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S4 West / Fernbahngleise Elmshorn
geschrieben von Olifant 
Gerade bei Nahverkehr Hamburg diesen Beitrag gesehen: [www.nahverkehrhamburg.de]
(Leider hab ich kein Abo, daher kurz darauf von Ende März beim NDR gefunden: [www.ndr.de])

Ist das mit den zwei Fernverkehrsgleisen bis Elmshorn nicht viel zu kurz gedacht? Ich sehe, Buchholz möchte die Kapazität verdoppeln und sagt, die S-Bahn sei sowieso mit beiden Systemen kompatibel - verkennend, dass die S-Bahn höhere Bahnsteige hat?

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Einerseits sehe ich die Notwendigkeit einer S-Bahn auf dem Abschnitt, die außerdem auch die Regionalgleise entlasten würde. So wirklich würde dadurch aber keine Regionallinie wegfallen, weil alle Regionallinien über Elmshorn hinaus weitergeführt werden, oder?
Daher braucht es mehr Kapazität. Andererseits könnte das Land sich auf den Ausbau der Strecke Bad Oldesloe-Neumünster konzentrieren, sodass Güterverkehr in den Norden darüber laufen kann. Die zusätzlichen S-Bahn-Gleise bis Elmshorn ermöglichen dann einen Anschluss dieser Orte an die Metropolregion Hamburg. Die Streckenkapazität wird nur so wirklich dennoch nicht erhöht...

Eine Mischform, 1 Fernverkehrsgleis, 1 S-Bahn-Gleis wäre wahrscheinlich der schlimmstmögliche Kompromiss.

Ich bin unsicher.
Ich würde eine S-Bahn auf eigenen Gleisen bis Elmshorn favorisieren. Ab Elmshorn könnte eine RB bis Heide, eine andere RB bis Kiel fahren. Elmshorn wird somit zu einem Knotenpunkt des Regionalverkehrs umgebaut und wird Kapazität zwischen Pinneberg und Elmshorn gespart. Ab Elmshorn kann man dann via RE oder S-Bahn nach Hamburg fahren.
Besteht mehr Bedarf zwischen Pinneberg und Elmshorn, kann auch die A3 über die S-Bahn Gleise bis Pinneberg verlängert werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Überlegungen wieder verworfen werden, falls die FDP nach der Landtagswahl ihre Regierungsbeteiligung verlieren sollte.

Der Ausbau der Strecke Neumünster - Bad Oldesloe dürfte letztlich deutlich effektiver sein: Einerseits ließen sich Güter- und Fernverkehrszüge gen Norden dort genauso effektiv führen, darüber hinaus sollen sich die Güterverkehrsströme mit der Fehmarnbeltquerung ja ohnehin verlagern und zu guter Letzt hätte man damit auch zwei mehr oder minder gleichwertige Verbindungen zwischen Hamburg und Neumünster, im Störungsfall wäre man also flexibler.
Außerdem halte ich es für wesentlich einfacher, diese (in weiten Teilen über flaches Land fahrenden) Strecke mit einem zweiten Gleis auszustatten, als der durch deutlich dichter besiedeltes Gebiet führenden Strecke nach Elmshorn gleich zwei zusätzliche Gleise zu verpassen.
Zumal die Strecke von Neumünster nach Bad Oldesloe bereits zweigleisig trassiert ist und man nicht viel mehr tun müsste als das zweite Gleis zu verlegen, dennoch wäre ein Ausbau der Strecke bis Elmshorn dringend geboten und eine Express-S4 bis Itzehoe, Uetersen und/oder Kellinghusen/Neumünster mehr als wünschenswert. An möglichen Endpunkten mangelt es in der Richtung definitiv nicht.
Also wichtig sind doch erstmal 4-Gleise bis Elmshorn, und dass soll ja jetzt endlich kommen. Die Frage war doch nur ob es 2+2 (Fernbahn+S-Bahn) oder 4 Fernbahngleise werden sollten, und da wird nun letzteres bevorzugt.

Ich finde das auch richtig. Der Hauptvorteil einer S-Bahn ist doch dass sie direkt in die Innenstadt (Jungfernstieg) fahren kann, hingegen weitere Regionalbahnen bisher ja nicht mal zum Hbf sondern wegen der begrenzten Kapazitäten der Verbindungsbahn nur nach Altona. Das hat sich ja nun aber alles geändert. Wie auf der Stader Strecke bewiesen kann eine S-Bahn auch von Fernbahngleisen aus zum Jungfernstieg. Die Verbindungsbahn wird 4-gleisig ausgebaut. Diebsteich umsteigen wird einfacher als Altona.
Zitat
christian schmidt
Wie auf der Stader Strecke bewiesen kann eine S-Bahn auch von Fernbahngleisen aus zum Jungfernstieg. Die Verbindungsbahn wird 4-gleisig ausgebaut. Diebsteich umsteigen wird einfacher als Altona.

