Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Keine U4 bis Wilhelmsburg in den nächsten 20 Jahren
geschrieben von Christian Linow 
Wird ein Bau der U4 bis Wilhelmsburg bald unmöglich?


So jedenfalls titelt heute das Hamburger Abendblatt. Befürchtungen des BUND-Landeschef Manfred Braasch zufolge werde durch die Bebauung im Spreehafenviertel, Elbinselquartier, Wilhelmsburger Rathausviertel und der Georg-Wilhelm-Höfe eine mögliche Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg zunichtegemacht. Auch Michael Rothschuh, Sprecher des Vereins Zukunft Elbinsel, fordert ein laut dem Abendblatt eine Kehrtwende: „Es war richtig, dass die U 4 in der HafenCity geplant und gebaut wurde, bevor die Gebäude entstanden, weil dies Geld, Konflikte und Zeit spart und Chancen gibt zum von vornherein autoarmen Wohnen und Arbeiten im Quartier“, Rothschuh im Abendblatt wörtlich.

Er führt dort weiter aus, dass es ingleichen richtig gewesen sei, die U4 an den Elbbrücken entgegen anderen Planungen als Hochbahn realisiert zu haben, weil der Tunnelbau in der Marsch unendlich teuer sei, die Haltestellen sehr tief unter der Erde liegen und lange Wege hervorrufen. Jetzt aber müsse die U4 – immer zusammen mit einer Veloroute – sofort in der Planung und Bürgerbeteiligung und spätestens in fünf Jahren in ihrer Realisierung über die Norderelbe, durch den Kleinen Grasbrook und über den Spreehafen, zunächst bis in den Norden Wilhelmsburgs weitergeführt werden.

Die Stadtentwicklungsbehörde erteilt diesem Vorstoß indes eine klare Absage. Der Senat plane mit dem Grasbrook einen neuen Stadtteil, der in seiner Entwicklung 20 Jahre dauern werde, so die die Sprecherin Barbara Ketelhut dem Hamburger Abendblatt gegenüber. In diesem Zusammenhang werde auch eine U4 bis auf den Grasbrook geplant. Für eine weitere Verlängerung nach Wilhelmsburg gebe es unterdessen keine konkreten Pläne.

Vor dem Hintergrund solcher Schlagzeilen auf der einen Seite und den Verkehrsengpässen auf der anderen verbieten sich nach meinem Dafürhalten alle weiteren Gedankenspiele zum Thema U-Bahn, so sinnvoll und schön sie auch sein mögen. Weil es gerade im Berliner Forum Thema war, zitiere ich die Pressemitteilung der Baubehörde vom 24.07.2001, in der dem Planfeststellungsverfahren für eine Stadtbahn grünes Licht gegeben wurde:

Die Vorteile der Stadtbahn:

  • bestehender Erschließungsbedarf im schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr, wie er im Flächennutzungsplan dargestellt ist, kann weitgehend mit Stadtbahnlinien gedeckt werden,
  • Kapazitätsengpässe, die sich bei Gelenkbusbetrieb ergeben können, werden beim Stadtbahnbetrieb mit den größeren Fahrzeugeinheiten vermieden;
  • lange Busfahrzeiten werden mit der Stadtbahn verkürzt und die Stadtbahn ist pünktlicher, weil sie auf weiten Strecken einen unabhängigen Fahrweg erhalten kann.


Diesen Argumenten dürfte kaum etwas entgegenzusetzen sein und ich frage mich, wann die Grünen wieder mehr Mut zur Stadtbahn haben und die SPD ihr Scholz'sches Dogma aufgibt. Langfristig dürfte auch in der Hansestadt kein Weg an der Stadtbahn vorbeiführen.
also da Du hier letztlich nur als Stadtbahnfan auftritt, erwartest Du doch nicht wirklich eine ernsthafte Debatte über Deinen Beitrag.
Die Erweiterung der U4 steht unmittelbar vor der Realisierung, fuer die U5 gibt es eine Finanzermächtigung und Typen wie Du lamentieren immer noch über verlorene und vergessene Wunsch um nicht zu sagen Wahnvorstellungen.
Die Stadtbahn kann übrigens eine U Bahn nicht ersetzen, sondern höchstens ergänzen.
Zitat
ahoberg
also da Du hier letztlich nur als Stadtbahnfan auftritt, erwartest Du doch nicht wirklich eine ernsthafte Debatte über Deinen Beitrag.
Die Erweiterung der U4 steht unmittelbar vor der Realisierung, fuer die U5 gibt es eine Finanzermächtigung und Typen wie Du lamentieren immer noch über verlorene und vergessene Wunsch um nicht zu sagen Wahnvorstellungen.
Die Stadtbahn kann übrigens eine U Bahn nicht ersetzen, sondern höchstens ergänzen.

