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Umgestaltung Straßenbahnendstelle Bahnhof Lichtenberg
geschrieben von ECG7C 
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der weiße bim
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def
Anderthalb Jahre ab jetzt, wir wissen ja nicht, wie lange die Buslinie schon geplant ist. Und ich finde es viel zu lang. Nein, es muss nicht von Anfang an die super barrierefreie Haltestelle sein, eine asphaltierte Fläche oder ein (mittels provisorischer Rampe erreichbarer) Bussteig aus Holz mit Ersatz-Haltestelle tun es anfangs auch.

Merkwürdiges Rechtsverständnis. Für den ÖPNV gilt das Personenbeförderungsgesetz, insbesondere für die Konzessionierung von Neuanlagen. Die Duldung noch nicht barrierefreier Zugänge mit den im Nahverkehrsplan festgeschriebenen Ausnahmen bezieht sich auf bestehende Linien.
Anderenfalls werden Betroffene den Klageweg beschreiten und ja, auch wenn sie damit eine Verbesserung für alle verhindern, haben sie Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang.

Und, sind schon Klagen gegen die neuen, provisorischen Haltestellen auf dem 163er eingegangen? Warum sollte exakt das gleiche nun in Lichtenberg nicht möglich sein? Es bestreitet ja auch niemand, dass dann noch ein "Vollausbau" vonnöten ist.

Wir sprechen hier nicht von einer Haltestelle auf einem Feld, die man nur über eine mit 100 km/h befahrene Bundesstraße erreichen kann, um dann aus dem Schlamm heraus in den Bus hinaufzusteigen, sondern von einem Stadtraum mit Bürgersteigen, an denen z.T. sogar schon Haltestellen lagen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 19:04 von def.
@def:

Sorry, aber gerade bei dauerhafter Neueinrichtung von Haltestellen oder ganzen Linien halte ich es schon für zweckmäßig, diese von Beginn an so anzulegen, dass sie auch von tatsächlich allen potenziellen Fahrgästen barrierefrei genutzt werden können. Es ist doch niemandem gedient, wenn ich morgen irgendwo ein H-Schild einpflanze, obwohl der Kasseler Bord sowie das Blindenleitsystem wegen Arbeiten der Wasserbetriebe erst in 4 Monaten gesetzt werden kann und die Haltestelle dann deshalb eh nochmal für 6 Wochen verlegt/aufgehoben werden muss...

Der Gesetzgeber verlangt bei Neuanlagen also vollkommen zu Recht Barrierefreiheit von Anfang an.

Viele Grüße
Arnd
Gut, freuen wir uns also auf die Eröffnung des Großprojekts "Buslinie im 20-min-Takt" im Jahre 2050. Kein Wunder, dass der Flughafen ewig dauert, wenn man schon für ein paar Haltestellen zu blöd ist.

Und vergiss bitte nicht, gegen die provisorischen Haltestellen auf dem 163er zu klagen, die sicher nicht den aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit entsprechen. Du erweist Deiner Sache sicher einer großen Dienst, wenn die nochmal so lange aufgehoben werden, bis sie zu 120 Prozent barrierefrei sind.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 20:05 von def.
Zitat
Arnd
Es ist doch niemandem gedient, wenn ich morgen irgendwo ein H-Schild einpflanze, obwohl der Kasseler Bord sowie das Blindenleitsystem wegen Arbeiten der Wasserbetriebe erst in 4 Monaten gesetzt werden kann und die Haltestelle dann deshalb eh nochmal für 6 Wochen verlegt/aufgehoben werden muss...

Doch. In einem Gebiet, in dem es ansonsten gar keine Haltestellen gibt, hätte ein großer Teil der potenziellen Nutzer sofort einen - provisorischen - haustürnäheren Zugang zum ÖPNV. Auch Menschen mit Einschränkungen hätten diesen Zugang, sie wären jedoch anfänglich möglicherweise auf fremde Hilfe angewiesen, im Falle einer Rollstuhlnutzung sogar verpflichtend durch das Fahrpersonal der Busse.

Der Gesetzgeber hat es auch akzeptiert, dass die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof anfänglich ein Provisorium war. Ist das barrierefrei gewesen? Und wenn ja - dann kann man sicherlich auch provisorische Haltestellen für den Kiezbus einrichten.

