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Sammelthread: Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
Railroader
Die Münchener S-Bahn ist nun wahrlich kein Vorzeigebeispiel.

In Sachen Zugfolge natürlich. Da kann sich der Berliner Ramschladen mal eine Scheibe von abschneiden.

Zitat
Railroader
Die dichte Zugfolge wird durch LZB ermöglicht.

Loriot hätte jetzt gesagt: "Ach was!" ;-)

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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B-V 3313
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Latschenkiefer
Wo hast Du denn in Berlin wesentliche Kreuzungen bei der S-Bahnen (ich rede jetzt nicht von Blankenburg, wo alle 20 Minuten eine Bahn nach Schönfließ abbiegt)? Die wesentlichen Ausfädelungen sind doch alle kreuzungsfrei (Ostkreuz, Nordkreuz, Westkreuz, Anhalter Bahnhof)

Halensee zum Beispiel. Die Ausführung der Kreuzung an sich ist doch wurst, wenn man wie in Neukölln nur eine Bahnsteigkante hat. Ebenso in Schönhauser Allee und Adlershof, bald in Wedding und Westhafen.

Moment, Du hast doch oben von der Stadtbahn gesprochen?! Und da fällt mir spontan keine wesentliche Einschränkung ein. Auf dem Ring gebe ich Dir vollkommen recht, da ist viel vermurkst (und vor allem keine Besserung in Sicht).

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B-V 3313
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Latschenkiefer
Ein dichterer Takt wäre auf der Stadtbahn inzwischen durchaus möglich. Signaltechnisch sind 90 s Zugfolgezeit möglich, also wäre ein 2,5 min-Takt durchaus denkbar.

Und im Himmel ist Jahrmarkt...

Weniger als 90 s geht schon aufgrund des Fahrgastwechsels praktisch nicht. Welche Zugfolgezeit schwebt Dir denn alternativ vor?

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B-V 3313
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Latschenkiefer
Aktuell scheitert es m.E. eher daran, dass man dafür keine Fahrzeuge hat.

Wir können für diese Gedankenspiele mal von einer ausreichenden Anzahl ausgehen.

Darauf können wir uns einigen: In einer idealen Welt mit unendlich vielen S-Bahn-Zügen sind 8 Zuggruppen auf der Stadtbahn (Charlottenburg - Ostbahnhof) möglich.
Zitat
Latschenkiefer
Moment, Du hast doch oben von der Stadtbahn gesprochen?!

Das habe ich wo?

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Latschenkiefer
Und da fällt mir spontan keine wesentliche Einschränkung ein. Auf dem Ring gebe ich Dir vollkommen recht, da ist viel vermurkst (und vor allem keine Besserung in Sicht).

Daumen rauf.

Zitat
Latschenkiefer
Weniger als 90 s geht schon aufgrund des Fahrgastwechsels praktisch nicht. Welche Zugfolgezeit schwebt Dir denn alternativ vor?

Alle 120 Sekunden sollte schon drin sein.

Zitat
Latschenkiefer
Darauf können wir uns einigen: In einer idealen Welt mit unendlich vielen S-Bahn-Zügen sind 8 Zuggruppen auf der Stadtbahn (Charlottenburg - Ostbahnhof) möglich.

Und das würde man auch noch feiern. Wie gesagt, für eine Schnellbahn ist das lächerlich.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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Latschenkiefer

Selbst wenn sich der Verbrauch um 50% reduziert (was ich nicht glaube):

Also aktuell gibt die Lufthansa beim A350-900 Einsparungen von 25% und beim A320 neo -17% gegenüber dem Vorgänger an.

Zitat

durch die hohe Geschwindigkeit werden zwangsläufig viel größere Entfernungen zurückgelegt. Ähnlich wie 100 Jahre vorher die Eisenbahn hat sich das Flugzeug seine eigene Nachfrage geschaffen. Urlaub auf Mallorca war bis etwa 1960 eine höchst exotische Angelegenheit. Heute kann man 20x am Tag von Berlin nach Mallorca fliegen.

