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Stand der Straßenbahnplanungen
geschrieben von Marienfelde 
In seiner Sitzung vom 24. Oktober 2019 hat sich der Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz des Abgeordnetenhauses mit dem Stand der Straßenbahnplanungen beschäftigt.

"Staatssekretär Ingmar Streese (SenUVK) berichtet, aus dem Nahverkehrsplan ergäben sich über 20 Straßenbahnmaßnahmen. Adlershof II, Turmstraße, Ostkreuz und Schöneweide befänden sich in Planfeststellungsverfahren, sechs Straßenbahnstrecken in der Grundlagenermittlung und Vorplanung. 23 Maßnahmen würden derzeit mit der BVG abgestimmt.

Der Planfeststellungsbeschluss für Adlershof II solle Anfang 2020 vorliegen. Die Leitungsbetriebe seien eng eingebunden, um die Planungen abzustimmen. SenUVK erwarte zurzeit keine Klagen und die Inbetriebnahme für Ende 2021.

Zur Turmstraße finde nach Nachbesserungen aufgrund von Lärmgutachten derzeit eine zweite Auslegung statt. SenUVK gehe nach den vorliegenden Plänen davon aus, dass der Termin Ende 2021 noch klappen könne.

Zum Ostkreuz lägen über 1 000 Einwendungen vor; die Erwiderungen der BVG würden gerade von der Anhörungsbehörde ausgewertet. Im Moment könne er keine konkrete zeitliche Aussage machen, zumal auch ein Klagerisiko bestehe.

Für Mahlsdorf sei das Planfeststellungsverfahren für 2021 geplant. Nach Einigung mit dem Bezirk könne die BVG die Entwurfsplanung erstellen. Mit der Inbetriebnahme sei wahrscheinlich Mitte des nächsten Jahrzehnts zu rechnen.

Die Vorplanung zur Strecke Alexanderplatz–Potsdamer Platz sei erarbeitet worden. Der Schwerpunkt im ersten Halbjahr 2019 habe auf der Beteiligung der Bürger/-innen gelegen. Für den schmalen Abschnitt der Leipziger Straße würden zwei Varianten mit mehr Raum für MIV oder Straßenbahn diskutiert. Am 5. Juni habe es eine öffentliche Veranstaltung gegeben. Im weiteren Verfahren würden die Vorplanungen für die weiteren Abschnitte vorgenommen."

(…)

"Dr. Imke Steinmeyer (SenUVK) ergänzt, zunächst müsse man eine stadtverträgliche Lösung für die Leipziger Straße finden, bevor man in Detailplanungen für die Weiterführung nach Steglitz einsteige. Im Moment werde eine Lösung erarbeitet, für die man einen Konsens brauche.

Das Vorhaben Warschauer Straße–Hermannplatz sei planerisch eine Herausforderung im Hinblick auf die Akzeptanz möglicher Trassen, z. B. beim Görlitzer Park. Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit stehe vor dem Abschluss.

Die Weiterführung Turmstraße–Jungfernheide wäre wirtschaftlich. Unsicherheit habe bei der Endstation Jungfernheide bestanden, was mit der Weiterführung in Richtung Spandau zusammenhänge. Dazu werde eine Senatsvorlage vorbereitet.

Im Blankenburger Süden habe man eine wirtschaftliche Vorzugstrasse für den Fall, dass im nächsten Jahr über den Wohnungsbaustandort entschieden werde.

Für die Tangente in Pankow stehe die Trassenbewertung nach Bürgerbeteiligung vor dem Abschluss, sodass in einer zweiten Welle zeitnah weitere Vorhaben in die Planfeststellung gehen könnten.

Betrachtet werde eine Straßenbahnführung im Schumacherquartier, um darauf aufbauend die Anbindung Jungfernheide–UTR/Schumacherquartier gesamthaft betrachten zu können. Im Hinblick auf die anstehende Sanierung der Rudolf-Wissel-Brücke stelle sich die Frage nach Baufreiheiten in diesem Korridor. Im Hinblick auf die Siemensbahn stelle sich zudem die Frage, inwieweit ein Straßenbahninselbetrieb in Spandau sinnvoll wäre und wie dieser aussähe, wenn die Siemensbahn über Gartenfeld hinausgeführt würde.