Ende 2023 - frühestens - als "demnächst" zu bezeichnen, finde ich nicht besonders sinnvoll.

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"Hmmm...napfig."
Davon abgesehen - was ist eigentlich mit dem Gebiet südlich der Frankfurter Allee? Ecke Schulze-Boysen-Straße/Buchberger Straße ist weit außerhalb des Ziels, in 400 Metern einen ÖPNV-Zugang aufzuweisen. Und hier stehen riesige Hochhäuser...

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"Hmmm...napfig."
Zitat
der weiße bim
Anderenfalls werden Betroffene den Klageweg beschreiten und ja, auch wenn sie damit eine Verbesserung für alle verhindern, haben sie Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang.
Also so wie im Kindergarten, wenn ich nicht haben darf, darf keiner haben. Mit dieser Verhinderungstaktik wird niemanden geholfen, aber Hauptsache man hat dann Recht bekommen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 20:38 von Barnimer.
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Philipp Borchert
Zitat
Arnd
Es ist doch niemandem gedient, wenn ich morgen irgendwo ein H-Schild einpflanze, obwohl der Kasseler Bord sowie das Blindenleitsystem wegen Arbeiten der Wasserbetriebe erst in 4 Monaten gesetzt werden kann und die Haltestelle dann deshalb eh nochmal für 6 Wochen verlegt/aufgehoben werden muss...

Doch. In einem Gebiet, in dem es ansonsten gar keine Haltestellen gibt, hätte ein großer Teil der potenziellen Nutzer sofort einen - provisorischen - haustürnäheren Zugang zum ÖPNV. Auch Menschen mit Einschränkungen hätten diesen Zugang, sie wären jedoch anfänglich möglicherweise auf fremde Hilfe angewiesen, im Falle einer Rollstuhlnutzung sogar verpflichtend durch das Fahrpersonal der Busse.

Der Gesetzgeber hat es auch akzeptiert, dass die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof anfänglich ein Provisorium war. Ist das barrierefrei gewesen? Und wenn ja - dann kann man sicherlich auch provisorische Haltestellen für den Kiezbus einrichten.

Ende 2023 - frühestens - als "demnächst" zu bezeichnen, finde ich nicht besonders sinnvoll.

Das sehe ich ganz genauso. Die Zeitspannen, die inzwischen selbst für Linienmaßnahmen beim Bus angesetzt werden, sind absurd lang. Und dass an anderer Stelle auch erstmal "provisorisch" neue Haltestellen aufgestellt werden, zeigt ja auch, dass es geht. Ich vermute in diesem Fall ja eher das Thema Endstelle als Problem, denn da geht ja gar nichts mehr ohne Rettungsleine und doppeltes Netz.

Zitat

Davon abgesehen - was ist eigentlich mit dem Gebiet südlich der Frankfurter Allee? Ecke Schulze-Boysen-Straße/Buchberger Straße ist weit außerhalb des Ziels, in 400 Metern einen ÖPNV-Zugang aufzuweisen. Und hier stehen riesige Hochhäuser...

Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. Da fehlt offenbar die Kreativität für die passende Bedienform und Linienführung.

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Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
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def
Gut, freuen wir uns also auf die Eröffnung des Großprojekts "Buslinie im 20-min-Takt" im Jahre 2050. Kein Wunder, dass der Flughafen ewig dauert, wenn man schon für ein paar Haltestellen zu blöd ist.

Und vergiss bitte nicht, gegen die provisorischen Haltestellen auf dem 163er zu klagen, die sicher nicht den aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit entsprechen. Du erweist Deiner Sache sicher einer großen Dienst, wenn die nochmal so lange aufgehoben werden, bis sie zu 120 Prozent barrierefrei sind.

Warum so zickig? Ob die Buslinie alle 10 oder 20min fährt, ändert nix daran, dass erst die Befahrbarkiet sichergestellt werden muss und dazu bestimmte genehmigungsrechtliche Prozesse durchlaufen werden müssen. Wir wissen doch aktuell gar nicht, was für Arbeiten konkret wo ausstehen. Diese können nämlich schon beim Fahrbahnbelag losgehen, der für die Lasten eines regelmäßigen Busverkehrs erst ertüchtigt werden müsste, was dann entsprechende Sperrungen und Umleitungen bedingt. Ehrlich gesagt empfinde ich es sinnvoller, diese Arbeiten jetzt zu erledigen wo die Buslinie noch gar nicht fährt, als wenn man sie nach einem Jahr Betrieb aufwändig umleiten muss.

