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Die geteilte Stadt - Hamburgs Süden auf dem Abstellgleis?
geschrieben von bukowski 
Liebe Expertinnen und Experten,

in der Suche habe ich zu o.g. Thema leider keinen übersichtlichen Thread finden können, allenfalls einzelne Kommentare hierzu; zuletzt wurde das Thema im Rahmen Brennender LKW unter den Elbbrücken etwas angeschnitten.

Der LKW-Brand hat die seit Jahrzehnten andauernde schlechte ÖPNV-Integration des Hamburger Südens an das Zentrum, den Westen, den Osten und den Norden der Stadt nochmals schlaglichtartig(!) deutlich gemacht.

Häufig erschöpft sich die Diskussion in dem Resumee, dass das Grundübel in der nur einen schienenmäßigen Elbquerung liegt.
Gleichzeitig sind Busverbindungen über die Elbe vergleichsweise äußert dürftig.
Es gibt nur zwei Metrobuslinien im Süden, die im wahrsten Sinne einen Inselverkehr betreiben.

Die Zeit hat sich nun auch des Themas angenommen: Zeit Artikel (Zahlschranke).
Die Stadt nach Jahrzehnten -immer noch- nur unzureichend, wie es aussieht


Was tun, um die Situation zu verbessern?

Oder gar nichts tun, weil alles gut genug ist?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.10.2022 09:44 von bukowski.
Hab die Überschrift dieses Artikels auch gelesen und fand ihn sehr poetisch. (Und freute mich darüber)

Aber ja, die Elbe - gemeinsam mit der Geschichte Hamburgs - stellt(e) ein unfassbar großes Hindernis dar, den Süden anzubinden. Die S-Bahn wurde am Ende ja auch "nur" neben den bestehenden Fernbahngleisen nach Wanne-Eickel gebaut.

Jegliche zusätzliche Querung wird als unzulässiger Parallelverkehr abgetan, wovon wir uns wirklich mal verabschieden sollten. Eine Busanbindung nach Harburg ist nicht leistungsfähig genug, es braucht eine weitere Schienenquerung und wenn wir mutig sind, machen wir das bei Altona. Die U4 ist natürlich auch wichtig, erfüllt aber eine andere Funktion und wird am Ende größtenteils nur Buslinien ersetzen. Innerhalb Harburgs könnte man mal über eine Straßenbahn nachdenken - natürlich parallel zu den Gedanken, die man sich zu einer weiteren Elbquerung macht. :)
Ein tolles Thema, ein herzliches Danke für diese Idee!

Um alles richtig zu erfassen, müssen wir um 85 Jahre zurückgehen. Denn erst 1937 kam Harburg, wie etliche andere Stadtteile auch, durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg. Und keineswegs zur Freude aller, ähnlich übrigens wie bei Altona.

Und ich würde behaupten, dass Harburg seit jeher das ungeliebte Stiefkind der Herren im Hamburger Rathaus war. Es gab Ansätze, die sogenannte Falkplan-Grenze vergessen zu machen. Doch in der Regel blieb es bei Ansätzen. Vorbei die Zeiten, wo man in weiser aber nicht weiter gedachter Weise beim Brückenbau über die Norderelbe die Hochbahn gleich mit eingeplant hette. Vorbei die Zeiten, wo noch neben der Dampf-S-Bahn nach Neugraben, die vier Straßenbahnlinien 11, 12, 13 und 14 auf eigener Trasse und mit eigenem Tunnel im 5-Minuten-Takt nach Harburg bzw. Veddel rauschten.

Die Straßenbahnen waren zu fast jeder Tageszeit überfüllt und trotzdem geliebt, weil sie die langen Fußwege zu den Bahnhöfen Harburg, Wilhelmsburg und Veddel entbehrlich machten. Die Straßenbahntrasse nebst Tunnel gibt es übrigens noch und wird von einer wenig genutzten Buslinie befahren.