Bei der Verlängerung der U7 bis Heerstraße-Nord bestehe die Frage, ob sie als Straßenbahn oder U-Bahn ausgeführt werde. Überlegt werde im Vorfeld auch ein besserer Busbetrieb in belasteten Abschnitten. Zunächst brauche man eine Entscheidung zur Siemensbahn.

Bei SenUVK befasse sich eine Arbeitsgruppe explizit mit Straßenbahnplanungen. Der Austausch mit der BVG sei eng. Im Kontext der Vertragsverhandlungen habe man eine erste Revision der Prozesse angestellt, die in Workshops regelmäßig fortgeführt werde."

Ausführlicher äußerte sich Oliver Friederici (CDU): " (…) Seine Fraktion unterstütze die vier Hauptprojekte Adlershof, Turmstraße, Ostkreuz und Mahlsdorf, wenngleich die Verlängerung der U5 zur U9 vorzuziehen wäre. Bedauerlich sei, dass es nicht gelungen sei, die Straßenbahn bis zum Abschluss der dortigen Bauarbeiten an das Ostkreuz heranzuführen, und die U-Bahn nicht zum Ostkreuz verlängert werden solle.

Die Planung für die Strecke Alexanderplatz–Potsdamer Platz befinde sich in der Sackgasse; in dieser Wahlperiode seien keine konkreten Straßenbahnplanungen für die Leipziger Straße zu erwarten, was er begrüße. Käme die CDU anschließend in die Regierung, würde sie das Projekt beenden.

Die gute Erreichbarkeit von Spandau sei wichtig, da die Einwohnerzahlen in Spandau und Falkensee stiegen. Möglichkeiten böten die Siemensbahn, eine Verlängerung der U7 oder eine neue U-Bahntrasse. Ihn interessiere der Sachstand bei der Strecke zum Hermannplatz."

Hier noch ein Link für Interessierte (die Straßenbahnplanungen finden sich im Punkt 3 des Inhaltsprotokolls): [www.parlament-berlin.de]

Einen schönen Sonnabend wünscht Euch
Marienfelde
1000 Einwendungen zum Ostkreuz... Unglaublich.

Irgendwann kommt ins Grundgesetz das jeder Einwohner ein Recht auf Parkplatz und Ruhe hat.
Zitat
micha774
1000 Einwendungen zum Ostkreuz... Unglaublich.

Irgendwann kommt ins Grundgesetz das jeder Einwohner ein Recht auf Parkplatz und Ruhe hat.

Es waren wohl deutlich mehr als 1.000 und es war das explizite Ziel der lokalen Initiative das Verfahren damit auszubremsen. Es gab eine "Mustereinwendung", die lautstark breit gestreut wurde und für jede (auch minderjährige) Person im Haushalt eingereicht werden sollte. Dass die Einwendungen nun offenbar alle abgearbeitet wurden, ist definitiv ein gutes Zeichen dafür, dass es voran geht. Der Flaschenhals ist nun allerdings die TAB, die das prüfen und schließlich einen Anhörungstermin ansetzen muss. Üblicherweise werden für eine Anhörung zwei Tage angesetzt, wobei die Anhörung an einem Tag durch ist. Ich fürchte beim Ostkreuz wird man die zwei Tage und ggf. einen dritten brauchen. Je nachdem, wieviele Berechtigte (nur diese erhalten Zutritt) auftauchen und wie intensiv sie diskutieren wollen.

Dass der Planfeststellungsbeschluss für WiSta II nicht mehr in diesem Jahr kommt, finde ich extrem enttäuschend.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
WiSta II hat man richtig in den Sand gesetzt. Da war alles frei, alles vorbereitet, man hätte doch quasi nur noch Schienen legen müssen. Selbst wenn man die Strecke aufgrund der Thematik Anschluss Südostallee noch nicht hätte komplettieren können. Oder übersehe ich etwas?

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Dieser Text ist zu gut, um mit einer Signatur von ihm abzulenken.
Zitat
Philipp Borchert
WiSta II hat man richtig in den Sand gesetzt. Da war alles frei, alles vorbereitet, man hätte doch quasi nur noch Schienen legen müssen. Selbst wenn man die Strecke aufgrund der Thematik Anschluss Südostallee noch nicht hätte komplettieren können. Oder übersehe ich etwas?