Die Zeiten als Flüge von Berlin nach Hamburg und Hannover ihre Daseinsberechtigung hatten, sind zum Glück vorbei.
Aber man muss nicht bis ins Jahr 1960 zurückgehen. Vor der Deregulierung des europäischen Luftverkehrs war das Fliegen auch nicht für jedermann erschwinglich. Ich erinnere mich dunkel an Ticketpreise von 1000 DM für Tempelhof-Basel.


Zitat

Problematisch ist, dass man bisher keinen Weg gefunden hat, um alternative Antriebe zu entwickeln (z.B. Solar), welche die erforderliche hohe Energiedichte aufweisen. Also muss halt zwingend Erdöl genutzt werden. Die Bahn und auch das Auto haben (zumindest theoretisch) die Möglichkeit, vollständig elektrisch und damit vollständig mit fossilfreier Energie zu fahren.

Ob diese Studie von easyJet jemals Rralität wird, wage ich zu bezweifeln.

Gruß
Nic
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PassusDuriusculus
Zitat
Lopi2000
Zitat
PassusDuriusculus
Fällt jemanden spontan eine Quelle ein für Bevölkerungszahl und Fläche innerhalb des S-Bahn-Ringes?

Auf [atlas.zensus2011.de] komme ich auf 955.770 Menschen auf 87,76 qkm.

Danke.

Dann sind das bei
125 Schnellbahnstationen im Tarifbereich BERLIN A

nach Fläche:
Paris: 2,4 Stationen pro km^2
Berlin A: 1,4 Stationen pro km^2

nach Einwohnerzahl:
Paris: 115 Stationen pro 1 Mio Ew.
Berlin A: 131 Statione pro 1 Mio Ew.

anders formuliert
Paris pro Quadratkilometer:
2,4 Stationen und 21.000 Einwohner

Berlin A pro Quadratkilometer:
1,4 Stationen und 11.000 Einwohner

Tatsächlich nehmen sich dann Paris und Berlin A kaum etwas. Der einzige Unterschied ist: Dass in Berlin alles weniger dicht ist.

Wenn man jetzt plakativ weiter denkt müssten die Berliner S-&U-Bahnen häufiger fahren (wie in Paris) oder es müsste unter Beibehaltung der 3- bis 10-Minuten-Takte weitere Strecken gebaut werden. Wenn ich mir die Stadtbahn anschaue, bei der im Berufsverkehr eigentlich jetzt schon ein 2-Minuten-Takt angemessen wäre, dann freue ich mich auf die baldige Eröffnung der U5

Auffällig sind natürlich die (im Vergleich mit Berlin) noch weitaus dichteren Stationsabstände bei der Pariser Metro - etwa so wie unsere U 2 zwischen Alex und Gleisdreieck, mit den entsprechenden Reisegeschwindigkeiten (Extrembeispiel: Für die dortige U 4 läßt sich ein Wert von 20,8 km/h finden). Andererseits ist die Flächenerschließung dadurch noch etwas besser. Die (im "Osten Berlins innerhalb der Ringbahn" meist vorhandene) Tram fehlt dort komplett.

Vielleicht sollte man sich in Berlin intensiver mit der Frage des automatischen Zugbetriebs befassen. Bald kommen ja neue Züge in größerer Zahl, mit deren Auslieferung das "Zeitalter der Takterweiterungen" in Berlin unweigerlich zu Ende gehen wird - womöglich kommt es ja sogar zu Taktverdichtungen, man soll ja die Hoffnung niemals aufgeben.
Zitat
B-V 3313
Zitat
Latschenkiefer
Weniger als 90 s geht schon aufgrund des Fahrgastwechsels praktisch nicht. Welche Zugfolgezeit schwebt Dir denn alternativ vor?

Alle 120 Sekunden sollte schon drin sein.

[...]

Und das würde man auch noch feiern. Wie gesagt, für eine Schnellbahn ist das lächerlich.