Na, hier hat die militante und einseitige Anti-Straßenbahnpropaganda der letzten Jahrzehnte ja gründliche Arbeit geleistet und den Blick auf vernünftige und bezahlbare Lösungen völlig vernebelt. Dann wird also Wilhelmsburg usw. auch die nächsten 100 Jahre wohl mit Stinkebussen leben müssen. Bravo!

Beste Grüße
Harald Tschirner
Also eine Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg bietet sich doch gerade an und das bevor der Grasbrook bebaut wird. Und was spricht gegen eine oberirdische Führung, wenn die Straße breit genug ist, in der die U-Bahn entlang fährt (siehe Isestraße)? Eigentlich ist diese Strecke deutlich wichtiger als die zur Horner Geest. Elbbrücken kann ja wohl nicht der Linienendpunkt bleiben.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Zitat
histor
Und was spricht gegen eine oberirdische Führung, wenn die Straße breit genug ist, in der die U-Bahn entlang fährt (siehe Isestraße)?

wollte man das nicht schon in der Hafen-City. Hat man dann am ende nicht gemacht, ich glaube weil man es den späteren Bewohnern nicht antun wollte...
Hamburg ist reich genug, um 100km U Bahnen zu bauen, wenn man es denn wollte. Eine Stadtbahn, die oft ohne eigene Trasse und dann ohne Untertunnelungen die großén Straßenkreuzungen nutzen würde, ist eine Fehlplanung. Und mit Militanz hat das überhaupt nichts zu tun, sondern damit, daß die Planungen für die Erweiterungen von immerhin 33km U und S Bahn (nach Osdorf) bereits begonnen haben bzw. fertig sind. Es hat sich leider in der Bevölkerung ein Sturheitsfimmel eingeschlichen, dass immer wenn man mit seinen Wünschen gescheitert ist, man es dann trotzdem immer weiter versucht mit dem Ergebnis, das gar nichts passiert.
Hamburg ist reich genug, um 100km U Bahnen zu bauen, wenn man es denn wollte. Eine Stadtbahn, die oft ohne eigene Trasse und dann ohne Untertunnelungen die großén Straßenkreuzungen nutzen würde, ist eine Fehlplanung. Und mit Militanz hat das überhaupt nichts zu tun, sondern damit, daß die Planungen für die Erweiterungen von immerhin 33km U und S Bahn (nach Osdorf) bereits begonnen haben bzw. fertig sind. Es hat sich leider in der Bevölkerung ein Sturheitsfimmel eingeschlichen, dass immer wenn man mit seinen Wünschen gescheitert ist, man es dann trotzdem immer weiter versucht mit dem Ergebnis, das gar nichts passiert.
"Dabei bezieht sich Braasch auf „mehrere Bauvorhaben der IBA in Wilhelmsburg (Spreehafenviertel. Elbinselquartier, Wilhelmsburger Rathausviertel und Georg-Wilhelm-Höfe), die auch die mögliche oberirdische Trassenführung der U 4 nach Wilhelmsburg betreffen“. Der BUND gehe nach Sichtung der Pläne davon aus, „dass eine oberirdische Trasse bei Umsetzung dieses Wohnungsbaus nicht mehr möglich ist“, so Braasch."

Da wäre es doch mal schön mal zu erfahren welche Bauvorhaben welche oberirdische Trassenführung beeinträchtigen. Hat jemand eine Karte? Auch auf den BUND-Internetseiten ist nur eine Twitter-Meldung die auf den Abendblatt-Bericht...
Zitat
ahoberg
Hamburg ist reich genug, um 100km U Bahnen zu bauen, wenn man es denn wollte.

Hamburg hat zwar einen großen Teil Schulden getilgt (1,1 Mrd), aber 23,3 Mrd sind noch offen.
(Quelle: Welt.de, Beitrag vom 07.01.2020)

Ist das für Dich wirklich reich ?