Jein. Im Bereich Adlershof wurde die Streckenführung gegenüber der ursprünglichen Planung geändert. Die Zwischenendstelle wurde eingefügt und die Haltestellen von 40 auf 60 Meter verlängert. Durch geänderte Richtlinien mussten zusätzliche Gutachten durchgeführt werden. In der Tat sind die Verzögerungen aber schwer erklärbar. Da wären wir wohl wieder beim Thema Personalressourcen und die Bremsen vom Ostkreuz.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Marienfelde

(...)

Ausführlicher äußerte sich Oliver Friederici (CDU): " (…) Seine Fraktion unterstütze die vier Hauptprojekte Adlershof, Turmstraße, Ostkreuz und Mahlsdorf, wenngleich die Verlängerung der U5 zur U9 vorzuziehen wäre. Bedauerlich sei, dass es nicht gelungen sei, die Straßenbahn bis zum Abschluss der dortigen Bauarbeiten an das Ostkreuz heranzuführen, und die U-Bahn nicht zum Ostkreuz verlängert werden solle.

Die Planung für die Strecke Alexanderplatz–Potsdamer Platz befinde sich in der Sackgasse; in dieser Wahlperiode seien keine konkreten Straßenbahnplanungen für die Leipziger Straße zu erwarten, was er begrüße. Käme die CDU anschließend in die Regierung, würde sie das Projekt beenden.

Die gute Erreichbarkeit von Spandau sei wichtig, da die Einwohnerzahlen in Spandau und Falkensee stiegen. Möglichkeiten böten die Siemensbahn, eine Verlängerung der U7 oder eine neue U-Bahntrasse. Ihn interessiere der Sachstand bei der Strecke zum Hermannplatz."

Ich hätte hier jetzt gerne einen dieser "Augenroll"-Emojis...

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Die Deutsche Sprache ist Freeware, nicht Open Source. Du kannst sie kostenlos nutzen - aber nicht verändern
Petition: Ich fordere ein Anwohnerverbot für Gegner der neuen Streckenführung der Tram am Ostkreuz.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Hmm, also dass weder für "Wista II" noch für "Gehrenseestraße" noch für "Turmstraße" in 2019 Planfeststellungsbeschlüsse erlassen werden, ist schon arm und man muss sich schon die Frage stellen, wo genau es da klemmt. Muss denn wirklich jedes Detail der Planung durch Gutachten etc. gegengecheckt werden und warum muss z. B. im Fall "Turmstraße" die geänderte Planung nochmal ausgelegt werden, statt sie einfach zum Ergebnis des PFV zu deklarieren und das Ding damit abzuschließen?

Da müsste man schon mal über gesetzgeberische Vereinfachungen nachdenken und auch erwägen, im Falle ausschließlich im öffentlichen Straßenraum vorgesehener BOStrab-Bauvorhaben die Möglichkeit einer Plangenehmigung statt eines kompletten Planfeststellungsverfahrens zu eröffnen.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Jay
Zitat
micha774
1000 Einwendungen zum Ostkreuz... Unglaublich.

Irgendwann kommt ins Grundgesetz das jeder Einwohner ein Recht auf Parkplatz und Ruhe hat.

Es waren wohl deutlich mehr als 1.000 und es war das explizite Ziel der lokalen Initiative das Verfahren damit auszubremsen. Es gab eine "Mustereinwendung", die lautstark breit gestreut wurde und für jede (auch minderjährige) Person im Haushalt eingereicht werden sollte. Dass die Einwendungen nun offenbar alle abgearbeitet wurden, ist definitiv ein gutes Zeichen dafür, dass es voran geht. Der Flaschenhals ist nun allerdings die TAB, die das prüfen und schließlich einen Anhörungstermin ansetzen muss. Üblicherweise werden für eine Anhörung zwei Tage angesetzt, wobei die Anhörung an einem Tag durch ist. Ich fürchte beim Ostkreuz wird man die zwei Tage und ggf. einen dritten brauchen. Je nachdem, wieviele Berechtigte (nur diese erhalten Zutritt) auftauchen und wie intensiv sie diskutieren wollen.

Dass der Planfeststellungsbeschluss für WiSta II nicht mehr in diesem Jahr kommt, finde ich extrem enttäuschend.

Wenn ich korrigieren darf, Anhörungsbehörde ist SenUVK (Abteilung IV E). Oder ist die mit der TAB identisch, synonym, oder die TAB in der IV E angesiedelt? Ich durchsteige das Organigramm nicht ganz.
Zitat
frolueb
Zitat
Marienfelde

(...)