Dank "moderner" Zugbeeinflussung ZBS, Türfreigabe erst bei Stillstand, der Abwesenheit von Abfertigungspersonal im Zusammenspiel mit dem Fahrgastverhalten beim Ein- und Ausstieg und weiteren derartigen Gründen wird es einen 90-Sekunden-Takt bei der Berliner S-Bahn auf absehbare Zeit, wenn nicht gar für immer, nicht wieder geben. Auch ein 120-Sekunden-Takt ist mit der derzeitigen Betriebsweise mutmaßlich nicht stabil möglich. Man beachte auch, dass der VBB in Ausschreibungen lange Mindesthaltezeiten (0,8 Minuten) an wichtigen Verkehrsstationen vertraglich festschreiben lässt, was einer Taktverdichtung diametral entgegensteht, sofern nicht ein Zugbeeinflussungssystem mit kontinuierlicher Datenübertragung und noch deutlich kürzeren Blockabständen im Bahnsteigbereich zur Verfügung steht. Ein mögliches Hilfsmittel beim derzeitigen System wären vielleicht noch Nachrücksignale in Bahnsteigmitte. Die Münchener U-Bahn hat meines Wissens bei konventioneller Signalisierung vom 2,5- auf den 2-Minuten-Takt verdichtet, dazu mussten die Verkehrshaltezeiten aber absolut minimiert werden.
Lächerlich finde ich einen 2- oder 2,5-Minuten-Takt für eine Schnellbahn mit einem derart komplexen Betriebskonzept wie dem der Stadtbahn nicht. Viel mehr Luft nach oben ist auch nicht. Man muss ja immer auch berücksichtigen, dass der Betrieb nicht sofort völlig zusammenbrechen darf, wenn es in einem so verzweigten Netz mit Abzweigen, eingleisigen Strecken, Bahnübergängen etc. irgendwo eine Störung gibt. Nimm z.B. die Victoria Line in London, 36 Züge pro Stunde und Richtung (also alle 100 Sekunden) in der HVZ mit Automatic Train Operation, das ist aber eine lineare Strecke ohne Abzweige etc. und es ist auch da schon sehr schwierig, die Masse an Umläufen vom Depot auf die Strecke zu bekommen. Die Central Line mit mehreren Verzweigungen kommt ebenfalls mit ATO noch auf 34 Züge pro Stunde und Richtung.
Für konventionellen, signalgeführten Betrieb ist ein 2,5-Minuten-Takt ganz ordentlich und ein 2-Minuten-Takt einsame Spitze.
Zitat
PassusDuriusculus
Muss man in den Urlaub fliegen?

Das kann ich pauschal nicht beantworten, da es ja viele verschiedene Arten von Urlauben gibt. Um mich nur in der Hotelanlage aufzuhalten muss ich nicht auf die Seychellen, um mich nur zu betrinken nicht nach Malle. Wenn es aber darum geht, Land, Kultur, Menschen, Mentalität, Essen und Sprache kennenzulernen, sehe ich es wie Nic: Es ist sinnvoll und Teil von Bildung, Lebenserfahrung und mitunter auch Selbstfindung. Es ist in jedem Fall bereichernd, mal aus der "german bubble" rauszukommen, Erfahrungen zu sammeln, zu sehen, was anderswo besser läuft, aber auch zu merken, wie gut man es eigentlich selbst hat und mal weniger meckern sollte. ;-) Sowas erlebst du nicht bei Google Earth. Sightseeing ist für mich eher nettes Beiwerk und diese Erkenntnisse erlangst du auch nicht durch Nachrichten oder Bücher. Man muss sich ein eigenes Bild machen, vor Ort sein.

Ich finde, dass sinnvolles Reisen etwas tolles ist und finde es falsch, das als schlechte Angewohnheit darzustellen. ME sollte es eher noch gefördert werden (also das sinnvolle Reisen, nicht die Shopping- oder Sauftrips). Es ist doch schön, dass viele Menschen so weltoffen sind und Interesse an fremden Kulturen haben. Genau das wird doch immer wieder gepredigt: Seid offen, tolerant, lernt von Anderen, denkt nicht in Grenzen... Und wenn man das dann ausleben will, kommt der erhobene Zeigefinger: "Aber Urlaub dann bitte nur an der Ostsee, sonst wird es richtig teuer"? (Um das mal überspitzt zu formulieren). Ich meine jetzt auch nicht dich damit, sondern den Tenor in Teilen der Regierung.

