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Stadtbahn Kiel
geschrieben von jwn 
Re: Stadtbahn Kiel
29.08.2019 09:16
Hallo zusammen,

gestern (28.08.2019) fand im Ratssaal die gemeinsame Sitzung des Bau-, Wirtschafts-, Haupt- sowie Innen- und Umweltausschuss statt.
Wichtigster Tagesordnungspunkt war die „Teilfortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans der Landeshauptstadt Kiel auf Basis der
Grundlagenstudie „Mobilitätskonzept für einen nachhaltigen Öffentlichen Nah- und Regionalverkehr in Kiel“ sowie weiteres Verfahren
zur Mobilitätswende mit einemzukunftssicheren ÖPNV“
[ratsinfo.kiel.de]

Heute berichten auch die Kieler Nachrichten davon. Leider sind ab gestern auch Artikel, 1 Stunde nach Erscheinen bei KN-online,
nur noch gegen Gebühr lesbar, so auch dieser heutige Artikel
[www.kn-online.de]

Hier einige wichtige Passagen aus dem Artikel der gedruckten Ausgabe:
„…Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) erinnerte an das erklärte Ziel der Stadtpolitik, bis 2035 den Autoverkehr um 41 Prozent zu verringern.
Er betonte, dass das Gutachten zum ÖPNV nicht zwingend die Position der Stadt sei.
Drei Kernaussagen teile die Stadt allerdings ausdrücklich: Es bedarf eines neuen ÖPNV-Systems über die KVG-Busse hinaus. Das System muss
auf eigener Trasse geführt werden. Es gibt fünf geeignete Korridore: Sie verbinden Dietrichsdorf mit der Wik, Neumühlen mit Suchsdorf und
Elmschenhagen mit Mettenhof…“
Der Projektleiter Karius erläuterte u.a. die Studie
„…Sie gibt keine Antwort auf die Frage: Geht das überhaupt? Ob die Straßenquerschnitte ausreichen, müsse mit der Trassenplanung von
Mitte 2020 bis Ende 2022 untersucht werden.
Anfang 2023 soll die Ratsversammlung dann die Frage Schiene oder Straße entscheiden. Die Umsetzungsplanung werde dann fünf Jahre
in Anspruch nehmen, der Bau einer Pilotstrecke noch mal drei bis fünf Jahre. Sie könne 2030 bis 2032 fertig sein…“
Auch über die Kosten wurde gesprochen. Dabei wurden die beiden untersuchten Systeme BRT und Stadtbahn verglichen:
„…Danach sind Infrastruktur und Fahrzeuge fürs BRT mit 185,7 Millionen und 92,9 Millionen Euro deutlich günstiger zu haben als für die
Tram mit 411,5 und 174,7 Millionen Euro. Die Kosten für den Betriebshof sind mit je 45 Millionen Euro gleich hoch.
Die jährlichen Betriebskosten unterscheiden sich mit 64 (BRT) und 65,4 Millionen Euro (Tram) kaum. Die möglichen jährlichen Erlöse sind
bei der Tram mit 51,9 Millionen Euro höher als bei Schnellbussen mit 47,3 Millionen Euro. Entsprechend unterscheidet sich der jährliche
Zuschussbedarf aus der Stadtkasse: 16,7 Millionen Euro fürs BRT, 13,5 Millionen Euro für die Straßenbahn…“

Die Ratsherren Kruber (CDU) und Schmidt (SSW) habe dann nach einer Querung des Nord-Ostsee-Kanals gefragt. Hierzu führte der
Tiefbauamtsleiter Bender aus, dass eine Nutzung der bestehenden Brücken für die Stadtbahn nicht möglich sei. Beim BRT-System nur,
wenn der Bus im MIV „mitschwimmt“, also keine eigene Spur hat. Für die Querung der Schwentine muss eine neue Brücke gebaut
werden (für beide Systeme).