Ausführlicher äußerte sich Oliver Friederici (CDU): " (…) Seine Fraktion unterstütze die vier Hauptprojekte Adlershof, Turmstraße, Ostkreuz und Mahlsdorf, wenngleich die Verlängerung der U5 zur U9 vorzuziehen wäre. Bedauerlich sei, dass es nicht gelungen sei, die Straßenbahn bis zum Abschluss der dortigen Bauarbeiten an das Ostkreuz heranzuführen, und die U-Bahn nicht zum Ostkreuz verlängert werden solle.

Die Planung für die Strecke Alexanderplatz–Potsdamer Platz befinde sich in der Sackgasse; in dieser Wahlperiode seien keine konkreten Straßenbahnplanungen für die Leipziger Straße zu erwarten, was er begrüße. Käme die CDU anschließend in die Regierung, würde sie das Projekt beenden.

Die gute Erreichbarkeit von Spandau sei wichtig, da die Einwohnerzahlen in Spandau und Falkensee stiegen. Möglichkeiten böten die Siemensbahn, eine Verlängerung der U7 oder eine neue U-Bahntrasse. Ihn interessiere der Sachstand bei der Strecke zum Hermannplatz."

Ich hätte hier jetzt gerne einen dieser "Augenroll"-Emojis...

Klare Kante ist doch was tolles. Da weißt Du wenigstens genau, wen Du nicht wählen willst.
Vielleicht bin ich ja weihnachtlich milde gestimmt: Jedenfalls freue ich mich, überhaupt einmal einen "offiziellen" aktualisierten Überblick nachlesen zu können. Außerdem scheint der Tramausbau langsam Fahrt aufzunehmen, ist mein Eindruck und meine Hoffnung zugleich. Einige Anmerkungen zu einzelnen Vorhaben:

1. Der Bau und die Betriebsaufnahme von "Wista 2" sowie zum U-Bahnhof Turmstraße erscheint einigermaßen absehbar. Ärgerlich finde ich auch die Verzögerung beim zweiten genannten Vorhaben. Hätte man gleich mit einem 5-Minutentakt und der sich daraus ergebenden Lärmbelastung geplant, wäre der zusätzliche Zeitaufwand durch die zweite Auslegung der Planunterlagen wahrscheinlich vermeidbar gewesen.

2. Richtig gefreut hat mich die Einordnung der Strecke über den U-Bhf. Turmstraße hinaus bis nach Jungfernheide als wirtschaftlich, was wohl nicht ganz so sicher war. Auch die Aussage, trotz des sich ja abzeichnenden Wiederaufbaus der Siemensbahn eine Straßenbahnstrecke Jungfernheide–UTR/ Schumacherquartier gesamthaft zu betrachten, finde ich positiv und durchaus nicht selbstverständlich.

3. Unklar und unbefriedigend erscheint die Formulierung zur Heerstraße-Nord (Ausführung als Straßenbahn oder U-Bahn). Ich befürchte, bei einer Ausführung als U-Bahn müßte man wegen der hier entstehenden Mehrkosten zahlreiche andere Ausbauvorhaben wegen der begrenzten Haushaltsmittel zeitlich strecken (womöglich einschließlich des Vorhabens Heerstraße-Nord selbst).

4. Die Strecke zum Hermannplatz ist planerisch eine Herausforderung und enorm konfliktträchtig, keine Frage: In der Warschauer Straße muß der MIV Platz abgeben, die Durchfahrhöhe unter der Hochbahn ist mit 4 Metern ausgeschildert, die Anlage einer 60 Meter langen Haltestelle in der Falckensteinstraße zwischen May-Ayim-Ufer und Köpenicker Straße wäre jedenfalls in Richtung Hermannplatz ohne Eingriffe in die Straßenquerschnitte nicht möglich, dann kommt der schmale Abschnitt der Falckensteinstraße, der Görlitzer Park und am Schluß stellt sich noch die Frage der Einordnung der Straßenbahnendstelle auf dem Hermannplatz.