Heutzutage ist es üblich, dass Menschen Praktika im Ausland machen, an Austauschen teilnehmen oder dort arbeiten. Man baut sich dort ein soziales Umfeld auf, findet am anderen Ende der Welt Freunde und die will man dann eben auch mal besuchen. Hinzu kommt, dass Tourismus Arbeitsplätze schafft und Geld einbringt. Berlin würde vermutlich ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn die Flug-Touristen wegblieben. Man spekuliert offenbar darauf, dass die Leute die Co2-Steuer dann schon zahlen, andernfalls fände ich das sehr naiv. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland und gerade Berlin ein Interesse daran haben, zu Gunsten der Umwelt auf Tourismus zu verzichten.


Zitat
PassusDuriusculus
Wenn sich reiche Familien sich dann nur noch 3 statt 6 Flugreisen im Jahr leisten können und arme Familien nur noch alle 6 Jahre statt alle 3 Jahre ist doch genau das Ziel erreicht.

Ab einem gewissen Einkommen schaust du nicht mehr aufs Geld. Ich glaube nicht, dass sich reiche Familien von höheren Preisen beeindrucken lassen, arme Familien werden sich aber überlegen, ob sie sich die zusätzlichen Steuern leisten können. Aber fairerweise muss man auch sagen, dass wir ja noch gar nicht wissen, um welche Summen es da geht, um das einschätzen zu können. Nen Zwanni mehr pro Person macht den Kohl sicherlich nicht fett.

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PassusDuriusculus
Und dass die Staatsoberhäuptet von bspw. Deutschland und China sich irgendwo treffen müssen und dafür die Fahrt via Transib.Eisenbahn nicht schnell genug ist finde ich absolut legitim.

Keine Frage. Wenn allerdings eine Berliner Politikerin steuergeldfinanziert nach Frankfurt fliegt, um dort bei Parteikollegen eine Stunde lang ihre Lebensgeschichte zu erzählen und anschließend wieder zurück nach Berlin, ist die Verhältnismäßigkeit schon sehr fragwürdig. Ebenso, wenn man eine Lokalpolitikerin einer bayrischen Gemeinde durch halb Europa fliegt, obwohl kein weitergehender Sinn ersichtlich ist. Ich denke schon, dass diejenigen, die den Push als Erste fordern, auch mit gutem Beispiel vorangehen und den Knopf für die Videokonferenz auf ihrem PC finden sollten.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.2019 23:21 von Railroader.
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schallundrausch

* "Ein Steuer trifft nur den kleine Mann." Das ist eine Schutzbehauptung, nichts weiter.

Wir reden hier die ganze Zeit über Push und Pull. Den Push haben wir mit der Co2-Steuer und wo ist der Pull? Was bekomme ich im Gegenzug? Warum sagt man nicht, die Mehrwertsteuer für private Bahnfahrten kann bis zu einem gewissen Betrag als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden? Oder die Co2-Steuer kann alle 2 Jahre für einen Flug in den außergew. Belastungen angegeben werden? Das würde den Wenigfliegern mit geringem Einkommen zu Gute kommen, den Vermögenden Vielfliegern hingegen eher nicht.
^^
@les_jeux die Münchner u-Bahn fährt mit LZB500, also wie in Wien halbautomatisch. 90 Sekunden Zugfolgezeit kann das System.

Bombardier gibt sein cityflo650 mit minimal 75 Sekunden Folgezeit an. Das scheint auch die Schallgrenze zu sein, selbst für moving block. Darunter geht es nur nich, wenn man an beiden Enden Wendeschleifen baut u d quasi nur im Kreis fährt.
Dieses Auslandspraktika-Gedöns kann man gerne machen. Man muss es aber nicht.