Ich empfinde es müßig, über einen Zeitraum zu urteilen wo gar nicht klar ist, welche Prozesse dieser beinhaltet. Ja, mir erscheint im ersten Augenblick der Zeitraum auch sehr lange. Aber entsteht der Eindruck nicht eher aus unserem beschränkten Wissen heraus, da wir keine Vorstellung haben was in den anderthalb Jahren gemacht werden muss? Ist er grundsätzlich bei Linienneueinrichtungen so lang oder nur hier? Die Corona-Popup-Busspuren haben wir im Übrigen auf Straßen wo die Busse schon vorher gefahren sind. Also die Befahrbarkeit längst sichergestellt ist. Das ist bei der Neueinrichtung einer Buslinie nunmal anders. Zumal wenn sie wie hier einen anderen Verlauf nehmen soll als die vor x Jahren eingestellte Linie.

Ich wiederhole die Frage von oben gerne noch einmal, wo an der Frankfurter Allee schon jetzt geeignete Flächen für die Endhaltestelle bereitstehen.

Edit:
Ich verstehe das nicht. Sonst wird immer gejammert wenn in Provisorien gedacht wird, weil die ohnehin anstehenden Arbeiten Jahre später einem in doppelter Planungskomplexität und doppelten Budget wieder einholen. Und hier muss auf einmal alles ganz schnell gehen wie '89/90 als auf Barrierefreiheit und Befahrbarkeit geschissen wurde, obwohl man Jahre später vor den gleichen Problemen stand. Ich will gar nicht anfangen mit den zahlreichen Spurrillen an hingeklatschten Haltestellen, weil der Asphaltbelag die schweren Busse schlechter vertrug als die vorher dort geparkten leichteren Autos.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 21:44 von Florian Schulz.
Hallo zusammen,

die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle direkt zum Ausgang des Bahnhofes Lichtenberg finde ich sehr gut. Eigentlich wird erst durch diesen Umbau die Straßenbahn wieder an den Bahnhof angeschlossen. Das lässt mich den Wegfall der Einrichtungszüge verschmerzen.

Zitat
Philipp Borchert
Davon abgesehen - was ist eigentlich mit dem Gebiet südlich der Frankfurter Allee? Ecke Schulze-Boysen-Straße/Buchberger Straße ist weit außerhalb des Ziels, in 400 Metern einen ÖPNV-Zugang aufzuweisen. Und hier stehen riesige Hochhäuser...

Ein großer Teil dieses Wohngebietes ist gut über die U-Bahnhöfe Magdalenenstraße und Frankfurter Allee erreichbar. Am südlichen Ende der Schulze-Boysen-Straße sind es allerdings schon rund 800 m bis zu diesen U-Bahnhöfen und gen Süden zur Marktstraße bzw. zum S-Bahnhof Nöldnerplatz auch über 600 m. Mein Weg zum S-Bahnhof Ahrensfelde ist aber auch in dieser Größenordnung. Deshalb betrachte ich das noch als normal. Ich könnte hier zwar auch zwei Stationen mit dem Bus fahren - bringt aber nix.

Gruß
Micha

Zitat
def
Gut, freuen wir uns also auf die Eröffnung des Großprojekts "Buslinie im 20-min-Takt" im Jahre 2050. Kein Wunder, dass der Flughafen ewig dauert, wenn man schon für ein paar Haltestellen zu blöd ist.

Und vergiss bitte nicht, gegen die provisorischen Haltestellen auf dem 163er zu klagen, die sicher nicht den aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit entsprechen. Du erweist Deiner Sache sicher einer großen Dienst, wenn die nochmal so lange aufgehoben werden, bis sie zu 120 Prozent barrierefrei sind.

Geht's evtl. auch etwas sachlicher und respektvoller???

