der Bedarf nach Geschwindigkeit gekommen sind.

Die U10 parallel zur Wannseebahn zum Beispiel ist für mich auch nicht im Ansatz sinnvoll. Sie wurde völlig zu Recht selbst als Trassenfreihaltung aus dem FNP gestrichen.

Genau diese "Denke", wonach die U-Bahn Busse und Straßenbahnen ablösen soll, weist für meine Begriffe in die falsche Richtung. Oft genug kommen dabei in der Praxis Verbesserungen für relativ wenige, aber Verschlechterungen für viele heraus. Es sei denn, man zählt die Vorteile für den MIV zu den Verbesserungen. Die U7 Nord zum Beispiel mag sicher günstig sein, wer von Spandau zur Bismarckstraße will. Wäre aber anstelle der U7 zwischen Jungfernheide und Rathaus Spandau die Straßenbahn erhalten geblieben, würde Spandau heute vielleicht so gut mit der Elektrischen erschlossen werden wie Freiburg oder Straßburg. Wovon sehr viel mehr Bürgerinnen und Bürger etwas hätten als mit der U7 Nord..

Genauso verhält es sich mit der U1 zum Adenauerplatz unter den heutigen Rahmenbedingungen. Wer die Örtlichkeiten auch nur ein wenig aus der Praxis kennt, wird schnell feststellen, wie wichtig hier insbesondere die Buslinien M 19 und M29 praktisch in ihrer gesamten Länge sind. Andererseits hat kaum jemand einen großen praktischen Vorteil, wenn er von der U7 zur U1 am Adenauerplatz umsteigen könnte. Auf dem Kurfürstendamm wird eben vieles zu Fuß erledigt, die Busse erschließen den Boulevard flächendeckend in dichten Takten, und es ist für die meisten Fahrgäste auch kein Problem, vom S-Bf Savignyplatz zum Kurfürstendamm zu laufen.

Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit sind übrigens keine Ausgeburten engstirniger oder hartherziger Politker/innen, sondern sind geltendes Recht, u.a. geregelt in § 7 Landeshaushaltsordnung Berlin. Dass hiergegen in der gesamten Republik immer wieder verstoßen wird (siehe Stuttgart 21), rechtfertigt eben nicht, das Geld wahllos auszugeben. U-Bahnstrecken gehören nun einmal zu den teuersten Infrastrukturen, und ohne einen echten Mehrwert für eine große Zahl von Fahrgästen sind sie nur schwer nachvollziehbar zu begründen.

Im Fall der U9 Nord (nördlich Osloer Straße) ließe sich ein solcher Mehrwert vermutlich erzielen - im Bereich des Kurfürstendamms wäre es m.E. bei der U1 schon sehr viel schwerer. Und das Gelände des Flughafens Tegel wird sich nun einmal am besten per Straßenbahn erschließen lassen, ergänzend vielleicht noch durch die U6 oder die S21, aber eben nicht durch eine U5, die hier allenfalls die "vierte Wahl" wäre (sollte die Bebauung dort überhaupt genug Potential für einen Schienenverkehr hergeben).



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.2018 20:26 von Bovist66.
Zitat
Nemo
Der richtige wäre demnach also die eine Hauptzugangsrichtung zum Ku'Damm von der lästigen Direktverbindung zu befreien und durch den Zwangsumstieg und vermutlich auch insgesamt längere Wege zu den Läden die Reisezeit zu verlängern?

Niemand würde auf die Idee kommen, den gesamten Busverkehrs auf dem Kudamm einzustellen, nur damit die U-Bahn dadrunter wirtschaftlich ist. Aber 5 Buslinien bedarf es in dem Abschnitt dann auch nicht mehr. Dann kommst du mit dem 110 eben nur noch bis Adenauerplatz. Oder du steigst vorher in den M29. Die Reduzierung einiger Linien wäre absolut nachvollziehbar.


Zitat
Bovist66
Die U10 parallel zur Wannseebahn zum Beispiel ist für mich auch nicht im Ansatz sinnvoll. Sie wurde völlig zu Recht selbst als Trassenfreihaltung aus dem FNP gestrichen.

Die U10 Richtung Steglitz ist seit Wiederinbetriebnahme der Wannseebahn kein Thema mehr. Das war eine historisch bedingte Planung, die obsolet wurde.

Zitat
Bovist66
Die U7 Nord zum Beispiel mag sicher günstig sein, wer von Spandau zur Bismarckstraße will. Wäre aber anstelle der U7 zwischen Jungfernheide und Rathaus Spandau die Straßenbahn erhalten geblieben, würde Spandau heute vielleicht so gut mit der Elektrischen erschlossen werden wie Freiburg oder Straßburg. Wovon sehr viel mehr Bürgerinnen und Bürger etwas hätten als mit der U7 Nord..