Klar ist Fliegen nicht der einzige Unweltsünder. Aber da Klimawandel aus diversen Kleinvieh-macht-auch Mist-Komponenten besteht, muss man ans Kleinviehran. Dazu braucht es ein Bewusstsein über das eigene Verhalten. Das ist derzeit nicht so wirklich gegeben. Das Bewusstsein beschränkt sich meistens auf das Verhalten anderer:
Die bösen Sauftouris, die bösen Politiker, die bösen Bänker, etc.
Man selbst hat ja keinen Einfluss auf die Umwelt immer sind es die anderen.

Wenn wir anfagen alles Umweltschädliche als Böse zu bezeichnen, ist doch bescheuert.
Warum nicht zugeben: So ich gönne mir jetzt mal eine Flugreise und dann diesen ökologischen Luxus genießen, danach ist aber auchmal gut.

Man kann nicht nur in die Ferne, sondern auch in die Tiefe reisen :-)


Dann fliegt mal alle schön durch die Weltgeschichte, dass kann ich euch nicht nehmen. Das steht mir nicht zu. Da die Gedanken aber frei sind, werde ich gleichermaßen Fliegende für Egoisten halten. Und logisch auch ich war schon mal egoistisch. ;-D




PS: Entschuldigt: ob der spätem Stunde, sowie verspäteter U6en und meiner Mitwirkung an einer Cabaretshow, bin ich gerade total unstrukturiert. Sorry dafür. ;)
Zitat
PassusDuriusculus
Dieses Auslandspraktika-Gedöns kann man gerne machen. Man muss es aber nicht.

Ich sehe es als Bereicherung und bereue es, sowas nie gemacht zu haben. Ich kenne aber Leute, die das taten und in anderen Ländern Freundschaften pflegen, die Sprache erlernt haben usw.

Zitat
PassusDuriusculus
Klar ist Fliegen nicht der einzige Unweltsünder. Aber da Klimawandel aus diversen Kleinvieh-macht-auch Mist-Komponenten besteht, muss man ans Kleinviehran. Dazu braucht es ein Bewusstsein über das eigene Verhalten. Das ist derzeit nicht so wirklich gegeben. Das Bewusstsein beschränkt sich meistens auf das Verhalten anderer:
Die bösen Sauftouris, die bösen Politiker, die bösen Bänker, etc.
Man selbst hat ja keinen Einfluss auf die Umwelt immer sind es die anderen.

Die Umwelt ist aber nicht mein Lebensmittelpunkt. Sie ist mir wichtig, aber ich opfere dafür nicht das einzige Leben, das ich habe. Ich möchte eben auch noch leben und die Welt bereisen, rauskommen, etwas sehen, andere Mentalitäten und Menschen kennenlernen. Da reicht mir Bayern leider nicht. Kann man gerne auch egoistisch nennen, stehe ich zu. Ich schränke mich da ein wo ich möchte: Kein Auto, Fliegen ein mal im Jahr, Rest mit dem Zug, regionale Produkte kaufen (da muss ich besser werden), keine Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff (obwohl ich es ein Mal probiert habe = bringt nichts, man lernt das Land null kennen, schadet Umwelt), mittlerweile achte ich drauf, wo das Zeug, was ich bei Amazon (ja, da zu bestellen ist an sich schon schlimm, muss ich eingestehen) bestelle, herkommt. Unnötiger Verdand per Flieger oder Schiff muss nicht sein. Ich gestehe mir durchaus ein, auch ein Umweltsünder zu sein, keine Frage. Ich hab's beim Einkaufen mal mit Papiertüten versucht, die rissen aber zwei Mal und der Einkauf lag auf der Straße. Nun bin ich wieder zu Plastik zurück.

Zitat
PassusDuriusculus
Warum nicht zugeben: So ich gönne mir jetzt mal eine Flugreise und dann diesen ökologischen Luxus genießen, danach ist aber auchmal gut.

Gut für wie lange? Ich habe meine Prinzipien im Leben, die ich auch verfolge. Ich werde weder auf den Umweltschutz sch***, noch aufgrund einer aktuellen Massenhysterie in Panik verfallen und in einer Höhle leben. ;-) Es gibt auch noch die Mitte.

