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rbb-Berlintrend zum Thema Nahverkehr
geschrieben von schallundrausch 
RBB und Morgenpost haben die Meinungsforscher von Infratest Dimap beauftragt, die Berliner nach ihren Vorstellungen zum Thema Nahverkehr zu befragen. Die Antworten sind sehr interessant und aufschlussreich.

58% sind mit dem Nahverkehr in der Stadt zufrieden, 36% sind unzufrieden. Das wurde im RBB als positiv verkauft, ich finde das sehr zweifelhaft. Geht es doch hier nicht um die Wahl zwischen zwei Optionen, wo das tatsächlich ein komfortabler Abstand wäre. Bei einem Nahverkehrssystem außerhalb der Krise würde ich schon eine Zufriedenheit deutlich nördlich der 80% erwarten. Ich kenne leider keine Vergleichszahlen aus Wien und Zürich, das wäre mal spannend.

Insbesondere vor dem Hintergrund unsere Diskussion über die BER-U7 ist die nächste Zahl beachtenswert: 66% der Bevölkerung befürworten einen weitern Ausbau der U-Bahn. ich gehöre zwar zu der Fraktion, die lieber viele kleine, wirksame Projekte realisiert sehen würde als den einen Prestigebau, aber auch ich erkenne an, dass es hier anscheinend einen überparteilichen Konsens gibt. In der Politik muss die vernünftigste Alternative nicht immer die beste sein. Und wenn alle dafür sind, sich der Kosten und der Risiken bewusst sind, mein Gott, dann sollten wir vielleicht einfach mal den MVlern den Anschluss gönnen...

Bei der Straßenbahn und beim Bus wird es spannend, da wurde nämlich nach der generellen Bevorrechtigung gefragt - auch, wenn diese den MIV einschränkt. Das befürworten immerhin 57%, nur 39% sind dagegen. Interessant ist der politische Bruch, der hier durch Berlin geht, denn unter den Gegnern sind überwiegend Anhänger von AfD, FDP und CDU vertreten, während die Befürworter mehrheitlich hinter der Regierungskoalition stehen.

Richtig spannend fand ich aber folgende Aufstellung - auf die Frage, mit welchem Verkehrsmittel sie hauptsächlich unterwegs sind, gaben 13% der Befragten das Fahrrad (saisonaler Rückgang gegenüber dem Sommer) aber nur noch 29% das Auto und 57% die Öffis an. Wohlgemerkt, das sind keine statistischen Auswertungen von Wegen sondern 'gefühlte' Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Trotzdem finde ich dem Rückgang von drei Prozentpunkten MIV gegenüber der letzten Befragung beachtlich. Eine Seitennote: die Anhänger der AfD sind die einzige Gruppe, in der die Teilgruppe der Autofahrer in der Mehrzahl sind, bei allen anderen Parteien ist die Öffinutzer-Gruppe größer.

Hier der Bericht im RBB, nebst einem Interview mit Jens Wieseke:
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/11/berlintrend-november-20181.html
sowie der entsprechende Artikel in der Morgenpost:
https://www.morgenpost.de/incoming/article215862857/Berliner-wollen-neue-U-Bahnlinien.html



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.11.2018 20:54 von schallundrausch.
Ich halte 58 Prozent auch nicht für zufriedenstellend, allerdings dann doch für deutlich mehr, als ich nach dem oft vorgetragenden Unmut im Alltag erwartet hätte.
Was sehr interessant wäre, die Studie aber schon wegen der geringen Fallzahl vermutlich nicht hergibt, wäre der Unterschied zwischen Innenstadt- und Außenbezirken. Wahrscheinlich aber sind die Unterschiede ähnlich wie entlang der politischen Spektren.

Allerdings sind auf den ersten Blick die Gegensätze nicht so fundamental, wie oft kolportiert. 36 Prozent der Autofahrer, die Busspuren und Straßenbahnen auf Kosten des MIV gut finden, ist so schlecht nicht! Dass Autofahrer U-Bahnen besser finden, liegt in der Natur der Sache. Allerdings differenzieren die Meisten natürlich kaum. Eine (unterirdische) S-Bahn ist ja eigentlich auch eine U-Bahn und Straßenbahnen müssen nicht nur auf der Straße fahren.
Zitat
schallundrausch

Insbesondere vor dem Hintergrund unsere Diskussion über die BER-U7 ist die nächste Zahl beachtenswert: 66% der Bevölkerung befürworten einen weitern Ausbau der U-Bahn. ich gehöre zwar zu der Fraktion, die lieber viele kleine, wirksame Projekte realisiert sehen würde als den einen Prestigebau, aber auch ich erkenne an, dass es hier anscheinend einen überparteilichen Konsens gibt. In der Politik muss die vernünftigste Alternative nicht immer die beste sein. Und wenn alle dafür sind, sich der Kosten und der Risiken bewusst sind, mein Gott, dann sollten wir vielleicht einfach mal den MVlern den Anschluss gönnen...