Nichts macht die Dummheit und Verbohrtheit der Hamburger Politik deutlicher, als erstens die beharrliche Weigerung über einen Schienenverkehrs-Elbtunnel – natürlich über Altona! (danke Olifant) – überhaupt nachzudenken und zweitens, mit einem Großkotzhochaus unmittelbar neben den Bahngleisen die eine vorhandene Bahnverbindung auch noch zu gefährden.
Moin.
Danke fürs aufwerfen dieser Frage, die ich spätestens seit dem Brand unter der S-Bahn Elbbrücken sehr spannend finde.
Wenn man bedenkt, dass auf den Elbinseln Veddel und Wilhelmsburg die große Capacity LE im großen Stile eingesetzt werden, wäre eine Straßenbahn eine sehr spannende Idee. Für genaue Trassenvorschläge kenne ich mich dort nicht genug aus, aber zusammen mit der U4 aus der Hafencity wäre das schon sehr spannend. Diese Straßenbahn sollte dann auch einen Anschluss nach Harburg herstellen.
Zusätzlich finde auch die Idee eines S-Bahn Elbtunnels höhe Altona sehr spannend. Mögliche Ziele auf der Südseite wären Stade/Buxtehude oder Bremervörde sowie Airbus. Eine Anbindung von Airbus wäre sowohl für Beschäftigte von nördlich und südlich der Elbe spannend. Auch den Hafen als Arbeitgeber kann man damit besser an den ÖPNV anbinden. Eine Feinverteilung kann dann via Bus oder Shuttle (selbstfahrend?) erfolgen.
Zusätzlich finde ich die Idee einer S-Bahn Richtung Buchholz und Winsen sehr spannend. Unabhängig vom Verlauf des Bahnprojekts HH-H kann damit die Kapazität erhöht werden und mehr Menschen ein schneller Zugang Richtung Hamburg geschaffen werden. Beide Strecken würde ich seperat von den bisherigen Strecken bauen, um die Siedlungen besser zu erschließen und zu große Schienenkorridore zu verhindern.

Letztgenannten Projekte dienen Mal als Denkanstoß, Prio sollte auf jeden Fall ein umfassendes Gesamtkonzept zur Anbindung Harburgs (alle Hamburger Stadteile südlicher der Norderelbe) haben.
Gruß
Ohne nun den Zeit-Artikel gelesen zu haben, habe ich es auch über die Jahre nicht verstanden, wie wenig vehement sich der Bezirk und die dortigen Poltiker dagegen aufgestellt haben. Egal wer denn nun politisch am Ruder gewesen ist. Selbst zusätzliche Straßenbrücken östlich der Elbe zu bauen war nie ein Thema (ich kann mich jedenfalls nicht erinnern).
Und die Planung die GÜB über Billwerder, nach Ochsenwerder und über die Elbe Richtung Rönneburg zu führen, ist mit der deutschen Teilung nicht wieder aufgenommen worden. Heute blockieren Naturschutzgebiete jedwede Planungsansätze. Die ursprüngliche Planung einer westlichen Elbquerung per kombinierter Bahn/Straßenbrücke mündete in den bekannten Autobahntunnel. Schon zu meinen Bundeswehrzeiten in den 80ern wurde es als strategisch schwierig betrachtet, dass es nur so wenige Elbquerungen gab, andererseits wurde so eine natürliche Barriere gegen rot aufrechterhalten...
Zitat
NVB
Ein tolles Thema, ein herzliches Danke für diese Idee!

Um alles richtig zu erfassen, müssen wir um 85 Jahre zurückgehen. Denn erst 1937 kam Harburg, wie etliche andere Stadtteile auch, durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg. Und keineswegs zur Freude aller, ähnlich übrigens wie bei Altona.

Und ich würde behaupten, dass Harburg seit jeher das ungeliebte Stiefkind der Herren im Hamburger Rathaus war. Es gab Ansätze, die sogenannte Falkplan-Grenze vergessen zu machen. Doch in der Regel blieb es bei Ansätzen. Vorbei die Zeiten, wo man in weiser aber nicht weiter gedachter Weise beim Brückenbau über die Norderelbe die Hochbahn gleich mit eingeplant hette. Vorbei die Zeiten, wo noch neben der Dampf-S-Bahn nach Neugraben, die vier Straßenbahnlinien 11, 12, 13 und 14 auf eigener Trasse und mit eigenem Tunnel im 5-Minuten-Takt nach Harburg bzw. Veddel rauschten.