Da kann man sich die Strategie der Gegner (CDU) bereits ausmalen. Sie wird sicherlich wieder damit argumentieren, dass der Norden
von Kiel „abgehängt“ wird. Somit wird die CDU wieder „ihre“ schienenlose Variante aus China ins Spiel bringen.
Die Diskussion wird in den kommenden Jahren sicherlich wieder spannend.

Gruß vom vierachser
Re: Stadtbahn Kiel
01.09.2019 17:53
Zitat
vierachser
Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) erinnerte an das erklärte Ziel der Stadtpolitik, bis 2035 den Autoverkehr um 41 Prozent zu verringern.


Ob die Straßenquerschnitte ausreichen, müsse mit der Trassenplanung von
Mitte 2020 bis Ende 2022 untersucht
werden.
Anfang 2023 soll die Ratsversammlung dann die Frage Schiene oder Straße entscheiden. Die Umsetzungsplanung werde dann fünf Jahre
in Anspruch nehmen, der Bau einer Pilotstrecke noch mal drei bis fünf Jahre. Sie könne 2030 bis 2032 fertig sein…“

Die Ratsherren Kruber (CDU) und Schmidt (SSW) habe dann nach einer Querung des Nord-Ostsee-Kanals gefragt.
Sie wird sicherlich wieder damit argumentieren, dass der Norden
von Kiel „abgehängt“ wird.

Eine Glanzleistung der komunnistischen roten Partei. Wirklich!
Ich habe die Zeiten hervorgehoben und markiert. Geplant sei, bis 2032 eine Lösung auf die ______ (setze beliebiges Wort ein) gebracht zu haben. Wir haben in Kiel aber verdammt noch mal JETZT !!! ein Verkehrsproblem. Und es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Es ist einfach nur laienhafte und dilettante Politik dann einen Zeitraum für eine Lösung zu nennen, welcher erst in über einem Jahrzehnt liegt.
Es sollte langsam jedem bewusst geworden sein, dass die pseudosoziale SPD gar nicht daran interessiert ist, das etwas für den Bürger getan wird. Denen geht es lediglich darum, möglichst lange vom Steuertopf der Steuerzahler fressen zu dürfen.

Die Frage der CDU ist legitim. Schließlich hat Schilksee statistisch gesehen die ältesten Einwohner und gerade für die (Ältere Menschen) wird doch besserer ÖPNV propagiert. Zudem ist es ein wichtiger Veranstaltungsort der Kieler Woche und der (per ÖPNV) am besten erreichbare Stadtstrand.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Folgen der Stadtpolitik zeigt ihre Wirkung. Erst diese Woche gab es einen Bericht in der KN: Kiel wächst nicht mehr. Aber wen wundert es? Wohnungen werden immer teurer und die, die noch bezahlbar wären, werden Zweckentfremdet als Büro/Praxis/Gewerbe anderweitig vergeben.
In die Innenstadt soll man gefälligst den ach so tollen Bus nutzen, der selten fährt, völlig überfüllt ist und dank fehlender Belüftung (Klima ODER mind. ausreichend zu öffnende Fenster wie z.B. in Lübecker Bussen) eher eine Sauna darstellt.
Damit die hochgelobte Innenstadt nicht ganz ausstirbt, werden Verbote erteilt, anderweitig außer der Innenstadt Einkaufszentren / Geschäfte zu eröffnen.
Die Paranoia mit den erhöhten Abgaswerten bei gleichzeitig einziger Transitstrecke zwischen Ost-/Westufer und gleichzeitig Schwerlastverkehr und Kreuzungspunkt zwischen den Autobahnen.
Bei derzeitigem ÖPNV Konzept in Kiel ist man auf ein PKW zwangsläufig angewiesen. Es arbeitet nun mal nicht jeder in Gleitzeit im Büro zwischen 8-16 Uhr. Die Zeiten sind schon lange vorbei. Selbst Busfahrer (Fahrpersonal) nutzen privat lieber ihr eigenes Auto weil es ihnen ausreicht beruflich damit fahren zu müssen. Obwohl sie kostenlose Freifahrt genießen.
Und anstatt dann mit Nachdruck das Problem zu lösen wird dann erstmal über 1 Jahrzehnt wieder nur geplant? Ernsthaft? Wer weiß wie viele Autos (pro Person) dann in Kiel schon zugelassen sein werden. Die Autos werden dann womöglich übereinander gestapelt werden müssen um halbwegs parken zu können. Die SPD ist in ihrer Denkweise und ihrem Handeln kurzsichtig und einfach unwählbar.