Die Linie 163 kenne ich nicht und ich habe auch keinerlei Bilder oder textliche Beschreibungen der dortigen provisorischen Haltestellen vorliegen, so dass ich deren Barrierefreiheit jetzt nicht einschätzen kann. Daher weiß ich auch nicht, ob eine Klage gegen deren Genehmigung überhaupt Erfolgsaussichten hätte.

In der Tat aber habe ich ein Problem damit, wenn bei neu eingerichteten Verkehren oder Haltestellen die Barrierefreiheit ständig für "irgendwann später" versprochen wird und dann nach Inbetriebnahme erst einmal wochen- oder jahrelang gar nichts in diese Richtung mehr passiert. Da ich derlei nicht nur bei den Bahnhöfen Julius-Leber-Brücke und Warschauer Straße schon erlebt habe, reagiere ich auf solche Vorschläge eben ziemlich allergisch. Das wäre in etwa so, als hätte man die Karl-Marx-Allee westlich des Strausberger Platzes bis zur Kreuzung Grunerstraße zwar grundsaniert, wollte die PBL ebendort erst "nach 2024" anlegen...

Und wie Florian schon erklärte, kann es für die 1,5 Jahre bis zur Einrichtung dieser Buslinie durchaus noch andere handfeste Gründe geben, zu denen u. a. auch die noch ungelöste Frage nach der Haltestelle in S+U Frankfurter Allee und nach der technischen Befahrbarkeit der angedachten Strecke gehört nebst daraus ggf. resultierender Fahrbahnsanierungen. Wollte man eine Express- oder Nachtbuslinie ausschließlich im übergeordneten Straßennetz neu einrichten, ginge dies sicherlich auch hier in Berlin deutlich schneller.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Philipp Borchert
Der Gesetzgeber hat es auch akzeptiert, dass die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof anfänglich ein Provisorium war. Ist das barrierefrei gewesen? Und wenn ja - dann kann man sicherlich auch provisorische Haltestellen für den Kiezbus einrichten.

Ende 2023 - frühestens - als "demnächst" zu bezeichnen, finde ich nicht besonders sinnvoll.

Das Provisorium am Hauptbahnhof lag weit vor dem Stichtag, den das PBefG explizit angibt. Selbst einzelne Haltestellen der Straßenbahnneubaustrecke Adlershof II oder der deshalb umgeleiteten Buslinie 163 wären bei Anwendung der Ausnahmeregelung legal ohne vollständige Barrierefreiheit möglich gewesen. Schließlich waren sie zum Stichtag bereits in Betrieb. Das Gesetz ist durch alle Instanzen der Gesetzgebung, also Bundestag und Bundesrat gegangen und geltendes Recht. Alle, die mit Beförderungsleistungen im ÖPNV zu tun haben, sind daran gebunden. Nach dem 1.1.22 wird keine Aufsichtsbehörde einer Neueinrichtung von nicht vollständig barrierefreien Haltestellen zustimmen.

Zur Erinnerung nochmal der genaue Wortlaut:
Zitat
PBefG §8
(3) Für die Sicherstellung einer ausreichenden den Grundsätzen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit entsprechenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr sind die von den Ländern benannten Behörden (Aufgabenträger) zuständig. Der Aufgabenträger definiert dazu die Anforderungen an Umfang und Qualität des Verkehrsangebotes, dessen Umweltqualität sowie die Vorgaben für die verkehrsmittelübergreifende Integration der Verkehrsleistungen in der Regel in einem Nahverkehrsplan. Der Nahverkehrsplan hat die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Die in Satz 3 genannte Frist gilt nicht, sofern in dem Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden. Im Nahverkehrsplan werden Aussagen über zeitliche Vorgaben und erforderliche Maßnahmen getroffen. Bei der Aufstellung des Nahverkehrsplans sind die vorhandenen Unternehmer frühzeitig zu beteiligen; soweit vorhanden sind Behindertenbeauftragte oder Behindertenbeiräte, Verbände der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Fahrgäste und Fahrgastverbände anzuhören. Ihre Interessen sind angemessen und diskriminierungsfrei zu berücksichtigen. Der Nahverkehrsplan bildet den Rahmen für die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Länder können weitere Einzelheiten über die Aufstellung und den Inhalt der Nahverkehrspläne regeln.

