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Barrierefreier ÖPNV in Berlin
geschrieben von der weiße bim 
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VvJ-Ente
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def
An größeren Bahnhöfen braucht es Redundanzen, sprich: zweite Aufzüge, die oft auch eine dringend notwendige Entlastung sind. (Selbst am U-Bahnhof Tierpark, der ja von der Bedeutung her nun wahrlich nicht an den Hauptbahnhof oder den Alex heranreicht, müssen Menschen zuweilen ein, zwei Fahrten am Aufzug abwarten, weil er so gut nachgefragt ist.)
Ich würde vor einem zweiten Aufzug eher Rampen und Fahrtreppen einbauen. Gut an Bahnhöfen wie Jungfernheide oder Messe Nord zu beobachten, wo es nur aufwärts Fahrtreppen gibt: Aufwärts nutzen eigentlich nur Personen den Aufzug, die auf die Nutzung angewiesen sind, während sie abwärts oft warten müssen, bis die Leute, die noch ganz gut laufen können und dementsprechend schneller an der Tür sind, abtransportiert sind.

Das Phänomen gibt es am Tierpark auch, wo es ja auch aufwärts laufende Rolltreppen gibt. Wobei die natürlich zwar durchaus entlastend auf Aufzüge wirken, aber nicht im Störungsfall kein Ersatz sind.

Menschen können übrigens auch auf Fahrtreppen oder Aufzüge angewiesen sein, ohne dass man es ihnen ansieht. Man denke z.B. an Long Covid oder Probleme mit der Hüfte.

Was auch ein Problem ist: wenn der Aufzug den Weg gegenüber Treppen extrem abkürzt. Dann neigen auch viele, die wirklich nicht darauf angewiesen sind, zur Nutzung des Auszugs.
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M48er
Irgendwie mag ich mir nicht vorstellen, dass alle vier Umsteige von der S5 zu Schnellbahnlinien und Straßenbahnen nach Pankow wirklich defekt waren und man wirklich zweieinhalb Stunden brauchte. Man kann ja die S8, die U2, die M1 oder die S2 nutzen. Und es gibt ja auch noch an manchen Bahnhöfen Umfahrungsmöglichkeiten, etwas über andere Bahnsteige (Regio am Ostkreuz, Alex wie von Arnd beschrieben.

Hmm laut Artikel waren für Ostkreuz an jenem Tag - leider gar nicht so abwegig - 3 Aufzüge als defekt gemeldet. Da kann es also schon so gewesen sein, dass er auf dem S-Bahnsteig stadteinwärts "gefangen" war und schlicht keinen der beiden Ringbahnsteige erreichen konnte. Und ja, es gibt die Varianten mit M1 etc., aber hat man die - zumal als Gelegenheitskunde oder unter Zeitdruck - tatsächlich immer auf dem Schirm? Du und ich vielleicht, aber Otto Normalfahrgast...?

Evtl. wäre ja ein erster Schritt, an Knotenbahnhöfen wie Alex oder Ostkreuz mit mehreren Aufzügen neben denselben Monitore zu installieren, auf denen bei Defekten Alternativwege angezeigt würden. Ob die im Wurstkäse aber funktionierten sowie gelesen und richtig verstanden werden könnten, wäre hierzustadt dann natürlich noch die ganz andere Frage.

Ich plädiere ja nun auch schon seit Ewigkeiten dafür, am Alex die Bahnsteige von S-Bahn, U2 und U8 sowie der S-Bahn in Friedrichstraße (hier beide Ebenen), Hauptbahnhof (dort auch der U5), Hermannplatz (U7 und U8) sowie Zoo (S-bahn) jeweils mit einem weiteren Aufzug von/zur Straßenebene auszurüsten, um sowohl Wartezeiten im Normalbetrieb zu reduzieren als auch Redundanzen zu schaffen. Dies wurde von SenMVKU (oder vorige Bezeichnungen) bisher aber stets mit der Begründung abgelehnt, man wolle zuvor sämtliche vorhandenen Bahnhöfe barrierefrei ausbauen - damit verkennt der Aufgabenträger aber m. E. eindeutig die realen Bedarfe...