Es gibt aber noch so etwas wie eine Schuldenbremse, und wenn für den U-Bahnbau andere staatliche Leistungen zurückgefahren werden müssen, dürfte es mit der Befürwortung schon etwas anders aussehen. Ebenso sehr gibt es Kosten-Nutzen-Untersuchungen, die sich nicht unbedingt nach den Ergebnissen von Umfragen richten. Ganz zu schweigen von immer mehr Gerichtsurteilen, die eine schnelle Reduktion von Luftschadstoffen fordern. Und dafür sind U-Bahnprojekte für die Zeit der 2030er Jahre ff nicht unbedingt hilfreich. Nicht zuletzt scheint mir die U-Bahn-Euphporie nur soweit zu reichen, wie die eigene Bushaltestelle erhalten bleibt und der Bus weiter so oft fährt wie bisher (am besten noch öfter) - und natürlich bitte schön auch keine Baustellen für U-Bahnstrecken vor der eigenen Haustür ... so haben wir nicht gewettet ;-) ...

Es soll halt irgendwer anderes den U-Bahnbau bezahlen, und er soll minimalinvasiv sein, und wenn schon Baustellen, dann weit weg .... Ach, und kosten soll der ÖPNV auch besser nichts, den Autoverkehr stören schon gar nicht. U-Bahnstrecken und Nulltarif, Weiterschlafen und Freibier für alle ... !!
@Bovist: Mal ganz (vielleicht zu simpel) betrachtet: Die BRD ist ein Land. Die BRD hat Geld, wir geben zig Milliarden für irgendwelche Projekte aus. Die will ich an der Stelle aber nicht bewerten, nicht dass das jetzt hier wieder in unendlichen Diskussionen endet. Worauf ich hinaus will: Wenn wir doch im Land finanziell gut aufgestellt sind und das Geld haben, warum hilft man dann nicht damit auch Regionen im Land, die etwas schwächer aufgestellt sind? Man kann Gesetze auch ändern. Es sollte diese Diskussionen um entweder/oder gar nicht geben, die Kohle in Deutschland ist vorhanden und wenn man einen attraktiven ÖPNV schaffen will, muss man eben investieren und nicht 20 Jahre um ein paar Kilometer U-Bahn diskutieren.
Die Kopfsteinpflasterstraße vor meiner Haustür stelle ich sofort für eine gleichzeitige, kombinierte U-Bahn-und-Straßenbahn-Langzeit-Großbaustelle zur Verfügung <3
Zitat
PassusDuriusculus
Die Kopfsteinpflasterstraße vor meiner Haustür stelle ich sofort für eine gleichzeitige, kombinierte U-Bahn-und-Straßenbahn-Langzeit-Großbaustelle zur Verfügung <3

Ich auch. Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns in 10 Jahren mächtig auf die Füße fallen wird, wenn wir hier mit stetig steigender Einwohnerzahl und neuen Wohngebieten kein attraktives Schnellbahnsystem aufbauen. Wenn wir hier in Deutschland so um Sorge über Stickstoffoxidwerte etc. sind, müssen wir den ÖPNV eben auch landesweit fördern und nicht nur "jeder für sich" nach finanziellem Ermessen. Das ist eine ganzheitliche nationale Aufgabe und mE optimalerweise keine Ländersache. Man muss nur nach Wien schauen um zu sehen, wie es richtig gemacht wird. Hier wird nach wie vor an der falschen Stelle gespart und das Geld künftig ggf. für Strafzahlungen wegen Überschreitung der Grenzwerte unnötig ausgegeben.
Unser U-Bahnnetz ist in der Innenstadt seit Vorkriegszeiten auf 4 Millionen Einwohner ausgelegt. Nach dem Krieg wurde noch kräftig ausgebaut (U9) und die S-Bahn wird auch nicht mehr boykottiert. Es mangelt gewiss nicht an Schnellbahnstrecken, es mangelt in vielen Bereichen an einem leistungsfähigen Oberflächenverkehrsmittel...