Übrigens sind für den Bau und die Instandhaltung von Bushaltestellen im öffentlichen Straßenland in Berlin die bezirklichen Tiefbauämter verantwortlich. Und diese müssen zuerst tätig werden, und die Beteiligung der im Gesetz genannten Verbände abgeschlossen sein, bevor die BVG die Linienkonzession überhaupt beantragen darf.

so long

Mario
Zitat
Florian Schulz
Warum so zickig? Ob die Buslinie alle 10 oder 20min fährt, ändert nix daran, dass erst die Befahrbarkiet sichergestellt werden muss und dazu bestimmte genehmigungsrechtliche Prozesse durchlaufen werden müssen. Wir wissen doch aktuell gar nicht, was für Arbeiten konkret wo ausstehen. Diese können nämlich schon beim Fahrbahnbelag losgehen, der für die Lasten eines regelmäßigen Busverkehrs erst ertüchtigt werden müsste, was dann entsprechende Sperrungen und Umleitungen bedingt.

Der Abschnitt östlich der Siegfriedstraße wurde bis 2012 jahrzehntelang durch Busse befahren, bei der Bornitz- und der Ruschestraße würde es mich angesichts der Fahrbahnbreite (und der Fahrspurbreite) überraschen, wenn dort nicht zumindest LKWs vorgesehen sind.

Zitat
Florian Schulz
Ich empfinde es müßig, über einen Zeitraum zu urteilen wo gar nicht klar ist, welche Prozesse dieser beinhaltet. Ja, mir erscheint im ersten Augenblick der Zeitraum auch sehr lange. Aber entsteht der Eindruck nicht eher aus unserem beschränkten Wissen heraus, da wir keine Vorstellung haben was in den anderthalb Jahren gemacht werden muss? Ist er grundsätzlich bei Linienneueinrichtungen so lang oder nur hier?

Das Kinderkrankenhaus Lindenhof wurde 2012 geschlossen. Bald darauf wurde über eine Nachnutzung nachgedacht. 2016 erfolgte der ersten Spatenstich. Mit ganz viel Glück gibt es dann ab Ende 2023 eine Busanbindung - wieder, denn anders als bei der Einrichtung konnte es bei der Einstellung gar nicht schnell genug gehen.

Von der schon Jahrzehnte bestehenden Unterversorgung der Bornitz- und Ruschestraße (trotz relevantem Ziel, der Arbeitsagentur) habe ich da noch gar nicht angefangen.

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Florian Schulz
Die Corona-Popup-Busspuren haben wir im Übrigen auf Straßen wo die Busse schon vorher gefahren sind. Also die Befahrbarkeit längst sichergestellt ist. Das ist bei der Neueinrichtung einer Buslinie nunmal anders. Zumal wenn sie wie hier einen anderen Verlauf nehmen soll als die vor x Jahren eingestellte Linie.

Die zusätzlich bedienten Straßen verfügen wie gesagt über so breite Fahrspuren, dass eine Nutzung durch LKWs offensichtlich vorgesehen ist; wäre ja angesichts des hier angrenzenden Gewerbegebiets auch nicht ganz unlogisch.

Zitat
Florian Schulz
Ich verstehe das nicht. Sonst wird immer gejammert wenn in Provisorien gedacht wird, weil die ohnehin anstehenden Arbeiten Jahre später einem in doppelter Planungskomplexität und doppelten Budget wieder einholen.

Von mir nicht. Ich meine sogar, hier im Forum mal kritisiert zu haben, dass ich dieses Jammern über vermeintliche Doppelausgaben für kontraproduktiv halte, weil sie gewisse Maßnahmen immer weiter hinauszögern. Und hier haben wir ein ganz gutes Beispiel dafür.
Zitat
Philipp Borchert
Der Gesetzgeber hat es auch akzeptiert, dass die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof anfänglich ein Provisorium war. Ist das barrierefrei gewesen? Und wenn ja - dann kann man sicherlich auch provisorische Haltestellen für den Kiezbus einrichten.

Ja, die war barrierefrei. Der Bau dieser temporären Haltestelle ging allerdings finanziell nicht zu Lasten der BVG, sondern der Baufirma, welche die eigentliche Anlage nicht fristgerecht fertiggestellt hatte. Demgegenüber müsste beim "Lichtenberger Kiezbus" das Bezirksamt sowohl die temporär als auch die final barrierefreien Haltestellen selbst bezahlen und bekäme nur für die Finalen eine anteilige Förderung von SenUMVK...