Hier vermischst du etwas:

1.
Die U7 wurde als Ersatz für die S-Bahn errichtet, weil Boykott und Stilllegung. Das bedeutet, dass wir andernfalls bestenfalls mehrere S-Bahnlinien nach Spandau hätten (Jungfernheide-Spandau, Westkreuz-Spandau, Siemensbahn). Die U7 wäre gar nicht notwendig, weil die der S-Bahn untergeordnete Erschließung gut durch Straßenbahn und Bus passiert.

2.
Die Straßenbahn aus den 60ern ist nicht zu vergleichen mit der Straßenbahn von heute. Auch ohne U7 sondern mit S-Bahn hätte man mindestens viele Nebenstrecken der Straßenbahn zusammengestrichen und durch Busse ersetzt. Dies konnte man in vielen anderen Städten beobachten, wo im Laufe des letzten Jahrhunderts genau das passiert ist. Wenn Geschwindigkeit und Kapazität der Bahn steigen, kannst du eben nicht mehr durch jede Gasse zuckeln.
...Und wenn der Idealismus für eine autogerechte Stadt zu hoch ist, der Sprit billig ist, verabschiedest du dich fix komplett von der Fortbewegung der Vergangenheit. Das waren andere Zeiten. Aus damaliger Sicht war die Straßenbahn eine Weiterentwicklung der Pferdebahn, um es überspitzt zu sagen. Und als Nachfolger gab es eben die Bus.

3. Die U7 wurde in den 80ern vollendet. Die Straßenbahn wurde in den 60ern stillgelegt. 14 Jahre pures Busvergnügen.

Man kann also nicht einfach sagen, dass hier Bürger abgehängt wurden, weil eine U-Bahn gebaut wurde. Die Gründe sind zu vielschichtig.

Zitat
Bovist66
Wer die Örtlichkeiten auch nur ein wenig aus der Praxis kennt, wird schnell feststellen, wie wichtig hier insbesondere die Buslinien M 19 und M29 praktisch in ihrer gesamten Länge sind. Andererseits hat kaum jemand einen großen praktischen Vorteil, wenn er von der U7 zur U1 am Adenauerplatz umsteigen könnte. Auf dem Kurfürstendamm wird eben vieles zu Fuß erledigt, die Busse erschließen den Boulevard flächendeckend in dichten Takten, und es ist für die meisten Fahrgäste auch kein Problem, vom S-Bf Savignyplatz zum Kurfürstendamm zu laufen.

Ich kenne die Örtlichkeiten sogar sehr gut aus der Praxis. Lass die M19 und M29 dort wo sie sind. Aber dass kaum jemand einen praktischen Nutzen von der U1 zum Adenauerplatz hat, ist falsch. Dann kennst du die Örtlichkeiten nicht gut.
Und vieles auf dem Kudamm wird vielleicht durch Touris, Shoppingwütige und Einzelhändler "zu Fuß" erledigt. Dort gibt es allerdings noch Arbeitnehmer und Einwohner (ja, viele von denen nutzen die Öffis).

Zitat
Bovist66
Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit sind übrigens keine Ausgeburten engstirniger oder hartherziger Politker/innen, sondern sind geltendes Recht...

Das stimmt und bestreitet keiner. Niemand möchte eine U-Bahn nach Rübezahl oder nach Kladow. Es geht hier um eine stumpf endende Ost-West-Tangente.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.2018 23:20 von Trittbrettfahrer.
Zitat
Trittbrettfahrer
Das stimmt und bestreitet keiner. Niemand möchte eine U-Bahn nach Rübezahl oder nach Kladow. Es geht hier um eine stumpf endende Ost-West-Tangente.
Hmmm, da war doch was...^^
Zitat
Trittbrettfahrer
Niemand würde auf die Idee kommen, den gesamten Busverkehrs auf dem Kudamm einzustellen, nur damit die U-Bahn dadrunter wirtschaftlich ist.

Das wäre keine Premiere, erinnert sei an die Linien 2, 25 und 81, die auf der Bundesallee der U9 nach Steglitz "geopfert" wurden, der 85er wurde umgelegt. Die U7 nach Spandau brachte das Ende für die Linien 55 und 99 und die letzte eingestellte Linie war der 344er. Man hat wohl zuviel Angst vor dem Erfolg eines zum Hermannplatz durchgebundenen M44ers.