<offtopic>
Viel interessanter finde ich immer noch, wie Olaf Scholz damals mit Zahlen umgegangen ist:
Die damals von CDU und Grünen geplante Stadbahn im Endausbau sollte ca. 1Mrd kosten,
Scholz propagierte 2 Mrd (weiss der Geier, woher er die Zahl hatte) als den Untergang des Abendlandes.
Nach einer kurzen Pause zauberte er dann seine Vision von der U-Bahn aus dem Hut und verkaufte den Preis von 4 Mrd (!) als Schnäppchen.
Kein Wunder, dass es viel Politikverdrossenheit gibt.
</offtopic>

Gruß
Die "Hummel"



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.01.2020 12:18 von Bumblebee.
Zitat
christian schmidt
Da wäre es doch mal schön mal zu erfahren welche Bauvorhaben welche oberirdische Trassenführung beeinträchtigen. Hat jemand eine Karte? Auch auf den BUND-Internetseiten ist nur eine Twitter-Meldung die auf den Abendblatt-Bericht...
Genau das ist der Knackpunkt: [de.wikipedia.org]

Etwas bedauerlich, dass die fachfremden Nostalgiker das Thema wieder mit ihrer Straßenbahn vermischen. Bis heute gibt es kein einziges verkehrswissenschaftliches Argument für den realen Bedarf auf irgendeiner Relation für eine Tram, aber offenbar sitzt der Weltschmerz tief genug, dass man lieber in der Vergangenheit herumstochert und schnell aggressiv persönlich wird, wenn jemand den obskuren Kult nicht mitträgt. Hamburg hat übrigens ein BIP von über 120 Mrd. Euro und einen Haushalt von 13-15 Mrd. Euro pro Jahr. Bei einem Zeitraum von 20 Jahren bräuchte man also nur 1% des Spielraums, selbst wenn es keine Fördermittel gibt -- was heute schon sehr unwahrscheinlich ist, zumal die Förderrichtlinien des Bundes zugunsten des ÖPNV gerade überarbeitet werden.

Der erwähnte Verein im Abendblatt-Link ist gegen Wohnungsbau in Wilhelmsburg. Überwiegend Senioren, die keine Veränderungen mehr erleben wollen. Hartzloh lässt grüßen. Die wetterten schon vor 15 Jahren gegen die IBA und lehnen daher das Spreehafenviertel, das Elbinselquartier und das Rathausviertel ab. Weil ihnen dazu aber keine Argumente einfallen, kommen sie nun mit der U4 und wollen diese auf der alten Reichsstraße bauen lassen, weil sie wissen, dass dies viele Jahre dauern wird und zugleich sind die Wohnungen dann auf der Trasse nicht mehr möglich. Tatsächlich wäre es sicherlich billiger als eine unterirdische U-Bahn, aber würde parallel zur S-Bahn verlaufen und die Siedlungsgebiete im Nordwesten (Reiherstiegviertel) und Südosten (Kirchdorf) der Elbinsel ebenso vermeiden, sodass fast alle Wilhelmsburger weiterhin den "Stinkebus" (mit Elektromotor) als Zu- und Abbringer benutzen müssten und es keine zeitlichen Vorteile gäbe. Sprich, kein nennenswerter Nutzen. Da die geplanten Quartiere schon seit längerem bekannt sind, ist der jetzige Aufschrei nur Wahlkampfgelaber.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2020 13:31 von kalle_v.
Zitat
Bumblebee
Kein Wunder, dass es viel Politikverdrossenheit gibt.
Jo! Eine Tram nicht einzuführen, für die es weit und breit keine Mehrheit gibt (noch nicht einmal unter den Wählern der Grünen: [www.ndr.de]), ist natürlich der Grund dafür, dass man vor vielen Jahren aufgrund sinkender Wahlumfragen (was seit über fünf Jahren nicht mehr der Fall ist) im Sommerloch von Politikverdrossenheit gesprochen hat. :D Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt...

Die Tram hat übrigens Ahlhaus als erste Amtshandlung eingestampft, nachdem die Grünen aufgrund eines bundesweiten Trends gute Umfragewerte hatten und dachten, durch Neuwahlen profitieren zu können. Aber wenn man Scholz aus anderen Gründen irgendwie doof fand, kann man ihn natürlich versuchen einzubringen. Bloß macht das eine Tram auch nicht realistischer. Über die wird seit über 20 Jahren geplappert und selbst Ferrari-Fegebank musste kürzlich eingestehen, dass sie in den nächsten Jahren nicht kommen wird, egal wie die Wahl ausgeht (und sie weiterhin Bürgermeisterin werden will). Sorry Leute, aber mit solchen ad-hominem-Argumenten wird auch in 20 Jahren keine Tram fahren. Mit Fundamentalismus erreicht man nichts, sondern höchstens mit einer Ergänzung des bestehenden Netzes durch viele kleine Schritte. Die eierlegende Wollmilchsau, wie die Laien gerne am Stammtisch propagieren, ist das System nämlich nicht, sondern weltweit sehr unbeliebt und in der Regel defizitär. Einfach mal den Horizont erweitern und ergebnisoffen an die Sache herangehen. :)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2020 13:34 von kalle_v.
@kalle_v