Viele Grüße
Arnd
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Arnd Hellinger
Die Linie 163 kenne ich nicht und ich habe auch keinerlei Bilder oder textliche Beschreibungen der dortigen provisorischen Haltestellen vorliegen, so dass ich deren Barrierefreiheit jetzt nicht einschätzen kann. Daher weiß ich auch nicht, ob eine Klage gegen deren Genehmigung überhaupt Erfolgsaussichten hätte.

Man hat schlicht den Hundekotstreifen zwischen Fahrbahn und Bürgersteig asphaltiert und eine Ersatzhaltestelle darauf platziert. Da aktuell weder die Bordsteine angepasst noch Blindenleitstreifen vorhanden sind, sind die Haltestellen wahrscheinlich nicht barrierefrei. Mittels der Rampen im Bus und der hier einigermaßen breiten Bürgersteige (mit Platz zum Rangieren) dürfte einer Nutzung mit Rollstühlen aber trotzdem nichts entgegenstehen. Insofern ist schon die Frage, ob irgendwem geholfen wäre, wenn man dogmatisch auf die 100-Prozent-Lösung wartet und im Zweifelsfall eine Null- einer 90-Prozent-Lösung vorsieht - die übrigens dazu führt, dass auch Rollstuhlfahrende einen längeren Weg zur Haltestelle haben.

Und genau solche provisorischen Lösungen hätte ich auch für die Kiezbuslinie in Lichtenberg im Kopf - Haltestellen, die auch für auf Barrierefreiheit Angewiesene funktionieren, aber noch nicht hundertprozentig nach Lehrbuch perfekt sind. Dort, wo heute Parkplätze sind, könnte auch ein provisorischer Bussteig die bisherige Parkfläche überdecken.
Zitat
Jay
Das sehe ich ganz genauso. Die Zeitspannen, die inzwischen selbst für Linienmaßnahmen beim Bus angesetzt werden, sind absurd lang.

Ich wehre mich ja immer gegen Vergleiche wie "In China bauen sie U-Bahn-Linien viel schneller als in Deutschland!". Ja, klar, in einer Autokratie gibt es so etwas wie Widerspruch nicht, und mit dem Arbeitsrecht und -schutz brauchen wir gar nicht erst anzufangen. Aber wenn es so weiter geht, werden in China irgendwann 10 km U-Bahn schneller gebaut als in Deutschland 3 km lange Buslinien in Betrieb genommen. Selbst mir als überzeugtem Anhänger einer liberalen Demokratie würde es vor solchen lächerlich langen Zeiträumen immer schwerer fallen, mein Gegenüber von den Vorteilen eines demokratischen Staates zu überzeugen. Und vor dieser Vorstellung gruselt es mir.

Und sollte die Thematik, wie von Florian und Jay vermutet, eigentlich die Endhaltestelle an der Frankfurter Allee sein: wieso nicht erstmal den 193er wie vor 2012 betrieben wieder in Betrieb nehmen, ggf. ohne Stichfahrt zum Zentralfriedhof? Wenn da bis 2012 jahrzehntelang Busse unterwegs und Haltestellen eingerichtet waren, was muss da jetzt eigentlich groß geprüft und geplant werden?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 22:45 von def.
Mauerfall, Pandemie, jetzt China. Fehlt nur noch, dass in Afrika die Kinder hungern müssen während wir uns hier jahrelang über eine Buslinie ausmären!!1

Man kanns auch übertreiben.

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Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
Zitat
def
Und sollte die Thematik, wie von Florian und Jay vermutet, eigentlich die Endhaltestelle an der Frankfurter Allee sein: wieso nicht erstmal den 193er wie vor 2012 betrieben wieder in Betrieb nehmen, ggf. ohne Stichfahrt zum Zentralfriedhof? Wenn da bis 2012 jahrzehntelang Busse unterwegs und Haltestellen eingerichtet waren, was muss da jetzt eigentlich groß geprüft und geplant werden?

