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Heute vor 25 und 30 Jahren oder: Huch, wie lange ist das denn her? Der Thread für historisches.
geschrieben von B-V 3313 
Zitat
hansaplatz
Sehr interessant, vielen Dank. War die Verbindungskurve Genshagener Heide damals anders aufgebaut als heute? Bei Minute 35:30 wird sie von Westen kommend befahren, um auf die Anhalter Bahn nach Norden abzubiegen. Der Fahrtverlauf passt aber nicht zum heutigen Gleisbild.

EDIT: habe mir die Frage durch googlen selbst beantwortet. Ich wusste nicht, dass es zwei Möglichkeiten gibt, um vom BAR aus westlicher Richtung kommend auf die Anhalter Bahn gen Norden zu kommen. Die erste durch die Verbindungskurve selbst, die zweite durch einen Abzweig weiter östlich unmittelbar hinter der Querung der Anhalter Bahn. Letztere war mir unbekannt, daher bin ich fälschlicher Weise davon ausgegangen, der Zug würde durch die große Verbindungsschlaufe fahren und hatte mich gewundert, was das für Gleise sind, die bei Minute 36:54 von Links kommen. Das hätte bei der Nutzung der großen Schlaufe natürlich nicht gepasst.

Da hast du dich etwas verguckt. Es gibt nur eine Fahrtmöglichkeit von Westen kommend auf die Anhalter Bahn und die führt durch das "Schweineohr". Die zweite Kurve dient nur der Anbindung des GVZ Großbeeren und besitzt leider keine Gleisverbindung auf die Anhalter Bahn.

Früher war das tatsächlich anders, wobei die Verbindungskurve aus Berlin kommend ins "Schweineohr" erst nachträglich angelegt wurde, um die fehlende Dresdener Bahn umfahren zu können.

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Dann ersetze in meinem ersten EDIT-Satz "Ich wusste nicht, dass es zwei Möglichkeiten gibt,(...)" durch "Ich wusste nicht, dass es zwei Möglichkeiten gab,(...) und schon passt es. So oder so, es gibt zwei Abzweige gen Norden, einer auf die Anhalter Bahn und einer zum GVZ Großbeeren. Letztere wurde vom Zug im Video genutzt.
Zitat
hansaplatz
Dann ersetze in meinem ersten EDIT-Satz "Ich wusste nicht, dass es zwei Möglichkeiten gibt,(...)" durch "Ich wusste nicht, dass es zwei Möglichkeiten gab,(...) und schon passt es. So oder so, es gibt zwei Abzweige gen Norden, einer auf die Anhalter Bahn und einer zum GVZ Großbeeren. Letztere wurde vom Zug im Video genutzt.

Auch nicht ganz. Es gab niemals zwei Möglichkeiten, um von Saarmund zur Anhalter Bahn Richtung Berlin kommen. Es gibt zwei Abzweige, das ja. Der östliche ist der ursprüngliche, entstanden in den 1920ern Jahren von der damaligen Umgehungsbahn aus Seddin-Michendorf-Saarmuind nach Großbeeren und weiter nach Berlin. Der blieb dann auch in Betrieb. Nach 1945 wurde die eigentliche Anhalter Bahn demontiert; in Betrieb blieben Gleise bis Teltow, ursprüngliche Nebengleise beim Bau des Rangierbahnhofs Großbeeren. So kam man bis zum alten Bahnhof Teltow.

Nach 2000 wurde die Anhalter Bahn Richtung Berlin neu aufgebaut, westlich der verbliebenen Gleise entstand die Fernbahntrasse neu mit der neuen Anbindung aus Richtung Berlin ins Schweineohr. Die alten Gleise blieben eben für das GVZ und Güterverkehr im alten Bahnhof Teltow und sind nach wie vor über die alte Kurve angebunden, aber trennen sich schon südlich von Großbeeren von der eigentlichen Anhalter Bahn.
Also wenn hier schon Korinthen gekackt werden: Auch die Güter-/Nebengleise gehören für mein Verständnis zur Anhalter Bahn.
Aber was ist die Anhalter Bahn? Habe hier mal als Bonus-Korinthen die aktuellen Streckennummern und Streckenbezeichnungen der Deutschen Bahn rings um den früheren Bahnhof Genshagener Heide eingetragen (-> Quelle). Einschließlich der Baujahre der Verbindungskurven.





Wenn hier Anhalter Bahn gleich 6132 Berlin Südkreuz - Halle Hbf bedeutet, dann verläuft der östliche Abzweig vom Berliner Außenring nach Norden (6127) nicht auf die sondern parallel zur Anhalter Bahn.


Gruuß
Micha


Entschuldigt, falls es vielleicht schon hier war: Auf der Projektseite der Neubauten am Gleisdreieck gibt es ein paar, wie ich finde, sehr interessante alte Aufnahmen vor dem Umbau zum U-Bahnhof zu bewundern.






Aus welchen Jahren sind diese Fotos?
Zitat
Henning
Aus welchen Jahren sind diese Fotos?

Sieh mal genau hin, dann findest du das Datum der Aufnahmen.

so long

Mario
Zitat

"Henning" am 11.11.2021 um 23.35 Uhr:

Aus welchen Jahren sind diese Fotos?

Der oder die Fotografen haben das Aufnahmedatum rechts unten in der Ecke auf das Foto geschrieben. Das obere Foto ist demnach am 27. Juni 1901, und das untere Foto am 30. September 1901 entstanden.

Gruß, Thomas

PS: Das obere Foto ist übrigens auch in dem Artikel "Vom ersten Spatenstich vor 125 Jahren bis zur Eröffnung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn" des Leiters des BVG-Archivs, Axel Mauruszat, in den Verkehrsgeschichtlichen Blättern, Ausgabe 4/2021, auf Seite 103 enthalten. Beschreibungstext dazu:

Zitat

Englische Elektroingenieure besuchen am 27. Juli 1901 [Anmerkung: da hat Axel anscheinend eine "6" mit einer "7" verwechselt ;-) ] das Gleisdreieck. Auf dem oberen Viadukt steht einer der beiden Probewagen. Im Gleis vor den Gästen ist gut die Mittelstromschiene zu erkennen, über die der Probewagen seinen Fahrstrom erhielt. (Foto: Siemens-Archiv)

PPS: Die Grafik im dritten Bild ist dem Dateinamen der Bilddatei nach ("Bousset-1935-1024x629.jpg") dem Buch "Die Berliner U-Bahn" von Johannes Bousset aus dem Jahr 1935 (auf Seite 77) entnommen worden. Eine PDF-Datei mit dem Digitalisat dieses Buches biete ich übrigens auf dieser Seite an.

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.11.2021 04:58 von krickstadt.
Gibt es da auch nähere Informationen über den U-Bahn Wagen. Den finde ich nämlich sehr interessant. Kennt jemand nähere Infos darüber? Ein Probemodell, ist es auch ein Prototyp für welche Wagenart?

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Gibt es da auch nähere Informationen über den U-Bahn Wagen.

Das ist einer der beiden 1899 von der Waggonfabrik van der Cypen & Charlier, Köln beschafften Probewagen.



Mit diesen Wagen führten die Ingenieure von Siemens & Halske erste Fahrversuche zunächst auf dem Lande (auf der heutige Goerzallee) und 1901 im damals völlig neu entwickelten und gebauten Hochbahnsystem durch. Die Ergebnisse flossen in den Bau der Serienwagen ein.
Nachzulesen hier: [www.berliner-verkehrsseiten.de]

Ein nagelneuer Dreiwagenzug der ersten Lieferung ist auf dem Foto ganz links auf dem Gleis vom Potsdamer Platz Richtung Bülowstraße mit den Holztreppen zu erkennen. Offensichtlich war die Gesellschaft mit diesem Zug gefahren.

Die Serienfahrzeuge wurden später zur BVG-Zeit als A I - Wagen bezeichnet. Die beiden Probewagen hatten keine Betriebsnummer und waren nie im Fahrgastverkehr eingesetzt. Genaue Angaben zu den Probewagen sind kaum noch vorhanden. Die Wagen waren um 1930 ausgemustert worden, da als Dienstwagen nach Indienststellung der Serie A II nun überzählige A I der ersten Lieferungen zur Verfügung standen. Die Unterlagen ausgemusterter Fahrzeuge werden ins Archiv gekommen sein, das bei Zerstörung der BVG-Hauptverwaltung in der Köthener Straße im Bombenkrieg vernichtet wurde.

so long

Mario
Vielen Dank @Mario für diese Hinweise.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
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