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Ausschreibung für neue U-Bahnen droht zu scheitern
geschrieben von nicolaas 
Sicher das die BVG nicht einfach sowie beim Ik eine 30-Jährige Ersatzteillieferung meint?
Zitat
manuelberlin
Interessant wäre daher vielleicht auch ein Modell gewesen, bei dem beispielsweise der Hersteller die Wartung der Züge übernimmt und die BVG diesem das nötige Personal und die Werkstattkapazitäten dafür vermietet. Ob so etwas bei der Berliner U-Bahn praktikabel wäre, kann ich nicht beurteilen.

BVG-Personal ist nicht zu vermieten, das verhindern tarifvertragliche Ausschlußklauseln.

Teilprozesse der Instandhaltung werden jedoch durchaus an Fachfirmen nach entsprechenden Ausschreibungen fremdvergeben. Beispielweise erfolgt bisher die komplette Aufarbeitung der Drehgestelle aller H/HK-Züge stets im Herstellerwerk Bombardier Hennigsdorf, jeweils zur Inspektion "F96" nach Ablauf von knapp einer Million Wagenkilometern, also jeweils nach acht bis zehn Jahren.

so long

Mario
Zitat
andre_de
Ein Wartungsvertrag über 29,5 Jahre ist natürlich sehr attraktiv (solange man an sein eigenes Produkt glaubt ;-) Damit hat man aber auch alle Einflussmöglichkeiten, dass der Zug in der Zeit ordentlich funktioniert. Die Forderung der BVG dagegen, eine 30-jährige Garantie zu geben, ohne dass man Einfluss auf Wartung und Instandhaltung hat und vor allem, ohne dass man diese 30 Jahre lang Einnahmen hat, ist kaum sinnvoll kalkulierbar.

Danke an Dich und Manuel für die Recherchearbeit und die Erläuterungen!

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
der weiße bim
Zitat
manuelberlin
Interessant wäre daher vielleicht auch ein Modell gewesen, bei dem beispielsweise der Hersteller die Wartung der Züge übernimmt und die BVG diesem das nötige Personal und die Werkstattkapazitäten dafür vermietet. Ob so etwas bei der Berliner U-Bahn praktikabel wäre, kann ich nicht beurteilen.

BVG-Personal ist nicht zu vermieten, das verhindern tarifvertragliche Ausschlußklauseln.

Teilprozesse der Instandhaltung werden jedoch durchaus an Fachfirmen nach entsprechenden Ausschreibungen fremdvergeben. Beispielweise erfolgt bisher die komplette Aufarbeitung der Drehgestelle aller H/HK-Züge stets im Herstellerwerk Bombardier Hennigsdorf, jeweils zur Inspektion "F96" nach Ablauf von knapp einer Million Wagenkilometern, also jeweils nach acht bis zehn Jahren.

Aha. Da ist Wien also mal wieder Berlin voraus. Die neuen Bims werden von Bombardier geliefert und im Rahmen eines 24-Jährigen Wartungsvertrages in den Werkstätten und Remisen und durch Personal der Wiener Linien, jedoch auf Kosten und auf Risiko von Bombardier repariert und instandgehalten.
Zitat
andre_de
Zitat
manuelberlin
Zugunsten von Siemens bleibt zu sagen, dass die BVG meines Wissens (bitte korrigieren, falls das falsch ist) die Wartung nicht mit ausgeschrieben hat, sondern diese wie bisher üblich in Eigenregie durchführen will. Das ist natürlich bei einer so weitreichenden Garantie ein zusätzlicher Risikofaktor für den Hersteller.

Das ist für mich der Kern-Unterschied der beiden Ausschreibungen. Ein Wartungsvertrag über 29,5 Jahre ist natürlich sehr attraktiv (solange man an sein eigenes Produkt glaubt ;-) Damit hat man aber auch alle Einflussmöglichkeiten, dass der Zug in der Zeit ordentlich funktioniert. Die Forderung der BVG dagegen, eine 30-jährige Garantie zu geben, ohne dass man Einfluss auf Wartung und Instandhaltung hat und vor allem, ohne dass man diese 30 Jahre lang Einnahmen hat, ist kaum sinnvoll kalkulierbar.

Von daher sind eigentlich nur die beiden Zahlen 29,5/30 gleich, alles andere ist anders.

Viele Grüße
André

Manuel, das ist genau das, was ich im S-Bahnthread oft geschrieben habe. Der Trend geht zu Fahrzeug als Service. Der Hersteller garantiert eine bestimmte Verfügbarkeit, dem Kunden kann das egal sein, wie der Hersteller das realisiert, durch große Reserven oder aufwändige Wartung. Der Hersteller bekommt über die Lebenszeit seiner Produkte recht hohe, garantierte Einnahmen, und alle sind happy.