Wie schon erläutert dürfte es die Summe an Maßnahmen entlang der gesamten Strecke sein. An der Frankfurter Allee wären es natürlich andere als in der Bornitzstraße, andere als in der Kriemhildstraße usw.

Vielleicht mag mal jemand bei den zuständigen Stellen nachhaken, um welche Maßnahmen es sich genau handelt. In der parlamentarischen Anfrage stand ja noch was von einer Änderung der Verkehrsorganisation.

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Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
Zitat
Florian Schulz
Mauerfall, Pandemie, jetzt China. Fehlt nur noch, dass in Afrika die Kinder hungern müssen während wir uns hier jahrelang über eine Buslinie ausmären!!1

Man kanns auch übertreiben.

Was würdest Du denn angesichts solch absurd langer Zeiträume antworten?

Nochmal: schon zu dem Zeitpunkt, als der alte 193er eingestellt wurde, war eine Nachnutzung des Krankenhausgeländes absehbar - insofern war die Einstellung ein Fehler. Schon zu diesem Zeitpunkt, also vor mittlerweile zehn Jahren, gab es ein Erschließungsdefizit in der Bornitz- und Ruschestraße (insbesondere durch die Arbeitsagentur, die immerhin für ein Gebiet mit mehreren hunderttausend Einwohner/innen zuständig ist) - insofern war es ein Fehler, damals nicht über eine Weiterentwicklung des 193ers nachzudenken.

Und ein ganzes Jahrzehnt später hat man es noch nicht mal geschafft, die Linie so zu planen, dass sie schnellstmöglich in Betrieb gehen kann? Selbst nach zehn Jahren braucht man nochmal mindestens anderthalb Jahre, bis das was wird?

Mit den genannten möglichen Gründen für diese Verzögerung (Endstellensuche an der Frankfurter Allee, Untersuchung der Fahrbahnen etc.) hätte man vielleicht noch erklären können, wieso die Erweiterung des nicht eingestellten 193ers nicht im Sommer 2012, sondern im Dezember 2013 stattfindet - aber jetzt, zehn Jahre später? Es spricht halt für eine Mischung aus Desinteresse, Inkompetenz und vor allem Organisationsversagen in der Berliner Politik und Verwaltung.

Wie hatte md95129 kürzlich im Nachbarthread seinen ehemaligen Chef zitiert? Ich will gar nicht wissen, warum etwas nicht funktioniert, ich will eine Lösung. Diese Einstellung scheint in Berlin die beste Voraussetzung zu sein, um im Bewerbungsprozess direkt aussortiert zu werden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.2022 23:35 von def.
Zitat
Micha
Die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle direkt zum Ausgang des Bahnhofes Lichtenberg finde ich sehr gut. Eigentlich wird erst durch diesen Umbau die Straßenbahn wieder an den Bahnhof angeschlossen. Das lässt mich den Wegfall der Einrichtungszüge verschmerzen.

Gut, dass mal jemand zum eigentlichen Thema des Threads zurückfindet... :-)

Ich kann die Kritik am Übergang der BVG zu Zweirichtungswagen und Stumpfendstellen generell schon nicht nachvollziehen und im konkreten Fall erst recht nicht. Einrichtungssysteme machen die Straßenbahn im Stadtraum weniger anpassungsfähig, nehmen ihr betriebliche Flexibilität und erfordern deutlich flächenaufwendigere Infrastruktur.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
def
Was würdest Du denn angesichts solch absurd langer Zeiträume antworten?

Jedenfalls nicht mit China, Demokratie oder den beiden anderen beispiellosen Ereignissen in der Weltgeschichte. Solche Verweise bewegen sich fernab der Sache. Es überrascht nicht, dass jemand wie du zu solchen Polemiken greifen muss, wo du doch gute Sachargumente vorgebracht hast.

Ich tendiere hier eher zu einer deskriptiven Antwort um die Lage ein Stück verständlicher zu machen und die Sicht auch mal von der anderen Seite zu eröffnen. Wie andere schlussendlich die Erkenntnisse werten wollen, ist deren Sache, da ich persönlich keine Handhabe habe, an der Sachlage etwas ändern zu können. Ja, lange Umsetzungszeiträume stören mich grundsätzlich auch. Bringe aber grundsätzlich ein kleines Stück mehr Verständnis auf als du, wenn ich weiß was grob dahinter steckt. Vorher verwehre ich mich eines Urteils in einer Form wie du es aufziehst. Da scheinen wir unterschiedlich zu ticken.