Die Straßenbahnen waren zu fast jeder Tageszeit überfüllt und trotzdem geliebt, weil sie die langen Fußwege zu den Bahnhöfen Harburg, Wilhelmsburg und Veddel entbehrlich machten. Die Straßenbahntrasse nebst Tunnel gibt es übrigens noch und wird von einer wenig genutzten Buslinie befahren.

Nichts macht die Dummheit und Verbohrtheit der Hamburger Politik deutlicher, als erstens die beharrliche Weigerung über einen Schienenverkehrs-Elbtunnel – natürlich über Altona! (danke Olifant) – überhaupt nachzudenken und zweitens, mit einem Großkotzhochaus unmittelbar neben den Bahngleisen die eine vorhandene Bahnverbindung auch noch zu gefährden.

Mit der Straßenbahn nach Harburg war der größte Mist. Ständig Verspätungen, volle Bahnen und dann wie lange man unterwegs war, mal ganz abgesehen davon, das man an der Kreuzung Buxtehuder Straße/Schloßmühlendamm sehr lange vor den Schranken gestanden hatte. Der Nahverkehrszug, war schon viel angenehmer gewesen, aber die Takte total unregelmäßig. Entweder mit halt in Veddel und Wilhelmsburg, oder als Direktfahrt. Kenne auch noch die Zeit, als die Fernbahngleise von zwei auf vier Gleise verdoppelt wurden.

Mit der richtigen S-Bahn war das schon ein Segen gewesen und Harburg Rathaus mit den neuen Ring und Heimfeld mit Neugraben, war schon sehr angenehm gewesen.

Wenn ich das richtig gelesen hatte, gab es einen Beitrag von dem NDR vor kurzer Zeit, das man bei den Ferngleisen von nun vier auf sechs Gleise erhöhen möchte. Dann, das drei Varianten mit der U4 nach Wilehlmsburg geprüft werden, mit der Vorraussetzung, das ein Weiterbau ohne Probleme möglich sein soll. Nach Wilhelmsburg wird aber noch zig Jahre dauern.
Weiter hat der Bund eine Machbarkeitsstudie bei der TU Harburg im Auftrag gegeben, für eine Schienenverbindung neben dem Elbtunnel. Hier sieht man aber schwarz, da die Kosten in die Mrd. gehen werden und man auf der Strecke kein Einzugsgebiet hätte. Der Hafen selbst ist bei dem wenigen Personal ein Witz und sonst soll sich nicht lohnen.

Zudem fährt zu den Außenästen auch sonst nur eine Schnellbahn, die U4 wäre rein ein Paralellbetrieb, der nur der S3 Fahrgäste abnehmen würde, aber keine neuen Gebiete erchließt.
So, deren Aussage.

Abgeneigt soll man von einer weiteren Verbindung nicht sein, aber die Kosten, oder eine Förderung, wäre hier unscheinbar um weiter nach Harburg bauen zu können.

Es sollen durch die Umstellung der Technik und einigen Weichen, mehr Einheiten auf der Strecke verkehren können und somit auch mehr Langzüge, was fast das doppelte an Kapazität bringen soll. Und eben, das der Betrieb stabiler laufen wird. Glauben kann man es wohl nicht, aber wenn doch, ist das doch positiv.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.10.2022 20:13 von Thomas S..
Zitat
Thomas S.
........ die U4 wäre rein ein Paralellbetrieb, der nur der S3 Fahrgäste abnehmen würde, aber keine neuen Gebiete erchließt.
So, deren Aussage.