Viele Grüße
Arnd
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def
Naja, gut, soll man ausprobieren, wo gerade mal zur Abwechslung der Aufzug funktioniert?
Werden eigentlich defekte Aufzüge in der Fahrplanauskunft berücksichtigt, wenn man "barrierefrei" eingestellt hat?

Ja, das geht so. Wähle in der VBB App die Barrierefreiheit mindestens "bedingt barrierefrei" aus. Nehmen wir als Beispiel aktuell den defekten Aufzug in Grünau. Die App weist aufs den Ausfall hin und schlägt eine Alternative vor.

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Das Gegenteil von ausbauen ist ausbauen.
Ein ehemaliger Verkehrssenator aus Karlshorst beklagt gegenüber seiner mittelbaren Amtsnachfolgerin die unzureichende Barrierefreiheit bestimmter S-Bahnhöfe...

Mir ist ebenso wie Herrn G. unverständlich, warum man damals bei DB StuS (oder war das noch die S-Bahn alleine?) entschieden hat, in S Betriebsbahnhof Rummelsburg die offensichtlich nicht bahnfeste Sonderlösung "Schmid People Mover" zu verbauen, statt Standardaufzüge oder evtl. ein Rampenbauwerk zu realisieren. Mir erschließt sich ebenso wenig, warum man das Ding jetzt nach erwiesener Ungeeignetheit nicht durch eine andere Lösung ersetzen lassen kann oder möchte - spielt dabei evtl. die zeitliche Bindungsfrist der "Innovationsförderung" eine Rolle?

Unschön auch, dass die Barrierefreiheit von S Nöldnerplatz noch bis 2030 auf sich warten lassen soll... :-(

Wie sieht es aber derzeit eigentlich auf der Baustelle S Gehrenseestraße ganz real aus?

Viele Grüße
Arnd
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Arnd Hellinger
Mir ist ebenso wie Herrn G. unverständlich, warum man damals bei DB StuS (oder war das noch die S-Bahn alleine?) entschieden hat, in S Betriebsbahnhof Rummelsburg die offensichtlich nicht bahnfeste Sonderlösung "Schmid People Mover" zu verbauen, statt Standardaufzüge oder evtl. ein Rampenbauwerk zu realisieren. Mir erschließt sich ebenso wenig, warum man das Ding jetzt nach erwiesener Ungeeignetheit nicht durch eine andere Lösung ersetzen lassen kann oder möchte - spielt dabei evtl. die zeitliche Bindungsfrist der "Innovationsförderung" eine Rolle?

Das ist die Art und Weise von Vorwürfen, die dazu geführt hat, dass sich Planungszeiten immer weiter hinziehen, niemand sich an pragmatische oder gar neue Lösungen wagt und sich überhaupt 100x absichert. Hinterher kommt nämlich garantiert irgendwer, der mit dem Wissen 15 Jahre später genau weiß, warum das eine schlechte Lösung ist. Woher hätte man denn wissen sollen, ob eine Lösung "bahnfest" ist oder nicht, wenn man sie nie ausprobiert?

Dem Einbau eines klassischen Aufzugs waren halt räumlich enge Grenzen gesetzt - wahrscheinlich hätte es eine ganz große Lösung gebraucht, vielleicht mit einem ganz neuen Bahnsteigzugang. Das Ganze bei einem mäßig wichtigen S-Bahnhof, der überhaupt nur auf einer Seite (und nach ein paar hundert Metern Park) ein nennenswertes Einzugsgebiet hat. Insofern war er doch quasi prädestiniert, eine solche Lösung dort mal auszuprobieren, zumal man auf eine klassischen Lösung wahrscheinlich noch mal ein paar Jahre hätte warten können.