Zitat
def
Nochmal: schon zu dem Zeitpunkt, als der alte 193er eingestellt wurde, war eine Nachnutzung des Krankenhausgeländes absehbar - insofern war die Einstellung ein Fehler. Schon zu diesem Zeitpunkt, also vor mittlerweile zehn Jahren, gab es ein Erschließungsdefizit in der Bornitz- und Ruschestraße (insbesondere durch die Arbeitsagentur, die immerhin für ein Gebiet mit mehreren hunderttausend Einwohner/innen zuständig ist) - insofern war es ein Fehler, damals nicht über eine Weiterentwicklung des 193ers nachzudenken.

Ich bewundere Menschen, die rückblickende Vorhersagen treffen können. Ja, aus heutiger Sicht war es bestimmt ein Fehler. Da bin ich durchaus bei dir. Die Entscheider sahen das aber offenbar anders, da sie damals offenbar andere Entscheidungskriterien zugrunde legten. Zumindest was die Gudrunstraße und der Zentralfriedhof anging, kompensierte man den Wegfall durch den verlängerten 256er. Das sollte man dazu erwähnen. Auch wenn die Maßnahme nicht der Weisheit letzter Schluss war. Damit will ich die Entscheidungen gar nicht verteidigen, aber man muss die Sache auch im Zeitkontext sehen.

Nun wird gegengesteuert und die einst poplige Ringbusline zu einer mehr als doppelt so langen Kiezbuslinie ausgeweitet. Mit entsprechenden Qualitätsstandards in der Barrierefreiheit und guten Zustand der Straßen von Anbeginn. Kann man angesichts der mangelnden Diskussionen der letzten Jahrzehnte um neue Linien auch von der positiven Seite her betrachten.


Zitat
def
Und ein ganzes Jahrzehnt später hat man es noch nicht mal geschafft, die Linie so zu planen, dass sie schnellstmöglich in Betrieb gehen kann? Selbst nach zehn Jahren braucht man nochmal mindestens anderthalb Jahre, bis das was wird?

Wer sagt, dass die anderhalb Jahre nicht das schnellstmögliche sind, das die Entscheider im Rahmen ihrer Möglichkeiten anstreben? Woher willst du wissen, dass noch mehr drin ist, wenn wir bis jetzt nicht mal wissen was alles gemacht werden muss? Dann würde ich auch deine Kritik besser verstehen.


Zitat
def
Mit den genannten möglichen Gründen für diese Verzögerung (Endstellensuche an der Frankfurter Allee, Untersuchung der Fahrbahnen etc.) hätte man vielleicht noch erklären können, wieso die Erweiterung des nicht eingestellten 193ers nicht im Sommer 2012, sondern im Dezember 2013 stattfindet - aber jetzt, zehn Jahre später? Es spricht halt für eine Mischung aus Desinteresse und Inkompetenz in der Berliner Politik und Verwaltung.

Nein, es spricht dafür, dass du von der falschen Prämisse ausgehst, dass das heutige Fehlerbewusstsein so bereits 2012 existierte. Für die Causa Bornitz- und Ruschestraße kann ich mich jedenfalls an keine öffentlichen Diskussionen erinnern, dass man sich vor 2012 hier wirksam für eine Buslinie einsetzte. Meines Erachtens begann das wenn dann erst mit den Bewegungen um das alte Stasi-Gelände. Das startete ja in dem Jahr erst. Da war die Einstellungsentscheidung längst gefallen.

Edit:
So groß scheint das Erschließungsdefizit in der Ruschestraße in der Vergangenheit offenbar nicht gewesen zu sein, wenn die Ruschestraße mit der neuen Linie das erste mal überhaupt von einem Bus erschlossen wird. Meines Erachtens gab es hier nicht mal zu BVB-Zeiten eine Linie. So gesehen kann man von Glück sprechen hier überhaupt eine Verbesserung herbeigeführt bekommen zu haben. Ich empfinde das als sehr positiv.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.2022 00:09 von Florian Schulz.
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