Die CDU hat sich im Rahmen der Haushaltsberatungen wohl gegen diese Strecke gestellt, was ich für ärgerlich halte.* Meines Erachtens bietet gerade der Bau dieser Strecke mit der anstehenden Parkraumbewirtschaftung in SO 36 und, wie ich hoffe, auch im Neuköllner Norden die Chance, in diesen Gebieten zu noch geringeren Kfz-Besitzquoten zu gelangen und vor allem kleinräumig eine Netzlücke im Oberflächenverkehr der BVG in sehr verdichteten Stadtquartieren zu schließen.


Einen schönen Sonnabendabend wünscht Euch
Marienfelde

*: Nachtrag vom 9.12.19: In der Ausschusssitzung vom 19.09.19 beantragte die CDU die "Streichung folgender Ansätze und der entsprechenden Positionen, da keine Straßenbahntrassen notwendig:

Rathausstraße – Spittelmarkt – Kulturforum (2020: -250.000 / 2021: -500.000)
S+U-Bhf Warschauer Str. – U-Bhf Hermannplatz (2020: - 250.000 / 2021: -750.000)";
sh. Seite 43 des folgenden Links: [www.parlament-berlin.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.2019 11:18 von Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
Außerdem scheint der Tramausbau langsam Fahrt aufzunehmen, ist mein Eindruck und meine Hoffnung zugleich ...

1. Der Bau und die Betriebsaufnahme von "Wista 2" sowie zum U-Bahnhof Turmstraße erscheint einigermaßen absehbar.

Die BVG wartet nicht den Ausgang des schleppend vorangehenden Planfeststellungsverfahrens ab, sondern macht inzwischen "Nägel mit Köpfen":


Zuerst wurde am 11.11.2019 öffentlich die Verlegung der Bahnstrom- und anderer Kabel auf der Wista-II-Neubaustrecke mit 16 Monaten Vertragslaufzeit ausgeschrieben: [vergabekooperation.berlin] Verbindliche Angebote sind bis zum 11.12.2019 einzureichen.

Zitat
Beschreibung der Beschaffung

Tiefbau- und Kabelverlegung
Errichtung von Bahnstromkabelanlage/-Trassen

Ausbau
- 20 m² Straßenaufbruch
- 700 m² Ausbau Deckenschluss (Gehweg-platten, Betonpflaster, Mosaik, Kleinsteinpflas-ter)
- 1.350 m³ Kabelgraben
- 500 t Entsorgung Boden und Steine

Einbau
- 7.000 m Schutzrohr DN 110
- 150 m Schutzrohr DN 75
- 15 Stück Kabelschächte der Größe V und VII
- 11.500 m Bahnstromkabel verlegen
- 4.250 m Steuerkabel verlegen
- 400 m³ Sand für Leitungszone
- 20 m² Asphaltdeckenschluss
- 700 m² Deckenschluss (Gehwegplatten, Betonpflaster, taktile Platten, Mosaik...)

Zweitens wurde am 13.11.2019 der Gleis- Straßen- und Haltestellenbau ebenfalls mit 16 Monaten Bauzeit ausgeschrieben: [vergabekooperation.berlin]
Angebote können bis zum 11.12.2019 abgegeben werden.

Zitat
Beschreibung der Beschaffung
Es sind folgende wesentlichen Leistungen zu erbringen:

Ausbau
- 800 m² Fräsen
- 1.300 m³ Straßenaufbruch
- 730 m³ Ausbau Betontragschichten
- 3.140 m² Ausbau Deckenschluss (Gehwegplatten, Betonpflaster, Mosaik, Kleinsteinpflaster)
- 2.600 m Hoch- und Tiefborde
- 450 m³ HGT
- 14.250 m³ Boden
- 27.500 m² Grasnarbe
- 52 Stück Bäume
- 2.000 m³ Kabelgraben
- 2 Stück NBS-Weichen
- 470 m NBS-Gleis
- 4.300 t Entsorgung Beton
- 4.200 t Entsorgung Asphalt
- 35.500 t Entsorgung Boden und Steine