Ja, es würde ein Parallelbetrieb und ja, der würde der S3/S31 Fahrgäste abnehmen und doch 10.000de bekämen fußläufig! erreichbare Bahnhöfe.
Allerdings ist beides sinnvoll und notwendig!
Denn
- die S3 und S31 sind Richtung HH-Innenstadt spätestens ab Harburg seeehr voll, zusteigen in Wilhelmsburg und Veddel damit teils schwierig.
- die 13er-Buslinie fährt ca. 12 Stunden täglich mit Capacity LE im 5 Min.-Takt zu den Bahnhöfen, weil die Bahnhöfe für über 80% (persönliche Schätzung) der Menschen nicht
fußläufig erreichbar sind.
- lt. Fahrgastzählung von 2017 war die Bushaltestelle Veddel (Ballinstadt), mit über 7100 Zusteigern, die Haltestelle mit den mit Abstand meisten Zusteigern im ganzen HVV.
- in Wilhelmsburg werden in den nächsten Jahren, entlang der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße, 3 neue Wohnquartiere ( Spreehafenviertel, Elbinselquartier, Rathausviertel) mit 4800 Wohneinheiten für über 9.000 Menschen gebaut.
- der Hauptbahnhof würde täglich um viele tausend Umsteiger entlastet, die entweder bereits Jungfernstieg oder erst Berliner Tor umsteigen.
Ich hoffe einfach, dass solche Artikel wie hier endlich die Politik zum Aufwachen bewegt. Aber in Hamburg scheint vieles so piefig und provinziell und schietegal, gerade was den Süden angeht, dass wohl nur mit kleinklein Abhilfe suggeriert werden soll. Würd gerne optimistischer sein, aber die Vergangenheit hat mich pessimistisch werden lassen...
Zitat
CityBahn GT8N
Wenn man bedenkt, dass auf den Elbinseln Veddel und Wilhelmsburg die große Capacity LE im großen Stile eingesetzt werden, wäre eine Straßenbahn eine sehr spannende Idee. Für genaue Trassenvorschläge kenne ich mich dort nicht genug aus, aber zusammen mit der U4 aus der Hafencity wäre das schon sehr spannend. Diese Straßenbahn sollte dann auch einen Anschluss nach Harburg herstellen.
Oh nein, bitte keinesfalls eine Straßenbahn auf den Elbinseln. Nicht, dass ich mich dagegen verwehren würde, aber wenn ich die Planung richtig verstehe, sollte das die U4 übernehmen und das wird sie auch. Hoffentlich. Irgendwann.

Die Straßenbahn stelle ich mir gut in Harburg selbst vor. Zwischen Bf. Harburg, Moorstraße, Harburger Ring, S Harburg Rathaus fahren.. 17 Buslinien? Hab ich mich verzählt? So viel sind es nirgendwo sonst in Hamburg. Und abgesehen davon, dass das natürlich auch eine sinnvolle Routenführung ist, wenn du ein Bussystem aufbauen willst in einem Stadteil, das ansonsten keinerlei bequeme Anbindung hat (die ausladende S-Bahn ist, nunja, ausladend), werden diese Buslinien auch sehr gut benutzt. (nach meiner Beobachtung, ich hab keine Zahlen)

Hier ließe sich daher problemlos ein kleines Straßenbahninselnetz aufbauen, weil Harburg einfach eine verdammte Insel ist - historisch und geografisch. Es braucht eine gute Verbindung in die Hamburger Innenstadt (am besten über zwei geografisch getrennte Linien) mit viel Kapazität (Ausbau der S-Bahn-Strecke für mehr Langzüge etc.). Aber zwanghaft zu versuchen, Harburg irgendwie in Hamburg zu integrieren wird scheitern. Menschen, die in Harburg aufgewachsen, müssen Harburg nicht zwingend verlassen - da ist doch alles. Man darf denen ein eigenes ÖPNV-System geben und sie gehören dennoch zu Hamburg.
Man könnte die Strecke Harbug Rathaus - Bf. Harburg als Stammstrecke sehen und von dort aus teilen sich die einzelnen Äste dann auf, nach Marmstorf, Eißendorf, Heimfeld, Sinstorf und gerne auch ein Anschluss nach Wilhelmsburg an die U4. Jede Linie fährt im 10-20 Minuten Takt, auf der Stammstrecke bildet sich ein sehr verdichteter Takt und durch die Straßenbahn hast du auch viel mehr Kapazität als derzeit mit den Bussen.