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Unser U-Bahnnetz ist in der Innenstadt

Ja eben, in der Innenstadt. Künftig wird es schnelle Verbindungen vom Stadtrand in die Innenstadt benötigen. Man sieht diese Entwicklung auch in vielen anderen Städten auf der Welt.
Zitat
Railroader
Zitat
PassusDuriusculus
Die Kopfsteinpflasterstraße vor meiner Haustür stelle ich sofort für eine gleichzeitige, kombinierte U-Bahn-und-Straßenbahn-Langzeit-Großbaustelle zur Verfügung <3

Ich auch. Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns in 10 Jahren mächtig auf die Füße fallen wird, wenn wir hier mit stetig steigender Einwohnerzahl und neuen Wohngebieten kein attraktives Schnellbahnsystem aufbauen. Wenn wir hier in Deutschland so um Sorge über Stickstoffoxidwerte etc. sind, müssen wir den ÖPNV eben auch landesweit fördern und nicht nur "jeder für sich" nach finanziellem Ermessen. Das ist eine ganzheitliche nationale Aufgabe und mE optimalerweise keine Ländersache. Man muss nur nach Wien schauen um zu sehen, wie es richtig gemacht wird. Hier wird nach wie vor an der falschen Stelle gespart und das Geld künftig ggf. für Strafzahlungen wegen Überschreitung der Grenzwerte unnötig ausgegeben.

Ha! Sonst führe ich Wien ja immer als Positivbeispiel an, aber hier taugt es zumindest, um sich die Euphorie nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Der U-Bahnbau im Wien ist Konsens über die Parteigrenzen hinweg, und das Geld dafür wird relativ unkompliziert bereitgestellt. Das geschieht aber manchmal etwas hemdsärmelig und nach Gutdünken. Hintergrund: Wien ist die einzige (Ernstzunehmende) Großstadt der Alpenrepublik. Zumindest die einzige mit U-Bahn. Es gibt das kein Gesetz drüber, aber sowas wie ein Gentlemen's Agreement (da fängt's nämlich schon an): wann immer die Hauptstadt eine neue U-Bahn baut, zahlt der Bund die Hälfte. Eine standardisierte Bewertung kennen die Österreicher nicht. Und das verhilft ihnen - neben lobenswerten und sinnvollen Projekten - auch zu so zweifelhaften Bauten, wie der U6-Süd, die im 2-1/2-Minutentakt Vollmetroausbau gerade mal den Bedarf einer etwas dickeren Straßenbahn befriedigt. Hat halt alles seine Vor-und Nachteile.
Zitat
Bovist66
Zitat
schallundrausch

Insbesondere vor dem Hintergrund unsere Diskussion über die BER-U7 ist die nächste Zahl beachtenswert: 66% der Bevölkerung befürworten einen weitern Ausbau der U-Bahn. ich gehöre zwar zu der Fraktion, die lieber viele kleine, wirksame Projekte realisiert sehen würde als den einen Prestigebau, aber auch ich erkenne an, dass es hier anscheinend einen überparteilichen Konsens gibt. In der Politik muss die vernünftigste Alternative nicht immer die beste sein. Und wenn alle dafür sind, sich der Kosten und der Risiken bewusst sind, mein Gott, dann sollten wir vielleicht einfach mal den MVlern den Anschluss gönnen...

Es gibt aber noch so etwas wie eine Schuldenbremse, und wenn für den U-Bahnbau andere staatliche Leistungen zurückgefahren werden müssen, dürfte es mit der Befürwortung schon etwas anders aussehen. Ebenso sehr gibt es Kosten-Nutzen-Untersuchungen, die sich nicht unbedingt nach den Ergebnissen von Umfragen richten. Ganz zu schweigen von immer mehr Gerichtsurteilen, die eine schnelle Reduktion von Luftschadstoffen fordern. Und dafür sind U-Bahnprojekte für die Zeit der 2030er Jahre ff nicht unbedingt hilfreich. Nicht zuletzt scheint mir die U-Bahn-Euphporie nur soweit zu reichen, wie die eigene Bushaltestelle erhalten bleibt und der Bus weiter so oft fährt wie bisher (am besten noch öfter) - und natürlich bitte schön auch keine Baustellen für U-Bahnstrecken vor der eigenen Haustür ... so haben wir nicht gewettet ;-) ...

Es soll halt irgendwer anderes den U-Bahnbau bezahlen, und er soll minimalinvasiv sein, und wenn schon Baustellen, dann weit weg .... Ach, und kosten soll der ÖPNV auch besser nichts, den Autoverkehr stören schon gar nicht. U-Bahnstrecken und Nulltarif, Weiterschlafen und Freibier für alle ... !!

Moment, bitte am Text argumentieren! Die Forderung nach dem Nulltarif hatte in besagter Umfrage gerade keine Mehrheit ;)
Zitat
B-V 3313
Unser U-Bahnnetz ist in der Innenstadt seit Vorkriegszeiten auf 4 Millionen Einwohner ausgelegt. Nach dem Krieg wurde noch kräftig ausgebaut (U9) und die S-Bahn wird auch nicht mehr boykottiert. Es mangelt gewiss nicht an Schnellbahnstrecken, es mangelt in vielen Bereichen an einem leistungsfähigen Oberflächenverkehrsmittel...

Richtig. Und man sollte ergänzen, dass das Schnellbahnnetz nirgendwo an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Noch nicht mal ansatzweise. Man kann ohne einen einzigen Meter neues Gleis die Kapazität der Ringbahn z.B. um ein Drittel erhöhen. Und die Takte bei der U-Bahn sind im internationalen Vergleich auch eher schlecht. Zugleich krankt das S-Bahn-Netz an viel zu vielen und viel zu langen eingleisigen Abschnitten und fehlenden Bahnsteigkanten.

Bevor man also Großprojekte wie ganz neue Linien angeht, sollte man doch das derzeitige, kaputtgesparte Netz einmal zukunftsfit machen. Der mittelfristige zweigleisige Ausbau aller S-Bahn-Strecken im Stadtgebiet (und langfristig des gesamten Netzes) und damit einhergehend ein täglicher 10-min-Takt auf allen Strecken wären doch einmal ein erstrebenswertes Ziel. Und selbst wenn dann irgendwo ein paar hundert Meter oder die Strecke Strausberg - Strausberg Nord eingleisig bleiben, wäre das doch gegenüber dem heutigen Zustand ein großer Fortschritt.
Auch die Fernverkehrsgleise müssten ausgebaut werden. Ich vermute mal, das man bei einer umgesetzten Verkehrswende Regionalzüge im 10 Minuten-Takt aus Potsdam im Berufsverkehr voll bekommt. Es braucht auch mehr Züge nach Berlin rein aus Wustermark, Nauen, etc.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.2018 09:26 von PassusDuriusculus.
Zitat
PassusDuriusculus
Auch die Fernverkehrsgleise müssten ausgebaut werden. Ich vermute mal, das man bei einer umgesetzten Verkehrswende Regionalzüge im 10 Minuten-Takt aus Potsdam im Berufsverkehr voll bekommt.

Und damit würde dann die Stammbahn sehr konkret werden. Aber gerade hier, bei dieser relativ einfach umzusetzenden Maßnahme, passiert seit Jahrzehnten nichts. Stattdessen fantasiert man wieder und wieder über die völlig unrealistische U7 zum Flughafen (wie will man die eigentlich über die Landesgrenze hinweg umsetzen, wenn schon der Wiederaufbau der Stammbahn entlang der und über die Landesgrenze scheitert?).
Zitat
schallundrausch
Moment, bitte am Text argumentieren! Die Forderung nach dem Nulltarif hatte in besagter Umfrage gerade keine Mehrheit ;)

Na doch, 50% zu 48% (sh. etwa ab Minute 6 des rbb-Beitrags). Mir selbst gefällt die Senatspolitik (zeitweises "einfrieren" der Tarife nebst punktuellen Preissenkungen bei den Sozialtarifen - wobei die punktuellen Preissenkungen immerhin eine sechsstellige Zahl von Berliner/inne/n betreffen dürfte) ganz gut.
Zitat
def
Zitat
PassusDuriusculus
Auch die Fernverkehrsgleise müssten ausgebaut werden. Ich vermute mal, das man bei einer umgesetzten Verkehrswende Regionalzüge im 10 Minuten-Takt aus Potsdam im Berufsverkehr voll bekommt.

Und damit würde dann die Stammbahn sehr konkret werden. Aber gerade hier, bei dieser relativ einfach umzusetzenden Maßnahme, passiert seit Jahrzehnten nichts.

Und ich frage mich immer wieder, wie bei den notwendigen Arbeiten östlich von Griebnitzsee von "relativ einfach" die Rede sein kann. Sobald da neben einem Kreuzungsbauwerk auch (niveaufreie) Abzweigungen gewollt sind, kommt man mit viel Glück vielleicht gerade noch an der Bibliothek und dem HPI vorbei. Auf jeden Fall würde es jahrelange Bauarbeiten mit den dazugehörigen Sperrungen bedeuten.
Zitat
eiterfugel
Zitat
def
Zitat
PassusDuriusculus
Auch die Fernverkehrsgleise müssten ausgebaut werden. Ich vermute mal, das man bei einer umgesetzten Verkehrswende Regionalzüge im 10 Minuten-Takt aus Potsdam im Berufsverkehr voll bekommt.

Und damit würde dann die Stammbahn sehr konkret werden. Aber gerade hier, bei dieser relativ einfach umzusetzenden Maßnahme, passiert seit Jahrzehnten nichts.

Und ich frage mich immer wieder, wie bei den notwendigen Arbeiten östlich von Griebnitzsee von "relativ einfach" die Rede sein kann. Sobald da neben einem Kreuzungsbauwerk auch (niveaufreie) Abzweigungen gewollt sind, kommt man mit viel Glück vielleicht gerade noch an der Bibliothek und dem HPI vorbei. Auf jeden Fall würde es jahrelange Bauarbeiten mit den dazugehörigen Sperrungen bedeuten.

Ich schrieb relativ einfach umzusetzende Maßnahme, also z.B. in Relation zur U7.
Zitat
Railroader
@Bovist: Mal ganz (vielleicht zu simpel) betrachtet: Die BRD ist ein Land. Die BRD hat Geld, wir geben zig Milliarden für irgendwelche Projekte aus. Die will ich an der Stelle aber nicht bewerten, nicht dass das jetzt hier wieder in unendlichen Diskussionen endet. Worauf ich hinaus will: Wenn wir doch im Land finanziell gut aufgestellt sind und das Geld haben, warum hilft man dann nicht damit auch Regionen im Land, die etwas schwächer aufgestellt sind? Man kann Gesetze auch ändern. Es sollte diese Diskussionen um entweder/oder gar nicht geben, die Kohle in Deutschland ist vorhanden und wenn man einen attraktiven ÖPNV schaffen will, muss man eben investieren und nicht 20 Jahre um ein paar Kilometer U-Bahn diskutieren.

Ja, die Politik muß umdenken. Die Zeiten, in denen man glaubte, beim ÖV sparen zu können, sollten der Vergangenheit angehören. Allerdings ist der Nachholbedarf in anderen Gegenden weitaus größer, als in Berlin. Im Ruhrgebiet (!) werden 58% aller Wege mit dem PKW zurückgelegt, auf den ÖV entfallen 10%, auf das Fahrrad 9% und auf "die eigenen Füße" 23%, sh. hier: [www.metropoleruhr.de]

Der Erhalt von Bestandsstrecken sollte nach Möglichkeit in der gleichen Höhe gefördert werden, wie der Neubau von (Tunnel-) Strecken - immer neue Danaergeschenke werden sich ansonsten auf lange Sicht als finanzielle Genickbrecher für die betreffenden Städte erweisen.

Außerdem möchte ich noch eine Lanze für das konsumieren (nicht das investieren) knicken: Wenn man schon glaubt, in Essen mit dem U-Symbol antreten zu müssen, sollte der gefahrene Takt auch abends womöglich noch "dichter" sein, als der derzeitige 30-Minutentakt, sh. z.B. hier: [www.ruhrbahn.de]

Wenn man sich dem in der Schweiz erreichten Niveau eines flächendeckenden öffentlichen Verkehrs auch nur nähern will, reichen die jetzigen Mittel bei weitem nicht aus. Im Grunde bräuchte man so einen "Topf" wie die Regionalisierungsmittel für den SPNV auch für kommunale Busse und Bahnen,

meint Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
Im Ruhrgebiet (!) werden 58% aller Wege mit dem PKW zurückgelegt, auf den ÖV entfallen 10%,

Kein Wunder, bei den Preisen, die die da aufrufen. Ich erschrecke mich jedesmal und frage mich, ob ich wohl die richtige Fahrkarte gelöst habe.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
Zitat

Ich schrieb relativ einfach umzusetzende Maßnahme, also z.B. in Relation zur U7.

Die U7 Verlängerung zum BER dürfte wesentlich leichter zu realisieren sein als die kreuzungsfreie Einfädelung der Stammbahn in die vorhandene Strecke nach Potsdam. Kommen dann noch Begehrlichkeiten in Richtung Wetzlarer Bahn hinzu wird es Bauwerk was nicht nur viele Jahre Bauarbeiten sondern auch SEV bedeutet.
Noch schwieriger würde es in Kohlhasenbrück/Griebnitzsee die Stammbahn (unsinniger Weise) als S-Bahnstrecke wieder aufbauen zu wollen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.2018 22:14 von Havelländer.
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