Einbau
- 36.000 m² Planum herstellen (Straße, Gehweg, Grünflächen)
- 3.000 m³ Rasentragschicht
- 3.500 m³ Füllboden
- 2.450 m³ HGT
- 400 m³ Natursteinschottertragschicht
- 650 m³ Kies-Sand-Tragschicht
- 4.000 m Wurzelschutzfolie
- 500 m Gabionen
- 9.700 m² Fertigrasen
- 3.350 m² Rasenansaat
- 58 Stück Bäume
- 6.800 m Schutzrohr DN 110
- 600 m Schutzrohr DN 63
- 52 Stück Kabelschacht
- 19 Stück Schlammfangschacht (Regelblatt 410)
- 3 Stück Einstiegsschacht (Regelblatt 200)
- 18.100 m² Geotextil
- 16.500 m Schalung NBS
- 3.300 m² Unterschottermatten
- 850 Stück Schienenstoßschweißungen
- 485 m Rahmengleis
- 5.700 m NBS-Gleis
- 4 Stück Einfache Weiche (NBS)
- 1 Stück Einfache Gleisverbindung (NBS)
- 3 Stück Zweifacher Abzweig
- 6.100 m² Asphaltdeckenschluss
- 3.280 m² Pflasterdeckenschluss (Straße und Gleis)
- 4.350 m² Deckenschluss (Gehwegplatten, Betonpflaster, taktile Platten, Mosaik...)
- 3.900 m Hoch- und Tiefborde

Danach ist der Neubau eines Gleichrichterwerks für die Fahrstromversorgung der Neubaustrecke ausgeschrieben worden: [vergabekooperation.berlin]

Zitat
Ausschreibungstext
Beschreibung der Beschaffung

Die Berliner Verkehrsbetriebe beabsichtigen im Rahmen des Straßenbahnprojektes A39040 Adlershof II von Sterndamm bis Karl-Ziegler-Straße im Bezirk Treptow-Köpenick ein neues Gleichrichterwerk (GW 704) auf dem Gelände am Groß-Berliner-Damm zu errichten.

Das zu bebauende rechteckige Grundstück besitzt eine Breite von ca. 25 m Nordwest nach Südost und eine Tiefe von ca. 30 m von Südwest nach Nordost.
Eine Einfahrt wird straßenseitig an der östlichen Grundstücksgrenze eingeordnet. Von dort führt ein Verbundpflasterweg bis zu den Transformatoren und zum Eingang des Gleichrichterwerks.
Das Gebäude wird einstöckig mit aufgeständertem Fußboden geplant, mit den Innenmaßen von ca. 15,85 m x 9,74 m und einer innen nutzbaren Höhe von 4,65 m ab OKFF, davon sind 0,80 m für den Doppelboden vorzusehen und 3,90 m für den Schaltanlagenraum.
Das Unterwerk erhält zwei Transformatorboxen (L x B: 3,0 m x 3,2 m). Die nach außen aufschlagenden Tore sind an der Nord-West-Seite des Gebäudes anzuordnen. Neben den Transformatoren wird im Norden ein Umkleideraum, im Süden eine Toilette angeordnet. Die Zugänglichkeit erfolgt über den größten und damit letztem Raum, den Schaltanlagenraum. Die Eingangstür zum Schaltanlagenraum wird in der süd-westlichen Fassade eingeordnet.
Die Bahnstromkabel werden mittels Systemdichtungen im Bereich des Zwischenbodens süd-östlich ins Gleichrichterwerk eingeführt.
Im Grundstücksbereich muss das bestehende Carport unter Berücksichtigung aller einschlägigen DIN-Normen und Vorschriften abgebrochen und abgefahren werden.

Hier wird also nicht nur in die elektrotechnische Straßenbahn-Infrastruktur investiert, sondern es werden gleichzeitig Stellplätze für Autos einer neuen Verwendung zugeführt! Abgabeschluss für Angebote ist der 8.1.20.

Ihr seht also, dass im Straßenbahnneubau in Berlin auf Initiative der Infrastrukturabteilungen der BVG endlich was bewegt.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Fahrleitungsanlage/Oberleitung mit Masten und deren Gründung und Erdung. Weitere Technik wie Straßenbeleuchtung und Lichtzeichenanlagen sind von Senats- und Bezirksdienststellen auszuschreiben.

Aus rechtlichen Gründen enthalten die Baubeschreibungen aber einen Vorbehalt:
Zitat

Hinweis des AG:
Das Vergabeverfahren wird unter dem Vorbehalt der gesicherten und auskömmlichen
Finanzierung, sowie vorbehaltlich des Planfeststellungsbeschluss durchgeführt.
Die Finanzierungsmittel, bereitgestellt durch Dritte, sind zum Zeitpunkt der Bekanntmachung noch
nicht abschließend bewilligt, worauf transparent seitens der Vergabestelle hingewiesen wird.
Sofern sich im Verlauf des Vergabeverfahrens herausstellt, dass die Finanzierung nicht gesichert
ist oder gesichert werden kann oder die Zuwendung durch Dritte hinter dem beantragten
Zuwendungsvolumen zurückbleibt, behält sich die BVG als AG vor, das Vergabeverfahren
aufzuheben und keinen Zuschlag zu erteilen.