Wenn es dir gegen den Strich geht das einige hier im Forum von einer Tram träumen, denke einfach daran das wir keinerlei Einfluss auf die Politik haben, also brauchst du nicht gleich in Schnappatmung verfallen,einfach locker bleiben.

Ich persönlich denke, dass eine Straßenbahn auf stark nachgefragten Buslinien, die nicht Schnellbahnwürdig sind, durchaus Sinn machen würde, nicht zuletzt da eine Tram bei annähernd gleicher Beförderungsleistung pro Stunde und besserer Feinerschließung, wesentlich günstiger zu Bauen ist.

Einfach mal den Horizont erweitern und Ergebnisoffen an die Sache herangehen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2020 14:07 von STZFa.
Zitat
STZFa
@kalle_v

Wenn es dir gegen den Strich geht das einige hier im Forum von einer Tram träumen, denke einfach daran das wir keinerlei Einfluss auf die Politik haben, also brauchst du nicht gleich in Schnappatmung verfallen,einfach locker bleiben.

Ich persönlich denke, dass eine Straßenbahn auf stark nachgefragten Buslinien, die nicht Schnellbahnwürdig sind, durchaus Sinn machen würde, nicht zuletzt da eine Tram bei annähernd gleicher Beförderungsleistung pro Stunde und besserer Feinerschließung, wesentlich günstiger zu Bauen ist.

Einfach mal den Horizont erweitern und Ergebnisoffen an die Sache herangehen.

Genau! Und von wegen "weltweit sehr unbeliebt": mir liegt folgende, nachprüfbare Liste von 2019 vor: Foshan ist nach Sanya, Newcastle, Canberra, Kitchener, Caen, Ottawa, Avignon und Doha der neunte neueröffnete Straßenbahnbetrieb des Jahres 2019.

Soviel zum Horizont von Straßenbahnphobisten...

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Bumblebee
Zitat
ahoberg
Hamburg ist reich genug, um 100km U Bahnen zu bauen, wenn man es denn wollte.

Hamburg hat zwar einen großen Teil Schulden getilgt (1,1 Mrd), aber 23,3 Mrd sind noch offen.
(Quelle: Welt.de, Beitrag vom 07.01.2020)
off topic: beschaeftige Dich mal mit macrooekonomischen Fragen bevor Du solchen oberflaechlichen Unsinn schreibst. Die Hoehe einer Schuld sagt nichts ueber die Finanzkraft einer Gemeinde/Stadt aus gerade wenn es um Investitionen geht. Viele glauben diesen Unsinn aber, daher sind die Wahlergebnisse auch wie sie sind. O
@kalle - dann verstehe ich den BUND und dich jetzt nicht. In dem Teil von Wilhelmsburg herrscht doch schon dichte Bebauung, da wird die U4 doch sicherlich unterirdisch verlaufen (z.B. unter der Veringstraße)

OT aber eine Straßenbahn wäre natürlich besser
Zitat
ahoberg
Zitat
Bumblebee
Zitat
ahoberg
Hamburg ist reich genug, um 100km U Bahnen zu bauen, wenn man es denn wollte.

Hamburg hat zwar einen großen Teil Schulden getilgt (1,1 Mrd), aber 23,3 Mrd sind noch offen.
(Quelle: Welt.de, Beitrag vom 07.01.2020)
off topic: beschaeftige Dich mal mit macrooekonomischen Fragen bevor Du solchen oberflaechlichen Unsinn schreibst. Die Hoehe einer Schuld sagt nichts ueber die Finanzkraft einer Gemeinde/Stadt aus gerade wenn es um Investitionen geht. Viele glauben diesen Unsinn aber, daher sind die Wahlergebnisse auch wie sie sind. O

Das Schulden keine Rolle spielen mit dem Verweis auf Wahlergebnisse, kann nur seinen Ursprung in den wirren Köpfen
der Linkspartei/SED haben.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen