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Verbremst...
geschrieben von Chris97 
Danke, das Video gefällt mir besonders ab 2:00 sehr gut. Leider ist Deutschland ein armes Land und kann sich kein Abfertigungs- und Bahnhofspersonal leisten.

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Nicht-dynamische Signatur
Re: Verbremst...
07.10.2019 01:12
Zitat
Trittbrettfahrer
Hier eine andere Perspektive bei der es ohne Computer geht: [de.wikipedia.org]
Generell beruht die extrem geringe Anfälligkeit für Fehler im japanischen Schienenverkehr hierauf:
[de.wikipedia.org]

Ja, ob mit oder ohne Selbstgespräche - der Unsicherheitsfaktor Mensch bleibt derselbe.
Natürlich beinhalten auch fahrerlose Systeme Unsicherheiten, da sie von Menschen programmiert werden und niemals alle auf Zugfahrten einwirkende Faktoren restlos erfassbar sind.
Maschinen sind aber in sehr vielen Belangen dem menschlichen Fahrzeugführer überlegen. Die exakte Zielbremsung gehört dazu.

Interessant aber die Tokioter Ringbahn (Yamanote-Linie). Die ist mit der Berliner Ringbahn vergleichbar.
(Wobei die Wikipedia-Angaben zweifelhaft bleiben. Im Link steht wörtlich: "Jeden Tag fahren auf ihr 667 Züge. Ein Zug hat elf Wagen und braucht zwischen 61 und 65 Minuten, um die 34,5 km lange Strecke mit 29 Bahnhöfen zurückzulegen." 667 Züge mit elf Wagen sind über 100 Kilometer lang - es sind also die täglichen Zugfahrten. Ob pro Richtung, bleibt unklar.)

Die Berliner Ringbahn ist rund 37 km lang und hat 26 Bahnhöfe und bei einer Fahrzeit von 60 Minuten eine deutlich höhere Reisegeschwindigkeit als der Tokio-Ring. Dafür sind die S-Bahn-Ringzüge mit meist 6 Wagen nur halb so lang wie in Tokio und befördern (laut [de.wikipedia.org]) mit täglich 1100 Zugfahrten nur rund 500.000 Fahrgäste. Hier steckt noch viel Potential drin, längere Züge, dichterer Takt nach Aufwertung der Infrastruktur und vor allem eine höhere Zuverlässigkeit könnten weitaus mehr zahlende Fahrgäste auf die Ringbahn locken.

so long

Mario
Re: Verbremst...
07.10.2019 22:25
Zitat
der weiße bim
Zitat
Trittbrettfahrer
Hier eine andere Perspektive bei der es ohne Computer geht: [de.wikipedia.org]
Generell beruht die extrem geringe Anfälligkeit für Fehler im japanischen Schienenverkehr hierauf:
[de.wikipedia.org]

Ja, ob mit oder ohne Selbstgespräche - der Unsicherheitsfaktor Mensch bleibt derselbe.
Natürlich beinhalten auch fahrerlose Systeme Unsicherheiten, da sie von Menschen programmiert werden und niemals alle auf Zugfahrten einwirkende Faktoren restlos erfassbar sind.
Maschinen sind aber in sehr vielen Belangen dem menschlichen Fahrzeugführer überlegen. Die exakte Zielbremsung gehört dazu.

Interessant aber die Tokioter Ringbahn (Yamanote-Linie). Die ist mit der Berliner Ringbahn vergleichbar.
(Wobei die Wikipedia-Angaben zweifelhaft bleiben. Im Link steht wörtlich: "Jeden Tag fahren auf ihr 667 Züge. Ein Zug hat elf Wagen und braucht zwischen 61 und 65 Minuten, um die 34,5 km lange Strecke mit 29 Bahnhöfen zurückzulegen." 667 Züge mit elf Wagen sind über 100 Kilometer lang - es sind also die täglichen Zugfahrten. Ob pro Richtung, bleibt unklar.)

Die Berliner Ringbahn ist rund 37 km lang und hat 26 Bahnhöfe und bei einer Fahrzeit von 60 Minuten eine deutlich höhere Reisegeschwindigkeit als der Tokio-Ring. Dafür sind die S-Bahn-Ringzüge mit meist 6 Wagen nur halb so lang wie in Tokio und befördern (laut [de.wikipedia.org]) mit täglich 1100 Zugfahrten nur rund 500.000 Fahrgäste. Hier steckt noch viel Potential drin, längere Züge, dichterer Takt nach Aufwertung der Infrastruktur und vor allem eine höhere Zuverlässigkeit könnten weitaus mehr zahlende Fahrgäste auf die Ringbahn locken.

Es gibt da doch so nette Simulationen, die erklären, warum bei einer Kreislinie fast zwangsläufig irgendwann Pulkverkehr auftritt. Das hat u.a. mit den unterschiedlichen Fahrgastwechselzeiten zu tun. Sprich: dauert es bei einem Zug länger, warten am nächsten Bahnhof mehr Leute und es dauert dort auch länger. Während beim nachfolgenden Zug dann kaum noch jemand wartet und dieser viel schneller wechselt (weil dann auch weniger Leute drin sind).

Eines der Hauptprobleme sind dann beim Ringfahren eben z.T. die fehlende Disziplin der Fahrgäste. Oft sieht man, dass sich Leute erst dann bequemen zum Ausgang zu gehen, wenn der Zug bereits steht. Dann sind die Gänge aber so voll, dass alleine das Aussteigen endlos dauert. Und dann wollen die nächsten natürlich in den Zug rein. Und schon hat man die vorgesehene Haltezeit überschritten. Und da man endlos im Kreis fährt, addieren sich die Verspätungsminuten auf und der Zug kommt immer später.

Das bekommt man vermutlich nur weg, wenn man die Züge so stark beschleunigt, dass man zwischen zwei Stationen immer eine Minute Reserve einbaut. Oder durch Bahnsteigsperren, die gnadenlos schließen.

Sind Japaner disziplinierter als Deutsche? Und gibt es eigentlich eine Statistik, ob 480-er (vmax 100) pünktlicher sind, als 481-er (vmax 80)?
Re: Verbremst...
07.10.2019 23:06
@Michael:

Der Berliner Ring hat tatsächlich einige Fahrzeitreserven. 2-3 Minuten kannst du auch im Berufsverkehr auf einer Runde gut rausfahren. Mit dem 80er 2 Minuten mehr. Problematisch wird es halt, wenn es eine zu große Lücke gibt. Dann schafft man es nicht mehr und baut weitere Verspätung auf.

Ja, die Japaner sind deutlich disziplinierter. Allerdings gibt es da auch raffinierte Wegeleitungen und viele Mitarbeiter, die das kontrollieren und je nach Aufkommen anpassen.
Re: Verbremst...
08.10.2019 00:51
Zitat
Railroader
Ja, die Japaner sind deutlich disziplinierter. Allerdings gibt es da auch raffinierte Wegeleitungen und viele Mitarbeiter, die das kontrollieren und je nach Aufkommen anpassen.

Und Reservezüge, die in Zuglücken einscheren. Aufgelaufene, also weniger volle Züge nimmt man dafür raus.
Im deutschen Eisenbahnregelwerk schwer realisierbar, bei japanischer Privatbahn wahrscheinlich leichter umsetzbar. Natürlich braucht man dafür viel mehr Personal und Fahrzeuge, angesichts der enormen Beförderungsleistung lohnt sich das aber.

so long

Mario
Re: Verbremst...
08.10.2019 07:01
Zitat
der weiße bim
Zitat
Railroader
Ja, die Japaner sind deutlich disziplinierter. Allerdings gibt es da auch raffinierte Wegeleitungen und viele Mitarbeiter, die das kontrollieren und je nach Aufkommen anpassen.

Und Reservezüge, die in Zuglücken einscheren. Aufgelaufene, also weniger volle Züge nimmt man dafür raus.
Im deutschen Eisenbahnregelwerk schwer realisierbar, bei japanischer Privatbahn wahrscheinlich leichter umsetzbar. Natürlich braucht man dafür viel mehr Personal und Fahrzeuge, angesichts der enormen Beförderungsleistung lohnt sich das aber.

Züge einsetzen und aussetzen ist auch im deutschen Eisenbahnregelwerk möglich.

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Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
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