Nachteil für den bestehenden Linienbetrieb: Voraussichtlich 42 Wochen Sperrzeit im kommenden Jahr für die bestehende Strecke Linie 60 nach Johannisthal zunächst für Vorarbeiten der Wasserbetriebe und anderer Leitungsverwaltungen, weitere Sperrungen in Adlershof für den Rückbau der alten Endschleife und den neuen Anschluss der Gleisschleife Adlershof sind notwendig.

so long

Mario



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.12.2019 19:34 von der weiße bim.
Stellplätze für Autos vernichten... Wenn ich sowas schon lese. Martialischer geht es wohl nicht? Für Menschen, die in Kriegsgebieten waren, hört sich das wie Hohn an, wie derartige Vokabeln für alles Mögliche inflationär verwendet werden. Hier wird gar nichts vernichtet.
Und die Nutzung des knappen, innerstädtischen öffentlichen Raumes für ÖPNV-Belange ist richtig.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Ausschreibungstext

Im Grundstücksbereich muss das bestehende Carport unter Berücksichtigung aller einschlägigen DIN-Normen und Vorschriften abgebrochen und abgefahren werden.

Hier wird also nicht nur in die elektrotechnische Straßenbahn-Infrastruktur investiert, sondern es werden gleichzeitig Stellplätze für Autos vernichtet!

Ja Wahnsinn, ein einsamer Carport auf privatem Grund wird abgerissen. Wenn man sowas schon heldenhaft feiern muss, geht es mit den Planungen wirklich nicht voran :-)

Viele Grüße
Florian Schulz

--
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Zitat
schallundrausch
...
Wenn ich korrigieren darf, Anhörungsbehörde ist SenUVK (Abteilung IV E). Oder ist die mit der TAB identisch, synonym, oder die TAB in der IV E angesiedelt? Ich durchsteige das Organigramm nicht ganz.

Wenn ich darauf durch die Blume antworten dürfte:

Als Ansprechpartner der TAB wird ein Herr genannt (Gruppe "Schienenverkehrsrecht, Technische Bahnaufsicht" - Leitung), welcher laut internem Telefonbuch bei IV E angesiedelt ist.

Dieser Satz konnte die Lösung deiner Frage beinhalten.
Zitat
T6
Zitat
schallundrausch
...
Wenn ich korrigieren darf, Anhörungsbehörde ist SenUVK (Abteilung IV E). Oder ist die mit der TAB identisch, synonym, oder die TAB in der IV E angesiedelt? Ich durchsteige das Organigramm nicht ganz.

Wenn ich darauf durch die Blume antworten dürfte:

Als Ansprechpartner der TAB wird ein Herr genannt (Gruppe "Schienenverkehrsrecht, Technische Bahnaufsicht" - Leitung), welcher laut internem Telefonbuch bei IV E angesiedelt ist.

Dieser Satz konnte die Lösung deiner Frage beinhalten.

Ok, mir war ne ganz klar, wo die TAB konkret angesiedelt ist (und was sie überhaupt für eine Organisationsform hat). Offensichtlich ist sie einfach eine Unterabteilung in der SenUVK.
Zitat
schallundrausch
Zitat
T6
Zitat
schallundrausch
...
Wenn ich korrigieren darf, Anhörungsbehörde ist SenUVK (Abteilung IV E). Oder ist die mit der TAB identisch, synonym, oder die TAB in der IV E angesiedelt? Ich durchsteige das Organigramm nicht ganz.

Wenn ich darauf durch die Blume antworten dürfte:

Als Ansprechpartner der TAB wird ein Herr genannt (Gruppe "Schienenverkehrsrecht, Technische Bahnaufsicht" - Leitung), welcher laut internem Telefonbuch bei IV E angesiedelt ist.

Dieser Satz konnte die Lösung deiner Frage beinhalten.