Die S-Bahn ist kein Teufelszeug für eine Anbindung zwischen zwei weit entfernten Stadteilen, das Ruhrgebiet hat ganz gute Erfahrungen sammeln können, denke ich. Nur ein Single Point of Failure, der die Elbbrücken sind, ist ein Problem.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.10.2022 04:07 von Olifant.
Zitat
oskar92

Ja, es würde ein Parallelbetrieb und ja, der würde der S3/S31 Fahrgäste abnehmen und doch 10.000de bekämen fußläufig! erreichbare Bahnhöfe.
Allerdings ist beides sinnvoll und notwendig!
Denn
- die S3 und S31 sind Richtung HH-Innenstadt spätestens ab Harburg seeehr voll, zusteigen in Wilhelmsburg und Veddel damit teils schwierig.
- die 13er-Buslinie fährt ca. 12 Stunden täglich mit Capacity LE im 5 Min.-Takt zu den Bahnhöfen, weil die Bahnhöfe für über 80% (persönliche Schätzung) der Menschen nicht
fußläufig erreichbar sind.
- lt. Fahrgastzählung von 2017 war die Bushaltestelle Veddel (Ballinstadt), mit über 7100 Zusteigern, die Haltestelle mit den mit Abstand meisten Zusteigern im ganzen HVV.
- in Wilhelmsburg werden in den nächsten Jahren, entlang der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße, 3 neue Wohnquartiere ( Spreehafenviertel, Elbinselquartier, Rathausviertel) mit 4800 Wohneinheiten für über 9.000 Menschen gebaut.
- der Hauptbahnhof würde täglich um viele tausend Umsteiger entlastet, die entweder bereits Jungfernstieg oder erst Berliner Tor umsteigen.

Es ist ja schon angedeutet worden, das Hamburg im Jahr 1937 80% mehr Fläche hatte. Jetzt jammert man seit Jahren darüber, das Lurup und Steilshoop keinen Schnellbahnanschluss bekommen hatte, ohne auch nur daran einen Gedanken zu verlieren, das nach dem Krieg sich einiges in Hamburg verändert hatte.
Würde man weiterhin die Straßenbahn, die damals schon mit der Kapazität auf einigen Linien komplett überfordert und nicht dahin gefahren ist, wo man hätte gebraucht, würde man jetzt noch weniger an Schnellbahnen in Hamburg haben. Es war damals erst einmal ein Grundnetz und für die kleine Stadt, völlig ausreichend gewesen.
Wenn man Straßenbahnstrecken einfach nur verlängert hätte, wäre das Problem damit nicht gelöst gewesen. In den 80er Jahren wurden glaube ich noch Leistungen zurückgefahren, da viele aus Hamburg weggezogen waren und die Arbeitslosigkeit bei über 10% lag.
Und auch Hamburg musste Geld für die Harburger Strecke abdrücken.

Wenn die U4 bis zu den neuen Wohnvierteln führt, dann hat man dort und um dem Stübenplatz schon einiges an Fahrgästen für Veddel entschärft. Aber natürlich bringt es bei den Zahlen von Fahrgästen nichts, das wenn die S-Bahn ausfällt, man keine Alternative hat. Das habe ich aber auch in Bergedorf, Poppenbüttel oder Norderstedt nicht. Schon allein durch die Entfernung und das zwei Brücken komplett neu gebaut werden müssten, kann das nicht rein als Ersatz gebaut werden, weil die S-Bahn mal drei Stunden ausfällt. Auch von Altona nach Neuwiedenthal/Neugraben, bringt es dann den Harburgern sehr wenig. Und Altona wird durch Diebsteich, nicht mehr "das" Ziel sein.
Die Kosten und das dazwischen kaum etwas ist, was eine Haltestelle rechtfertigen würde, wird Hamburg selbst auch nicht stemmen können.

Sicher ist aber auch, wenn sich die Kapazität und die Stabilität erhöhen wird, sitzt Neugraben bis Veddel weiterhin alleine da. In der Vergangenheit wird man so etwas wie die U4 auf der Strecke gar nicht gebaut haben können, da das alles mal Zollbereich war.