Zur Erinnerung: Schon 2008 wurde "geplant" was das Zeug hält. Nun fängt man von vorne an. Gleiches Trauerspiel mit der B404/A21 Bereich Meimersdorf. Plötzlich soll es doch die andere Seite sein. Hätte ja niemand ahnen können, dass die Flächenversiegelung erweitert wird.

-



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.09.2019 17:57 von Deniz90.
Meiner Meinung nach ist die Argumentation der CDU total daneben - man lehnt ein Projekt das vielen Buergern viele Vorteile ab weil es anderen Buergern keine Vorteile bringt.

Insgesamt stimmt es natuerlich dass die Planungen ein schlechter Witz sind:
- "Geht das überhaupt? Ob die Straßenquerschnitte ausreichen" - es wurden doch vor ein paar Jahren umfangreiche Planungen fuer eine Regionalstadtbahn durchgefuehrt, die in Kiel z.T. durch die selben Strassen fahren sollte
- "Müsse mit der Trassenplanung von Mitte 2020 bis Ende 2022 untersucht warden" - sorry dass kan man auch in 9 Monaten zwischen jetzt und Mitte 2020 Machen
- "Anfang 2023 soll die Ratsversammlung dann die Frage Schiene oder Straße entscheiden" - die Entscheidung kann man schon jetzt machen, die Vor- und Nachteile beider System sind hinreichend bekannt. (Hinweis: es baut gerade eine weitere franzoesische Stadt ihr ziemlich neues BRT-System zu einer Strassenbahn um)
Re: Stadtbahn Kiel
01.09.2019 22:31
Letztendlich läuft es doch eh in Richtung Stadtbahn. Ich finde es daher einfach nur unmöglich, das derzeit so viele Straßen saniert werden, wo die Stadtbahn fahren soll. Sei es Skandinaviendamm, Kronshagener Weg, Werftstr. etc. Da wird extra alles aufgerissen um es später erneut abzureißen und Gleise zu verlegen. Zur Rekompensierung werden dann Überlange und schwere Batteriebusse (E-Busse) angeschafft um die Straßen und Haltestellen schneller an ihre Verschleißgrenze zu bringen.
Was derzeit betrieben wird ist einfach nur Heuchelei. Klimapanik verbreiten aber keine Fakten und vor allem keine Angebotsausweitung anbieten.
In Kiel werden jeden Monat die geschönten Arbeitslosenzahlen propagiert, wie viele Menschen doch jetzt auf einmal Arbeit hätten. Aber gleichzeitig wird verschwiegen, dass immer mehr PKW zugelassen sind. Merken die Verantwortlichen nicht, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass das ÖPNV Angebot für eine fast Viertelmillionen Stadt schon lange weder ausreichend noch zeitgemäß ist?

Kiel benötigt eine Stadtbahn, gar keine Frage. Und natürlich dauert es ein wenig, bis diese fahren kann. Aber mehr als Jahrzehnt?! Und vor allem: Welche Angebotsoffensive ist für JETZT angestrebt?! Statt überteuerten E-Bussen gäbe es auch CNG oder LNG betriebene Busse. Fahrplanausweitung sollte eigentlich auch schon dieses Jahr eingeführt werden und nicht "vielleicht ab 2020" eine handvoll Busse auf vereinzelten Linien mehr sondern ein Grundtakt von mind. alle 20 Min, nachts 30.

-
Re: Stadtbahn Kiel
02.09.2019 12:12
@Deniz90:

Eines vorweg, ich möchte hier sachlich und fair diskutieren.
Solche Äußerungen wie „komunnistischen roten Partei“ oder „pseudosoziale SPD“, halte ich für unangemessen. Denken kann jeder was er möchte, auch aussprechen. Aber nicht in einer Diskussion in solch einem Forum, wo es vordergründig nicht um Parteipolitik gehen sollte.
Und damit das auch nicht falsch verstanden wird: Ich gehöre keiner Partei an!!