Ok, mir war ne ganz klar, wo die TAB konkret angesiedelt ist (und was sie überhaupt für eine Organisationsform hat). Offensichtlich ist sie einfach eine Unterabteilung in der SenUVK.

Verkehrsplanung und Bahnaufsicht sind natürlich unterschiedliche Gruppen der Abteilung Verkehr.
Und die Namen der Leiter sind öffentlich: [www.berlin.de]

Herr Yurdakul beendet aber derzeit seine Tätigkeit. Der Nachfolger soll aus der Projektgesellschaft U5 kommen, deren eigentliche Tätigkeit nun zu Ende geht.

so long

Mario
Das mit der Blume war nicht auf Herrn Yurdakul bezogen sondern auf mögliche Zuordnungen, die den tatsächlichen Beschäftigungsverhältnissen nicht entsprechen.
So wird bei uns eine Kollegin (auch nach außen) geführt, welche nur abgeordnet ist; also eigentlich zu einer anderen Dienststelle gehört.
Deshalb war ich an der Stelle etwas vorsichtig.
Unbeirrt vom Verschleppungs-Hickhack der Berliner Politiker schreibt die BVG weiterhin die erforderlichen Bauleistungen für "Adlershof II"aus.

Am 11.12. wurde die Ausschreibung der Fahrleitungsanlagen bekanntgegeben, Angebote sind bis 15.1.20 einzureichen. [vergabekooperation.berlin]
6,1 km neue Hochkettenfahrleitung sollen beauftragt werden, rund ein Kilometer Fahrleitung der letzten Neubaustrecke einschließlich 26 Maste und Gründungen werden dazu zurückgebaut.

Am 14.12. folgte die Bekanntgabe der Ausschreibung der finalen Bauleitungstätigkeiten nach Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), Leistungsphasen 8 bis 9, die bis 17.1.20 läuft: [vergabekooperation.berlin]

Zitat
Bekanntmachungstext
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), AöR - nachfolgend als Auftraggeber (AG) bezeichnet - beabsichtigt mit dieser Ausschreibung,
Planungsleistungen für ein Straßenbahn-Neubauvorhaben zu vergeben. Dabei handelt es sich um das von der Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) des Landes Berlin bestellte und sonderfinanzierte Projekt "Adlershof II"
von der Endstelle "Karl-Ziegler-Straße" bis zum Bahnhof Schöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin.
Die Länge der Strecke beträgt 2,7 km Doppelgleis.

Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) nähert sich dem Ende und soll Ende 2019 abgeschlossen sein.
Die Leistungsphasen 6-7 (Vorbereitung der Vergabe und Mitwirkung bei der Vergabe) sind beauftragt und befinden sich in Vorbereitung zur Ausführung.
Die benötigten Bauleistungen Gleisbau wurden ausgeschrieben. Eine Vergabe soll so erfolgen, dass ein Baubeginn am 19.05.2020 möglich ist.
Diese Leistungsbeschreibung umfasst Planungsleistungen nach HOAI § 47, Verkehrsanlagenplanung, der Leistungsphasen (Lph) 8-9
mit Grund- und besonderen Leistungen. Für die Inhalte, Bewertung und Honorare der Planungsleistungen gilt die HOAI, Fassung 2013.
Die für das Bauvorhaben zu erbringenden Leistungen umfasst die Verkehrsanlagenplanung im Sinne der §§ 47 ff. HOAI. Die anzusetzende Honorarzone
ist durch den AN zu begründen. Ohne besondere Begründung geht der AG von der Honorarzone III unten aus.
Die vorläufigen anrechenbaren Kosten betragen 12.855.868,15 € netto.

so long

Mario
Passend für diesen Thread:

Zitat

Eine Untersuchung mehrerer Trassenoptionen ergab als Vorzugsvariante die Streckenführung von der Turmstraße durch deren westliche Verlängerung, die Huttenstraße. Durch die Wiebestraße geht es südwärts zur Kaiserin-Augusta-Allee und via Mierendorffplatz – mit Anschluss an die U 7 – und Osnabrücker Straße auf den Tegeler Weg, der den S-, U- und Regionalbahnhof Jungfernheide erschließt.

[www.tagesspiegel.de]

[www.tagesspiegel.de]
(Grafik vom Tagesspiegel - inklusive falscher Trasse an der Turmstraße)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.12.2019 23:36 von stv. Forumleiter.
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