Zitat
PassusDuriusculus
Man kann nicht nur in die Ferne, sondern auch in die Tiefe reisen :-)

Eine perfekte Überleitung zum U-Bahnbau. *Spaß* Ich würde ja gerne mal mit nem U-Boot fahren.^^

Zitat
PassusDuriusculus
Dann fliegt mal alle schön durch die Weltgeschichte, dass kann ich euch nicht nehmen. Das steht mir nicht zu. Da die Gedanken aber frei sind, werde ich gleichermaßen Fliegende für Egoisten halten. Und logisch auch ich war schon mal egoistisch. ;-D

Das steht dir frei und ich nehme es sogar an. Andere mit seinen Ideologien zu bekehren ist allerdings nicht weniger egoistisch. Und was es am Ende bringt, wenn ein paar Länder die Co2-Steuer einführen, der Rest der Welt aber den Flieger ordentlich bewirbt, ist am Ende in der Regel die A*Karte. Das Gleiche sehe ich auch beim Strom so. Deutschland ist eben nicht der Nabel der Welt. Das sieht man sehr deutlich, wenn man andere Länder bereist.



Zitat
PassusDuriusculus
PS: Entschuldigt: ob der spätem Stunde, sowie verspäteter U6en und meiner Mitwirkung an einer Cabaretshow, bin ich gerade total unstrukturiert. Sorry dafür. ;)

Alles gut. Und auch wenn der Ton in der Debatte nen bisschen rauher ist, kann ich nur nochmal sagen: Ich schätze den Austsuch mit dir, Schallundrausch oder Def, trotz unterschiedlicher Ansichten, wirklich sehr! Und mit den anderen natürlich auch. :-)
Zitat
PassusDuriusculus
Dieses Auslandspraktika-Gedöns kann man gerne machen. Man muss es aber nicht.
Da fühle ich mich doch glatt angesprochen! ;-)

Muss man zwar nicht, es ist aber durchaus sinnvoll.

In meinem Studium, dessen Absolventen nach dem Abschluss in der Regel im Öffentlichen Dienst arbeiten werden, ist das Lehrprogramm auf die Situation, Berufspraxis und den rechtlichen Rahmen von Deutschland fokussiert. Es wird vergleichsweise wenig über den Tellerrand geblickt und wenn, dann höchstens als eine kleine Randnotiz.

Andererseits sind zwei Praktika vorgeschrieben, einmal ein kurzes, welches ich in Berlin gemacht habe und zwei Monate gedauert hat sowie ein Praxissemester, welches mir noch bevorsteht (geht Ende September los).

Von vielen Seiten wurde den Studenten vorgeschlagen, es im Ausland zu machen, um die Defizite des Lehrplans mit eigenen Erfahrungen zu kompensieren. Im International Office meiner Hochschule, wo ich mich über die Finanzierung eines solchen Auslandspraktikums informiert habe, wurde enorm viel Überzeugungsarbeit geleistet, Studenten mit derartigen Erfahrungen liegen wohl auch im Interesse der Hochschule, könnte man denken.

Dort wurde mir gesagt, dass es nicht nur darum ginge, über den Tellerrand zu blicken und die eigene akademische Laufbahn mit zusätzlichem Wissen zu erweitern. Auch sei der Vorteil, eine solche Erfahrung im Lebenslauf zu haben und somit einen Pluspunkt für die berufliche Karriere zu haben, ebenfalls nicht die einzig wichtige Sache daran.

Es wurde vielmehr damit argumentiert, dass ein Auslandsaufenthalt viel zur eigenen persönlichen Entwicklung beiträgt und den Charakter entscheidend beeinflusst. So sind die Studenten, die es gemacht haben, völlig verändert (zum Positiven hin) und charakterlich gefestigt wieder zurückgekehrt.

Ich habe ohne zu zögern mich dazu entschlossen, es zu tun und habe nach kurzer Zeit ein Praktikumsangebot bekommen, welches ich nicht ausschlagen konnte. Da ich schon seit Jahren nicht mehr irgendwo verreist bin, war es ein weiteres Pro-Argument, außerdem würde es mir bestimmt gut tun, ein halbes Jahr in einem anderen Land selbstständig und selbstverantwortlich zu leben. Die Distanz zum Berliner Alltag und dem Stress, den ich regelmäßig habe, wird wohl ihr Übriges dazu beitragen.