Was die BVG hier verlangen, ist nicht nur unattraktiv, sondern komplett absurd. Es ist unattraktiv, weil der lukrative Wartungsvertrag fehlt, aber es ist außerdem hoch risikobehaftet. Der Hersteller soll für sein Produkt haften ohne darauf den geringsten Einfluss zu haben. Stell Dir nur vor die BVG würden bei der Wartung ähnlich schlampen wie die S-Bahn seinerzeit um 2008. Und dafür dann Hersteller vollumfänglich dafür in Regress nehmen. Das ist doch Wahnsinn.

Ich weiß nicht, wie Stadler sich diesen Auftrag schöngetrunken hat. Hätt ich da Aktien drin, ich tät' die nächsten 30 Jahre nicht gut schlafen.
Zitat
der weiße bim
Zitat
manuelberlin
Interessant wäre daher vielleicht auch ein Modell gewesen, bei dem beispielsweise der Hersteller die Wartung der Züge übernimmt und die BVG diesem das nötige Personal und die Werkstattkapazitäten dafür vermietet. Ob so etwas bei der Berliner U-Bahn praktikabel wäre, kann ich nicht beurteilen.

BVG-Personal ist nicht zu vermieten, das verhindern tarifvertragliche Ausschlußklauseln.

Teilprozesse der Instandhaltung werden jedoch durchaus an Fachfirmen nach entsprechenden Ausschreibungen fremdvergeben. Beispielweise erfolgt bisher die komplette Aufarbeitung der Drehgestelle aller H/HK-Züge stets im Herstellerwerk Bombardier Hennigsdorf, jeweils zur Inspektion "F96" nach Ablauf von knapp einer Million Wagenkilometern, also jeweils nach acht bis zehn Jahren.

BVG Personal fuhr aber schonmal auf der Linie 89. Sie brachten soagr ihr eigenes Fahrzeug mit.

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Zitat
schallundrausch

Ich weiß nicht, wie Stadler sich diesen Auftrag schöngetrunken hat. Hätt ich da Aktien drin, ich tät' die nächsten 30 Jahre nicht gut schlafen.

Normalerweise ist doch eine Garantie an den Nachweis gewisser Maßnahmen in der Instandhaltung gebunden. Habt ihr die entsprechenden Verträge gelesen?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
off Topic

Zitat
manuelberlin
Zitat
L.Willms
Zitat
manuelberlin
Beschaffung von 20 batterie-elektrischen Nahverkehrszügen

Das dürften dann die von der Baureihe 642 (Desiro Classic) abgeleiteten Züge sein, die bei dbregio.de unter [www.ecotrain.de] vorgestellt werden.

Nein, diese im Lieferzustand rein dieselmechanischen Züge haben damit nichts zu tun (das von Dir verlinkte Umrüstprojekt ist aber sehr interessant, es wurde vor etwa zwei Jahren im Eisenbahnwesen-Seminar der TU Berlin ausführlich vorgestellt).


Für das Ortenau-Netz wurden Züge bestellt, die auf der voll elektrischen "Mireo"-Plattform (Nachfolger des Desiro ML) basieren.

Danke für die Info.
Ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel in "elektrische bahnen" gelesen, wo m.E. das o.g. Umrüstprojekt vorgestellt wurde -- drei Varianten: hybrid, nachladen von der Oberleitung, vollelektrisch.


heute mal keine sig



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.2019 10:30 von L.Willms.
Nach diesem Modell garantiert Siemens schon seit letztem Jahr eine sehr hohe Verfügbarkeit und 30-jährige Bereitstellung der 83 Züge des nordrhein-westfälischen Rhein-Ruhr-Expresses.

Hierfür hat Siemens sogar komplett auf eigene Kosten ein zusätzliches Fahrzeug gebaut und dem Betrieb bereit gestellt.
Zitat
Salzufler
Nach diesem Modell garantiert Siemens schon seit letztem Jahr eine sehr hohe Verfügbarkeit und 30-jährige Bereitstellung der 83 Züge des nordrhein-westfälischen Rhein-Ruhr-Expresses.

Hierfür hat Siemens sogar komplett auf eigene Kosten ein zusätzliches Fahrzeug gebaut und dem Betrieb bereit gestellt.

Na ja, man hat wohl eher diese Kosten in jene für die 82 übrigen Züge mit eingepreist - was natürlich bei der Stückzahl den Braten nicht wirklich fetter gemacht haben dürfte...

Viele Grüße
Arnd
Also wie an der Fleischtheke:
"Darf es auch ein Zug mehr sein?"
Zitat
der weiße bim
Zitat
manuelberlin
Interessant wäre daher vielleicht auch ein Modell gewesen, bei dem beispielsweise der Hersteller die Wartung der Züge übernimmt und die BVG diesem das nötige Personal und die Werkstattkapazitäten dafür vermietet. Ob so etwas bei der Berliner U-Bahn praktikabel wäre, kann ich nicht beurteilen.

BVG-Personal ist nicht zu vermieten, das verhindern tarifvertragliche Ausschlußklauseln.