Zum Thema:

Zitat
Deniz90
„…Ich habe die Zeiten hervorgehoben und markiert. Geplant sei, bis 2032 eine Lösung auf die ______ (setze beliebiges Wort ein) gebracht zu haben. Wir haben in Kiel aber verdammt noch mal JETZT !!! ein Verkehrsproblem. Und es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Es ist einfach nur laienhafte und dilettante Politik dann einen Zeitraum für eine Lösung zu nennen, welcher erst in über einem Jahrzehnt liegt…“

Zugegeben, mir dauert das auch viel zu lange. Aber in der heutigen Zeit ist es wohl nicht mehr möglich
ein Projekt von solcher Größenordnung einfach zu Beschließen und dann gegen alle Widerstände „durch zudrücken“.
Die Erfahrung mit der gescheiterten SRB spielt hier eine große Rolle. Man möchte eben eine breite Zustimmung zur Stadtbahn haben.
Das geht heute aber nur noch mit breiter Bürgerbeteiligung. Daher wurde die Fragestellung des Gutachtens auch so angelegt.
Keinerlei Vorfestlegung auf ein System (BRT oder Stadtbahn), keinerlei Vorfestlegung auf irgendwelche Trassen.
All das soll mit den Bürgern und vor allem den Geschäftsleuten passieren. Denn nur wenn alle (oder die meisten)
an einem Strang ziehen, kann man solch ein Projekt planen.
Natürlich wissen wir, die sich schon lange mit dem ÖPNV beschäftigen, dass es eigentlich ohne Schiene nicht vernünftig klappt,
dass es gewisse Trassen braucht um auch erfolgreich zu sein. Aber der „Otto-Normalverbraucher“ hat gar nicht das Hintergrundwissen,
um zu erkennen warum diese oder jene Endscheidung zum Erfolg oder auch Misserfolg führt.
Aber gemeckert ist heutzutage schnell. Und schon kann eine Stimmung kippen.

Zitat
Deniz90
„…Die Frage der CDU ist legitim. Schließlich hat Schilksee statistisch gesehen die ältesten Einwohner und gerade für die (Ältere Menschen) wird doch besserer ÖPNV propagiert. Zudem ist es ein wichtiger Veranstaltungsort der Kieler Woche und der (per ÖPNV) am besten erreichbare Stadtstrand…“

Man will den Norden ja nicht abhängen, (wie die CDU es versucht die Angst zu schüren) aber wenn man das Gutachten
gelesen hat, ist das Potential für eine Stadtbahn momentan noch zu gering. Dagegen sprechen die zu hohen Kosten,
die für eine Querung des NOK nötig sind. Aber das bedeutet doch nicht, dass das immer so bleibt.
Eine spätere Verlängerung ist immer möglich, wenn sich die Gegebenheiten geändert haben sollten.

Als wichtigster Schritt ist vielmehr die Entlastung der am stärksten betroffenen Linien / bzw. Strecken.
Und das sind nun mal die Uni und die Wik mit dem Ostufer Wellingdorf / Dietrichsdorf.

Zeitgleich muss natürlich der weitere ÖPNV verbessert werden. Aber das passiert doch auch.(vergleiche doch mal das Angebot
vor 20 Jahren mit dem von heute) Nur nicht alles ist machbar und schon gar nicht sofort. Es muss ja auch finanziert werden.
Auch die Antriebsart spielt eine wichtige Rolle. Und da hat die Stadt sich auf Elektrobusse festgelegt. Das Problem dabei ist nur,
dass alle Welt jetzt E-Busse bestellen will. Ob die alle lieferbar sind ist noch fraglich. Und kommt jetzt bitte nicht wieder mit Wasserstoff.
Diese Antriebsart ist immer noch nicht alltagstauglich, wie sich gerade auch in Hamburg bei der HHA erwiesen hat.
Dort hat man die Busse wieder verkauft, weil sie mehr in der Werkstatt als im Liniendienst standen.