Solch eine Umsetzung muss man auch mal anders sehen. Hamburg soll eine zweite Verbindung nach Harburg bauen. Wichtig sind aber auch noch andere Projekte, da die Stadt auch so schon ein ÖPNV Problem hat und wo soll das Geld dann dafür herkommen?
Zitat
Thomas S.
Das habe ich aber auch in Bergedorf, Poppenbüttel oder Norderstedt nicht.

Norderstedt ist nun doch deutlich weiter von der Innenstadt entfernt als Harburg. Und ansonsten gibt es zwischen den einzelnen Schnellbahnästen deutlich mehr Verbindungen als zu der nach Harburg:

Zwischen S2/S21 und U2/U4 verkehren 119, 130, 230, 530, 432, X32, 12, 29 und noch ein paar andere Linien.

Zwischen U2/U4 und U1-Ost verkehren 23, 213, 160, 260, 116, 25, 27

Zwischen U1-Ost und S1 verkehren 118, 26, 27, 24, 174 ...

Zwischen S1 und U1-West verkehren 24, ...

Zwischen U1-West und U2-West verkehren 24, ...

Zwischen U2-West und S3/S21 verkehren 21, 22, 392, ...

Zwischen S3/S21 und S1 verkehren 21, 22, 186, 392, ...

Von der S3/S31 zur S1-West verkehrt hingegen nur die 250 und zur S21 nur die X30 - Beides Linien, die mit Solobussen im 20-Minutentakt oder seltener fahren und wovon eine Linie erst seit ein paar Jahren existiert.

Freundliche Grüße

Roman – Der Hanseat
Zitat
Der Hanseat
Zitat
Thomas S.
Das habe ich aber auch in Bergedorf, Poppenbüttel oder Norderstedt nicht.

Norderstedt ist nun doch deutlich weiter von der Innenstadt entfernt als Harburg. Und ansonsten gibt es zwischen den einzelnen Schnellbahnästen deutlich mehr Verbindungen als zu der nach Harburg:

Zwischen S2/S21 und U2/U4 verkehren 119, 130, 230, 530, 432, X32, 12, 29 und noch ein paar andere Linien.

Zwischen U2/U4 und U1-Ost verkehren 23, 213, 160, 260, 116, 25, 27

Zwischen U1-Ost und S1 verkehren 118, 26, 27, 24, 174 ...

Zwischen S1 und U1-West verkehren 24, ...

Zwischen U1-West und U2-West verkehren 24, ...

Zwischen U2-West und S3/S21 verkehren 21, 22, 392, ...

Zwischen S3/S21 und S1 verkehren 21, 22, 186, 392, ...

Von der S3/S31 zur S1-West verkehrt hingegen nur die 250 und zur S21 nur die X30 - Beides Linien, die mit Solobussen im 20-Minutentakt oder seltener fahren und wovon eine Linie erst seit ein paar Jahren existiert.


Neugraben wäre von der Fahrt aber nicht wesentlich länger oder kürzer von der Zeit her als Norderstedt.
Auch diese Ausweichbuslinien, wären dann völlig überfordert und würde man so nicht für Wochen so stehen lassen.
Da bringen solche unlustigen Ersatzverkehre noch weniger, als was man bei der S-Bahn dann versucht so schnell wie möglich einen SEV auf die Reihe zu bekommen.
Es gibt somit aus den Bezirken selbst, keine Ersatzschnellbahn, wie man schon selbst in der Auflistung aufzeigt. Hier verlangt man aber über Harburg und Wilhelmsburg eine Parallelstrecke. Du hast doch beim letzten Mal selber bemerkt, das man selbst für Berlin so etwas nicht aufrechnen konnte, da hier auch andere Gebiete bedient werden.
Wer würde denn sonst mit der U4 von Harburg erst Umwege fahren wollen, wenn die S-Bahnen direkt und schneller am Hauptbahnhof sind? Das müsste also schon passen für denjenigen. Für Harburger bleibt dann sogar noch die Entscheidung, ob man obenrum, oder über Landungsbrücken fahren möchte.