Zitat
Trittbrettfahrer
Aber 5 Buslinien bedarf es in dem Abschnitt dann auch nicht mehr. Dann kommst du mit dem 110 eben nur noch bis Adenauerplatz. Oder du steigst vorher in den M29. Die Reduzierung einiger Linien wäre absolut nachvollziehbar.

Als erstes wird ja nach der BER-Eröffnung der 109er verändert werden. Entfiele der auf dem Kurfürstendamm, sind mit dem 110er schon zwei Linien weg.

Zitat
Trittbrettfahrer
Hier vermischst du etwas:

1.
Die U7 wurde als Ersatz für die S-Bahn errichtet, weil Boykott und Stilllegung. Das bedeutet, dass wir andernfalls bestenfalls mehrere S-Bahnlinien nach Spandau hätten (Jungfernheide-Spandau, Westkreuz-Spandau, Siemensbahn). Die U7 wäre gar nicht notwendig, weil die der S-Bahn untergeordnete Erschließung gut durch Straßenbahn und Bus passiert.

Hier liegst du daneben. Die Stilllegung der S-Bahn nach Spandau war beim ersten Rammschlag der Verlängerung nach Spandau im Jahre 1977 noch nicht einmal absehbar. Der S-Bahnstreik mit seinen Folgen im Jahr 1980 war für die Auslastung nur eine "glückliche Fügung".

Zitat
Trittbrettfahrer
2.
Die Straßenbahn aus den 60ern ist nicht zu vergleichen mit der Straßenbahn von heute. Auch ohne U7 sondern mit S-Bahn hätte man mindestens viele Nebenstrecken der Straßenbahn zusammengestrichen und durch Busse ersetzt. Dies konnte man in vielen anderen Städten beobachten, wo im Laufe des letzten Jahrhunderts genau das passiert ist. Wenn Geschwindigkeit und Kapazität der Bahn steigen, kannst du eben nicht mehr durch jede Gasse zuckeln.

Es gab bis auf die Schleife nach Gartenfeld dort keine "Nebenstrecken". Das Argument ist für den durch die U7 ersetzten Teil der 55 also unpassend.

Zitat
Trittbrettfahrer
3. Die U7 wurde in den 80ern vollendet. Die Straßenbahn wurde in den 60ern stillgelegt. 14 Jahre pures Busvergnügen.

Teilweise genau 13 (bis Rohrdamm), 17 (Rathaus Spandau) oder mittlerweile über 50 Jahre (Hakenfelde).

Zitat
Trittbrettfahrer
Ich kenne die Örtlichkeiten sogar sehr gut aus der Praxis. Lass die M19 und M29 dort wo sie sind. Aber dass kaum jemand einen praktischen Nutzen von der U1 zum Adenauerplatz hat, ist falsch. Dann kennst du die Örtlichkeiten nicht gut.

Welcher Nutzen soll das denn sein?

Zitat
Trittbrettfahrer
Und vieles auf dem Kudamm wird vielleicht durch Touris, Shoppingwütige und Einzelhändler "zu Fuß" erledigt. Dort gibt es allerdings noch Arbeitnehmer und Einwohner (ja, viele von denen nutzen die Öffis).

Wer vom Ku'damm aus seine Ziele bis zum Bereich Bülowstraße/ Kurfürstenstraße hat, der kann heute schon direkt durchfahren.

Zitat
Trittbrettfahrer
Es geht hier um eine stumpf endende Ost-West-Tangente.

Die U1 ist gewiss keine Tangente. ;-)

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.2018 03:41 von B-V 3313.
Zitat
PassusDuriusculus
Dazu gehören (1) die U2 nach Pankow Kirche. Begründung hier ist der gerade im Raum Pankow große Bev.-Zuwachs im Zusammenhang mit einer Umlegung der 50 in die Wollankstr. und (2) Überlegungen in wie weit Kehranlagen an ihre Taktdichten-Grenze kommen und ausgebaut werden sollten. Konkret denke ich hier eig nur an die Warschauer Str.

Warschauer Straße ist ebenso wie die anderen Kehranlagen kein limitierender Faktor. Ob der Fahrer nun auf dem Bahnsteig oder auf einem Steg ans andere Ende des Zuges läuft, bleibt vom Weg gleich. Will man schneller kehren, dann muss ein zweiter Fahrer bereit stehen. Auch dabei ist der Ort (Kehranlage oder Bahnsteig) egal.

Zitat
PassusDuriusculus
Hier sind Taktverdichtungen im bestehenden im Prinzip dichten Schnellbahnnetz Priorität 1. Wenn ich davonausgehe, dass in Berlin ein 2-bis-2,5-Minuten-Takt eine geringstmögliche realistische Taktdichte ist (...) Deshalb würde ich hier Entlastende U-Bahnstrecken nutzen: Südl. der Stadtbahn die U1 (Roseneck-)Halensee-Warschauer Str. Da bis Ostbahnhof und Warschauer Str. diverse verstärkende Zuggruppen aus Köpenick, Mahlsdorf etc. geführt werden müssten, könnte Warschauer Str. als U1-Emdbahnhof ausreichend bleiben

Hier liegt ein Denkfehler vor: Wenn der 2 Minuten-Takt das Ende ist, dann kann die U1 nur im halben Takt betrieben werden. Schließlich teilt sie sich vom Wittenbergplatz mindestens bis Nollendorfplatz ihre Trasse mit der U3.

Was soll eigentlich eine U-Bahn auf der Strecke Halensee-Roseneck soll? Ist das deine benötigte Relation?

Zitat
PassusDuriusculus
Nördlich könnte eine U5 bis Jungfernheide ebenfalls für Stadtbahnentlastung sorgen.

Da fährt ja bald die S21.

Zitat
PassusDuriusculus
Ostring und Görlitzer Bahn halte ich nicht für problematisch, da hier durch die Nutzung von Vollzügen noch viel Luft nach oben ist.

Das sehe ich auch so.

Zitat
PassusDuriusculus
Weiterhin fallen in dieses Szenario Verlängerungen der U8 in beide Richtungen und der U9 nach Lankwitz.

Die U9 nach Lankwitz kann durchaus sinnvoll sein, der Britzer Garten braucht allerdings keine U-Bahn. Dort wäre eine Straßenbahn Hermannplatz - Buckow die erste Wahl. Genauso wie im MV.

Zitat
PassusDuriusculus
In die dritte Kategorie fallen U-Bahn-Strecken deren verkehrlicher Sinn sich mir nicht erschließt:
U2/U7 in Spandau. Die Siedlungsstruktur erscheint mir hier für Straßenbahn prädistiniert.

Richtig, aber das gilt auch fürs MV.

Zitat
PassusDuriusculus
U4 bis Magdeburger Platz. Soviel wird hier nicht erschlossen und das verbessert die Bedeutung der U4 auch nicht

Du sagst es. Unnötig wie ein Kropf.

Zitat
PassusDuriusculus
U7 bis BBI: Erstens gibt es da auf dem DB-Netz noch Kapazität, zweitens wie soll die U7 in das Terminal eingebunden werden und drittens gehört auch das derzeitige Rumgefliege aus ökologischen Gründen reduziert

Auch richtig.

Zitat
PassusDuriusculus
U9 bis Pankow, hier ist die Straßenbahn einfach quasi fast schon da

Solange die U9 nicht die 50 durch die Wollankstraße gefährdet, kann man das ruhig mal durchrechnen.

Zitat
PassusDuriusculus
U3(neu)/U10/U11 hier gibt es einfach schon Straßenbahnen, deren Kapazität bei MIV-Reduzierung (z.B. durch konkretr Kreuzungssperrungen /Tram und Blaulicht frei) noch gut erhöht werden kann, durch schnellere Fahrzeiten, viergleisige Ausbauten, längere Züge etc.

Vorrangschaltungen und einzelne Maßnahmen (Haltestelle U-Bhf Alexanderpaltz z.B.) und längere Bahnen dürften ausreichen.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
def
Re: U 1 zum Adenauerplatz
03.08.2018 07:20
Zitat
Trittbrettfahrer
Niemand würde auf die Idee kommen, den gesamten Busverkehrs auf dem Kudamm einzustellen, nur damit die U-Bahn dadrunter wirtschaftlich ist. Aber 5 Buslinien bedarf es in dem Abschnitt dann auch nicht mehr. Dann kommst du mit dem 110 eben nur noch bis Adenauerplatz. Oder du steigst vorher in den M29. Die Reduzierung einiger Linien wäre absolut nachvollziehbar.

Nö, wäre es nicht. Denn damit würde man das Gebiet um den 110er praktisch vom Ku'damm abhängen und das Zahlvieh kurz vor Erreichen des Ziels in die U-Bahn zwingen. Die Gesamtreisezeit würde dadurch sicher nicht kürzer - was hätten die Beförderungsfälle also davon?

Die Übereck-Verbindung vom Ku'damm zum Zoo würde auch deutlich geschwächt oder - wenn der 109er auch dran glauben müsste - für einige Haltestellen ganz wegfallen.

Zitat
B-V 3313
Als erstes wird ja nach der BER-Eröffnung der 109er verändert werden. Entfiele der auf dem Kurfürstendamm, sind mit dem 110er schon zwei Linien weg.

Dem Konzept von 2012 zufolge sollte er nach Schließung von TXL vom Zoo kommend bis Jungfernheide zurückgezogen werden. (Quelle als pdf, S. 9) Ist ja auch sinnvoll, er hat ja auch eine lokale Funktion.
Zitat
B-V 3313

Was soll eigentlich eine U-Bahn auf der Strecke Halensee-Roseneck soll? Ist das deine benötigte Relation?

Nein da bin ich erst drei mal im meinem Leben lang gefahren. Eher wollte ich den Grunewaldern eine attraktive schnelle Verbindung in die Innenstadt gönnen, anstatt einen Umsteigezwang am Halensee zu schaffen. Da dort bereits jetzt häufig Busse fahren und ich in dem idealistischen Szenario von einer ernsthaften MIV-Reduzierung Reduzierung ausgehe, würde ich das zumindest prüfen.


Zitat
B-V 3313
Zitat
PassusDuriusculus
Nördlich könnte eine U5 bis Jungfernheide ebenfalls für Stadtbahnentlastung sorgen.

Da fährt ja bald die S21.

Sie ist aber keine durchgehende Ost-West-Verbindung, es sei denn ab Potsdamer Platz wird der Tunnel zur Görlitzer Bahn gebaut. Mir pers. wird die S21 evtl. helfen, aber mir ging es um ein Gesamtkonzept u.a. zur Stadtbahnentlastung im Falle eine progressiven Verkehrswende. Wenn die Gesellschaft wieder lokaler arbeiten, sich versorgen und "freizeiten" würde, wäre das ökologisch natürlich noch besser und die Notwendigkeit von Schnell(!)-Bahnen nicht mehr so hoch.



Zitat
B-V 3313

Zitat
PassusDuriusculus
U9 bis Pankow, hier ist die Straßenbahn einfach quasi fast schon da

Solange die U9 nicht die 50 durch die Wollankstraße gefährdet, kann man das ruhig mal durchrechnen.

Zitat
PassusDuriusculus
U3(neu)/U10/U11 hier gibt es einfach schon Straßenbahnen, deren Kapazität bei MIV-Reduzierung (z.B. durch konkretr Kreuzungssperrungen /Tram und Blaulicht frei) noch gut erhöht werden kann, durch schnellere Fahrzeiten, viergleisige Ausbauten, längere Züge etc.

Vorrangschaltungen und einzelne Maßnahmen (Haltestelle U-Bhf Alexanderpaltz z.B.) und längere Bahnen dürften ausreichen.

Bin ich dafür :)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.2018 08:07 von PassusDuriusculus.
Zitat
B-V 3313

Zitat
PassusDuriusculus
Hier sind Taktverdichtungen im bestehenden im Prinzip dichten Schnellbahnnetz Priorität 1. Wenn ich davonausgehe, dass in Berlin ein 2-bis-2,5-Minuten-Takt eine geringstmögliche realistische Taktdichte ist (...) Deshalb würde ich hier Entlastende U-Bahnstrecken nutzen: Südl. der Stadtbahn die U1 (Roseneck-)Halensee-Warschauer Str. Da bis Ostbahnhof und Warschauer Str. diverse verstärkende Zuggruppen aus Köpenick, Mahlsdorf etc. geführt werden müssten, könnte Warschauer Str. als U1-Emdbahnhof ausreichend bleiben

Hier liegt ein Denkfehler vor: Wenn der 2 Minuten-Takt das Ende ist, dann kann die U1 nur im halben Takt betrieben werden. Schließlich teilt sie sich vom Wittenbergplatz mindestens bis Nollendorfplatz ihre Trasse mit der U3.

Nein, ich denke mal, dass ein 4-Minuten-Takt mit 8 Wagen auf der U1 ausreichen würde. (derzeit sind wir bei 8 Wagen in 20 Minuten, die allerdings für die derzeitige Fahrgastmenge unterdimensioniert sind.)
Das Ende ist auch eher beim 90s-Takt. Vielleicht nicht mit dem heutigen Signal- und Betriebssystem und auch nicht mit den heutigen Fahrgästen (ich meine hier deren Charakter). Aber wenn man sowieso am Ausbauen ist, dann kriegt man das auch noch hin!

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Naja ich würde da schon eine Reserve-Zeit bezogen auf evtl. kleinere Verspätungen reservieren
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