Gruß vom vierachser
Re: Stadtbahn Kiel
03.09.2019 17:05
Zitat
vierachser
Eines vorweg, ich möchte hier sachlich und fair diskutieren.
Solche Äußerungen [...] halte ich für unangemessen. [...]
Zum Thema:
Du kritisierst doch selbst in jedem Beitrag die CDU, diskreditierst und diffamierst sie wo es nur geht.

Zitat
vierachser
Zugegeben, mir dauert das auch viel zu lange. Aber in der heutigen Zeit ist es wohl nicht mehr möglich
ein Projekt von solcher Größenordnung einfach zu Beschließen und dann gegen alle Widerstände „durch zudrücken“.
Die Erfahrung mit der gescheiterten SRB spielt hier eine große Rolle. Man möchte eben eine breite Zustimmung zur Stadtbahn haben.
Das geht heute aber nur noch mit breiter Bürgerbeteiligung. Daher wurde die Fragestellung des Gutachtens auch so angelegt.
Keinerlei Vorfestlegung auf ein System (BRT oder Stadtbahn), keinerlei Vorfestlegung auf irgendwelche Trassen.
All das soll mit den Bürgern und vor allem den Geschäftsleuten passieren. Denn nur wenn alle (oder die meisten)
an einem Strang ziehen, kann man solch ein Projekt planen.
Natürlich wissen wir, die sich schon lange mit dem ÖPNV beschäftigen, dass es eigentlich ohne Schiene nicht vernünftig klappt,
dass es gewisse Trassen braucht um auch erfolgreich zu sein. Aber der „Otto-Normalverbraucher“ hat gar nicht das Hintergrundwissen,
um zu erkennen warum diese oder jene Endscheidung zum Erfolg oder auch Misserfolg führt.
Aber gemeckert ist heutzutage schnell. Und schon kann eine Stimmung kippen.
In dieser Form dürfte es noch mehr Kritik geben als zuvor. Es wurde Jahrelang geplant, es wurden Gelder für Planung verschwendet um zu dem Ergebnis zu kommen, dass dies nicht möglich ist (war von vorn herein klar). Jetzt aber wird erneut erstmal nur geplant, die Zeit verstreicht erneut ins Land und entsprechend auch das Geld.
Bürgerbeteiligung sieht anders aus!
Angenommen, eine "fahrbare" Lösung wird 2035 vorhanden sein. Wie viele zugelassene PKW werden bis dahin hinzukommen? Die heutige Zahl von "41% weniger MIV" ist lächerlich. Angenommen wir haben heute 100.000 PKW. In 15 Jahren könnten es 120.000 sein. Bei gleichbleibendem Ziel, "41%" weniger MIV zu haben, ist die Zahl der zul. PKW aber trotzdem höher im Vergleich zu jetzt.

Zitat
vierachser
Man will den Norden ja nicht abhängen, (wie die CDU es versucht die Angst zu schüren) aber wenn man das Gutachten
gelesen hat, ist das Potential für eine Stadtbahn momentan noch zu gering. Dagegen sprechen die zu hohen Kosten,
die für eine Querung des NOK nötig sind. Aber das bedeutet doch nicht, dass das immer so bleibt.
Eine spätere Verlängerung ist immer möglich, wenn sich die Gegebenheiten geändert haben sollten.
Wenn man sich bei gutem Wetter mal den Stau anschaut, der da auf der Fördestraße (einzige Schnellstraße zum Strand) zu sehen ist, ist für ein Betrieb einer Stadtbahn ausreichend Potential vorhanden. Zudem herrscht bekanntlich Wohnraummangel, in Schilksee könnten dann neue Neubaugebiete entstehen.