Und wenn Du solche Lösungen schon anbietest, dann kann man auch von Harburg aus mit der Linie 154 bis Berliner Tor fahren, oder von Wilhelmsburg, oder Veddel mit der Linie 155 zu den Elbbrücken.

Mal so gefragt, wie wären hier für eine zweite Verbindung die Kosten und was würde der Bund übernehmen?
Der guten Ordnung halber sollte man aber nicht nur S-Bahn sowie 150/250 als Nord-/Süd-Verbindung aufführen, sondern auch die Hadag.
Zitat
STH
Der guten Ordnung halber sollte man aber nicht nur S-Bahn sowie 150/250 als Nord-/Süd-Verbindung aufführen, sondern auch die Hadag.

Die Hadag ist für Fahrgäste außerhalb von Finkenwerder keine wirkliche Alternative. Die 146 fährt Finkenwerder (Fähre) nicht an, die 251 fährt nur im 60min Takt. Was helfen könnte, wäre den X40 ganztägig bis Finkenwerder (Fähre) verkehren zu lassen oder einen X50 von Neugraben nach Altona einzuführen. Die 61 verfügt über keine gute Anbindung an das Busnetzt, hier müsste eine Verlängerung über Moorburg nach Harburg erfolgen, allerdings wären die Fahrzeiten dann sehr lang.


Das Argument mit dem Parallelbetrieb kann ich kaum nachvollziehen, so gesehen wird die S6 auch Fahrgäste von der S3 und S1 abziehen, das ist ja auch der Sinn der Sache. Besonders das Reiherstiegviertel ist U-Bahn würdig, also sollte man zumindest bis zum Stübenplatz die U4 verlängern. Das Problem dürfte hier vor allem der Teil danach werden, denn die nächsten erschließungswürdigen Punkte wären Kirchdorf Süd und der Harburger Binnenhafen, dafür muss aber jeweils 1x die S3 gekreuzt werden. Zwischen Reiherstiegviertel und Binnenhafen liegen überwiegend Gewerbe und Induestrie, die eine U-Bahn nicht rechtfertigen. Südlich von Harburg Rathaus könnte man die U4 noch bis Eißendorf oder Marmstorf verlängern.
Zitat
NWT47
Das Argument mit dem Parallelbetrieb kann ich kaum nachvollziehen, so gesehen wird die S6 auch Fahrgäste von der S3 und S1 abziehen, das ist ja auch der Sinn der Sache. Besonders das Reiherstiegviertel ist U-Bahn würdig, also sollte man zumindest bis zum Stübenplatz die U4 verlängern. Das Problem dürfte hier vor allem der Teil danach werden, denn die nächsten erschließungswürdigen Punkte wären Kirchdorf Süd und der Harburger Binnenhafen, dafür muss aber jeweils 1x die S3 gekreuzt werden. Zwischen Reiherstiegviertel und Binnenhafen liegen überwiegend Gewerbe und Induestrie, die eine U-Bahn nicht rechtfertigen. Südlich von Harburg Rathaus könnte man die U4 noch bis Eißendorf oder Marmstorf verlängern.

Die S6 soll keine abziehen, sondern die Strecke dann ja verstärken, damit man eben mehr Kapazitäten hat. Kommt die S6 nicht für die S32 und soll irgendwann mal nach Osdorf fahren? Bis Wilhelmsburg soll es auch angeblich mit der U4 nicht das Problem sein, aber ein Weiterbau nach Harburg.
Kirchdorf (Süd) hat gerade mal 6.000 Einwohner, da fährt selbst der Capa am Abend nicht mehr hin.
Laut SPD-Abgeordnetem Metin Hakverdi hat man sich bei der SPD für eine Verlängerung der U4 und die Einführung einer 2. Elbquerung mit einer Ringlinie (S33) ausgesprochen.
In wie weit dies umgesetzt wird, wird man sehen. Die Realisierung einer Ringlinie halte ich für kaum umsetzbar, die U4 ist jedoch notwendig.
Zitat
NWT47
die U4 ist jedoch notwendig.

also für den oberirdischen Bereich, wenigstens über die Elbe, dürfte es doch nicht so hohe Hürden geben......wenn man es will.
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