Und wie willst du das mit der Barrierefreiheit lösen?
Zitat
christian schmidt
Also wichtig sind doch erstmal 4-Gleise bis Elmshorn, und dass soll ja jetzt endlich kommen. Die Frage war doch nur ob es 2+2 (Fernbahn+S-Bahn) oder 4 Fernbahngleise werden sollten, und da wird nun letzteres bevorzugt.

Ich finde das auch richtig. Der Hauptvorteil einer S-Bahn ist doch dass sie direkt in die Innenstadt (Jungfernstieg) fahren kann, hingegen weitere Regionalbahnen bisher ja nicht mal zum Hbf sondern wegen der begrenzten Kapazitäten der Verbindungsbahn nur nach Altona. Das hat sich ja nun aber alles geändert. Wie auf der Stader Strecke bewiesen kann eine S-Bahn auch von Fernbahngleisen aus zum Jungfernstieg. Die Verbindungsbahn wird 4-gleisig ausgebaut. Diebsteich umsteigen wird einfacher als Altona.
Die Verbindungsbahn ist schon 4-gleisig einmal 2-gleisig und 2-gleisig für die Fernbahn und Regionalverkehr und das entspricht schon eine 4-Gleisigkeit.
Gruss Lanci
PS: Wahrscheinlich meinst Du nur die Fernbahngleise damit auf der Verbindungsbahn!
Moin,

im Rahmen der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für die Zusammenarbeit der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein (und umgekehrt) am 16. September 2022 hat Nah.SH eine Präsentation über den aktuellen Stand veröffentlicht.
Ich habe leider keinen Direktlink gefunden, deswegen geht es hier auf S. 34 - 41 weiter.

Wesentliche Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt:

Zitat
Nah.SH:
• Mit einer separaten S-Bahn-Infrastruktur sind zwischen Elmshorn und Pinneberg 15 Züge pro Stunde und
  Richtung möglich
• Mit einer Variante, die eine Mischnutzung von vier Gleisen vorsieht, sind 24 Züge pro Stunde und 
  Richtung möglich;
• Die Mischnutzung stellt aber den S-Bahn-Betrieb vor Herausforderungen: Es wird ein 
  Verspätungseintrag insdas separate S-Bahnsystem befürchtet, zudem ist die 
  Bahnsteighöhenthematik nicht abschließend geklärt; möglicherweise ist aber ohnehin ein System 
  vorzuziehen, das auf Regionalbahnen aufbaut („Metrotakt“).

das habe ich so, in dieser Deutlichkeit, noch gar nicht wahrgenommen.
Oh, danke!

Das wirft ja nochmal eine andere Betrachtung auf die S4-West.
Danke für das ganze durchforsten der Bürgerschafts-Drucksachsen
Moin,

Zitat
christian schmidt
Danke für das ganze durchforsten der Bürgerschafts-Drucksachsen

och, "da nicht für" - ist eben eines meiner Interessengebiete und wenn ich die Unterlagen gefunden und (grob) verstanden habe, kann ich sie ja auch gleich hier verlinken.
Zitat
Djensi
Oh, danke!

Das wirft ja nochmal eine andere Betrachtung auf die S4-West.

Allerdings, damit steht die S4 im Westen ohne Ast da. Da bietet sich die Führung nach Osdorf an...
Zitat
NWT47
Zitat
Djensi
Das wirft ja nochmal eine andere Betrachtung auf die S4-West.
Allerdings, damit steht die S4 im Westen ohne Ast da. Da bietet sich die Führung nach Osdorf an...
So machen wir das!
Zitat
Sonnabend
Zitat
Nah.SH:
• Mit einer separaten S-Bahn-Infrastruktur sind zwischen Elmshorn und Pinneberg 15 Züge pro Stunde und
  Richtung möglich
• Mit einer Variante, die eine Mischnutzung von vier Gleisen vorsieht, sind 24 Züge pro Stunde und 
  Richtung möglich;
• Die Mischnutzung stellt aber den S-Bahn-Betrieb vor Herausforderungen: Es wird ein 
  Verspätungseintrag insdas separate S-Bahnsystem befürchtet, zudem ist die 
  Bahnsteighöhenthematik nicht abschließend geklärt; möglicherweise ist aber ohnehin ein System 
  vorzuziehen, das auf Regionalbahnen aufbaut („Metrotakt“).