Zitat
vierachser
Als wichtigster Schritt ist vielmehr die Entlastung der am stärksten betroffenen Linien / bzw. Strecken.
Und das sind nun mal die Uni und die Wik mit dem Ostufer Wellingdorf / Dietrichsdorf.
Ich sehe am Nachmittag auf der Holtenauer überwiegend gähnende Leere in den Bussen.
Entweder bin ich zur falschen Zeit unterwegs, die Leute sind bereits auf MIV umgestiegen oder aber es wird einfach übertrieben.

Zitat
vierachser
Zeitgleich muss natürlich der weitere ÖPNV verbessert werden. Aber das passiert doch auch.(vergleiche doch mal das Angebot
vor 20 Jahren mit dem von heute) Nur nicht alles ist machbar und schon gar nicht sofort. Es muss ja auch finanziert werden.
Auch die Antriebsart spielt eine wichtige Rolle. Und da hat die Stadt sich auf Elektrobusse festgelegt. Das Problem dabei ist nur,
dass alle Welt jetzt E-Busse bestellen will. Ob die alle lieferbar sind ist noch fraglich. Und kommt jetzt bitte nicht wieder mit Wasserstoff.
Diese Antriebsart ist immer noch nicht alltagstauglich, wie sich gerade auch in Hamburg bei der HHA erwiesen hat.
Dort hat man die Busse wieder verkauft, weil sie mehr in der Werkstatt als im Liniendienst standen.
Das habe ich schon. Vielleicht nich unbedingt von vor 20 Jahren, aber ein Vergleich von 2004 zu jetzt (immerhin 15 Jahre) zeigt: Es hat sich auch einiges verschlechtert.
Beispiele:
Feldstraße auf ganzer Länge nach Wik (33+61/62) HVZ alle 30+10 Min. zu heute (30S*+32) alle 15 Minuten und vereinzelte Haltestellen + 30 Min.
Schlüsbek damals alle 30 Min. durchgehend + WE, heute (neu, nachdem Jahrelang nur 6 Fahrten pro Tag angeboten wurden) Mo-Fr 60 Min.
Dietrichsdorf (11/12) alle 7,5 Min zu heute 11 alle 10.
Russee damals alle 10 (nachm.) zu heute alle 15 Min.

Neue Bahn-Haltepunkte wurden eröffnet, aber nur knapp 50% der Fahrten bedienen diese.
Auch die Fahrpreise waren damals wesentlich günstiger als heute.
Monatskarte allg. kostete 40,-€ heute 61,-€
Einzelfahrt 1,85 heute 2,60€.

Nichts spricht dagegen, weiterhin reine Dieselbusse zu kaufen. Sie sind billiger, leichter und zuverlässiger. Gerade letzterer Punkt ist wichtig. Nur ein verlässlicher Nahverkehr kann eine Alternative sein. Ich will gar nicht wissen wie hoch die Ausfallquote der derzeitigen Hybridbusse ist.

-
@Deniz90 - nein, vierachser kritisiert die Verkehjrspolitik der Kieler CDU, und ich glaiube kaum dass du ein Beispiel das diskreditisiert oder diffamiert.

"Komunnistischen roten Partei" oder "pseudosoziale SPD" dagagen hat nichts mit Verkehrspolitik zu tun und ist nun wirklich klar diffamierend.
Re: Stadtbahn Kiel
07.09.2019 13:59
Nach meiner Auffassung muss die Option des sogenannten Karlsruher Modells in Kiel auf jeden Fall berücksichtigt werden - auch wenn dieser Ansatz im Jahre 2015 erst einmal gescheitert ist. Daher scheiden für meine Begriffe schienenlose Systeme hier aus. Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb das Potential für eine echte Stadtbahn in Kiel zu schwach sein sollte. Immerhin ist Kiel Landeshauptstadt, und im Rahmen einer echten Verkehrswende müssten zwangsläufig mehr Menschen den ÖPNV nutzen - deswegen wird ein leistungsfähiges System gebraucht, das ggf. auch die Umland-Gemeinden direkt erreicht. Die Kosten sind ebenfalls kein belastbares Argument: Richtig teuer würde es nämlich erst dann, würde man jetzt auf ein BRT-System setzen, das nach wenigen Jahren zu einem richtigen Stadtbahnsystem umgebaut werden müsste. Die Beispiele aus Caen und Nancy mit den letztlich gescheiterten Gummirad-Systemen sollten doch Lehre genug sein!
Re: Stadtbahn Kiel
17.09.2019 10:14
Der Ortsbeirat Moorsee/Meimersdorf macht sich Gedanken, ob eine Erschließung der geplanten
Neubaugebiete möglich oder auch notwendig ist. In der Sitzung am 21.08.2019 wird unter
TOP 6 „Rahmenplanung Kieler Süden - Präsentation aktueller Projektstand“
u.a. darüber diskutiert:

Zitat
Zitat aus der Niederschrift :
„…Ausführlicher wird über die Anbindung des Neubaugebietes an die Stadtbahn diskutiert.
Herr Hoffschröer stellt fest, dass eine Stadtbahn in der aktuellen Planung nicht tragfähig sei.
Herr Petschallies merkt an, bei der Entscheidung über den Verlauf einer Stadtbahn müsse überlegt werden,
wo die meisten Menschen erreicht werden und wo man durch eine Stadtbahn eine deutliche Entlastung schaffe.
Letztlich sei es ein gesamtstädtischer Abwägungsprozess an dessen Ende eine Entscheidung getroffen werden müsse.
Ortsbeiratsmitglieder appellieren, nicht nur nach wirtschaftlichen Interessen zu entscheiden.
Wenn der jetzige Rahmenplan umgesetzt werde, würden Möglichkeiten verbaut…“
[ratsinfo.kiel.de]

Im
TOP8 „Anschluss des Stadtteils Meimersdorf an die Stadtbahn“
wird ein Antrag an den Wirtschafts- und Bauausschuss verabschiedet:

Zitat
Antrag im Wortlaut:
„…Der Ortsbeirat beschließt einstimmig folgenden Antrag für den Wirtschaftsausschuss
und den Bauausschuss:
Antrag:
Die Verwaltung prüft, wie sich die Stadtbahnplanung frühzeitig in die Rahmenplanung Kieler Süden integrieren lässt.
Begründung:
In der Grundlagenstudie zum Mobilitätskonzept für einen nachhalten Öffentlichen Nah- und Regionalverkehr in Kiel
steht u. a. auf Seite 227, dass eine ÖPNV-Trasse bereits frühzeitig bei der Planung neuer Baugebiete berücksichtigt
werden müsste, damit die Erschließung der neuen Quartiere in zentraler Lage ermöglicht wird. Abb. 119 zeigt,
dass bei einem Haltestelleneinzugsbereich von 500 m ein großer Teil der geplanten Baugebiete in Meimersdorf durch
eine solche Tram-Linie erschlossen werden könnte. Der Ortsbeirat ist sich des Zielkonfliktes bewusst, zum einen neuen
Wohnraum zu schaffen und zum anderen einen nachhaltigen, zukunftsgerichteten ÖPNV zu etablieren. Der Bedarf einer
stärkeren ÖPNV-Anbindung für Meimersdorf/Moorsee wird in der Grundlagenstudie bestätigt. Der Ortsbeirat bezweifelt,
dass nach Fertigstellung des Neubaugebietes, wie es jetzt in Planung ist, Flächen für den ÖPNV zur Verfügung stehen,
die einen wirtschaftlichen Nutzen möglich machen. Aus Sicht des Ortsbeirates muss die aktuelle Diskussion über die
Einführung einer Stadtbahn allgemein auch den Kieler Süden mit einbinden, da dort jetzt die Rahmenplanungen laufen.
Es wäre nicht zu vertreten, wenn ein Anschluss nicht vorgesehen wird und in vielen Jahren festgestellt wird,
man hätte den Kieler Süden doch anschließen sollen…“
[ratsinfo.kiel.de]

Am 25.09.2019 tagt der Wirtschaftsausschuss. Unter TOP 5.1 wird dieser Antrag behandelt, für den Bauausschuss am 26.09.2019 liegt derzeit die Tagesordnung noch nicht vor.

Gruß vom vierachser
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