Zitat
Arnd Hellinger
Unschön auch, dass die Barrierefreiheit von S Nöldnerplatz noch bis 2030 auf sich warten lassen soll... :-(

Auch hier wäre Pragmatismus angebracht, z.B. in Form einer Lösung wie beim Provisorium in Schöneweide (am östlichen Bahnsteigende zum Archibaldweg hin, auch wenn dann wahrscheinlich ein Baum und - schlimmer noch - ein paar Parkplätze dran glauben müssten). Aber nachdem Pragmatismus ja nicht erwünscht ist und immer irgendwer laut aufheult, wenn eine einmal gefundene Lösung nicht mindestens 150 Jahre hält, brauchen wir darüber wahrscheinlich nicht zu rechnen. Und so passiert wieder das, was immer passiert: es wird noch mal (mindestens) ein halbes Jahrzehnt geredet, geplant, diskutiert, es werden vor allem tausende Gründe gefunden, warum irgendwas nicht funktioniert oder geht und warum es nun nochmal ein paar Jahre länger dauert.

Einer Lösung kommen wir damit nicht näher, aber immerhin ist niemand an etwas schuld.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.02.2024 18:33 von def.
Ich bin in diesem Fall mal voll und ganz bei def. Die Lösung in Betriebsbahnhof Rummelsburg war damals innovativ und der Standort durchaus sinnvoll gewählt. Alternativ wäre der Bau von zwei Aufzügen und einer neuen Brücke inklusive Treppenanlage notwendig gewesen. Vermutlich hätte der Standort dann bis heute noch keinen Aufzug erhalten. Und ich gehe noch einen Schritt weiter und stelle die Henne-Ei-Frage: Ist die Anlage tatsächlich nicht "bahnfest" oder ist es der Exotenstatus, der zur mangelhaften Anlagenverfügbarkeit führt?

Nöldnerplatz empfinde ich ebenso als Armutszeugnis und meine Idee ist seit Jahren identisch zu der, die def hier formuliert hat: Am östlichen Bahnsteigende wäre ein zweiter Zugang sowieso sinnvoll, so dass dort auch eine provisorische Treppen- und Aufzugsanlage installiert werden könnte. Hier scheitern wir dann aber daran, dass es nur die 50%-Lösung ist und der Zugang vom Kaskelkiez her weiterhin nicht barrierefrei wäre. Am vorhandenen Ausgang müsste nicht nur der Zugangstunnel (tiefer) neu gebaut werden, sondern auch die Zugangstreppe zum Bahnsteig schmaler werden, wenn man dort einen Aufzug installieren möchte.

Dass der Bahnhof Marienfelde nicht im Rahmen der Ausbaumaßnahmen Dresdener Bahn auf einen aktuellen Stand gebracht wird, war schon im Rahmen der Planfeststellung (und vorab) erfolglos moniert worden.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Moin.

Zum barrierefreien Zugang zum S-Bahnhof Kaulsdorf wurde wieder eine parlamentarische Anfrage vom gleichen Abgeordneten nebst Antworten veröffentlicht (die Antworten zu der letzten Anfrage vom 14.4.2023 sind hier zu finden):

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Stefan Ziller (Bündnis 90 / Die Grünen) vom 15.1.2024 und Antwort vom 29.1.2024: Planungsstand der barrierefreien Brücke am S-Bahnhof Kaulsdorf auf die Südseite der Bahnanlagen

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft (zum Teil) Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er ist gleichwohl um eine sachgerechte Antwort bemüht und hat daher die Deutsche Bahn AG (DB) um Stellungnahme gebeten. Sie wird in der Antwort an den entsprechend gekennzeichneten Stellen wiedergegeben.

Frage 1: Wie ist der Planungsstand der barrierefreien Brücke am S-Bahnhof Kaulsdorf auf die Südseite der Bahnanlagen?

Frage 2: Welche Mittel in welcher Höhe stehen dafür zur Verfügung?

Frage 3: Welche Priorität wird dem Vorhaben durch den Senat beigemessen und wie wurde dies der DB kommuniziert?