Der Kapazitätsvergleich scheint mir nicht ganz stimmig zu sein.
Bei der reinen S-Bahn dürfte die theoretische Kapazität weit höher sein, da alleine das S-Bahn-Gleispaar bei geeigneter Streckenauslegung wohl mehr als die 15 Züge aufnehmen könnte. Da man aber wohl davon ausgehen, kann, das SH nicht mehr als 3 S-Bahnen pro Stunde und Richtung bestellen will, mögen diese 15 Züge pro Stunde und Richtung ein praktibler Gesamtwert sein.
Diesen scheint man aber mit einem eher theoretischen Kapazitätswert für die Mischnutzung zu vergleichen. Wenn man davon ausgeht, dass bei den 24 Zügen pro Stunde und Richtung, wieder nur maximal 3 S-Bahnen sind, die eventuell zwischen Pinneberg und Hamburg die vorhandenen S-Bahn-Gleise nutzen können, bedeutet dies das die 21 (oder alle 24 bei System auf RB-Basis) über das eine Fernbahngleispaar zwischen Pinneberg und Eidelstedt müssen. Dies erscheint mir nicht realistisch zu sein, und falls es realistisch wäre, sollten diese Züge auch über das eine Fernbahngleispaar zwischen Pinneberg und Elmshorn fahren können, wenn man dort ein separates S-Bahn-Gleispaar schafft.

Um die Kapazität von 24 Zügen je Stunde und Richtung wirklich nutzen zu, braucht es meines Erachtens eine der folgenden Maßnahmen oder eine Kombination davon:

  • Ein zusätzliches Fernbahngleispaar zwischen Pinneberg und Eidelstedt/Elbgaustraße anlegen. Dies scheint mir aber platzmäßig ähnlich problematisch zu sein wie bei Alpha-E. Vielleicht reicht auch ein zusätzliches Gleis, insbesondere wenn man dies mit anderen Maßnahmen kombiniert.
  • Züge in Pinneberg enden/beginnen zu lassen, statt Sie nach Hamburg zu führen. Dies widerspricht aber wohl dem Verkehrsbedarf.
  • Ein Flügelzugkonzept, bei dem jeweils zwei oder gar drei Züge des Regionalverkehrs gekoppelt zwischen Pinneberg und Hamburg verkehren. Eine beispielhafte Anwendung für drei Zugteile könnte sein, dass ein Zugteil ohne Halt nach Elmshorn fährt, der zweite Zugteil die Halte zwischenzwischen Tornesch und Elmshorn bedient und der driite Zugteil nach Uetersen fährt und dabei alle Halte bedient. Zusammen mit einer Durchbindung nach Niedersachsen könnte dies den Hauptbahnhof wesentlich entlasten bzw. dringend benötigte zusätzliche Kapazitäten nach Niedersachsen schaffen. Die Trennung auf dem anderen Ende könnte dann Harburg oder eventuell auch Winsen/Buchholz erfolgen. Pinneberg, Winsen und Buchholz müssen dann ggf. auf 400m verlängerte Bahnsteige erhalten.
  • Die S-Bahn-Gleise zwischen Elbgaustraße und Pinneberg werden zu Fernbahngleisen umgebaut. Die Bedienung der dortigen Stationen könnte dann entweder durch eine Zweisystem-S-Bahn (S4?) im Mischverkehr erfolgen, oder auch durch ein Regionalbahn-basiertes System bzw. reines Wechselstrom-S-Bahn-System mit 76cm Einstiegshöhe, welches ausschließlich die Gleise des Fernverkehrs nutzt. Dieses könnte dann auch die bisherigen Halte der S-Bahn an die Verbindungsbahn bedienen. Damit könnte der VET auch weiter abseits der Verbindungsbahn liegen und somit zusätzliche Erschließung schaffen.
  • Die S-Bahn zwischen Elbgaustraße und Pinneberg wird auf Wechselstrom umgestellt und primär eingleisig auf dem nördlichen Gleis betrieben. Das südliche S-Bahn Gleis wird nur zum Ausweichen bei Zugkreuzungen von der S-Bahn genutzt und zumindest dort, wo kein Platz zum Bau neuer Fernbahngleise ist, mit der Fernbahn geteilt. Im Bahnsteigbereich könnte dies in Form einer Gleisverschlingung erfolgen, um die volle Bahnsteighöhe der S-Bahn beibehalten zu können.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.2022 23:38 von slhh.
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