Daher betrachte ich die Möglichkeit, solche Praktika im Ausland zu machen, doch als wichtig und bin gleichzeitig sehr dankbar, dass ich, Erasmus sei Dank, mit EU-Mitteln das tun kann, was mir sonst aus finanziellen Gründen wohl verwehrt bliebe (bzw. ich mich dafür extra verschulden müsste, was ich echt nicht gebrauchen kann).



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.05.2019 00:37 von J. aus Hakenfelde.
Zitat
PassusDuriusculus
Das ist derzeit nicht so wirklich gegeben. Das Bewusstsein beschränkt sich meistens auf das Verhalten anderer:

Das ist aber bei den Politikern nicht anders. Die Regeln sollen für den "Bodensatz" gelten, Selbstreflexion Fehlanzeige. Erkläre du mir doch mal, warum man die Mehrwertsteuer für Bahnfahrten nicht senken kann, wenn man eine Co2-Steuer erhebt und die Leute zum Umsteigen bewegen will? Man möchte pushen, pushen, pushen, und was ist die Gegenleistung? Stadtverkehr: Am Besten autofrei, die bösen Diesel und Benziner weg. Und was ist man bereit zu bieten? Nun baut man eine U5 zu Ende, ohne Druck des Bundes wäre sie vermutlich heute auch ein weiteres Steuergrab. S21, ja, da hat man mal was gemacht. Straßenbahnprojekte, Fehlanzeige, kommt nicht voran. Vielleicht erstmal Alternativen bieten und dann über Sanktionen für den Pöbel diskutieren. Sowas macht einen sauer, diese ständige Gängelung gepaart mit Inkompetenz des Senats. Aber hey, jetzt werden zumindest den Dealern im Görli die Plätze zugewiesen. Ich könnte kotzen.

Sorry, bin gerad auch etwas aufgeladen und schreibe besser heute nicht mehr.

Gute Nacht.
Zitat
Railroader
Aber hey, jetzt werden zumindest den Dealern im Görli die Plätze zugewiesen.
Ist doch gut so, vermeidet Reibereien und außerdem braucht jedes Kiez seine eigenen Einkaufsmöglichkeiten
;-P



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.05.2019 00:50 von J. aus Hakenfelde.
Na dann erzählt mal meinem Publikum oder meinen Musikschüler/inne/n, dass ich eine nicht so starke Persönlichkeit bin und keinen gefestigten Charakter habe... Ich hab ja nie ein Auslandspraktikum gemacht, geschweige denn außerhalb des VBBs gelernt/studiert ;-D


Ne ich finde über den Tellerrand blicken auch super wichtig. Das geht durch Reisen, durch intensive Beachäftigung mit komplett anderen Fachthemen und Tätigkeiten und Beschäftigungen.
Das sieht man so schön in monogamen Beziehungen, wie sich das auswirken kann, wenn man nicht über den Tellerrand schauen darf.


In den Öffentlichen begegnet man auch hin und wieder spannenden Menschen, was im Auto nicht so leicht ist. Deshalb kann man sich ja auch fragen, in wie weit Politiker mit evtl. Security-Autokarawane den Bezug zu den Wählern verlieren.

(Reicht das als Rückleitung zu Verkehrspolitik? ;-) )
Zitat
Railroader
Zitat
PassusDuriusculus
Das ist derzeit nicht so wirklich gegeben. Das Bewusstsein beschränkt sich meistens auf das Verhalten anderer:

Das ist aber bei den Politikern nicht anders. Die Regeln sollen für den "Bodensatz" gelten, Selbstreflexion Fehlanzeige. Erkläre du mir doch mal, warum man die Mehrwertsteuer für Bahnfahrten nicht senken kann, wenn man eine Co2-Steuer erhebt und die Leute zum Umsteigen bewegen will? Man möchte pushen, pushen, pushen, und was ist die Gegenleistung? Stadtverkehr: Am Besten autofrei, die bösen Diesel und Benziner weg. Und was ist man bereit zu bieten? Nun baut man eine U5 zu Ende, ohne Druck des Bundes wäre sie vermutlich heute auch ein weiteres Steuergrab. S21, ja, da hat man mal was gemacht. Straßenbahnprojekte, Fehlanzeige, kommt nicht voran. Vielleicht erstmal Alternativen bieten und dann über Sanktionen für den Pöbel diskutieren. Sowas macht einen sauer, diese ständige Gängelung gepaart mit Inkompetenz des Senats. Aber hey, jetzt werden zumindest den Dealern im Görli die Plätze zugewiesen. Ich könnte kotzen.