Antwort zu 1. bis 3.: Die Fragen 1 bis 3 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges gemeinsam beantwortet.

Die Maßnahme ist Bestandteil der Rahmenvereinbarung "Bahnhofsmodernisierungsprogramm Berlin" zwischen der DB und dem Land Berlin. Zu den Projekten der Rahmenvereinbarung finden monatliche Abstimmungen zwischen den Projektbeteiligten statt. Das Projekt wird gemeinsam mit den anderen Maßnahmen aus der Rahmenvereinbarung vorangetrieben. Eine konkrete Priorisierung gegenüber anderen Maßnahmen ist derzeit nicht gegeben.

Die Verlängerung des bestehenden barrierefreien Zugangs auf die Südseite befindet sich derzeit in der Phase der Projektkonsolidierung und Grundlagenermittlung.

Eine Übersicht der für die Umsetzung benötigten Mittel kann erst nach Abschluss der Entwurfsplanung (Lph 3), der bestätigten Bauplanungsunterlage sowie dem abgeschlossenen Finanzierungsvertrag übermittelt werden.

Die DB teilt hierzu Folgendes mit: "Im vergangenen Jahr ist die DB einem Bauprojekt für Kaulsdorf einen großen Schritt nähergekommen. Es liegen u.a. Abstimmungen mit wichtigen Akteuren für das Bauprojekt vor, darunter mit dem Investor am Wilhelmsmühlenweg. Darüber hinaus wurde das Projekt mit anderen parallel laufenden Bauprojekten der DB koordiniert."

Frage 4: Liegt eine Entwurfsplanung vor und wurden bereits notwendige Sperrpausen angemeldet?

Antwort zu 4.: Nein.

Die DB teilt hierzu Folgendes mit: "Zum aktuell frühen Zeitpunkt des Projekts kann derzeit noch keine verlässliche Auskunft über eine Entwurfsplanung und potenzielle Sperrpausen gegeben werden."

Frage 5: Wann ist frühestens mit der Realisierung des Vorhabens zu rechnen?

Antwort zu 5.: Die DB teilt hierzu Folgendes mit: "Das Bauprojekt am S-Bahnhof Kaulsdorf wird derzeit an wichtigen Stellen vorangetrieben. Die Vorbereitungen laufen unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen nach Plan. Dennoch ist mit Beginn der Umsetzung des Südzugangs am S-Bahnhof Kaulsdorf erst zu Beginn der 2030er-Jahre zu rechnen."

Frage 6: Welche Stellen sind in das Vorhaben involviert? Welche Zuständigkeiten hat das Land Berlin, welche die Deutsche Bahn?

Antwort zu 6.: Sowohl die DB InfraGO AG als auch das Land Berlin sind in das Vorhaben involviert. Die Maßnahme ist zwischen DB und Land in der Rahmenvereinbarung "Bahnhofsmodernisierungsprogramm Berlin" aufgenommen und abgestimmt. Das Land übernimmt die Finanzierung. Die DB InfraGO AG agiert als Vorhabenträgerin.

Frage 7: Welchen aktuellen Stand haben die Planungen des Eigentümers auf dem benachbarten Grundstück Wilhelmsmühlenweg 3?

Antwort zu 7.: Nach hiesigem Kenntnisstand soll das Vorhaben in diesem Jahr begonnen werden.

Frage 8: Liegen aktuelle Einschätzungen vor, welche Auswirkungen die südliche barrierefreie Erschließung am S-Bahnhof Kaulsdorf auf das Vorhaben des Eigentümers haben wird?

Antwort zu 8.: Die DB als Vorhabenträgerin steht im Austausch mit dem Investor. Zum derzeitigen Zeitpunkt können keine verlässlichen Informationen zu den Auswirkungen auf das Vorhaben des Eigentümers gegeben werden.
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Gruß, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Welche Aufzüge werden denn voraussichtlich 2024 fertig? Und gibt es eigentlich inzwischen Pläne für U Deutsche Oper?
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