Teilprozesse der Instandhaltung werden jedoch durchaus an Fachfirmen nach entsprechenden Ausschreibungen fremdvergeben. Beispielweise erfolgt bisher die komplette Aufarbeitung der Drehgestelle aller H/HK-Züge stets im Herstellerwerk Bombardier Hennigsdorf, jeweils zur Inspektion "F96" nach Ablauf von knapp einer Million Wagenkilometern, also jeweils nach acht bis zehn Jahren.

Der Trend zu Wartungsverträgen mit den Herstellerfirmen wird sich noch verstärken..Stichwort Fachkräftemangel bei der BVG.
In den nächsten 10 Jahren werden sich die Werkstätten rasant leeren,den demografische Wandel durch Neueinstellungen zu ersetzen wird ein schwieriges Unterfangen werden.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
der weiße bim
Zitat
manuelberlin
Interessant wäre daher vielleicht auch ein Modell gewesen, bei dem beispielsweise der Hersteller die Wartung der Züge übernimmt und die BVG diesem das nötige Personal und die Werkstattkapazitäten dafür vermietet. Ob so etwas bei der Berliner U-Bahn praktikabel wäre, kann ich nicht beurteilen.

BVG-Personal ist nicht zu vermieten, das verhindern tarifvertragliche Ausschlußklauseln.

Teilprozesse der Instandhaltung werden jedoch durchaus an Fachfirmen nach entsprechenden Ausschreibungen fremdvergeben. Beispielweise erfolgt bisher die komplette Aufarbeitung der Drehgestelle aller H/HK-Züge stets im Herstellerwerk Bombardier Hennigsdorf, jeweils zur Inspektion "F96" nach Ablauf von knapp einer Million Wagenkilometern, also jeweils nach acht bis zehn Jahren.

Der Trend zu Wartungsverträgen mit den Herstellerfirmen wird sich noch verstärken..Stichwort Fachkräftemangel bei der BVG.
In den nächsten 10 Jahren werden sich die Werkstätten rasant leeren,den demografische Wandel durch Neueinstellungen zu ersetzen wird ein schwieriges Unterfangen werden.

T6JP

Das ist auch mal wieder Unfug. Natürlich wird die Instandhaltung betriebsnah erfolgen, ob nun mit Personal von der BVG oder dem Hersteller angestellt ist doch wumpe. Hier geht es darum dass die Wartung auf Risiko und Auftrag des Herstellers erfolgen solle, und das ginge sogar mit BVG-Personal.
Wenn BVG Personal rar wird, wird man bald nix anderes mehr ausschreiben...
Problem wird dann nur wenn sich kein Hersteller auf solche Optionen wie oben erwähnt, oder weiter in der Art einlässt.

T6JP
Die Berliner Zeitung berichtet über Neuigkeiten im Vergabestreit.
Alstom meint es offenbar ernst - es drohen Verzögerungen von 1-2 Jahren, bin das Verfahren wohl beendet wird.

Berliner Zeitung

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Tscheynsch hier vor Ju-Tu wis Sörvis tu Exebischn-Raunds änd Olümpick-Staydium
Dazu passend:

Zitat
BVG Pressemitteilung

Berlin, 20. August 2019

 

BVG kann U-Bahn-Auftrag weiter nicht auslösen

 

Die BVG ist weiterhin daran gehindert, die für Berlin und die Fahrgäste so wichtigen neuen U-Bahnen zu beschaffen. Nachdem die Vergabekammer den Nachprüfungsantrag eines Bieters zurückgewiesen hatte, hat dieser nun „sofortige Beschwerde“ beim Kammergericht eingelegt.

 

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Mit freundlichen Grüßen

 

BVG-Pressestelle


Beste Grüße
Harald Tschirner
Oh. Kann man „super-GAU“ eigentlich noch steigern?
Zitat
LariFari
Die Berliner Zeitung berichtet über Neuigkeiten im Vergabestreit.
Alstom meint es offenbar ernst - es drohen Verzögerungen von 1-2 Jahren, bin das Verfahren wohl beendet wird.

Berliner Zeitung

Hoffentlich fallen die damit richtig schön auf die F...e.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.08.2019 17:12 von Flexist.
Zitat
schallundrausch
Oh. Kann man „super-GAU“ eigentlich noch steigern?

Noch hat das Kammergericht das Ganze noch nicht kassiert. Also alles zwar nicht super aber auch noch kein GAU!

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Flexist
Zitat
LariFari
Die Berliner Zeitung berichtet über Neuigkeiten im Vergabestreit.
Alstom meint es offenbar ernst - es drohen Verzögerungen von 1-2 Jahren, bin das Verfahren wohl beendet wird.

Berliner Zeitung

Hoffentlich fallen die damit richtig schön auf die F...e.

Die BVG? Stimmt, könnte passieren. Ein Desaster ist es ja jetzt schon.
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