Sorry, bin gerad auch etwas aufgeladen und schreibe besser heute nicht mehr.

Gute Nacht.

Schlaf gut :)

Das Prinzip der CO2-Steuer ist doch folgendes (vllt. sollte das eh mal explizit gesagt werden):

Je nach Verbrauch müssen die Menschen CO2-Steuer zahlen. Alle Einnahmen werden jedes Jahr zusammengerechnet und gleichverteilt an alle Bürger/innen ausgeschüttet. Die einen machen also Gewinn, die anderen Verlust. Es kommt am Ende also nichts in die Staatskasse.
Mag sein das Steuer dann fachlich der falsche Begriff ist.



Sonst bin ich ja kein Freund von Verbilligungen. Einfach damit die Wertschätzung des Aufwandes aller Gleise, Tunnel, Brückenbauwerke, Stromerzeugung, Fahrpersonal, Werkstattpersonal, Zugmaterial, etc. nicht verloren geht.
Wenn man überlegt wie teuer Flugzeuge und Flughäfen sind, wie teuer die ökologischen und sozialen Folgekosten, das wird doch in den 15€-Billigflügen durch Europa garnicht angemessen abgebildet.

Das zusätzliche Geld soll dann lieber dafür verwendet werden, Infrastruktur, Fahr-/Werkstattpersonal etc.. angemessener zu bezahlen als die Fahrpreise immer billiger zu machen.
Den Frust über Politik (Stichwort Straßenbahn) kann ich sehr gut verstehen. Habe ich auch genauso.

Aber was soll man machen? Bin ja schon kurz davor doch noch mal Städtebau/Regionalplanung/Verkehrsplanung zu studieren ummich dann als Planer dem Senat zur Verfügung zu stellen
@PassusDuriusculus: Dir auch ein gutes Nächtle. ;-)

Zitat
PassusDuriusculus

Je nach Verbrauch müssen die Menschen CO2-Steuer zahlen. Alle Einnahmen werden jedes Jahr zusammengerechnet und gleichverteilt an alle Bürger/innen ausgeschüttet.

Ich muss gerad grinsen. Wie kommt denn dieses Geld den Menschen (Bodensatz) zugute? "Ausgeschüttet" hört sich ziemlich toll an, wo kann ich dann die Ausschüttung der Mehreinnahmen als einfacher Bürger konkret erwarten?

Ich werd jetzt aber echt ins Bett, bis nachher. :-)


@J. aus Hakenfelde: Mach das. So eine Chance bekommt man so schnell nicht wieder. Hab bisher auch nur Positives von Leuten gehört, die mal im Ausland tätig waren oder so ein Praktikum gemacht haben. Guter Beitrag von dir übrigens.
Übrigens (Damit ich auch mal den Bezug zum Thema hinkriege), ich habe ohnehin vorgehabt, die Reise zum Auslandspraktikum per Bahn anzutreten, es soll auch nur in ein Nachbarland von Deutschland gehen, dessen Sprache ich zufälligerweise mächtig bin ;-)
Zitat
Railroader

Ich muss gerad grinsen. Wie kommt denn dieses Geld den Menschen (Bodensatz) zugute? "Ausgeschüttet" hört sich ziemlich toll an, wo kann ich dann die Ausschüttung der Mehreinnahmen als einfacher Bürger konkret erwarten?


Auf deinem Konto vermutlich ;)
Müsste man mal in Schweden der Schweiz nachfragen. Da läuft es ja so.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.05.2019 09:48 von PassusDuriusculus.
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